Motivationsschreiben für Lehrstelle: Dein Schlüssel zum Erfolg

01/01/2023

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Die Suche nach der passenden Lehrstelle kann eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit sein. In einem immer wettbewerbsintensiveren Bewerbungsumfeld suchen Unternehmen nach Wegen, die besten Talente zu identifizieren. Während Lebenslauf und Zeugnisse grundlegende Informationen liefern, bietet das Motivationsschreiben eine einzigartige Gelegenheit, deine Persönlichkeit, deine Leidenschaft und dein Engagement für den gewünschten Beruf hervorzuheben. Es ist deine Chance, über reine Fakten hinauszugehen und zu zeigen, wer du wirklich bist und warum gerade du die ideale Besetzung für diese Ausbildung bist.

Wie motiviere ich mich für eine Lehrstelle?
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Motivationsschreiben überhaupt?

Ein Motivationsschreiben ist ein zusätzliches, separates Dokument, das deine Bewerbung ergänzt und abrundet. Im Gegensatz zum Anschreiben, das eher deinen bisherigen Werdegang und deine Qualifikationen zusammenfasst, geht das Motivationsschreiben tiefer. Es ist dazu da, deine persönliche Motivation für den angestrebten Beruf oder die Branche nochmals hervorzuheben und vertiefter auf deine Eigenschaften, Interessen und Zukunftspläne einzugehen. Stell es dir vor als die "dritte Seite" deiner Bewerbung, die nach Anschreiben und Lebenslauf kommt und dem Personalverantwortlichen einen umfassenderen Eindruck von dir vermittelt. Es soll die gesamte Bewerbung unterstreichen, dazu passen und vor allem glaubwürdig sein. Ziel ist es, aus der Masse der Bewerbungen herauszustechen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Motivationsschreiben vs. Anschreiben: Wo liegt der Unterschied?

Oft werden die Begriffe "Motivationsschreiben" und "Anschreiben" synonym verwendet, was zu Verwirrung führen kann. Es ist jedoch wichtig, den feinen, aber entscheidenden Unterschied zu kennen. Ein Anschreiben (auch Begleitbrief genannt) ist der klassische erste Kontakt. Es fasst kurz deinen schulischen oder beruflichen Werdegang zusammen, erklärt, warum du dich auf diese spezifische Stelle bewirbst und welche grundlegenden Qualifikationen du mitbringst. Das Motivationsschreiben hingegen konzentriert sich stärker auf deine inneren Beweggründe, deine Leidenschaft, deine Visionen und die Verbindung deiner persönlichen Werte mit denen des Unternehmens. Es ist persönlicher und emotionaler formuliert und soll die "Warum-Frage" beantworten – warum gerade diese Ausbildung, warum dieses Unternehmen, warum ich?

Um die Unterschiede zu verdeutlichen, hier eine kleine Vergleichstabelle:

MerkmalAnschreibenMotivationsschreiben
ZweckKurze Vorstellung, Bezug zur Stelle, grundlegende QualifikationenVertiefung der Motivation, persönliche Eigenschaften, Ziele, Leidenschaft
LängeMaximal eine DIN-A4-SeiteMaximal eine DIN-A4-Seite (oft kürzer, wenn zusätzlich)
FokusWas bringe ich mit? (Hard Skills, Erfahrungen)Warum will ich das? Wer bin ich? (Soft Skills, Werte, Visionen)
Position in BewerbungErstes Dokument nach DeckblattMeistens nach Anschreiben und Lebenslauf ("dritte Seite")
NotwendigkeitStandard und meistens PflichtNur wenn explizit verlangt oder empfohlen

Bei Unklarheiten, ob ein separates Motivationsschreiben gewünscht ist, zögere nicht, direkt beim Unternehmen nachzufragen. Das zeigt dein Interesse und deine Sorgfalt.

Wann lohnt sich ein Motivationsschreiben für die Ausbildung?

Ein Motivationsschreiben ist nicht immer zwingend erforderlich, aber es kann deine Bewerbung erheblich aufwerten und dir einen Vorteil verschaffen. Es lohnt sich insbesondere in folgenden Situationen:

  • Wenn es explizit verlangt wird: Dies ist der offensichtlichste Grund. Wenn in der Stellenausschreibung ein Motivationsschreiben erwähnt wird, solltest du es unbedingt mitschicken.
  • Bei sehr beliebten oder bekannten Ausbildungsbetrieben: Hier gibt es oft viele Bewerber. Ein herausragendes Motivationsschreiben kann dich von der Konkurrenz abheben und zeigen, dass du dir besondere Mühe gibst.
  • Wenn deine Noten nicht überall glänzen: Ein starkes Motivationsschreiben kann dazu beitragen, einen weniger perfekten Notendurchschnitt auszugleichen. Es bietet dir die Möglichkeit, zu erklären, wo deine wahren Stärken liegen und warum du trotz eventueller Schwächen im Zeugnis für die Stelle geeignet bist.
  • Für kreative oder sehr spezifische Berufe: In Berufen, die viel Kreativität, Persönlichkeit oder besondere Leidenschaft erfordern (z.B. Mediengestalter, Eventmanager, soziale Berufe), ist ein Motivationsschreiben eine hervorragende Plattform, um diese Eigenschaften zu präsentieren.
  • Um einen Gesamteindruck aufzuwerten: Selbst wenn es nicht explizit gefordert wird, kann ein gut geschriebenes Motivationsschreiben zeigen, dass du hochmotiviert bist und dich intensiv mit dem Beruf und dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Es signalisiert Engagement und Ernsthaftigkeit.

Der perfekte Aufbau: Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben?

Ein überzeugendes Motivationsschreiben folgt einer klaren Struktur. Es sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein, prägnant formuliert und fehlerfrei. Hier ist der ideale Aufbau:

1. Briefkopf

Oben auf der Seite, ähnlich wie bei einem Anschreiben, platzierst du deine Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail). Die Kontaktdaten des Ausbildungsbetriebs sind in der Regel nicht nötig, wenn du bereits ein Anschreiben verfasst hast. Falls das Motivationsschreiben dein einziges zusätzliches Dokument ist und kein Anschreiben beiliegt, solltest du die Unternehmensdaten jedoch ergänzen.

Wie schreibe ich eine Bewerbung als Friseurin?
In der Bewerbung als Friseur / Friseurin nennst du neben relevanter Berufserfahrung auch wichtige Kenntnisse, sowie passende persönliche Kompetenzen. Als Bewerber hast du die besten Chancen, wenn du zeigst, dass du alle Anforderungen aus der Stellenbeschreibung erfüllst. Hier ist eine Liste von typischen Anforderungen in diesem Beruf:

2. Überschrift

Eine klassische Überschrift wie "Motivationsschreiben" ist immer korrekt. Möchtest du aber kreativer sein und Neugier wecken, kannst du auch Formulierungen wählen wie:

  • "Warum ich mich bei Ihnen bewerbe"
  • "Das motiviert mich für die Ausbildung zum/zur [Berufsbezeichnung]"
  • "Lernen Sie mich besser kennen: Meine Motivation für [Berufsbezeichnung]"
  • "Was Sie noch über mich wissen sollten"

Ein kleiner Tipp: Unter einer kreativen Überschrift kannst du einen Betreff wie "Motivationsschreiben für die Ausbildung zum/zur XY" hinzufügen, um die Zuordnung für den Betrieb zu erleichtern.

3. Einleitung: Der erste Eindruck zählt

Die Einleitung ist entscheidend, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen. Beginne mit einer höflichen und ansprechenden Anrede, zum Beispiel "Sehr geehrte:r Frau / Herr [Nachname]". Stelle dich kurz vor und nenne den Grund deiner Bewerbung. Vermeide dabei unbedingt Standardfloskeln wie "Hiermit bewerbe ich mich...". Sei stattdessen persönlich und direkt. Zeige von Anfang an, warum dich diese spezielle Lehrstelle und dieses Unternehmen faszinieren. Erzähle eine Anekdote oder einen persönlichen Beweggrund, der deine Leidenschaft für den Beruf oder die Branche untermauert. Beispiele für einen starken Einstieg:

  • "Ihr innovativer Ansatz im Bereich [spezifischer Bereich des Unternehmens] hat mich schon lange fasziniert und meine Entscheidung bestärkt, eine Ausbildung zum/zur [Berufsbezeichnung] bei Ihnen anzustreben."
  • "Schon als Kind verbrachte ich Stunden damit, [relevante Tätigkeit, z.B. kleine Geräte zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen], was meine Begeisterung für Technik weckte und mich heute zu einer Ausbildung zum/zur [Berufsbezeichnung] bei Ihnen motiviert."
  • "Mit meiner ausgeprägten Kommunikationsfähigkeit und meiner Freude am Umgang mit Menschen möchte ich mich bei Ihnen für die Ausbildung zum/zur [Berufsbezeichnung] bewerben und Ihre Kunden optimal betreuen."

4. Hauptteil: Zeige deine Stärken und Leidenschaft

Dies ist der Kern deines Motivationsschreibens. Hier hast du die Möglichkeit, ausführlich darzulegen, warum du der ideale Kandidat bist. Gehe auf deine persönlichen Beweggründe ein und verknüpfe deine Fähigkeiten und Erfahrungen mit den Anforderungen der Stelle. Wiederhole nicht einfach deinen Lebenslauf, sondern vertiefe relevante Punkte oder bringe neue Aspekte ein. Konzentriere dich auf das "Warum" und "Wie". Folgende Aspekte solltest du berücksichtigen:

  • Persönliche Motivation: Erkläre ausführlich, warum dich diese Lehrstelle interessiert. Was begeistert dich an dem Beruf oder der Branche? Gibt es ein Schlüsselerlebnis, das dich dazu gebracht hat, diesen Weg einzuschlagen?
  • Eignung und Fähigkeiten (Hard Skills): Nenne konkrete Kenntnisse, die für die Ausbildung relevant sind. Das können Computerkenntnisse, Sprachkenntnisse, gute Noten in bestimmten Fächern oder spezielle Zertifikate sein. Erkläre, wie du diese erworben hast und wie sie dir in der Ausbildung nützlich sein werden.
  • Stärken (Soft Skills): Präsentiere deine persönlichen Eigenschaften, die dich auszeichnen. Beispiele sind Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit, kritisches Denken, Empathie, Kreativität, Problemlösungskompetenz oder Eigeninitiative. Gib Beispiele, wann du diese Fähigkeiten eingesetzt hast.
  • Bezug zur Firma: Zeige, dass du dich intensiv mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Nenne spezifische Gründe, warum du gerade bei dieser Firma arbeiten möchtest. Was spricht dich an den Werten, der Unternehmenskultur oder den Zielen des Betriebs an? Hast du von Projekten oder Produkten gehört, die dich besonders beeindrucken?
  • Erfahrungen & Engagement: Hast du bereits Praktika absolviert, Nebenjobs gehabt, dich ehrenamtlich engagiert oder an relevanten Kursen teilgenommen? Beschreibe diese Erfahrungen und erkläre, welche Erkenntnisse du daraus gewonnen hast und wie sie dich auf die Ausbildung vorbereiten.
  • Zukunftspläne: Teile deine langfristigen beruflichen Ziele und zeige auf, wie die Lehrstelle dir dabei helfen kann, diese zu erreichen. Das signalisiert Weitsicht und Ernsthaftigkeit.

Achte darauf, dass alle genannten Punkte einen direkten Bezug zur angestrebten Ausbildung haben und deine Begeisterung spürbar wird.

5. Schluss: Der Ausblick

Im Schlussteil fasst du deine Erwartungen an die Ausbildung zusammen und leitest den nächsten Schritt im Bewerbungsprozess ein. Formuliere einen selbstbewussten und positiven Schlusssatz. Du kannst auch anbieten, vorab ein Praktikum zu absolvieren, um dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, dich besser kennenzulernen. Beispiele für einen gelungenen Schluss:

  • "Ich bin davon überzeugt, dass ich meine Kenntnisse im Bereich [spezifischer Bereich] in Ihrer Ausbildung optimal einbringen und erweitern kann und freue mich darauf, einen wertvollen Beitrag zu Ihrem Team zu leisten."
  • "Gerne absolviere ich vorab ein kurzes Praktikum in Ihrem Hause, um Sie persönlich von meiner Motivation und meinen Fähigkeiten zu überzeugen und einen Einblick in den Arbeitsalltag zu erhalten."
  • "Über eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen, um Sie von meiner Begeisterung für diese Ausbildung zu überzeugen."
  • "Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mehr über die spannenden Aufgaben in Ihrem Unternehmen zu erfahren."

Beende das Schreiben mit einer freundlichen Grußformel wie "Mit freundlichen Grüßen" und deinem Namen.

Wichtige Tipps für dein Motivationsschreiben

  • Individualität ist der Schlüssel: Jedes Motivationsschreiben sollte individuell auf die jeweilige Lehrstelle und das Unternehmen zugeschnitten sein. Floskeln und Standardformulierungen wirken unpersönlich.
  • Ehrlichkeit und Authentizität: Bleibe dir selbst treu. Schreibe nichts, was nicht der Wahrheit entspricht. Authentizität wirkt immer überzeugender.
  • Kurze und prägnante Sätze: Vermeide lange, verschachtelte Sätze. Kurze, klare Formulierungen sind leichter zu lesen und bleiben besser im Gedächtnis.
  • Fehlerfreiheit: Lasse dein Schreiben unbedingt von einer zweiten Person Korrektur lesen, um Rechtschreib- und Grammatikfehler zu vermeiden. Fehler wirken unprofessionell.
  • Professioneller, aber kreativer Stil: Halte den Schreibstil professionell. Je nach Branche und Unternehmen kannst du aber auch etwas Kreativität einfließen lassen, um dich abzuheben.
  • Bezug zu Unternehmenswerten: Informiere dich auf der Unternehmenswebsite über deren Werte und Ziele. Wenn du Stärken oder Werte nennst, die damit übereinstimmen, zeigst du, dass du dich identifizierst.
  • Keine Wiederholungen: Das Motivationsschreiben ist eine Ergänzung, keine Wiederholung deines Lebenslaufs oder Anschreibens. Gehe in die Tiefe und bringe neue Informationen.
  • Übersichtlichkeit: Nutze Absätze und gegebenenfalls Zwischenüberschriften, um dein Schreiben übersichtlich zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen zum Motivationsschreiben für die Ausbildung

Muss ich immer ein Motivationsschreiben mitschicken?

Nein, nicht immer. Sende es nur mit, wenn es explizit in der Stellenausschreibung verlangt wird oder wenn du das Gefühl hast, dass es deine Bewerbung (z.B. bei einem sehr beliebten Betrieb oder wenn deine Noten nicht perfekt sind) erheblich aufwertet.

Wie schreibe ich eine Bewerbung als Friseur?

Wie lang sollte das Motivationsschreiben sein?

Ein Motivationsschreiben für eine Ausbildung sollte idealerweise nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Konzentriere dich auf die wichtigsten und relevantesten Informationen.

Kann ich dasselbe Motivationsschreiben für mehrere Bewerbungen verwenden?

Nein, auf keinen Fall! Jedes Motivationsschreiben muss individuell auf die jeweilige Lehrstelle und das Unternehmen zugeschnitten sein. Standardisierte Schreiben werden schnell erkannt und wirken unpersönlich.

Was mache ich, wenn meine Noten nicht so gut sind?

Ein Motivationsschreiben ist eine hervorragende Gelegenheit, weniger gute Noten zu relativieren. Erkläre, wo deine Stärken liegen, welche praktischen Erfahrungen du gesammelt hast und wie deine Motivation Schwächen im Zeugnis ausgleichen kann. Zeige, dass du lernbereit und engagiert bist.

Wie lange dauert die Ausbildung als Friseurin?
Ihr Ausbildungsplatz als Friseurin macht es möglich. In meiner 3-jährigen Ausbildung möchte ich alles über den Beruf der Friseurin erfahren. Durch meine typgerechte Beratung will ich es möglich machen, aus den Kunden das Beste herauszuholen und sie auf wunderbare Weise zu verwandeln.

Sollte ich im Motivationsschreiben meine Schwächen ansprechen?

In der Regel nicht. Konzentriere dich auf deine Stärken und deine Motivation. Falls du eine Schwäche ansprichst, solltest du direkt erwähnen, wie du daran arbeitest, sie zu verbessern.

Wie kann ich kreativ sein, ohne unprofessionell zu wirken?

Kreativität bedeutet nicht, bunte Schriftarten oder ausgefallene Layouts zu verwenden. Es geht darum, deine Persönlichkeit und deine Begeisterung durch eine originelle Formulierung, eine packende Einleitung oder eine besondere Anekdote zu zeigen. Passe die Kreativität immer an die Branche und das Unternehmen an.

Was, wenn ich noch keine konkreten Erfahrungen in der Branche habe?

Kein Problem! Betone deine Lernbereitschaft, deine Begeisterung für den Bereich und deine übertragbaren Fähigkeiten (z.B. Teamfähigkeit aus Sportvereinen, Problemlösung aus Hobbyprojekten). Erkläre, warum du gerade diese Branche gewählt hast und welche Aspekte dich daran faszinieren.

Ein überzeugendes Motivationsschreiben kann der entscheidende Faktor sein, der dich von anderen Bewerbern abhebt und dir die Tür zu deiner Traum-Lehrstelle öffnet. Nimm dir die Zeit, es sorgfältig zu formulieren und deine persönliche Geschichte authentisch zu erzählen. Viel Erfolg bei deiner Bewerbung!

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