06/03/2020
Sich die Haare selber zu färben, ist eine beliebte und kostengünstige Alternative zum Besuch im Friseursalon. Es bietet unzählige Möglichkeiten, den eigenen Look zu verändern – sei es ein strahlendes Blond, ein warmes Braun, ein feuriges Kupfer, ein tiefes Schwarz oder ein edles Grau. Die Auswahl an Haarfarben und Nuancen auf dem Markt ist riesig, und viele Produkte versprechen professionelle Ergebnisse. Doch damit das Selberfärben wirklich gelingt und das Ergebnis dem vom Profi in nichts nachsteht, braucht es das richtige Know-how und einige wichtige Tipps. Dieser umfassende Leitfaden hilft Ihnen dabei, alle Herausforderungen zu meistern, insbesondere das Färben des oft vernachlässigten Hinterkopfes, und liefert Ihnen alle Informationen, die Sie für ein perfektes Farbergebnis zu Hause benötigen.

- Warum Haare selber färben? Die Vorteile im Überblick
- Die richtige Vorbereitung ist das A und O
- Der Hinterkopf: Eine besondere Herausforderung meistern
- Farbvielfalt entdecken: Blond, Grau, Rot und Schwarz
- Die Qual der Wahl: Creme, Mousse oder Lotion?
- Schritt für Schritt zur perfekten Haarfarbe: Eine detaillierte Anleitung
- Häufige Fehler beim Haarefärben vermeiden
- Haarpflege nach dem Färben: So bleibt die Farbe strahlend
- Besondere Überlegungen beim Haarefärben
- Kosten im Überblick: Selber färben vs. Friseur
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Haarefärben
Warum Haare selber färben? Die Vorteile im Überblick
Die Entscheidung, die Haare zu Hause selbst zu färben, wird oft aus verschiedenen Gründen getroffen. Der offensichtlichste Vorteil ist die Kostenersparnis im Vergleich zu einem Friseurbesuch. Haarfarben aus der Drogerie sind deutlich günstiger als professionelle Colorationen im Salon. Darüber hinaus bietet das Selberfärben eine enorme Flexibilität: Sie können Ihre Haarfarbe jederzeit und ganz nach Belieben ändern, ohne an Salonöffnungszeiten gebunden zu sein. Die Produktvielfalt ist beeindruckend, sodass für jeden Wunsch die passende Nuance dabei ist. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik können Sie tatsächlich Ergebnisse erzielen, die denen vom Profi in nichts nachstehen.
Die richtige Vorbereitung ist das A und O
Ein erfolgreiches Färbeergebnis beginnt lange vor dem eigentlichen Auftragen der Farbe. Die richtige Vorbereitung schützt Ihr Haar und Ihre Kopfhaut und sorgt für eine gleichmäßige Farbaufnahme.
Haare vor dem Färben nicht waschen
Einer der wichtigsten Tipps ist, Ihre Haare nicht direkt vor dem Färben zu waschen. Idealerweise sollten Sie Ihre Haare ein bis zwei Tage vor dem Färbevorgang das letzte Mal waschen. Der Grund dafür ist, dass die Kopfhaut ihren natürlichen Schutzfilm behält, der sie vor potenziell reizenden Inhaltsstoffen der Haarfarbe schützt. Dieser natürliche Talgfilm wirkt wie eine Barriere. Sollten sich jedoch Stylingprodukte wie Haarspray, Gel oder zu viel Fett in den Haaren befinden, empfiehlt es sich, die Haare ein paar Tage vor dem Färben zu waschen. Fett und Silikone können die Keratin- und Hornschicht der Haare versiegeln, was das Eindringen der Farbe erschwert und zu einem ungleichmäßigen Ergebnis führen kann.
Hautschutz nicht vergessen
Um unschöne Flecken auf der Haut im Gesicht, am Nacken oder an den Ohren zu vermeiden, ist es ratsam, diese Bereiche vor dem Färben mit einer fetthaltigen Creme wie Vaseline einzucremen. Die Farbe kann dann nicht an der Haut haften bleiben und lässt sich nach dem Färbevorgang einfach mit einem Tuch abwischen. Ziehen Sie außerdem alte Kleidung an und legen Sie sich ein altes Handtuch um die Schultern, um Ihre Kleidung vor Farbspritzern zu schützen.
Der Hinterkopf: Eine besondere Herausforderung meistern
Das Färben des Hinterkopfes stellt für viele, die ihre Haare selbst färben, die größte Herausforderung dar. Doch mit den richtigen Techniken und Hilfsmitteln lässt sich auch dieser Bereich makellos färben.
Um den Hinterkopf korrekt zu färben, empfiehlt es sich, Ihre Haare in vier separate Bereiche abzuteilen. Nutzen Sie hierfür das spitze Ende eines Haarfärbepinsels oder einen Stielkamm. Halten Sie während des Färbens die einzelnen Strähnen senkrecht vom Kopf ab. Dies ermöglicht eine präzisere und gleichmäßigere Anwendung der Farbe, insbesondere am Ansatz. Arbeiten Sie sich von oben nach unten durch die einzelnen Strähnen, um sicherzustellen, dass genügend Farbe auf den Ansatz gelangt.
Ein kleiner, aber entscheidender Tipp für das Färben am Hinterkopf ist die Wahl der richtigen Konsistenz des Färbemittels. Färben Sie Ihre Haare am Hinterkopf vorzugsweise mit einem Mousse. Die schaumige Konsistenz erleichtert das Verteilen der Farbe erheblich und minimiert das Risiko von Tropfen oder ungleichmäßiger Auftragung. Mousse-Farbprodukte sind zwar nicht immer so farbintensiv wie Cremes und oft nur in dunkleren Farbtönen erhältlich, aber für die Handhabung am Hinterkopf sind sie ideal.
Farbvielfalt entdecken: Blond, Grau, Rot und Schwarz
Jede Haarfarbe hat ihre Eigenheiten und erfordert spezifische Herangehensweisen. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei den beliebtesten Farbtönen achten sollten.
Haare blondieren: Die Königsdisziplin
Das eigene Haar zu blondieren, ohne Schäden anzurichten, ist eine Kunst für sich, aber mit ein paar Tipps durchaus möglich. Blondierung enthält Wasserstoffperoxid, das Sauerstoff freisetzt und so die Farbpigmente aus dem Haar zieht. Je dunkler das Haar, desto mehr Farbpigmente müssen zerstört werden, was das Haar stark belasten kann, da Wasserstoffperoxid das Keratin, einen essentiellen Grundbaustein der Haarfasern, angreift.
- Vorbereitung ist alles: Beginnen Sie bereits einen Monat vor dem Blondieren mit der Vorbereitung Ihres Haares, indem Sie auf jegliche Hitze verzichten. Lockenstab, Glätteisen und Föhn sollten Sie am besten nicht mehr benutzen.
- Intensive Pflege: Verwenden Sie nährreiche Shampoos, Haarkuren oder natürliche Öle wie Arganöl – am besten ohne Silikon. Greifen Sie auch zu Leave-In-Conditionern, die das Haar mit Feuchtigkeit versorgen.
- Profihilfe bei dunklem Haar: Sehr dunkles oder schwarzes Haar sollten Sie lieber nicht zu Hause blondieren, sondern dem Friseur überlassen. Der Weg zum perfekten Blondton ist deutlich schwerer und mit vielen Färbeprozessuren verbunden. Das Risiko von Haarbruch und Haarausfall ist in diesem Fall deutlich größer.
- Konzentration des Wasserstoffperoxids: Je hochprozentiger die Konzentration des Wasserstoffperoxids, desto schädlicher ist das Blondieren. Frisöre empfehlen meist eine Konzentration zwischen 1,9 und 9 Prozent, abhängig vom Zustand und der Haarfarbe.
- Schutz durch Olaplex: Ein weiterer Tipp, um die Haare durch eine Blondierung nicht zu sehr zu strapazieren, ist die Verwendung von Olaplex. Dieser Wirkstoff baut geschädigtes Haar im Inneren auf, indem er gebrochene Disulfidbrücken im Haar repariert.
- Gelbstich neutralisieren: Wenn die Haare nach der Blondierung einen unerwünschten Gelbstich haben, können Sie zu Silbershampoo und einem Toner greifen. Silbershampoo neutralisiert den Gelbstich durch blau-violette Pigmente. Ein Toner mattiert die Haare ab und lässt sie edler aussehen, indem er rote Farbpigmente zieht.
Haare grau färben: Der Trendton
Um Ihre Haare grau oder silbern zu färben, muss die Ausgangshaarfarbe hell sein, um das gewünschte Ergebnis leichter zu erzielen. Wer also keine blonden Haare hat, muss zur Blondierung greifen. Wichtig ist auch eine gleichmäßige Ausgangshaarfarbe, da das Haar sonst nach dem Färben fleckig erscheinen kann.
Für das Grau- oder Silberfärben haben Sie verschiedene Optionen:
- Haartönung: Ideal, um den Trend auszuprobieren, da die Tönung nicht dauerhaft ist und sich nach einigen Haarwäschen herauswäscht. So können Sie den richtigen Grauton für sich finden.
- Silbershampoo: Neutralisiert nicht nur einen vorhandenen Gelbstich, sondern sorgt durch seine intensive Pigmentierung auch für glänzendes Haar und kann einen subtilen Grauschimmer verleihen.
- Coloration: Wenn Sie den passenden Grauton gefunden haben und ein dauerhaftes Ergebnis wünschen, können Sie zur permanenten Coloration greifen.
- Effektspülung: Funktioniert ähnlich wie Silbershampoo, wird jedoch mit Wasser vermengt. Das Haar muss mehrmals mit der Effektspülung gewaschen werden, bis es eine graue Farbe annimmt.
Haare rot färben: Mut zur Farbe
Rote Pigmente verhalten sich anders als andere Farbpigmente – sie sind kleiner und zerbrechlicher, aber extrem hartnäckig. Wenn Sie sich die Haare rot färben möchten, sollten Sie besonders gut vorbereitet sein.
Es kommt immer wieder vor, dass rot gefärbte Haare einen Orangestich bekommen. Dies passiert, wenn die Ausgangshaarfarbe bereits viele Rotpigmente enthält. Dann müssen Sie mit grünen oder blauen Pigmenten gegenwirken. Asch-Töne sind die Komplementärfarben zu Orange und schaffen einen optischen Ausgleich. Bei einem extremen Orangestich müssen Sie zur Tönung greifen, ansonsten kann auch schon ein Silbershampoo Abhilfe schaffen.
Haare schwarz färben: Der klassische Look
Ob Tiefschwarz, Blauschwarz oder Schwarzbraun – wenn Sie Ihre Haare schwarz färben möchten, stehen Ihnen viele Nuancen zur Verfügung. Der Schritt zur dunklen Haarfarbe sollte aber gut durchdacht sein, denn wenn die Haare einmal schwarz sind, ist der Weg zur vorherigen Haarfarbe um einiges schwieriger.
Prüfen Sie vorab, welcher Schwarzton zu Ihnen passt. Prinzipiell passen schwarze Haare eher zu dunklen Hauttypen. Wenn Sie jedoch den „Schneewittchen-Style“ ausprobieren möchten, können Sie sich trotz blasser Haut die Haare schwarz färben. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Farbauswahl:
| Hauttyp | Empfohlene Schwarztöne |
|---|---|
| Warmer Hauttyp (pfirsichfarbene, braune Haut) | Dunkelbraun, Schwarz ohne Untertöne |
| Kalter Hauttyp (rosiger, violetter Unterton) | Kalte Schwarztöne, Blauschwarz |
Ombré färben: Der sanfte Übergang
Helle Spitzen, die sich vom Rest des Haares abheben – Ombré Hair lässt das Haar um einiges strahlender wirken und sorgt für einen modernen, fließenden Look. Die Spitzen sollten Sie mit einer Blondierung oder Coloration behandeln, deren Nuance mit der eigenen Haarfarbe harmonisiert.
Streichen Sie mit einer Paddelbürste von oben nach unten durch die Haarlängen bis zu den Spitzen. Tragen Sie nur so viel Coloration oder Blondierung auf, wie nötig. Je stärker Sie den Kontrast Ihrer Spitzen zu der Ausgangshaarfarbe haben möchten, desto länger muss das Produkt einwirken. Dort, wo die beiden Farben sich treffen, sollten Sie durch leichtes Eindrehen der Strähnen einen fließenden Übergang erhalten.
Die Qual der Wahl: Creme, Mousse oder Lotion?
Die Konsistenz des Färbemittels spielt eine große Rolle für die einfache Anwendung und das Färbeergebnis.
- Lotion: Sehr flüssig und kann direkt aus der Applikatorflasche auf die Haare gegeben werden. Die Lotion birgt jedoch die Gefahr, zu tropfen und so schnell für unschöne Flecken auf der Haut zu sorgen.
- Mousse: Weist eine ähnliche Konsistenz wie Schaumfestiger auf und lässt sich dadurch besser im Haar verteilen. Haarmousse ist allerdings nicht so farbintensiv und bislang nur in dunkleren Farbtönen erhältlich, eignet sich aber hervorragend für Anfänger und das Färben des Hinterkopfes.
- Haarcreme: Eignet sich besonders gut für Anfänger, da sie eine dickflüssigere Konsistenz als eine Lotion hat und sich dadurch präziser und besser auftragen lässt. Creme-Farben sind in der Regel farbintensiver und bieten eine breitere Farbpalette.
Schritt für Schritt zur perfekten Haarfarbe: Eine detaillierte Anleitung
Mit dieser Anleitung können Sie Ihre gewünschte Haarfarbe bequem zu Hause selbst zaubern.
1. Vorbereitung
Bevor Sie mit dem Färben beginnen, lesen Sie unbedingt die Gebrauchsanweisung des Produkts sorgfältig durch. Dort erfahren Sie, ob Sie die Farbe auf nassem oder trockenem Haar auftragen müssen und wie lange die Einwirkzeit beträgt. Ziehen Sie alte Kleidung an und legen Sie ein altes Handtuch über die Schultern. Cremen Sie Ihre Hautkonturen, Ohren und den Nacken mit einer fetthaltigen Creme ein, um Flecken zu vermeiden.
2. Auftragen der Farbe
Mischen Sie die Farbe gemäß der Gebrauchsanweisung zusammen. Für eine gleichmäßige Applikation empfiehlt es sich, einen Haarfärbepinsel aus Kunststoff zu benutzen, da Metallpinsel mit der Farbe reagieren könnten. Beginnen Sie mit den unteren Haaren, insbesondere im Nackenbereich und am Hinterkopf, da diese Bereiche oft etwas dunkler sind und länger brauchen, um die Farbe aufzunehmen. Arbeiten Sie sich dann systematisch nach oben vor.
Tragen Sie die Farbe zuerst am Haaransatz auf und arbeiten Sie sich dann über die Haarlängen bis in die Spitzen vor. Das Aufteilen der Haare in kleine Strähnchen mit einem Stielkamm ermöglicht eine präzise und rasche Vorgehensweise. Achten Sie darauf, dass alle Haare gleichmäßig mit Farbe bedeckt sind.
3. Einwirkzeit beachten
Lassen Sie die Haarfarbe entsprechend der Vorgaben in der Gebrauchsanweisung einwirken. Überschreiten Sie auf keinen Fall die maximale Einwirkzeit. Wirkt die Farbe zu lange ein, wird sie meist dunkler als auf den Beispielbildern der Verpackung und kann die Haarstruktur massiv beschädigen. Unterschreiten Sie die angegebene Einwirkzeit, kann es zu unerwünschten Farbnuancierungen oder einem zu hellen Ergebnis kommen. Dann hilft es, einen weiteren Färbevorgang mit dem gleichen Produkt vorzunehmen.

4. Ausspülen und Pflege
Nach Ablauf der Einwirkzeit geht es ans Ausspülen: Feuchten Sie das Haar mit warmem Wasser an und schäumen Sie die Haarfarbe leicht auf. Dies hilft, Farbrückstände von der Kopfhaut zu lösen. Spülen Sie die Farbe danach so lange gründlich aus, bis das Wasser klar ist.
In der Regel ist der Haarfarbe ein spezieller Haarbalsam oder eine Haarkur beigefügt. Tragen Sie diese Kur auf das nasse Haar auf und verteilen Sie sie gleichmäßig mit einem Kamm. Nach einer kurzen Einwirkzeit spülen Sie die Kur wieder aus. Sie müssen übrigens kein Shampoo benutzen, denn die Haarfarbe enthält bereits waschaktive Substanzen, die eine ausreichende Reinigungswirkung erzielen.
Wenn möglich, sollten Sie auf das Föhnen verzichten und Ihre Haare lieber an der Luft trocknen lassen. So werden sie nicht zusätzlich strapaziert und können sich erholen.
Häufige Fehler beim Haarefärben vermeiden
Damit das Endergebnis wirklich überzeugt, sollten Sie diese häufigen Fehler unbedingt vermeiden.
1. Den Allergietest vergessen
Auch wenn es mühselig erscheint, verzichten Sie vor dem Haarefärben nicht auf einen Allergietest – selbst wenn Sie das Haar bereits mit dem gleichen Produkt coloriert haben. In jeder Haarfarbe stecken Allergene, die unter Umständen schwere Reaktionen hervorrufen können. Tragen Sie einen zwei Zentimeter großen Klecks Haarfarbe mit einem Wattestäbchen hinter Ihrem Ohr auf. Wenn nach 48 Stunden keine Reaktion (Schwellungen, Rötungen, starker Juckreiz) auftritt, können Sie Ihre Haare bedenkenlos selber färben.
2. Sprödes Haar nach dem Färben
Wenn Ihr Haar direkt nach dem Haarefärben spröde aussieht, liegt das daran, dass sich die Schuppenschicht des Haares durch die Farbe öffnet. Verwenden Sie unbedingt die beiliegende Haarkur oder einen Haarbalsam, um die Oberfläche zu verschließen und Ihr Haar wieder glänzend und geschmeidig zu machen.
3. Zu häufiges Färben
Zwischen zwei Colorationen sollten immer mindestens sechs Wochen liegen. Wenn Ihre Haarfarbe nur ein paar Tage hält, ist das ein Zeichen für überstrapaziertes Haar. Durch jedes Färben wird die Haarstruktur durchlässiger und poröser, sodass Ihr Haar mehr Wasser aufnimmt und die Farbe schneller verliert. Gönnen Sie Ihrem Haar eine Pause und intensive Pflege.
4. Haarfarbe hält nicht oder ist ungleichmäßig
Wenn die Haarfarbe nicht hält oder ungleichmäßig ist, kann dies mehrere Gründe haben. Zum einen, wenn Sie Ihre Haare zu oft färben, da die Haarstruktur dann zu porös ist. Es empfiehlt sich daher, vor dem Färben die Spitzen zu schneiden und geschädigtes Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wer bereits kaputte oder strapazierte Haare färbt, tut sich selbst nichts Gutes, da Chemikalien die Haarstruktur verändern und anfälliger für Haarbruch machen.
Ein weiterer Grund kann Silikon im Haar sein. Stylingprodukte mit Silikonen können ein sogenanntes „Build-Up“ verursachen: Das Silikon sammelt sich im Haar an und legt sich wie ein Schutzfilm um die einzelnen Haare. Dies lässt das Haar zwar gepflegt und glatt erscheinen, verhindert aber, dass Farbpigmente in die Haare eindringen können. Auch alte Farbreste oder Stylingprodukte können zu einem ungleichmäßigen oder verfälschten Farbergebnis führen.
5. Die falsche Produktvariante gewählt
Ob Coloration, Intensivtönung oder Tönung – die Wahl richtet sich nach dem gewünschten Farbziel und der gewünschten Dauerhaftigkeit.
- Coloration: Färbt das Haar durch künstliche Pigmentierung dauerhaft. Die Farbe lässt sich nicht auswaschen. Wenn Sie sich bei der Farbnuance vergreifen, bleiben nur zwei Möglichkeiten: rauswachsen lassen oder mit einer anderen Nuance überfärben. Wählen Sie eine Coloration nur, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie die Farbe längere Zeit tragen möchten.
- Intensivtönung: Ähnlich wie bei der Coloration wird die oberste Haarschicht aufgebrochen. Sie ist mit chemischen Quellmitteln angereichert, was eine tiefere Einlagerung der Pigmente im Haar bewirkt. Die Haarfarbe wächst nur langsam heraus. Auch hier sollten Sie sich sicher sein, dass Sie die Farbe längerfristig haben möchten.
- Haartönung: Dringt nicht so tief in Ihr Haar ein und ist perfekt für Menschen geeignet, die gerne zwischen verschiedenen Haarfarben wechseln. Die Pigmente legen sich wie ein Film um das Haar, der sich von Haarwäsche zu Haarwäsche reduziert. Nach circa sechs bis acht Wäschen ist die Haartönung komplett ausgewaschen.
6. Falsches Endergebnis durch Einwirkzeit
Wenn das Endergebnis des Haarefärbens anders aussieht als auf der Verpackung angegeben, haben Sie die Haarfarbe wahrscheinlich zu lange oder zu kurz auf dem Kopf gelassen. Überschreiten Sie auf keinen Fall die maximale Einwirkzeit. Wirkt die Farbe zu lange ein, wird sie meist dunkler als auf den Beispielbildern der Verpackung und kann die Haarstruktur massiv beschädigen. Unterschreiten Sie die angegebene Einwirkzeit, kann es zu unerwünschten Farbnuancierungen oder einem zu hellen Ergebnis kommen. Dann hilft es, wenn Sie einen weiteren Färbevorgang mit dem gleichen Produkt vornehmen.
Haarpflege nach dem Färben: So bleibt die Farbe strahlend
Die richtige Pflege ist nach dem Färben das A und O, da das Haar durch den chemischen Prozess strapaziert wird. Es benötigt jetzt viel Feuchtigkeit und spezielle Produkte für coloriertes Haar. Besonders beim Blondierungsprozess wird dem Haar sehr viel Feuchtigkeit entzogen, eine intensive Pflegebehandlung ist hier essenziell.
Verwenden Sie Shampoos und Conditioner, die speziell für gefärbtes Haar entwickelt wurden, da diese die Farbpigmente besser schützen und das Auswaschen verzögern. Regelmäßige Haarkuren oder Haarmasken, idealerweise ein- bis zweimal pro Woche, versorgen das Haar intensiv mit Nährstoffen und Feuchtigkeit. Produkte mit UV-Schutz können zusätzlich dazu beitragen, die Farbe vor dem Ausbleichen durch Sonneneinstrahlung zu schützen.
Besondere Überlegungen beim Haarefärben
Manche Lebenssituationen oder persönliche Überzeugungen erfordern besondere Vorsicht oder alternative Ansätze beim Haarefärben.
Haarefärben in der Schwangerschaft und Stillzeit
Viele Frauen rätseln, ob das Haarefärben während der Schwangerschaft ein Risiko für das Ungeborene darstellt. Bislang ist unklar, inwieweit die Substanzen einer Haarfarbe die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen. Einige Chemikalien in den Haarfarben standen im Verdacht, gesundheitsschädliche Auswirkungen zu haben, vor allem bei dauerhafter Färbung, da der Körper giftige Stoffe in geringen Mengen über den Blutkreislauf aufnehmen könnte.
Aus diesem Grund müssen alle Haarfärbeprodukte in der Europäischen Union der Kosmetikverordnung von 2003 entsprechen. Mehr als 180 Inhaltsstoffe sind demnach von der EU verboten worden. Die Kosmetikhersteller sind durch die Verordnung auch gesetzlich dazu verpflichtet, die Produkte einer wissenschaftlichen Bewertung ihrer Sicherheit zu unterziehen.
Rund 70 Substanzen sind übrig geblieben, die laut der Kosmetikverordnung als sicher eingestuft werden. Doch auch bei diesen Inhaltsstoffen lässt sich nicht zu 100 Prozent sagen, dass sie für den Menschen kein Risiko darstellen. Zwar sind die Stoffe nicht krebserregend, aber einige von ihnen sind starke Kontaktallergene, wie beispielsweise p-Phenylendiamin oder 2,5-Toluylendiamin.
Da also nicht ausgeschlossen werden kann, dass geringe Mengen über den Blutkreislauf aufgenommen werden, sollten Frauen in der Stillzeit auf das Haarefärben verzichten. Denn gelangen die Stoffe in den Blutkreislauf, ist auch die Muttermilch betroffen. Als werdende oder stillende Mutter sollten Sie generell so wenig wie möglich in Kontakt mit Chemikalien kommen. Wenn Sie dennoch auf das Haarefärben nicht verzichten möchten, können Sie Färbeshampoos oder reine Naturhaarfarben benutzen. Färbeshampoos sind normale Shampoos, die mit Farbpigmenten angereichert sind. Reine Naturhaarfarben mit Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs verzichten auf chemische Zusatzstoffe – achten Sie hier jedoch auf eine gute Qualität der Bestandteile.
Haare färben nach dem Mondkalender
Manche Menschen färben ihre Haare nach dem Mondkalender oder gehen nur an bestimmten Tagen zum Friseur. Dazu betrachten sie die Mondphasen und schwören auf ein schnelleres Haarwachstum, eine bessere Wirkung der Pflegeprodukte oder eine intensivere Färbung der Haare. Ob der Mond wirklich Einfluss auf das Haarefärben hat, wurde bisher aber noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.
Privat Haare färben lassen von mobilen Friseuren
Wenn Sie das Haarefärben lieber dem Profi überlassen wollen und keine Lust auf Wartezeiten im Salon haben, können Sie auch Dienstleistungen von mobilen Friseuren in Anspruch nehmen. Mobile Friseure kommen dem Wunsch nach Privatsphäre nach und schneiden oder färben Ihnen Ihre Haare bequem zu Hause. Dies kann inklusive Beratung viel Zeit in Anspruch nehmen, die Sie dann nicht im Friseursalon verbringen müssen. Während die Farbe einwirkt, entspannen Sie in gewohnter Umgebung.
Kosten im Überblick: Selber färben vs. Friseur
Wenn Sie sich die Haare professionell färben lassen, kann der Preis schnell nach oben gehen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen kurzen Kostenvergleich. Beachten Sie aber, dass sich die Kosten je nach Friseursalon und Länge der Haare stark unterscheiden können.
| Dienstleistung | Kosten Selber färben (ab) | Kosten Friseur (ab) |
|---|---|---|
| Ansatz färben | 2 Euro | 30 Euro |
| Intensivtönung | 2 Euro | 35 Euro |
| Coloration | 4 Euro | 36 Euro |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Haarefärben
- Muss ich meine Haare vor dem Färben waschen?
- Nein, im Gegenteil. Es wird empfohlen, die Haare ein bis zwei Tage vor dem Färben nicht zu waschen, damit der natürliche Schutzfilm der Kopfhaut erhalten bleibt. Nur bei sehr fettigem Haar oder Stylingprodukten sollten Sie die Haare ein paar Tage vorher waschen.
- Wo fange ich am besten an, meine Haare zu färben?
- Wer heller werden möchte, beginnt am besten im Nackenbereich und am Hinterkopf, da dieser Bereich oft etwas dunkler als das Deckhaar ist und länger zum Aufhellen benötigt. Wer dunkler werden möchte, sollte darauf achten, dass die Haare, die das Gesicht umrahmen, als Letztes gefärbt werden, da feines Haar die Farbe sehr schnell aufnimmt und das Endergebnis sonst zu dunkel wirken kann. Arbeiten Sie immer vom Ansatz in die Spitzen.
- Was tun, wenn meine Haare nach dem Blondieren einen Gelbstich haben?
- Bei einem unerwünschten Gelbstich können Sie zu Silbershampoo greifen, dessen blau-violette Pigmente den Gelbstich neutralisieren. Auch ein Toner kann helfen, die Haare abzumattieren und rote Farbpigmente zu entfernen, um ein edleres Blond zu erzielen.
- Wie oft kann ich meine Haare färben?
- Zwischen zwei permanenten Colorationen sollten mindestens sechs Wochen liegen, um das Haar nicht zu überstrapazieren. Bei Tönungen, die sich auswaschen, können die Abstände kürzer sein, da sie weniger aggressiv sind.
- Warum hält die Haarfarbe manchmal nicht?
- Gründe können zu häufiges Färben (Haar wird poröser), geschädigtes Haar, das Feuchtigkeit benötigt, oder Silikonablagerungen von Stylingprodukten sein. Silikon bildet einen Film um das Haar und verhindert das Eindringen der Farbpigmente.
- Was ist der Unterschied zwischen Coloration, Intensivtönung und Tönung?
- Eine Coloration färbt das Haar dauerhaft und unwiderruflich, indem sie tief in die Haarstruktur eindringt. Eine Intensivtönung dringt ebenfalls tiefer ein, ist aber semi-permanent und wächst langsamer heraus. Eine Tönung legt sich nur wie ein Film um das Haar und wäscht sich nach etwa sechs bis acht Haarwäschen komplett aus, ideal für temporäre Farbexperimente.
- Was brauche ich zum Haare selber färben?
- Neben der Coloration benötigen Sie Handschuhe (meist in der Packung), ein altes Handtuch oder T-Shirt, einen Stielkamm aus Kunststoff, Haarklammern zum Abteilen und gegebenenfalls Wattepads oder eine fetthaltige Creme zum Schutz der Haut.
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