Haarfarbe Ändern: Allergiker & Blondierung

25/01/2023

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Der Wunsch nach einer neuen Haarfarbe ist oft der Beginn einer aufregenden Verwandlung. Ob eine subtile Nuance, ein dramatischer Farbwechsel oder das Abdecken erster grauer Haare – die Möglichkeiten sind schier endlos. Doch für viele Menschen birgt die Haarfarbenänderung auch Unsicherheiten, insbesondere wenn es um empfindliche Kopfhaut oder bekannte Allergien geht. Und auch der Prozess des Blondierens wirft viele Fragen auf, von der chemischen Funktionsweise bis hin zu den potenziellen Risiken und der richtigen Pflege. Dieser Artikel beleuchtet diese wichtigen Aspekte ausführlich, um Ihnen fundiertes Wissen für Ihre nächste Haarveränderung an die Hand zu geben.

Was ist die beste permanente Haarfarbe?
Inhaltsverzeichnis

Haarfarbe für Allergiker: Sicher und Schön Färben

Für Menschen mit Allergien kann die Wahl der richtigen Haarfarbe eine echte Herausforderung darstellen. Häufig sind es bestimmte Inhaltsstoffe in konventionellen Haarfärbemitteln, die allergische Reaktionen auslösen. Die bekanntesten Übeltäter sind dabei PPD (Para-Phenylendiamin) und PTD (Toluol-2,5-Diamin). Diese Farbstoffe sind zwar äußerst effektiv, um dauerhafte und intensive Farbergebnisse zu erzielen, können aber bei empfindlichen Personen zu Rötungen, Juckreiz, Schwellungen oder sogar Bläschen auf der Kopfhaut und im Gesicht führen. Es handelt sich um eine sogenannte Kontaktallergie, bei der die Symptome oft erst Stunden oder sogar Tage nach dem Kontakt auftreten.

Allergikerfreundliche Alternativen und Siegel

Glücklicherweise hat die Kosmetikindustrie auf diese Problematik reagiert und bietet mittlerweile eine Reihe von Produkten an, die speziell für Allergiker entwickelt wurden. Firmen wie Schwarzkopf haben Produktlinien wie „Sensual Colors“ entwickelt, die frei von PTD und PPD sind und dennoch eine gute Grauabdeckung sowie dauerhaft intensive Farbergebnisse versprechen. Auch der große Produzent Wella bietet mit seiner „Koleston Perfect Innosense“-Serie eine Option, die zu 100% Grau abdeckt, bis zu drei Tonstufen aufhellt und das renommierte ECARF-Siegel trägt.

Das ECARF-Siegel (European Centre for Allergy Research Foundation) ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Allergiker. Produkte, die dieses Siegel tragen, wurden von unabhängigen Wissenschaftlern geprüft und als allergikerfreundlich eingestuft. Es bietet eine zusätzliche Sicherheit für Verbraucher, die auf bestimmte Inhaltsstoffe empfindlich reagieren.

Neben speziell formulierten chemischen Farben gibt es auch natürliche Alternativen wie Henna. Obwohl Henna oft als besonders verträglich gilt, ist Vorsicht geboten: Auch natürliches Henna kann bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, insbesondere wenn es mit anderen Substanzen gemischt ist (z.B. schwarzes Henna, das PPD enthalten kann). Reines, rotes Henna ist in der Regel verträglicher, aber ein Test ist auch hier unerlässlich.

Was man bei einer Haarfarbenallergie beachten sollte

Der sicherste Weg, eine mögliche Allergie gegen Haarfarben zu identifizieren, ist ein Epikutantest (Pflastertest) beim Hautarzt. Hierbei werden kleine Mengen potenzieller Allergene auf Pflastern auf die Haut des Rückens fixiert. Über einen Zeitraum von 48 bis 72 Stunden wird beobachtet, ob es zu einer Reaktion kommt. Dieser Test kann Aufschluss darüber geben, auf welche spezifischen Farbstoffe Sie überempfindlich reagieren.

Selbst wenn Sie keine bekannte Allergie haben, ist es ratsam, vor jeder neuen Anwendung eines Haarfärbemittels einen kleinen Verträglichkeitstest durchzuführen. Tragen Sie dafür eine winzige Menge des Produkts (gemischt wie für die Anwendung) in der Armbeuge oder hinter dem Ohr auf und lassen Sie es für die angegebene Zeit einwirken. Beobachten Sie die Stelle über 48 Stunden auf Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen. Treten Beschwerden auf, sollten Sie das Produkt nicht verwenden.

Was ist die beste permanente Haarfarbe?

Weitere wichtige Vorsichtsmaßnahmen sind das Tragen von Schutzhandschuhen während des Färbevorgangs und das Abdecken des Haaransatzes mit einer fetthaltigen Creme, um den direkten Kontakt der Farbe mit der Haut zu minimieren. Sollten während des Färbens Symptome wie Juckreiz, Brennen oder Rötungen auftreten, spülen Sie die Farbe sofort gründlich aus und suchen Sie bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf.

Blondierung: Die Wissenschaft hinter dem Aufhellen

Die Blondierung ist ein chemischer Prozess, der die natürlichen Farbpigmente des Haares – das Melanin – zerstört, um das Haar aufzuhellen. Es ist eine der radikalsten Veränderungen, die man an der Haarfarbe vornehmen kann, und erfordert ein tiefes Verständnis der Haarstruktur und der angewandten Chemie.

Wie Blondierung funktioniert

Das Haar besteht aus verschiedenen Peptidketten, die aus Aminosäuren aufgebaut sind. Wasserstoffbrückenbindungen und Salze verleihen dem Haar seine Festigkeit und Elastizität. Die Farbe des Haares wird hauptsächlich durch zwei Arten von Melanin bestimmt:

  • Eumelanin: Verantwortlich für Braun- und Schwarztöne. Es hat eine feste, körnige Struktur.
  • Phäomelanin: Verantwortlich für Rot- und Goldtöne. Es hat eine kleinere, diffusere Struktur.

Beim Blondieren wird Wasserstoffperoxid (H₂O₂) in Konzentrationen von 1,9% bis 12% eingesetzt. Konzentrationen über 6% werden in der Regel nicht direkt auf die Kopfhaut aufgetragen, sondern meist als Blondiercreme oder -pulver mit einem Entwickler gemischt. Das Wasserstoffperoxid oxidiert die Melaninpigmente im Haar. Dabei werden die chemischen Bindungen der Pigmente aufgebrochen, wodurch sie farblos werden und das Haar heller erscheint.

Im Blondierpulver sind neben Wasserstoffperoxid oft auch Persulfate (Aufhellbeschleuniger) und Ammoniak enthalten. Ammoniak dient dazu, die Schuppenschicht des Haares zu öffnen, damit das Wasserstoffperoxid tief in den Haarschaft eindringen und die Melaninpigmente erreichen kann. Die Geschwindigkeit des Aufhellungsprozesses hängt von der Konzentration des Oxidationsmittels, der Einwirkzeit und der Wärmezufuhr ab (z.B. durch ein Climazon). Eine zu hohe Wärmezufuhr kann jedoch die Schädigung der Kopfhaut und des Haares verstärken.

Risiken und Pflege nach der Blondierung

Die Blondierung ist ein intensiver chemischer Prozess, der das Haar stark beansprucht. Die Zerstörung der Pigmente betrifft nicht nur die Farbe, sondern kann auch die innere Struktur des Haares, insbesondere den Cortex (die Kittmasse), angreifen. Dies kann zu Haarbruch, Spliss und in extremen Fällen sogar zu Haarausfall führen, da die Stabilität des Haares beeinträchtigt wird.

Um Schäden zu minimieren, ist es wichtig, die Einwirkzeit des Blondierprodukts genau zu beachten und nicht zu viel Blondierpulver zu verwenden. Nach dem Blondieren ist eine intensive Pflege unerlässlich. Das Haar sollte gründlich mit einem sauren Shampoo ausgewaschen werden, um den pH-Wert des Haares wieder zu normalisieren und die Schuppenschicht zu schließen.

Welche natürlichen Haarfarben gibt es?
Eine enthält ein verbotenes Pestizid. Wer eine neue Haarfarbe auf Basis natürlicher Stoffe möchte, kann zu pflanzlichen Haar­farben mit Henna, Indigo oder Walnuss greifen. Aber können die Natur­haar­farben im Test über­zeugen? Sechs Pflanzenpulver für hell­braune, karamell- bis nuss­braune Töne haben wir untersucht.

Anschließend sind Haarkuren und Haarmasken, die reich an Ceramiden und Proteinen sind, besonders hilfreich. Ceramide helfen, die äußere Schuppenschicht zu glätten und zu versiegeln, während Proteine die geschädigte Haarstruktur von innen heraus stärken und reparieren können. Regelmäßige Kuren und Leave-in-Produkte sind entscheidend, um blondiertes Haar gesund, glänzend und widerstandsfähig zu halten.

Vergleichstabelle: Haarfarben für Allergiker vs. Standard-Haarfarben

MerkmalHaarfarben für AllergikerStandard-Haarfarben
HauptinhaltsstoffeOft PPD- und PTD-frei, alternative FarbstoffeEnthalten häufig PPD und PTD
AllergierisikoDeutlich geringer, aber nicht ausgeschlossenHöheres Risiko für Kontaktallergien
ZertifizierungOft mit ECARF-Siegel oder ähnlichen AuszeichnungenSelten spezielle Allergiker-Zertifizierungen
GrauabdeckungMittlerweile sehr gut, oft 100% Abdeckung möglichSehr gute Grauabdeckung
FarbvielfaltWachsende Auswahl, aber möglicherweise weniger Nuancen als StandardfarbenSehr breite Farbpalette
VerfügbarkeitImmer häufiger in Drogerien und FriseurbedarfÜberall weit verbreitet
EmpfehlungBei sensibler Kopfhaut oder bekannter AllergieFür Personen ohne bekannte Unverträglichkeiten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen einer Tönung und einer dauerhaften Haarfarbe?

Eine Tönung legt sich meist nur um die äußere Schuppenschicht des Haares und wäscht sich nach einigen Haarwäschen wieder aus. Sie enthält in der Regel keine Ammoniak oder nur in sehr geringen Mengen und hellt das Haar nicht auf. Eine dauerhafte Haarfarbe hingegen dringt mit Hilfe von Ammoniak oder ähnlichen Alkalisierungsmitteln in den Haarschaft ein, verändert die natürlichen Pigmente und ist permanent. Sie wächst lediglich mit dem Haar heraus.

Ist Henna immer sicher für Allergiker?

Reines, natürliches Henna (Lawsonia inermis) gilt als eine der verträglichsten Optionen für die Haarfarbe. Es enthält keine PPD oder PTD. Allerdings können auch hier individuelle allergische Reaktionen auftreten, wenn auch seltener. Vorsicht ist bei "schwarzem Henna" geboten, das oft PPD enthält, um eine dunklere Farbe zu erzielen, und schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann. Immer die Inhaltsstoffe prüfen und einen Patch-Test machen!

Wie oft kann ich meine Haare blondieren?

Die Häufigkeit des Blondierens hängt stark von der Haargesundheit und der gewünschten Aufhellung ab. Generell sollte man dem Haar genügend Zeit zur Regeneration geben. Eine Komplettblondierung wird in der Regel nur alle paar Monate oder bei Bedarf des Ansatzes durchgeführt. Zu häufiges Blondieren kann das Haar stark schädigen und zu Haarbruch führen. Im Zweifelsfall immer einen professionellen Friseur konsultieren.

Kann ich eine Allergie gegen Haarfarbe entwickeln, auch wenn ich sie vorher vertragen habe?

Ja, das ist möglich. Eine Kontaktallergie kann sich jederzeit entwickeln, auch nach wiederholtem Kontakt mit einem Allergen, das zuvor gut vertragen wurde. Dies liegt daran, dass das Immunsystem im Laufe der Zeit sensibilisiert werden kann. Daher ist es wichtig, den Patch-Test vor jeder neuen Anwendung durchzuführen, auch wenn Sie das Produkt schon öfter verwendet haben.

Welche Rolle spielt der Friseur bei der Auswahl der richtigen Haarfarbe für Allergiker?

Ein erfahrener Friseur kann eine entscheidende Rolle spielen. Er kann nicht nur den Zustand Ihres Haares beurteilen und die beste Farboption vorschlagen, sondern auch Produkte empfehlen, die für Allergiker geeignet sind. Viele Friseursalons arbeiten mit professionellen Linien, die weniger aggressive Inhaltsstoffe enthalten oder auf Allergiker abgestimmt sind. Ein guter Friseur wird auch immer einen Strähnentest und einen Allergietest vor der Anwendung durchführen.

Fazit

Die Veränderung der Haarfarbe, sei es durch Färben oder Blondieren, bietet spannende Möglichkeiten zur Selbstexpression. Doch gerade bei empfindlicher Kopfhaut oder Allergien ist es entscheidend, gut informiert zu sein und die richtigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Das Wissen um allergikerfreundliche Alternativen und die chemischen Prozesse der Blondierung ermöglicht es Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren. Denken Sie immer daran: Ihre Haargesundheit hat oberste Priorität. Bei Unsicherheiten oder bekannten Allergien ist die Konsultation eines Dermatologen oder eines erfahrenen Friseurs der beste Weg, um Ihre Traumhaarfarbe sicher und gesund zu erreichen.

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