Was sind PPD-freie Haarfarben?

Pflanzliche Haarfarben: Natur pur für Ihr Haar

24/05/2021

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In einer Zeit, in der das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und natürliche Inhaltsstoffe stetig wächst, suchen immer mehr Menschen nach schonenden Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Dies gilt auch für die Haarpflege und insbesondere für Haarfarben. Chemische Haarfarben können das Haar strapazieren, die Kopfhaut reizen und belasten die Umwelt. Hier kommen pflanzliche Haarfarben ins Spiel, die eine faszinierende Möglichkeit bieten, das Haar zu färben, ohne auf aggressive Chemikalien zurückgreifen zu müssen. Doch welche pflanzliche Haarfarbe ist die beste? Die Antwort ist nicht pauschal, denn die „beste“ Farbe hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen, Ihrem Haartyp und dem gewünschten Ergebnis ab.

Was sind PPD-freie Haarfarben?
Dank NATULIQUE musst du keine Kompromisse bei deiner Haarveränderung eingehen. Unsere PPD-freien Haarfarben sind besonders für Allergiker und Menschen mit sehr empfindlicher Kopfhaut geeignet. Die meisten allergischen Reaktionen beim Färben werden durch den Farbstoff PPD (p-Phenylendiamin) verursacht.

Pflanzliche Haarfarben, oft auch als Naturhaarfarben oder Pflanzenhaarfarben bezeichnet, basieren auf pulverisierten Pflanzenteilen. Sie enthalten keine synthetischen Farb- oder Duftstoffe, keine Ammoniak-Verbindungen, Peroxide, Resorcine oder PPD. Stattdessen wirken sie, indem sie sich wie ein schützender Film um jedes einzelne Haar legen. Dieser Film schließt die natürliche Haarfarbe ein und lässt das Haar von innen heraus leuchten. Das Ergebnis ist ein sehr natürlicher, oft mehrdimensionaler Farbton, der mit den eigenen Pigmenten interagiert. Im Gegensatz zu chemischen Farben, die die Haarstruktur aufbrechen, um Pigmente einzuschleusen, wird das Haar bei der Pflanzenfärbung nicht angegriffen, sondern sogar gepflegt. Dies führt zu mehr Glanz, Volumen und einer gesünderen Haarstruktur.

Inhaltsverzeichnis

Wie funktionieren pflanzliche Haarfarben?

Das Wirkprinzip pflanzlicher Haarfarben unterscheidet sich grundlegend von dem chemischer Produkte. Während chemische Färbemittel in die Haarstruktur eindringen und die natürlichen Pigmente durch Oxidation verändern oder entfernen, legen sich Pflanzenhaarfarben lediglich als eine Art Lasur um das Haar. Sie dringen nicht in die Haarfasern ein, sondern umhüllen sie. Die Farbpigmente der Pflanzen verbinden sich mit dem Keratin des Haares. Dadurch wird die ursprüngliche Haarfarbe nicht zerstört, sondern lediglich überdeckt und intensiviert. Das Ergebnis ist eine sehr individuelle Farbe, die von der Ausgangshaarfarbe abhängt und mit ihr verschmilzt, anstatt sie zu ersetzen. Dies erklärt auch, warum pflanzliche Farben das Haar nicht aufhellen können, da sie keine aufhellenden Inhaltsstoffe wie Peroxide enthalten.

Ein weiterer positiver Effekt dieser Wirkweise ist der Pflegeaspekt. Die Pflanzenextrakte legen sich nicht nur um das Haar, sondern glätten auch die äußere Schuppenschicht. Dies verleiht dem Haar nicht nur einen gesunden Glanz, sondern macht es auch widerstandsfähiger und griffiger. Viele Anwender berichten von einem deutlich verbesserten Haargefühl, mehr Volumen und weniger Haarbruch nach der Umstellung auf pflanzliche Haarfarben. Die Kopfhaut wird ebenfalls geschont, da keine reizenden Chemikalien zum Einsatz kommen. Dies macht pflanzliche Haarfarben besonders geeignet für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut oder Allergien.

Die wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Vielfalt der pflanzlichen Haarfarben resultiert aus der Kombination verschiedener Pflanzenpulver, die jeweils eigene Farbtöne und Pflegeeigenschaften mitbringen:

  • Henna (Lawsonia inermis): Henna ist wohl der bekannteste und am häufigsten verwendete Pflanzenfarbstoff. Er wird aus den Blättern des Hennastrauchs gewonnen und erzeugt Rot-, Kupfer- und Orangetöne. Je nach Einwirkzeit und Ausgangshaarfarbe können die Rottöne von leuchtendem Kupfer bis zu tiefem Mahagoni reichen. Henna ist für seine ausgezeichnete Deckkraft bekannt, auch bei Grauhaar, und seine färbende Wirkung ist sehr dauerhaft. Es legt sich wie eine Schutzschicht um das Haar, stärkt es und verleiht ihm intensiven Glanz.
  • Indigo (Indigofera tinctoria): Indigo wird aus den Blättern der Indigopflanze gewonnen und liefert blaue Pigmente. Allein angewendet, kann Indigo einen bläulich-grünen Schimmer erzeugen. In Kombination mit Henna ist es jedoch unverzichtbar, um Braun- und Schwarznuancen zu erzielen. Das Verhältnis von Henna zu Indigo bestimmt den resultierenden Braunton – mehr Indigo führt zu dunkleren, kühleren Brauntönen bis hin zu tiefem Schwarz.
  • Cassia Obovata (Neutrales Henna): Obwohl oft als „neutrales Henna“ bezeichnet, ist Cassia keine Henna-Art, sondern eine eigenständige Pflanze. Es färbt das Haar kaum, kann aber bei sehr hellem Haar einen leichten Goldton erzeugen. Hauptsächlich wird Cassia als intensive Pflegemaske verwendet. Es stärkt das Haar, verleiht ihm Glanz und Volumen und kann bei regelmäßiger Anwendung die Haarstruktur verbessern, ohne die Farbe wesentlich zu verändern.
  • Amla (Emblica officinalis): Die Amla-Frucht, auch indische Stachelbeere genannt, ist reich an Vitamin C und wird oft in Pflanzenhaarfärbemischungen verwendet. Sie unterstützt die Pigmentierung, insbesondere bei dunklen Tönen, kann das Verblassen verhindern und dem Haar zusätzliche Fülle und Glanz verleihen. Amla kann auch rote Töne von Henna etwas abmildern und kühler wirken lassen.
  • Walnuss-Schalen (Juglans regia): Das Pulver aus Walnussschalen wird verwendet, um Braun- und Dunkelbrauntöne zu erzielen. Es kann allein oder in Kombination mit Henna und Indigo verwendet werden, um die Farbtiefe zu intensivieren und warme Brauntöne zu erzeugen.
  • Kamille (Matricaria chamomilla): Kamillenblüten werden traditionell verwendet, um blondes Haar aufzuhellen oder goldene Reflexe zu erzeugen. Sie wirken sanft und sind ideal für helle Haartypen, die eine leichte Aufhellung oder Verstärkung ihrer goldenen Nuancen wünschen.
  • Rhabarberwurzel (Rheum rhaponticum): Rhabarberwurzel verleiht blondem oder hellbraunem Haar goldene bis rötlich-goldene Reflexe. Es wird oft in Mischungen verwendet, um warme, sonnige Töne zu erzielen.

Die Wahl der „besten“ pflanzlichen Haarfarbe für Sie

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht die eine beste pflanzliche Haarfarbe für jeden. Die ideale Wahl hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ihrer Ausgangshaarfarbe: Da pflanzliche Farben das Haar nicht aufhellen können, ist Ihre Naturhaarfarbe entscheidend für das Ergebnis. Henna auf dunklem Haar wird einen Rotstich erzeugen, während es auf hellem Haar ein intensives Rot ergibt.
  • Ihrem gewünschten Farbton: Möchten Sie Rot, Braun, Schwarz oder nur einen goldenen Schimmer? Die verschiedenen Pflanzenpulver bieten eine breite Palette an Möglichkeiten, oft durch Mischen verschiedener Komponenten.
  • Ihrem Haarzustand: Für sehr strapaziertes Haar sind reine Pflegefarben wie Cassia oder Mischungen mit viel pflegenden Zusätzen ideal.
  • Ihrer Geduld: Die Anwendung pflanzlicher Haarfarben erfordert oft mehr Geduld und Vorbereitung als chemische Produkte. Die Einwirkzeit kann mehrere Stunden betragen, und das Farbergebnis entwickelt sich oft erst in den ersten 24-48 Stunden nach dem Auswaschen vollständig.
  • Grauhaarabdeckung: Pflanzliche Farben können Grauhaar gut abdecken, allerdings kann das Ergebnis bei Grauhaar intensiver ausfallen als auf pigmentiertem Haar. Bei dunklen Farben ist oft eine zweistufige Färbung (Vorbehandlung mit Henna, dann Indigo-Mischung) notwendig, um ein intensives Schwarz oder Dunkelbraun zu erzielen.

Es ist immer ratsam, vor der vollständigen Anwendung eine Strähnchenprobe an einer unauffälligen Stelle durchzuführen. So können Sie das Farbergebnis testen und die Einwirkzeit anpassen.

Anwendung von Pflanzenhaarfarben: Schritt für Schritt

Die Anwendung von Pflanzenhaarfarben erfordert etwas Vorbereitung und Sorgfalt, um das beste Ergebnis zu erzielen:

  1. Vorbereitung: Waschen Sie Ihr Haar gründlich mit einem silikonfreien Shampoo. Verwenden Sie keine Spülung oder Haarkur. Das Haar sollte handtuchtrocken oder leicht feucht sein. Schützen Sie Ihre Kleidung und die Umgebung mit alten Handtüchern oder einem Umhang. Vaseline oder eine fettreiche Creme am Haaransatz schützt die Haut vor Verfärbungen. Tragen Sie unbedingt Handschuhe!
  2. Anmischen der Farbe: Mischen Sie das Pflanzenpulver mit warmem Wasser (ca. 50-60°C) zu einer cremigen Paste. Die Konsistenz sollte ähnlich wie Joghurt sein – nicht zu flüssig, nicht zu fest. Einige Farben, insbesondere solche mit Indigo, sollten nicht zu heiß angerührt werden, da dies die Farbkraft beeinträchtigen kann. Bei Henna kann ein Schuss Apfelessig oder Zitronensaft die Farbentwicklung fördern. Lassen Sie die Mischung bei Henna oft einige Stunden vorher ziehen, um die Pigmente zu aktivieren.
  3. Auftragen: Teilen Sie Ihr Haar in kleine Partien. Tragen Sie die Paste Strähne für Strähne gleichmäßig vom Ansatz bis in die Spitzen auf. Achten Sie darauf, dass alle Haare gut bedeckt sind.
  4. Einwirkzeit: Decken Sie Ihr Haar nach dem Auftragen mit einer Duschhaube oder Frischhaltefolie ab, um die Wärme und Feuchtigkeit zu halten. Die Einwirkzeit variiert je nach gewünschter Farbintensität und Produkt, meist zwischen 1 und 3 Stunden. Bei sehr dunklen Farbtönen oder Grauhaarabdeckung kann sie auch länger sein.
  5. Ausspülen: Spülen Sie das Haar gründlich mit warmem Wasser aus, bis keine Farbreste mehr im Wasser sind. Verwenden Sie dabei kein Shampoo, da dies die Farbentwicklung in den ersten 24-48 Stunden stören kann. Eine saure Rinse (z.B. mit Apfelessig) kann helfen, letzte Farbreste zu entfernen und die Schuppenschicht zu schließen.
  6. Nachsorge: Die volle Farbintensität entwickelt sich oft erst nach 1-2 Tagen. Vermeiden Sie in dieser Zeit Shampoos oder starke Hitzebehandlungen.

Vergleichstabelle beliebter pflanzlicher Haarfarben

InhaltsstoffTypische FarbtöneDeckkraftPflegewirkungBesonderheiten
HennaRot, Kupfer, MahagoniSehr hoch, auch bei GrauhaarStärkt, verleiht Glanz und VolumenSehr dauerhaft, kann nicht aufgehellt werden, aktiviert Pigmente über Stunden
IndigoBlau, Schwarz (nur mit Henna)Gut in KombinationKann leicht austrocknenWird meist im 2-Schritt-Verfahren oder in Mischung mit Henna verwendet, hitzeempfindlich
Cassia ObovataLeichter Goldschimmer bei hellem HaarGering (eher pflegend)Stärkt, gibt Glanz und VolumenOft als „neutrales Henna“ bezeichnet, ideal für reine Haarpflege
AmlaVerdunkelnd, FarbstabilisierendUnterstützendKräftigend, glanzgebendOft in Mischungen zur Intensivierung von dunklen Tönen und zur Pflege
WalnussschaleBraun, DunkelbraunMittel bis hochMäßigKann allein oder in Mischungen für warme Brauntöne verwendet werden

Häufig gestellte Fragen zu pflanzlichen Haarfarben

Können pflanzliche Haarfarben mein Haar aufhellen?

Nein, pflanzliche Haarfarben enthalten keine aufhellenden Mittel wie Peroxid. Sie können lediglich die vorhandene Haarfarbe umhüllen und dunkler oder rötlicher machen, aber nicht aufhellen. Für eine Aufhellung müssten Sie auf chemische Bleichmittel zurückgreifen.

Wie lange hält eine pflanzliche Haarfarbe?

Die Haltbarkeit variiert je nach Inhaltsstoff und Haartyp. Henna ist sehr dauerhaft und wäscht sich kaum aus, es wächst eher heraus. Andere Pflanzenfarben wie Indigo oder Walnuss können mit der Zeit etwas verblassen. Im Allgemeinen bieten pflanzliche Farben eine gute Haltbarkeit, die oft mit der von semi-permanenten chemischen Farben vergleichbar ist, manchmal sogar länger hält, da die Pigmente das Haar umhüllen.

Kann ich pflanzliche Haarfarbe auf chemisch gefärbtem Haar anwenden?

Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Es ist jedoch ratsam, eine Strähnchenprobe durchzuführen, insbesondere wenn Ihr Haar stark geschädigt oder chemisch stark behandelt wurde. Bei zuvor blondiertem Haar kann Henna einen sehr intensiven Rotton ergeben, der unerwartet ausfallen kann. Lassen Sie im Idealfall einige Wochen zwischen der chemischen und der pflanzlichen Färbung vergehen, um mögliche Reaktionen zu minimieren.

Decken pflanzliche Haarfarben graue Haare ab?

Ja, pflanzliche Haarfarben können graue Haare gut abdecken. Allerdings können graue Haare die Farbe intensiver aufnehmen und heller erscheinen als das pigmentierte Haar. Bei dunklen Farbtönen wie Braun oder Schwarz ist oft ein zweistufiges Verfahren notwendig: Zuerst werden die grauen Haare mit Henna vorbehandelt (meist 30-60 Minuten), um ihnen eine rote Grundlage zu geben, und anschließend wird die gewünschte braune oder schwarze Mischung aufgetragen. Dies sorgt für eine bessere und gleichmäßigere Abdeckung.

Sind pflanzliche Haarfarben wirklich 100% natürlich?

Seriöse Hersteller von pflanzlichen Haarfarben verwenden ausschließlich pulverisierte Pflanzenteile ohne synthetische Zusätze. Achten Sie auf Zertifizierungen wie BDIH, Natrue oder Ecocert, die die Reinheit der Inhaltsstoffe garantieren. Es gibt jedoch auch Produkte auf dem Markt, die als „natürlich“ beworben werden, aber synthetische Farbstoffe enthalten können. Lesen Sie daher immer die Inhaltsstoffliste genau durch.

Kann ich verschiedene pflanzliche Farben mischen, um einen individuellen Farbton zu erhalten?

Absolut! Das Mischen verschiedener Pflanzenpulver ist eine beliebte Methode, um einzigartige und individuelle Farbtöne zu kreieren. Durch das Variieren der Verhältnisse von Henna, Indigo, Cassia, Amla und anderen Pflanzen können Sie eine breite Palette von Rot-, Braun- und Schwarztönen erzielen. Experimentieren Sie auf einer Teststrähne, um Ihr perfektes Rezept zu finden.

Was tun, wenn das Farbergebnis nicht gefällt?

Da pflanzliche Haarfarben nicht in die Haarstruktur eindringen, sind sie schwerer zu entfernen als chemische Farben. Eine Aufhellung ist nicht möglich. Leichte Verfärbungen können sich mit der Zeit auswaschen. Tiefenreinigende Shampoos oder Tonerde-Haarmasken können helfen, die Farbe etwas zu mildern. Bei unzufriedenstellenden Ergebnissen ist es ratsam, einen erfahrenen Naturfriseur aufzusuchen.

Fazit: Die Natur als beste Wahl für Ihr Haar

Die Entscheidung für die „beste“ pflanzliche Haarfarbe ist eine persönliche Reise, die von Experimentierfreude und dem Wunsch nach einer sanften, pflegenden Haarfärbung begleitet wird. Es gibt keine universelle Antwort, da die individuelle Ausgangshaarfarbe und das gewünschte Ergebnis eine große Rolle spielen. Eines ist jedoch sicher: Pflanzliche Haarfarben bieten eine wunderbare Alternative zu chemischen Produkten. Sie schonen Ihr Haar und Ihre Kopfhaut, verleihen beeindruckenden Glanz und Volumen und tragen zu einem gesünderen Haargefühl bei.

Ob Sie sich für das kräftige Rot von Henna, die tiefen Brauntöne einer Henna-Indigo-Mischung oder die pflegenden Eigenschaften von Cassia entscheiden – mit pflanzlichen Haarfarben wählen Sie einen Weg, der die Gesundheit Ihres Haares und die Umwelt respektiert. Lassen Sie sich auf das Abenteuer ein und entdecken Sie die natürliche Schönheit, die in Ihrem Haar schlummert. Mit etwas Übung und der richtigen Mischung werden Sie bald Ihr persönliches „bestes“ Naturprodukt finden, das Ihr Haar zum Strahlen bringt.

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