Kann man sich als Coiffeur weiterbilden?

Der Coiffeur: Handwerk, Kunst und Berufsalltag

23/06/2022

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Der Besuch beim Coiffeur ist für viele Menschen weit mehr als nur ein notwendiger Termin; er ist ein Moment der Selbstpflege, der Veränderung und oft auch der persönlichen Beratung. Doch was steckt hinter diesem Handwerk, und welche Fähigkeiten sind erforderlich, um in diesem vielfältigen Beruf erfolgreich zu sein? Ein Coiffeur ist nicht nur ein Haarschneider, sondern ein Künstler, Berater und oft auch eine Vertrauensperson. Dieser Artikel beleuchtet die Facetten des Coiffeurberufs, die Arbeitsbedingungen und die wichtigen rechtlichen Aspekte, die bei der Eröffnung eines eigenen Salons zu beachten sind.

Was macht ein Coiffeur?
Coiffeure und Coiffeusen EBA unterstützen ihre Vorgesetzten bei verschiedenen Aufgaben im Coiffeurgeschäft. Sie waschen, pflegen und schneiden die Haare der Kundschaft. Nach Anweisung färben und stylen sie auch Haare. Sie üben folgende Tätigkeiten aus: In einem Coiffeurgeschäft. 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule.
Inhaltsverzeichnis

Der Coiffeurberuf: Mehr als nur Haare schneiden

Coiffeusen und Coiffeure, insbesondere jene mit einem Eidgenössischen Berufsattest (EBA), sind die Eckpfeiler jedes Friseursalons. Ihre tägliche Arbeit ist geprägt von Kreativität, handwerklichem Geschick und intensivem Kundenkontakt. Es geht darum, nicht nur Frisuren zu kreieren, sondern auch individuelle Wünsche zu verstehen, Gesichtsformen zu analysieren und Typ-Beratungen anzubieten. Sie sind Experten für Haarschnitte, Farbveränderungen, Dauerwellen, Hochsteckfrisuren und die Pflege von Haar und Kopfhaut. Die Fähigkeit, zuzuhören und die Vorstellungen der Kundschaft präzise umzusetzen, ist dabei von entscheidender Bedeutung.

Teamarbeit und Kundenkontakt

Coiffeure arbeiten in der Regel im Team. Ob in einem kleinen Quartiersalon oder einem grossen Geschäft in einem Einkaufszentrum – der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist wichtig für die Arbeitsabläufe, die Koordination von Terminen und das gemeinsame Lösen komplexer Aufgaben. Der direkte Kontakt mit der Kundschaft steht jedoch im Mittelpunkt. Dies erfordert ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten, Empathie und ein freundliches Wesen. Der Coiffeur ist oft der erste Ansprechpartner für Fragen zur Haarpflege und zu aktuellen Trends. Ein gutes Verhältnis zu den Kunden ist entscheidend für den Erfolg und die Kundenbindung.

Arbeitsalltag und -bedingungen

Der Arbeitsalltag eines Coiffeurs kann körperlich anspruchsvoll sein. Lange Stehzeiten sind die Regel, was eine gute Kondition und bequemes Schuhwerk erfordert. Salons können, insbesondere an belebten Tagen, heiss und feucht sein. Dies liegt zum einen an der Verwendung von Trockenhauben und Stylinggeräten, zum anderen an der ständigen Bewegung im Raum. Ein weiterer Aspekt sind die Produkte: Shampoos, Farben, Dauerwellenmittel und Stylingprodukte können mitunter stark riechen. Eine gute Belüftung des Salons ist daher nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Gesundheit der Mitarbeitenden von grosser Bedeutung. Coiffeure arbeiten häufig auch am Samstag, geniessen dafür aber oft einen freien Montag, was eine willkommene Abwechslung zur klassischen Arbeitswoche darstellt.

Karrierewege und Spezialisierungen im Coiffeurberuf

Der Coiffeurberuf bietet verschiedene Ausbildungspfade und Karrierechancen. Der Einstieg erfolgt oft über das Eidgenössische Berufsattest (EBA), eine zweijährige Grundbildung, die grundlegende Fertigkeiten vermittelt. Für eine tiefere und umfassendere Qualifikation gibt es die dreijährige Ausbildung zur Coiffeuse oder zum Coiffeur mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Diese Ausbildung ist die Basis für weiterführende Karriereschritte.

Vom Angestellten zum Saloninhaber

Nach einigen Jahren Berufserfahrung und dem Abschluss als Coiffeur/-euse EFZ eröffnen viele Fachkräfte den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein eigenes Geschäft zu führen, ist für viele ein Traum und eine logische Weiterentwicklung der Karriere. Dies erfordert jedoch nicht nur handwerkliches Können, sondern auch betriebswirtschaftliches Wissen, Managementfähigkeiten und ein Verständnis für rechtliche Rahmenbedingungen. Die Wahl des Standortes, die Einrichtung, die Produktpalette und das Marketing spielen eine grosse Rolle für den Erfolg eines eigenen Salons.

Spezialisierungen und Weiterbildung

Der Coiffeurberuf ist dynamisch und entwickelt sich ständig weiter. Trends ändern sich, neue Techniken und Produkte kommen auf den Markt. Daher ist kontinuierliche Weiterbildung essenziell. Coiffeure können sich in verschiedenen Bereichen spezialisieren, zum Beispiel als Farbexperten (Coloristen), Stylisten für Event- und Brautfrisuren, Barbiere für Herrenhaarschnitte und Bartpflege, oder als Trichologen, die sich mit Haar- und Kopfhautproblemen befassen. Seminare, Workshops und Fachmessen bieten Gelegenheiten, das eigene Wissen zu erweitern und auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Die Bewilligungspflicht: Ein Muss für jeden Salon

Die Eröffnung eines Coiffeursalons ist nicht nur eine Frage der Kreativität und des Handwerks, sondern auch der Einhaltung zahlreicher rechtlicher Vorgaben. Eine der wichtigsten Hürden ist die sogenannte Bewilligungspflicht. Diese stellt sicher, dass ein Gewerbebetrieb den geltenden Bau-, Umwelt- und Sicherheitsvorschriften entspricht.

Was wird bei einer Baubewilligung geprüft?

Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens, das oft auch für die Nutzungsänderung von Räumlichkeiten oder die Einrichtung eines Gewerbebetriebs notwendig ist, werden verschiedene Aspekte geprüft:

  • Bauliche Vorgaben: Es wird geklärt, ob die Räumlichkeiten den Bauvorschriften entsprechen, beispielsweise hinsichtlich Statik, Brandschutz und Zugänglichkeit.
  • Gewerbe in der Zone: Die Nutzung des Gebäudes muss mit dem Zonenplan der Gemeinde übereinstimmen. Nicht in jeder Zone ist die Ausübung eines Coiffeurgewerbes erlaubt.
  • Umweltschutz: Es wird geprüft, ob der Betrieb die Umweltvorschriften einhält, insbesondere in Bezug auf Abfallentsorgung, Abwasser und den Umgang mit chemischen Produkten.
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Falls Arbeitsplätze entstehen, müssen die Anforderungen an die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden erfüllt sein. Dies umfasst beispielsweise Lüftungssysteme, Ergonomie der Arbeitsplätze und Notausgänge.
  • Lärmschutz: Es wird sichergestellt, dass der Betrieb keine unzumutbaren Lärmemissionen für die Nachbarschaft verursacht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Baubewilligung unter Umständen auch dann notwendig sein kann, wenn keine eigentlichen Bauarbeiten geplant sind. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Anbringung einer auffälligen Beschriftung an der Fassade des Salons. Solche Massnahmen können das Ortsbild beeinflussen und unterliegen daher ebenfalls einer Genehmigungspflicht.

Was macht ein Coiffeur?
Coiffeure und Coiffeusen EBA unterstützen ihre Vorgesetzten bei verschiedenen Aufgaben im Coiffeurgeschäft. Sie waschen, pflegen und schneiden die Haare der Kundschaft. Nach Anweisung färben und stylen sie auch Haare. Sie üben folgende Tätigkeiten aus: In einem Coiffeurgeschäft. 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule.

Zuständigkeit und Vorgehen

Für die Baubewilligung sind die Gemeinden zuständig. Es empfiehlt sich daher dringend, vor der Einrichtung eines neuen Coiffeursalons oder der Übernahme bestehender Räumlichkeiten das zuständige Bauamt der Standortgemeinde zu kontaktieren. Eine frühzeitige Abklärung kann viele Probleme und Verzögerungen in der Planungsphase vermeiden. Das Bauamt kann Auskunft über die spezifischen Anforderungen und den Ablauf des Bewilligungsverfahrens geben. Dies stellt sicher, dass der Salon von Anfang an auf einer soliden rechtlichen Basis steht und spätere teure Nachbesserungen oder gar Betriebsschliessungen vermieden werden.

Vergleich: Coiffeur EBA vs. Coiffeur EFZ

Die beiden Hauptausbildungswege im Coiffeurberuf haben unterschiedliche Schwerpunkte und eröffnen verschiedene Karrieremöglichkeiten. Hier eine vergleichende Übersicht:

MerkmalCoiffeur/-euse EBA (Eidgenössisches Berufsattest)Coiffeur/-euse EFZ (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis)
Ausbildungsdauer2 Jahre3 Jahre
SchwerpunktVermittlung grundlegender Fertigkeiten im Haareschneiden, Waschen, Föhnen und Basispflege. Fokus auf praktische Ausführung.Umfassende Ausbildung in allen Bereichen: Schnitt, Farbe, Dauerwelle, Styling, Beratung, Haar- und Kopfhautpflege, Salonmanagement. Vertiefte Theorie.
AnforderungenGuter Real- oder Sekundarschulabschluss, handwerkliches Geschick, Freude am Kundenkontakt.Guter Sekundarschulabschluss (Niveau A oder B), ausgeprägtes Flair für Ästhetik, Kommunikationsstärke, Kreativität.
KarrieremöglichkeitenEinstieg als Coiffeur-Assistent/-in. Möglichkeit zur verkürzten EFZ-Ausbildung.Volle Fachkraft, Spezialisierung, Weiterbildung (Meisterprüfung), Salonleitung, Selbstständigkeit.
Berufliche UnabhängigkeitEher gering, oft unter Anleitung.Hoch, kann eigenverantwortlich arbeiten und sich selbstständig machen.

Herausforderungen und Zukunft des Coiffeurberufs

Der Coiffeurberuf ist trotz seiner kreativen und sozialen Aspekte mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Neben der bereits erwähnten körperlichen Belastung und dem Umgang mit Chemikalien gehören dazu auch der Wettbewerb in der Branche, die Notwendigkeit, ständig auf dem Laufenden zu bleiben, was neue Trends und Techniken angeht, sowie der Umgang mit anspruchsvollen Kundenwünschen. Ein gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit, unter Druck präzise zu arbeiten, sind daher unerlässlich.

Die Zukunft des Coiffeurberufs ist spannend. Digitalisierung spielt eine immer grössere Rolle, von Online-Terminbuchungssystemen bis hin zu virtuellen Frisurenberatungen. Nachhaltigkeit und der Einsatz umweltfreundlicher Produkte werden immer wichtiger. Auch die Nachfrage nach personalisierten Dienstleistungen und spezialisierten Behandlungen nimmt zu. Coiffeure, die bereit sind, sich diesen Entwicklungen anzupassen und ihre Dienstleistungen entsprechend zu erweitern, werden weiterhin erfolgreich sein und ihren Kunden ein einzigartiges Erlebnis bieten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Braucht man immer eine Baubewilligung für einen Coiffeursalon?

Ja, in den meisten Fällen ist eine Baubewilligung oder zumindest eine Nutzungsänderungsbewilligung erforderlich. Dies gilt nicht nur für Neubauten oder Umbauten, sondern auch für die erstmalige Einrichtung eines Gewerbes in bestehenden Räumlichkeiten oder für wesentliche Änderungen, wie z.B. eine grosse Aussenbeschriftung. Es ist immer ratsam, sich frühzeitig beim Bauamt der Gemeinde zu erkundigen.

2. Welche Ausbildung braucht man, um Coiffeur zu werden?

Es gibt zwei Hauptausbildungswege in der Schweiz: Das zweijährige Eidgenössische Berufsattest (EBA) und das dreijährige Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ). Das EFZ ist die umfassendere Ausbildung und die Voraussetzung für die meisten weiterführenden Karriereschritte und die Selbstständigkeit.

3. Ist der Beruf körperlich anstrengend?

Ja, der Coiffeurberuf kann körperlich anspruchsvoll sein. Lange Stehzeiten, sich wiederholende Bewegungen und der Umgang mit Geräten und Produkten können zu Belastungen führen. Ergonomische Arbeitsplätze und regelmässige Pausen sind wichtig, um die Gesundheit zu erhalten.

4. Kann ich als Coiffeur mein eigenes Geschäft eröffnen?

Ja, nach Abschluss der EFZ-Ausbildung und dem Sammeln von Berufserfahrung ist die Eröffnung eines eigenen Salons ein häufiger Karriereschritt. Neben dem fachlichen Können sind dafür aber auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und die Einhaltung rechtlicher Vorschriften, wie die Bewilligungspflicht, notwendig.

5. Was sind die wichtigsten Eigenschaften eines guten Coiffeurs?

Ein guter Coiffeur zeichnet sich durch handwerkliches Geschick, Kreativität, exzellente Kommunikationsfähigkeit, Empathie, ein Gespür für Trends, Präzision und Kundenorientierung aus. Auch Belastbarkeit und die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung sind entscheidend.

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