Was ist die Geschichte der Frisuren?

Die Faszinierende Geschichte des Friseurs

14/03/2024

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Unser Aussehen ist uns wichtig – Ihnen sicherlich auch, sonst wären Sie nicht hier. Vor allem den Haaren wird und wurde schon immer sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Gepflegte und gut frisierte Haare waren schon vor Jahrtausenden ein Zeichen für Wohlstand und Gesundheit. Natürlich legt man auch in heutiger Zeit viel Wert darauf, ordentlich frisiert mit einem gepflegten Haarschopf durchs Leben zu gehen. Unsere Haare sind Ausdruck unserer Persönlichkeit, genauso wie unsere Kleidung. Der Gang zum Friseur gehört zu unserem alltäglichen Leben dazu – und nicht nur für die Frauen! Doch wie entstand eigentlich der Beruf des Friseurs? Kommen Sie einfach mal mit uns auf eine spannende Reise durch die Geschichte rund um das Friseurhandwerk und entdecken Sie, wann der Friseur gegründet wurde und wie er sich im Laufe der Zeit wandelte!

Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge des Friseurhandwerks: Eine Zeitreise beginnt

Der Friseurberuf kann auf eine mehrtausendjährige Geschichte zurückblicken. Nicht erst mit den Badern und Barbieren des frühen Mittelalters begannen Menschen anderen Menschen die Haare zu schneiden, zu pflegen und zu frisieren. Es sollte aber noch viele Jahrhunderte dauern, bis der Beruf als ehrenwert anerkannt war. Dieser Weg führt uns vom alten Ägypten über das Mittelalter in Europa und die Neuzeit mit vielen Erfindungen und Professionalisierungsschritten im Friseurhandwerk bis in die heutige Zeit der Star-Coiffeure und Meister der täglichen Haarkunst. Schon 6000 v. Chr. förderten archäologische Funde Rasiermesser zutage und 3000 Jahre v. Chr. soll es schon die ersten professionellen Friseure in Ägypten gegeben haben, was die tiefe Verwurzelung dieses Handwerks in der menschlichen Kultur unterstreicht. Die Mutter des ägyptischen Königs Teti, Schech, hinterließ eine umfangreiche Sammlung mit kosmetischen und medizinischen Rezepten, die auch Haarfarben, Haarwuchs- und Haarentfernungsmittel beinhalteten. Eine weitere solche Rezeptsammlung entdeckte der Archäologe Georg Ebers auf Papyrus, was belegt, wie hochentwickelt die Haarpflegepraktiken in dieser frühen Zivilisation waren. Bekannt ist auch, dass schon 1400 Jahre vor Christus Henna zur Färbung von Haaren benutzt wurde – ein pflanzliches Haarfärbemittel, welches auch heute noch umfänglich angewendet wird und für seine schonende Wirkung und wundervollen Töne geschätzt wird.

Wann wurde der Friseur gegründet?
Im 19. Jahrhundert bildet sich dann der eigentliche Berufsstand des Friseurs heraus, der damals noch nicht im eigenen Salon die Kunden bediente, sondern zu ihnen nach Hause kam. Im Jahr 1888 wurden Zwangsinnungen, Gesellen- und Meisterprüfungen eingeführt und erste Handwerkskammern gegründet.

Im Jahr 1800 v. Chr. gab es die erste überlieferte berufsständische Organisation der Barbiere in Mesopotamien und die ersten Berichte über Klatsch in Friseurläden. Das gute alte Klischee über den Friseur als Person und Ort für Klatsch und Tratsch ist also auch keine Erfindung der Neuzeit, sondern hat weitreichende Wurzeln, die bis in die Antike zurückreichen. Auch der erste künstliche Bart, man kann also sagen, eine erste Art von Perücke, wurde von einer ägyptischen Pharaonin getragen. Keine Geringere als Hatschepsut trug diesen um das Jahr 1400 v. Chr. herum zum Zeichen ihrer Herrscherwürde, was die Bedeutung von Haar und Haarschmuck als Statussymbol und Ausdruck von Macht verdeutlicht.

Antike Hochkulturen: Griechenland und Rom

Um die Jahrtausendwende herum begann sich das Friseurhandwerk auch im antiken Griechenland und Rom zu verbreiten. Hier finden sich Nachweise für die Existenz von Friseurschulen, was auf eine beginnende Formalisierung der Ausbildung hindeutet. Licinius, ein Friseur in Rom, betrieb einen Prominenten-Friseurladen, der sicherlich das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und des neuesten Klatsches war. Die Sklavinnen im alten Rom und Griechenland, die für die Pflege und Frisur der Haarpracht zuständig waren, verwendeten ein erstes tönernes Gerät zum Formen von Locken: die Calamistra. Dies zeigt, wie früh schon spezielle Werkzeuge für die Haargestaltung entwickelt wurden, um den ästhetischen Ansprüchen der damaligen Gesellschaft gerecht zu werden.

Das Friseurhandwerk im Mittelalter: Bader, Barbiere und Perückenmacher

Im alten Rom wurde vor allem die Badekultur besonders hochgeschätzt und zelebriert. Luxuriöse Badestuben entstanden, in denen sich die reichen Herren massieren und salben ließen. Auch die Behandlung des Kopfhaares fand hier statt. Aus dieser Tradition heraus entwickelten sich dann im frühen Mittelalter um 900 herum die ersten öffentlichen Badestuben. Sie wurden von sogenannten Badern betrieben. Und genau hier steigen wir in die Geschichte der Bader und Barbiere ein, die über Jahrhunderte hinweg eng miteinander verbunden waren und doch unterschiedliche Wege gingen.

Der Bader: Mehr als nur ein Bademeister

Bader wurden auch Stübner genannt und waren die Betreiber von Badestuben. Dieser Beruf ist seit dem Mittelalter bekannt und umfasste ein weitaus größeres Spektrum an Arbeiten und Dienstleistungen als man heute vermuten würde. Sie kümmerten sich um die allgemeine Körperpflege, Kosmetik und das Badewesen. Oft hatten sie einen Barbier im Hause, der die Bartpflege übernahm. Doch die Bader waren auch die "Ärzte der kleinen Leute". Sie übernahmen viele Arbeiten wie Zahnextraktionen, behandelten offene Wunden und Verletzungen und nahmen chirurgische Eingriffe vor, vor denen sich die akademisch gebildeten Ärzte im Mittelalter noch scheuten. Die Bader waren also alles andere als ungebildet und übernahmen wichtige Aufgaben der Chirurgie, auch "kleine Chirurgie" genannt (Chirurgie = Handwerk).

Trotz ihrer wichtigen Rolle zählte dieser Beruf lange Zeit zu den "unehrlichen Berufen". Bis zum Jahr 1548 wurden die Bader in einen Topf mit Scharfrichtern, Nachtwächtern, Zöllnern und Abdeckern geworfen. Das bedeutete soziale Ausgrenzung: Sie durften zum Beispiel nicht einfach so eine Gaststätte betreten, das "Weibsvolk" war ihnen nicht so zugeneigt, und sie fanden auch oft keine ehrenvolle Grabstätte. Der Augsburger Reichstagsbeschluss änderte dies im Jahr 1548 grundlegend, und der Beruf des Baders wurde offiziell und flächendeckend ehrenhaft. In einigen Städten des mittelalterlichen Europas waren die Bader aber auch schon weit vorher in die Zünfte aufgenommen worden, so zum Beispiel in Lübeck mit der Lübecker Baderolle von 1350 oder in Würzburg und Hamburg in den Jahren 1373 bzw. 1375.

Der Barbier: Vom Bartschneider zum Haarkünstler

Die Bezeichnung Barbier leitet sich vom italienischen Wort "barbiere" ab, was so viel heißt wie "Bart scheren". Und tatsächlich gab es schon im 8. Jahrhundert Barbiere als zuständige Personen für die Bartpflege. Der alte Handwerksberuf war aber noch viel mehr: Barbiere waren, ähnlich wie Bader, für die Körperpflege zuständig, kümmerten sich um Wundheilung und waren als Krankenpfleger aktiv. Zusätzlich war der Barbier auch für Aderlässe, Zahnprobleme – vor allem das Ziehen von Zähnen – und für Klistiere zuständig. Dies wurde zum Beispiel in einem Erlass im 13. Jahrhundert in Venedig auch offiziell so geregelt. Zum Barbier ging also der edle Mann, um seinen Bart pflegen zu lassen, sich zu salben und die Kopfbehaarung zu frisieren; der kleine Mann hingegen zur Haarpflege und zur Linderung von allerlei Wehwehchen.

Barbiere haben sich wahrscheinlich aus ehemaligen Badeknechten entwickelt und wurden oft auch als "Trockenscherer" bezeichnet. Das liegt daran, dass Barbiere im Gegensatz zu Badern kein Warmbad anboten, sondern sich nur auf einzelne Aufgaben der Bader konzentrierten. Barbiere sahen die Badestuben als Herde von Krankheiten und Mittel zu deren Verbreitung, da sich bei den Badern Frauen und Männer völlig unbekleidet die Badezuber teilten, was nach Ansicht der Barbiere zur schnelleren Verbreitung von Krankheiten beitrug.

Vergleich: Bader vs. Barbier im Mittelalter

Um die Unterschiede zwischen diesen beiden eng verwandten, aber doch verschiedenen Berufen besser zu verstehen, betrachten wir die folgende Tabelle:

MerkmalBaderBarbier
HaupttätigkeitBetrieb von Badestuben, Körperpflege, "kleine Chirurgie", ZahnbehandlungBartpflege, Wundbehandlung, Aderlass, Zahnziehen, Klistiere
Angebotenes BadWarmbadKein Warmbad (daher "Trockenscherer")
Sozialer StatusLange Zeit "unehrlich", ab 1548 ehrenhaftFrüher anerkannt, spezialisierte sich später
SpezialisierungUmfassender, mit medizinischen AufgabenFokussierter auf Bart und später Kopfhaar

Der Perückenmacher: Ein Zeichen königlicher Pracht

Mit fortschreitender Entwicklung der Wissenschaft und der Professionalisierung der Ärzte im 19. Jahrhundert suchten die Barbiere nach weiteren Möglichkeiten, um sich zu spezialisieren. Der Zweig der Perückenmacher entstand. König Ludwig XIII. selbst trug maßgeblich zum Bekanntwerden der Perückenmacherei bei, denn er musste schon frühzeitig seine Haare lassen, wollte aber dennoch nicht auf eine volle Haarpracht verzichten. Dies führte zu einem Boom in der Herstellung und dem Tragen von Perücken, die schnell zu einem Statussymbol des Adels und der gehobenen Gesellschaft wurden. Im 19. Jahrhundert wurde dann der Rasierhobel erfunden, der es vielen Männern einfacher machte, sich selbst zu rasieren. Die Rasur beim Barbier wurde immer seltener, und die Barbiere spezialisierten sich mehr und mehr auf die Kopfhaare der Herren und später auch der Damen, was den Übergang zum modernen Friseurberuf einleitete.

Was ist die Frisur für die Jugend?
Noch oder gerade heute ist für die Jugend die Frisur Ausdruck ihrer Persönlichkeit, auch hinsichtlich der politischen oder sozialen Einstellung: Sei es als Punk, Skinhead, Popper oder einfach modeorientierter Teenager. Haare und Frisur in der Urzeit. Frisuren der Romantik- und die Gotikzeit.

Der Weg zum modernen Friseur: Professionalisierung und Innovation

Nach dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 wurden viele Badestuben geschlossen, sodass die Bader sich teilweise neu orientieren mussten. Viele Bader waren nun gezwungen, ihre Dienste – wie auch viele Barbiere – fahrend anzubieten oder im Freien auszuüben. Außerdem ging ab dem 18. Jahrhundert durch die vermehrte Errichtung von Krankenhäusern auch für arme Menschen die Bedeutung der Heilkünste durch die Bader immer mehr zurück. Immer mehr Ärzte, die nun nicht mehr theologisch geprägt waren und somit kranke und sieche Menschen durchaus berühren durften, übernahmen auch mehr und mehr die den Badern vorbehaltene kleine Chirurgie. Aber es war nicht etwa nur eine Verdrängung dieses Berufes, sondern eine Professionalisierung des gesamten Gesundheitswesens. In Preußen wurde aus dem Badewesen das moderne Sanitätswesen entwickelt, und die Gründung der weltbekannten Charité erfolgte in diesem Zusammenhang. Noch bis in die 1950er Jahre existierten teilweise Badehäuser und Krankenhäuser nebeneinander, ehe der Beruf des Baders vollständig verschwand.

Die heutigen Friseure, die sich aus der Professionalisierung der Barbiere und deren Ausweitung des Kundenkreises auch auf die Damenwelt herauskristallisierten, widmen sich nur noch selten der Bartpflege, aus der sie einst entstanden sind. Dafür wird sich umso mehr um jegliche Belange des Kopfhaares gekümmert. Viele Entwicklungen in Technik und Techniken zur Haarpflege und des Frisierens wie der Dauerwelle oder des Wasserstoffperoxids zum Haarebleichen erweiterten die Kunst der Friseure erheblich. Im 19. Jahrhundert bildete sich dann der eigentliche Berufsstand des Friseurs heraus, der damals noch nicht im eigenen Salon die Kunden bediente, sondern zu ihnen nach Hause kam. Im Jahr 1888 wurden Zwangsinnungen, Gesellen- und Meisterprüfungen eingeführt und erste Handwerkskammern gegründet, was die Qualität und den Standard des Handwerks maßgeblich verbesserte. Ein Jahr später etablierte sich der Verband der Barbier-, Friseur- und Perückenmacher. 1907 wurde der erste Salon eröffnet, und ab 1916 kam es zu ersten Modenschauen speziell für Frisuren. Die Erfindung des Föhns, der ersten richtigen Lockenwickler, des Dauerwellapparates und der Trockenhaube brachte die Professionalisierung des Friseurhandwerkes maßgeblich voran und ebnete den Weg für die modernen Styling-Möglichkeiten, die wir heute kennen.

Der Friseur heute: Ausdruck von Persönlichkeit und Stil

Heute arbeiten Friseure in ganz unterschiedlichen Salons: vom kleinen Friseurladen um die Ecke bis zum eleganten Nobelsalon des angesagten Hairstylisten ist alles dabei. Die kreative und äußerst vielfältige Arbeit der Friseure möchte kaum jemand mehr missen. Dies verdanken wir dem Wandel dieses Berufsbildes, den wir hier aufgezeigt haben, und den unglaublich großen schöpferischen Leistungen der Friseure, die in der Vergangenheit zum Ansehen dieses Handwerks beigetragen haben. Und noch heute gibt es ständig neue Entwicklungen rund um die Kunst des Frisierens und Färbens der Haare. Revolutionäre Schnitttechniken, zum Beispiel von Vidal Sassoon oder Dessange, setzen hohe Standards an das Friseurhandwerk, denen sich moderne Salons verpflichtet fühlen.

Die Frisur als Statement: Jugend und Gesellschaft

Langes Haar galt in vielen Kulturen auch als ein Zeichen der persönlichen Freiheit und Würde. Sklaven und Gefangenen wurde als äußeres Zeichen ihrer Unfreiheit der Kopf kahlgeschoren oder gar – wie bei den Indianerstämmen – skalpiert. Noch während des Zweiten Weltkrieges soll es vorgekommen sein, dass Frauen, die sich mit Besatzungssoldaten eingelassen hatten, von ihren Landsleuten durch gewaltsames Abschneiden der Haare bloßgestellt und gedemütigt wurden. Ein "G’scherter" (Geschorener) genannt zu werden, gilt in Süddeutschland noch heute als eine Beleidigung, weil damit ein ehrloser, rücksichtsloser, zu Gemeinheiten fähiger Mensch gemeint ist.

In manchen Regionen galt oder gilt noch heute das Schneiden der Haare als Zeichen der Unterwerfung. Ein Beispiel dafür ist die Tonsur (eine kreisförmige, ausrasierte Kahlstelle am Kopf) der christlichen Würdenträger im Mittelalter. Noch heute lassen sich Mönche und Priester einiger asiatischer Religionsgemeinschaften aus demselben Grund den Kopf kahl scheren.

Im Mittelalter sah man sogar einen Zusammenhang zwischen der Haarfarbe und dem Charakter eines Menschen. Besonders unglücklich waren rothaarige Menschen; sie galten als jähzornig, man misstraute ihnen und verspottete sie. Es waren nicht selten gerade die roten Haare, die einer Frau den Vorwurf einbrachten, eine Hexe zu sein, was dann meist in der Folterkammer oder gar auf dem Scheiterhaufen ein Ende fand.

Bei fast allen Völkern, in fast allen Kulturen, verstanden es die Menschen, mit der Frisur die eigene Erscheinung zu verschönern. Ob die Haare lang oder kurz, ungeordnet oder kunstvoll frisiert getragen wurden, war allerdings nicht immer vom persönlichen Geschmack allein abhängig. In der Frisur drückte sich oft die Zugehörigkeit zu einem Volk, einem Stamm, einer bestimmten sozialen Schicht oder sogar einer politischen Richtung aus. So trugen beinahe alle deutschen Männer während der Zeit des Dritten Reiches den Scheitel auf der rechten Seite, eben wie Adolf Hitler.

Wie in der Zeit der Französischen Revolution galt in den 60er und Anfang der 70er Jahre dieses Jahrhunderts bei uns langes, ungeordnetes Haar als Symbol des Protestes gegen die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen (Zeit der Studentenunruhen). Langes, ungepflegt erscheinendes Kopf- und Barthaar kann natürlich auch ganz einfach Desinteresse an der Mode ausdrücken. Noch oder gerade heute ist für die Jugend die Frisur Ausdruck ihrer Persönlichkeit, auch hinsichtlich der politischen oder sozialen Einstellung: Sei es als Punk, Skinhead, Popper oder einfach modeorientierter Teenager. Die Frisur ist und bleibt ein mächtiges Mittel der Selbstinszenierung und der Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte des Friseurs

Wann gab es die ersten professionellen Friseure?
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es bereits 3000 v. Chr. in Ägypten die ersten professionellen Friseure gab. Rasiermesser wurden schon 6000 v. Chr. entdeckt.
Was war die erste überlieferte Organisation von Haarpflegeberufen?
Die erste überlieferte berufsständische Organisation der Barbiere gab es um 1800 v. Chr. in Mesopotamien.
Was war der Unterschied zwischen Badern und Barbieren im Mittelalter?
Bader betrieben Badestuben und boten umfassende Körperpflege, medizinische Behandlungen (kleine Chirurgie) und Bäder an. Barbiere konzentrierten sich primär auf die Bartpflege, Aderlässe, Zahnbehandlungen und Wundheilung, boten aber keine Warmbäder an und wurden daher auch "Trockenscherer" genannt.
Warum galten Bader lange als "unehrlich"?
Bader wurden aufgrund ihrer Tätigkeiten, die oft mit Körperflüssigkeiten und Chirurgie zu tun hatten, sowie der öffentlichen Natur ihrer Badestuben, die als Orte der Krankheitsverbreitung galten, lange Zeit zu den "unehrlichen Berufen" gezählt. Dies änderte sich offiziell erst 1548 mit dem Augsburger Reichstagsbeschluss.
Wann und warum entstand der Beruf des Perückenmachers?
Der Beruf des Perückenmachers entstand als Spezialisierung der Barbiere, insbesondere im Zuge der Popularität von Perücken, die durch Persönlichkeiten wie König Ludwig XIII. gefördert wurde, der frühzeitig seine Haare verlor und eine Perücke trug.
Wie hat sich der Friseurberuf im 19. und 20. Jahrhundert professionalisiert?
Im 19. Jahrhundert bildete sich der eigenständige Berufsstand des Friseurs heraus, anfangs mit Hausbesuchen. Ab 1888 wurden Zwangsinnungen, Gesellen- und Meisterprüfungen eingeführt. Erfindungen wie der Föhn, Dauerwellapparate und Trockenhauben sowie die Eröffnung der ersten Salons trugen maßgeblich zur Modernisierung und Professionalisierung bei.
Welche Bedeutung hat die Frisur für die Jugend heute?
Für die Jugend ist die Frisur heute ein starker Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihrer sozialen oder politischen Einstellung. Sie kann Protest, Zugehörigkeit zu einer Subkultur (z.B. Punk, Skinhead) oder einfach Modebewusstsein signalisieren.

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