Welche Arten von Haarsprays gibt es?

Haarspray vs. Festiger: Ihr Styling-Guide

06/09/2020

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In der Welt der Haarpflege und des Stylings gibt es unzählige Produkte, die versprechen, unsere Frisuren zu perfektionieren. Doch zwei Begriffe führen besonders häufig zu Verwirrung: Haarspray und Haarfestiger. Obwohl beide Produkte dazu dienen, die Frisur zu fixieren und zu halten, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Anwendung, ihrer Wirkweise und ihrem idealen Einsatzbereich. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um das Beste aus Ihrem Styling herauszuholen und Ihrem Haar den gewünschten Look zu verleihen, ohne es zu beschweren oder gar zu schädigen. Tauchen wir ein in die Welt dieser Styling-Helfer und enthüllen ihre Geheimnisse.

Was ist der Unterschied zwischen Haarspray und Festiger?
Während Haarspray ins trockene Haar gesprüht wird, arbeiten Sie den Festiger in den nassen Haarschopf ein. Er bildet einen dünnen Film und hilft so beim Modellieren. Je nach Festigkeitsgrad können Sie damit selbst lange Haare aufstellen, oder lediglich dafür sorgen, dass die Tolle sich leichter formen lässt.
Inhaltsverzeichnis

Der fundamentale Unterschied: Anwendung und Zweck

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen Haarfestiger und Haarspray liegt in ihrem Anwendungszeitpunkt und ihrem primären Zweck. Während Haarfestiger darauf ausgelegt ist, das Styling zu unterstützen und dem Haar Haltbarkeit und Form zu verleihen, wird Haarspray verwendet, um die fertige Frisur zu fixieren und vor äußeren Einflüssen zu schützen. Es ist wie der Unterschied zwischen dem Fundament eines Hauses und dem letzten Anstrich – beides ist wichtig, aber zu verschiedenen Phasen.

Haarfestiger: Das Fundament für Ihr Styling

Haarfestiger, oft auch als Mousse oder Schaumfestiger bekannt, wird typischerweise ins nasse Haar eingearbeitet, bevor es gestylt wird. Seine Aufgabe ist es, einen dünnen Film um jede Haarsträhne zu legen, was dem Haar mehr Griffigkeit, Volumen und Struktur verleiht. Es ist der ideale Helfer, um dem Haar von Grund auf Form zu geben, Locken zu definieren, Volumen am Ansatz zu schaffen oder selbst widerspenstige Strähnen zu bändigen. Je nach Festigkeitsgrad kann Haarfestiger von leichtem Halt, der die natürliche Bewegung des Haares bewahrt, bis zu starkem Halt reichen, der selbst aufwendige Hochsteckfrisuren oder voluminöse Stylings unterstützt.

Die Anwendung ins feuchte Haar ermöglicht es dem Produkt, tief in die Haarstruktur einzudringen (im Sinne einer oberflächlichen Schichtbildung), bevor es durch Föhnen oder Lufttrocknen aktiviert wird. Dies hilft nicht nur beim Modellieren, sondern kann auch das Haar vor Hitze schützen, je nach Formulierung des Festigers. Ein guter Haarfestiger verklebt das Haar normalerweise nicht und lässt es sich leicht ausbürsten, was für die Haargesundheit von Vorteil ist.

Haarspray: Das Finish für den perfekten Look

Im Gegensatz dazu kommt Haarspray zum Einsatz, wenn die Frisur bereits fertig ist. Es wird ins trockene Haar gesprüht, um die gestylte Form zu fixieren und ihr den nötigen Halt für den Tag (oder Abend) zu geben. Haarspray bildet eine feine Schicht auf der Oberfläche des Haares, die die Frisur vor Feuchtigkeit, Wind und Bewegung schützt. Es ist das Produkt der Wahl, um fliegende Härchen zu bändigen, den Glanz zu verstärken oder einen besonders starken, langanhaltenden Halt zu gewährleisten.

Haarsprays sind in verschiedenen Haltegraden erhältlich, von flexibel bis ultra-stark, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein gutes Haarspray sollte die Frisur fixieren, ohne sie steif oder unnatürlich aussehen zu lassen, und sich idealerweise ohne Rückstände ausbürsten lassen.

Vergleichstabelle: Haarspray vs. Haarfestiger

MerkmalHaarfestigerHaarspray
AnwendungIns nasse/feuchte HaarIns trockene Haar
ZweckGibt Form, Volumen, Struktur; unterstützt das StylingFixiert die fertige Frisur; schützt vor äußeren Einflüssen
WirkweiseBildet Film um Haarsträhnen; erhöht GriffigkeitBildet feine Schicht auf der Oberfläche; versiegelt
ErgebnisGrundlage für definierte Stylings, VolumenLanganhaltender Halt, Glanz, Schutz vor Frizz
TexturOft Mousse oder GelAerosol-Spray
EntfernungWird beim Bürsten oder Waschen entferntWird beim Bürsten oder Waschen entfernt

Die Welt der Haarfestiger: Gekaufte Produkte vs. Hausmittel

Ob Sie sich für einen kommerziellen Haarfestiger entscheiden oder lieber auf Hausmittel zurückgreifen, hängt von Ihren Präferenzen und den gewünschten Effekten ab. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile.

Gekaufte Haarfestiger: Innovation und Vielfalt

Moderne Haarfestiger aus dem Handel sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung. Sie bieten eine breite Palette an Haltegraden, von flexiblem bis zu extra starkem Halt, und sind oft mit pflegenden Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Proteinen oder UV-Schutz angereichert. Ein großer Vorteil ist, dass sie in der Regel keine unerwünschten Rückstände hinterlassen oder das Haar verkleben. Sie sind einfach anzuwenden und liefern konsistente Ergebnisse. Für spezielle Bedürfnisse, wie Lockendefinition, Volumen für feines Haar oder Hitzeschutz, gibt es maßgeschneiderte Formulierungen.

Hausmittel für Haarfestiger: Natürliche Alternativen

Für diejenigen, die chemische Inhaltsstoffe meiden oder einfach experimentierfreudig sind, bieten Hausmittel eine interessante Alternative. Diese selbstgemachten Haarfestiger konzentrieren sich oft auf die reine Formgebung und Festigung, auch wenn einige, wie Bier, zusätzliche Pflege-Eigenschaften bieten können. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Hausmittel in ihrer Wirkung variabler sein können und oft nicht den gleichen starken Halt wie kommerzielle Produkte bieten. Zudem können sie bei falscher Anwendung oder unzureichendem Auswaschen unerwünschte Nebenwirkungen wie Klebrigkeit oder Geruch entwickeln.

Bier: Mehr als nur ein Getränk

Bier ist ein überraschend effektives Hausmittel für die Haarpflege. Es enthält Vitamine (insbesondere B-Vitamine) und Spurenelemente, die Kopfhaut und Haar nähren können. Als Festiger verleiht es dem Haar Kraft und Standfestigkeit, ohne es zu verkleben. Der Geruch verfliegt in der Regel innerhalb weniger Minuten. Allerdings ist der Festigungsgrad eher leicht. Es eignet sich hervorragend, um lose Härchen bei Hochsteckfrisuren zu bändigen oder dem Haar einen natürlichen, flexiblen Halt zu geben. Für extreme Stylings wie einen Mohikaner ist Bier jedoch nicht geeignet.

Zucker: Die süße Versuchung mit Tücken

Zucker ist aufgrund seiner Klebkraft ein relativ starker Haarfestiger. Eine Zuckerwasser-Lösung kann beeindruckenden Halt bieten, sogar für voluminöse Frisuren. Der entscheidende Nachteil ist jedoch seine Wasserlöslichkeit. Ein plötzlicher Regenschauer kann nicht nur die Frisur zum Einsturz bringen, sondern auch eine unangenehm klebrige Schicht auf Haar und Haut hinterlassen. Vorsicht ist geboten!

Eiweiß: Für extravagante Looks

Eiweiß ist ein sehr starker Festiger und eignet sich hervorragend für außergewöhnliche, stehende Frisuren. Geschlagenes Eiweiß kann dem Haar eine bemerkenswerte Struktur und extremen Halt verleihen. Ähnlich wie Zucker ist es jedoch nicht regenfest und kann bei Kontakt mit Wasser eine unappetitliche, nicht klebrige, aber dennoch unangenehme Mischung bilden. Es ist unerlässlich, Eiweiß-Festiger vor dem Schlafengehen gründlich auszuwaschen, um Geruchsbildung und Haarschäden zu vermeiden.

Honig: Natur pur für sanften Halt

Honig, ähnlich wie Zucker, kann aufgrund seiner leicht klebrigen Konsistenz als Haarfestiger verwendet werden. Eine verdünnte Honiglösung kann einzelne Härchen zusammenhalten und der Frisur einen sanften, natürlichen Halt verleihen. Er bietet zusätzlich pflegende Eigenschaften. Auch hier gilt: Vorsicht bei Feuchtigkeit, da Honig wasserlöslich ist und klebrige Rückstände hinterlassen kann.

DIY-Rezepte für selbstgemachten Haarfestiger

Wenn Sie Ihre eigenen Haarfestiger herstellen möchten, finden Sie hier einige einfache und effektive Rezepte:

1. Bier-Haarfestiger (einfach & schnell)

  • Zutaten: ¼ Liter Bier (Sorte egal), 1 Sprühflasche
  • Zubereitung: Gießen Sie das Bier einfach in die Sprühflasche.
  • Anwendung: Sprühen Sie den Festiger ins trockene Haar. Er verleiht der Frisur Definition und leichten Halt. Der Geruch verfliegt schnell.

2. Zuckerwasser-Haarfestiger (starker Halt)

  • Zutaten: 1 gehäufter EL Zucker, 400 ml Wasser, 1 Sprühflasche
  • Zubereitung: Wasser in einem Topf erhitzen (nicht kochen), Zucker hinzufügen und rühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  • Anwendung: In eine Sprühflasche füllen und auf die Frisur sprühen. Ideal für Hochsteckfrisuren oder definierte Locken.

3. Mohikaner-Festiger (extrem stark)

  • Zutaten: 1 Ei, 1 TL Zucker
  • Zubereitung: Ei trennen. Eiweiß in einer Schüssel zu steifem Schnee schlagen. Unter ständigem Schlagen den Zucker hinzufügen, bis er gut untergemischt ist.
  • Anwendung: Etwas Eischnee in die Handflächen geben, Kopf nach unten halten und die Haare in die gewünschte Form (z.B. Mohikaner) streichen. Am besten über Kopf trocknen lassen. Vor dem Schlafengehen unbedingt auswaschen!

4. Bier-Honig-Essig-Festiger (mittelstark & pflegend)

  • Zutaten: ¼ Liter Bier, 1 TL Honig, 1 Spritzer Apfelessig, 1 Sprühflasche
  • Zubereitung: Bier in einem Topf erwärmen, Honig hinzufügen und auflösen lassen. Vom Herd nehmen, Apfelessig hinzufügen und gut verrühren. Abkühlen lassen.
  • Anwendung: In eine Sprühflasche füllen. Auf die fertiggestellte Frisur sprühen. Schenkt nach dem Trocknen den gewünschten Halt und zusätzlichen Glanz.

Unabhängig davon, welchen Festiger Sie verwenden, ob gekauft oder selbstgemacht: Es ist immer ratsam, die Haare vor dem Schlafengehen gründlich zu waschen. Dies ermöglicht den Haaren, sich über Nacht zu erholen, und verhindert die Ansammlung von Produktresten, die das Haar austrocknen oder die Kopfhaut reizen könnten. Insbesondere bei Hausmitteln aus Lebensmitteln wie Ei oder Zucker ist das Auswaschen wichtig, um unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zu Haarspray und Haarfestiger

1. Kann ich Haarfestiger täglich verwenden?

Ja, in der Regel können Sie Haarfestiger täglich verwenden, solange Sie ein Produkt wählen, das Ihr Haar nicht beschwert oder austrocknet, und es abends gründlich auswaschen. Achten Sie auf Formulierungen mit pflegenden Inhaltsstoffen und vermeiden Sie Produkte mit hohem Alkoholgehalt, wenn Ihr Haar zu Trockenheit neigt.

2. Was passiert, wenn ich Haarfestiger nicht auswasche?

Wenn Haarfestiger nicht ausgewaschen wird, können sich Produktrückstände im Haar und auf der Kopfhaut ansammeln. Dies kann zu Verklebungen, mattem Aussehen, Juckreiz und sogar zu Haarbruch führen, da das Haar steifer und anfälliger für mechanische Belastungen wird. Bei selbstgemachten Festigern aus Lebensmitteln können zudem unangenehme Gerüche entstehen.

3. Ist selbstgemachter Festiger schädlich für mein Haar?

Nicht unbedingt, aber es gibt Einschränkungen. Hausmittel wie Zucker oder Eiweiß können bei unsachgemäßer Anwendung oder unzureichendem Auswaschen klebrige Rückstände oder Gerüche verursachen. Sie bieten oft keine pflegenden Eigenschaften wie kommerzielle Produkte und können das Haar bei längerer Exposition austrocknen. Bier und Honig sind tendenziell milder. Es ist immer wichtig, das Haar nach der Anwendung gründlich zu reinigen.

4. Welcher Festiger ist der beste für feines Haar?

Für feines Haar eignen sich leichte bis mittlere Festiger, die Volumen und Griffigkeit verleihen, ohne das Haar zu beschweren. Sprühfestiger oder leichte Mousses sind oft ideal. Vermeiden Sie schwere Gele oder Wachse, die feines Haar platt wirken lassen können. Achten Sie auf Formulierungen, die speziell für Volumen und Fülle entwickelt wurden.

5. Kann ich Haarfestiger mit anderen Stylingprodukten kombinieren?

Ja, Haarfestiger lässt sich gut mit anderen Stylingprodukten kombinieren. Sie können beispielsweise nach dem Festiger ein Hitzeschutzspray verwenden, bevor Sie mit dem Föhnen beginnen, oder nach dem Styling mit Haarspray fixieren. Wichtig ist, die Produkte sparsam zu dosieren, um Überladung und Rückstände zu vermeiden. Die Reihenfolge der Anwendung ist entscheidend: Festiger ins feuchte Haar, Finish-Produkte ins trockene Haar.

Fazit: Das richtige Produkt für jeden Anlass

Die Wahl zwischen Haarspray und Haarfestiger ist keine Frage des Besser oder Schlechter, sondern des richtigen Styling-Zeitpunkts und des gewünschten Ergebnisses. Haarfestiger ist Ihr unverzichtbarer Partner für die Gestaltung und Vorbereitung Ihrer Frisur, indem er Volumen, Definition und eine solide Basis schafft. Haarspray hingegen ist der finale Touch, der Ihre Kreation versiegelt und ihr langanhaltenden Halt verleiht. Ob Sie sich für bewährte kommerzielle Produkte oder kreative Hausmittel entscheiden, das Verständnis ihrer jeweiligen Eigenschaften ermöglicht es Ihnen, Ihre Haare optimal zu stylen und zu pflegen. Experimentieren Sie, finden Sie Ihre Favoriten und genießen Sie die Vielfalt der Möglichkeiten, die Ihnen diese Styling-Helfer bieten!

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