22/11/2018
Während der Schwangerschaft stellen sich viele Fragen bezüglich der eigenen Gesundheit und des Wohlergehens des ungeborenen Kindes. So wie bestimmte Lebensmittel, Zigaretten oder Alkohol tabu sind, rücken auch kosmetische Produkte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Grund: Chemische Substanzen könnten über die Haut in den Blutkreislauf gelangen und das Baby erreichen. Eine der häufigsten Bedenken betrifft dabei den Friseurbesuch und insbesondere Haarfärbemittel wie Gloss oder Balayage. Die in Salons verwendeten Produkte sind oft hochkonzentriert und enthalten eine Vielzahl chemischer Substanzen, was die Sorge vieler werdender Mütter verständlicherweise verstärkt. Wir beleuchten gemeinsam die offiziellen Empfehlungen und geben Ihnen einen umfassenden Überblick, damit Sie Ihren Friseurbesuch während dieser besonderen Zeit unbeschwert genießen können.

- Kann man während der Schwangerschaft zum Friseur gehen?
- Haarschnitt und Basispflege: Unbedenklich?
- Haarfärbemittel: Gloss, Balayage und permanente Farben
- Gefährliche Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln während der Schwangerschaft
- Darf eine schwangere Frau ihre Haare färben?
- Pflanzliche Haarfarben in der Schwangerschaft: Eine bessere Alternative?
- Färben und Schwangerschaft: Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Ist ein Friseurbesuch in der Schwangerschaft generell sicher?
- Sollte ich im ersten Trimester auf Haarfärbemittel verzichten?
- Sind Pflanzenhaarfarben immer sicher in der Schwangerschaft?
- Welche Inhaltsstoffe sollte ich in Haarfärbemitteln meiden?
- Kann ich einen Allergietest im Salon machen lassen?
- Sollte ich meinen Arzt konsultieren, bevor ich meine Haare färbe?
Kann man während der Schwangerschaft zum Friseur gehen?
Die gute Nachricht vorweg: Grundsätzlich gibt es keine spezifischen Kontraindikationen für einen Friseurbesuch während der Schwangerschaft. Sie dürfen Ihr Haar schneiden lassen und sich verwöhnen. Allerdings können sich einige Aspekte, die zuvor unbedeutend erschienen, während der Schwangerschaft als störend erweisen. Die Enge mancher Salons, die Wärme von Heizgeräten, die Gerüche von Farb- oder Bleichmitteln, flüchtige Produkte wie Haarsprays, die in der Luft stehen, oder auch Lärm – all diese Faktoren können Sie mehr als gewöhnlich beeinträchtigen. Daher empfehlen wir Ihnen, Ihren Salon sorgfältig auszuwählen, um Ihren Komfort zu gewährleisten. Ein gut belüfteter und geräumiger Salon kann hier einen großen Unterschied machen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Friseur über Ihre Schwangerschaft und eventuelle Bedenken. Ein verständnisvoller Profi wird alles tun, damit Sie sich wohlfühlen.
Was die verschiedenen Techniken im Salon betrifft, so fragen Sie sich vielleicht, ob Sie lieber ein Gloss oder ein Balayage bevorzugen sollten, oder ob Sie Färbungen ganz vermeiden und sich auf Haarpflege beschränken sollten. Tatsächlich sind unsere Empfehlungen spezifischer, je nach den verwendeten Produkten und deren Zusammensetzung. Dies werden wir im Folgenden detailliert besprechen.
Haarschnitt und Basispflege: Unbedenklich?
Der Haarschnitt
Beim Haarschnitt gibt es keine großen Überraschungen: Es gibt keinerlei Kontraindikationen, sich während der Schwangerschaft die Haare schneiden zu lassen. Im Gegenteil, wir empfehlen Ihnen sogar, dies zu tun. Regelmäßiges Spitzenschneiden – etwa alle drei Monate – hilft Ihnen, gesundes Haar zu erhalten und Spliss vorzubeugen. Optisch wirkt das Haar kräftiger und gepflegter. Es gibt Ihnen ein frisches Gefühl und kann Ihr Wohlbefinden steigern, was in der Schwangerschaft besonders wichtig ist.
Was die beim Schnitt verwendeten Produkte wie Shampoo betrifft, so brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Diese Produkte bleiben nur kurz in Kontakt mit der Kopfhaut und werden gründlich ausgespült. Es besteht also kein wirkliches Risiko, zumal es sich um eine einmalige Exposition handelt. Natürlich haben Sie die Wahl: Wenn Sie möchten, können Sie Ihr eigenes Shampoo mitbringen und Ihrem Friseur Ihre Bedürfnisse erklären, oder Sie bevorzugen einen Trockenschnitt, bei dem das Haarewaschen entfällt. Viele Salons sind flexibel und passen sich gerne an Ihre individuellen Wünsche an.
Pflegebehandlungen im Salon
Viele Salons bieten professionelle Pflegebehandlungen an, wie zum Beispiel die bekannten Marken Tokio Inkarami oder Olaplex. Einige dieser Produkte können Inhaltsstoffe enthalten, die in der Diskussion stehen, wie beispielsweise Duftstoffe, Phenoxyethanol oder Parabene. Während Duftstoffe hauptsächlich ein Allergenrisiko darstellen, stehen Phenoxyethanol und Parabene im Verdacht, endokrine Disruptoren zu sein.
Dennoch sind diese Inhaltsstoffe streng überwacht und reguliert. Die Europäische Kommission, gestützt auf Empfehlungen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS, vormals SCCP), erachtet sie bei den maximal zulässigen Konzentrationen in kosmetischen Produkten als sicher in der Anwendung. Es ist daher unwahrscheinlich, dass eine einmalige Exposition gegenüber diesen Substanzen während einer Salonbehandlung ein Problem darstellt. Wenn Sie eine solche Behandlung während Ihrer Schwangerschaft wünschen, ist dies nicht verboten. Wenn Sie jedoch das Vorsorgeprinzip anwenden und die Exposition begrenzen möchten, können Sie auch bis nach der Schwangerschaft warten. Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen und Ihrem Wohlbefinden.
Haarfärbemittel: Gloss, Balayage und permanente Farben
Gloss (Semi-permanente Farben)
Gloss-Produkte sind semi-permanente oder temporäre Haarfärbemittel, die sich allmählich auswaschen. Sie sind während der Schwangerschaft in der Regel nicht besonders abzuraten. Ein Gloss verleiht dem Haar Glanz und kann den Farbton auffrischen, ohne tief in die Haarstruktur einzudringen. Es ist oft eine sanftere Alternative zu permanenten Färbungen.
Wichtiger Hinweis: Gloss wird oft mit Patina verwechselt. Gloss bezeichnet jedoch ein Färbeprodukt, während Patina eine Technik ist. Obwohl ein Gloss zur Herstellung einer Patina verwendet werden kann, wird Patina nicht immer mit einem Gloss durchgeführt. Achten Sie daher darauf, bei Ihrem Friseur genau zu erfragen, welche Produkte für die Patina verwendet werden und welche Zusammensetzung diese haben.
Balayage (Bleichungen)
Eine Balayage-Technik, oft als Signature-Look in vielen Salons, läuft in der Regel in zwei Schritten ab: Zuerst wird das Haar aufgehellt (Bleichen), danach folgt die Tönung oder Färbung. Für das Aufhellen wird Peroxid (Wasserstoffperoxid) verwendet, das in allen Oxidationsmitteln enthalten ist (auch in Gloss-Produkten, jedoch in geringerer Konzentration). In großen Mengen ist es schädlich beim Einatmen und kann Hautverbrennungen verursachen. Gemäß der EU-Verordnung Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel wird Wasserstoffperoxid jedoch in den in Bleichmitteln verwendeten Konzentrationen als sicher eingestuft.
Vorsicht ist jedoch geboten bei Ammonium-, Kalium- und Natriumpersulfaten, die in Bleichpulvern enthalten sind. Diese sind bekanntermaßen Allergene. Vorsichtshalber sollten Sie diese während der Schwangerschaft meiden, um eine unerwünschte Reaktion zu vermeiden. Ihr Friseur kann Ihnen Auskunft über die genauen Inhaltsstoffe der Bleichprodukte geben.
Oxidationsfarben (Permanente Farben)
Oxidationsfarben sind stärker als Gloss-Produkte, da es sich um permanente Färbungen handelt. Sie dringen tiefer in die Haarfaser ein und verändern diese dauerhaft. Die verwendeten Substanzen sind daher kräftiger und können die Haarfaser stärker beanspruchen. Oxidationsfärbungen enthalten, wie der Name schon sagt, Wasserstoffperoxid, um die Pigmente aus dem Haar zu entfernen und neue Pigmente zu fixieren.
Oxidationsfärbungen sind während der Schwangerschaft nicht grundsätzlich kontraindiziert. Wir empfehlen Ihnen jedoch dringend, die Meinung Ihres Friseurs und natürlich Ihres Arztes einzuholen, um sicherzustellen, dass die verwendeten Produkte frei von Resorcin, PPD und Ammoniak sind, um nur einige zu nennen. Einige Hersteller bieten mittlerweile ammoniakfreie Formulierungen an, die eine gute Alternative darstellen können.
Gefährliche Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln während der Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie darauf achten, den Kontakt mit folgenden Inhaltsstoffen zu vermeiden:
- Formaldehyd
- Ammoniak
- Resorcin
- PPD (Paraphenylendiamin)
Bitte beachten Sie: Diese Liste ist nicht erschöpfend.
Formaldehyd (Formalin oder Methanal)
Formaldehyd wurde lange Zeit als Konservierungsmittel in Kosmetika verwendet. Es ist reizend für Augen, Haut und Atemwege. Im Jahr 2004 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Formaldehyd als krebserregend ein. Es wird auch als endokriner Disruptor verdächtigt und ist während der Schwangerschaft absolut abzuraten. Doch keine Panik: Seit 2009 hat die Europäische Kommission die Verwendung von Formaldehyd in kosmetischen Produkten verboten. Sie laufen daher kein Risiko, dieser Substanz ausgesetzt zu sein, weder bei Ihren Hygiene- oder Schönheitsprodukten noch im Friseursalon.
Ammoniak
Ammoniak ist in Haarfärbemitteln weit verbreitet und dient dazu, die Schuppenschicht des Haares zu öffnen, um das Eindringen der Farbe zu erleichtern. Es ist vor allem beim Einatmen problematisch, da es Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen kann. Bei Anwendung auf der Kopfhaut kann es die Hautbarriere durchdringen und bis zur Plazenta transportiert werden. Daher stellt es ein Risiko für die normale Entwicklung des Embryos dar, hauptsächlich im ersten Trimester.
Die gute Nachricht ist, dass Marken zunehmend ammoniakfreie Färbemittel anbieten, die Sie bevorzugen sollten, wenn Sie schwanger sind. Viele Salons setzen bereits auf solche Produkte, um das Wohlbefinden ihrer Kunden zu gewährleisten.
Resorcin
Resorcin ist ein Haarfärbemittel (unter anderem), das als erwiesener endokriner Disruptor identifiziert wurde. Die französische Agentur für Lebensmittel, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) hat zudem gezeigt, dass es die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt, was bei schwangeren Frauen besonders schädlich sein kann. Auch wenn die Konzentrationen in vielen Produkten unter den maximal empfohlenen Werten liegen, ist Vorsicht geboten.

PPD (Paraphenylendiamin)
PPD ist Paraphenylendiamin, eine Substanz, die es dem Farbstoff ermöglicht, in das Haar einzudringen und die Farbe länger haltbar zu machen. Je dunkler die Färbung, desto höher ist die PPD-Konzentration. Obwohl PPD in Kosmetika, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, verboten ist, darf es in Haarfärbemitteln bis zu 6% enthalten sein. Da PPD jedoch häufig für allergische Reaktionen auf Haarfärbemittel verantwortlich gemacht wird, haben viele Marken die Notwendigkeit erkannt, Formulierungen ohne PPD anzubieten. Beachten Sie, dass stattdessen PTD (Toluol-2,5-Diaminsulfat) verwendet werden kann, welches ebenfalls allergieauslösend sein kann. Wenn Sie zu Allergien neigen, sollten Sie Gloss-Produkte meiden, insbesondere wenn Sie schwanger sind und diese PTD enthalten könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Haarfärbemitteln vor allem die Farbstoffe als allergen eingestuft werden. Eine detaillierte Liste finden Sie im Bericht der Europäischen Kommission Nr. 1223/2009.
Vergleich der Inhaltsstoffe und Risiken
| Inhaltsstoff | Häufige Verwendung | Risiken in der Schwangerschaft | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Formaldehyd | Ehem. Konservierungsmittel | Krebserregend, endokriner Disruptor, Reizungen | Verboten seit 2009 (EU) |
| Ammoniak | Öffnet Haarstruktur für Farbe | Inhalationsrisiko (Übelkeit, Kopfschmerzen), kann Plazenta erreichen (bes. 1. Trimester) | Ammoniakfreie Produkte bevorzugen |
| Resorcin | Haarfärbemittel | Endokriner Disruptor, beeinflusst Schilddrüse | Vorsicht, mit Arzt/Friseur besprechen |
| PPD (Paraphenylendiamin) | Farbstoff (Haltbarkeit) | Starkes Allergen, kann allergische Reaktionen auslösen | Vorsicht, PPD-freie Produkte suchen; Allergietest |
| Persulfate | Bestandteil von Bleichpulvern | Allergene, können Reaktionen auslösen | Vorsicht, bei Empfindlichkeit meiden |
| Duftstoffe | Geruch in Produkten | Allergieauslösend | Bei Allergien meiden |
| Phenoxyethanol | Konservierungsmittel | Verdacht auf endokrine Disruption | Bei Bedenken meiden (einmalige Exposition geringes Risiko) |
| Parabene | Konservierungsmittel | Verdacht auf endokrine Disruption | Bei Bedenken meiden (einmalige Exposition geringes Risiko) |
Darf eine schwangere Frau ihre Haare färben?
Ja, grundsätzlich kann eine schwangere Frau ihre Haare färben. Es ist nicht verboten. Die Inhalationsrisiken sind für die Kundin sehr gering; der Colorist selbst ist stärker exponiert, wenn er die Mischung zubereitet, insbesondere wenn die Substanzen flüchtig sind. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.
Es ist wichtig zu wissen, dass Haare unter hormonellem Einfluss in der Schwangerschaft anders auf Färbemittel reagieren können. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass es zu unerwarteten Farben kommt, ist es ratsam, sich einem erfahrenen Coloristen anzuvertrauen, der seine Technik an die Situation anpassen kann. Wir raten Ihnen dringend davon ab, während Ihrer Schwangerschaft selbst Haare zu färben.
Darüber hinaus können die hormonellen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, die Frau anfälliger für die Entwicklung einer Allergie machen. Wenn Sie Ihre Haare noch nie gefärbt haben, sollten Sie das Experiment nicht zum ersten Mal während Ihrer Schwangerschaft wagen. Ein Allergietest ist immer empfehlenswert, auch wenn Sie noch nie zuvor reagiert haben.
Eine Färbung ist jedoch auch nicht völlig harmlos, insbesondere während der Schwangerschaft. Die Kopfhaut ist stark durchblutet, und die Haarfollikel sind direkt mit dem Blutkreislauf verbunden. Das bedeutet, dass die Bestandteile der Färbung potenziell in die Kopfhaut eindringen und über den Blutkreislauf die Plazenta erreichen können. Dieser Übergang ist wahrscheinlich sehr gering, vielleicht sogar vernachlässigbar, aber es fehlen umfassende Studien. Bei einer einmaligen oder punktuellen Anwendung während Ihrer Schwangerschaft ist das Risiko jedoch sehr gering.
Da die Plazentaschranke für chemische Substanzen durchlässig ist, können Sie das Vorsorgeprinzip anwenden und während Ihrer Schwangerschaft auf jegliche Haartechniken verzichten. Ebenso können Sie die Verwendung von Kosmetika reduzieren, um Ihre Exposition gegenüber verschiedenen Substanzen zu begrenzen. Viele Frauen entscheiden sich für diesen Weg, um absolute Sicherheit zu gewährleisten.
Sie können sich auch dafür entscheiden, Färbungen während der ersten drei Schwangerschaftsmonate zu vermeiden, da der Embryo (und später der Fötus) in dieser Zeit am anfälligsten ist, da seine lebenswichtigen Organe gebildet werden. Danach können Sie es sich mit Zustimmung Ihres Arztes erlauben.
Pflanzliche Haarfarben in der Schwangerschaft: Eine bessere Alternative?
Sie fragen sich vielleicht, welche Haarfarbe für Schwangere die beste Wahl ist und ob die pflanzliche Option eine bessere Idee wäre. Oft werden „chemische“ Färbungen den pflanzlichen Färbungen (auf Henna-Basis) gegenübergestellt, aber das ist ein Missverständnis: Alles ist chemisch, auch die Natur! Außerdem ist die Bezeichnung „pflanzlich“ nicht wirklich reguliert und kein Garant für Qualität oder Sicherheit. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten daher auch für pflanzenbasierte Färbungen, die ebenfalls nicht harmlos sind. Die Schwangerschaft ist eine sensible Zeit, die Haut- und Körperreaktionen verändern kann.
Hüten Sie sich daher vor minderwertigen Pflanzenhaarfarben, die Metall- und Schwermetallsalze enthalten können. Darüber hinaus ist Henna selbst bei Hautkontakt und für die Atemwege besonders allergieauslösend, da es sehr flüchtig ist. Schließlich sollten Sie auch ätherische Öle meiden, insbesondere im ersten Trimester, die oft mit pflanzlichen Färbungen einhergehen. Konsultieren Sie immer die Inhaltsstoffliste und suchen Sie nach zertifizierten Produkten, die für Schwangere geeignet sind.
Färben und Schwangerschaft: Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens über Haarfärbemittel während der Schwangerschaft gibt. Die Frage spaltet die Meinungen: Obwohl nichts beweist, dass Haarfärbemittel besonders giftig oder gefährlich für das Baby sind, gibt es auch keinen Beweis für ihre absolute Unbedenklichkeit. Im Zweifelsfall ist es besser, vorsichtig zu sein und Färbungen zu vermeiden, wenn Sie sich damit wohler fühlen.
Wenn Sie jedoch während der Schwangerschaft nicht auf Ihre Haarfarbe verzichten können, hier sind einige spezifische Empfehlungen, die Sie beachten sollten:
- Vermeiden Sie den Friseurbesuch während der ersten drei Monate der Schwangerschaft: Dies ist die sensibelste Phase für Ihr Baby. Es ist ratsam, kein Risiko einzugehen und sich anderweitig um sich zu kümmern.
- Stellen Sie sicher, dass keine umstrittenen Inhaltsstoffe in den von Ihrem Friseur verwendeten Produkten enthalten sind: Sie können ihn nach den Referenzen dieser Produkte fragen und die Zusammensetzung selbst überprüfen. Ein guter Friseur wird Ihnen gerne Auskunft geben.
- Holen Sie die Zustimmung Ihres Arztes ein: Jede Frau ist einzigartig, und jede Schwangerschaft auch. Wir können Ihnen leider keine vollständige Unbedenklichkeit von Färbungen garantieren oder Reaktionen vorhersagen, die Sie haben könnten.
- Führen Sie idealerweise mindestens 48 Stunden vor Ihrem Termin einen Allergietest durch: Überprüfen Sie, ob Sie auf die Produkte reagieren – auch während der Schwangerschaft. Hormonelle Veränderungen können die Empfindlichkeit beeinflussen.
- Bevorzugen Sie ein Gloss anstelle eines Balayage oder einer Oxidationsfärbung: Gloss ist weniger aggressiv für das Haar und weniger intensiv.
- Bitten Sie um eine Anwendung nur auf Längen und Spitzen: Vermeiden Sie die Haarwurzeln, um den direkten Kontakt mit der Kopfhaut zu minimieren.
- Wählen Sie einen komfortablen und gut belüfteten Salon: Eine gute Belüftung reduziert die Exposition gegenüber flüchtigen Dämpfen.
Jede Frau ist frei in ihrer Entscheidung, und in Absprache mit ihrem Arzt kann sie den Salon besuchen und die Haartechnik ihrer Wahl durchführen lassen. Wenn Sie sich jedoch unsicher oder unwohl fühlen, ist das völlig in Ordnung. Sie können eine Pause machen und Ihr Haar während der Schwangerschaft in Ruhe lassen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie möchten, können Sie; wenn Sie nicht möchten, ist das auch in Ordnung. Viele Frauen lassen sich auch während der Schwangerschaft in Salons beraten und entscheiden sich für Balayage, Pflegebehandlungen oder Gloss-Anwendungen. Die Wahl liegt ganz bei Ihnen!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein Friseurbesuch in der Schwangerschaft generell sicher?
Ja, ein Friseurbesuch ist in der Regel sicher. Es gibt keine allgemeinen Kontraindikationen. Achten Sie jedoch auf Ihren Komfort und wählen Sie einen gut belüfteten Salon, um störende Gerüche oder Dämpfe zu minimieren.
Sollte ich im ersten Trimester auf Haarfärbemittel verzichten?
Es wird oft empfohlen, im ersten Trimester auf Haarfärbemittel zu verzichten. Dies ist die Phase, in der die Organe des Babys gebildet werden und es am anfälligsten ist. Obwohl das Risiko gering ist, dient dies dem Vorsorgeprinzip.
Sind Pflanzenhaarfarben immer sicher in der Schwangerschaft?
Nein, "pflanzlich" bedeutet nicht automatisch sicher. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe, da einige pflanzliche Produkte Schwermetalle oder allergieauslösende Substanzen wie Henna enthalten können. Ätherische Öle sind ebenfalls oft enthalten und sollten in der Schwangerschaft gemieden werden.
Welche Inhaltsstoffe sollte ich in Haarfärbemitteln meiden?
Sie sollten Formaldehyd (ist in der EU verboten), Ammoniak, Resorcin und PPD (Paraphenylendiamin) meiden oder zumindest Produkte mit sehr geringen Konzentrationen und ohne direkten Hautkontakt bevorzugen. Fragen Sie Ihren Friseur nach ammoniak- und PPD-freien Alternativen.
Kann ich einen Allergietest im Salon machen lassen?
Ja, es ist dringend empfohlen, 48 Stunden vor jeder Färbung einen Allergietest im Salon durchführen zu lassen, auch wenn Sie noch nie zuvor eine Reaktion hatten. Die Schwangerschaft kann die Hautempfindlichkeit verändern.
Sollte ich meinen Arzt konsultieren, bevor ich meine Haare färbe?
Ja, es ist ratsam, vor der Entscheidung für eine Haarfärbung Ihren Arzt oder Ihre Hebamme zu konsultieren. Sie können Ihnen eine individuelle Einschätzung basierend auf Ihrem Gesundheitszustand und dem Verlauf Ihrer Schwangerschaft geben.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Friseurbesuch in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt? kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Haarpflege besuchen.
