Wie viele Marienkäfer gibt es?

Marienkäfer: Glücksbringer & Gartenhelfer

11/03/2026

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Der Anblick eines Marienkäfers auf einer Handfläche, seine leuchtenden Farben und die charakteristischen Punkte wecken bei vielen Menschen sofort ein Gefühl von Freude und Glück. Diese kleinen Käfer sind weit mehr als nur hübsche Erscheinungen; sie sind faszinierende Lebewesen mit einer erstaunlichen Vielfalt an Formen, Farben und Verhaltensweisen. Seit Jahrhunderten gelten sie als Boten des Glücks und sind tief in unserer Kultur verwurzelt. Doch ihre Bedeutung geht weit über den Aberglauben hinaus: Marienkäfer sind auch unermüdliche Helfer in unseren Gärten und in der Landwirtschaft, wo sie eine entscheidende Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielen. Begleiten Sie uns auf eine Entdeckungsreise in die Welt dieser charmanten Insekten, um ihre Geheimnisse zu lüften und zu verstehen, warum sie unsere Bewunderung und unseren Schutz verdienen.

Welche Vorteile bietet der Marienkäfer im Garten?
Die Nützlinge im Garten mag sie besonders, da sie ihr viel Arbeit abnehmen und helfen, den Garten gesund zu halten. Zu den Autorenportraits Natürlich bringt der Marienkäfer Glück! Als Nützling hilft er in "puncto" Pflanzengesundheit. Blattläuse stehen zuoberst auf der Speisekarte und der Hunger ist gross.
Inhaltsverzeichnis

Die faszinierende Welt der Marienkäfer: Merkmale und Vielfalt

Marienkäfer, wissenschaftlich zur Familie der Coccinellidae gehörend, sind eine äußerst vielfältige Gruppe von Käfern. Ihre Körpergröße variiert stark, von winzigen 1 Millimeter bis zu stattlichen 12 Millimetern. Die meisten Arten besitzen einen stark gewölbten, kurzen und halbkugelförmigen bis ovalen Körperbau, der ihnen ihr unverwechselbares Aussehen verleiht. Während Kopf, Brust und Unterseite oft schwarz gefärbt sind, gibt es auch Exemplare mit hellbraunen oder rostbraunen Unterseiten. Ihre relativ langen, meist elfgliedrigen Fühler sind am Ende keulenförmig verdickt, wobei einige Artengruppen, wie die Chilocorini, eine reduzierte Anzahl von nur acht oder neun Gliedern aufweisen. Auch die Mandibeln zeigen eine hohe Anpassung an die jeweilige Nahrung, was ihre Rolle als spezialisierte Fresser unterstreicht.

Farbenpracht und Schutzmechanismen

Die Farbpalette der Marienkäfer ist erstaunlich breit und reicht von hellbeige über Gelb, Orange, sämtliche Brauntöne und Rosa bis hin zu leuchtendem Rot und tiefem Schwarz. Die bekanntesten Vertreter, wie der Siebenpunkt-Marienkäfer, verdanken ihre rote Farbe Lycopin sowie Alpha- und Beta-Carotin. Die schwarze Farbe hingegen wird durch Melanin erzeugt. Besonders interessant ist, dass frisch geschlüpfte Käfer zunächst fast weiß oder gelblich sind und ihre endgültige Färbung erst nach einigen Stunden entwickeln, sobald ihr Chitinpanzer ausgehärtet ist. Umwelteinflüsse, wie Temperaturen unter 20 °C und hohe Luftfeuchtigkeit, können die Intensität der Färbung beeinflussen und oft zu dunkleren Formen führen, ein Phänomen, das als Melanismus bekannt ist.

Diese auffällige Färbung dient nicht nur der Ästhetik, sondern ist ein wichtiges Warnsignal an Fressfeinde. Marienkäfer sind wahre Meister der Verteidigung. Bei Gefahr können sie ein übelriechendes, bitter schmeckendes gelbliches Sekret aus ihren Gelenkhäuten absondern – ein Prozess, der als Reflexbluten bezeichnet wird. Dieses Wehrsekret enthält giftige Alkaloide, wie Coccinellin, die potenzielle Angreifer abschrecken. Gleichzeitig stellen sich viele Marienkäfer tot (Thanatose) und ziehen ihre Beine in spezielle Vertiefungen am Körper ein, um für Feinde uninteressant zu werden.

Die geheimnisvollen Punkte: Ein weit verbreiteter Irrtum

Das charakteristischste Merkmal vieler Marienkäfer sind die symmetrisch angeordneten Punkte auf ihren Deckflügeln. Diese Punkte sind meist schwarz, können aber auch hell, rot oder braun sein. Es gibt Marienkäferarten mit einer beeindruckenden Vielfalt an Punktzahlen: von 2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 bis hin zu 24 Punkten. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum gibt die Anzahl der Punkte jedoch nicht das Alter des Käfers an. Vielmehr ist die Punktzahl ein spezifisches Merkmal der jeweiligen Art und bleibt während des gesamten Lebens des Käfers unverändert. Innerhalb mancher Arten, wie der Gattung Coccinella, können die Punktmuster zwar variieren, aber die Grundcharakteristik bleibt erhalten.

Die Larven: Verwandlungskünstler

Das Erscheinungsbild der Marienkäferlarven ist ebenso vielfältig wie das der ausgewachsenen Käfer. Die meisten Larven sind langgestreckt und plump, mit einer Länge von 1,5 bis 15 Millimetern. Ihre Farben reichen von Blaugrau über Braun bis Gelb, oft mit gelben, orangefarbenen oder roten Flecken. Viele Arten tragen schwarze oder rote Warzen auf ihrem Körper, aus denen borstige Haare oder Dornen entspringen, die sie vor Fressfeinden schützen. Oft lässt sich von der Färbung der Larve auf den späteren Käfer schließen, wie beim Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer, dessen Larve ebenfalls gelb und schwarz gepunktet ist. Die Larven vieler Arten sind zudem mit einer Wachsschicht überzogen, die sie unter anderem vor Ameisen schützt, die oft versuchen, Marienkäfer von ihren Blattlauskolonien zu vertreiben.

Subtile Geschlechtsunterschiede

Bei den meisten Marienkäferarten sind die Geschlechter äußerlich nur schwer zu unterscheiden. Männchen sind tendenziell etwas kleiner und leichter als Weibchen, doch diese Unterschiede sind oft zu gering und variabel, um eine zuverlässige Bestimmung zu ermöglichen. Ein subtilerer Hinweis kann die Form des fünften Hinterleibsglieds (Sternit) sein, das bei Weibchen oft spitzer zuläuft als bei Männchen. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen sich nicht nur der Körperbau, sondern auch die Färbung der Geschlechter deutlich unterscheidet, wie bei vielen Arten der Gattung Scymnus oder beim Vierzehnpunkt-Marienkäfer (Propylea quatuordecimpunctata).

Vom Ei zum Käfer: Lebenszyklus und Entwicklung

Der Lebenszyklus eines Marienkäfers ist ein faszinierender Prozess der Metamorphose. Direkt nach der Überwinterung beginnen die Marienkäferpaare mit der Kopulation. Dieser Akt kann zwischen einer halben Stunde und 18 Stunden dauern. Die Weibchen legen dann, je nach Art, zwischen Ende April und Anfang Mai bis zu 400 Eier in Portionen von 10 bis 60 Stück oder einzeln ab. Die Eier werden strategisch an Pflanzen in der Nähe geeigneter Nahrungsquellen platziert, meist an der Blattunterseite, gereiht an Nadeln oder in Rindenritzen.

Welche Speisen gibt es für Marienkäfer?
Seine Leibspeise sind nämlich nicht Blattläuse und Co., sondern Schmetterlingsblütler, Nutzpflanzen wie Kartoffel und Rüben sowie Nelken und Klee. Der als ebenso bekannte Luzerne-Marienkäfer hat eine orange bis rotbraune Farbe mit je zwölf Punkten.

Larvenentwicklung und Puppenstadium

Die aus den Eiern geschlüpften Larven entwickeln sich innerhalb von 30 bis 60 Tagen. Während dieser Zeit häuten sie sich, je nach Art, drei- bis viermal, wobei sich ihr Aussehen, ihre Beborstung und Färbung in den verschiedenen Stadien verändern. Wenn die Larven ausgewachsen sind, kleben sie ihren Hinterleib mithilfe eines Sekrets an Blättern, Zweigen, Stämmen oder Rinde fest. Sie häuten sich ein letztes Mal und schieben die alte Haut bis zum Befestigungspunkt zurück. Dann verpuppen sie sich in einer sogenannten Mumienpuppe, ein für Käfer untypisches Merkmal, da ihre Gliedmaßen und Fühler nicht frei liegen, sondern an den Körper geklebt sind. Die Farbe der Puppe variiert je nach Umgebungstemperatur und kann dunkel-, hell-, rotbraun oder grau sein. Nach sechs bis neun Tagen schlüpft der fertige Käfer aus der Puppe. Anfänglich ist der frisch geschlüpfte Käfer noch hell gefärbt, erlangt aber innerhalb weniger Stunden seine arttypische Farbe. Von der Eiablage bis zum erwachsenen Käfer kann es bis zu einem Jahr dauern.

Vermehrung und Lebenserwartung

In Mitteleuropa vermehren sich Marienkäfer normalerweise zweimal im Jahr, sodass eine zweite Generation im Juli oder August schlüpft, die dann überwintert und im folgenden Frühjahr ihre Eier ablegt. Die meisten mitteleuropäischen Marienkäfer leben etwa ein Jahr und überwintern nur einmal. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie den Vierzehnpunkt-Marienkäfer oder den Asiatischen Marienkäfer, bei denen auch schon zwei Überwinterungen beobachtet wurden. Die Anzahl der Generationen pro Jahr (Voltinismus) variiert stark je nach Art und Klima. So gibt es univoltine Arten (eine Generation pro Jahr), bivoltine Arten (zwei Generationen pro Jahr) und in wärmeren Gebieten sogar polyvoltine Arten, die ununterbrochen neue Generationen hervorbringen.

Die Kunst der Überwinterung

Marienkäfer sind bekannt dafür, in großen Gruppen zu überwintern, ein Verhalten, das als Aggregation bezeichnet wird. Diese Ansammlungen, oft in geschützten Spalten wie zwischen Doppelfenstern, unter loser Baumrinde, Laub oder Steinen, dienen dem Schutz vor Kälte und Fressfeinden. Vor dem Winterschlaf speichern die Käfer Fett, Lipoide und Glykogen in ihrem Körper an, um in der Ruhephase davon zu zehren. Einige dieser Aggregationen können gigantische Ausmaße annehmen; in Kalifornien wurde einmal eine Überwinterungsstelle mit geschätzten 42 Millionen Tieren der Art Hippodamia convergens entdeckt. Diese beeindruckenden Zahlen zeigen die Anpassungsfähigkeit und das Überlebensverhalten dieser kleinen Insekten.

Nützling oder Schädling? Die Rolle des Marienkäfers in der Natur

Die meisten Marienkäferarten sind für uns Menschen von großem Nutzen. Sie sind bekannt als gefräßige Jäger von Schädlingen und werden daher zu den wichtigsten Nützlingen in unseren Gärten und der Landwirtschaft gezählt. Ihre Hauptnahrung besteht aus Blatt- und Schildläusen. Ein einziger Marienkäfer kann pro Tag bis zu 50 Blattläuse vertilgen und während seines gesamten Lebens sogar mehrere Tausend. Dies macht sie zu idealen Kandidaten für die biologische Schädlingsbekämpfung.

Vielfältiger Speiseplan und Ausnahmen

Neben Blattläusen erweitern viele Marienkäferarten ihren Speiseplan um Spinnmilben, Wanzen, Fransenflügler sowie Larven von Käfern, Blattwespen und sogar Schmetterlingen. Doch nicht alle Marienkäfer sind gleichermaßen nützlich. Es gibt auch Arten, die sich rein pflanzlich ernähren und dadurch selbst als Schädlinge in Erscheinung treten können. Dazu gehört beispielsweise der Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer (Subcoccinella vigintiquatuorpunctata) aus der Unterfamilie der Epilachninae, der Luzernen, Zuckerrüben, Klee, Kartoffeln, Nelken und Dahlien schädigen kann. Wieder andere Arten, wie der Sechzehnfleckige Marienkäfer und der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer, ernähren sich von Mehltau- oder Schimmelpilzen und sind somit als „Pilzfresser“ ebenfalls nützlich.

Bei Nahrungsknappheit können an sich räuberische Marienkäferarten manchmal auf pflanzliche Nahrung wie Früchte oder Pollen zurückgreifen. Die Larven der Bulaea lichatschovi ernähren sich sogar ausschließlich von Pollen. Im letzten Larvenstadium, das durch hohe Umgebungstemperaturen beschleunigt wird, vertilgen die Larven die meiste Nahrung.

Kannibalismus und natürliche Feinde

Marienkäfer, insbesondere ihre Larven, sind auch für Kannibalismus bekannt. Besonders bei Massenauftreten fressen sich die Tiere gegenseitig. Die zuerst schlüpfenden Larven können sogar regelmäßig ihre noch nicht geschlüpften Artgenossen verspeisen, was oft zum Verlust von über der Hälfte der Eier eines Geleges führt.

Trotz ihrer effektiven Verteidigungsmechanismen haben Marienkäfer zahlreiche natürliche Feinde. Dazu gehören Vögel, Eidechsen, Spitzmäuse, Frösche, Spinnen und andere Insekten wie Laufkäfer und Raubwanzen. Darüber hinaus dienen sie als Wirte für Parasitoiden, vor allem aus der Gruppe der Hautflügler. Eine besondere Bedrohung stellt die Marienkäfer-Brackwespe (Dinocampus coccinellae) dar, die ihre Eier unter die Deckflügel des Käfers legt. Die schlüpfende Larve ernährt sich vom Wirt und tötet ihn erst im folgenden Frühling, bevor sie sich unter dem verendeten Käfer verpuppt. Auch Erzwespen und verschiedene Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze können die Marienkäferpopulationen dezimieren, insbesondere während der Winterruhe.

Welche Arten von Marienkäfern gibt es?
Es gibt viele Arten des Marienkäfers. Alle haben zwischen 2 und 24 Punkten und sind entweder gelb, schwarz oder rot, mit weissen oder schwarzen Punkten.

Marienkäfer als Schädlinge: Die andere Seite der Medaille

Obwohl die meisten Marienkäferarten als Nützlinge gelten, gibt es auch solche, die gelegentlich als Schädlinge auftreten können. In Mitteleuropa ist dies vor allem der bereits erwähnte Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer. Die Schäden sind meist in südlichen, warmen Ländern ausgeprägter, wo die Käfer bis zu drei Generationen pro Jahr hervorbringen können. Sie richten Fraßschäden an Luzernen, Zuckerrüben, Klee, Kartoffeln, Nelken und Dahlien an. Bei gezüchteten Blüten können diese Fraßspuren den Verkauf der Pflanzen vereiteln. Ein weiteres Beispiel ist Epilachna varivestis, ein gefürchteter Schädling an Bohnenkulturen in Mexiko, dessen Bekämpfung sich als äußerst schwierig erwiesen hat.

Marienkäfer und Mensch: Eine besondere Beziehung

Die Beziehung zwischen Marienkäfern und Menschen ist seit Langem von positiven Assoziationen geprägt. Marienkäfer werden nicht nur wegen ihrer Nützlichkeit in der Landwirtschaft geschätzt, sondern gelten weltweit als universelles Glückssymbol. Dieser Glaube spiegelt sich in ihrem Namen wider: Viele Bauern glaubten, die Käfer seien ein Geschenk der Muttergottes, woraus sich der Name „Marienkäfer“ ableitet. In Schweden wird der Siebenpunkt-Marienkäfer sogar „Marias Schlüsselmagd“ genannt. Ihre Beliebtheit macht sie zu einem häufigen Motiv auf Glückwunschkarten, Briefmarken und in der Kunst.

Volksglaube und kulturelle Bedeutung

Zahlreiche Volksglauben ranken sich um den Marienkäfer. In der Provence sagt man, dass einem Mann die Heirat bevorsteht, sollte ein Marienkäfer auf ihm landen. Ungeduldige Frauen setzen einen Käfer auf den Zeigefinger und zählen die Sekunden bis zum Abflug; jede Sekunde soll ein Jahr Wartezeit bis zur Hochzeit bedeuten. Die weite Verbreitung des Siebenpunkt-Marienkäfers, seine auffällige rote Färbung, seine Flugfreudigkeit, die Assoziation der Zahl Sieben als heiliges Symbol und die Farbe Rot mit Liebe haben zu seiner besonderen Popularität beigetragen. Es gibt über 1500 regionale Bezeichnungen für den Marienkäfer, die oft seine Beziehung zu Maria, Gott oder seine Rolle als Blattlausfresser hervorheben, wie „Mariechenkäfer“, „Herrgottskäfer“ oder „Läusfresser“.

Marienkäfer in der Dichtung

Die Marienkäfer haben auch Eingang in die Dichtung gefunden. Ein sehr bekanntes Beispiel ist das Gedicht „Marienwürmchen“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano, das die schützende und liebenswerte Natur des Käfers thematisiert. Auch die Brüder Grimm griffen das Motiv in ihren Werken auf, was die tiefe Verankerung des Marienkäfers in der deutschen Kulturgeschichte unterstreicht.

Einsatz in der biologischen Schädlingsbekämpfung: Erfolge und Herausforderungen

Die Fähigkeit der Marienkäfer, Schädlinge zu fressen, wurde schon früh erkannt und gezielt genutzt. Bereits 1889 wurde der australische Marienkäfer Rodolia cardinalis nach Kalifornien importiert, um die ebenfalls aus Australien stammende Schildlaus Icerya purchasi zu bekämpfen, die Zitrusplantagen verwüstete. Dieser Einsatz gilt als einer der ersten großen Erfolge in der biologischen Schädlingsbekämpfung. Seitdem wurden über 500 Millionen Marienkäfer dieser Art in Kalifornien gezüchtet und freigelassen. Auch der Siebenpunkt-Marienkäfer wurde 1973 in die USA eingeschleppt und ist dort heute weit verbreitet. In Europa, den USA und Kanada wurde der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) ebenfalls zur Schädlingsbekämpfung eingeführt.

Die Einführung nicht-heimischer Arten in neue Ökosysteme birgt jedoch Risiken und Probleme, die oft nicht vorhersehbar sind. Der Asiatische Marienkäfer beispielsweise verdrängt aufgrund seiner Aggressivität und schnelleren Vermehrung zunehmend heimische Arten und kann im Herbst, wenn er massenhaft Überwinterungsplätze sucht, zur Plage werden. Trotz dieser Herausforderungen ist der Einsatz natürlicher Fressfeinde eine nachhaltigere Methode als der Gebrauch chemischer Pestizide, die auch nützliche Insekten wie Marienkäfer töten. Um Marienkäfer erfolgreich zur Schädlingsbekämpfung einzusetzen, müssen die befallenen Flächen jedoch stark genug sein, damit die Käfer ein Interesse am Bleiben haben und nicht abwandern.

Schutz und Bedeutung: Warum Marienkäfer mehr als nur Glücksbringer sind

Trotz ihrer weiten Verbreitung sind einige Marienkäferarten, insbesondere jene, die auf spezielle Lebensräume angewiesen sind, stark gefährdet. Die Zerstörung ihrer Lebensräume durch Bebauung ist ein Hauptgrund. Zudem reagieren Marienkäfer viel empfindlicher auf Umweltgifte als beispielsweise Blattläuse, da sie eine große Anzahl vergifteter Beutetiere zu sich nehmen und so einer höheren Dosis ausgesetzt sind. Besonders Arten, die in spezifischen Habitaten wie Wärmeinseln, Mooren oder Heiden leben, sind bedroht.

Gerade weil viele Marienkäferarten an bestimmte Lebensräume und Umweltbedingungen spezialisiert sind, dienen sie als hervorragende Bioindikatoren. Ihre Anwesenheit oder Abwesenheit kann Aufschluss darüber geben, ob bestimmte Habitate wie Heiden, Trockenrasen und Moore in einem ökologisch guten Zustand sind. Der Fichten-Kugelmarienkäfer beispielsweise zählt in einigen deutschen Bundesländern zu den gefährdeten Arten und wird, zusammen mit vielen anderen Marienkäferarten, auf den Roten Listen geführt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit ihres Schutzes und die Erhaltung ihrer Lebensräume.

Wie viele Marienkäfer gibt es?
Siehe auch: Frauenkäferln. Die Marienkäfer (Coccinellidae) sind eine weltweit verbreitete Familie halbkugeliger, flugfähiger Käfer, deren Deckflügel meist eine unterschiedliche Anzahl von auffälligen Punkten aufweisen. Viele Arten ernähren sich von Blatt- und Schildläusen. Es sind mehr als 6000 Arten bekannt.

Marienkäfer im Garten fördern

Jeder kann dazu beitragen, Marienkäfer zu schützen und in den Garten zu locken. Der wichtigste Schritt ist der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Pflanzen Sie stattdessen blühende, einheimische Pflanzen an, die Marienkäfern und ihren Beutetieren (z.B. Blattläusen) als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen. Dazu gehören Ringelblumen, Fenchel, Kornblumen, Silberkraut, Koriander, Löwenzahn und Dill. Auch das Anbieten von Unterschlüpfen, wie speziellen Marienkäferhäusern oder einfach Laub- und Reisighaufen, kann helfen, die nützlichen Insekten anzusiedeln. So tragen Sie aktiv zum Schutz dieser wertvollen Insekten bei und profitieren gleichzeitig von ihrer natürlichen Schädlingskontrolle.

Häufig gestellte Fragen zu Marienkäfern

Wie viele Marienkäferarten gibt es weltweit und in Deutschland?

Weltweit sind über 6.000 Marienkäferarten bekannt. In Europa leben über 250 Arten und Unterarten, und allein in Deutschland sind es rund 70 Arten. Die bekannteste und am häufigsten anzutreffende Art in Deutschland ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata).

Was fressen Marienkäfer und ihre Larven?

Die meisten Marienkäferarten und ihre Larven sind räuberisch und ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen und Schildläusen. Sie fressen aber auch Spinnmilben, Wanzen, Fransenflügler und verschiedene Käfer- sowie Blattwespenlarven. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: einige Arten ernähren sich pflanzlich (z.B. der Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer), während andere Pilze wie Mehltau oder Schimmel verzehren.

Welche Vorteile bieten Marienkäfer im Garten?

Marienkäfer sind äußerst nützliche Helfer im Garten, da sie auf natürliche Weise die Populationen von Pflanzenschädlingen wie Blattläusen und Spinnmilben kontrollieren. Eine einzige Marienkäferlarve kann bis zu ihrer Verpuppung Hunderte von Blattläusen vertilgen, und auch die erwachsenen Käfer sind unermüdliche Jäger. Sie tragen somit zu einem gesunden und ausgeglichenen Ökosystem in Ihrem Garten bei und reduzieren die Notwendigkeit chemischer Pestizide.

Zeigt die Anzahl der Punkte das Alter eines Marienkäfers an?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Anzahl der Punkte auf den Deckflügeln eines Marienkäfers gibt nicht sein Alter an. Stattdessen ist die Punktzahl ein arttypisches Merkmal, das sich während des Lebens des Käfers nicht ändert. Jeder Marienkäfer wird mit einer bestimmten Anzahl von Punkten geboren, die charakteristisch für seine Spezies ist.

Können Marienkäfer beißen?

Ja, unter bestimmten Umständen können Marienkäfer beißen, insbesondere der Asiatische Marienkäfer. Wenn sie im Herbst auf der Suche nach Überwinterungsplätzen in Häuser eindringen und dort keine Nahrung finden, können sie Menschen oder auch andere Marienkäfer beißen, um an Flüssigkeit zu gelangen. Diese Bisse sind jedoch meist harmlos und verursachen nur ein leichtes Zwicken, können aber bei empfindlichen Personen eine leichte Hautreaktion hervorrufen.

Wie locke ich Marienkäfer in meinen Garten?

Um Marienkäfer in Ihren Garten zu locken, sollten Sie auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichten. Pflanzen Sie stattdessen blühende, einheimische Pflanzen an, die Marienkäfern und ihren Beutetieren (z.B. Blattläusen) als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen. Dazu gehören Ringelblumen, Fenchel, Kornblumen, Koriander, Löwenzahn und Dill. Auch das Anbieten von Überwinterungsquartieren wie Laubhaufen, Reisigbündeln oder speziellen Marienkäferhäusern kann helfen, die nützlichen Insekten anzusiedeln.

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