Was macht ein Friseur?

Friseur werden in Österreich: Dein Weg zum Styling-Profi

12/03/2020

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Der Friseurberuf ist weit mehr als nur Haareschneiden. Er ist eine Kunstform, ein Handwerk und eine Dienstleistung, die täglich Menschen glücklich macht. In Österreich bietet dieser spannende Beruf vielfältige Möglichkeiten für alle, die ihre Kreativität und ihr Handwerk zum Ausdruck bringen möchten. Ob Sie am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen oder einen Quereinstieg in Betracht ziehen – dieser Artikel beleuchtet umfassend, was es bedeutet, Friseur oder Friseurin zu sein und wie Sie diesen Traumberuf in Österreich erlernen können.

Was macht ein Friseur?
Dabei hantieren sie z.B. mit Kämmen, Scheren, Haarschneidemaschinen, Haartrockengeräten, Haarfärbe- und Haarpflegepräparaten und kosmetischen Produkten. Sie arbeiten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Räumlichkeiten von Friseursalons.
Inhaltsverzeichnis

Der vielseitige Beruf des Friseurs/der Friseurin: Mehr als nur Haareschneiden

Friseurinnen und Friseure, oft auch als Stylistinnen und Stylisten bezeichnet, sind wahre Verwandlungskünstler. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Haare zu schneiden, zu pflegen und zu gestalten, um individuelle und typgerechte Frisuren für Damen, Herren, Jugendliche und Kinder zu kreieren. Im Herrenbereich gehört auch die Pflege von Bärten zu ihrem Repertoire.

Doch die Aufgaben gehen weit über das reine Schneiden hinaus. Friseure sind in erster Linie Berater. Sie vereinbaren Termine, empfangen ihre Kundinnen und Kunden freundlich und tauchen dann in eine ausführliche Beratung ein. Hierbei geht es darum, modische Trends zu kennen, typgerechte Frisuren vorzuschlagen und die Kunden über geeignete Haar- und Hautpflegeprodukte zu informieren. Ein gutes Gespür für Ästhetik und die Wünsche der Kunden ist dabei unerlässlich. Sie müssen nicht nur wissen, was gerade angesagt ist, sondern auch, welche Frisur zur Gesichtsform und Persönlichkeit des Kunden passt. Manchmal ist es auch wichtig, ehrlich mitzuteilen, wenn eine gewünschte Frisur nicht vorteilhaft wäre, und Alternativen aufzuzeigen.

Die Umsetzung der Kundenwünsche erfordert Präzision und den gekonnten Umgang mit einer Vielzahl von Werkzeugen und Produkten. Dazu gehören Kämme, Scheren, Haarschneidemaschinen, Haartrockengeräte sowie diverse Haarfärbe- und Haarpflegepräparate und kosmetische Produkte. Ein Interesse an Biologie und Chemie ist hierbei von Vorteil, insbesondere wenn es um das Mischen von Farben oder die Zusammensetzung von Pflegeprodukten geht.

Neben dem Hauptfokus auf Haare können Friseure auch weitere Schönheitsdienstleistungen anbieten. Dazu gehören das Färben und Zupfen von Wimpern und Augenbrauen, Nageldesign oder das Auftragen von Make-up für besondere Anlässe wie Hochzeiten. Ein Rundum-Styling ist oft gefragt und erweitert das Aufgabenfeld erheblich. Friseure arbeiten zumeist in Friseursalons, oft im Team mit Kolleginnen und Kollegen. Doch auch Arbeitsmöglichkeiten in Hotels, an Theatern oder für die Film- und Werbeindustrie sind denkbar und bieten spannende Abwechslung.

Der Weg zum Traumberuf: Ausbildung und Umschulung in Österreich

Der Friseurberuf ist in Österreich ein anerkannter Lehrberuf, der verschiedene Wege zum Ziel bietet. Egal, ob Sie direkt nach der Schule einsteigen oder eine Karrierewechsel anstreben – es gibt passende Optionen.

Die klassische Lehre: Fundament für Ihre Karriere

Der traditionelle Weg zum Friseur/zur Friseurin ist die dreijährige Lehre. Während dieser Zeit erlernen die Lehrlinge alle notwendigen praktischen und theoretischen Fertigkeiten. Dies umfasst nicht nur das Schneiden, Färben und Stylen, sondern auch den Umgang mit Kunden, Terminvereinbarungen und Produktberatung. Die praktische Ausbildung erfolgt im Friseursalon, ergänzt durch den Besuch einer Berufsschule, wo das theoretische Wissen vertieft wird.

Ein großer Vorteil der klassischen Lehre ist das Lehrlingseinkommen, das bereits während der Ausbildungszeit gezahlt wird. Die Ausbildung ist detailliert durch Ausbildungsvorschriften geregelt und wird durch eine Ausbildungsdokumentation sowie einen Ausbildungsleitfaden für Ausbilderinnen und Ausbilder unterstützt. Der Lehrvertrag ist das offizielle Dokument, das die Rahmenbedingungen der Ausbildung festlegt. Am Ende der dreijährigen Lehrzeit steht die Lehrabschlussprüfung (LAP), die den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung bescheinigt.

Wie zeichnet sich die Ausbildung in der Friseur Meisterschule Wien aus?
Herzlich willkommen in Ihrer Friseur Meisterschule Wien. Unser wichtigster Grundsatz ist: Ausbildung ist wertvoll. Die Ausbildung in unserem Team zeichnet sich durch Fachkompetenz und Modebewußtsein aus. Die Bedürfnisse unserer Kursteilnehmer sind uns ein großes Anliegen und wir wollen das sich jeder wohl fühlt.

Schneller zum Ziel: Die verkürzte Ausbildung für Quereinsteiger

Für erwachsene Personen und Quereinsteiger ist der Friseurberuf besonders attraktiv, da es die Möglichkeit einer verkürzten Ausbildung gibt. So kann man in nur 18 Monaten zum sogenannten Konzeptstylisten ausgebildet werden. Dieser intensive Ausbildungsweg ist speziell auf die Bedürfnisse von Erwachsenen zugeschnitten, die sich beruflich neu orientieren möchten. Nach diesen 18 Monaten kann die Lehrabschlussprüfung abgelegt werden. Interessanterweise ist es in Österreich seit Kurzem sogar möglich, den Beruf des Friseurs/der Friseurin ohne den Besuch einer Berufsschule zu erlernen, was Flexibilität für bestimmte Lebenssituationen bietet.

Umschulung zum Friseur/zur Friseurin: Eine attraktive Alternative

Eine Umschulung zum Friseur/zur Friseurin ist in Österreich prinzipiell möglich und oft eine gute Option für Personen, die bereits im Berufsleben stehen. Die Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre und kann unter Umständen auch eine verkürzte Ausbildung beinhalten. Eine spannende Möglichkeit ist auch die Umschulung zum Naturfriseur/zur Naturfriseurin, die sich auf nachhaltige und natürliche Produkte und Techniken spezialisiert. Für Umschulungen können unter bestimmten Voraussetzungen Förderungen in Anspruch genommen werden, die einen Teil der Kurskosten decken können. Es ist jedoch zu beachten, dass die Vorbereitungskurse für außerordentliche Lehrabschlussprüfungen mehrere Tausend Euro kosten können.

Vergleich der Ausbildungswege zum Friseur/zur Friseurin in Österreich

AusbildungswegDauerZielgruppeBesonderheitenKosten/Einkommen
Klassische Lehre3 JahreJugendliche, SchulabgängerUmfassende Ausbildung, BerufsschulbesuchLehrlingseinkommen
Verkürzte Ausbildung (Konzeptstylist)18 MonateErwachsene, QuereinsteigerIntensiv, auf Praxis fokussiert, ggf. ohne BerufsschuleKein Lehrlingseinkommen, aber evtl. Bildungsförderungen für Kurse
UmschulungRegelmäßig 2 JahreErwachsene, QuereinsteigerKann auch Naturfriseur umfassen, oft intensive KurseKurskosten (mehrere tausend Euro), Bildungsförderungen möglich

Was macht einen erfolgreichen Friseur aus? Fähigkeiten und Anforderungen

Um im Friseurberuf erfolgreich zu sein und Kunden langfristig zu begeistern, sind bestimmte Fähigkeiten und persönliche Eigenschaften von großer Bedeutung. Über das handwerkliche Geschick hinaus sind soziale Kompetenzen entscheidend.

  • Genauigkeit und Präzision: Beim Schneiden, Färben und Stylen ist höchste Präzision gefragt. Jeder Millimeter zählt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
  • Empathie und Einfühlungsvermögen: Ein guter Friseur kann sich in die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden hineinversetzen. Er hört aufmerksam zu und erkennt, was der Kunde wirklich will – auch wenn es nicht explizit ausgesprochen wird. Das gilt auch für den gefühlvollen Umgang mit der Kopfhaut und den Haaren.
  • Kommunikationsfähigkeit: Die meisten Kunden schätzen ein angenehmes Gespräch während des Friseurbesuchs. Friseure sind oft gute Zuhörer und können interessante Gespräche führen, was zum Wohlbefinden des Kunden beiträgt. Auch bei unzufriedenen Kunden ist eine ruhige und lösungsorientierte Kommunikation entscheidend.
  • Kreativität und Trendbewusstsein: Die Friseurbranche ist ständig im Wandel. Ein erfolgreicher Friseur verfolgt aktuelle Modetrends, lässt sich inspirieren und kann diese kreativ umsetzen.
  • Interesse an Biologie und Chemie: Für das Verständnis von Haarstrukturen, Kopfhautproblemen und die richtige Anwendung von Farb- und Pflegeprodukten sind Grundkenntnisse in diesen Bereichen sehr hilfreich.
  • Problemlösungskompetenz: Manchmal kommt es vor, dass Kunden unzufrieden sind. Ein guter Friseur bewahrt Ruhe, analysiert das Problem, entschuldigt sich gegebenenfalls und schlägt Korrekturen vor. Aus Fehlern zu lernen, gehört zum Entwicklungsprozess dazu.

Die notwendigen Techniken und der richtige Umgang mit Arbeitsmaterialien und Haarpflegeprodukten werden während der Ausbildung intensiv geübt, oft zuerst am sogenannten Technikkopf, bevor es an menschliche Frisuren geht.

Zukunftsaussichten und Karrierewege in der Friseurbranche

Trotz eines in den letzten Jahren festgestellten verringerten Interesses bei der österreichischen Jugend bietet der Friseurberuf hervorragende Zukunftsaussichten. Als Kreativberuf ist er relativ gut gegen eine Ablösung durch Maschinen geschützt, da er stark von menschlichem Geschick, Empathie und individueller Beratung lebt. Die Branche entwickelt sich stetig weiter, und wer flexibel bleibt, sich kontinuierlich weiterbildet und neue Techniken erlernt, bleibt langfristig erfolgreich.

Aktuelle Trends wie die verstärkte Nachfrage nach nachhaltigen Pflegeprodukten oder spezielle Techniken erfordern ständige Anpassung. Findige Friseurläden nutzen bereits jetzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, sei es für Online-Terminbuchungen, Kundenmanagement oder die Präsentation von Frisuren. Für Friseure bedeutet dies, offen für neue digitale Mittel zu sein und sich diesbezüglich weiterzubilden.

Nach der erfolgreichen Lehrabschlussprüfung (LAP) eröffnen sich zahlreiche Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten:

  • Meister- und Befähigungsprüfung: Dies ist der klassische Weg, um sich selbstständig zu machen oder eine Führungsposition in einem Salon zu übernehmen.
  • Spezialisierungen: Vertiefung in bestimmten Bereichen wie Farbtechniken, Haarverlängerungen, Naturfriseur, oder spezielle Haartypen (z.B. Dreadlocks).
  • Arbeit in anderen Branchen: Friseure sind nicht nur in Salons gefragt. Sie können auch in Hotels, Theatern, für Film- und Fernsehproduktionen oder in der Werbeindustrie arbeiten, wo Maskenbildner und Stylisten eine wichtige Rolle spielen.
  • Weiterführende Bildungswege: Mit einem Hochschulzugang können Friseure sogar einen Bachelor of Arts im Bereich Maskenbild oder einen Zweifach-Bachelor in Kosmetologie anstreben.
  • Eigene Weiterbildungen: Zahlreiche Kurse und Seminare halten das Wissen frisch und vermitteln neue Schneide- oder Stylingtechniken. Wer den Überblick über neue Produkte behält und Kunden die passenden empfehlen kann, hat einen klaren Vorteil.

Die Bildungspfade stellen einen individuellen Karriereplan dar, der entsprechend den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden kann. Die Fähigkeit, aktuelle Trends der Modewelt umzusetzen, fundierte Beratungen zu Schuppen, trockener Haut oder Haarwurzelproblemen zu geben und die Zusammensetzung von Pflegeprodukten (inklusive natürlicher Alternativen) zu kennen, sind Schlüsselfaktoren für langfristigen Erfolg und Stammkunden.

Bewerbungstipps für angehende Friseure

Eine gelungene Bewerbung ist der erste Schritt in Ihren Traumjob. Neben der grammatikalischen und orthografischen Korrektheit Ihrer Unterlagen sind für viele Personalchefs vor allem Ihre Motivation und Ihre persönlichen Stärken interessant. Betonen Sie Ihre kreative Ader und geben Sie konkrete Beispiele dafür – diese müssen nicht zwingend direkt mit dem Schneiden von Haaren zu tun haben. Erklären Sie, in welchen Situationen Sie bisher sehr genau arbeiten mussten und warum Ihnen diese Art der Arbeit liegt. Zeigen Sie Ihr Interesse am Umgang mit Menschen und Ihre Kommunikationsfreude. Ein gepflegtes Äußeres und eine stilvolle Erscheinung sind in diesem Beruf selbstverständlich und unterstreichen Ihre Professionalität.

Wie lange dauert eine Friseur-Ausbildung?

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf des Friseurs/der Friseurin

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Friseurberuf in Österreich:

Was sind die Hauptaufgaben eines Friseurs?
Friseure schneiden, pflegen, färben und stylen Haare. Sie beraten Kunden zu Frisuren und Haarpflegeprodukten, pflegen Bärte und können auch Wimpern, Augenbrauen und Nägel gestalten sowie Make-up auftragen. Sie arbeiten präzise und kommunikativ.

Wie lange dauert die Friseurausbildung in Österreich?
Die klassische Friseurausbildung als Lehrberuf dauert 3 Jahre. Für erwachsene Quereinsteiger gibt es eine verkürzte Ausbildung zum Konzeptstylisten von 18 Monaten. Eine Umschulung dauert in der Regel 2 Jahre.

Kann man Friseur auch als Quereinsteiger werden?
Ja, der Friseurberuf ist für Quereinsteiger sehr attraktiv. Es gibt spezielle verkürzte Ausbildungen (z.B. 18 Monate zum Konzeptstylisten) und Umschulungsmöglichkeiten, die den Einstieg erleichtern.

Welche Fähigkeiten sind als Friseur besonders wichtig?
Neben handwerklichem Geschick sind Präzision, Empathie, gute Kommunikationsfähigkeiten, Kreativität, Trendbewusstsein und ein gewisses Interesse an Chemie und Biologie entscheidend für den Erfolg in diesem Beruf.

Gibt es spezielle Weiterbildungsmöglichkeiten für Friseure?
Ja, Friseure können sich durch Meister- und Befähigungsprüfungen weiterqualifizieren, sich auf bestimmte Techniken oder Produkte spezialisieren (z.B. Naturfriseur, Dreadlocks), oder sogar akademische Wege wie ein Bachelorstudium im Bereich Maskenbild oder Kosmetologie einschlagen.

Was ist die Lehrabschlussprüfung (LAP) und was beinhaltet sie?
Die Lehrabschlussprüfung ist der offizielle Abschluss der Friseurlehre. Sie umfasst verschiedene Bereiche wie dekoratives Wissen (Wimpern/Augenbrauen), Styling für Damen und Herren (Frisuren, Nageldesign, Rasur, Kopfmassage) sowie spezielles Haarwissen über verschiedene Techniken.

Der Friseurberuf bietet eine spannende Mischung aus Kunst, Handwerk und zwischenmenschlichem Austausch. Mit der richtigen Ausbildung und einer Leidenschaft für das Metier stehen Ihnen in Österreich vielfältige Türen offen, um in dieser dynamischen Branche Fuß zu fassen und erfolgreich zu sein.

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