07/03/2018
Strähnchen im Haar sind eine wunderbare Möglichkeit, dem eigenen Look mehr Tiefe, Lebendigkeit und Ausdruck zu verleihen. Ob als sanfte Lichtreflexe in blondem Haar, um erstes Grau elegant zu kaschieren, oder als mutige Farbakzente von Rot bis Lila, die dem Schopf eine ganz neue Dynamik geben – die Wirkung von Highlights ist unbestreitbar. Sie können ein gefärbtes Einerlei auf dem Kopf aufpeppen oder ungeliebtes Straßenköterbraun in etwas Besonderes verwandeln. Kurz gesagt: Schöne Strähnchen machen in jedem Alter mehr aus dem Schopf und sind ein beliebtes Mittel zur individuellen Haarverschönerung. Doch die Frage, die sich viele stellen, ist: Lohnt sich der Gang zum Friseur, oder kann man mit Do-it-yourself-Produkten zu Hause ein ähnliches Ergebnis erzielen und dabei Geld sparen? Die Antwort ist komplexer, als man vielleicht annimmt, und unser umfassender Blick auf Testergebnisse und Erfahrungen wird Ihnen dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

- Strähnchen beim Friseur: Komfortabel, aber mit hohen Kosten verbunden
- Strähnchen zu Hause färben: Eine verlockende, aber herausfordernde Alternative
- Testergebnisse der DIY-Produkte: Ernüchternde Erkenntnisse
- Farbgenauigkeit: Der größte Schwachpunkt bei DIY-Produkten
- Vergleich: Friseursträhnchen vs. DIY-Strähnchen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Strähnchen
- Fazit: Die Wahl zwischen Aufwand und Ergebnis
Strähnchen beim Friseur: Komfortabel, aber mit hohen Kosten verbunden
Der Besuch beim Friseur für Strähnchen bietet unbestreitbare Vorteile: professionelle Beratung, präzise Anwendung und ein in der Regel makelloses Ergebnis. Friseure verfügen über das nötige Fachwissen, um die richtige Farbnuance und Technik für Ihren Haartyp und Ihre Ausgangsfarbe auszuwählen. Sie können auch schwer erreichbare Stellen wie den Hinterkopf problemlos bearbeiten. Diese Professionalität hat jedoch ihren Preis. Für die arbeitsintensive Prozedur der Strähnchenfärbung berechnet ein Friseur je nach Haarlänge und Aufwand in der Regel zwischen 20 und 40 Euro, oft sogar mehr. Für viele stellt dies eine erhebliche Investition dar, die sich im Laufe der Zeit summiert, besonders wenn regelmäßige Auffrischungen notwendig sind. Die hohen Kosten sind oft der Hauptgrund, warum sich viele Menschen nach Alternativen umsehen und überlegen, Strähnchen selbst zu färben.
Strähnchen zu Hause färben: Eine verlockende, aber herausfordernde Alternative
Angesichts der Friseurpreise erscheint die Idee, Strähnchen selbst zu färben, äußerst attraktiv. Für den Betrag, den man für einen einzigen Friseurbesuch ausgibt, könnte man sich theoretisch mehrmals selbst Strähnchen setzen. Doch die Eigeninitiative birgt Tücken. Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis ist vor allem eines: Geduld. Das Auftragen der Produkte, insbesondere das präzise Ziehen einzelner Strähnen durch eine Haube am Hinterkopf mit einer Häkelnadel, erfordert Geschick und Zeit. Oft ist die Hilfe einer Freundin oder eines Familienmitglieds unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Strähnchen gleichmäßig und an den gewünschten Stellen platziert werden. Unser umfassender Test von 15 teils sehr unterschiedlichen Produkten zum Selbermachen hat jedoch gezeigt, dass die Eigeninitiative in vielen Fällen kaum ermutigend ist und die Erwartungen oft nicht erfüllt werden können. Die Qualität der Ergebnisse variiert stark.
Testergebnisse der DIY-Produkte: Ernüchternde Erkenntnisse
Die Stiftung Warentest, bekannt für ihre unabhängigen und objektiven Tests, hat 15 Produkte zum Selbermachen von Strähnchen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war ernüchternd: Nur zwei der getesteten Produkte erhielten die Bewertung „gut“, und selbst diese nur mit Abstrichen. Dies unterstreicht die Schwierigkeiten, die Verbraucher beim Selberfärben von Strähnchen haben. Die große Mehrheit der Produkte konnte nicht überzeugen, was zu Enttäuschungen und unerwünschten Ergebnissen führen kann.
Blondierungen: Oft gelbstichig und ungleichmäßig
Von den acht reinen Blondierprodukten im Test erhielten nur zwei die Note „gut“. Dies ist besonders kritisch, da Blondierungen darauf abzielen, das Haar aufzuhellen und klare, leuchtende Strähnen zu erzeugen. Hinter diesen durchschnittlichen Noten verbergen sich oft unbefriedigende Ergebnisse: Es kam immer wieder vor, dass das neue Blond einen unerwünschten Gelbstich oder sogar einen Rotschimmer aufwies. Dies deutet darauf hin, dass diese Produkte individuelle Unterschiede in der Haarstruktur und -farbe nur begrenzt ausgleichen können. Selbst Produkte wie L'Oréal Hi-Light Iced Champagne, das eine „gute“ Farbgenauigkeit versprach, zeigte gelegentliche Abweichungen Richtung Gelb, insbesondere wenn dunkleres Haar blondiert wurde. Manchmal war auch kaum ein Effekt zu sehen, oder die Strähnen wurden nicht gleichmäßig. Ein häufiger Grund dafür war, dass sich die Blondieremulsion schwer verteilen ließ. Im Extremfall konnte sich das flüssige Gemisch unkontrolliert ausbreiten und regelrechte blonde Flecken am Haaransatz hinterlassen, wie es beispielsweise bei Schwarzkopf Poly Blonde M3 Ultra beobachtet wurde. Eine ungleichmäßige Verteilung führt zu einem fleckigen und unprofessionellen Ergebnis.
Färbungen: Meist daneben und mangelnde Haltbarkeit
Produkte, die Strähnchen färben sollen, lieferten im Test ebenfalls keine exakteren Ergebnisse; im Gegenteil, sie enttäuschten oft. Mit dem Wild Red von Schwarzkopf fielen die Strähnchen eher dunkel aus, anstatt „aufregend leuchtend“ zu sein, wie angekündigt. Das versprochene schrille Pink von smart beauty highlights war oft nur ein schwaches Rosa. Hinzu kam, dass die Farbe nicht lange hielt und bereits nach zwei Wochen stark ausgewaschen war. Dies bedeutet, dass der Aufwand für das Selberfärben schnell zunichtegemacht wird, wenn das Farbergebnis nicht stimmt und die Haltbarkeit zu wünschen übrig lässt.
Färben plus Blondieren: Der aufwendige und enttäuschende Prozess
Besonders aufwendig sind Produkte, die sowohl eine Grundfärbung als auch eine anschließende Strähnchenblondierung versprechen. Nachdem man die neun bis zehn Einzelteile des Produkts sortiert hat, stehen mehrere Arbeitsgänge an: Zuerst wird das Haar gefärbt, danach werden die Strähnchen blondiert und anschließend mit einem Pflegeprodukt behandelt, um die aufgequollenen Haare besser kämmbar zu machen. Dieser Prozess ist sehr zeitintensiv, da sowohl die Färbeemulsion als auch die Blondieremulsion 20 bis 30 Minuten oder länger einwirken müssen. Die vier getesteten Haarfarben mit Strähnchenaufhellung, die Karamell, Glutrot, Mittelblond oder Intensivrot versprachen, konnten ebenfalls nicht überzeugen. Nur das Schwarzkopf Intensivrot traf den Ton der Grundfarbe „gut“, färbte aber die Kopfhaut ein und auf Textilien deutlich ab. Das Produkt für Mittelblond lag von Anfang an farblich daneben. Das Fazit für beide Schwarzkopf-Produkte lautete hier „ausreichend“. Das Duo-Produkt, das gleichzeitig zweifarbige Strähnchen setzen sollte, funktionierte überhaupt nicht wie versprochen.
Farbgenauigkeit: Der größte Schwachpunkt bei DIY-Produkten
Ein wiederkehrendes Problem bei fast allen getesteten DIY-Produkten war die mangelnde Farbgenauigkeit. Schöne Strähnen rücken in weite Ferne, wenn schon die Farbe nicht stimmt. Dies wurde im Test bei 40 Frauen und zusätzlich im Laborversuch an Strähnen beurteilt. Als Vergleichsmaßstab dienten die Farbskalen auf der Verpackung, die zeigen sollen, für welche Haarfarbe das Produkt gedacht ist und wie die Strähnen damit aussehen sollen. Fehlten solche Skalen, wurde das Foto gesträhnter Frauen auf der Verpackung zur Beurteilung herangezogen – eine magere Informationsgrundlage, besonders wenn auch verbale Hinweise fehlen. Bei Garnier Cristal Blond musste man beispielsweise erst die Packung öffnen, um zu erfahren, für welche Haarfarbe das Produkt eigentlich gedacht ist. Diese mangelnde Transparenz und die unzuverlässige Farbangabe erschweren die Kaufentscheidung erheblich und tragen maßgeblich zu Enttäuschungen bei den Anwendern bei.

Vergleich: Friseursträhnchen vs. DIY-Strähnchen
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Aspekte von Friseursträhnchen und DIY-Strähnchen in einer vergleichenden Tabelle zusammengefasst:
| Merkmal | Friseursträhnchen | DIY-Strähnchen (Selbermachen) |
|---|---|---|
| Kosten | Hoch (20-40€+, je nach Aufwand) | Niedrig (ca. 5-15€ pro Produkt) |
| Ergebnisqualität | Sehr hoch, professionell, präzise | Oft ungleichmäßig, fleckig, ungenaue Farbe |
| Farbgenauigkeit | Sehr hoch, individuelle Anpassung | Gering, oft Abweichungen (Gelbstich, Rotschimmer) |
| Zeitaufwand | Mittel (Friseurtermin + Behandlung) | Hoch (Vorbereitung, Anwendung, Einwirkzeit, Nachbehandlung) |
| Benötigte Hilfe | Keine, alles wird vom Profi gemacht | Oft Hilfe am Hinterkopf nötig |
| Risiko von Fehlern | Gering | Hoch (Flecken, ungleichmäßige Aufhellung, falsche Farbe) |
| Haltbarkeit der Farbe | Gut, bei Färbungen oft langanhaltender | Bei Färbungen oft gering, schnell ausgewaschen |
| Pflege nachher | Friseur gibt Empfehlungen | Wichtig, um Haare kämmbar zu machen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Strähnchen
Wie lange halten Strähnchen?
Die Haltbarkeit von Strähnchen hängt von mehreren Faktoren ab: der Art der Strähnchen (Blondierung oder Färbung), der Haarstruktur, der Pflege und dem Haarwachstum. Blondierte Strähnchen sind dauerhaft, sie wachsen lediglich heraus und müssen am Ansatz nachgearbeitet werden. Gefärbte Strähnchen können je nach Produkt und Farbton nach einigen Wochen verblassen oder sich auswaschen, wie der Test bei smart beauty highlights zeigte, wo die Farbe schon nach zwei Wochen stark ausgewaschen war. Im Allgemeinen sollten Sie mit einer Auffrischung alle 6-12 Wochen rechnen, je nachdem, wie schnell Ihr Haar wächst und wie stark der Kontrast zum Ansatz ist.
Kann ich Strähnchen selbst entfernen?
Nein, Strähnchen können nicht einfach „entfernt“ werden. Blondierte Strähnchen sind eine chemische Veränderung der Haarstruktur. Sie können lediglich überfärbt werden, um den Kontrast zu mindern oder zu kaschieren. Dies sollte idealerweise von einem Fachmann durchgeführt werden, um unerwünschte Farbergebnisse wie Grünstich oder zu dunkle Töne zu vermeiden. Gefärbte Strähnchen verblassen mit der Zeit, können aber auch überfärbt werden.
Was tun bei gelbstichigen Strähnchen nach dem Selberfärben?
Ein Gelbstich ist ein häufiges Problem bei selbst blondierten Strähnchen, das im Test ebenfalls häufig auftrat. Um diesen zu neutralisieren, können Sie spezielle Silbershampoos oder -spülungen verwenden. Diese Produkte enthalten violette Pigmente, die den Gelbstich ausgleichen. Für stärkere Verfärbungen oder wenn der Gelbstich sehr ausgeprägt ist, ist es ratsam, einen Friseur aufzusuchen. Er kann eine Tönung auftragen, die den unerwünschten Ton korrigiert, ohne das Haar weiter zu schädigen.
Warum werden meine Strähnchen ungleichmäßig?
Ungleichmäßige Strähnchen sind ein weiteres häufiges Problem beim Selberfärben, das oft auf Schwierigkeiten bei der Produktverteilung zurückzuführen ist. Gründe können sein: ungleichmäßiges Auftragen der Emulsion, zu wenig Produkt, zu schnelle oder zu langsame Einwirkzeiten an verschiedenen Stellen, oder das Produkt verteilt sich unkontrolliert, wie bei Schwarzkopf Poly Blonde M3 Ultra beschrieben. Um dies zu vermeiden, ist Präzision entscheidend. Arbeiten Sie in kleinen, abgeteilten Sektionen und stellen Sie sicher, dass das Produkt gleichmäßig aufgetragen wird. Die Hilfe einer zweiten Person, insbesondere für den Hinterkopf, kann hierbei sehr nützlich sein.
Sind DIY-Produkte schädlich für das Haar?
Alle chemischen Behandlungen, ob beim Friseur oder zu Hause, können das Haar beanspruchen. Die im Test erwähnten Produkte, insbesondere Blondierungen, quellen das Haar auf. Es ist entscheidend, die Anweisungen genau zu befolgen und die Einwirkzeiten nicht zu überschreiten. Eine gute Nachbehandlung mit pflegenden Produkten ist unerlässlich, um das Haar nach dem Färben oder Blondieren zu stärken und die Kämmbarkeit zu verbessern. Wenn das Haar bereits geschädigt ist, sollten Sie von DIY-Experimenten absehen und professionellen Rat einholen.
Fazit: Die Wahl zwischen Aufwand und Ergebnis
Die Entscheidung, ob man Strähnchen beim Friseur färben lässt oder selbst Hand anlegt, hängt von individuellen Prioritäten ab. Wer Wert auf ein perfektes, professionelles und risikoarmes Ergebnis legt und bereit ist, dafür zu zahlen, ist beim Friseur am besten aufgehoben. Die Kosten mögen höher sein, aber dafür erhält man in der Regel eine makellose Umsetzung und eine auf den Haartyp abgestimmte Behandlung. Für diejenigen, die experimentierfreudig sind, über viel Geduld verfügen und bereit sind, Kompromisse bei der Qualität einzugehen, können DIY-Produkte eine Option sein. Die Testergebnisse der Stiftung Warentest zeigen jedoch deutlich, dass die Farbgenauigkeit und das Endergebnis bei den meisten Produkten zum Selbermachen zu wünschen übrig lassen. Unerwünschte Gelbstiche, ungleichmäßige Ergebnisse und schnell verblassende Farben sind häufige Probleme, die den anfänglichen Preisvorteil schnell zunichtemachen können. Bevor Sie sich für ein DIY-Produkt entscheiden, sollten Sie sich der potenziellen Herausforderungen bewusst sein und realistisch einschätzen, ob Sie die notwendige Präzision und Geduld mitbringen. Manchmal ist die Investition in professionelle Hände die lohnendere Entscheidung für lang anhaltend schöne Strähnchen.
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