Wie oft sollten sie ihre Haare färben?

Ansatzfärbung: Geheimnisse für perfektes Haar

19/07/2023

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Der Moment, in dem der eigene Haaransatz nach einer Färbung wieder zum Vorschein kommt, ist für viele ein vertrautes Gefühl. Ob strahlendes Blond, tiefes Braun oder feuriges Rot – spätestens nach vier bis sechs Wochen kündigt sich der nächste Friseurbesuch an. Unsere Haare wachsen unaufhaltsam etwa einen Zentimeter pro Monat. Diesen natürlichen Prozess kann niemand stoppen, es sei denn, man vertraut auf mystische Mondkalender-Rituale, die ein langsameres Wachstum versprechen. Doch für die meisten ist der Gang zum Friseur für das Nachfärben des Ansatzes eine Notwendigkeit. Was viele dabei nicht wissen: Es gibt erprobte Methoden und wertvolle Tipps, die diesen Prozess nicht nur schonender, sondern auch effektiver gestalten. Wir haben uns bei Tim Mathé, einem renommierten Starfriseur und Creative Art Director von Lipperts Friseure, umgesehen und wertvolle Einblicke in die schonendsten Färbetechniken erhalten, die Ihnen helfen, Ihre Haarfarbe länger frisch und Ihr Haar gesund zu halten.

Wie oft sollte man den Ansatz färben?
Und mit etwas Übung schafft man es sogar selbst zu Hause. Wie oft muss ich den Ansatz färben? Der Ansatz sollte maximal alle sechs bis acht Wochen nachgefärbt werden, damit die Haare gesund bleiben und die Kopfhaut geschont wird. In dieser Zeit wachsen die Haare im Schnitt 2 cm, wodurch man den Ansatz zu sehen bekommt.
Inhaltsverzeichnis

Warum der richtige Zeitpunkt und die Vorbereitung entscheidend sind

Bevor die Farbe überhaupt ins Spiel kommt, ist die richtige Vorbereitung des Haares entscheidend. „Stylingprodukte mit Sprühpigmenten oder Ansatzpuder sollten vor dem Ansatzfärben unbedingt aus dem Haar entfernt werden“, betont Experte Tim Mathé. Seine klare Empfehlung: „Am besten sollte man zum Friseur immer mit reinem Haar kommen, wenn man färben möchte.“ Dies gilt nicht nur für den Salonbesuch, sondern auch, wenn man zu Hause nachfärben möchte. Das Haar muss dabei nicht zwingend frisch gewaschen sein, aber es sollte frei von jeglichen Stylingrückständen sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Das Haar sollte beim Friseurbesuch immer trocken sein. Nur so kann der Friseur oder die Friseurin einen genauen Eindruck von der Haarstruktur, der Ausgangsfarbe und dem nachwachsenden Ansatz gewinnen. Colorierungen werden grundsätzlich ins trockene Haar aufgetragen, da Wasser die Farbpigmente verdünnen und somit die Haltbarkeit und Intensität der Farbe mindern kann. Bei Intensivtönungen kann es je nach Hersteller variieren, doch die Trockenheit des Haares ist in den meisten Fällen von Vorteil für ein optimales Ergebnis.

Die Wahl des richtigen Färbemittels: Intensivtönung vs. Permanente Haarfarbe

Die Entscheidung zwischen einer Intensivtönung und einer permanenten Haarfarbe ist ein Kernpunkt für ein schonendes und zugleich effektives Ergebnis. „Endverbraucher:innen oder auch viele Friseur:innen colorieren immer sehr schnell mit permanenter Farbe“, bemerkt Tim Mathé kritisch. „In den meisten Fällen reicht aber eine Intensivtönung aus. Sie deckt auch bis zu 70 Prozent des Weißanteils ab.“

Der Hauptvorteil einer Intensivtönung liegt in ihrer sanfteren chemischen Zusammensetzung. Sie schont das Haar deutlich mehr, da sie weniger aggressiv in die Haarstruktur eingreift als eine permanente Coloration. Gleichzeitig verleiht sie dem Haar einen wunderschönen Glanz und lässt den Ansatz zudem viel sanfter herauswachsen. Dies führt zu einem harmonischeren Übergang und weniger sichtbaren Linien zwischen gefärbtem und natürlichem Haar. Eine permanente Haarfarbe, die das Haar dauerhaft chemisch verändert, empfiehlt Tim Mathé erst bei einem Weißanteil von mehr als 70 Prozent, da hier eine stärkere Deckkraft und Haltbarkeit erforderlich ist.

Glossing: Wann es nützlich ist und wann nicht

Häufig wird auch über Glossings gesprochen, wenn es um Farbauffrischung geht. Doch eignet sich ein Glossing auch für den Ansatz? „Ein Glossing wäre für den Ansatz zu schwach und schafft zum Beispiel keine Grauhaarabdeckung“, erklärt der Experte. Ein Glossing ist vielmehr für Nuancierungen und Farbauffrischungen gedacht oder um einem Blond mehr Tiefe zu verleihen. Besonders bei modernen Techniken wie Balayage oder soften Strähnchen ist ein Glossing zur Farbauffrischung oft völlig ausreichend. Es bringt Frische und Farbtiefe zurück, ohne den Ansatz zu stark zu beeinflussen, da bei Balayage und ähnlichen Techniken der Ansatz sowieso sehr weich herauswächst und harte Linien vermieden werden.

FärbemittelVorteileNachteile/Einsatzbereich
IntensivtönungSchonender, guter Glanz, deckt bis 70% Grau ab, sanfterer Übergang beim Herauswachsen.Nicht für 100% Grauabdeckung oder starke Aufhellung geeignet.
Permanente Haarfarbe100% Grauabdeckung, dauerhaftes Ergebnis, stärkere Farbveränderung möglich.Chemisch intensiver, härterer Übergang beim Herauswachsen, kann das Haar stärker belasten. Empfohlen ab 70% Grauanteil.
GlossingFarbauffrischung, Nuancierung, Glanz, sehr schonend, ideal für Balayage.Keine Grauabdeckung, nicht für Ansatzfärbung im klassischen Sinne geeignet.

Hautschutz ist das A und O

Ein oft unterschätzter, aber immens wichtiger Schritt vor jeder Färbung ist der Schutz der Haut. „Die Haut sollte auf jeden Fall gut geschützt werden, um Einfärbungen und Ränder zu verhindern“, rät Tim Mathé. Der Profi verwendet hierfür ein spezielles Öl, das er sorgfältig entlang des Haaransatzes auf Gesicht, Nacken und Ohren aufträgt. Sollte doch einmal Farbe danebengehen, wird die Haut nicht eingefärbt, und das Produkt lässt sich ganz einfach abwischen. Dieser einfache Trick erspart unangenehme Farbränder und sorgt für ein sauberes und professionelles Ergebnis.

Ansatzfärben bei monotonen Haarfarben: Die Profi-Methode

Gerade bei einer Erstfärbung von Naturhaar ist der Gang zum Profi unerlässlich. „Eine Erstfärbung von Naturhaar würde ich grundsätzlich immer nur beim Profi machen“, bekräftigt Creative Art Director Tim Mathé. Ist die Wunschfarbe einmal erreicht, beginnt das regelmäßige Nachfärben des Ansatzes. Dabei geht der Profi äußerst präzise vor: „Um den Ansatz zu färben, gebe ich die neue Farbe lediglich auf den Teil der Haare, der keine Farbe mehr trägt.“ Dies ist ein entscheidender Punkt. Würde man die neue Farbe auch in die bereits gefärbten Längen geben, würden diese laut Experte zu dunkel werden und ein unnatürliches, oft fleckiges Ergebnis erzeugen.

Ein erfahrener Friseur passt die Längen und Spitzen mit einer anderen, oft etwas helleren Farbe an und gleicht sie aus. „Ich als Profi würde die Längen und Spitzen mit einer anderen Farbe anpassen und ausgleichen, damit man ein insgesamt stimmiges Gesamtergebnis hat. Dafür würde ich in die Längen und Spitzen einen etwas helleren Ton als am Ansatz geben, das wirkt natürlicher.“ Diese Nuancierung bringt nicht nur Frische und Glanz in die Längen, sondern sorgt auch für ein harmonisches und lebendiges Gesamtbild, das nicht „wie aus einem Guss“ wirkt.

Der genaue Färbevorgang im Salon sieht wie folgt aus: Zunächst werden die Haare in einzelne, präzise Partien eingeteilt. Die cremige Farbe wird dann mit einem Pinsel gezielt auf den Ansatz aufgetragen. Der Startpunkt der Anwendung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. „Wenn man Weißanteil hat, trägt man die Farbe zunächst im Contourenbereich auf“, erklärt Mathé. Das ist der Bereich um das Gesicht herum, wo graue Haare oft am auffälligsten sind und eine schnelle Deckung gewünscht wird. „Wenn man die Farbe etwas heller färben möchte, fängt man im Nacken an, da dort die Haare dunkler sind. Da dauert eine Aufhellung länger.“ Dies gewährleistet eine gleichmäßige Aufhellung und Farbentwicklung. Die Einwirkzeit variiert je nach Produkt und gewünschtem Ergebnis, liegt aber typischerweise zwischen 20 und 35 Minuten. Danach wird die Farbe gründlich ausgespült, und gegebenenfalls wird noch eine Veredelung in die Spitzen gegeben, um Glanz und Geschmeidigkeit zu optimieren. Abschließend folgt eine intensive Pflege, um das Haar nach dem Färbeprozess zu stärken und zu versorgen.

Ansatzfärben bei Strähnchen: Natürlichkeit bewahren

Auch bei Strähnchen ist es möglich und sogar ratsam, nur den Ansatz nachzufärben. Hier gibt es oft das klassische Phänomen, dass „jede Blondine immer blonder und blonder wird“, wie Tim Mathé es beschreibt. Der Grund: Bei Strähnchen wird oft der ganze Kopf immer wieder neu gesträhnt. Dies führt auf Dauer zu einer Überbeanspruchung des Haares, was sich in kaputten und brüchigen Spitzen äußert. Zudem entsteht ein immer heller werdendes, oft künstliches Ergebnis, das die Natürlichkeit vermissen lässt.

„Für ein natürliches Ergebnis ist es allerdings wichtig, die Strähnchen nur am Ansatz einzubringen“, betont Tim Mathé. Egal ob moderne Techniken wie Foilyage, Balayage oder klassische Folientechnik; all diese Methoden erlauben es, gezielt nur die nachgewachsenen Ansätze zu strähnen. Die zugrundeliegenden Techniken bleiben dabei dieselben, werden aber an den Ansatz angepasst: „Bei Freihandtechniken geht man ins Mittelstück der Haare hinein, um einen soften Übergang zu schaffen. Man schraffiert die Farbe oder das schonende Painting Powder in den Ansatz ein, um einen natürlichen Übergang zu schaffen.“ Dies verhindert harte Linien und lässt die Farbe nahtlos in die Längen übergehen.

Bei Foliensträhnen kann man „ganz gezielt nur den Ansatz strähnen, ganz ohne Übergang, und die Farbe präzise mit einem Pinsel auftragen.“ Das ermöglicht eine exakte Platzierung der Farbe nur dort, wo sie benötigt wird. Auch hier sollte man immer im Nacken beginnen, idealerweise mit einem niedrigeren Oxidanten. Dies gewährleistet, dass die Farbe gleichmäßig und zum selben Zeitpunkt wie das Fronthaar fertig wird, da die Haare im Nacken oft etwas dunkler sind und eine längere Einwirkzeit benötigen könnten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Ansatzfärben

1. Kann ich meinen Ansatz auch zu Hause färben?

Während eine Erstfärbung oder komplexe Techniken wie Balayage unbedingt in professionelle Hände gehören, ist das Nachfärben eines einfarbigen Ansatzes zu Hause prinzipiell möglich. Beachten Sie jedoch die Hinweise des Experten: Das Haar muss sauber und trocken sein, und Stylingprodukte müssen entfernt werden. Wählen Sie eine Intensivtönung für ein schonenderes Ergebnis und vermeiden Sie es, die Farbe in die Längen zu ziehen, um ein Abdunkeln zu verhindern. Bei Unsicherheiten oder wenn Sie ein sehr präzises Ergebnis wünschen, ist der Friseurbesuch immer die sicherste Wahl.

2. Wie oft sollte ich meinen Ansatz nachfärben lassen?

Im Durchschnitt wachsen Haare etwa einen Zentimeter pro Monat. Die meisten Menschen färben ihren Ansatz daher alle vier bis sechs Wochen nach. Dies hängt jedoch stark von der Geschwindigkeit Ihres Haarwachstums und der Sichtbarkeit des Ansatzes ab. Bei sehr dunklen Haaren mit hellem Ansatz kann der Bedarf schneller entstehen als bei einem geringeren Kontrast.

3. Welche Pflege ist nach dem Ansatzfärben wichtig?

Nach jeder Färbung, ob Ansatz oder ganzes Haar, ist eine intensive Pflege essenziell. Verwenden Sie spezielle Shampoos und Conditioner für coloriertes Haar, die die Farbe schützen und das Haar mit Feuchtigkeit versorgen. Regelmäßige Haarmasken helfen, das Haar zu stärken und Glanz zu bewahren. Hitzeschutz vor dem Styling ist ebenfalls unerlässlich.

4. Was tun, wenn mein Haaransatz schnell fettig wird, aber ich ihn noch nicht färben möchte?

Trockenshampoo kann hier eine schnelle Lösung sein, um den Ansatz aufzufrischen und den Kontrast zu mildern. Es gibt auch spezielle Ansatzsprays oder Puder mit Farbpigmenten, die den nachwachsenden Ansatz kaschieren können. Diese sollten jedoch, wie im Artikel erwähnt, vor dem nächsten Färbetermin gründlich ausgewaschen werden.

5. Gibt es Risiken beim häufigen Ansatzfärben?

Ein zu häufiges oder unsachgemäßes Färben kann das Haar strapazieren. Wenn die Farbe immer wieder über die bereits gefärbten Längen aufgetragen wird, führt dies zu einer Überpigmentierung und Schädigung. Daher ist die präzise Anwendung nur auf den Ansatz, wie vom Profi beschrieben, von großer Bedeutung. Eine Intensivtönung ist oft die schonendere Alternative zur permanenten Farbe, wenn es um regelmäßiges Nachfärben geht.

Fazit: Perfekte Farbe durch Fachwissen und Pflege

Der nachwachsende Haaransatz ist eine natürliche Begleiterscheinung gefärbter Haare, doch mit dem richtigen Wissen und der passenden Technik muss er kein Ärgernis sein. Die Expertise von Profis wie Tim Mathé zeigt, dass schonendes und effektives Ansatzfärben möglich ist, sowohl bei einfarbigen Haaren als auch bei komplexen Strähnchentechniken. Die richtige Vorbereitung des Haares, die sorgfältige Auswahl des Färbemittels und die präzise Anwendung nur auf den Ansatz sind die Schlüssel zu einem natürlichen, gesunden und langanhaltend schönen Farbergebnis. Vertrauen Sie auf professionelle Beratung und Pflege, um Ihre Haarfarbe optimal zu erhalten und Ihr Haar vor unnötiger Belastung zu schützen. Ihr Haar wird es Ihnen danken!

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