Wie funktioniert das Mischen von Haarfarben?

Haare färben: Wann ist es sicher und erlaubt?

04/07/2021

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Der Wunsch nach einer Typveränderung ist ganz natürlich, und eine neue Haarfarbe kann dabei Wunder wirken. Doch gerade bei jungen Menschen stellt sich oft die Frage: Ab wann darf ich meine Haare überhaupt färben? Und welche Aspekte sollte ich dabei beachten, um meine Haare und meine Gesundheit nicht zu gefährden? Dieser umfassende Leitfaden beleuchtet die wichtigsten Regeln, Risiken und Empfehlungen rund um das Thema Haare färben – von den gesetzlichen Bestimmungen bis hin zu praktischen Tipps für ein glänzendes Ergebnis.

Wann sollte man die Haarfarbe aufhellen?
Eine dunkle Ausgangshaarfarbe muss aufgehellt werden, wenn das Haar einen Farbeffekt wie Balayage oder gar eine verrückte Nuance haben soll. Selbst mit diversen Vorbehandlungen, die das Haar schützen sollen, wird die Schuppenschicht geöffnet, damit Farbmoleküle eindringen und anhaften können. Haare färben geht meist nicht ohne Chemie.
Inhaltsverzeichnis

Die Altersgrenze: Was die Regeln sagen

Bevor du dich in das Abenteuer einer neuen Haarfarbe stürzt, ist es wichtig, die bestehenden Richtlinien und Empfehlungen zu kennen. Es gibt zwar kein explizites gesetzliches Verbot für das Haarefärben bei Minderjährigen, aber eindeutige Hinweise und Empfehlungen, die dem Schutz deiner Gesundheit dienen.

Die EU-Kosmetikverordnung und ihre Auswirkungen

Seit 2011 enthält die EU-Kosmetikverordnung eine wichtige Änderung, die direkte Auswirkungen auf das Haarefärben bei Jugendlichen hat. Hersteller von klassischen Colorationen, direktziehenden Haarfarben und Tönungen sind seither verpflichtet, einen deutlichen Hinweis auf ihren Produkten anzubringen: „Für Personen unter 16 Jahren nicht bestimmt.“ Dies ist eine klare Empfehlung und keine willkürliche Einschränkung. Der Hauptgrund hierfür ist das potenzielle Allergierisiko, das mit den Inhaltsstoffen von Haarfärbemitteln verbunden ist. Die Haut und das Immunsystem junger Menschen sind oft noch empfindlicher und reagieren stärker auf bestimmte Chemikalien.

Die Rolle des Friseurs: Beratung und Verantwortung

Auch wenn es kein generelles Verbot gibt, steht der Friseur als Fachmann in der Pflicht, beratend zur Seite zu stehen. Der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks (ZV) empfiehlt ausdrücklich, Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten mit dauerhaften Färbemitteln zu färben. Viele Friseursalons verlangen sogar einen Altersnachweis oder eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern, um sich rechtlich abzusichern und das Wohl ihrer jungen Kunden zu gewährleisten. Ein verantwortungsbewusster Friseur wird stets die Haarbeschaffenheit beurteilen, die Machbarkeit der Wunschfarbe einschätzen und auf mögliche Risiken hinweisen. Es geht hierbei nicht nur um das Färbeergebnis, sondern primär um die Gesundheit.

Warum die Altersgrenze wichtig ist: Risiken und Gefahren

Die Empfehlung, mit dem Haarefärben bis zum 16. Lebensjahr zu warten, hat handfeste Gründe. Es geht um mehr als nur darum, einen bestimmten Look auszuprobieren. Es geht um deine Gesundheit.

Das Allergierisiko: PPD und andere Chemikalien

Der wohl gravierendste Grund für die Altersbeschränkung ist das hohe Allergierisiko. Viele Haarfärbemittel enthalten chemische Substanzen wie para-Phenylendiamin (PPD). PPD ist ein hochwirksamer Farbstoff, der intensive und langanhaltende Ergebnisse ermöglicht, aber auch schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann. Diese reichen von juckenden Hautausschlägen und Rötungen über Schwellungen im Gesicht und am Haaransatz bis hin zu extremen Fällen wie dem anaphylaktischen Schock, der lebensbedrohlich sein kann. Einmal entwickelte Allergien gegen PPD bleiben oft ein Leben lang bestehen und können auch bei späteren Kontakten mit der Substanz, selbst in geringsten Mengen, ausgelöst werden. Die Haut und das Immunsystem von Jugendlichen sind noch in der Entwicklung und daher anfälliger für die Sensibilisierung gegenüber solchen Chemikalien.

Haarschäden und die Herausforderung des Aufhellens

Besonders das Aufhellen dunkler Haare ist ein chemischer Prozess, der die Haarstruktur stark beansprucht. Um Haare aufzuhellen, muss die äußere Schuppenschicht geöffnet werden, damit die Farbmoleküle eindringen können. Dies geschieht durch aggressive Chemikalien, die das Haar austrocknen, brüchig machen und im schlimmsten Fall sogar zu Haarbruch führen können. Auch wenn es diverse Vorbehandlungen und Pflegeprodukte gibt, die das Haar schützen sollen, ist das Färben und insbesondere das Aufhellen immer ein Eingriff, der das Haar strapaziert. Bei jungen, oft noch sehr feinen und unbehandelten Haaren können die Schäden besonders ausgeprägt sein.

Langfristige Gesundheitsbedenken

Obwohl die Studienlage noch nicht abschließend ist, gibt es Hinweise darauf, dass häufiges Färben der Haare mit bestimmten Chemikalien langfristig mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, wie Blasen- oder Brustkrebs, in Verbindung gebracht werden könnte. Es ist wichtig, sich dieser potenziellen Risiken bewusst zu sein und, wo möglich, auf weniger aggressive Produkte oder natürliche Alternativen zurückzugreifen.

Hormonelle Einflüsse und das Färbeergebnis

Ein weniger bekanntes Phänomen ist der Einfluss hormoneller Schwankungen auf das Färbeergebnis. Während der Periode sind viele Frauen nicht nur körperlich und psychisch sensibler, sondern auch die Haare können anders auf die chemischen Inhaltsstoffe reagieren. Es wird oft empfohlen, das Haarefärben während dieser Zeit zu vermeiden, da das Ergebnis unerwartet ausfallen oder die Farbe nicht optimal angenommen werden könnte. Die Chemikalien reagieren möglicherweise anders mit dem Haar, was zu einem ungleichmäßigen oder nicht dem Wunsch entsprechenden Ergebnis führen kann.

Wann darf mein Kind bereits Haare färben?
In diesem Artikel gehen wir im Detail auf diese Frage ein und beantworten Ihnen, ob Ihr Kind bereits Haare färben darf oder nicht. Haare färben sollte man frühestens ab dem 16. Lebensjahr, obwohl es per Gesetz nicht verboten ist, sich die Haare bereits mit unter 16 Jahren zu färben.

Alternativen und sichere Wege zur Farbveränderung

Wenn du noch nicht 16 bist oder einfach eine schonendere Methode bevorzugst, gibt es gute Alternativen, um deinem Haar einen neuen Look zu verleihen, ohne die Risiken einer permanenten Coloration einzugehen.

Tönungen und temporäre Farben

Im Gegensatz zu permanenten Haarfarben dringen Tönungen nicht tief in die Haarstruktur ein, sondern lagern sich lediglich auf der Oberfläche ab. Sie waschen sich mit der Zeit aus und sind daher eine weniger aggressive Option. Es gibt auch spezielle Tönungen oder direktziehende Farben, die explizit für Jugendliche geeignet sind und weniger bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Auch diese Produkte sollten jedoch auf mögliche Allergien getestet werden und idealerweise unter Aufsicht angewendet werden.

Highlights und Strähnchen

Eine weitere beliebte Methode, die oft schon ab 14 Jahren angeboten wird, sind Strähnchen oder Highlights. Hierbei wird nur ein Teil der Haare behandelt, was die Gesamtbelastung für das Haar reduziert. Techniken wie Balayage oder sanfte Highlights können deinem Haar einen sonnengeküssten Look verleihen, ohne eine komplette Farbveränderung vorzunehmen.

Naturprodukte und Pflanzenfarben

Für eine wirklich schonende Farbveränderung bieten sich Haarfarben auf Naturbasis oder Pflanzenfarben an, wie zum Beispiel Henna. Diese Produkte enthalten weniger oder gar keine synthetischen Chemikalien und sind daher oft haut- und haarschonender. Allerdings gibt es hier Einschränkungen: Das Farbergebnis fällt meist weniger intensiv aus, und ein Aufhellen der Haare ist mit Naturfarben nur bedingt oder gar nicht möglich. Auch bei Naturprodukten kann es zu allergischen Reaktionen kommen, daher ist ein Patch-Test immer ratsam.

Das Salonerlebnis ohne Farbe

Manchmal bewirkt schon eine professionelle Pflegebehandlung oder ein neues Styling einen enormen Unterschied. Ein Friseur kann dir mit einer tiefenwirksamen Kur, einem neuen Schnitt oder einem aufwendigen Styling einen ganz neuen Look zaubern, der dich strahlen lässt, ohne dass chemische Farben zum Einsatz kommen. Ein Profi-Treatment kann das Haar stärken, ihm Glanz verleihen und die Haarstruktur verbessern.

Der Weg zum Wunschlook: Vertrauen und Geduld

Egal ob du dich für eine Coloration oder eine schonendere Alternative entscheidest, der Weg zum Wunschlook erfordert gute Planung und manchmal auch Geduld.

Die Bedeutung der professionellen Beratung

Der Friseur ist dein bester Ansprechpartner, wenn es um Haarfarben geht. Er kann deine individuelle Haarbeschaffenheit beurteilen, die Machbarkeit deiner Wunschfarbe einschätzen und dich umfassend über Risiken und Pflege aufklären. Er wird dir realistische Erwartungen an das Endergebnis vermitteln und dich auch über die Kosten informieren, denn eine professionelle Coloration ist nicht billig. Scheue dich nicht, alle deine Fragen zu stellen!

Was tun, wenn das Ergebnis nicht gefällt?

Manchmal bereut man eine Typveränderung. Solltest du mit dem Ergebnis deiner Haarfarbe unzufrieden sein, ist Geduld gefragt. Ein guter Friseur wird frisch gefärbte Haare nicht sofort wieder „zurückfärben“, da dies die Haarstruktur massiv schädigen würde. Gib deinem Haar Zeit zur Regeneration und pflege es intensiv mit Kuren und Masken. Besprich mit deinem Friseur, welche schonenden Korrekturen oder Übergangslösungen möglich sind.

Wie oft sollte man Haare nachfärben?

Um dein Haar gesund zu halten und die Kopfhaut zu schonen, empfiehlt es sich, den Ansatz höchstens alle sechs bis acht Wochen nachzufärben. Die Häufigkeit hängt natürlich davon ab, wie schnell deine Haare wachsen und wie stark der Kontrast zwischen deiner Naturhaarfarbe und der gefärbten Farbe ist. Zu häufiges Färben kann zu Schäden führen, da das Haar immer wieder den chemischen Prozessen ausgesetzt wird. Eine gute Haarpflege ist hier das A und O.

Was muss ich beim Färben von Haaren bei Minderjährigen beachten?
Sollen dennoch die Haare bei Minderjährigen gefärbt oder getönt werden, muss sich der Friseur dafür die schriftliche Einverständniserklärung der Eltern holen. So ist der Friseur im Falle von auftretenden Problemen, die mit dem Färben in Verbindung stehen, abgesichert.

Vergleich: Friseur vs. Drogerieprodukte

Die Entscheidung, ob man die Haare zu Hause mit Drogerieprodukten färbt oder einen professionellen Friseur aufsucht, ist eine wichtige. Hier sind die Vor- und Nachteile im Überblick:

MerkmalFriseurDrogerieprodukte
Sicherheit & GesundheitProfessionelle Beratung, Allergietest, Expertise bei Anwendung, Kenntnis der Produkte, Minimierung von Risiken.Keine persönliche Beratung, Risiko bei falscher Anwendung, Allergietest muss selbst durchgeführt werden, potenziell stärkere Reaktionen.
FarbergebnisMaßgeschneiderte Farbmischung, Berücksichtigung der Ausgangshaarfarbe und -struktur, präzises und gleichmäßiges Ergebnis.Standardisierte Farben, Ergebnis kann stark von der Abbildung abweichen, ungleichmäßige Ergebnisse, besonders bei komplexen Wünschen (Balayage, Aufhellung).
HaarqualitätVerwendung hochwertiger Produkte, Schutzbehandlungen, professionelle Pflegeempfehlungen, Schonung der Haarstruktur.Qualität variiert, oft aggressiver, keine personalisierte Pflege während des Prozesses, höheres Risiko von Haarschäden.
AnwendungProfessionelle und gleichmäßige Anwendung, auch an schwer erreichbaren Stellen.Selbstanwendung kann schwierig sein, besonders am Hinterkopf, ungleichmäßige Verteilung möglich.
KostenIn der Regel teurer, da Service, Expertise und hochwertige Produkte bezahlt werden.Günstiger in der Anschaffung, aber Folgeschäden oder Korrekturen können teuer werden.
KorrekturmöglichkeitenFriseur kann bei unzufriedenstellendem Ergebnis professionelle Korrekturen vornehmen.Korrekturen zu Hause schwierig und oft schädlich, Friseurbesuch zur Korrektur oft unumgänglich.

Auch wenn Haarfarben aus dem Drogeriemarkt qualitativ immer besser werden, bleibt die professionelle Vorhersage des Endergebnisses und die Sicherheit der Anwendung beim Friseur unübertroffen. Wenn du dich für die Drogerie-Option entscheidest, solltest du unbedingt die Anweisungen genau befolgen, einen Allergietest durchführen und idealerweise jemanden um Hilfe bitten, der Erfahrung damit hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welchem Alter darf ich meine Haare färben?

Die offizielle Empfehlung lautet, Haare erst ab 16 Jahren zu färben. Dies ist auf die EU-Kosmetikverordnung zurückzuführen, die besagt, dass Haarfärbemittel „für Personen unter 16 Jahren nicht bestimmt“ sind, hauptsächlich wegen des Allergierisikos.

Warum ist Haare färben unter 16 Jahren gefährlich?

Unter 16 Jahren ist die Haut und das Immunsystem von Jugendlichen noch empfindlicher und anfälliger für allergische Reaktionen auf chemische Inhaltsstoffe wie PPD (para-Phenylendiamin), die in vielen Haarfärbemitteln enthalten sind. Solche Allergien können schwerwiegend sein und ein Leben lang bestehen bleiben.

Darf mein Friseur meine Haare färben, wenn ich unter 16 bin?

Viele Friseure halten sich an die Empfehlung des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks und lehnen das Färben bei unter 16-Jährigen ohne Zustimmung der Eltern ab oder färben gar nicht. Sie tun dies aus Haftungsgründen und zum Schutz deiner Gesundheit. Eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern kann in Ausnahmefällen erforderlich sein.

Gibt es sichere Alternativen für Jugendliche, die ihre Haarfarbe ändern möchten?

Ja, es gibt schonendere Alternativen. Dazu gehören auswaschbare Tönungen, Strähnchen oder Highlights, die weniger aggressiv sind und sich mit der Zeit auswaschen. Auch Haarfarben auf Naturbasis oder Pflanzenfarben wie Henna können eine Option sein, jedoch mit Einschränkungen bezüglich Intensität und Aufhellung.

Wie oft sollte ich meine Haare nachfärben?

Um das Haar und die Kopfhaut zu schonen, wird empfohlen, den Ansatz höchstens alle sechs bis acht Wochen nachzufärben. Zu häufiges Färben kann das Haar strapazieren und schädigen.

Sollte man Haare während der Periode färben?

Es wird oft empfohlen, das Haarefärben während der Periode zu vermeiden. Hormonelle Schwankungen können die Reaktion der Haare auf die Chemikalien beeinflussen, was zu einem unerwarteten oder ungleichmäßigen Färbeergebnis führen kann. Es ist besser, ein paar Tage zu warten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Fazit: Sicherheit geht vor Schönheit

Der Wunsch nach einer neuen Haarfarbe ist verständlich und kann sehr reizvoll sein. Doch gerade bei jungen Menschen sollte die Gesundheit immer Vorrang haben. Die Empfehlung, mit dem Färben der Haare bis zum 16. Lebensjahr zu warten, ist keine Schikane, sondern eine wichtige Schutzmaßnahme gegen ernsthafte allergische Reaktionen und Haarschäden. Sprich immer offen mit deinen Eltern und einem professionellen Friseur. Sie können dich umfassend beraten, realistische Erwartungen vermitteln und dir helfen, die sicherste und beste Methode für deinen individuellen Wunschlook zu finden. Ob es eine sanfte Tönung, stylische Strähnchen oder eine intensive Coloration ist – mit der richtigen Herangehensweise und Geduld kannst du deine Haarträume auf sichere Weise verwirklichen.

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