Welche Vorteile bietet eine Geschäftsübernahme im Friseurhandwerk?

Friseurmeister werden: Kosten, Weg & Vorteile

03/09/2024

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Der Friseurberuf ist mehr als nur Haareschneiden; er ist eine Kunstform, die Kreativität, technisches Können und ein tiefes Verständnis für Ästhetik vereint. Für viele Gesellinnen und Gesellen ist der Meistertitel der krönende Abschluss ihrer Ausbildung und der nächste logische Schritt in ihrer Karriere. Er öffnet Türen zu neuen Möglichkeiten, sei es die Eröffnung des eigenen Salons, die Ausbildung neuer Talente oder die Festigung des Rufs als anerkannte Fachkraft. Doch mit dem Traum vom Meisterbrief kommen auch Fragen nach den Kosten, der Dauer und dem Nutzen dieser anspruchsvollen Weiterbildung. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, was Sie erwartet, wenn Sie sich entscheiden, den Weg zum Friseurmeister einzuschlagen.

Wie viel kostet ein Friseurmeister?
Inhaltsverzeichnis

Die Kosten der Friseurmeisterausbildung: Eine Investition in die Zukunft

Die Entscheidung, die Meisterausbildung anzugehen, ist eine bedeutende Investition – nicht nur in Ihre berufliche Zukunft, sondern auch finanziell. Die Kosten für die Meisterausbildung variieren je nach Berufszweig und der zuständigen Handwerkskammer erheblich. Speziell für die Meisterausbildung zum Friseur müssen Sie mit einem Betrag von rund 5.000 bis 6.000 Euro für die Lehrgangsgebühren rechnen. Diese Summe deckt jedoch nur einen Teil der Gesamtkosten ab.

Neben den reinen Lehrgangsgebühren fallen zusätzliche Ausgaben an, die Sie in Ihrer Kalkulation unbedingt berücksichtigen sollten. Dazu gehören:

  • Prüfungsgebühren: Für jeden der vier Teile der Meisterprüfung fallen Gebühren an, die zwischen 150 und 340 Euro pro Teil liegen können und von der jeweiligen Handwerkskammer festgelegt werden.
  • Lernmaterial: Kosten für Fachbücher, Skripte und weitere Lernhilfen.
  • Anmeldegebühren: Pauschale Gebühren für die Einschreibung in die Kurse.
  • Verbrauchsstoffe: Für den praktischen Teil der Ausbildung und eventuelle Meisterstücke können Kosten für spezielle Produkte, Werkzeuge oder Modelle anfallen.
  • Wohn- und Fahrtkosten: Besonders, wenn die Ausbildungsstätte nicht in Ihrer direkten Nähe liegt, können diese Ausgaben ins Gewicht fallen.

Um Ihnen einen besseren Überblick über die variierenden Kosten zu geben, hier eine kleine Vergleichstabelle für Meisterausbildungen in verschiedenen Handwerksbereichen:

BerufszweigGeschätzte LehrgangskostenZusätzliche Anmerkungen
Fleischerca. 4.000 - 5.000 EuroGeringere Materialkosten
Kosmetikerca. 5.000 - 6.000 EuroÄhnlich dem Friseurberuf
Friseurca. 5.000 - 6.000 EuroJe nach Institut und Region
Fliesenlegerca. 6.260 EuroZuzüglich Prüfungsgebühren
Landmaschinenmechanikerca. 8.000 - 9.000 EuroHöhere technische Anforderungen
Dachdecker / Elektrotechnikerbis zu 12.000 EuroSehr umfangreiche Lehrpläne

Finanzielle Unterstützung auf dem Weg zum Meisterbrief

Die gute Nachricht ist, dass Sie die Kosten für die Meisterausbildung nicht zwingend alleine tragen müssen. In Deutschland gibt es verschiedene Förderprogramme, die angehende Meister finanziell unterstützen. Das bekannteste und wichtigste ist das sogenannte „Meister-BAföG“, offiziell als Aufstiegs-BAföG bekannt.

Das Meister-BAföG ist eine staatliche Förderung, die Bund und Länder gemeinsam bereitstellen, um die Finanzierung von Aus- und Weiterbildungen wie den Meister zu unterstützen. Es besteht aus zwei Komponenten:

  • Zuschussanteil: Ein Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Das bedeutet, Sie müssen diesen Anteil nicht zurückzahlen.
  • Darlehensanteil: Der verbleibende Teil kann als zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Dieses Darlehen muss erst nach Abschluss der Ausbildung und nach einer gewissen Karenzzeit zurückgezahlt werden. Ein großer Vorteil ist, dass ein Teil des Darlehens bei erfolgreichem Abschluss der Prüfung sogar erlassen werden kann.

Das Meister-BAföG kann nicht nur für die reinen Lehrgangskosten, sondern auch für die Prüfungsgebühren und unter bestimmten Umständen sogar für Materialkosten beantragt werden. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, die finanzielle Belastung zu mindern und den Traum vom Meistertitel greifbarer zu machen. Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer zuständigen Handwerkskammer oder direkt bei den Behörden über die genauen Voraussetzungen und den Antragsprozess.

Der Weg zum Friseurmeister: Struktur und Inhalte der Ausbildung

Die Meisterausbildung ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch des Zeitaufwands und des Engagements. Die Dauer der Ausbildung kann je nach Branche und gewähltem Ausbildungsmodell variieren. Für den Friseurmeister können Sie mit einer Ausbildungsdauer von neun bis 24 Monaten in Vollzeit oder bis zu 48 Monaten in Teilzeit rechnen. Die Wahl des Modells hängt oft von Ihrer persönlichen Situation und der Möglichkeit ab, die Ausbildung parallel zum Berufsleben zu absolvieren.

In Deutschland gibt es über 3.000 Schulen und Weiterbildungseinrichtungen, die Meisterkurse anbieten. Dies sind in der Regel private Ausbildungsstätten, öffentlich-rechtliche Berufskammern oder spezialisierte Fachhochschulen. Unabhängig vom Anbieter ist die Meisterausbildung in allen Berufszweigen in vier Teile gegliedert, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden müssen:

  1. Teil I: Praktischer Teil (Fachpraxis)
    Dieser Teil konzentriert sich auf die Vertiefung und Perfektionierung der fachpraktischen Fähigkeiten. Als angehender Friseurmeister lernen Sie hier die neuesten Schneide- und Färbetechniken, komplexe Styling-Methoden, Haarverlängerungen und -verdichtungen sowie spezielle Behandlungen. Es geht darum, nicht nur handwerkliche Perfektion zu erreichen, sondern auch kreative Lösungen für anspruchsvolle Kundenwünsche zu entwickeln. Oftmals beinhaltet dieser Teil auch die Anfertigung eines Meisterstücks, das Ihre umfassenden Fähigkeiten und Ihr kreatives Potenzial unter Beweis stellt – beispielsweise eine komplexe Frisurenkollektion oder eine innovative Farbtechnik.
  2. Teil II: Fachtheoretischer Teil (Fachtheorie)
    Hier werden die theoretischen Grundlagen des Friseurhandwerks vertieft. Dazu gehören detailliertes Wissen über Haartypen, Haut- und Haarerkrankungen, Chemie von Haarpflege- und Färbeprodukten, Anatomie, Physiologie und Hygienevorschriften. Auch Themen wie Salonmanagement, Kundenberatung und Produktkunde spielen eine wichtige Rolle, um eine fundierte fachliche Basis für die Betriebsführung zu schaffen.
  3. Teil III: Betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (BWL und Recht)
    Dieser Teil ist für alle Handwerksmeister gleich und vermittelt Ihnen das notwendige Wissen, um einen eigenen Betrieb erfolgreich zu führen. Inhalte sind unter anderem Buchhaltung, Kostenrechnung, Marketing, Personalwesen, Arbeitsrecht, Steuerrecht und Vertragsrecht. Sie lernen, einen Businessplan zu erstellen, Finanzierungsstrategien zu entwickeln und rechtliche Rahmenbedingungen zu verstehen, die für die Führung eines Friseursalons unerlässlich sind.
  4. Teil IV: Berufspädagogischer Teil (AdA-Schein)
    Auch dieser Teil ist branchenübergreifend und bereitet Sie darauf vor, selbst Lehrlinge auszubilden. Sie erwerben den sogenannten „AdA-Schein“ (Ausbildung der Ausbilder) nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). Hier lernen Sie pädagogische und psychologische Grundlagen der Ausbildung, wie man Lehrpläne erstellt, Ausbildungsinhalte vermittelt, Lernfortschritte bewertet und mit Auszubildenden umgeht. Dies ist entscheidend, wenn Sie planen, die nächste Generation von Friseuren auszubilden.

Die Meisterprüfung gilt als bestanden, wenn in keinem der Kurse eine schlechtere Note als „ausreichend“ (4) erzielt wurde. Es gibt sogenannte Sperrfächer, die ebenfalls mindestens mit „ausreichend“ abgeschlossen werden müssen, da sonst der gesamte Ausbildungsteil als nicht bestanden gilt, selbst wenn die Durchschnittsnote besser wäre. Die Reihenfolge, in der die vier Teile belegt und abgeschlossen werden, ist nicht vorgeschrieben, was eine flexible Planung ermöglicht.

Die Bedeutung des Meistertitels für Friseure: Mehr als nur ein Dokument

Der Meisterbrief ist weit mehr als nur ein Zertifikat; er ist ein Gütesiegel, das europaweit anerkannt wird und zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Für Friseure, die ihre Karriere vorantreiben möchten, ist er oft ein entscheidender Faktor:

  • Betriebsgründung: Mit dem erfolgreich bestandenen Meisterbrief erhalten Sie die Berechtigung, einen eigenen Friseursalon zu eröffnen und sich in die Handwerksrolle eintragen zu lassen. Dies ist in vielen Fällen die Grundvoraussetzung, um ein zulassungspflichtiges Handwerk selbstständig auszuüben.
  • Ausbildungsberechtigung: Der Meistertitel berechtigt Sie gemäß § 51 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (HandwO), selbst Lehrlinge auszubilden. Dies ist nicht nur eine wichtige Aufgabe für die Zukunft des Handwerks, sondern auch eine Möglichkeit, hochqualifizierten Nachwuchs für den eigenen Salon zu sichern.
  • Hochschulzugang: Der Meisterbrief wird der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) gleichgestellt und eröffnet Ihnen somit die Möglichkeit, ein Studium an einer Hochschule aufzunehmen, falls Sie sich weiterbilden möchten.
  • Qualitätsmerkmal: Der Titel „Meisterbetrieb“ ist für viele Kunden bis heute ein starkes Qualitätsmerkmal. Er signalisiert Fachkompetenz, Erfahrung und eine fundierte Ausbildung. Ein Meisterbetrieb kann sich daher am Markt oft besser gegen Wettbewerber durchsetzen und genießt ein höheres Vertrauen bei der Kundschaft.
  • Umfassendes Wissen: Der Meisterbrief bescheinigt, dass Sie nicht nur über umfangreiche Sach- und Fachkenntnisse in Ihrem Beruf verfügen, sondern auch das notwendige betriebswirtschaftliche, kaufmännische, rechtliche und berufserzieherische Wissen besitzen. Dies macht Sie zu einer umfassend qualifizierten Führungskraft und einem kompetenten Geschäftspartner.

Ist der Friseurmeisterbrief zwingend notwendig? Vorteile und Überlegungen

Obwohl die Ausbildung zum Meister in der Regel von großem Vorteil ist, ist sie nicht zwingend für die reine Ausübung des Friseurberufs notwendig. Jeder, der eine Gesellenausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, ist berechtigt, als Friseur zu arbeiten. Doch die Frage nach der Notwendigkeit des Meisterbriefs stellt sich vor allem dann, wenn Sie planen, einen eigenen Handwerksbetrieb zu eröffnen.

In vielen zulassungspflichtigen Handwerken, zu denen der Friseurberuf zählt, ist der Meisterbrief die Voraussetzung für die Selbstständigkeit. Es gibt zwar unter gewissen Voraussetzungen Ausnahmen (z.B. die sogenannte Altgesellenregelung oder Ausnahmen für bestimmte spezialisierte Tätigkeiten), doch diese sind oft komplex und nicht immer einfach zu erfüllen. Die meisten, die einen eigenen Friseursalon gründen möchten, kommen um den Meisterbrief nicht herum.

Selbst wenn eine Betriebsgründung theoretisch ohne Meisterbrief möglich wäre, sprechen die zahlreichen Vorteile klar für die Meisterausbildung. Der Meistertitel erhöht nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit und Ihr Ansehen in der Branche, sondern rüstet Sie auch mit den umfassenden Kenntnissen aus, die für die erfolgreiche Führung eines Unternehmens unerlässlich sind. Die Investition in die Meisterausbildung zahlt sich langfristig durch bessere Karrierechancen, höhere Verdienstmöglichkeiten und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung aus.

Wo kann man Prüfungsfragen für die Friseurmeisterprüfung erhalten?
Prüfungsfragen der früheren Prüfungen können Sie bei Ihrer zuständigen HWK-Zentrale erhalten. Fragen Sie dort einmal konkret nach und besorgen Sie sich so Beispiele für Prüfungsfragen. Natürlich werden Sie nicht die aktuellen Fragen für die noch ausstehende Friseurmeisterprüfung erhalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Friseurmeisterausbildung

F1: Wie hoch sind die Kosten für die Friseurmeisterausbildung?
Die reinen Lehrgangskosten für die Friseurmeisterausbildung liegen in der Regel zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für Prüfungsgebühren, Lernmaterial, Anmeldegebühren sowie mögliche Wohn- und Fahrtkosten.

F2: Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseurmeister?
Die Dauer variiert je nach Modell: In Vollzeit können Sie mit neun bis 24 Monaten rechnen, in Teilzeit kann die Ausbildung bis zu 48 Monate dauern.

F3: Kann ich ohne Meisterbrief einen eigenen Friseursalon eröffnen?
In den meisten Fällen ist der Meisterbrief die Voraussetzung, um einen eigenen Friseursalon zu eröffnen und sich in die Handwerksrolle eintragen zu lassen, da der Friseurberuf zu den zulassungspflichtigen Handwerken gehört. Es gibt wenige Ausnahmeregelungen, die aber spezifische Voraussetzungen erfordern.

F4: Welche Teile umfasst die Meisterprüfung?
Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen: dem praktischen Teil (I), dem fachtheoretischen Teil (II), dem betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Teil (III) und dem berufspädagogischen Teil (IV), dem sogenannten AdA-Schein.

F5: Was ist das Meister-BAföG?
Das Meister-BAföG (offiziell Aufstiegs-BAföG) ist eine staatliche Förderung, die finanzielle Unterstützung für Weiterbildungen wie die Meisterausbildung bietet. Es besteht aus einem nicht rückzahlbaren Zuschuss für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie einem zinsgünstigen Darlehen.

F6: Wird der Friseurmeistertitel auch im Ausland anerkannt?
Ja, der Meistertitel wird innerhalb der Europäischen Union europaweit anerkannt, was Ihnen berufliche Möglichkeiten über die Landesgrenzen hinaus eröffnet.

F7: Muss ich als Friseur ein Meisterstück anfertigen?
In vielen Berufszweigen ist es üblich, zusätzlich zu den Prüfungen ein eigenes Meisterstück anzufertigen. Für den Friseurmeister kann dies eine anspruchsvolle Kollektion von Frisuren oder eine besonders innovative Arbeit sein, die Ihr Können und Ihre Kreativität demonstriert.

Fazit

Der Weg zum Friseurmeister ist eine anspruchsvolle, aber äußerst lohnende Reise. Die Investition in die Ausbildung, sowohl finanziell als auch zeitlich, zahlt sich durch erweiterte berufliche Möglichkeiten, höhere Anerkennung und die Fähigkeit zur Selbstständigkeit aus. Mit finanziellen Förderungen wie dem Meister-BAföG wird dieser Weg zudem zugänglicher gemacht. Der Meistertitel ist nicht nur ein Beweis für Ihr herausragendes handwerkliches Können, sondern auch für Ihre betriebswirtschaftliche Kompetenz und Ihre Fähigkeit, zukünftige Generationen von Friseuren auszubilden. Er ebnet den Weg zu einer erfolgreichen und erfüllten Karriere im Friseurhandwerk.

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