Was macht ein Friseur?

Friseur werden ohne Vertrag: Ihr Weg mit BAM

29/05/2023

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Der Traum vom eigenen Salon oder der kreativen Arbeit am Haar vieler Menschen ist für viele ein starker Antrieb, den Beruf des Friseurs zu ergreifen. Doch die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz kann sich oft als Hürde erweisen. Viele angehende Auszubildende stehen vor der Herausforderung, einen Betrieb zu finden, der sie von Anfang an unter Vertrag nimmt. Genau hier setzt ein innovatives Konzept an: das Berliner Ausbildungsmodell (BAM). Es bietet eine einzigartige Chance, den Einstieg in die Friseurausbildung zu finden, selbst wenn der Ausbildungsvertrag noch nicht in der Tasche ist. Dieses Modell, das ab Sommer 2024 auch den Bereich Zahntechnik umfasst, ebnet den Weg zu Ihrem Wunschberuf auf eine flexible und unterstützende Weise.

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Einleitung Hair & Beauty Artists sind kreativ, beherrschen ihr Handwerk in Perfektion und Berater in Sachen Mode, Trends und Make-up. Sie verstehen sich als ganzheitliche Schönheitsdienstleister.
Inhaltsverzeichnis

Was ist das Berliner Ausbildungsmodell (BAM)?

Das Berliner Ausbildungsmodell ist eine speziell entwickelte Bildungsinitiative für junge Menschen, die eine berufliche Ausbildung anstreben, aber Schwierigkeiten haben, einen traditionellen Ausbildungsplatz zu finden. Es richtet sich insbesondere an jene, die den Beruf des Friseurs oder, ab 2024, des Zahntechnikers erlernen möchten. Der Kern des BAM liegt darin, den Ausbildungsstart an einer Berufsfachschule zu ermöglichen, noch bevor ein fester Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb besteht.

Stellen Sie sich vor, Sie beginnen Ihre Ausbildung nicht in einem Salon, sondern in einem schulischen Umfeld, das Ihnen von Tag eins an theoretisches Wissen und erste praktische Fertigkeiten vermittelt. Parallel dazu sind in das Curriculum betriebliche Ausbildungsphasen integriert – in der Regel in Form von Praktika. Diese Praktika sind entscheidend, denn sie bieten Ihnen die Möglichkeit, verschiedene Betriebe kennenzulernen und wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln. Während dieser Zeit werden Sie aktiv dabei unterstützt, einen Ausbildungsbetrieb zu finden, der Sie im Laufe Ihrer Ausbildung übernimmt. Das bedeutet, Sie sind nicht allein auf der Suche, sondern erhalten professionelle Hilfe und Kontakte, die den Übergang in eine reguläre betriebliche Ausbildung erleichtern.

Für wen ist das BAM gedacht?

Das Berliner Ausbildungsmodell ist nicht für jeden frei zugänglich. Der Zugang zu diesem Bildungsgang ist an eine wichtige Voraussetzung geknüpft: Die Bewerbung für das BAM erfolgt ausschließlich mit einem Teilnahmevorschlag der Jugendberufsagentur. Dies stellt sicher, dass das Modell gezielt jenen zugutekommt, die es am dringendsten benötigen und bei denen die Jugendberufsagentur einen entsprechenden Förderbedarf sieht. Es ist ein maßgeschneidertes Angebot für junge Menschen, die motiviert sind, einen Beruf zu erlernen, aber auf dem traditionellen Weg des Ausbildungsplatzmarketings auf Hindernisse stoßen.

Der Weg zum Friseurberuf: Mehr als nur Haareschneiden

Der Beruf des Friseurs ist weit mehr als nur das Schneiden und Stylen von Haaren. Es ist ein Handwerk, das Kreativität, Feingefühl, soziale Kompetenz und ein tiefes Verständnis für Ästhetik erfordert. Friseure sind Künstler, Berater und Vertrauenspersonen in einem. Sie verwandeln nicht nur Frisuren, sondern oft auch das Selbstwertgefühl ihrer Kunden.

  • Kreativität und Trendbewusstsein: Friseure müssen stets über aktuelle Trends und Techniken informiert sein. Sie entwickeln individuelle Looks und beraten Kunden umfassend zu Farben, Schnitten und Stylings.
  • Handwerkliches Geschick: Präzision beim Schneiden, Geschick beim Färben und Stylen sind unerlässlich.
  • Kundenorientierung und Kommunikation: Ein guter Friseur hört zu, versteht die Wünsche der Kunden und kommuniziert klar. Empathie und ein freundliches Auftreten sind hierbei von größter Bedeutung.
  • Produktexpertise: Wissen über Haarpflegeprodukte, Farben und Styling-Tools gehört ebenfalls zum Berufsbild.

Die Ausbildung im Friseurhandwerk ist umfassend und vermittelt alle notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten, um in diesem dynamischen Berufsfeld erfolgreich zu sein. Sie lernen nicht nur die verschiedenen Schnitttechniken, Farbtheorien und Stylingmethoden, sondern auch Kundenberatung, Salonmanagement und Hygienestandards.

Vorteile des Berliner Ausbildungsmodells im Vergleich zur klassischen Ausbildung

Das BAM bietet eine attraktive Alternative zum traditionellen Weg in die Ausbildung. Hier eine vergleichende Übersicht:

MerkmalKlassische AusbildungBerliner Ausbildungsmodell (BAM)
AusbildungsstartNach Unterzeichnung eines Ausbildungsvertrags mit einem Betrieb.Start in der Berufsfachschule ohne sofortigen Ausbildungsvertrag.
BetriebssucheErfolgt vor Ausbildungsbeginn und ist Voraussetzung für den Start.Begleitende Unterstützung während der schulischen Ausbildung und Praktikumsphasen.
Praktische ErfahrungDirekt im Ausbildungsbetrieb, integriert in den Arbeitsalltag.Durch betriebliche Ausbildungsphasen (Praktika) während der schulischen Zeit.
Theoretische AusbildungParallel in der Berufsschule (duales System).Zunächst intensiv in der Berufsfachschule, später ggf. im dualen System.
ZugangsvoraussetzungErfolgreiche Bewerbung bei einem Betrieb.Teilnahmevorschlag der Jugendberufsagentur.
FlexibilitätGeringere Flexibilität beim Start, da ein Vertrag zwingend ist.Hohe Flexibilität beim Einstieg, da der Vertrag erst im Verlauf gefunden wird.
UnterstützungPrimär durch den Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule.Zusätzliche Unterstützung bei der Betriebssuche und individuelle Begleitung.

Konkrete Vorteile für Auszubildende im BAM

  • Niedrigschwelligkeit: Der größte Vorteil ist der einfache Einstieg ohne den Druck, sofort einen Ausbildungsvertrag vorweisen zu müssen. Dies senkt die Hürden erheblich.
  • Geführte Betriebssuche: Sie erhalten aktive Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb. Dies kann von der Erstellung von Bewerbungsunterlagen über die Vermittlung von Kontakten bis hin zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche reichen.
  • Praxisnähe von Beginn an: Trotz des schulischen Starts sind die Praktika ein fester Bestandteil. So sammeln Sie frühzeitig wertvolle Erfahrungen in echten Salons und können die Theorie direkt in die Praxis umsetzen.
  • Sicherheit: Sie beginnen Ihre Ausbildung in einem strukturierten schulischen Umfeld und haben gleichzeitig die Perspektive, in einen Betrieb überzugehen, sobald der passende gefunden ist.
  • Umfassende Vorbereitung: Die schulische Phase bereitet Sie optimal auf die Anforderungen des Berufs und die spätere betriebliche Ausbildung vor.

Der Ablauf: Wie Sie ins BAM gelangen und was Sie erwartet

Der erste und wichtigste Schritt, um am Berliner Ausbildungsmodell teilnehmen zu können, ist der Kontakt zur Jugendberufsagentur. Ohne deren Teilnahmevorschlag ist eine Bewerbung nicht möglich. Die Jugendberufsagentur prüft Ihre Eignung und Motivation und beurteilt, ob das BAM der richtige Weg für Sie ist.

Sobald Sie den Teilnahmevorschlag erhalten haben, können Sie sich an der entsprechenden Berufsfachschule anmelden. Der Start der Ausbildung erfolgt dann in der Regel mit einem Mix aus theoretischem Unterricht und praktischen Übungen in schuleigenen Werkstätten oder Übungsräumen. Diese Phase dient dazu, Ihnen grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die Sie für die Arbeit im Salon benötigen.

Parallel dazu beginnen die betrieblichen Ausbildungsphasen, also die Praktika. Diese sind essenziell, um Einblicke in den Arbeitsalltag verschiedener Salons zu gewinnen und sich potenziellen Ausbildungsbetrieben vorzustellen. Während dieser Praktika haben Sie die Chance, Ihr Können unter Beweis zu stellen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Schule und die Jugendberufsagentur unterstützen Sie aktiv bei der Suche nach einem dauerhaften Ausbildungsplatz. Ziel ist es, dass Sie im Laufe dieser ersten Phase von einem Betrieb übernommen werden und Ihre Ausbildung dann im dualen System fortsetzen, das heißt, im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule.

Herausforderungen und Chancen der Friseurbranche

Die Friseurbranche ist dynamisch und bietet vielfältige Karrierechancen. Neben der Arbeit im Salon gibt es Möglichkeiten zur Spezialisierung (z.B. Colorist, Barbier, Stylist für Events), zur Weiterbildung (Meisterprüfung, Salonleitung) oder sogar zur Selbstständigkeit.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen: Der Beruf kann körperlich anspruchsvoll sein, erfordert oft flexibles Arbeiten (Abend- und Samstagsdienste) und ständige Weiterbildung, um mit den neuesten Trends Schritt zu halten. Die Bezahlung kann zu Beginn der Karriere moderat sein, verbessert sich aber mit zunehmender Erfahrung und Spezialisierung.

Das Berliner Ausbildungsmodell ist eine hervorragende Möglichkeit, diese Herausforderungen anzugehen, indem es einen strukturierten und unterstützten Einstieg in diesen spannenden Beruf bietet. Es minimiert das Risiko, ohne Ausbildungsplatz dazustehen, und fördert gleichzeitig die praktische Erfahrung und die Vernetzung mit potenziellen Arbeitgebern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Berliner Ausbildungsmodell und Friseurberuf

1. Benötige ich einen bestimmten Schulabschluss, um am BAM teilzunehmen?

Die genauen Voraussetzungen für den Teilnahmevorschlag der Jugendberufsagentur können variieren. In der Regel ist ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss hilfreich, aber die Jugendberufsagentur bewertet jeden Fall individuell. Ihre Motivation und Eignung für den Beruf spielen eine entscheidende Rolle.

2. Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur über das BAM?

Die Gesamtdauer der Friseurausbildung beträgt in der Regel drei Jahre. Das BAM ist ein Einstiegsmodell. Sobald Sie von einem Betrieb übernommen werden, zählt die bereits absolvierte schulische Zeit und die Praktika oft auf die Gesamtausbildungszeit an. Die genaue Anrechnung wird individuell mit dem Betrieb und der Kammer abgestimmt.

3. Was passiert, wenn ich während des BAM keinen Ausbildungsbetrieb finde?

Das Ziel des BAM ist es, Sie aktiv bei der Betriebssuche zu unterstützen. Die Schule und die Jugendberufsagentur arbeiten eng zusammen, um Ihnen Praktikumsplätze und Kontakte zu potenziellen Ausbildungsbetrieben zu vermitteln. Es gibt keine Garantie, aber das Modell ist darauf ausgelegt, die Chancen erheblich zu verbessern. Sollte es dennoch schwierig sein, werden individuelle Lösungen und Beratungen angeboten, um Ihre berufliche Zukunft zu sichern.

4. Ist die im BAM begonnene Ausbildung staatlich anerkannt?

Ja, die Ausbildung, die über das Berliner Ausbildungsmodell begonnen wird und in eine reguläre betriebliche Ausbildung übergeht, führt zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss als Friseur:in (oder Zahntechniker:in). Das Modell ist ein Weg, um in die anerkannte duale Ausbildung einzusteigen.

5. Ist das BAM nur für den Friseurberuf verfügbar?

Aktuell liegt der Fokus des Modells auf dem Friseurberuf. Ab Sommer 2024 wird das Berliner Ausbildungsmodell auch den Einstieg in den Bereich Zahntechnik ermöglichen. Es ist also eine Erweiterung des Angebots geplant, um weitere Berufsfelder abzudecken, in denen es Herausforderungen bei der Ausbildungsplatzsuche gibt.

Fazit: Eine Brücke in die Berufswelt

Das Berliner Ausbildungsmodell (BAM) ist eine wertvolle Initiative für alle, die den Traum vom Friseurberuf hegen, aber auf dem traditionellen Weg der Ausbildungsplatzsuche Schwierigkeiten haben. Es bietet eine strukturierte, unterstützende und flexible Möglichkeit, die Ausbildung zu beginnen, praktische Erfahrungen zu sammeln und dabei aktiv bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb begleitet zu werden. Wenn Sie motiviert sind, den kreativen und anspruchsvollen Friseurberuf zu erlernen und in Berlin leben, könnte der erste Schritt über die Jugendberufsagentur Ihr direkter Weg zu einer vielversprechenden Karriere sein. Nutzen Sie diese Chance, um Ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen und Teil einer dynamischen Branche zu werden, die stets nach talentierten und passionierten Fachkräften sucht.

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