Was sollte man beim Kauf einer Haarkur beachten?

Haarkur kaufen: Was Sie wissen müssen

02/09/2018

Rating: 4.69 (13654 votes)

Eine glänzende, gesunde Haarpracht ist für viele von uns ein Zeichen von Wohlbefinden und Attraktivität. Doch die täglichen Herausforderungen wie Styling, Umwelteinflüsse und chemische Behandlungen können unser Haar stark beanspruchen. Hier kommt die Haarkur ins Spiel – ein wahres Wundermittel, das dem Haar intensive Pflege und Regeneration schenkt. Doch der Markt ist überschwemmt mit Produkten, und die Wahl der richtigen Kur kann überwältigend sein. Was sollte man also beim Kauf einer Haarkur beachten, um wirklich das Beste für sein Haar zu finden?

Inhaltsverzeichnis

Der entscheidende Inhaltsstoff-Check: Was gehört hinein und was nicht?

Der Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe ist der erste und wichtigste Schritt beim Kauf einer Haarkur. Gerade in Drogeriemärkten finden sich viele Produkte, die auf den ersten Blick verlockend wirken, doch bei genauerem Hinsehen problematische Substanzen enthalten können. Es gibt einige Inhaltsstoffe, die Sie grundsätzlich meiden sollten, da sie Ihrem Haar und der Umwelt eher schaden als nutzen.

Wie oft sollte man Die Haarkur anwenden?

Die "No-Go"-Liste: Was Sie vermeiden sollten

  • Erdöl (Mineralöle/Paraffinum Liquidum): Diese Substanzen legen einen Film um das Haar, der es zwar glänzend erscheinen lässt, aber nicht wirklich pflegt. Sie können die Kopfhaut austrocknen und die natürliche Atmung von Haar und Haut behindern. Langfristig können sie das Haar beschweren und stumpf wirken lassen, da sie keine echten Nährstoffe liefern. Achten Sie auf Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum, Mineral Oil, Petrolatum, Ceresin oder Ozokerite.
  • Silikone (Dimethicone, Cyclopentasiloxane): Ähnlich wie Mineralöle umhüllen Silikone das Haar, machen es glatt und leicht kämmbar. Der Nachteil: Sie sind schwer auswaschbar und können sich mit der Zeit auf dem Haar ablagern (Build-up). Dies führt dazu, dass Pflegestoffe nicht mehr ins Haar eindringen können. Das Haar wird trocken, spröde und verliert an Volumen. Zudem sind viele Silikone nicht wasserlöslich und belasten die Umwelt.
  • Mikroplastik (Polyethylene, Acrylates Copolymer): Diese winzigen Plastikpartikel finden sich in vielen Kosmetika, auch in Haarkuren. Sie dienen oft als Füllstoffe oder Filmbildner. Das Problem ist ihre Umweltbelastung: Sie gelangen über das Abwasser in Flüsse und Meere und schaden dort der Tierwelt. Auf der INCI-Liste sind sie oft an Begriffen wie Polyethylene (PE), Polypropylene (PP), Polyethylenterephthalate (PET), Nylon-12 oder Acrylates Copolymer zu erkennen.
  • Duftstoffe (Parfum/Fragrance): Während ein angenehmer Duft verlockend ist, können synthetische Duftstoffe Allergien und Hautreizungen auslösen, insbesondere bei empfindlicher Kopfhaut. Wenn Sie empfindlich sind, suchen Sie nach parfümfreien Produkten oder solchen mit natürlichen ätherischen Ölen.
  • Sulfate (Sodium Laureth Sulfate, Sodium Lauryl Sulfate): Obwohl seltener in Kuren als in Shampoos, können Sulfate in einigen Produkten enthalten sein. Sie sind starke Reinigungsmittel, die das Haar und die Kopfhaut austrocknen und reizen können.

Die "Go-For"-Liste: Was Ihr Haar liebt

Statt der oben genannten Stoffe sollten Sie nach Kuren suchen, die reich an natürlichen und pflegenden Inhaltsstoffen sind. Ihr Haar wird es Ihnen danken!

  • Pflanzliche Öle: Arganöl, Kokosöl, Jojobaöl, Mandelöl, Olivenöl – sie alle sind reich an Vitaminen, Antioxidantien und Fettsäuren, die das Haar nähren, glätten und ihm Glanz verleihen.
  • Sheabutter und Kakaobutter: Intensive Feuchtigkeitsspender, die besonders trockenes und sprödes Haar reparieren.
  • Keratin: Ein natürlicher Bestandteil des Haares. Zugeführtes Keratin kann helfen, geschädigte Haarstrukturen aufzufüllen und zu stärken.
  • Hyaluronsäure: Bekannt aus der Hautpflege, bindet sie Feuchtigkeit und sorgt für geschmeidiges Haar.
  • Vitamine (z.B. Vitamin E, Pro-Vitamin B5/Panthenol): Fördern die Haargesundheit und stärken die Haarstruktur.
  • Pflanzenextrakte und Proteine: Aloe Vera, Grüner Tee, Kamille, Weizenproteine, Reisproteine – sie alle können spezifische Vorteile bieten, von Beruhigung der Kopfhaut bis zur Stärkung des Haares.

Produkte aus dem Bereich der Naturkosmetik sind oft eine gute Wahl, da sie strengere Richtlinien bezüglich der Inhaltsstoffe haben und auf synthetische Zusätze verzichten.

Ihr Haartyp entscheidet: Die richtige Haarkur für jedes Bedürfnis

So individuell wie wir Menschen sind, so individuell ist auch unser Haar. Eine Haarkur, die für feines, schnell fettendes Haar geeignet ist, wird bei dickem, trockenem Haar möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Es ist entscheidend, die Kur auf die spezifischen Bedürfnisse Ihres Haartyps abzustimmen.

  • Für trockenes und strapaziertes Haar: Suchen Sie nach Kuren mit reichhaltigen Ölen (Argan, Kokos, Avocado), Sheabutter, Glycerin und Hyaluronsäure. Diese spenden intensive Feuchtigkeit und reparieren die Haarstruktur.
  • Für feines und dünnes Haar: Leichte Formulierungen sind hier ideal, die das Haar nicht beschweren. Proteine wie Weizen- oder Reisprotein können Volumen und Stärke verleihen. Vermeiden Sie zu reichhaltige Cremes.
  • Für fettiges Haar und gereizte Kopfhaut: Eine Haarkur ist auch hier sinnvoll, sollte aber klärende und beruhigende Inhaltsstoffe wie Teebaumöl, Rosmarin oder Aloe Vera enthalten und eher auf die Längen und Spitzen konzentriert werden.
  • Für coloriertes Haar: Produkte mit Farbschutz-Komplexen, UV-Filtern und Antioxidantien helfen, die Farbe zu bewahren und das durch Färben beanspruchte Haar zu pflegen. Granatapfel- oder Himbeerextrakt können hier hilfreich sein.
  • Für lockiges Haar: Locken neigen oft zu Trockenheit und Frizz. Intensive Feuchtigkeitspflege mit Kokosöl, Sheabutter oder Aloe Vera ist hier das A und O, um die Sprungkraft zu erhalten und Frizz zu reduzieren.

Anwendung und Häufigkeit: So holen Sie das Maximum heraus

Selbst die beste Haarkur kann ihre Wirkung nicht entfalten, wenn sie falsch angewendet wird. Beachten Sie die Anweisungen auf der Verpackung, aber hier sind einige allgemeine Tipps:

  • Vorbereitung: Waschen Sie Ihr Haar gründlich und drücken Sie überschüssiges Wasser sanft aus, idealerweise mit einem Handtuch. Das Haar sollte feucht, aber nicht tropfnass sein, damit die Kur besser einziehen kann.
  • Auftragen: Verteilen Sie die Kur gleichmäßig in den Längen und Spitzen. Bei fettigem Ansatz oder sehr feinem Haar sollten Sie den Haaransatz aussparen, um ein Beschweren zu vermeiden.
  • Einwirkzeit: Halten Sie sich an die angegebene Einwirkzeit (meist 5-20 Minuten). Eine längere Einwirkzeit ist nicht immer besser und kann das Haar unter Umständen sogar überpflegen.
  • Ausspülen: Spülen Sie die Haarkur gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis sich das Haar nicht mehr schmierig anfühlt. Rückstände können das Haar beschweren und glanzlos wirken lassen.
  • Häufigkeit: Je nach Haartyp und Zustand reicht eine Anwendung ein- bis zweimal pro Woche. Bei sehr strapaziertem Haar kann eine häufigere Anwendung sinnvoll sein, bei feinem Haar eher seltener.

Arten von Haarkuren: Eine Übersicht

Der Begriff "Haarkur" ist breit gefächert und umfasst verschiedene Produktarten, die auf unterschiedliche Weisen wirken und angewendet werden.

  • Rinse-out Kuren: Dies sind die klassischen Haarkuren, die nach dem Shampoo aufgetragen und nach einer Einwirkzeit wieder ausgespült werden. Sie bieten intensive Pflege und Regeneration.
  • Leave-in Kuren: Diese Kuren verbleiben im Haar und müssen nicht ausgespült werden. Sie sind oft leichter formuliert und bieten zusätzlichen Schutz und Feuchtigkeit über den Tag hinweg, ideal für schnelles Styling oder als Hitzeschutz.
  • Overnight Kuren: Speziell entwickelte Kuren, die über Nacht einwirken und am nächsten Morgen ausgewaschen werden. Sie ermöglichen eine besonders tiefe und lang anhaltende Pflege.
  • Sprühkuren: Leichte, oft Leave-in-Formulierungen in Sprühflaschen, die das Haar entwirren, glätten und Glanz verleihen, ohne es zu beschweren.

Etiketten-Check: Was verrät die INCI-Liste?

Die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) ist die internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe und listet alle Bestandteile eines Produkts nach Gewichtsanteil absteigend auf. Das bedeutet, die zuerst genannten Inhaltsstoffe sind am meisten im Produkt enthalten.

Ein kurzer Blick auf die ersten fünf bis sieben Inhaltsstoffe gibt Ihnen bereits eine gute Vorstellung davon, woraus das Produkt hauptsächlich besteht. Wenn dort an erster Stelle Wasser (Aqua) steht, gefolgt von Silikonen oder Mineralölen, ist die Konzentration der wirklich pflegenden Stoffe oft geringer. Achten Sie auf pflanzliche Öle, Butter und Extrakte möglichst weit oben in der Liste.

Vergleichstabelle: Haarkuren im Überblick

Um die Auswahl zu erleichtern, hier eine kleine Vergleichstabelle verschiedener Haarkur-Typen:

MerkmalKonventionelle Haarkur (Standard)Naturkosmetik-HaarkurSpezialkur (z.B. Protein)
HauptinhaltsstoffeSilikone, Mineralöle, synthetische Duftstoffe, SulfatePflanzliche Öle, Butter, Extrakte, ätherische Öle, natürliche ProteineHohe Konzentration an Proteinen (Keratin, Weizenprotein), Aminosäuren
WirkungSofortiger Glanz, Entwirrung, Geschmeidigkeit (oft oberflächlich)Tiefenpflege, Nährung, Aufbau, langfristige Verbesserung der HaarstrukturStärkung, Reparatur von Haarbruch, Aufbau der Haarstruktur
UmweltaspektOft Mikroplastik, schwer abbaubare SilikoneBiologisch abbaubare Inhaltsstoffe, nachhaltige VerpackungAbhängig von der Formulierung, oft ohne Mikroplastik
PreisspanneNiedrig bis MittelMittel bis HochMittel bis Hoch
Empfohlen fürSchnelle optische Verbesserung, unempfindliches HaarAlle Haartypen, besonders für sensible Kopfhaut, langfristige PflegeStark geschädigtes, brüchiges oder chemisch behandeltes Haar

Häufige Fehler beim Gebrauch von Haarkuren

Auch die beste Haarkur kann ihre Wirkung verfehlen, wenn man typische Anwendungsfehler begeht:

  • Zu viel Produkt verwenden: Mehr ist nicht immer besser. Eine walnussgroße Menge reicht oft aus, um das Haar zu versorgen. Zu viel Produkt kann das Haar beschweren und fettig wirken lassen.
  • Nicht gründlich ausspülen: Rückstände der Kur können das Haar stumpf und strähnig aussehen lassen. Nehmen Sie sich Zeit für das Ausspülen.
  • Die falsche Kur für den Haartyp: Eine zu reichhaltige Kur für feines Haar oder eine zu leichte Kur für sehr trockenes Haar wird nicht die gewünschten Ergebnisse liefern.
  • Zu häufige Anwendung: Eine tägliche Anwendung ist meist unnötig und kann das Haar überpflegen. Halten Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers.
  • Unterschätzung der Einwirkzeit: Die angegebene Einwirkzeit ist wichtig, damit die Wirkstoffe ins Haar eindringen können. Zu kurzes Einwirken ist ineffektiv.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Muss ich nach der Haarkur noch eine Spülung verwenden?

In den meisten Fällen nicht. Eine Haarkur ist intensiver als eine Spülung und schließt die Schuppenschicht des Haares bereits. Wenn Sie jedoch sehr langes oder schwer zu kämmendes Haar haben, können Sie nach dem Ausspülen der Kur eine kleine Menge Spülung in den Längen verteilen und sofort wieder ausspülen.

Wie oft sollte ich eine Haarkur anwenden?

Das hängt von Ihrem Haartyp und -zustand ab. Für normales bis leicht trockenes Haar reicht ein- bis zweimal pro Woche. Bei sehr strapaziertem, trockenem oder chemisch behandeltem Haar kann eine häufigere Anwendung (z.B. jede zweite Haarwäsche) sinnvoll sein. Feines Haar sollte nicht zu oft mit reichhaltigen Kuren behandelt werden.

Kann eine Haarkur mein Haar fettig machen?

Ja, wenn Sie eine zu reichhaltige Kur für Ihren Haartyp verwenden, zu viel Produkt nehmen oder die Kur nicht gründlich ausspülen. Achten Sie darauf, die Kur hauptsächlich in den Längen und Spitzen zu verteilen und den Ansatz auszusparen, besonders bei fettigem Haar.

Was ist der Unterschied zwischen Conditioner und Haarkur?

Ein Conditioner (Spülung) ist für die tägliche Anwendung gedacht. Er schließt die Schuppenschicht des Haares nach dem Waschen, macht es kämmbar und verleiht sofortigen Glanz. Eine Haarkur hingegen ist eine Intensivpflege, die tiefer in die Haarstruktur eindringt, um das Haar zu nähren, zu reparieren und zu regenerieren. Sie wird seltener angewendet.

Sind teure Haarkuren immer besser?

Nicht unbedingt. Der Preis allein ist kein Qualitätsmerkmal. Wichtiger ist die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und ob diese zu Ihrem Haartyp passen. Es gibt hervorragende Produkte in verschiedenen Preisklassen. Ein genauer Blick auf die INCI-Liste ist entscheidender als der Preis.

Kann ich meine Haarkur über Nacht einwirken lassen?

Ja, es gibt spezielle Overnight-Kuren, die dafür entwickelt wurden. Bei herkömmlichen Kuren ist eine längere Einwirkzeit als angegeben nicht immer vorteilhaft und kann das Haar unter Umständen überpflegen oder beschweren. Halten Sie sich am besten an die Herstellerangaben, es sei denn, das Produkt ist explizit für die Über-Nacht-Anwendung vorgesehen.

Fazit: Wissen ist der beste Pfleger

Der Kauf der richtigen Haarkur muss kein Glücksspiel sein. Mit dem Wissen über schädliche und nützliche Inhaltsstoffe, die Berücksichtigung Ihres individuellen Haartyps und der korrekten Anwendung können Sie Ihr Haar optimal pflegen und ihm zu neuem Glanz verhelfen. Investieren Sie in Produkte, die Ihr Haar wirklich nähren und stärken, statt es nur oberflächlich zu verschönern. Ihre Haarpracht und die Umwelt werden es Ihnen danken!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Haarkur kaufen: Was Sie wissen müssen kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Haarpflege besuchen.

Go up