29/06/2019
Die Wahl der richtigen Haarfarbe ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit. Ob zur Abdeckung grauer Haare, zur Typveränderung oder einfach nur, um dem eigenen Look neuen Schwung zu verleihen – Haarfarben sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch während die einen auf die schnelle und oft intensive Wirkung chemischer Produkte schwören, suchen andere nach sanfteren, natürlicheren Alternativen. Doch wie gut sind diese vermeintlich schonenderen Optionen wirklich? Und welche Inhaltsstoffe sollten Sie meiden? Eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test bringt Licht ins Dunkel und zeigt überraschende Ergebnisse auf, die Ihre nächste Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen könnten.

- Pflanzenkraft vs. Chemie: Ein grundlegender Unterschied in der Wirkung
- Die Inhaltsstoffe unter der Lupe: Was steckt drin?
- Öko-Test deckt auf: Die Ergebnisse im Detail
- Warum reine Pflanzenhaarfarben die Nase vorn haben
- Chemische Haarfarben: Die Risiken verstehen
- Tipps zur Auswahl der richtigen Haarfarbe
- Häufig gestellte Fragen zu Haarfarben und Gesundheit
- Sind alle "natürlichen" Haarfarben sicher?
- Was genau sind halogenorganische Verbindungen (AOX) und PEG/PEG-Derivate?
- Können Pflanzenhaarfarben graues Haar abdecken?
- Was bedeutet die Bewertung "ungenügend" für chemische Haarfarben durch Öko-Test?
- Ist der Umstieg von chemischer zu pflanzlicher Haarfarbe schwierig?
Pflanzenkraft vs. Chemie: Ein grundlegender Unterschied in der Wirkung
Die Welt der Haarfarben lässt sich grob in zwei Hauptkategorien unterteilen: Pflanzenhaarfarben und chemische Haarfarben. Der Unterschied liegt nicht nur in den Inhaltsstoffen, sondern vor allem in ihrer Wirkweise auf das Haar. Reine Pflanzenhaarfarben setzen auf die Kraft der Natur. Sie bestehen aus fein zermahlenen Blättern, Wurzeln oder Blüten – klassische Beispiele sind Henna, Indigo oder Kamille. Ihr Prinzip ist es, sich vorwiegend an die äußere Schuppenschicht des Haares anzulagern. Sie umhüllen das Haar quasi mit einem schützenden und färbenden Film, ohne tief in dessen Struktur einzudringen. Dies führt oft zu einem natürlicheren Farbergebnis und einem gesunden Glanz, da die Haarstruktur intakt bleibt. Die Farbe verbindet sich mit dem Keratin des Haares und baut sich Schicht für Schicht auf, was bei regelmäßiger Anwendung zu einer intensiveren Farbtiefe führen kann.
Ganz anders verhält es sich mit chemischen Haarfarben. Diese Produkte arbeiten nach dem Prinzip der Oxidation. Um eine Farbveränderung zu erzielen, müssen sie tief in den Haarschaft eindringen. Dies geschieht in der Regel durch das Aufquellen der äußeren Schuppenschicht mit Hilfe von Ammoniak oder ähnlichen Alkalisierungsmitteln. Anschließend dringen Farbstoffvorstufen und Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid in das Haar ein. Dort reagieren sie miteinander und bilden die gewünschten Farbpigmente direkt im Inneren des Haares. Dieser Prozess ermöglicht eine radikale Farbveränderung, einschließlich des Aufhellens oder des kompletten Abdeckens grauer Haare. Allerdings kann diese aggressive Methode die Haarstruktur schädigen, sie austrocknen, spröde machen und langfristig zu Haarbruch führen. Zudem können die chemischen Komponenten Hautreizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen.
Die Inhaltsstoffe unter der Lupe: Was steckt drin?
Ein kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe ist unerlässlich, wenn es um Haarfarben geht. Öko-Test hat bei seiner Untersuchung besonders auf bestimmte Substanzen geachtet, die als bedenklich gelten. Dazu gehören zum Beispiel halogenorganische Verbindungen, auch bekannt als AOX. Diese Stoffe sind organische Verbindungen, die mindestens ein Halogenatom (wie Chlor, Brom oder Iod) enthalten. Viele AOX gelten als schwer abbaubar in der Umwelt, reichern sich in Organismen an und können zum Teil als allergieauslösend oder sogar krebserzeugend eingestuft werden. Ihre Verwendung in Kosmetika ist daher besonders kritisch zu betrachten. Sie können über die Kopfhaut in den Körper gelangen und dort unerwünschte Wirkungen entfalten.
Eine weitere Gruppe von problematischen Inhaltsstoffen sind PEG/PEG-Derivate (Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge). Diese Substanzen werden häufig als Emulgatoren, Lösungsvermittler oder Feuchthaltemittel in kosmetischen Produkten eingesetzt. Ihr Haupteffekt ist es, die Haut durchlässiger zu machen. Das mag auf den ersten Blick vorteilhaft erscheinen, um Wirkstoffe besser in die Haut einzuschleusen. Doch diese erhöhte Durchlässigkeit birgt auch ein erhebliches Risiko: Sie macht die Haut anfälliger für das Eindringen von Fremdstoffen, darunter auch potenziell schädliche Chemikalien, die in der Haarfarbe enthalten sein könnten. Wenn die Hautbarriere geschwächt ist, können Allergene und Reizstoffe leichter in tiefere Hautschichten vordringen und dort Irritationen oder Sensibilisierungen auslösen. Dies ist besonders relevant für die empfindliche Kopfhaut, die beim Färben direkt mit dem Produkt in Kontakt kommt.
Die Präsenz dieser bedenklichen Stoffe in chemischen Haarfarben war ein Hauptgrund für die schlechten Bewertungen im Öko-Test. Reine Pflanzenhaarfarben hingegen sind in der Regel frei von diesen synthetischen Chemikalien, da sie auf natürliche Pigmente und Trägerstoffe setzen. Dies macht sie zu einer deutlich sichereren Wahl für Anwender, die Wert auf Gesundheit und Umweltschutz legen.
Öko-Test deckt auf: Die Ergebnisse im Detail
Die Untersuchung von Öko-Test lieferte ein klares und aufschlussreiches Bild der aktuellen Haarfarbenprodukte auf dem Markt. Die Testergebnisse sprechen eine deutliche Sprache und belegen die Unterschiede zwischen den beiden Hauptkategorien eindrucksvoll. Es gab Gewinner und Verlierer, und die Kriterien waren streng, insbesondere im Hinblick auf potenziell schädliche Inhaltsstoffe.
Die gute Nachricht zuerst: Alle reinen Pflanzenhaarfarben, die im Test unter die Lupe genommen wurden, erhielten die Bestnote „sehr gut“. Dies unterstreicht, dass es tatsächlich hochwirksame und gleichzeitig sichere Naturprodukte gibt, die eine attraktive Alternative zu chemischen Haarfarben darstellen. Zu den Testsiegern in dieser Kategorie gehören:
- Terra Naturi Henna Pflanzliche Haarfarbe, braun (Müller Drogeriemarkt): Dieses Produkt überzeugte auf ganzer Linie und bewies, dass Qualität nicht teuer sein muss. Mit einem Preis von 3,99 Euro ist es eine sehr zugängliche Option für bewusste Konsumenten.
- Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun: Auch dieses Produkt schnitt mit „sehr gut“ ab und zeigte, dass auch etablierte Marken hochwertige pflanzliche Alternativen anbieten können. Es positioniert sich im mittleren Preissegment bei 9,99 Euro.
- Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 239: Logona ist bekannt für seine Naturkosmetikprodukte, und die pflanzliche Haarfarbe bestätigte diesen Ruf mit einer „sehr gut“-Bewertung. Mit 14,99 Euro liegt es im oberen Preissegment der getesteten Pflanzenfarben, liefert aber dafür eine verlässliche Qualität.
Diese Ergebnisse belegen, dass Verbraucher, die auf eine natürliche und unbedenkliche Haarfärbung Wert legen, aus einer Reihe von hervorragenden Produkten wählen können, die ihre Haare schonen und gleichzeitig das gewünschte Farbergebnis liefern.
Ganz anders sieht es bei den chemischen Haarfarben aus. Hier fiel das Urteil von Öko-Test durchweg negativ aus: Alle chemischen Farben wurden als „ungenügend“ bewertet. Dies ist ein alarmierendes Ergebnis und sollte jeden Verbraucher, der solche Produkte verwendet, zum Nachdenken anregen. Die Gründe für diese drastische Abwertung liegen in der Zusammensetzung der Produkte. Die Tester fanden in den chemischen Haarfarben Substanzen, die als krebserzeugend oder stark allergieauslösend gelten. Darunter waren wie bereits erwähnt halogenorganische Verbindungen (AOX) und PEG/PEG-Derivate, die die Hautbarriere schädigen können.
Die Tatsache, dass kein einziges chemisches Produkt die Prüfung bestanden hat, unterstreicht die Notwendigkeit, beim Kauf genau hinzusehen und im Zweifelsfall auf zertifizierte Naturkosmetik oder die geprüften Pflanzenhaarfarben zurückzugreifen. Die gesundheitlichen Risiken, die mit der regelmäßigen Anwendung solcher Produkte einhergehen können, sind nicht zu unterschätzen.
Warum reine Pflanzenhaarfarben die Nase vorn haben
Die überzeugenden Ergebnisse von Öko-Test für reine Pflanzenhaarfarben sind kein Zufall, sondern das Ergebnis ihrer einzigartigen Wirkweise und Zusammensetzung. Der Hauptvorteil liegt in ihrer schonenden Natur. Da sie sich lediglich an die äußere Schuppenschicht des Haares anlagern und nicht in dessen Inneres eindringen, bleibt die natürliche Haarstruktur unversehrt. Dies bedeutet weniger Stress für das Haar, geringeres Risiko von Austrocknung und Spliss sowie eine verbesserte allgemeine Haargesundheit. Das Haar fühlt sich nach der Anwendung oft kräftiger und geschmeidiger an und erhält einen natürlichen, gesunden Glanz.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Abwesenheit schädlicher Chemikalien. Reine Pflanzenhaarfarben verzichten auf Ammoniak, Resorcin, PPD (Paraphenylendiamin) und andere aggressive Oxidationsmittel, die in chemischen Farben weit verbreitet sind und für ihre allergieauslösenden und potenziell karzinogenen Eigenschaften bekannt sind. Stattdessen nutzen sie die Pigmente von Pflanzen wie Henna, Indigo, Cassia, Kamille oder Walnussschalen. Diese natürlichen Inhaltsstoffe sind in der Regel gut verträglich und minimieren das Risiko von allergischen Reaktionen oder Hautreizungen, was besonders für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut oder Allergien von Vorteil ist.
Zudem tragen pflanzliche Haarfarben oft zu einer besseren Umweltbilanz bei. Sie sind biologisch abbaubar und belasten das Abwasser nicht mit synthetischen Chemikalien. Viele Hersteller achten auch auf nachhaltige Anbaumethoden und fairen Handel bei der Beschaffung ihrer Rohstoffe, was einen zusätzlichen ethischen Vorteil darstellt. Obwohl die Farbpalette bei Pflanzenhaarfarben möglicherweise nicht so breit ist wie bei chemischen Produkten und das Ergebnis stärker von der Ausgangshaarfarbe abhängt, bieten sie eine sichere und gesunde Möglichkeit, dem Haar eine neue Nuance zu verleihen und es gleichzeitig zu pflegen. Die Farbergebnisse sind oft subtiler und vielschichtiger, was zu einem sehr natürlichen und lebendigen Look führt. Sie können graues Haar abdecken, ihm aber oft einen schönen Schimmer verleihen, anstatt es vollständig und undurchdringlich zu färben.
Chemische Haarfarben: Die Risiken verstehen
Die durchweg "ungenügend"-Bewertung der chemischen Haarfarben im Öko-Test ist ein deutliches Warnsignal. Die Risiken, die mit der Anwendung dieser Produkte verbunden sind, sind vielfältig und reichen von akuten Reaktionen bis hin zu langfristigen gesundheitlichen Bedenken. Der aggressive Färbeprozess, bei dem die Haarstruktur aufgebrochen und Farbstoffe ins Haarinnere geschleust werden, ist per se belastend für das Haar. Es kann zu Brüchigkeit, Trockenheit, Spliss und einem Verlust des natürlichen Glanzes führen. Das Haar wird anfälliger für weitere Schäden durch Hitze-Styling oder Umwelteinflüsse.
Viel gravierender sind jedoch die potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheit des Anwenders. Die im Test gefundenen halogenorganischen Verbindungen (AOX) sind nicht nur umweltschädlich, sondern stehen auch im Verdacht, allergieauslösend oder sogar krebserzeugend zu sein. Regelmäßiger Kontakt mit der Kopfhaut, die sehr gut durchblutet ist, kann dazu führen, dass diese Stoffe in den Körper gelangen. Allergische Reaktionen auf Haarfarben können von milden Hautirritationen wie Juckreiz und Rötungen bis hin zu schweren anaphylaktischen Schocks reichen, die einen medizinischen Notfall darstellen. Besonders problematisch sind hierbei Substanzen wie p-Phenylendiamin (PPD), das in vielen dunklen chemischen Haarfarben vorkommt und als starkes Allergen bekannt ist.
Die in chemischen Haarfarben häufig enthaltenen PEG/PEG-Derivate verschärfen das Problem zusätzlich. Indem sie die Haut durchlässiger machen, erleichtern sie das Eindringen nicht nur der Farbstoffe selbst, sondern auch anderer bedenklicher Substanzen in den Körper. Dies erhöht das Risiko von Sensibilisierungen und systemischen Effekten. Langfristige Exposition gegenüber diesen Chemikalien, insbesondere bei Personen, die regelmäßig ihre Haare färben, gibt Anlass zur Sorge. Es gibt Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der häufigen Anwendung bestimmter chemischer Haarfarben und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, wie Blasenkrebs oder Lymphome, untersuchen. Obwohl die Forschung hier noch nicht abschließend ist, sollten Verbraucher diese potenziellen Risiken ernst nehmen und informierte Entscheidungen treffen. Der Verzicht auf Produkte mit diesen Inhaltsstoffen ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der eigenen Gesundheit.
Tipps zur Auswahl der richtigen Haarfarbe
Angesichts der Testergebnisse und der unterschiedlichen Wirkweisen ist die bewusste Auswahl der Haarfarbe wichtiger denn je. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können, die richtige Entscheidung für Ihre Haare und Ihre Gesundheit zu treffen:
- Bevorzugen Sie reine Pflanzenhaarfarben: Die Ergebnisse von Öko-Test sind eindeutig. Reine Pflanzenhaarfarben sind die sicherste Wahl. Achten Sie auf Zertifizierungen wie das Natrue-Siegel, BDIH oder Ecocert, die strenge Kriterien für Naturkosmetik garantieren. Lesen Sie die Inhaltsstoffliste genau durch.
- Inhaltsstoffe prüfen: Vermeiden Sie Produkte, die halogenorganische Verbindungen (AOX) und PEG/PEG-Derivate enthalten. Auch Ammoniak, Resorcin und PPD sind Warnsignale für chemische Produkte, die Sie meiden sollten.
- Patch-Test durchführen: Auch bei pflanzlichen Produkten ist ein Allergietest (Patch-Test) 48 Stunden vor der vollständigen Anwendung ratsam, um individuelle Unverträglichkeiten auszuschließen.
- Erwartungen anpassen: Reine Pflanzenhaarfarben funktionieren anders als chemische Farben. Sie hellen das Haar nicht auf und die Farbergebnisse können subtiler sein. Sie legen sich wie eine Lasur um das Haar und lassen die Ausgangshaarfarbe durchscheinen. Dies führt zu sehr natürlichen und lebendigen Ergebnissen.
- Professionelle Beratung: Wenn Sie unsicher sind oder eine radikale Farbveränderung wünschen, suchen Sie einen Friseur auf, der sich auf Pflanzenhaarfarben spezialisiert hat. Diese Experten können Sie individuell beraten und die beste Lösung für Ihre Haare finden.
- Langfristige Perspektive: Betrachten Sie Haarfärbemittel nicht nur als kosmetisches Produkt, sondern auch als einen Faktor für Ihre langfristige Gesundheit. Die Investition in hochwertige, unbedenkliche Produkte zahlt sich aus.
Vergleich: Pflanzenhaarfarben vs. Chemische Haarfarben
| Merkmal | Pflanzenhaarfarben (Reine) | Chemische Haarfarben |
|---|---|---|
| Wirkweise | Lagert sich an die äußere Schuppenschicht an (Umhüllung) | Dringt tief ins Haar ein (Oxidation) |
| Inhaltsstoffe | Zermahlene Blätter, Wurzeln, Blüten (z.B. Henna, Indigo) | Synthetische Pigmente, Oxidationsmittel (z.B. Ammoniak, Wasserstoffperoxid) |
| Schädliche Substanzen | Frei von AOX, PEG/PEG-Derivaten, Ammoniak, PPD | Häufig enthalten: AOX, PEG/PEG-Derivate, PPD, Resorcin |
| Haargesundheit | Schonend, pflegend, stärkt das Haar, natürlicher Glanz | Kann das Haar schädigen (austrocknen, spröde machen, Haarbruch) |
| Gesundheitsrisiken | Geringes Allergierisiko, keine bekannten krebserregenden Stoffe | Hohes Allergierisiko, potenziell krebserregend, macht Haut durchlässiger |
| Öko-Test Bewertung | "sehr gut" | "ungenügend" |
Häufig gestellte Fragen zu Haarfarben und Gesundheit
Sind alle "natürlichen" Haarfarben sicher?
Nicht unbedingt. Der Begriff "natürlich" ist nicht geschützt. Öko-Test hat gezeigt, dass nur reine Pflanzenhaarfarben, die ausschließlich auf zermahlenen Pflanzenteilen basieren, als "sehr gut" bewertet wurden. Produkte, die als "alternativ" beworben werden, aber dennoch chemische Bestandteile enthalten, können die gleichen Risiken bergen wie herkömmliche chemische Haarfarben. Achten Sie immer auf die vollständige Inhaltsstoffliste und bevorzugen Sie Produkte mit entsprechenden Naturkosmetik-Zertifizierungen.
Was genau sind halogenorganische Verbindungen (AOX) und PEG/PEG-Derivate?
Halogenorganische Verbindungen (AOX) sind chemische Stoffe, die ein Halogenatom (wie Chlor oder Brom) enthalten. Viele davon sind umweltbelastend, schwer abbaubar und können potenziell krebserregend oder allergieauslösend sein. PEG/PEG-Derivate sind Emulgatoren, die die Haut durchlässiger machen. Dies bedeutet, dass nicht nur erwünschte Stoffe, sondern auch schädliche Chemikalien leichter in die Haut eindringen können, was das Risiko von Irritationen und Allergien erhöht.
Können Pflanzenhaarfarben graues Haar abdecken?
Ja, reine Pflanzenhaarfarben können graues Haar abdecken, allerdings auf eine andere Weise als chemische Farben. Sie umhüllen das graue Haar mit einem transparenten Farbschleier, der oft einen schönen Glanz verleiht. Das Ergebnis ist meist eine Nuance, die heller und schimmernder ist als bei chemischen Farben. Für eine intensive Abdeckung kann es notwendig sein, das Haar in mehreren Schritten oder häufiger zu färben, um die Farbschicht aufzubauen.
Was bedeutet die Bewertung "ungenügend" für chemische Haarfarben durch Öko-Test?
Die Bewertung "ungenügend" bedeutet, dass die Produkte im Test gravierende Mängel aufwiesen, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen können. Dies ist in der Regel auf das Vorhandensein von Substanzen zurückzuführen, die als stark allergieauslösend, potenziell krebserregend oder schädlich für die Hautbarriere eingestuft werden. Öko-Test empfiehlt dringend, solche Produkte zu meiden.
Ist der Umstieg von chemischer zu pflanzlicher Haarfarbe schwierig?
Der Umstieg ist in der Regel unkompliziert, erfordert aber oft eine Anpassung der Erwartungen. Da Pflanzenhaarfarben das Haar nicht aufhellen können, kann es bei einem Wechsel von chemisch gefärbtem zu pflanzengefärbtem Haar zu unterschiedlichen Farbergebnissen kommen, insbesondere wenn das Haar bereits stark geschädigt ist. Es ist ratsam, einen Übergangszeitraum einzuplan oder einen Friseur zu konsultieren, der Erfahrung mit Pflanzenhaarfarben hat, um das beste Ergebnis zu erzielen.
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