Was ist eine Henna Paste?

Henna: Naturwunder für Glanzvolles Haar?

18/09/2025

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Als ich mir mit 17 Jahren das erste Mal rotes Henna gekauft habe, hatte ich aschblondes Haar und war sehr unzufrieden mit dem faden Look – traute mich aber nicht an chemische Haarfarben ran. Stattdessen färbte ich meine Haare noch am selben Nachmittag mit dem Pflanzenpulver und war verzaubert ... obwohl die Prozedur anfangs nicht ohne Probleme ablief! Haare färben mit Henna kann nämlich eine echte Sauerei sein, wenn man nicht weiß, wie es geht. Außerdem sollte man wissen, welches Ergebnis man mit dem pflanzlichen Farbstoff erzielen möchte. Ich wollte meine Haare in einem satten Rot färben, doch nach dem ersten Mal Haare färben hatten die Haare "nur" einen sanften Rotschimmer bekommen. Im Laufe der Zeit lernte ich, wie man besser mit Henna umgeht und was man sich davon erwarten kann. Mittlerweile habe ich sowohl mit Henna als auch chemischen Haarfarben gearbeitet und weiß, dass meine Haare nach einer Bearbeitung mit Henna wesentlich gesünder sind! Damit ihr auch von der Pflanzenhaarfarbe profitieren könnt, kommen hier all meine Tipps und Tricks.

Was sind die Nachteile von Haarfarbe?
Industriell hergestellte Haarfarbe hat oft viele Nachteile: Sie greift die Haarstruktur an, kann krebserregende Stoffe beinhalten und unter Umständen können einige Inhaltsstoffe allergische Reaktionen verursachen. Alternativ kann man auch einfach pflanzliche Mittel verwenden und so auf natürlichem Wege die Haare färben.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Henna überhaupt? Ein Blick auf die Natur

Henna, wissenschaftlich bekannt als Lawsonia inermis, ist eine Pflanze, die seit Tausenden von Jahren für ihre färbenden Eigenschaften geschätzt wird. Ursprünglich aus den heißen, trockenen Regionen Afrikas, des Nahen Ostens und Indiens stammend, wird Henna traditionell nicht nur zum Färben von Haaren, sondern auch von Haut und Nägeln verwendet. Der Farbstoff, der für die rote bis orangefarbene Tönung verantwortlich ist, nennt sich Lawsone. Dieses Molekül bindet sich an das Keratin im Haar und bildet eine schützende Schicht um jede einzelne Strähne. Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben, die die Haarstruktur aufbrechen, um Farbpigmente einzuschleusen, legt sich Henna nur um das Haar herum. Dies ist der Hauptgrund, warum Haare nach einer Henna-Behandlung oft kräftiger und glänzender wirken.

Es ist wichtig zu verstehen, dass reines Henna immer einen rötlichen Farbton erzeugt. Produkte, die als „schwarzes Henna“ oder „braunes Henna“ verkauft werden, enthalten oft zusätzliche Inhaltsstoffe wie Indigo, Cassia oder auch chemische Zusätze wie PPD (Paraphenylendiamin), die schwere allergische Reaktionen hervorrufen können. Für die Haargesundheit ist es daher entscheidend, auf reines, naturreines Henna zu achten, das lediglich aus dem getrockneten und gemahlenen Blatt der Hennapflanze besteht.

Henna vs. Chemische Haarfarben: Der große Vergleich

Die Entscheidung zwischen Henna und chemischen Haarfarben ist oft eine Frage der Prioritäten. Während chemische Farben eine breitere Farbpalette und eine schnellere Anwendung bieten, punktet Henna mit seinen pflegenden Eigenschaften und der natürlichen Zusammensetzung. Hier ist ein Vergleich, der Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen kann:

MerkmalHenna (Pflanzenhaarfarbe)Chemische Haarfarbe
WirkungsweiseLagert sich um das Haar, versiegelt die Kutikula.Dringt in das Haar ein, verändert die Haarstruktur.
HaargesundheitVerbessert Glanz, Volumen und Stärke; pflegt das Haar.Kann das Haar austrocknen, strapazieren, Spliss verursachen.
FarbpaletteRötliche Töne (von Kupfer bis Mahagoni), abhängig von Ausgangsfarbe und Einwirkzeit. Keine Aufhellung möglich.Breite Palette von Blond bis Schwarz, inklusive Aufhellung.
GrauabdeckungDeckt graue Haare ab, oft in einem leuchtenderen Rotton.Deckt graue Haare zuverlässig ab, oft in einem einheitlicheren Ton.
AnwendungAufwendiger, längere Einwirkzeit, kann unordentlich sein.Schneller, einfacher in der Anwendung.
HaltbarkeitSehr dauerhaft, wächst heraus, verblasst kaum.Dauerhaft (permanente Farben) oder temporär (Tönungen), verblasst oder wäscht sich aus.
GeruchErdig, pflanzlich, oft als Heu-ähnlich beschrieben.Chemisch, oft ammoniakhaltig.
AllergienSelten, bei reinem Henna.Häufiger, insbesondere bei PPD.
UmweltaspektBiologisch abbaubar, nachhaltiger.Chemikalien belasten das Abwasser.

Die richtige Anwendung von Henna: Schritt für Schritt zum Traumrot

Die Anwendung von Henna mag auf den ersten Blick kompliziert wirken, aber mit ein paar Tipps wird es zum Kinderspiel. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung und etwas Geduld.

1. Vorbereitung ist alles

  • Haare waschen: Waschen Sie Ihre Haare gründlich mit einem silikonfreien Shampoo. Verwenden Sie keine Spülung oder Haarkur, da diese eine Schicht bilden könnten, die die Aufnahme der Farbe behindert.
  • Schutzmaßnahmen: Henna färbt alles, was es berührt. Ziehen Sie alte Kleidung an, legen Sie Handtücher um Ihre Schultern und tragen Sie Handschuhe (Einweghandschuhe sind meist dabei). Cremen Sie Ihren Haaransatz, Ohren und Nacken mit einer fetthaltigen Creme (z.B. Vaseline) ein, um Hautverfärbungen zu vermeiden.
  • Das Pulver anrühren: Geben Sie das Hennapulver in eine nicht-metallische Schüssel (Glas oder Keramik). Mischen Sie es langsam mit warmem Wasser, starkem Schwarztee oder Kamillentee (für goldene Reflexe) zu einer joghurtähnlichen Konsistenz. Manche schwören auf einen Schuss Essig oder Zitronensaft, um die Farbe besser freizusetzen und für mehr Glanz zu sorgen. Lassen Sie die Mischung idealerweise einige Stunden (oder über Nacht) abgedeckt ruhen, damit der Farbstoff freigesetzt wird.

2. Die Anwendung

  • Teilen Sie Ihr Haar in mehrere Abschnitte auf.
  • Beginnen Sie am Ansatz und arbeiten Sie sich Strähne für Strähne bis in die Spitzen vor. Tragen Sie die Henna-Mischung großzügig und gleichmäßig auf.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Haare gut bedeckt sind.
  • Wickeln Sie Ihr Haar fest zu einem Dutt und bedecken Sie es mit einer Duschhaube oder Frischhaltefolie. Dies hält die Wärme und Feuchtigkeit, was die Farbentwicklung fördert.

3. Einwirkzeit und Ausspülen

  • Die Einwirkzeit variiert je nach gewünschter Farbintensität und Haartyp. Sie kann zwischen 1 und 4 Stunden liegen, manchmal auch länger. Für ein intensives Rot sind 2-3 Stunden oft ideal.
  • Spülen Sie das Henna gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist. Dies kann eine Weile dauern und ist oft der "unordentlichste" Teil der Prozedur. Verwenden Sie kein Shampoo direkt nach dem Ausspülen, da sich die Farbe in den nächsten 48 Stunden noch entwickeln wird. Eine Spülung kann helfen, die Haare zu entwirren.
  • Lassen Sie Ihr Haar an der Luft trocknen oder föhnen Sie es vorsichtig. Die volle Farbe entwickelt sich oft erst nach 24-48 Stunden.

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Henna färbt nicht wie eine chemische Farbe, die das Haar komplett umfärbt. Vielmehr legt es sich wie ein transparenter Film um jede einzelne Haarsträhne und verbindet sich mit dem natürlichen Farbton. Das bedeutet, das Ergebnis ist immer eine Kombination aus Ihrer Ausgangshaarfarbe und dem Rot des Hennas. Auf hellem Haar (wie meinem aschblonden Haar damals) entstehen leuchtende Kupfer- oder Orangerottöne. Auf dunklerem Haar sind die Rottöne eher dezent, als wunderschöner Mahagoni-Schimmer sichtbar, besonders im Sonnenlicht. Graue Haare nehmen die Farbe oft sehr intensiv an und leuchten dann in einem kräftigen Rot.

Je öfter Sie Henna anwenden, desto intensiver und tiefer wird der Rotton, da sich die Pigmente Schicht für Schicht aufbauen. Dies ist ein Vorteil für diejenigen, die eine allmähliche Farbveränderung wünschen und die Pflanzenhaarfarbe als Pflege nutzen möchten.

Mythen und Wahrheiten über Henna

Um Henna ranken sich viele Mythen, die oft auf Unwissenheit oder schlechten Erfahrungen mit minderwertigen Produkten basieren. Hier ein paar Klarstellungen:

  • Mythos: Henna trocknet die Haare aus.
    Wahrheit: Reines Henna trocknet die Haare nicht aus. Im Gegenteil, es versiegelt die Kutikula und kann sogar Feuchtigkeit einschließen. Ein trockenes Gefühl direkt nach dem Ausspülen kann auftreten, legt sich aber nach dem Trocknen und der Entwicklung der Farbe.
  • Mythos: Nach Henna kann man nicht mehr chemisch färben.
    Wahrheit: Das ist nur teilweise richtig und hängt stark vom verwendeten Henna ab. Reines Henna macht es lediglich schwieriger, das Haar aufzuhellen, da die Farbschicht sehr hartnäckig ist. Wenn das Henna jedoch Metallsalze enthält (was bei billigen Produkten vorkommen kann), kann es zu einer chemischen Reaktion mit synthetischen Farben kommen, die das Haar schädigen kann. Achten Sie auf reines Henna!
  • Mythos: Henna deckt graue Haare nicht ab.
    Wahrheit: Henna deckt graue Haare sehr gut ab, oft sogar intensiver als das restliche Haar, was zu schönen Highlights führen kann.
  • Mythos: Henna riecht unangenehm.
    Wahrheit: Der Geruch von Henna ist erdig und pflanzlich, ähnlich wie Heu oder Spinat. Manche mögen ihn nicht, aber er ist nicht chemisch oder beißend und verfliegt nach kurzer Zeit.

Häufig gestellte Fragen zu Henna

Kann ich Henna auf blondiertem oder chemisch behandeltem Haar verwenden?
Ja, aber mit Vorsicht. Bei blondiertem Haar kann das Ergebnis sehr intensiv und orange werden. Ein Probesträhnchen ist immer ratsam. Stellen Sie sicher, dass Ihr Henna frei von Metallsalzen ist, um unerwünschte Reaktionen mit früheren chemischen Behandlungen zu vermeiden.
Wie oft kann ich meine Haare mit Henna färben?
So oft Sie möchten! Da Henna das Haar nicht schädigt, können Sie es alle paar Wochen anwenden, um den Ansatz nachzufärben oder die Farbe zu intensivieren.
Wie lange hält die Henna-Farbe im Haar?
Henna ist sehr dauerhaft und wäscht sich kaum aus. Die Farbe verblasst im Allgemeinen nicht, sondern wächst mit dem Haar heraus. Das bedeutet, Sie müssen regelmäßig den Ansatz nachfärben.
Wird mein Haar rot, wenn ich Henna benutze?
Ja, reines Henna wird immer einen rötlichen Ton auf dem Haar hinterlassen. Die Intensität und der genaue Rotton hängen von Ihrer Ausgangshaarfarbe und der Einwirkzeit ab.
Kann ich Henna mit anderen pflanzlichen Farben mischen?
Ja, Henna wird oft mit Indigo (für braune oder schwarze Töne) oder Cassia (für goldene Töne oder zur Pflege ohne starke Farbwirkung) gemischt, um eine größere Farbvielfalt zu erzielen. Achten Sie auch hier auf die Reinheit der Produkte.

Pflege nach der Henna-Färbung

Auch wenn Henna das Haar pflegt, ist die richtige Nachpflege entscheidend, um den Glanz und die Gesundheit zu erhalten. Vermeiden Sie in den ersten 48 Stunden nach der Färbung Shampoo, damit sich die Farbe vollständig entwickeln kann. Danach können Sie Ihre üblichen Haarpflegeprodukte verwenden. Milde Shampoos und Spülungen ohne Sulfate und Silikone sind ideal, um die Farbe zu schonen und das Haar nicht unnötig zu beschweren. Regelmäßige Haarmasken, insbesondere feuchtigkeitsspendende, können dazu beitragen, dass Ihr Haar weiterhin gesund und strahlend bleibt. Henna kann das Haar etwas "griffiger" machen, was für feines Haar von Vorteil ist, für sehr trockenes Haar aber zusätzliche Feuchtigkeitspflege erfordern kann.

Fazit: Ist Henna wirklich gut für die Haare?

Basierend auf meiner persönlichen Erfahrung und den Eigenschaften der Pflanze kann ich mit voller Überzeugung sagen: Ja, Henna ist wirklich gut für die Haare! Es ist eine wunderbare natürliche Alternative zu chemischen Haarfarben, die nicht nur eine wunderschöne, dauerhafte Farbe verleiht, sondern das Haar auch von innen heraus stärkt und pflegt. Es verleiht dem Haar einen unglaublichen Glanz und ein Gefühl von Fülle, das man mit chemischen Produkten oft vermisst.

Der Weg zum perfekten Henna-Ergebnis mag anfangs etwas Übung erfordern und es ist wichtig, sich auf die rötlichen Farbtöne einzulassen. Doch wer Geduld mitbringt und die Eigenheiten dieser faszinierenden Pflanze versteht, wird mit gesundem, kräftigem und strahlendem Haar belohnt. Die Tatsache, dass Henna ohne schädliche Chemikalien auskommt und die Umwelt schont, macht es zu einer noch attraktiveren Wahl für alle, die Wert auf Nachhaltigkeit und ihre eigene Haargesundheit legen. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von der Magie des Hennas verzaubern – Ihr Haar wird es Ihnen danken!

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