24/10/2021
Das Färben der Haare ist seit Jahrhunderten eine beliebte Methode, um das Aussehen zu verändern, graue Haare zu kaschieren oder einfach einen neuen Look auszuprobieren. Ob leuchtendes Rot, tiefes Schwarz oder strahlendes Blond – die Vielfalt der Farben ist schier grenzenlos. Doch hinter dem Wunsch nach Veränderung steht oft die Frage: Wie schädlich ist Haare färben wirklich? Diese Frage ist berechtigt, denn der Prozess des Haarfärbens ist ein komplexer chemischer Vorgang, der das Haar und die Kopfhaut beanspruchen kann. Es ist wichtig, die potenziellen Risiken zu verstehen und zu wissen, wie man diese minimieren kann, um die Schönheit der Haare langfristig zu erhalten.

Die Sorge um die Haargesundheit und mögliche negative Auswirkungen auf den Körper ist verständlich. Von trockenen, spröden Haaren über allergische Reaktionen bis hin zu Bedenken bezüglich langfristiger gesundheitlicher Folgen – die Palette der potenziellen Probleme ist breit. In diesem Artikel werden wir die Wissenschaft hinter dem Haarfärben beleuchten, die gängigsten Inhaltsstoffe und ihre Risiken analysieren und praktische Tipps geben, wie Sie Ihre Haare schützen und trotzdem die gewünschte Farbe erzielen können. Denn ein informiertes Vorgehen ist der erste Schritt zu gesunden, schön gefärbten Haaren.
- Die Chemie hinter der Farbveränderung
- Gängige Inhaltsstoffe und ihre potenziellen Risiken
- Auswirkungen auf die Haarstruktur
- Auswirkungen auf die Kopfhaut und die Gesundheit
- Unterschiede zwischen permanenten, semi-permanenten und Tönungen
- Schonende Alternativen und Tipps für gesundes Färben
- Mythen und Fakten rund ums Haarfärben
- Wann sollte man auf das Färben verzichten?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 1. Wie oft darf ich meine Haare färben?
- 2. Kann Haare färben graue Haare verstärken?
- 3. Ist Blondieren schädlicher als dunkle Farben?
- 4. Was tun bei einer allergischen Reaktion nach dem Färben?
- 5. Kann ich meine Haare selbst färben oder sollte ich zum Friseur gehen?
- 6. Helfen spezielle Shampoos für coloriertes Haar wirklich?
- Fazit
Die Chemie hinter der Farbveränderung
Um zu verstehen, wie Haarfärbemittel wirken und welche Risiken sie bergen können, ist es unerlässlich, einen Blick auf die chemischen Prozesse zu werfen. Permanente Haarfarben, die die häufigste Form darstellen, funktionieren durch eine Oxidationsreaktion. Sie bestehen typischerweise aus drei Hauptkomponenten: einem Oxidationsmittel (meist Wasserstoffperoxid), einem Alkalimittel (oft Ammoniak oder Ethanolamin) und Farbvorläufern (den eigentlichen Farbstoffen).
- Ammoniak (oder ähnliche Alkalimittel): Öffnet die äußere Schuppenschicht des Haares (die Kutikula), damit die Farbmoleküle in den Haarschaft eindringen können. Dieser Prozess kann das Haar aufquellen lassen und es anfälliger für Schäden machen. Der Geruch ist oft stechend und kann die Atemwege reizen.
- Wasserstoffperoxid: Dient als Oxidationsmittel. Es entfernt die natürliche Haarfarbe (Melanin) und ermöglicht es den Farbvorläufern, sich zu größeren, dauerhaften Farbstoffmolekülen zu verbinden, die im Haar eingeschlossen werden. Je höher die Peroxidkonzentration, desto stärker ist der Aufhellungseffekt und desto potenziell schädlicher ist der Prozess für das Haar.
- Farbvorläufer (z.B. PPD, Toluoldiamin): Diese kleinen Moleküle dringen in den Haarschaft ein und reagieren dort mit dem Wasserstoffperoxid, um die gewünschte Farbe zu bilden. Sie sind oft für allergische Reaktionen verantwortlich.
Semi-permanente und temporäre Haarfarben funktionieren anders. Semi-permanente Farben enthalten keine Ammoniak- oder Wasserstoffperoxid-Lösung in der gleichen Konzentration und lagern sich eher an der äußeren Haarschicht an oder dringen nur oberflächlich ein. Sie halten weniger lange und sind in der Regel schonender. Temporäre Farben legen sich nur auf die Oberfläche und werden mit der ersten Haarwäsche ausgespült.
Gängige Inhaltsstoffe und ihre potenziellen Risiken
Die Liste der Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln ist lang und komplex. Einige Substanzen sind jedoch besonders bekannt für ihre potenziellen Nebenwirkungen:
- p-Phenylendiamin (PPD): Dies ist einer der häufigsten und effektivsten Farbstoffe, der in permanenten Haarfarben verwendet wird, insbesondere für dunkle Töne. PPD ist jedoch auch ein bekanntes Allergen und kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen, die von Juckreiz und Rötungen bis zu Schwellungen im Gesicht und Atemnot reichen können. Ein Allergietest (Patch-Test) 48 Stunden vor jeder Anwendung ist daher dringend empfohlen.
- Ammoniak: Wie bereits erwähnt, öffnet Ammoniak die Haarschuppen. Dieser Prozess kann das Haar austrocknen, es spröde machen und seinen natürlichen Glanz reduzieren. Der Geruch ist zudem stark reizend für Augen und Atemwege.
- Wasserstoffperoxid: Obwohl es notwendig für den Färbeprozess ist, kann Wasserstoffperoxid das Haar stark schädigen. Es greift die Proteinstruktur des Haares an, was zu Haarbruch, Spliss und einem Verlust der Elastizität führen kann. Bei zu hoher Konzentration oder langer Einwirkzeit kann es das Haar regelrecht verbrennen.
- Resorcinol: Ein weiterer Farbstoff, der als Allergen wirken kann und Hautreizungen verursachen kann.
- Toluol-2,5-Diamin-Sulfat (TDS): Eine Alternative zu PPD, die oft als weniger allergen gilt, aber dennoch Reaktionen hervorrufen kann, insbesondere bei Personen, die bereits auf PPD reagieren.
- Parabene und Phthalate: Obwohl nicht direkt am Färbeprozess beteiligt, werden diese Konservierungsstoffe und Weichmacher manchmal in Haarfärbemitteln gefunden und stehen im Verdacht, hormonelle Auswirkungen zu haben.
Die kumulative Wirkung dieser Chemikalien, insbesondere bei häufigem Färben, kann die Haarstruktur langfristig schwächen und die Kopfhaut irritieren.
Auswirkungen auf die Haarstruktur
Jeder Färbevorgang ist ein Eingriff in die natürliche Struktur des Haares. Das Haar besteht hauptsächlich aus Keratin, einem Protein, das durch Disulfidbrücken zusammengehalten wird. Diese Bindungen verleihen dem Haar seine Stärke und Elastizität.
- Kutikula-Schäden: Die Kutikula, die äußere Schuppenschicht des Haares, wird durch das Alkalimittel geöffnet. Bei wiederholtem Färben kann diese Schicht rau und uneben werden, was zu Glanzverlust, Frizz und Verfilzungen führt.
- Cortex-Schäden: Im Cortex, dem inneren Teil des Haares, findet die eigentliche Farbveränderung statt. Wasserstoffperoxid oxidiert nicht nur das Melanin, sondern kann auch die Proteine des Cortex angreifen. Dies schwächt die Haarfasern von innen heraus, was zu Haarbruch und Spliss führt.
- Feuchtigkeitsverlust: Chemische Behandlungen entziehen dem Haar Feuchtigkeit und seine natürlichen Öle, was es trocken, spröde und anfälliger für Umwelteinflüsse macht.
- Elastizitätsverlust: Gesundes Haar ist elastisch und kann gedehnt werden, ohne zu brechen. Geschwächtes Haar verliert diese Elastizität und bricht leichter, insbesondere beim Kämmen oder Stylen.
Das Ergebnis kann ein stumpfes, lebloses Haar sein, das sich rau anfühlt und schwer zu stylen ist. Besonders bei Blondierungen, die eine stärkere Oxidationsreaktion erfordern, sind diese Schäden deutlich ausgeprägter.
Auswirkungen auf die Kopfhaut und die Gesundheit
Nicht nur das Haar, auch die Kopfhaut ist den Chemikalien ausgesetzt. Die Haut ist unser größtes Organ und kann Substanzen aufnehmen. Daher sind die Auswirkungen auf die Kopfhaut und potenzielle systemische Effekte ebenfalls von großer Bedeutung.
- Hautreizungen und Dermatitis: Brennen, Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung sind häufige Reaktionen auf der Kopfhaut, insbesondere bei empfindlicher Haut. Kontaktallergien, ausgelöst durch Inhaltsstoffe wie PPD, können zu schweren Ekzemen führen.
- Haarausfall: Akuter Haarausfall kann eine Folge schwerer allergischer Reaktionen oder chemischer Verbrennungen der Kopfhaut sein. Chronische Reizungen können die Haarfollikel schwächen, was langfristig zu dünnerem Haar führen kann.
- Langfristige Gesundheitsbedenken: Die Forschung zu den langfristigen Auswirkungen von Haarfärbemitteln auf die Gesundheit ist komplex und nicht immer eindeutig. Es gab Bedenken bezüglich eines erhöhten Krebsrisikos (insbesondere Blasenkrebs und bestimmte Lymphome) bei Friseuren und Vielnutzern, die über Jahrzehnte hinweg hohen Konzentrationen ausgesetzt waren. Allerdings haben moderne Formulierungen und verbesserte Sicherheitsstandards diese Risiken reduziert. Die meisten Studien kommen zu dem Schluss, dass für den Gelegenheitsnutzer die Risiken gering sind, solange die Produkte vorschriftsmäßig angewendet werden und keine allergischen Reaktionen auftreten. Schwangere sollten jedoch vorsichtshalber auf das Färben verzichten oder auf natürliche Alternativen umsteigen.
- Atemwegsreizungen: Die Dämpfe von Ammoniak und anderen flüchtigen Chemikalien können die Atemwege reizen, insbesondere in schlecht belüfteten Räumen.
Unterschiede zwischen permanenten, semi-permanenten und Tönungen
Die Wahl des Färbemittels hat einen großen Einfluss auf die potenziellen Schäden. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen:
| Typ des Färbemittels | Wirkungsweise | Inhaltsstoffe (typisch) | Haltbarkeit | Schädigungspotenzial |
|---|---|---|---|---|
| Permanentfarbe | Öffnet die Kutikula, dringt in den Cortex ein, verändert das Melanin dauerhaft. | Ammoniak, Wasserstoffperoxid, PPD/TDS | Dauerhaft, wächst heraus | Hoch (stärkster Eingriff) |
| Semi-Permanentfarbe | Lagert sich an oder dringt oberflächlich in die Kutikula ein, kein Aufhellen. | Weniger/kein Ammoniak, geringes Peroxid oder keines, Direkfarbstoffe | 4-8 Wochen, wäscht sich aus | Mittel (weniger aggressiv) |
| Tönung (Intensivtönung) | Ähnlich Semi-Permanent, kann leichte Aufhellung bewirken. | Geringe Mengen Ammoniak/Ethanolamin, geringes Peroxid, Direkfarbstoffe | 6-10 Wochen, wäscht sich aus | Mittel bis Gering |
| Temporäre Farbe | Legt sich nur auf die Haaroberfläche. | Große, nicht-oxidierende Farbstoffmoleküle | 1-2 Haarwäschen | Gering (keine Schädigung) |
| Naturhaarfarbe | Pflanzliche Pigmente lagern sich an der Oberfläche ab oder umhüllen das Haar. | Henna, Indigo, Kamille, Walnussschalen | Variabel, wäscht sich aus/wächst heraus | Sehr gering bis keine |
Wie die Tabelle zeigt, sind permanente Farben am aggressivsten, da sie die Haarstruktur am stärksten verändern. Wer seine Haare schonen möchte, sollte, wenn möglich, auf semi-permanente Farben oder Tönungen zurückgreifen, die ohne Ammoniak auskommen und eine geringere Konzentration an Oxidationsmitteln verwenden.
Schonende Alternativen und Tipps für gesundes Färben
Auch wenn das Färben Risiken birgt, bedeutet das nicht, dass man darauf verzichten muss. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und der Wahl schonender Produkte lassen sich die Schäden minimieren.
Natürliche Haarfarben und Pflanzenfarben
Eine hervorragende Alternative sind pflanzliche Haarfarben, die auf Inhaltsstoffen wie Henna, Indigo, Kamille oder Walnussschalen basieren. Diese Farbstoffe umhüllen das Haar mit einer schützenden Farbschicht, anstatt die Haarstruktur chemisch zu verändern. Sie sind in der Regel frei von Ammoniak, PPD und Peroxid und können das Haar sogar pflegen und ihm Glanz verleihen.
- Henna: Verleiht dem Haar Rottöne bis Braun. Es ist sehr pflegend und kann das Haar kräftigen.
- Indigo: Wird oft in Kombination mit Henna verwendet, um dunklere Braun- oder Schwarztöne zu erzielen.
- Kamille: Hellt blonde Haare sanft auf und verleiht ihnen goldene Reflexe.
Wichtig: Auch bei Naturfarben sollte ein Patch-Test durchgeführt werden, da auch pflanzliche Stoffe Allergien auslösen können.
Tipps für das Färben mit chemischen Produkten
- Immer einen Patch-Test durchführen: 48 Stunden vor jeder Anwendung, auch wenn Sie das Produkt schon einmal verwendet haben. Allergien können sich entwickeln.
- Professionelle Anwendung: Ein erfahrener Friseur kennt die Produkte, kann den Zustand Ihrer Haare beurteilen und die Farbe so auftragen, dass Schäden minimiert werden.
- Nicht zu oft färben: Versuchen Sie, die Abstände zwischen den Färbevorgängen zu verlängern. Beschränken Sie sich auf das Färben des Ansatzes, anstatt jedes Mal das gesamte Haar zu behandeln.
- Haare gut vorbereiten: Das Haar sollte vor dem Färben nicht frisch gewaschen sein, da die natürlichen Öle der Kopfhaut einen gewissen Schutz bieten.
- Hochwertige Produkte wählen: Investieren Sie in Produkte von renommierten Marken, die oft schonendere Formulierungen anbieten.
- Pflege, Pflege, Pflege: Nach dem Färben ist eine intensive Haarpflege unerlässlich. Verwenden Sie feuchtigkeitsspendende Shampoos und Conditioner speziell für coloriertes Haar. Haarmasken und Leave-in-Conditioner helfen, die Haarstruktur zu stärken und Feuchtigkeit einzuschließen.
- Hitzeschutz verwenden: Reduzieren Sie die Verwendung von Hitze-Stylinggeräten wie Glätteisen und Lockenstäben oder verwenden Sie immer einen Hitzeschutz.
- Regelmäßiges Trimmen: Schneiden Sie Spliss regelmäßig ab, um eine weitere Schädigung des Haares zu verhindern.
Mythen und Fakten rund ums Haarfärben
Um die Verwirrung zu beseitigen, hier einige gängige Mythen und die dazugehörigen Fakten:
- Mythos: Haare färben verursacht immer Haarausfall.
- Fakt: Das Färben selbst führt in der Regel nicht zu Haarausfall, es sei denn, es kommt zu einer schweren allergischen Reaktion oder chemischen Verbrennung der Kopfhaut. Haarbruch kann jedoch wie Haarausfall aussehen.
- Mythos: Naturhaarfarben sind absolut risikofrei.
- Fakt: Obwohl sie oft schonender sind, können auch pflanzliche Inhaltsstoffe Allergien auslösen. Ein Patch-Test ist immer ratsam.
- Mythos: Man kann keine Lockenwickler verwenden, nachdem man die Haare gefärbt hat.
- Fakt: Das ist Unsinn. Gefärbtes Haar kann gestylt werden wie jedes andere Haar, solange es gut gepflegt und geschützt wird.
- Mythos: Schwangere dürfen ihre Haare überhaupt nicht färben.
- Fakt: Die meisten Studien zeigen kein erhöhtes Risiko bei professioneller Anwendung und guter Belüftung, da nur sehr geringe Mengen der Chemikalien in den Körper gelangen. Viele Ärzte raten jedoch aus Vorsichtsgründen, im ersten Trimester darauf zu verzichten oder auf schonendere Methoden wie Strähnchen (die die Kopfhaut nicht berühren) oder Naturfarben umzusteigen.
Wann sollte man auf das Färben verzichten?
Es gibt bestimmte Situationen, in denen es ratsam ist, auf das Haarfärben zu verzichten oder zumindest besonders vorsichtig zu sein:
- Bei offener Wunde oder Irritationen auf der Kopfhaut: Das Auftragen von Chemikalien auf verletzte Haut kann zu Schmerzen, Infektionen und stärkeren Reaktionen führen.
- Bei schwer geschädigtem Haar: Wenn das Haar bereits extrem trocken, spröde oder brüchig ist, kann eine weitere chemische Behandlung es unwiderruflich schädigen. Eine intensive Pflegekur sollte Vorrang haben.
- Bei bekannter Allergie gegen Haarfärbemittel: Wenn Sie in der Vergangenheit bereits auf bestimmte Inhaltsstoffe reagiert haben, sollten Sie diese unbedingt meiden und gegebenenfalls auf hypoallergene oder pflanzliche Alternativen umsteigen.
- Während der Schwangerschaft oder Stillzeit: Obwohl die Risiken gering sind, entscheiden sich viele aus Vorsichtsgründen dafür, in dieser Zeit auf chemisches Färben zu verzichten.
- Nach einer Dauerwelle oder chemischen Glättung: Das Haar ist nach solchen Behandlungen bereits stark beansprucht. Warten Sie mindestens zwei Wochen, besser länger, bevor Sie es färben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Wie oft darf ich meine Haare färben?
Das hängt stark von der Art der Farbe und dem Zustand Ihres Haares ab. Bei permanenten Farben wird empfohlen, nur den Ansatz alle 4-6 Wochen nachzufärben. Das komplette Haar sollte nicht öfter als alle 3-6 Monate neu gefärbt werden, um eine Überbeanspruchung zu vermeiden. Semi-permanente Farben können häufiger angewendet werden, da sie schonender sind.
2. Kann Haare färben graue Haare verstärken?
Nein, das ist ein Mythos. Das Färben hat keinen Einfluss auf die Melaninproduktion in den Haarfollikeln. Graue Haare entstehen, wenn die Melanozyten (Zellen, die Pigmente produzieren) ihre Funktion einstellen.
3. Ist Blondieren schädlicher als dunkle Farben?
Generell ja. Blondierungen erfordern eine stärkere Oxidationsreaktion mit höheren Konzentrationen von Wasserstoffperoxid, um das natürliche Melanin zu entfernen. Dieser Prozess greift die Haarstruktur deutlich stärker an als das Einlagern von dunklen Farbpigmenten.
4. Was tun bei einer allergischen Reaktion nach dem Färben?
Sofort das Produkt gründlich ausspülen. Bei leichten Reaktionen können kühlende Kompressen und antiallergische Cremes (z.B. mit Hydrocortison) Linderung verschaffen. Bei schweren Reaktionen wie starken Schwellungen, Blasenbildung oder Atemnot muss umgehend ein Arzt aufgesucht oder der Notruf gewählt werden.
5. Kann ich meine Haare selbst färben oder sollte ich zum Friseur gehen?
Für einfache Farbauffrischungen oder Tönungen können Sie es selbst versuchen, wenn Sie die Anweisungen genau befolgen. Für drastische Farbveränderungen, Blondierungen oder wenn Sie empfindliche Kopfhaut haben, ist der Gang zum professionellen Friseur dringend zu empfehlen. Friseure haben das Wissen und die Erfahrung, um Schäden zu minimieren und ein optimales Ergebnis zu erzielen.
6. Helfen spezielle Shampoos für coloriertes Haar wirklich?
Ja, diese Shampoos und Conditioner sind speziell formuliert, um die Farbe länger zu erhalten und das Haar nach dem Färben zu pflegen. Sie enthalten oft weniger aggressive Reinigungsstoffe und mehr feuchtigkeitsspendende und schützende Inhaltsstoffe, die dem Haar helfen, sich von der chemischen Behandlung zu erholen und den Glanz zu bewahren.
Fazit
Das Färben der Haare ist ein zweischneidiges Schwert: Es ermöglicht beeindruckende Transformationen, birgt aber auch potenzielle Risiken für Haar und Kopfhaut. Die Schäden reichen von Trockenheit und Haarbruch bis hin zu schweren allergischen Reaktionen. Ein bewusster Umgang mit Haarfärbemitteln ist daher unerlässlich. Die Wahl der richtigen Produktart, die Beachtung der Anwendungshinweise, regelmäßige Patch-Tests und eine intensive Nachpflege sind entscheidend, um die negativen Auswirkungen zu minimieren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder bereits geschädigtes Haar hat, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen oder auf schonendere, pflanzliche Alternativen zurückgreifen. Letztendlich liegt es in Ihrer Hand, die Balance zwischen Wunschfarbe und Haargesundheit zu finden, damit Ihre Mähne nicht nur farbenfroh, sondern auch vital und glänzend bleibt. Die richtige Pflege ist der Schlüssel zu dauerhaft schönen, gefärbten Haaren.
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