Kann man Ombré auch selbst färben?

Ombré Färben: DIY vs. Salon-Ergebnis

08/05/2021

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Der Ombré-Look, dessen Name aus dem Französischen stammt und „Schatten“ bedeutet, hat sich fest in der Welt der Haarmode etabliert. Er zeichnet sich durch einen wunderschönen, stufenlosen Übergang von dunkleren Haaransätzen zu helleren Spitzen aus. Die Kunst liegt dabei im „sanften Verlauf“ – ein subtiler Übergang, der dem Haar Lebendigkeit und eine natürliche, wie von der Sonne geküsste Ausstrahlung verleiht. Etwa ab Kinnhöhe wird der Farbton um einige Nuancen heller, wodurch ein Hauch von Beach-Flair auf unseren Kopf gezaubert wird. Doch stellt sich vielen die Frage: Kann man diesen begehrten Effekt auch selbst zu Hause erzielen?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ombré eigentlich genau?

Ombré ist weit mehr als nur ein Farbtrend; es ist eine Technik, die darauf abzielt, einen natürlichen und weichen Übergang zwischen zwei oder mehr Farbtönen zu schaffen. Der Ursprung des Namens „Schatten“ beschreibt es perfekt: Es geht darum, eine Schattierung zu erzeugen, die Tiefe am Ansatz hat und allmählich zu den Spitzen hin heller wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Strähnchen oder einer Vollfärbung, bei der die Farbe gleichmäßig aufgetragen wird, konzentriert sich Ombré auf den unteren Teil des Haares. Der obere Teil, meist der Naturton oder eine dunklere Nuance, bleibt unberührt, was den Look besonders pflegeleicht macht, da kein harter Ansatz nachwächst. Das Ergebnis ist ein lebendiger, mehrdimensionaler Look, der das Haar voluminöser und strahlender erscheinen lässt.

Kann man Ombré auch selbst färben?
Die Antwort lautet: Ja! Wem der Ombré Look beim Friseur zu teuer ist, der kann das Färben auch selbst in die Hand nehmen. Für den selbstgefärbten Ombré gibt es spezielle Färbemittel aus der Drogerie inklusive idiotensicherer Anleitung. Wichtig ist, dass du eine Haarfarbe wählst, die nicht allzu sehr von deiner Naturhaarfarbe abweicht.

Die Faszination des Ombré-Looks

Die Beliebtheit des Ombré-Looks ist leicht zu erklären. Er bietet eine wunderbare Möglichkeit, dem Haar eine Veränderung zu verleihen, ohne eine radikale Typveränderung vorzunehmen. Die „wie von der Sonne geküsst“-Optik erinnert an lange Sommertage am Strand und verleiht dem Haar eine natürliche Leichtigkeit. Zudem ist Ombré unglaublich vielseitig. Es kann auf fast jeder Haarlänge und -farbe angewendet werden, von subtilen Karamell-Tönen auf braunem Haar bis hin zu auffälligen Platinblond-Spitzen auf dunklem Haar. Die Tatsache, dass der Ansatz dunkel bleibt, macht Ombré auch zu einer pflegeleichten Option, da Nachfärben weniger häufig nötig ist. Dies spart Zeit und schont das Haar.

Ombré selbst färben: Eine realistische Einschätzung

Die Verlockung, den Ombré-Look zu Hause selbst zu kreieren, ist groß. Man spart Geld, hat flexible Zeiten und die Vorstellung, es selbst geschafft zu haben, ist reizvoll. Doch die Realität sieht oft anders aus. Der entscheidende Punkt beim Ombré ist der sanfter Übergang. Diesen weichen, fließenden Effekt zu Hause ohne professionelle Erfahrung zu erzielen, kann eine echte Herausforderung sein. Oftmals endet der Versuch mit einer harten Farbkante, ungleichmäßigen Ergebnissen oder sogar Haarschäden, wenn die Aufheller falsch angewendet werden. Hier sind die Vor- und Nachteile des DIY-Ombré:

Vorteile des DIY-Ombré:

  • Kostenersparnis: Ein Friseurbesuch für Ombré kann teuer sein. Produkte für zu Hause sind deutlich günstiger.
  • Flexibilität: Sie können färben, wann immer es Ihnen passt, ohne Terminvereinbarung.
  • Kontrolle: Theoretisch haben Sie die volle Kontrolle über den Prozess und die Intensität.

Nachteile des DIY-Ombré:

  • Risiko ungleichmäßiger Ergebnisse: Es ist schwer, die Farbe gleichmäßig zu verteilen und einen wirklich fließenden Übergang zu erzielen.
  • Harte Kanten: Die größte Gefahr ist eine unschöne, scharfe Farbkante statt eines sanften Verlaufs.
  • Haarschäden: Blondierungen sind aggressiv. Eine falsche Anwendung kann zu starker Trockenheit, Bruch oder sogar chemischen Verbrennungen führen.
  • Farbfehltritte: Gelb- oder Orangestiche sind häufige Probleme, die ohne professionelle Tönung schwer zu beheben sind.
  • Schwierigkeit bei der Anwendung am Hinterkopf: Es ist fast unmöglich, den hinteren Teil des Kopfes präzise zu sehen und zu bearbeiten.

Für ein wirklich professionelles und schonendes Ergebnis ist der Gang zum Friseur meist die sicherere Wahl. Friseure verfügen über die nötige Expertise, die richtigen Produkte und Techniken, um den gewünschten Farbverlauf makellos umzusetzen und gleichzeitig die Haargesundheit zu schützen.

Professionelles Ombré vs. DIY-Ombré: Ein Vergleich

Um die Entscheidung zu erleichtern, ob Sie Ihr Ombré selbst färben oder einem Profi überlassen sollten, werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Unterschiede:

MerkmalDIY-Ombré (Zuhause)Professionelles Ombré (Salon)
KostenGering (Produkte ca. 10-30€)Hoch (ca. 80-250€, je nach Salon und Länge)
ErgebnisqualitätOft ungleichmäßig, harte Kanten, Farbfehler möglich.Gleichmäßig, sanfter, natürlicher Übergang, präzise Farbwahl.
Risiko von SchädenHoch (bei falscher Anwendung von Blondierung).Gering (Friseur weiß, wie man Haare schont und pflegt).
Benötigte ZeitCa. 2-4 Stunden (inkl. Vorbereitung, Anwendung, Wartezeit, Nachbehandlung).Ca. 2-4 Stunden (reine Behandlungszeit im Salon).
Benötigte Werkzeuge/ProdukteDIY-Kit, Alufolie, Pinsel, Handschuhe, alte Kleidung, Spiegel.Professionelle Blondierungen, Tönungen, Entwickler, spezielle Folien/Techniken, hochwertige Pflegeprodukte.
Erfahrung/ExpertiseKeine Vorkenntnisse nötig, aber sehr empfehlenswert.Jahrelange Ausbildung und praktische Erfahrung.

Wie die Tabelle zeigt, bietet der Friseurbesuch zwar höhere Anfangskosten, minimiert aber das Risiko eines enttäuschenden Ergebnisses und schont Ihr Haar langfristig. Wenn Sie unsicher sind oder ein perfektes Ergebnis wünschen, ist der professionell durchgeführte Ombré-Look die Investition wert.

Schritte für den DIY-Ombré-Versuch (mit Vorsicht zu genießen!)

Sollten Sie sich dennoch entscheiden, den Ombré-Look selbst zu versuchen, ist äußerste Vorsicht geboten. Hier sind die grundlegenden Schritte, die Sie befolgen sollten, um die Risiken zu minimieren:

1. Vorbereitung ist alles

  • Produktauswahl: Kaufen Sie ein spezielles Ombré-Kit aus der Drogerie, das oft einen Aufheller, einen Entwickler und manchmal eine Tönung enthält. Lesen Sie die Anleitung SEHR sorgfältig!
  • Teststrähne: Machen Sie IMMER einen Allergietest und eine Teststrähne an einer unauffälligen Stelle, um die Einwirkzeit und das Farbergebnis zu prüfen.
  • Schutz: Ziehen Sie alte Kleidung an, legen Sie Handtücher um Ihre Schultern und tragen Sie Handschuhe. Schützen Sie Ihre Stirn mit Vaseline.
  • Haar vorbereiten: Das Haar sollte am besten ungewaschen (1-2 Tage) sein, damit natürliche Öle die Kopfhaut schützen. Bürsten Sie es gründlich durch.

2. Die richtige Anwendungstechnik

  • Haare abteilen: Teilen Sie Ihr Haar in mehrere Partien, idealerweise 2-4, je nach Haardicke.
  • Farbhöhe bestimmen: Entscheiden Sie, wo der Farbverlauf beginnen soll – meist ab Kinn- oder Schlüsselbeinhöhe. Markieren Sie dies eventuell mit Haargummis.
  • Auftragen des Aufhellers: Tragen Sie den Aufheller zuerst auf die Spitzen auf und arbeiten Sie sich dann langsam nach oben. Um einen sanften Übergang zu erzeugen, können Sie die Farbe mit einem Färbepinsel oder den Fingern (mit Handschuhen!) leicht nach oben "ausstreichen" oder kleine Strähnen am Übergang antoupieren und nur die obere Schicht färben. Achten Sie darauf, dass die unteren Partien mehr Produkt erhalten als die oberen für den Verlauf.
  • Gleichmäßigkeit: Versuchen Sie, die Menge des Produkts und die Einwirkzeit so gleichmäßig wie möglich zu halten.

3. Einwirkzeit und Ausspülen

  • Beachten Sie die Anleitung: Überschreiten Sie NIEMALS die maximale Einwirkzeit, die auf der Packung angegeben ist. Überprüfen Sie den Aufhellungsgrad regelmäßig an einer Strähne.
  • Gründliches Ausspülen: Spülen Sie das Haar gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis alle Produktreste entfernt sind.
  • Pflege danach: Verwenden Sie unbedingt eine reichhaltige Spülung oder Haarmaske, die oft im Kit enthalten ist, um das Haar zu pflegen und den pH-Wert auszugleichen.

4. Tönung (optional, aber empfehlenswert)

Oft haben frisch blondierte Haare einen unerwünschten Gelb- oder Orangestich. Eine lila- oder aschfarbene Tönung kann helfen, diese unerwünsche Töne zu neutralisieren und ein kühleres, natürlicheres Blond zu erzielen. Auch hier gilt: Vorsicht bei der Anwendung!

Häufige Fehler beim DIY-Ombré vermeiden

Die Liste der potenziellen Fehler beim selbst gefärbten Ombré ist lang. Hier sind die häufigsten, die es zu vermeiden gilt:

  • Zu hohe Ansatzfärbung: Die Farbe zu hoch am Ansatz anzusetzen, führt zu einem unnatürlichen Look. Der Verlauf sollte erst ab Kinn- oder Schlüsselbeinhöhe beginnen.
  • Harte Kanten: Dies ist der Kardinalfehler. Vermeiden Sie eine gerade Linie, indem Sie die Farbe nicht wie eine Schranke auftragen. Arbeiten Sie mit vertikalen Pinselstrichen oder tupfen Sie die Farbe sanft nach oben aus.
  • Überblondierung: Den Aufheller zu lange einwirken lassen, kann zu extremen Haarschäden führen. Halten Sie sich strikt an die Einwirkzeit und prüfen Sie den Prozess regelmäßig.
  • Falsche Farbwahl: Blondierungen, die zu hell für Ihren Hautton oder Ihre Ausgangshaarfarbe sind, können unnatürlich wirken.
  • Keine Tönung: Ohne eine geeignete Tönung nach der Blondierung kann das Ergebnis gelb oder orange aussehen.
  • Mangelnde Pflege: Blondiertes Haar braucht intensive Pflege, um gesund zu bleiben. Vernachlässigen Sie Spülungen, Masken und Hitzeschutz nicht.

Die richtige Pflege für Ombré-Haar

Egal, ob Sie Ihr Ombré selbst gefärbt haben oder vom Profi machen ließen, die richtige Pflege ist entscheidend, um die Farbe strahlend und das Haar gesund zu erhalten:

  • Spezielle Shampoos und Spülungen: Verwenden Sie Produkte für coloriertes oder blondiertes Haar. Lila-Shampoos helfen, Gelbstiche in den hellen Spitzen zu neutralisieren.
  • Regelmäßige Haarkuren: Gönnen Sie Ihrem Haar mindestens einmal pro Woche eine feuchtigkeitsspendende oder reparierende Haarkur, besonders den blondierten Spitzen.
  • Hitzeschutz: Verwenden Sie immer einen Hitzeschutz, bevor Sie Föhn, Glätteisen oder Lockenstab benutzen.
  • Sonnenschutz: UV-Strahlen können die Farbe verblassen lassen und das Haar austrocknen. Ein UV-Schutzspray ist im Sommer empfehlenswert.
  • Schonendes Bürsten: Bürsten Sie blondiertes Haar vorsichtig, besonders im nassen Zustand, um Haarbruch zu vermeiden.
  • Regelmäßiges Spitzenschneiden: Um Spliss vorzubeugen und die Spitzen gesund aussehen zu lassen, sollten Sie regelmäßig zum Friseur gehen, auch wenn der Ansatz nicht nachgefärbt werden muss.

Häufig gestellte Fragen zum Ombré-Look

Wie lange hält Ombré?

Da der Ansatz bei Ombré dunkel bleibt und der Farbverlauf sanft ist, wächst der Look sehr natürlich heraus. Ein professionelles Ombré kann 3 bis 6 Monate oder sogar länger halten, bevor eine Auffrischung nötig ist. DIY-Ombré kann bei sorgfältiger Pflege ähnlich lange halten, erfordert aber oft eine frühere Korrektur, wenn das Ergebnis nicht perfekt war.

Ist Ombré schädlich für die Haare?

Jede Aufhellung oder Färbung beansprucht das Haar. Da Ombré jedoch nur die Spitzen betrifft und nicht das gesamte Haar, ist es in der Regel schonender als eine Vollblondierung. Bei unsachgemäßer DIY-Anwendung oder zu häufiger Aufhellung können jedoch Schäden wie Trockenheit, Bruch oder Spliss entstehen.

Kann man Ombré auch bei kurzen Haaren machen?

Ja, Ombré ist auch bei kurzen Haaren möglich, erfordert aber mehr Präzision. Der Übergang muss auf kürzerer Länge noch sanfter gestaltet werden, damit er nicht abrupt wirkt. Hier ist die Expertise eines Friseurs besonders empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen Ombré und Balayage?

Obwohl beide Techniken einen natürlichen Look erzeugen, gibt es einen feinen Unterschied: Ombré konzentriert sich auf einen horizontalen, allmählichen Übergang von dunkel zu hell, wobei die Spitzen am hellsten sind. Balayage hingegen ist eine Freihandtechnik, bei der einzelne Strähnen unregelmäßig aufgetragen werden, um einen sonnengeküssten, natürlichen Effekt zu erzielen, der höher am Kopf beginnen kann und oft weicher und weniger definiert ist als Ombré.

Wie kann ich ein misslungenes DIY-Ombré korrigieren?

Ein misslungenes DIY-Ombré, oft erkennbar an harten Kanten, Gelbstichen oder ungleichmäßigen Farben, sollte am besten von einem professionell ausgebildeten Friseur korrigiert werden. Versuchen Sie nicht, es selbst zu beheben, da dies die Situation verschlimmern könnte. Der Friseur kann die Farbe neutralisieren, den Übergang weicher gestalten oder das Haar neu tönen.

Welche Produkte sollte ich für die Ombré-Pflege verwenden?

Für die optimale Pflege von Ombré-Haar empfiehlt es sich, feuchtigkeitsspendende Shampoos und Conditioner für coloriertes Haar zu verwenden. Spezielle Lila-Shampoos (Silbershampoos) helfen, unerwünschte Gelb- oder Orangestiche in den hellen Partien zu neutralisieren. Haarmasken mit Keratin oder Arganöl spenden intensive Feuchtigkeit und reparieren strapazierte Spitzen. Ein gutes Leave-in-Produkt und Hitzeschutz sind ebenfalls unerlässlich.

Fazit: Ombré – ein Fall für den Profi?

Ombré ist ein wunderschöner und vielseitiger Haartrend, der Ihrem Look neue Lebendigkeit verleihen kann. Während der Gedanke, es selbst zu Hause zu versuchen, verlockend ist, birgt er erhebliche Risiken. Der Schlüssel zu einem perfekten Ombré liegt im sanften Übergang und der präzisen Anwendung – Fähigkeiten, die ein ausgebildeter Friseur meisterhaft beherrscht. Wenn Sie ein makelloses, gesundes und langanhaltendes Ergebnis wünschen, ist die Investition in einen Friseurbesuch die sicherste und lohnendste Option. So können Sie sicher sein, dass Ihr Haar den gewünschten sonnengeküssten Beach-Flair erhält, ohne Kompromisse bei der Haargesundheit eingehen zu müssen.

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