Wie ändere ich die Haarfarbe?

Haarfarbe Ändern: Dein Umfassender Guide

26/06/2023

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Der Wunsch nach Veränderung beginnt oft im Kopf – und endet nicht selten bei der Haarfarbe. Ob ein dezenter Reflex, eine komplette Typveränderung oder das Abdecken erster grauer Strähnen: Die Möglichkeiten, die eigene Haarfarbe zu verändern, sind vielfältig und spannender denn je. Doch bevor Sie zum Farbtopf greifen, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen, um ein Ergebnis zu erzielen, das Sie lieben werden und das Ihre Haare strahlen lässt.

Wie ändere ich die Haarfarbe?
Inhaltsverzeichnis

Natürliche Haarfarben: Eine Farbpalette zum Kennenlernen

Bevor wir uns dem Färbeprozess widmen, lohnt sich ein Blick auf die Natur. Unsere Haare erhalten ihre Farbe durch Melanozyten, die Pigmente produzieren. Je nach Anteil und Art dieser Pigmente entstehen die vielfältigen Naturtöne. Eine professionelle Farbpalette hilft dabei, die Nuancen zu klassifizieren und die perfekte Ausgangsbasis für eine Veränderung zu finden.

Die Standard-Naturtöne von Hell nach Dunkel

  • helllichtblond
  • lichtblond
  • hellblond
  • mittelblond
  • dunkelblond
  • hellbraun
  • mittelbraun
  • dunkelbraun
  • schwarz

Spezielle Farbrichtungen der Naturtöne

Aschige Nuancen

Wenn der Anteil an gelblich-roten Pigmenten im Haar gering ist, wirkt die Farbe kühler und verliert an Leuchtkraft. Diese Richtung wird als Asch bezeichnet. In Tönungen mit der Bezeichnung „Asch“ ist ein leichter blauer Farbanteil enthalten, der dazu dient, unerwünschte Orangetöne im Haar zu neutralisieren. Aschtöne umfassen:

  • helllichtaschblond
  • lichtaschblond
  • hellaschblond
  • mittelaschblond
  • dunkelaschblond
  • hellaschbraun

Mattierte Nuancen

Mattierte Farbnuancen werden von Friseuren eingesetzt, um Rottöne abzudecken. Dies ist der Fall, wenn die Melanozyten zu viele gelblich-rote Pigmente produzieren. Solche Tönungen enthalten immer einen Anteil Grün, um das Rot zu kompensieren. Sie sind erhältlich als:

  • lichtmattblond
  • hellmattblond
  • mittelmattblond
  • dunkelmattblond

Goldene Nuancen

Haare mit einem hohen Anteil an gelblich-roten Pigmenten neigen zu goldenen oder rotgoldenen Tönen. Um diese Richtung zu verstärken, kann der Friseur mit Farbtönungen nachhelfen, die einen Hauch Gelb enthalten. Schöne Bezeichnungen hierfür sind:

  • goldblond
  • cognac
  • haselnussblond
  • mocca
  • goldbraun

Rotgoldene Nuancen

Wenn der rote Pigmentanteil noch höher ist als der gelbliche, spricht man von Rotgold. Der Friseur kann mit Tönungen, die Orange enthalten, der Natur nachhelfen. Gängige Namen dafür sind:

  • kupfergold
  • tizianrot
  • mahagoni-kupfer
  • hellkastanienbraun
  • mittelkastanienbraun

Purpur- und Violetttöne

Für intensive Rottöne, die ins Purpur gehen, gibt es spezielle Tönungen. Standardnamen von hell nach dunkel sind:

  • hellrosenholz
  • dunkelrosenholz
  • purpurbraun
  • hellmahagoni

Violetttöne, die oft bei mittel- und dunkelblondem Haar zum Einsatz kommen, umfassen Nuancen wie:

  • malaga
  • samos

Brauntöne und Perl Cendre

Weitere beliebte Brauntöne sind:

  • rehbraun
  • schokobraun

Der Begriff „Cendre“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „Asche“. In der Standard-Farbpalette taucht er in Varianten auf wie:

  • dunkelcendre (zur Nachbearbeitung dunkelblonder Haare in Richtung Schwarz)
  • blauschwarz (ein Name, der für sich spricht)

Was muss ich beim Haarefärben beachten?

Die Entscheidung für eine neue Haarfarbe ist nur der erste Schritt. Damit das Ergebnis überzeugt und die Haare gesund bleiben, gibt es einige wichtige Punkte zu berücksichtigen.

Den eigenen Farbtyp bestimmen

Die Wahl der Haarfarbe sollte immer auf Ihren persönlichen Farbtyp abgestimmt sein. Dies verhindert, dass die Farbe Sie blass oder unnatürlich wirken lässt. Oft reicht es schon zu wissen, ob Sie ein kalter oder warmer Farbtyp sind.

Der Adern-Test:

  • Schimmern die Adern an Ihren Handgelenken grünlich und werden Sie leicht braun in der Sonne? Dann sind Sie ein warmer Hauttyp. Gelbliche und goldene Untertöne stehen Ihnen hervorragend.
  • Erscheinen die Adern bläulich und verbrennen Sie leicht in der Sonne? Dann sind Sie ein kalter Hauttyp. Bläuliche und rosige Untertöne passen am besten zu Ihnen.
  • Treffen die Merkmale nicht eindeutig zu, haben Sie einen neutralen Hautunterton. Ihnen stehen die meisten Farben.

Haarfarben für Ihren Farbtyp

Jeder Farbtyp hat eine breite Palette an passenden Haarfarben. Manchmal genügt es schon, der eigenen Haarfarbe schöne Reflexe zu verleihen, um den Gesamteindruck zu perfektionieren. Bei drastischen Farbänderungen sollte der Unterschied nicht zu hart wirken. Denken Sie auch daran, Ihre Augenbrauen passend zu schminken oder färben zu lassen, besonders wenn Sie Ihr Haupthaar deutlich aufhellen.

Haarfarben für die vier Farbtypen

FarbtypHautuntertonEmpfohlene HaarfarbenZu vermeidende Haarfarben
FrühlingstypWarm, klar, leuchtendWarmes Honigblond, Flachsblond, Erdbeerblond, helles Schokobraun, goldene Brauntöne.Kalte Töne (Asch, Platin), die blass wirken lassen.
SommertypKalt, gedämpftPlatinblond, Aschblond, aschige Brauntöne (kein Rotstich!), Pflaume, schwarze Kirsche.Schwarz, Blauschwarz (lässt fahl wirken), warme Rottöne.
HerbsttypWarm, gedämpftMahagoni, Kupfer, Kupferrot, Kastanienbraun, Honigblond (Richtung Pfirsich), Schokoladenbraun, Nussbraun, Goldbraun.Sehr kühle, strahlende Töne.
WintertypKlar, kühlBlauschwarz, Weißblond, Dunkelaschbraun, knallige Farben wie Pink, Eisblau, Lila oder Grün.Warme, gedämpfte Töne.

Der Unterschied bei Colorationen: Level 1, 2, 3

Haarfarben sind im Normalfall in drei Stufen unterteilt, die sich in ihrer Haltbarkeit und Wirkung unterscheiden:

  • Level 1: Auswaschbare Tönungen
    Diese Tönungen sind ideal für Anfänger oder für alle, die nur einen temporären Farbkick möchten. Sie waschen sich nach einigen Haarwäschen (oft 6-8) wieder aus und ermöglichen keine gravierenden Farb- oder Typveränderungen. Sie eignen sich jedoch hervorragend, um wunderschöne Reflexe ins Haar zu zaubern oder eine Farbe auszuprobieren.
  • Level 2: Semipermanente Tönungen
    Diese Farben werden mit jeder Haarwäsche blasser, sind aber deutlich haltbarer als Level 1 Tönungen. Sie ermöglichen sichtbare Farbveränderungen, sind jedoch nicht für eine komplette Grauabdeckung geeignet und können die eigene Haarfarbe nur schwer um mehrere Töne aufhellen.
  • Level 3: Dauerhafte Colorationen
    Diese Farbveränderung ist permanent. Sie wächst mit dem Haar heraus und wird nur durch eine andere Farbe korrigiert. Mit Level 3 können Sie graue Haare problemlos abdecken und auch stärkere Aufhellungen erzielen. Sobald zwei Komponenten miteinander gemischt werden müssen, erhalten Sie einen dauerhaften Farbton. Wählen Sie anfangs keine Farben, die zu stark von Ihrer Naturhaarfarbe abweichen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Tasten Sie sich lieber langsam an neue Haarfarben heran.

Haare selbst färben: Schritt für Schritt zum neuen Look

Das Färben der Haare zu Hause ist heute einfacher denn je, dank benutzerfreundlicher Produkte aus Drogerien und Parfümerien. Mit den richtigen Vorbereitungen und Techniken kann das Ergebnis Sie begeistern.

Was muss ich beim Färben von Haaren beachten?
Langhaarige Frauen müssen unbedingt darauf achten, dass alle Haare gleichmäßig mit der Farbe bedeckt werden. Vor allem im Nacken gelingt dies am Besten mit einem Rückspiegel. Achtung! Wenn Sie noch nie eine Coloration verwendet haben, sollten Sie zwei Tage vor dem Färben einen Allergietest durchführen.

Vorbereitung ist alles

Heute werden Haarfarben in der Regel auf trockenem, ungewaschenem Haar aufgetragen. Das natürliche Fett der Kopfhaut schützt vor Reizungen. Waschen Sie Ihre Haare nur dann vorher, wenn Sie starke Rückstände von Stylingprodukten im Haar haben, die sich nicht ausbürsten lassen. Andernfalls kann es zu einer ungleichmäßigen Farbaufnahme kommen und das Ergebnis fleckig aussehen.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie noch nie eine Coloration verwendet haben, führen Sie unbedingt zwei Tage vor dem Färben einen Allergietest durch. Eine ausführliche Beschreibung dazu finden Sie in jeder Packung.

Der Färbeprozess

  1. Mischen: Mischen Sie die Coloration nach Packungsanweisung. Achten Sie darauf, die Komponenten gründlich zu verrühren.
  2. Auftragen: Tragen Sie die Farbe so gleichmäßig wie möglich auf die Haare auf. Schaumprodukte sind ideal für Anfänger, da sie sich leicht wie bei einer Haarwäsche ins Haar einmassieren lassen. Bei längerem Haar ist es wichtig, dass alle Strähnen gleichmäßig bedeckt werden – besonders im Nackenbereich kann ein Rückspiegel hilfreich sein.
  3. Einwirken lassen: Kämmen Sie die Haare anschließend gut durch, um die Farbe optimal zu verteilen, und lassen Sie das Produkt die vorgeschriebene Zeit einwirken. Halten Sie sich unbedingt an die angegebene Einwirkzeit, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen und das Haar nicht unnötig zu strapazieren.
  4. Ausspülen: Spülen Sie die Haare nach der Einwirkzeit gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist und keine Farbrückstände mehr enthält.
  5. Pflege: Verwenden Sie abschließend eine pflegende Haarpackung oder den Conditioner, der den meisten Colorationen beiliegt. Dies hilft, die Haarstruktur zu schließen und die Farbe zu versiegeln.

Sind Haarfärbemittel schädlich?

Die Haarfärbeprodukte haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Moderne Formulierungen enthalten oft Pflegeeigenschaften und werden mit speziellen Conditionern geliefert, die das Haar direkt nach dem Färben pflegen. Häufiges Färben ist in der Regel nicht schädlich, solange die Anwendungshinweise auf der Packung befolgt werden und eine gute Pflege danach erfolgt.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Haarpflege nach einer Coloration geschenkt werden. Eine Systempflege, bestehend aus Shampoo, Spülung und Kur, die speziell auf coloriertes Haar abgestimmt ist, hilft, die Leuchtkraft der Farbe zu erhalten und sie länger haltbar zu machen.

Bei empfindlichem oder feinem Haar, insbesondere bei blond gefärbtem oder gesträhntem Haar, kann mehrfaches Färben jedoch zu Porosität und Glanzlosigkeit führen. Haare können sogar abbrechen.

Hier kommt das Wundermittel Olaplex ins Spiel. Produkte wie Olaplex No. 3 reparieren gebrochene Disulfidbrücken im Haar dauerhaft und können Haarschäden vorbeugend vermeiden. Bei regelmäßiger Anwendung wird das Haar wieder geschmeidig und erhält einen traumhaften Glanz.

Warum ist die Haarfarbe so wichtig?
Gerade die Haarfarbe ist von großer Bedeutung, denn typgerechte Strähnchen und die passende Tönung erzielen eine harmonische Wirkung, während „falsche“ Farben in Gesichtsnähe Sie müde und blass aussehen lassen. Ihre Beraterin informiert Sie gerne ausführlich und begleitet Sie bei Bedarf zu einem Friseurtermin.

5 Tipps für länger haltende Haarfarben

Eine neue Haarfarbe bringt frischen Wind, doch damit dieser nicht schnell verweht, gibt es einige Tricks, um die Farbintensität und Leuchtkraft länger zu bewahren:

  1. Färbung statt Tönung für Haltbarkeit: Wenn Sie wirklich lange Freude an Ihrer neuen Haarfarbe haben möchten, greifen Sie zu einer permanenten Färbung (Level 3). Tönungen waschen sich immer aus, egal ob Intensiv- oder Kurzzeittönungen. Ein Ausbleichen ist hier unvermeidlich und sie eignen sich eher für Experimente.
  2. Passenden Ton wählen: Dunkles Haar nimmt helle Töne schlechter an, was dazu führen kann, dass die Farbe schneller verblasst. Wählen Sie einen Ton, der Ihrer Naturfarbe nahekommt oder eine Nuance dunkler ist, um eine bessere Haftung zu erzielen.
  3. Vorpigmentierung bei schwachem Haar: Profis empfehlen, schwach pigmentierte Haare vor dem eigentlichen Färben vorzupigmentieren. Nehmen Sie einen kleinen Teil der Färbung, bevor Sie sie mit dem Entwickler mischen, und streichen Sie diese dezent auf die gesamten Längen. Lassen Sie es 3-5 Minuten einwirken und fahren Sie dann wie gewohnt fort. Dies hilft der Farbe, besser anzunehmen.
  4. Spezielle Pflege für coloriertes Haar: Die richtige Pflege ist entscheidend für die Erhaltung der Farbechtheit. Steigen Sie von normalem Shampoo auf ein stark pigmentiertes Colourshampoo um. Ergänzen Sie dies mit einem passenden Conditioner oder einer farberhaltenden Haarkur. Hochwertige Produkte aus dem Friseurbedarf sind oft stärker pigmentiert und effektiver als Drogerieprodukte.
  5. Farbfrische auffrischen mit Kurzzeittönungen: Um die Zeit bis zur nächsten Färbung zu überbrücken und die Farbfrische aufzupeppen, eignen sich Kurzzeittönungen hervorragend. Sie wirken schnell, sind kostengünstig und lassen die Haare für einige Tage wieder intensiver strahlen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie oft kann ich meine Haare färben?

Die Häufigkeit hängt von der Art der Coloration und dem Zustand Ihrer Haare ab. Bei permanenten Färbungen reicht es in der Regel, den Ansatz alle 4-6 Wochen nachzufärben. Bei Tönungen können Sie öfter auffrischen. Achten Sie immer auf die Gesundheit Ihrer Haare und gönnen Sie ihnen bei Bedarf eine Pause oder intensive Pflege.

Kann ich meine Haare selbst aufhellen?

Leichte Aufhellungen um 1-2 Töne sind zu Hause möglich. Für stärkere Aufhellungen, insbesondere von dunklem zu hellem Haar, ist der Gang zum Friseur empfehlenswert, um unerwünschte Gelb- oder Orangestiche zu vermeiden und Haarschäden vorzubeugen.

Was tun, wenn die Haarfarbe nicht gefällt?

Wenn Sie eine Tönung verwendet haben, können Sie diese mit einigen Haarwäschen und speziellen Tiefenreinigungsshampoos schneller entfernen. Bei einer permanenten Färbung ist eine Korrektur schwieriger und sollte idealerweise von einem Friseur vorgenommen werden, um weitere Schäden zu vermeiden.

Verursacht Haarefärben Haarausfall?

Sachgemäß angewendete Haarfärbemittel verursachen in der Regel keinen Haarausfall. Bei unsachgemäßer Anwendung, Überdosierung oder allergischen Reaktionen kann es jedoch zu Reizungen der Kopfhaut und im Extremfall zu Haarbruch kommen. Ein Allergietest vorab ist daher unerlässlich.

Wie schütze ich meine gefärbten Haare vor dem Verblassen durch Sonne?

UV-Strahlung kann gefärbte Haare ausbleichen. Verwenden Sie im Sommer oder bei starker Sonneneinstrahlung spezielle UV-Schutzsprays für die Haare oder tragen Sie eine Kopfbedeckung. Auch Shampoos und Conditioner mit UV-Filtern können helfen, die Farbe länger zu schützen.

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