Wie werde ich Friseur ohne Schulabschluss?

Friseur werden: Auch ohne Schulabschluss zum Traumberuf!

05/06/2020

Rating: 4.75 (12513 votes)

Der Wunsch, Menschen mit neuen Frisuren glücklich zu machen, ist für viele ein starker Antrieb, den Beruf des Friseurs zu ergreifen. Doch oft stellen sich angehende Auszubildende die Frage: Ist eine bestimmte Schulbildung dafür zwingend notwendig? Und wie lange dauert es überhaupt, bis man als ausgebildeter Friseur Kunden verschönern kann? Dieser umfassende Artikel beleuchtet alle wichtigen Aspekte der Friseurausbildung, insbesondere die Chancen für Quereinsteiger und Personen ohne traditionellen Schulabschluss, und gibt Ihnen wertvolle Einblicke in diesen kreativen Handwerksberuf.

Wie lange dauert eine Friseur-Ausbildung?
Inhaltsverzeichnis

Die Ausbildungsdauer zum Friseur: Flexibilität im Fokus

Die klassische Ausbildung zum Friseur dauert in Deutschland in der Regel drei Jahre. Diese Zeit ist so konzipiert, dass Sie sowohl fundiertes theoretisches Wissen in der Berufsschule als auch umfassende praktische Fähigkeiten im Ausbildungsbetrieb erwerben können. Die duale Struktur der Ausbildung stellt sicher, dass Sie von Anfang an in den Salonalltag integriert werden und lernen, das Gelernte direkt anzuwenden.

Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise bei besonders guten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb, kann die Ausbildung auf zweieinhalb Jahre oder sogar auf zwei Jahre verkürzt werden. Dies erfordert jedoch eine Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb und der zuständigen Kammer. Ein schnelleres Tempo ist also durchaus möglich, wenn Sie motiviert und engagiert sind.

Während Ihrer Ausbildung lernen Sie nicht nur die Grundlagen des Haareschneidens und Stylings, sondern auch komplexe Techniken wie Colorationen, Dauerwellen, Haarverlängerungen und professionelle Kundenberatung. Sie werden mit verschiedenen Haartypen und -strukturen vertraut gemacht und entwickeln ein Auge für Ästhetik und Trends.

Friseur werden ohne Schulabschluss: Ein realistischer Weg

Die gute Nachricht für alle, die keinen formalen Schulabschluss besitzen: Rechtlich ist für den Beginn einer Friseurausbildung in Deutschland keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Das bedeutet, dass die Tür zu diesem Beruf auch für Sie offensteht, wenn Sie beispielsweise keinen Hauptschulabschluss haben. In der Praxis bevorzugen jedoch viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss. Dies liegt oft daran, dass ein solcher Abschluss als Indikator für grundlegende Lernbereitschaft und schulische Disziplin gesehen wird.

Doch lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Auch mit einem Realschulabschluss oder sogar einem abgebrochenen Bildungsweg haben Sie gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Entscheidend sind oft Ihre persönliche Motivation, Ihr Engagement und Ihr Talent für den Beruf. Viele Betriebe legen Wert auf:

  • Ein gepflegtes Erscheinungsbild
  • Freundlichkeit und Kommunikationsfähigkeit
  • Handwerkliches Geschick und Kreativität
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Ein echtes Interesse am Friseurhandwerk und an Trends

Eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch und ein überzeugendes Praktikum können Ihre Chancen erheblich verbessern. Zeigen Sie Initiative und beweisen Sie, dass Sie die Leidenschaft und das Potenzial haben, ein erfolgreicher Friseur zu werden, selbst wenn Ihr Zeugnis nicht perfekt ist. Insbesondere für die Arbeit mit Farben und chemischen Prozessen ist es wichtig, ein Verständnis für Zusammenhänge und Genauigkeit zu entwickeln, was auch ohne formalen Abschluss möglich ist.

Verdienstmöglichkeiten während und nach der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk ist traditionell nicht die höchste im Vergleich zu anderen Berufen. Im ersten Lehrjahr lag die tarifliche Ausbildungsvergütung 2023 bundesweit bei etwa 620 Euro brutto pro Monat. Im zweiten Jahr steigt sie auf ca. 732 Euro und im dritten Lehrjahr auf rund 837 Euro brutto. Diese Zahlen können je nach Tarifvertrag und Region variieren. Es ist wichtig zu beachten, dass dies oft unter dem bundesweiten Durchschnitt der Ausbildungsvergütungen liegt, der 2022 bei 1028 Euro pro Monat lag.

Vergleich der Ausbildungsvergütungen (Monatlich, Brutto)

Ausbildungsberuf1. Lehrjahr (ca. EUR)2. Lehrjahr (ca. EUR)3. Lehrjahr (ca. EUR)4. Lehrjahr (ca. EUR)
Friseur/in620732837-
Maurer/in880 - 9301090 - 12301350 - 1490-
Fluglotse/-lotsin1.150 - 1.2004.000 - 5.9004.000 - 5.9004.000 - 5.900
Industriekaufmann/-frau950 - 1.0501.000 - 1.1501.100 - 1.250-

Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt für ausgelernte Friseure in der Regel zwischen 1800 und 2100 Euro brutto pro Monat. Dieses Gehalt kann durch Berufserfahrung, Spezialisierungen (z.B. als Colorist/in oder Stylist/in für besondere Anlässe) und Weiterbildungen erheblich gesteigert werden.

Karrierewege und Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Friseurberuf bietet vielfältige Karrierechancen. Nach Ihrer Ausbildung können Sie als Geselle in einem Friseursalon arbeiten, sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren oder sogar den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Die Meisterprüfung ist dabei ein wichtiger Meilenstein, wenn Sie ein eigenes Geschäft eröffnen möchten. Sie vermittelt nicht nur vertiefte fachliche Kenntnisse, sondern auch betriebswirtschaftliches und pädagogisches Wissen, das für die Führung eines Salons und die Ausbildung von Lehrlingen unerlässlich ist.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihre Profikompetenz zu erweitern und Ihre Karriere voranzutreiben:

  • Spezialisierungen: Werden Sie Experte für Haarverlängerungen, chemische Glättungen, spezielle Schnitttechniken (z.B. Calligraphy Cut) oder als Make-up Artist.
  • Führungspositionen: Steigen Sie zum Salonleiter oder zur Salonmanagerin auf.
  • Schulungen und Seminare: Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Trends, Produkte und Technologien. Viele Hersteller bieten spezielle Kurse an.
  • Kosmetikbranche: Viele Friseure erweitern ihr Portfolio und bieten auch kosmetische Dienstleistungen wie Maniküre, Pediküre oder Make-up an.
  • Ausbilder/in: Geben Sie Ihr Wissen an die nächste Generation weiter und werden Sie Ausbilder in einem Betrieb.

Um im Friseurberuf erfolgreich zu sein und ein gutes Gehalt zu erzielen, sind Ehrgeiz, Talent und kontinuierliches Engagement entscheidend. Ein monatlicher Salonumsatz von 8250 Euro ist ein Zielwert für selbstständige Friseure, um die Betriebskosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen. Dies erfordert exzellenten Kundenservice, ein attraktives Ambiente und ein breites Dienstleistungsangebot.

Wie viel verdient ein Friseur in Baden-Württemberg?
September erhalten Beschäftigte und Auszubildende des baden-württembergischen Friseurhandwerks mehr Geld. Die Erhöhung der Entgelte und Vergütungen erfolgt in zwei Stufen. In der untersten Stufe steigt der Stundenlohn zum 1. September 2023 auf 12,80 Euro, zwölf Monate später auf 13,30 Euro. Der so genannte Ecklohn steigt auf 14,50 Euro, ab dem 1.

Herausforderungen im Friseuralltag und Arbeitsbedingungen

Der Friseurberuf ist körperlich anspruchsvoll. Lange Stehzeiten, der Umgang mit Chemikalien und die Notwendigkeit, schnell und präzise zu arbeiten, sind Teil des Alltags. Eine besondere Herausforderung sind Kontaktallergien, die durch den regelmäßigen Kontakt mit Haarfärbemitteln und anderen chemischen Produkten entstehen können. Viele Friseure, auch Auszubildende, sind davon betroffen, was im schlimmsten Fall zum Abbruch der Lehre führen kann. Prävention durch Schutzmaßnahmen wie Handschuhe ist daher unerlässlich.

Die Arbeitszeitregelungen sind klar definiert: Die werktägliche Arbeitszeit darf in der Regel 8 Stunden nicht überschreiten. Pausen sind gesetzlich vorgeschrieben: 30 Minuten nach 6 Stunden Arbeitszeit und 45 Minuten nach 9 Stunden Arbeitszeit. Samstagsarbeit ist im Friseurhandwerk üblich, da dies ein wichtiger Tag für Kunden ist. Dies kann für einige Friseure eine Herausforderung darstellen, da sie sich einen freien Tag unter der Woche wünschen würden.

Die Zukunft des Friseurhandwerks: Trends und Technologien

Die Friseurbranche entwickelt sich stetig weiter. Digitale Trends und Technologien spielen eine immer größere Rolle. Online-Terminbuchungssysteme, digitale Farbberater und Künstliche Intelligenz (KI) zur Personalisierung von Kundenlösungen sind Beispiele dafür, wie die Zukunft des Friseurhandwerks aussieht. Wer am Ball bleibt und sich mit diesen Innovationen auseinandersetzt, sichert sich einen Wettbewerbsvorteil.

Regelmäßige Weiterbildung ist daher nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit, um den Kundenerwartungen gerecht zu werden und den Salon zukunftssicher zu machen. Investitionen in die Schulung der Mitarbeiter und die Einführung neuer Technologien zahlen sich langfristig aus.

Häufig gestellte Fragen zur Friseurausbildung

Kann man ohne Schulabschluss eine Friseurausbildung machen?

Ja, rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss für die Friseurausbildung vorgeschrieben. Wichtiger sind Ihre Motivation, Ihr handwerkliches Geschick und Ihre persönlichen Kompetenzen. Viele Betriebe stellen auch ohne Hauptschulabschluss Auszubildende ein, wenn diese im Vorstellungsgespräch und eventuell bei einem Praktikum überzeugen.

Wie lange dauert die Friseurausbildung in der Regel?

Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. sehr gute Leistungen) kann sie auf zweieinhalb oder sogar zwei Jahre verkürzt werden.

Was verdient man als Friseur-Auszubildender?

Die Ausbildungsvergütung liegt im ersten Lehrjahr (2023) bei etwa 620 Euro brutto pro Monat und steigt im dritten Jahr auf rund 837 Euro brutto. Dies ist im Vergleich zu einigen anderen Ausbildungsberufen unterdurchschnittlich.

Gibt es gut bezahlte Ausbildungsberufe ohne Schulabschluss?

Ja, es gibt Ausbildungsberufe, die auch ohne Schulabschluss ergriffen werden können und eine deutlich höhere Ausbildungsvergütung bieten als der Friseurberuf, wie zum Beispiel der Maurer oder der Fluglotse. Es ist wichtig zu beachten, dass dies die Ausbildungsvergütung betrifft; das spätere Gehalt hängt stark von Leistung, Weiterbildung und Spezialisierung ab.

Welche Fähigkeiten sind für den Friseurberuf besonders wichtig?

Neben handwerklichem Geschick sind Kreativität, ein Gespür für Farben und Formen, Kommunikationsfähigkeit, Freundlichkeit, Belastbarkeit und ein guter Umgang mit Menschen entscheidend. Auch ein grundlegendes Verständnis für chemische Prozesse bei Colorationen ist wichtig.

Fazit: Ihr Weg zum Friseurberuf ist offen!

Der Beruf des Friseurs ist eine wunderbare Möglichkeit, Ihre Kreativität auszuleben und Menschen zu verschönern. Auch wenn Sie keinen formalen Schulabschluss haben, ist der Weg in diese Branche nicht verschlossen. Mit Engagement, Leidenschaft und der Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen und sich weiterzuentwickeln, können Sie eine erfolgreiche Karriere als Friseur aufbauen. Die Ausbildung erfordert Zeit und Einsatz, aber die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen, der sowohl handwerkliche als auch künstlerische Fähigkeiten vereint, lohnt sich in jedem Fall. Informieren Sie sich bei lokalen Salons und Kammern über Ihre individuellen Möglichkeiten und starten Sie Ihren Traum vom Friseurberuf!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Friseur werden: Auch ohne Schulabschluss zum Traumberuf! kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Haarpflege besuchen.

Go up