05/05/2020
Das Färben der Haare ist eine beliebte Methode, um den eigenen Look zu verändern, graue Haare zu kaschieren oder einfach neue Akzente zu setzen. Doch so verlockend eine neue Haarfarbe auch sein mag, es gibt Situationen, in denen es ratsamer ist, auf das Färben zu verzichten. Die Gesundheit Ihrer Haare und Kopfhaut sollte immer oberste Priorität haben. Ein unüberlegtes Vorgehen kann zu irreversiblen Schäden, allergischen Reaktionen oder unzufriedenstellenden Ergebnissen führen. Dieser Artikel beleuchtet detailliert, wann Sie Ihr Haar besser nicht färben sollten und welche Alternativen es gibt, um die Schönheit und Vitalität Ihrer Haare zu bewahren.

Es ist entscheidend, die Anzeichen zu erkennen, die darauf hindeuten, dass Ihr Haar eine Pause vom Färben benötigt. Manchmal ist weniger mehr, und ein wohlüberlegter Verzicht kann langfristig die beste Entscheidung für die Gesundheit und das Aussehen Ihrer Haare sein.
- Wenn Ihr Haar bereits geschädigt ist
- Empfindliche Kopfhaut und Allergien
- Schwangerschaft und Stillzeit: Eine besondere Überlegung
- Nach anderen chemischen Behandlungen
- Medikamente und Gesundheitszustand
- Realistische Erwartungen und Pflegeaufwand
- Tabelle: Anzeichen für geschädigtes Haar & Was tun?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich mein Haar färben, wenn ich Schuppen habe?
- Wie lange sollte ich nach einer Dauerwelle warten, bevor ich mein Haar färbe?
- Ist Haarefärben in der Schwangerschaft wirklich unsicher?
- Was soll ich tun, wenn ich eine leichte allergische Reaktion auf Haarfärbemittel hatte?
- Beeinflusst Stress das Färbeergebnis?
- Wie oft ist zu oft, um Haare zu färben?
Wenn Ihr Haar bereits geschädigt ist
Einer der häufigsten Gründe, warum man das Färben der Haare verschieben sollte, ist, wenn das Haar bereits sichtbar geschädigt ist. Dies kann durch frühere chemische Behandlungen, übermäßige Hitzeanwendung, unsachgemäße Pflege oder Umwelteinflüsse geschehen sein. Geschädigtes Haar ist porös, brüchig und anfälliger für weitere Schäden durch chemische Färbemittel.
Anzeichen für geschädigtes Haar:
- Trockenheit und Stumpfheit: Das Haar glänzt nicht mehr und fühlt sich rau an.
- Spliss: Die Haarspitzen sind gespalten.
- Haarbruch: Haare brechen leicht ab, besonders beim Bürsten oder Stylen.
- Elastizitätsverlust: Das Haar lässt sich nicht mehr gut dehnen und springt nicht in seine ursprüngliche Form zurück.
- Porosität: Das Haar nimmt Feuchtigkeit schnell auf, trocknet aber auch schnell wieder aus.
Das Färben von geschädigtem Haar kann die Situation drastisch verschlimmern. Die Farbstoffe dringen ungleichmäßig in die Haarstruktur ein, was zu fleckigen oder unerwünschten Farbergebnissen führen kann. Noch wichtiger ist, dass die Chemikalien im Färbemittel die bereits geschwächte Haarstruktur weiter angreifen und zu massivem Haarbruch oder sogar Haarausfall führen können. Bevor Sie Ihr Haar färben, sollten Sie es unbedingt mit feuchtigkeitsspendenden Kuren, Proteinkuren und schonenden Pflegeprodukten aufbauen. Regelmäßiges Spitzenschneiden hilft, Spliss zu entfernen und die Haargesundheit zu verbessern. Geben Sie Ihrem Haar Zeit zur Regeneration.
Empfindliche Kopfhaut und Allergien
Die Gesundheit Ihrer Kopfhaut ist genauso wichtig wie die Ihrer Haare. Eine irritierte, juckende oder gar verletzte Kopfhaut ist ein absolutes Tabu für das Haarefärben. Chemische Farbstoffe können bestehende Reizungen verschlimmern, Entzündungen hervorrufen oder sogar Infektionen begünstigen.
Wann die Kopfhaut ein Warnsignal gibt:
- Wunden oder Kratzer: Auch kleine Hautverletzungen können das Eindringen von Chemikalien erleichtern und Schmerzen verursachen.
- Kopfhautreizungen: Rötungen, Juckreiz, Brennen oder Schuppenbildung können Anzeichen für eine überempfindliche Kopfhaut sein.
- Hauterkrankungen: Bei Psoriasis, Ekzemen oder Dermatitis auf der Kopfhaut sollte das Färben unbedingt vermieden oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
Ein weiterer kritischer Punkt sind Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln, insbesondere gegen PPD (Paraphenylendiamin). Allergische Reaktionen können von mildem Juckreiz und Rötungen bis hin zu schweren Schwellungen im Gesicht und am Hals reichen, die medizinische Hilfe erfordern. Deshalb ist ein Allergietest (Patch-Test) 48 Stunden vor jeder Färbung unerlässlich, auch wenn Sie das Produkt bereits früher verwendet haben. Hormonelle Schwankungen oder andere Faktoren können dazu führen, dass Ihr Körper plötzlich auf eine Substanz reagiert, die er zuvor toleriert hat.
Schwangerschaft und Stillzeit: Eine besondere Überlegung
Die Frage, ob man Haare während der Schwangerschaft oder Stillzeit färben darf, ist eine häufig gestellte und oft diskutierte. Die Meinungen gehen hier auseinander, und es gibt keine eindeutige medizinische Empfehlung, die das Färben komplett verbietet. Dennoch wird aus Gründen der Vorsicht oft davon abgeraten, insbesondere im ersten Trimester der Schwangerschaft.
Gründe für Zurückhaltung:
- Chemische Exposition: Obwohl die Menge an Chemikalien, die über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangen, gering ist, ist die Sorge um die potenzielle Exposition des Fötus vorhanden.
- Hormonelle Veränderungen: Die Hormone während Schwangerschaft und Stillzeit können die Haarstruktur und -porosität beeinflussen, was zu unvorhersehbaren Farbergebnissen führen kann. Die Farbe könnte anders ausfallen als erwartet oder nicht so gut halten.
- Geruchsempfindlichkeit: Viele Schwangere reagieren empfindlicher auf Gerüche, und der chemische Geruch von Haarfärbemitteln kann Übelkeit verstärken.
Wenn Sie unbedingt Ihre Haare färben möchten, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arztkonsultation. Einige Friseure und Ärzte empfehlen, in dieser Zeit auf Strähnchen oder Balayage umzusteigen, da dabei die Farbe nicht direkt mit der Kopfhaut in Berührung kommt. Auch sanftere Tönungen oder Pflanzenhaarfarben (wie Henna, aber auch hier auf Reinheit achten) können eine Option sein, sollten aber ebenfalls vorher getestet werden.
Nach anderen chemischen Behandlungen
Das Haar ist ein empfindliches Gebilde, das auf chemische Behandlungen reagiert. Wenn Sie kürzlich eine Dauerwelle, eine chemische Glättung (Relaxer) oder eine Keratinbehandlung hatten, sollten Sie mit dem Färben warten.
Warum eine Wartezeit notwendig ist:
- Überbeanspruchung: Jede chemische Behandlung verändert die Struktur des Haares. Eine sofortige weitere chemische Belastung durch Färbemittel kann zu schwerwiegenden Schäden, extremer Trockenheit und Brüchigkeit führen.
- Unvorhersehbare Ergebnisse: Die chemischen Rückstände und die veränderte Haarstruktur können dazu führen, dass die Haarfarbe ungleichmäßig angenommen wird oder völlig anders ausfällt als gewünscht. Eine Dauerwelle beispielsweise öffnet die Schuppenschicht des Haares stark, wodurch Farbe zu schnell eindringen und zu dunkel oder fleckig werden kann.
- Keratinbehandlung: Nach einer Keratinbehandlung sollte man eine Wartezeit von mindestens zwei Wochen einhalten, da die Färbung die Wirkung der Keratinbehandlung beeinträchtigen oder umgekehrt die Farbe nicht richtig halten könnte.
Die empfohlene Wartezeit variiert, liegt aber in der Regel bei mindestens zwei bis vier Wochen, um dem Haar Zeit zur Erholung zu geben und die Struktur zu stabilisieren. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, einen erfahrenen Friseur zu konsultieren, der den Zustand Ihres Haares beurteilen kann.
Medikamente und Gesundheitszustand
Es mag überraschend klingen, aber bestimmte Medikamente und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand können die Art und Weise beeinflussen, wie Ihr Haar auf Farbe reagiert.

Einflüsse auf das Färbeergebnis:
- Hormonelle Medikamente: Schilddrüsenmedikamente, Hormonersatztherapien oder die Pille können die Haarstruktur und -porosität verändern.
- Antibiotika: In seltenen Fällen können Antibiotika die Haarstruktur beeinflussen und zu unerwarteten Farbergebnissen führen.
- Chemotherapie: Nach einer Chemotherapie ist das Haar oft extrem geschwächt, dünn und empfindlich. Das Färben sollte erst nach vollständiger Erholung und Wachstum des Haares und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt in Betracht gezogen werden.
- Stress: Hoher Stress kann sich auf die Haargesundheit auswirken, indem er zu Haarausfall oder einer Veränderung der Haarstruktur führt. In Phasen extremen Stresses ist es möglicherweise besser, das Haar nicht zusätzlich zu belasten.
- Krankheiten: Chronische Krankheiten oder eine Genesungsphase nach einer schweren Krankheit können das Haar schwächen und es anfälliger für Schäden machen.
Informieren Sie Ihren Friseur immer über aktuelle Medikationen oder gesundheitliche Veränderungen, bevor Sie eine Farbbehandlung durchführen lassen. Ein erfahrener Profi kann Ihnen dann eine fundierte Empfehlung geben.
Realistische Erwartungen und Pflegeaufwand
Manchmal ist der Grund, nicht zu färben, weniger physischer Natur, sondern betrifft die realistische Erwartungen und den folgenden Pflegeaufwand. Wenn Ihre Erwartungen an eine Haarfarbe unrealistisch sind oder Sie nicht bereit sind, den nötigen Pflegeaufwand zu betreiben, sollten Sie vom Färben absehen.
Wann Sie überdenken sollten:
- Drastische Veränderungen: Wenn Sie von sehr dunklem Haar zu Platinblond wechseln möchten, ist dies ein sehr aufwendiger und oft schädigender Prozess, der mehrere Sitzungen erfordert. Sind Sie bereit für diesen Weg und die potenziellen Haarschäden?
- Hoher Pflegeaufwand: Bestimmte Farben, insbesondere sehr helle Blondtöne, Rottöne oder kräftige Fantasiefarben, erfordern viel Pflege, spezielle Produkte und regelmäßiges Nachfärben. Wenn Sie nicht bereit sind, Zeit und Geld in die Pflege zu investieren, wird die Farbe schnell verblassen oder unansehnlich werden.
- Budget: Hochwertige Färbemittel, professionelle Salondienstleistungen und spezielle Pflegeprodukte sind nicht billig. Wenn Ihr Budget keine regelmäßige professionelle Pflege zulässt, könnte das Ergebnis leiden.
Eine gute Kommunikation mit Ihrem Friseur ist hier entscheidend. Er kann Ihnen ehrlich sagen, was mit Ihrem Haar möglich ist und welcher Pflegeaufwand damit verbunden ist.
Tabelle: Anzeichen für geschädigtes Haar & Was tun?
| Anzeichen | Was bedeutet es? | Empfehlung vor dem Färben |
|---|---|---|
| Trockenheit, Stumpfheit | Mangel an Feuchtigkeit, geöffnete Schuppenschicht | Intensive Feuchtigkeitskuren, Haaröle; 2-4 Wochen regenerieren |
| Spliss (gespaltene Spitzen) | Haarspitzen sind durch äußere Einflüsse geschädigt | Regelmäßiges Spitzenschneiden; Hitzeschutz verwenden |
| Haarbruch, dünne Stellen | Starke Schädigung der Haarstruktur, Elastizitätsverlust | Proteinkuren, Verzicht auf Hitze-Styling; 4-8 Wochen Aufbauzeit |
| Elastizitätsverlust | Haar dehnt sich nicht mehr gut, bricht leicht | Proteinkuren, schonende Bürsten; Professionelle Beratung |
| Frizz, Krausheit | Geöffnete Schuppenschicht, Feuchtigkeitsmangel | Anti-Frizz-Produkte, feuchtigkeitsspendende Masken |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich mein Haar färben, wenn ich Schuppen habe?
Es wird empfohlen, Schuppen oder andere Kopfhautprobleme vor dem Färben zu behandeln. Chemische Färbemittel können die Reizung verschlimmern und das Ergebnis beeinträchtigen. Verwenden Sie ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo und warten Sie, bis die Kopfhaut beruhigt ist.
Wie lange sollte ich nach einer Dauerwelle warten, bevor ich mein Haar färbe?
Nach einer Dauerwelle sollten Sie mindestens zwei bis vier Wochen warten, bevor Sie Ihr Haar färben. Die Dauerwelle hat die Haarstruktur stark verändert und geöffnet. Eine zu frühe Färbung kann zu extremen Schäden, Haarbruch oder einem ungleichmäßigen Farbergebnis führen.
Ist Haarefärben in der Schwangerschaft wirklich unsicher?
Die Forschung ist sich nicht einig, ob das Färben der Haare in der Schwangerschaft schädlich ist. Die meisten Experten sind sich jedoch einig, dass die Exposition gegenüber Chemikalien minimal ist. Aus reiner Vorsicht und um jegliches Risiko zu minimieren, wird oft empfohlen, im ersten Trimester zu verzichten oder auf Techniken wie Strähnchen oder Balayage umzusteigen, bei denen die Farbe nicht direkt mit der Kopfhaut in Kontakt kommt. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt.
Was soll ich tun, wenn ich eine leichte allergische Reaktion auf Haarfärbemittel hatte?
Wenn Sie bereits eine leichte allergische Reaktion (z.B. Juckreiz, Rötung) auf ein Haarfärbemittel hatten, sollten Sie dieses Produkt in Zukunft unbedingt meiden. Es besteht das Risiko, dass die nächste Reaktion schwerwiegender ausfällt. Sprechen Sie mit einem Hautarzt oder Allergologen, um herauszufinden, auf welche Inhaltsstoffe Sie reagieren, und suchen Sie nach Alternativen, die diese Stoffe nicht enthalten.
Beeinflusst Stress das Färbeergebnis?
Direkt beeinflusst Stress das Färbeergebnis nicht. Indirekt kann chronischer Stress jedoch die allgemeine Haargesundheit beeinträchtigen, indem er zu Haarausfall oder einer Veränderung der Haarstruktur führt. Wenn Ihr Haar aufgrund von Stress geschwächt ist, könnte es anfälliger für Schäden durch Färbemittel sein und die Farbe möglicherweise nicht so gut aufnehmen oder halten.
Wie oft ist zu oft, um Haare zu färben?
Die ideale Häufigkeit hängt von der Art der Färbung, der Haarfarbe und dem Zustand Ihrer Haare ab. Generell wird empfohlen, zwischen den Färbungen einen Abstand von 4 bis 8 Wochen einzuhalten, um dem Haar Zeit zur Regeneration zu geben. Bei permanenten Färbungen ist dies oft der Zeitraum, in dem der Ansatz sichtbar wird. Bei Tönungen oder semi-permanenten Farben kann der Abstand kürzer sein, da diese sanfter sind und sich schneller auswaschen.
Die Entscheidung, ob und wann Sie Ihr Haar färben, sollte stets wohlüberlegt sein. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und Ihrer Haare. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, professionellen Rat einzuholen. Ein erfahrener Friseur kann den Zustand Ihres Haares beurteilen, Sie über mögliche Risiken aufklären und Ihnen die besten Optionen für Ihre individuelle Situation empfehlen. Denken Sie daran: Gesundes Haar ist schönes Haar, und manchmal bedeutet das, auf eine kurzfristige Veränderung zu verzichten, um langfristige Schäden zu vermeiden.
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