19/06/2023
Der Friseurberuf ist mehr als nur Haareschneiden; es ist eine Kunstform, die Präzision, Ästhetik und ein tiefes Verständnis für Menschen erfordert. Wenn du eine Leidenschaft für Mode, Schönheit und den Wunsch hast, andere glücklich zu machen, dann könnte der Weg zur Friseurin oder zum Friseur genau das Richtige für dich sein. Es ist ein vielseitiges Handwerk, das ständig neue Trends und Techniken bietet und dir die Möglichkeit gibt, deine Kreativität voll auszuleben.

- Was macht ein Friseur / eine Friseurin eigentlich?
- Der Weg zur Friseurausbildung: Anforderungen und Dauer
- Inhalte der Friseurausbildung: Theorie und Praxis
- Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
- Gehalt und Verdienstmöglichkeiten im Friseurberuf
- Vor- und Nachteile des Friseurberufs
- Tipps für angehende Friseure
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Friseurberuf
- Wie lange dauert die Ausbildung zur Friseurin?
- Welchen Schulabschluss brauche ich, um Friseurin zu werden?
- Ist der Friseurberuf körperlich anstrengend?
- Kann ich mich nach der Ausbildung selbstständig machen?
- Muss ich gut zeichnen können, um Friseurin zu werden?
- Wie sind die Karrierechancen im Friseurberuf?
- Gibt es auch Friseure für Männer (Barber)?
Was macht ein Friseur / eine Friseurin eigentlich?
Die Aufgaben eines Friseurs sind äußerst vielfältig und reichen weit über das bloße Schneiden und Färben hinaus. Ein professioneller Friseur ist ein Berater, Stylist und manchmal sogar ein Seelentröster. Zu den Kernaufgaben gehören:
- Haarschnitt: Präzises Schneiden von Damen-, Herren- und Kinderhaaren nach neuesten Trends und individuellen Kundenwünschen.
- Haarstyling: Vom alltäglichen Föhnen über aufwendige Hochsteckfrisuren bis hin zu speziellen Anlässen wie Hochzeiten.
- Haarfärbung und -tönung: Anwendung verschiedenster Techniken wie Strähnchen, Balayage, Ombré oder kompletten Farbveränderungen.
- Dauerwellen und chemische Behandlungen: Umstrukturierung der Haarstruktur für Locken oder Glättung.
- Haar- und Kopfhautpflege: Beratung zu und Anwendung von pflegenden Produkten und Behandlungen.
- Kundenberatung: Umfassende Beratung zu Frisuren, Haarfarben und Pflegeprodukten, abgestimmt auf Typ, Haarstruktur und Lebensstil des Kunden.
- Verkauf von Pflegeprodukten: Empfehlung und Verkauf von Shampoos, Conditionern, Stylingprodukten etc.
- Hygiene und Sauberkeit: Reinigung und Desinfektion von Arbeitsgeräten und des Arbeitsplatzes.
- Terminmanagement: Organisation von Terminen und Kundenverwaltung.
Es ist ein Beruf, der viel Kundenkontakt beinhaltet und bei dem jede Interaktion zählt. Du bist nicht nur für die Haare, sondern auch für das Wohlbefinden deiner Kunden verantwortlich.
Der Weg zur Friseurausbildung: Anforderungen und Dauer
Der gängigste Weg, um Friseurin zu werden, ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, du verbringst einen Teil deiner Zeit im Ausbildungsbetrieb (Friseursalon) und einen anderen Teil in der Berufsschule.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Für die Ausbildung zum Friseur gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Schulbildung. Die meisten Betriebe bevorzugen jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Schulabschluss. Wichtiger als der Schulabschluss sind jedoch persönliche Eigenschaften:
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit: Für präzises Arbeiten mit Schere und Kamm.
- Kreativität und Sinn für Ästhetik: Für das Entwerfen und Umsetzen von Frisuren.
- Kommunikationsfähigkeit und Freundlichkeit: Für den Umgang mit Kunden.
- Körperliche Belastbarkeit: Langes Stehen ist Teil des Berufsalltags.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Als Visitenkarte des Salons und als Vorbild für Kunden.
- Feingefühl und Empathie: Um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen.
- Teamfähigkeit: Die Arbeit im Salon ist oft Teamarbeit.
Dauer und Ablauf der Ausbildung
Die duale Ausbildung zum Friseur dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Umständen (gute Leistungen, Abitur) kann sie verkürzt werden. Die Ausbildung endet mit einer Gesellenprüfung, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht.
In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen des Friseurhandwerks, darunter:
- Haar- und Kopfhautkunde (Anatomie, Krankheiten)
- Chemie (Wirkung von Farben, Dauerwellmitteln)
- Friseur- und Schnitttechniken (Grundlagen)
- Betriebswirtschaftslehre und Kundenberatung
- Hygienevorschriften und Arbeitssicherheit
Im Salon wendest du das Gelernte praktisch an, übst dich an Modellen und später an echten Kunden. Du lernst den Salonalltag kennen, von der Terminvereinbarung bis zur Kassenführung.
Inhalte der Friseurausbildung: Theorie und Praxis
Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert, vermittelt aber auch ein solides theoretisches Fundament. Hier ein Überblick über die wesentlichen Inhalte:
Praktische Ausbildung im Salon
- Waschen und Pflegen: Erlernen der richtigen Techniken für Haarwäsche, Kopfmassage und Anwendung von Pflegeprodukten.
- Schneiden: Grundschnitte (Bob, Stufenschnitt, Kurzhaarschnitt), Männerhaarschnitte, Umgang mit Schere, Messer und Maschine.
- Färben und Tönen: Erlernen von Farbtheorie, verschiedenen Färbetechniken (Globalfärbung, Strähnen, Balayage), Farbkorrekturen.
- Dauerwelle und Umformung: Techniken für Locken, Volumen oder Glättung.
- Styling und Hochsteckfrisuren: Föhntechniken, Einsatz von Lockenstab und Glätteisen, klassische und moderne Hochsteckfrisuren.
- Rasieren und Bartpflege: Bei Männerfriseuren ein wichtiger Bestandteil.
- Kundenberatung: Entwicklung von Beratungsgesprächen, Typberatung.
- Hygiene: Desinfektion von Werkzeugen, Sauberkeit im Salon.
Theoretische Ausbildung in der Berufsschule
- Haar- und Kopfhautkunde: Aufbau des Haares, Haarwachstum, Haar- und Kopfhauterkrankungen.
- Chemie: Zusammensetzung und Wirkung von Friseurprodukten (Farben, Bleichmittel, Dauerwellmittel).
- Physik: Grundlagen der Elektrizität für Geräte, Wärmeübertragung.
- Friseurtechniken: Theoretische Grundlagen der Schnitt-, Farb- und Umformungstechniken.
- Betriebswirtschaftslehre: Grundlagen der Salonführung, Kalkulation, Marketing.
- Kundenpsychologie und Kommunikation: Wie man mit Kunden umgeht, Konfliktlösung.
- Hygiene und Arbeitsschutz: Rechtliche Vorschriften und praktische Umsetzung.
Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen dir viele Türen offen. Der Friseurberuf ist sehr vielseitig und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Spezialisierung und Karriereentwicklung.
Arbeiten im Salon
Die meisten ausgebildeten Friseure beginnen ihre Karriere als Gesellen in einem Friseursalon. Hier kannst du deine Fähigkeiten festigen, Stammkunden aufbauen und dich in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln.
Der Meisterbrief: Der nächste Schritt
Der Meisterbrief ist der höchste Abschluss im Friseurhandwerk und eröffnet dir weitere Perspektiven. Mit dem Meistertitel kannst du:
- Einen eigenen Salon eröffnen und führen.
- Auszubildende betreuen und ausbilden.
- Lehr- und Führungspositionen in größeren Salons oder in der Industrie übernehmen.
- Als Berufsschullehrer tätig werden.
Die Meisterprüfung umfasst vier Teile: Fachtheorie, Fachpraxis, BWL/Recht und Berufs- und Arbeitspädagogik.
Spezialisierungen und Fortbildungen
Die Friseurbranche entwickelt sich ständig weiter, und mit Weiterbildung bleibst du am Puls der Zeit. Mögliche Spezialisierungen sind:
- Colorist/in: Experte für Haarfarben und komplexe Färbetechniken.
- Barber: Spezialist für Herrenhaarschnitte, Bartpflege und traditionelle Rasur.
- Make-up Artist: Erweiterung des Angebots um Make-up für besondere Anlässe.
- Extensions-Spezialist/in: Anbringung und Pflege von Haarverlängerungen.
- Haar- und Kopfhauttherapeut/in (Trichologie): Beratung und Behandlung bei Haar- und Kopfhautproblemen.
- Visagist/in oder Stilberater/in: Umfassende Typberatung.
- Trainer/in oder Produktexperte/in: Für Hersteller oder Akademien.
Viele Hersteller und Akademien bieten regelmäßig Workshops und Seminare an, um neue Techniken, Produkte und Trends zu erlernen.
Gehalt und Verdienstmöglichkeiten im Friseurberuf
Das Gehalt im Friseurberuf kann je nach Ausbildungsstand, Erfahrung, Region, Salon und Spezialisierung variieren. Es ist wichtig zu wissen, dass das Einstiegsgehalt oft moderat ist, sich aber mit steigender Erfahrung und Qualifikation deutlich verbessern kann.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist in der Regel gestaffelt und steigt mit jedem Ausbildungsjahr:
| Ausbildungsjahr | Durchschnittliche monatliche Bruttovergütung (ca.) |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 550 - 750 Euro |
| 2. Lehrjahr | 650 - 850 Euro |
| 3. Lehrjahr | 750 - 1000 Euro |
Diese Werte können je nach Tarifvertrag und Region variieren.

Einstiegsgehalt und Gehaltsentwicklung
Als ausgelernter Geselle liegt das Einstiegsgehalt oft im Bereich des Mindestlohns oder leicht darüber. Mit Berufserfahrung steigt das Gehalt. Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, sind:
- Berufserfahrung: Je länger du dabei bist, desto mehr verdienst du in der Regel.
- Spezialisierungen: Experten in gefragten Bereichen wie Coloration oder Extensions können mehr verlangen.
- Region: In Großstädten oder wirtschaftlich starken Regionen sind die Gehälter oft höher.
- Art des Salons: Hochpreisige Salons mit anspruchsvoller Klientel zahlen meist besser.
- Umsatzbeteiligung / Provision: Viele Friseure erhalten zusätzlich zum Grundgehalt eine Provision auf erbrachte Leistungen und Produktverkäufe.
- Meisterbrief: Mit dem Meisterbrief steigt das Gehalt deutlich, besonders in leitenden Positionen oder als selbstständiger Saloninhaber.
Ein erfahrener Friseurmeister, der gut etabliert ist oder einen eigenen Salon führt, kann ein sehr gutes Einkommen erzielen.
Vor- und Nachteile des Friseurberufs
Wie jeder Beruf hat auch der Friseurberuf seine Höhen und Tiefen. Es ist wichtig, sich vorab ein realistisches Bild zu machen.
Vorteile
- Kreative Entfaltung: Du kannst deine künstlerischen Fähigkeiten täglich einsetzen.
- Menschen glücklich machen: Das Gefühl, jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist sehr erfüllend.
- Abwechslungsreicher Alltag: Keine zwei Tage sind gleich, ständig neue Herausforderungen und Kunden.
- Direkter Kundenkontakt: Aufbau von Beziehungen zu Stammkunden.
- Sicheres Handwerk: Haare wachsen immer nach, der Bedarf an Friseuren bleibt bestehen.
- Viele Weiterbildungsmöglichkeiten: Ständige Entwicklung und Spezialisierung.
- Möglichkeit zur Selbstständigkeit: Mit dem Meisterbrief kannst du deinen eigenen Traum vom Salon verwirklichen.
Nachteile
- Körperliche Belastung: Langes Stehen, Arbeiten über Kopf, Belastung für Rücken, Beine und Hände.
- Arbeiten mit Chemikalien: Kontakt mit Haarfarben und anderen Chemikalien kann Hautreizungen oder Allergien hervorrufen (Schutzmaßnahmen sind wichtig!).
- Unregelmäßige Arbeitszeiten: Oft auch abends und samstags.
- Anspruchsvolle Kunden: Manchmal muss man mit schwierigen Kunden oder unrealistischen Erwartungen umgehen.
- Einstiegsgehalt: In den ersten Jahren oft vergleichsweise gering.
- Wettbewerb: Die Branche ist umkämpft, gute Leistung und Kundenbindung sind entscheidend.
Tipps für angehende Friseure
Wenn du ernsthaft überlegst, Friseurin zu werden, hier ein paar Ratschläge, die dir auf deinem Weg helfen können:
- Praktika absolvieren: Nutze Ferien oder freie Zeiten, um Praktika in verschiedenen Salons zu machen. So bekommst du einen Einblick in den Arbeitsalltag und kannst herausfinden, ob der Beruf wirklich zu dir passt.
- Sei neugierig und lernwillig: Die Branche entwickelt sich ständig weiter. Sei offen für neue Techniken, Produkte und Trends.
- Übung macht den Meister: Nutze jede Gelegenheit zum Üben, sei es an Übungsköpfen, Freunden oder Familienmitgliedern.
- Baue soziale Kompetenzen auf: Dein Erfolg hängt maßgeblich von deiner Fähigkeit ab, mit Menschen umzugehen. Freundlichkeit, Empathie und gute Kommunikation sind das A und O.
- Achte auf deine Gesundheit: Trage bequeme Schuhe, mache Dehnübungen und achte auf ergonomisches Arbeiten, um körperlichen Beschwerden vorzubeugen.
- Netzwerke: Tausche dich mit anderen Friseuren aus, besuche Fachmessen und bleibe in Kontakt mit deinen Ausbildern.
- Entwickle ein starkes Handwerk: Investiere in gute Werkzeuge und lerne die Grundlagen perfekt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Friseurberuf
Wie lange dauert die Ausbildung zur Friseurin?
Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie auf zwei oder zweieinhalb Jahre verkürzt werden.
Welchen Schulabschluss brauche ich, um Friseurin zu werden?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Schulbildung. Die meisten Betriebe bevorzugen Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss).
Ist der Friseurberuf körperlich anstrengend?
Ja, der Beruf ist körperlich anspruchsvoll. Man steht viel, arbeitet oft in gebückter Haltung und muss die Arme über Kopf halten. Auch die Belastung durch Chemikalien ist ein Thema. Gute Ergonomie und Selbstfürsorge sind wichtig.
Kann ich mich nach der Ausbildung selbstständig machen?
Ja, aber dafür ist in Deutschland in der Regel der Meisterbrief erforderlich. Mit dem Meisterbrief kannst du deinen eigenen Salon eröffnen und Auszubildende einstellen.
Muss ich gut zeichnen können, um Friseurin zu werden?
Nein, zeichnerische Fähigkeiten sind keine Voraussetzung. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein Gespür für Formen und Farben sind jedoch von Vorteil.
Wie sind die Karrierechancen im Friseurberuf?
Die Karrierechancen sind gut, besonders wenn man bereit ist, sich weiterzubilden und zu spezialisieren. Es gibt immer Bedarf an guten Friseuren, und mit dem Meisterbrief stehen viele Türen offen, auch in leitenden Positionen oder in der Selbstständigkeit.
Gibt es auch Friseure für Männer (Barber)?
Ja, der Beruf des Barbers, der sich auf Herrenhaarschnitte und Bartpflege spezialisiert, erlebt eine Renaissance und ist ein eigener, wachsender Bereich im Friseurhandwerk.
Der Friseurberuf ist ein wunderschönes und erfüllendes Handwerk, das dir die Möglichkeit bietet, deine Leidenschaft für Haare und Ästhetik in die Tat umzusetzen. Es erfordert Engagement, Lernbereitschaft und ein Talent für den Umgang mit Menschen, belohnt dich aber mit der Zufriedenheit, täglich Schönheit zu schaffen und das Selbstvertrauen deiner Kunden zu stärken. Wenn du diese Eigenschaften mitbringst, steht deiner Karriere als Friseurin nichts im Wege!
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