Haare färben: Perfekte Vorbereitung & Pflege

05/12/2018

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Eine Veränderung der Haarfarbe kann Wunder wirken und Ihrem Aussehen einen frischen Glanz verleihen. Ob Sie nun einen komplett neuen Look wagen, graue Haare abdecken oder einfach Ihre Naturfarbe intensivieren möchten – das Haarefärben zu Hause ist eine beliebte Option. Doch damit das Ergebnis auch wirklich überzeugt und Ihre Haare gesund bleiben, ist eine sorgfältige Vorbereitung und die richtige Pflege entscheidend. Es geht nicht nur darum, die Farbe aufzutragen, sondern den gesamten Prozess von Anfang bis Ende zu verstehen und zu beherrschen. In diesem ausführlichen Leitfaden tauchen wir tief in die Welt der Haarfarben ein, erklären die verschiedenen Typen, verraten Ihnen, welche Utensilien Sie benötigen und geben Ihnen eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand. Erfahren Sie außerdem, wie Sie häufige Fehler vermeiden und was zu tun ist, wenn doch einmal etwas schiefgeht, damit Sie lange Freude an Ihrer neuen, strahlenden Haarfarbe haben.

Wie pflege ich meine Haare vor dem Färben?
Generell gilt aber: Die Anwendung von Haarfarbe in ungewaschenem Haar ist schonender, da die Kopfhaut durch den leichten Talgfilm geschützt ist. Besonders beim Blondieren solltest du also die Haare vor dem Färben nicht waschen, um deine Kopfhaut nicht zu reizen. Es lohnt sich, die Haare einige Tage vor dem Färben mit einer Pflegekur zu behandeln.
Inhaltsverzeichnis

Die Grundlagen des Haarefärbens: Tönung, Färbung oder Blondierung?

Bevor Sie zum Farbmittel greifen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten der Haarveränderung zu kennen. Jede Methode hat ihre eigene Wirkweise und ist für unterschiedliche Ziele geeignet. Die Wahl hängt maßgeblich von dem gewünschten Effekt und der Beständigkeit ab.

Tönung – Flexibilität für Experimentierfreudige

Eine Tönung ist die sanfteste Methode, um Ihre Haarfarbe zu verändern. Die Farbpigmente legen sich hierbei lediglich wie ein Film um die äußere Schuppenschicht des Haares und dringen nicht tief in die Haarstruktur ein. Dies macht Tönungen besonders flexibel, da sich die Farbe nach einigen Haarwäschen (typischerweise 6 bis 8) wieder auswäscht. Sie eignen sich hervorragend, um eine neue Nuance auszuprobieren, Ihrer Naturfarbe mehr Glanz zu verleihen oder einen leichten Farbakzent zu setzen. Beachten Sie jedoch: Mit einer Tönung können Sie Ihre Haare nur dunkler machen oder den bestehenden Farbton intensivieren; ein Aufhellen ist leider nicht möglich.

Färbung – Dauerhaftigkeit für langanhaltende Ergebnisse

Im Gegensatz zur Tönung dringt eine Haarfärbung tief in die Haarstruktur ein und verändert die Farbpigmente dauerhaft. Dies ist ein chemischer Prozess, bei dem in der Regel Wasserstoffperoxid zum Einsatz kommt, um die Schuppenschicht des Haares zu öffnen und die Farbpigmente im Haar zu verankern. Das Ergebnis ist eine intensive und langanhaltende Farbe, die nicht herausgewaschen wird, sondern mit dem Haar herauswächst. Das bedeutet, dass Sie nach einiger Zeit einen Ansatz nachfärben müssen. Eine Färbung ist die richtige Wahl, wenn Sie eine permanente Farbveränderung wünschen, graue Haare abdecken möchten oder eine deutliche Farbintensivierung anstreben.

Blondierung – Aufhellung mit Vorsicht

Blondierungen sind keine Farben im herkömmlichen Sinne, sondern chemische Mittel, die dem Haar seine natürlichen Farbpigmente entziehen. Dadurch wird das Haar optisch aufgehellt. Dieser Prozess ist jedoch sehr intensiv und kann das Haar stark beanspruchen und schädigen. Aus diesem Grund wird dringend davon abgeraten, eine Blondierung zu Hause selbst durchzuführen, insbesondere wenn Sie unerfahren sind. Ein Grünstich, Haarbruch oder ungleichmäßige Ergebnisse sind häufige Folgen einer unsachgemäßen Blondierung. Für eine Blondierung sollten Sie immer die Hilfe eines professionellen Friseurs in Anspruch nehmen, um Ihre Haargesundheit zu schützen und das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Hier eine kurze Übersicht zur besseren Orientierung:

MerkmalTönungFärbungBlondierung
WirkweiseFarbpigmente legen sich um das HaarFarbpigmente dringen ins Haar einEntzieht dem Haar Farbpigmente
HaltbarkeitWäscht sich nach 6-8 Wäschen ausPermanent, wächst mit dem Haar herausPermanent, wächst mit dem Haar heraus
Aufhellung möglich?Nein, nur dunkler/intensiverJaJa, stark aufhellend
Schonend für das HaarSehr schonendMäßig schonendWeniger schonend, potenziell schädlich
Empfohlen fürFarbexperimente, Glanz, leichte IntensivierungDauerhafte Farbveränderung, GrauabdeckungStarke Aufhellung (professionell!)

Pflanzlich vs. Chemisch: Die Wahl der Haarfarbe

Wenn Sie sich für eine dauerhafte Farbveränderung entschieden haben, steht Ihnen eine weitere Wahl bevor: pflanzliche oder chemische Haarfarbe. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, und die Entscheidung hängt oft von Ihren persönlichen Präferenzen bezüglich Inhaltsstoffen und dem gewünschten Farbergebnis ab.

Chemische Haarfarben

Die meisten im Handel erhältlichen Haarfarben sind chemischer Natur. Sie enthalten in der Regel Ammoniak (oder ähnliche Quellmittel wie Monoethanolamin) und Wasserstoffperoxid. Ammoniak öffnet die äußere Schuppenschicht des Haares, sodass die Farbpigmente und das Wasserstoffperoxid in das Haar eindringen können. Das Wasserstoffperoxid entfernt einerseits die natürlichen Farbpigmente und ermöglicht andererseits die Bildung neuer, dauerhafter Farbmoleküle im Haar. Chemische Haarfarben bieten eine riesige Farbpalette, von kräftigen Rottönen über intensive Brauntöne bis hin zu verschiedenen Blondnuancen, und ermöglichen eine zuverlässige Grauabdeckung sowie deutliche Farbveränderungen. Sie sind effektiv und liefern konsistente Ergebnisse.

Pflanzliche Haarfarben

Pflanzliche Haarfarben, oft auch als Naturhaarfarben bezeichnet, bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Henna, Indigo oder Kamille. Sie sind eine sanftere Alternative zu chemischen Farben, da sie das Haar nicht so stark beanspruchen und meist frei von Ammoniak und synthetischen Duftstoffen sind. Die Farbpigmente aus den Pflanzen legen sich wie eine Lasur um das Haar, ohne die Struktur chemisch zu verändern. Dies führt zu einem sehr natürlichen, oft glänzenden Farbergebnis. Allerdings ist das Farbspektrum bei pflanzlichen Farben eingeschränkter; meist sind nur Rot-, Braun- und Kupfertöne gut umsetzbar. Helle oder pastellige Töne sind mit pflanzlichen Farben nicht möglich, und auch die Grauabdeckung kann bei Naturprodukten herausfordernd sein und ist oft weniger deckend als bei chemischen Farben. Ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie zuvor chemisch gefärbtes Haar hatten, sollten Sie bei der Umstellung auf pflanzliche Haarfarben vorsichtig sein, da das Ergebnis ungleichmäßig ausfallen kann.

Wie pflege ich meine Haare vor dem Färben?
Generell gilt aber: Die Anwendung von Haarfarbe in ungewaschenem Haar ist schonender, da die Kopfhaut durch den leichten Talgfilm geschützt ist. Besonders beim Blondieren solltest du also die Haare vor dem Färben nicht waschen, um deine Kopfhaut nicht zu reizen. Es lohnt sich, die Haare einige Tage vor dem Färben mit einer Pflegekur zu behandeln.

Die richtige Konsistenz: Lotion, Creme oder Mousse?

Neben der Art der Farbe spielt auch ihre Konsistenz eine Rolle für die Handhabung und das Ergebnis. Hersteller bieten Haarfarben in verschiedenen Formen an, jede mit ihren eigenen Vorteilen, insbesondere für Anfänger oder Fortgeschrittene.

Färbelotionen

Lotionen sind die flüssigste Form von Haarfarben. Sie werden oft direkt aus einer Applikationsflasche auf das Haar gegeben. Aufgrund ihrer dünnen Konsistenz erfordern sie eine schnelle und präzise Anwendung, um ein Verlaufen oder Tropfen zu vermeiden und ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Sie sind daher eher für geübte Anwender geeignet, die bereits Erfahrung im Haarefärben haben.

Färbecremes

Cremes sind dickflüssiger als Lotionen und lassen sich leichter im Haar verteilen. Ihre Konsistenz minimiert das Risiko von Tropfen und Klecksen, was die Anwendung insgesamt einfacher und sauberer macht. Färbecremes sind eine gute Wahl für Anwender mit mittlerer Erfahrung, da sie eine gute Kontrolle über die Auftragung bieten und dennoch eine effiziente Verteilung ermöglichen.

Färbemousse

Die Mousse-Form ist die neueste und oft am einfachsten zu handhabende Konsistenz, besonders für Anfänger. Ähnlich einem Stylingschaum lässt sich die Mousse leicht im Haar verteilen, ohne zu tropfen oder zu verlaufen. Dank ihrer leichten Textur kann sie schnell und gleichmäßig eingearbeitet werden, auch an schwer erreichbaren Stellen wie dem Hinterkopf. Für eine gleichmäßige Farbe ist es jedoch wichtig, die Mousse nicht einfach wie ein Shampoo auf dem ganzen Kopf zu verteilen, sondern das Haar in Partien zu teilen und die Farbe sorgfältig aufzutragen.

Das A und O der Vorbereitung: Was Sie vor dem Färben beachten müssen

Der Erfolg einer Haarcoloration beginnt lange vor dem eigentlichen Auftragen der Farbe. Eine gute Vorbereitung schützt Ihre Haare und sorgt für ein optimales Farbergebnis.

Vorbereitende Haarpflege

  • Nicht waschen vor dem Färben: Dies ist ein entscheidender Tipp! Waschen Sie Ihre Haare idealerweise 24 bis 48 Stunden vor dem Färben nicht. Der natürliche Talgfilm auf Ihrer Kopfhaut dient als Schutzbarriere und minimiert mögliche Reizungen durch die chemische Farbe. Dies ist besonders wichtig bei Blondierungen, die die Kopfhaut stark beanspruchen können.
  • Pflegekur verwenden: Verwöhnen Sie Ihre Haare einige Tage vor dem Färben mit einer intensiven Pflegekur. Dadurch wird die Schuppenschicht geglättet, und das Haar kann die Farbe gleichmäßiger aufnehmen. Gesunde, gut vorbereitete Haare sind weniger anfällig für Schäden und nehmen die Farbpigmente besser an, was zu einem brillanteren und langanhaltenderen Ergebnis führt.
  • Stylingprodukte reduzieren: Verzichten Sie in den Tagen vor dem Färben auf stark festigende Stylingprodukte. Rückstände können die Farbanhaftung beeinträchtigen und zu einem ungleichmäßigen Farbergebnis führen.

Allergie-Test

Auch wenn Sie bereits Erfahrung mit Haarfärbemitteln haben, sollten Sie 48 Stunden vor jeder neuen Anwendung einen Allergieverdachtstest durchführen. Die genaue Anleitung finden Sie in der Gebrauchsanweisung des Herstellers. Dieser einfache Test kann unangenehme allergische Reaktionen vermeiden.

Die richtigen Utensilien bereitlegen

Eine reibungslose Anwendung erfordert, dass alle notwendigen Hilfsmittel griffbereit liegen. Was Sie unbedingt benötigen:

  • Einweghandschuhe: Schützen Ihre Hände vor Verfärbungen. Meist in der Packung enthalten.
  • Färbepinsel, Färbekamm und Schälchen: Zum Anmischen und präzisen Auftragen der Farbe. Oft in Färbesets enthalten.
  • Stielkamm und Haarspangen: Um die Haare präzise abzuteilen und Partien festzustecken.
  • Fetthaltige Creme: Eine fetthaltige Creme (z.B. Vaseline) schützt Stirn, Ohren und Nacken vor unschönen Farbflecken und Kanten. Tragen Sie diese großzügig auf die Haut entlang des Haaransatzes auf.
  • Altes Handtuch: Schützen Sie Ihre Kleidung, indem Sie ein altes Handtuch um Ihre Schultern legen.
  • Timer: Ein Smartphone-Timer oder eine Eieruhr ist unerlässlich, um die Einwirkzeit genau einzuhalten.
  • Genug Haarfarbe: Haben Sie langes oder sehr dichtes Haar? Kaufen Sie sicherheitshalber zwei Packungen Farbe, um nicht mit einem halbgefärbten Kopf dazustehen.
  • Färbe-Assistent (optional): Eine Freundin oder Ihr Partner kann eine große Hilfe sein, besonders wenn es darum geht, den Hinterkopf gleichmäßig zu färben.

Schritt-für-Schritt zur Wunschfarbe: Die Anwendung zu Hause

Sobald alle Vorbereitungen getroffen sind, kann es losgehen. Befolgen Sie die folgenden Schritte sorgfältig, um ein gleichmäßiges und schönes Ergebnis zu erzielen.

Schritt 1: Letzte Vorbereitungen am Färbetag

  • Anleitung lesen: Lesen Sie die Gebrauchsanweisung Ihrer Haarfarbe oder Tönung noch einmal aufmerksam durch und halten Sie sich genau an die Vorgaben des Herstellers. Einige Farben werden auf trockenes, andere auf feuchtes Haar aufgetragen.
  • Haare vorbereiten: Falls die Anleitung das Auftragen auf feuchtes Haar vorschreibt, waschen Sie Ihre Haare nun nur mit klarem Wasser – ohne Shampoo oder Spülung – und trocknen Sie sie handtuchtrocken.
  • Schutzmaßnahmen: Legen Sie das alte Handtuch um Ihre Schultern. Cremen Sie Ihre Gesichtskonturen, den Nacken und die Ohren großzügig mit der fetthaltigen Creme ein.
  • Haare abteilen: Bürsten Sie Ihre Haare gründlich durch. Teilen Sie Ihre Haare mithilfe des Stielkamms in vier oder mehr Sektionen ab und fixieren Sie diese mit Haarspangen. So können Sie Partie für Partie arbeiten und stellen sicher, dass Sie keine Stelle vergessen.

Schritt 2: Die Farbe auftragen

  • Farbe anmischen: Mischen Sie die Haarfarbe gemäß der Anleitung des Herstellers an. Beachten Sie, ob die Farbe direkt in einer Applikationsflasche oder in einem Schälchen angemischt werden muss.
  • Handschuhe anziehen: Ziehen Sie unbedingt die Einweghandschuhe an.
  • Färbe-Technik: Tragen Sie die Haarfarbe Strähne für Strähne großzügig auf.
    • Bei Naturhaar oder Ganzkopffärbung im selben Ton: Beginnen Sie mit den Längen und Spitzen und arbeiten Sie sich zum Haaransatz vor. Der Ansatz nimmt die Farbe oft schneller an.
    • Bei nachwachsendem Ansatz: Konzentrieren Sie sich zunächst nur auf den herausgewachsenen Ansatz. Tragen Sie die Farbe präzise auf diesen Bereich auf. Erst gegen Ende der Einwirkzeit kann die restliche Farbe kurz in die Längen emulgiert werden, um ein frisches Ergebnis zu erzielen.
    • Bei bereits gefärbtem Haar: Beginnen Sie in den Bereichen, die am dunkelsten sind oder die längste Einwirkzeit benötigen.
  • Gleichmäßigkeit: Haben Sie die gesamten Haare im selben Ton gefärbt, können Sie sie zum Schluss vorsichtig mit einem grobzinkigen Kamm durchbürsten, um die Farbe noch gleichmäßiger zu verteilen. Bei einer Blondierung sollten Sie dies vermeiden, um die Haare nicht zusätzlich zu strapazieren.
  • Timer stellen: Stellen Sie den Timer auf die vom Hersteller empfohlene Einwirkzeit ein. Überschreiten Sie diese Zeit nicht, da dies das Haar schädigen kann und das Farbergebnis nicht unbedingt besser wird.

Schritt 3: Nach dem Färben – Spülen und Pflegen

  • Gründliches Ausspülen: Ist die Einwirkzeit abgelaufen, spülen Sie Ihre Haare gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis das ablaufende Wasser klar ist und keine Farbreste mehr enthält. Eine sanfte Kopfhautmassage während des Spülens kann angenehm sein.
  • Spülung/Haarmaske: Da der Färbeprozess die Schuppenschicht des Haares öffnet, ist es unerlässlich, diese anschließend wieder zu schließen. Verwenden Sie unbedingt eine reichhaltige Spülung (Conditioner) und/oder eine Haarmaske. Viele Haarfarbenpackungen enthalten bereits einen speziellen Conditioner für coloriertes Haar. Diese Produkte helfen, die Schuppenschicht zu glätten, das Haar vor dem Austrocknen zu schützen und ihm Glanz zu verleihen. Lassen Sie die Pflegeprodukte gut einwirken.
  • Toner nach Blondierung: Wenn Sie Ihre Haare blondiert haben und ihnen einen bestimmten Farbton (z.B. Asch-Blond) verleihen möchten, können Sie jetzt einen Toner (eine Art Tönung) verwenden. Achten Sie darauf, keine weitere Färbung auf das frisch blondierte Haar aufzutragen.
  • Spezielle Pflege für coloriertes Haar: Um die Strahlkraft und Haltbarkeit Ihrer neuen Haarfarbe zu maximieren, sollten Sie ab sofort spezielle Haarpflegeprodukte für coloriertes Haar verwenden. Shampoos, Conditioner und Kuren für gefärbtes Haar sind darauf ausgelegt, die Farbpigmente im Haar zu versiegeln und das Ausbleichen zu verhindern. Sie enthalten oft UV-Filter und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe, die dem colorierten Haar guttun.

Was tun, wenn etwas schiefgeht? Häufige Probleme und Lösungen

Trotz bester Vorbereitung kann beim Haarefärben mal etwas schiefgehen. Keine Panik! Für die meisten Probleme gibt es eine Lösung.

Wie wähle ich die richtige Haarfarbe?
Wichtig ist, dass man seine Naturhaarfarbe richtig einschätzt. Dabei ist die Augenbrauenfarbe eine gute Orientierungshilfe. Graue Haare lassen sich mit dunklen Farben relativ leicht abdecken. Je heller man werden möchte, desto schwieriger wird es. Am kniffligsten ist es, nur teilweise ergrautem Haar einen Rotton zu geben.
  • Verfärbte Haut: Ist Farbe auf Ihre Stirn, Ohren oder den Nacken gelangt und hat die Haut verfärbt? Keine Sorge, das geht wieder weg. Regelmäßiges Reinigen der Stelle mit Wasser und Seife beschleunigt den Prozess. Spezielle Farbentferner für die Haut können ebenfalls helfen.
  • Farbe wurde nicht richtig angenommen: Wenn das Farbergebnis fleckig ist oder die Farbe nicht die gewünschte Intensität erreicht hat, kann dies an Stylingresten im Haar liegen oder daran, dass zu wenig Farbe verwendet wurde. Versuchen Sie, ein Tiefenreinigungsshampoo zu verwenden, um Rückstände zu entfernen, und tragen Sie die Farbe dann erneut großzügiger auf. Bei stark geschädigtem Haar kann es auch sein, dass es die Farbe ungleichmäßig aufnimmt; in diesem Fall sollten Sie einen Profi konsultieren.
  • Die Farbe ist zu dunkel: Wenn das Ergebnis viel dunkler ist als erwartet, können Sie versuchen, eine intensive Haarkur für längere Zeit einwirken zu lassen. Das kann einige Pigmente aus dem Haar lösen. Wiederholen Sie dies bei Bedarf. Von Entfärbungsprodukten für den Heimgebrauch wird abgeraten, da diese sehr aggressiv sind und das Haar stark schädigen können. Im Zweifelsfall ist der Friseur der richtige Ansprechpartner für eine professionelle Entfärbung.
  • Probleme nach der Blondierung: Ein Grünstich, Gelbstich oder stark geschädigtes Haar nach einer Blondierung erfordert oft professionelle Hilfe. Versuchen Sie nicht, diese Probleme selbst zu beheben, da Sie das Haar weiter schädigen könnten. Ein Friseur kann die Situation beurteilen und die richtigen Korrekturmaßnahmen einleiten.

3 nützliche Tipps, die Sie außerdem kennen sollten

Einige zusätzliche Ratschläge können Ihnen helfen, noch bessere Ergebnisse zu erzielen und bestimmte Fallstricke zu vermeiden.

  1. Achtung Grünstich bei Blondierung! Wenn Sie blondiertes Haar wieder dunkler färben möchten, ist Vorsicht geboten. Warten Sie am besten mehrere Wochen zwischen Blondierung und erneuter Färbung, um dem Haar Zeit zur Regeneration zu geben. Um einen Grünstich zu vermeiden, der oft auftritt, wenn kühle Töne auf blondiertes Haar treffen, mischen Sie Farbtönen wie Asch-Blond, Hellbraun oder Dunkelbraun einen Gold- oder Rotton bei. Diese warmen Pigmente neutralisieren den unerwünschten Grünstich.
  2. Sanftes Aufhellen: Wenn Sie Ihre Haare nur leicht aufhellen möchten, können Sie statt einer aggressiven Blondierung auch eine Färbung mit einem geringen Wasserstoffperoxidanteil verwenden. Tragen Sie die Farbe zuerst auf die dunkelsten Partien des Haares auf, die mehr Aufhellung benötigen, und erst danach auf die helleren Bereiche. Beachten Sie hierbei immer die Hinweise auf der Verpackung.
  3. Silbershampoo gegen Gelbstich: Blondiertes oder graues Haar neigt dazu, mit der Zeit einen unerwünschten Gelbstich zu entwickeln. Ein Silbershampoo kann hier Abhilfe schaffen. Es enthält violette Pigmente, die den Gelbstich neutralisieren und dem Haar wieder einen kühleren, strahlenderen Blond- oder Grauton verleihen. Wenden Sie es einfach bei Bedarf an, sobald Sie einen Gelbstich bemerken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Haarefärben

Muss ich meine Haare vor dem Färben waschen?

Nein, im Gegenteil. Es wird empfohlen, die Haare 24 bis 48 Stunden vor dem Färben nicht zu waschen. Der natürliche Talgfilm auf der Kopfhaut schützt diese vor Reizungen durch die Haarfarbe. Stylingrückstände sollten jedoch minimal sein.

Wie finde ich den richtigen Farbton für mich?

Wählen Sie eine Farbe, die nicht mehr als zwei Nuancen heller oder dunkler als Ihre Naturhaarfarbe ist. Ihre Augenbrauenfarbe kann eine gute Orientierungshilfe sein. Bei Unsicherheit wählen Sie lieber einen etwas helleren Ton, da ein zu dunkles Ergebnis schwieriger zu korrigieren ist.

Wie lange hält eine Tönung im Vergleich zu einer Färbung?

Eine Tönung legt sich nur um das Haar und wäscht sich nach etwa 6 bis 8 Haarwäschen wieder aus. Eine Färbung dringt in die Haarstruktur ein und ist permanent; sie wächst mit dem Haar heraus und muss nachgefärbt werden.

Kann ich graue Haare mit Pflanzenhaarfarbe abdecken?

Pflanzenhaarfarben können graue Haare oft nur bedingt abdecken und erzielen selten eine volle Deckkraft wie chemische Farben. Das Ergebnis ist meist eine transparente Tönung, die graue Haare eher schimmert lässt.

Was mache ich, wenn mein Haaransatz nachwächst?

Für einen nachwachsenden Ansatz gibt es spezielle Ansatzpuder oder Sie können den Ansatz gezielt nachfärben. Teilen Sie das Haar in Partien und tragen Sie die Farbe präzise nur auf den nachgewachsenen Bereich auf. Eine Freundin kann beim Hinterkopf helfen.

Ist Ammoniak in Haarfarben schädlich?

Ammoniak ist ein Alkalisierungsmittel, das die Haarstruktur öffnet, damit die Farbe eindringen kann. Es verflüchtigt sich nach dem Färben und kann Augen und Nase reizen. Es gibt ammoniakfreie Alternativen, die oft schonender für empfindliche Kopfhaut sind, aber für extreme Aufhellungen ist Ammoniak oft noch am effektivsten.

Fazit

Das Haarefärben zu Hause ist eine großartige Möglichkeit, Ihren Look zu verändern und Ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Ergebnis liegt in einer gründlichen Vorbereitung und der genauen Befolgung der Anweisungen. Die richtige Wahl zwischen Tönung, Färbung oder Blondierung, die Berücksichtigung der Konsistenz und der Inhaltsstoffe sind ebenso wichtig wie das Bereitlegen aller benötigten Utensilien. Denken Sie daran, Ihre Haare vor dem Färben nicht zu waschen und sie mit einer Pflegekur vorzubereiten, um die besten Voraussetzungen für eine gleichmäßige Farbaufnahme zu schaffen. Und auch nach dem Färben ist die richtige Pflege entscheidend, um die Leuchtkraft Ihrer neuen Farbe lange zu erhalten. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, bleiben Sie ruhig – viele Probleme lassen sich beheben, notfalls mit professioneller Hilfe. Mit diesen Tipps und unserer detaillierten Anleitung sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Haare selbstbewusst und erfolgreich zu Hause zu färben und lange Freude an Ihrem strahlenden, neuen Look zu haben!

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