06/06/2021
Sich um sein Aussehen zu kümmern, ist ein wichtiger Teil des Wohlbefindens, aber das bedeutet nicht immer, dass man einen teuren Salon aufsuchen muss. Mit ein wenig Übung, den richtigen Werkzeugen und einer Portion Geduld können Sie lernen, Ihre Haare zu Hause selbst zu schneiden. Dies spart nicht nur Geld, sondern gibt Ihnen auch die Freiheit, Ihren Look jederzeit anzupassen und zu pflegen. Ob Sie nur die Spitzen trimmen, einen neuen Stil ausprobieren oder einfach nur die Zeit bis zum nächsten Friseurbesuch überbrücken möchten – die Kunst des DIY-Haarschnitts ist erlernbar und kann überraschend befriedigend sein.

Warum die Haare selbst schneiden?
Die Entscheidung, die Schere selbst in die Hand zu nehmen, wird oft von praktischen Überlegungen geleitet. Der offensichtlichste Vorteil ist die Kosteneinsparung. Regelmäßige Friseurbesuche summieren sich schnell, und indem Sie dies selbst tun, können Sie Ihr Budget erheblich entlasten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Flexibilität: Sie können Ihre Haare schneiden, wann immer es Ihnen passt, ohne Termine vereinbaren zu müssen. Das ist besonders praktisch für schnelle Nachschnitte oder wenn Sie spontan Lust auf eine Veränderung haben. Es erfordert zwar anfangs etwas Mut und Übung, doch die Kontrolle über den eigenen Stil zu haben, ist ein unschätzbarer Vorteil.
Die richtigen Werkzeuge sind entscheidend
Bevor Sie überhaupt daran denken, Ihre Haare zu schneiden, stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Werkzeuge zur Hand haben. Billige Küchen- oder Bastelscheren sind tabu, da sie die Haare eher quetschen und schädigen als sauber schneiden. Investieren Sie in professionelles Equipment, denn die Qualität der Werkzeuge beeinflusst maßgeblich das Ergebnis.
- Friseurschere: Eine scharfe, präzise Friseurschere ist unerlässlich. Sie ist speziell dafür konzipiert, Haare sauber zu schneiden und Spliss zu vermeiden. Achten Sie auf rostfreien Stahl und eine ergonomische Form.
- Haarschneidemaschine (Clipper): Für kürzere Haarschnitte, insbesondere an den Seiten und am Nacken, ist eine gute Haarschneidemaschine mit verschiedenen Aufsätzen (Trimmeraufsätze) unverzichtbar. Sie ermöglicht gleichmäßige Längen und saubere Übergänge.
- Kamm: Ein feinzinkiger Kamm ist wichtig, um die Haare sauber abzutrennen und zu führen.
- Spiegel: Ein großer Wandspiegel und ein Handspiegel sind notwendig, um alle Bereiche Ihres Kopfes sehen zu können, insbesondere den Hinterkopf.
- Sprühflasche: Um die Haare leicht anzufeuchten, was bei vielen Schnitttechniken hilfreich ist.
- Haarklammern/Abteilklammern: Zum Abteilen der Haare in Sektionen.
- Frisierumhang oder altes Handtuch: Schützt Ihre Kleidung vor Haaren.
Vergleich: Friseurschere vs. Haarschneidemaschine
Beide Werkzeuge haben ihre Berechtigung und werden oft in Kombination verwendet. Hier ist ein kurzer Vergleich:
| Merkmal | Friseurschere | Haarschneidemaschine |
|---|---|---|
| Geeignet für | Längere Haare, Spitzen trimmen, Texturieren, präzise Schnitte, Bobs, Layering | Kurze Haare, Undercuts, Fades, Seiten und Nacken, gleichmäßige Längen |
| Präzision | Sehr hoch, ermöglicht detaillierte Arbeit | Hohe Gleichmäßigkeit auf vorgegebener Länge, weniger präzise für individuelle Strähnen |
| Schwierigkeitsgrad | Erfordert Übung für saubere, gerade Schnitte und Texturen | Einfacher für gleichmäßige kurze Längen, fades benötigen Übung |
| Ergebnis | Weiche Übergänge, natürliche Bewegung, individuelle Formen | Scharfe Linien, saubere Kanten, sehr kurze und einheitliche Längen |
| Wartung | Regelmäßiges Schärfen, Ölen | Reinigen der Klingen, Ölen, Akkuladung/Kabelpflege |
Vorbereitung ist die halbe Miete
Ein guter Haarschnitt beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Waschen Sie Ihre Haare und trocknen Sie sie handtuchtrocken, es sei denn, Ihr Schnitt erfordert trockenes Haar (z.B. bei sehr lockigem Haar). Kämmen Sie die Haare gründlich durch, um alle Knoten zu entfernen. Ziehen Sie den Frisierumhang an oder legen Sie ein altes Handtuch über Ihre Schultern. Sorgen Sie für gute Beleuchtung und stellen Sie sicher, dass Sie sich von allen Seiten im Spiegel sehen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Haare selbst schneiden
Die genaue Vorgehensweise hängt stark vom gewünschten Haarschnitt ab. Hier sind jedoch allgemeine Prinzipien und Techniken, die Sie anwenden können:
1. Von den Seiten nach hinten und oben vorarbeiten
Dies ist eine grundlegende Strategie, besonders bei kürzeren Haarschnitten oder wenn Sie eine Haarschneidemaschine verwenden. Beginnen Sie mit den Seiten, da diese oft die kürzeste Länge haben und als Orientierung dienen können. Verwenden Sie die passenden Trimmeraufsätze für Ihre gewünschte Länge. Arbeiten Sie sich von unten nach oben vor und achten Sie darauf, dass der Übergang zu längeren Haaren am Oberkopf weich wird. Dies erfordert Übung im Blenden (Fading).
- Seiten: Wählen Sie einen Aufsatz (z.B. 3mm oder 6mm) und führen Sie die Haarschneidemaschine gegen die Wuchsrichtung. Beginnen Sie am unteren Haaransatz und arbeiten Sie sich nach oben vor. Für einen sanften Übergang können Sie den Aufsatz wechseln oder die Maschine am oberen Ende des Schnittbereichs leicht vom Kopf wegkippen.
- Hinterkopf/Nacken: Verfahren Sie ähnlich wie an den Seiten. Achten Sie darauf, dass der Nackenbereich sauber und gerade geschnitten ist. Ein Handspiegel ist hier unerlässlich.
- Oberkopf: Hier werden oft die Haare mit der Schere geschnitten, um mehr Länge und Textur zu erhalten. Heben Sie einzelne Strähnen zwischen den Fingern an und schneiden Sie sie auf die gewünschte Länge. Arbeiten Sie sich von vorne nach hinten oder von der Mitte nach außen vor.
2. Techniken mit der Schere
Für längere Haare oder präzise Schnitte am Oberkopf ist die Schere Ihr bestes Werkzeug.

- Spitzen schneiden (Gerade Linie): Kämmen Sie das Haar glatt und teilen Sie es in Sektionen. Nehmen Sie eine kleine Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger und ziehen Sie sie straff. Schneiden Sie die Haarspitzen direkt unter Ihren Fingern ab. Arbeiten Sie sich abschnittsweise vor und nutzen Sie die bereits geschnittenen Haare als Führung für die nächste Sektion. Für einen besonders geraden Schnitt können Sie die Haare auch nach vorne über die Schultern kämmen und dann abschneiden.
- Point Cutting (Texturieren): Um den Haaren mehr Bewegung und Textur zu verleihen, halten Sie die Schere vertikal oder schräg zur Haarspitze und schneiden Sie kleine Dreiecke oder V-Formen in die Spitzen. Dies ist ideal, um Schwere aus dem Haar zu nehmen und einen weicheren Look zu erzielen.
- Layering (Stufen schneiden): Dies ist komplexer und erfordert mehr Übung. Eine gängige Methode ist, das gesamte Oberkopfhaar nach oben zu kämmen (90-Grad-Winkel zum Kopf) und alle Haare auf eine Länge zu schneiden. Wenn die Haare dann herunterfallen, ergeben sich automatisch Stufen. Für die Seiten können Sie das Haar diagonal nach vorne kämmen und schräg schneiden.
Wichtige Tipps für den DIY-Haarschnitt
- Weniger ist mehr: Schneiden Sie lieber zu wenig als zu viel. Sie können immer mehr abschneiden, aber nie wieder anfügen. Beginnen Sie mit einem kleinen Trim und überprüfen Sie das Ergebnis.
- Geduld und ein Auge fürs Detail: Üben Sie sich in Geduld. Nehmen Sie sich Zeit für jeden Abschnitt. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Arbeit in verschiedenen Spiegeln und aus verschiedenen Winkeln, um sicherzustellen, dass alles gleichmäßig ist.
- Kleine Sektionen: Arbeiten Sie immer in kleinen, überschaubaren Sektionen. Dies gibt Ihnen mehr Kontrolle und verhindert Fehler.
- Trockenes vs. nasses Haar: Die meisten Haare werden im feuchten Zustand geschnitten, da sie sich dann leichter handhaben lassen. Bedenken Sie jedoch, dass nasses Haar länger erscheint und beim Trocknen kürzer wird. Bei lockigem Haar ist es oft besser, im trockenen Zustand zu schneiden, um die natürliche Form und das Schrumpfverhalten besser einschätzen zu können.
- Gerade Linien finden: Wenn Sie einen geraden Schnitt wünschen, können Sie einen Kamm oder eine Wasserwaage (ja, wirklich!) als Führung verwenden. Bei einem Bob kann es helfen, die Haare in einen sehr tiefen Pferdeschwanz am Nacken zu binden und dann gerade abzuschneiden.
- Fehler beheben: Wenn Sie einen kleinen Fehler machen, versuchen Sie nicht, ihn durch übermäßiges Schneiden zu korrigieren. Manchmal ist es besser, eine kurze Pause zu machen oder eine kleine Ungleichheit vorerst zu akzeptieren. Oft fallen kleine Unregelmäßigkeiten im trockenen, gestylten Haar weniger auf. Im schlimmsten Fall können Sie immer noch einen Friseur aufsuchen, der den Schaden beheben kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Viele Menschen haben ähnliche Fragen, wenn es um das Selbstschneiden der Haare geht. Hier sind einige der häufigsten:
Wann ist der beste Zeitpunkt, um das Haar zu schneiden?
Es gibt keinen universell "besten" Zeitpunkt. Die Häufigkeit hängt von Ihrem Haartyp, Ihrem gewünschten Stil und der Wachstumsrate Ihrer Haare ab. Im Allgemeinen wird empfohlen, die Spitzen alle 6-8 Wochen zu trimmen, um Spliss vorzubeugen und gesundes Wachstum zu fördern. Wenn Sie einen präzisen Kurzhaarschnitt haben, müssen Sie möglicherweise alle 3-4 Wochen nachschneiden. Bei sehr langen Haaren kann ein Trimmen alle 3-4 Monate ausreichen. Der beste Zeitpunkt ist immer dann, wenn Sie merken, dass Ihre Haare an Form verlieren, Spliss auftreten oder sie einfach nicht mehr so fallen, wie sie sollen.
Kann ich meine Haare nass oder trocken schneiden?
Die meisten Friseure schneiden Haare im nassen Zustand, da sie sich dann leichter kämmen und präziser abteilen lassen. Wenn das Haar trocken ist, können Unebenheiten besser erkannt werden, besonders bei Locken oder Wellen, da sich die natürliche Textur zeigt. Für präzise, gerade Schnitte (z.B. Bob) wird oft nasses Haar bevorzugt. Für Texturierungen oder das Entfernen von Spliss kann trockenes Haar besser sein. Lockiges Haar sollte fast immer im trockenen Zustand geschnitten werden, um die Schrumpfung zu berücksichtigen.
Welche Schere brauche ich wirklich?
Investieren Sie in eine echte Friseurschere. Diese sind schärfer und haben eine feinere Klinge als normale Haushaltscheren. Eine gute Friseurschere schneidet die Haare sauber und verhindert Spliss. Achten Sie auf eine Größe, die gut in Ihrer Hand liegt, meist zwischen 5,5 und 6,5 Zoll.
Wie schneide ich Spliss am besten?
Die effektivste Methode ist das sogenannte „Dusting“. Dabei werden nur die äußersten Millimeter der Spitzen abgeschnitten, wo der Spliss beginnt. Halten Sie die Haarsträhne straff und lassen Sie die Schere leicht über die Spitzen gleiten, um nur die abstehenden, gespaltenen Haare zu erfassen. Eine andere Methode ist das „Twist-Cutting“, bei dem Sie kleine Haarsträhnen fest eindrehen und dann die herausragenden Spliss-Enden vorsichtig abschneiden.
Was mache ich, wenn ich einen Fehler gemacht habe?
Bleiben Sie ruhig! Kleine Fehler fallen oft weniger auf, als man denkt. Versuchen Sie nicht, den Fehler durch noch mehr Schneiden zu beheben. Manchmal hilft es, das Haar zu stylen und zu sehen, ob der Fehler kaschiert werden kann. Bei größeren Missgeschicken ist der Gang zum professionellen Friseur die beste Lösung. Sie können oft einen schlechten Schnitt retten oder zumindest beheben, bis das Haar nachgewachsen ist.
Fazit
Das Schneiden der eigenen Haare kann eine lohnende Fähigkeit sein, die Ihnen Flexibilität und Ersparnisse bietet. Es erfordert Geduld, die richtigen Werkzeuge und die Bereitschaft, zu üben. Fangen Sie klein an, vielleicht mit einem einfachen Spitzenschnitt oder dem Trimmen der Seiten mit der Maschine. Mit jedem Versuch werden Sie sich sicherer fühlen und Ihre Technik verbessern. Denken Sie daran: Haare wachsen nach. Jeder Haarschnitt ist eine Gelegenheit zum Lernen und Experimentieren. Viel Erfolg beim Frisieren!
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