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Pflanzliche vs. Chemische Haarfarben: Der Ultimative Leitfaden

03/10/2018

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Die Entscheidung, die Haarfarbe zu ändern, ist oft mit vielen Überlegungen verbunden. Eine der wichtigsten Fragen, die sich dabei stellt, ist die Wahl zwischen pflanzlichen und chemischen Haarfarben. Beide Optionen bieten unterschiedliche Ergebnisse, haben spezifische Vorteile und Nachteile und wirken auf völlig verschiedene Weisen auf das Haar. Es ist entscheidend, diese Unterschiede zu verstehen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, die sowohl zu Ihrem gewünschten Look als auch zu Ihrer Haargesundheit passt.

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Während chemische Haarfarben seit Jahrzehnten die dominierende Wahl für dramatische Farbveränderungen und vollständige Grauabdeckung sind, gewinnen pflanzliche Haarfarben, oft auch als Naturhaarfarben bezeichnet, zunehmend an Beliebtheit. Dies liegt nicht zuletzt an einem wachsenden Bewusstsein für natürliche Inhaltsstoffe und dem Wunsch, das Haar weniger aggressiven Substanzen auszusetzen. Doch was genau unterscheidet diese beiden Ansätze, und welche Option ist die richtige für Sie?

Inhaltsverzeichnis

Chemische Haarfarben: Präzision und Permanenz

Chemische Haarfarben, wie sie in den meisten Friseursalons und Drogeriemärkten zu finden sind, basieren auf einer komplexen Mischung synthetischer Chemikalien. Ihr Hauptzweck ist es, die natürliche Haarfarbe dauerhaft zu verändern, sei es durch Aufhellung, Verdunkelung oder das Hinzufügen völlig neuer Farbtöne. Der Prozess ist hochwirksam und bietet eine breite Farbpalette.

Wie chemische Haarfarben wirken

Der Wirkmechanismus chemischer Haarfarben ist aggressiver als der von pflanzlichen Farben, aber auch äußerst effektiv. Er beginnt typischerweise mit der Anwendung eines alkalischen Mittels, meist Ammoniak, das die äußere Schuppenschicht des Haares (die Kutikula) öffnet. Dies ermöglicht es den Farbstoffmolekülen, tief in den Haarschaft, genauer gesagt in den Kortex, einzudringen. Gleichzeitig wird ein Oxidationsmittel, in der Regel Wasserstoffperoxid, hinzugefügt. Dieses Peroxid hat zwei Funktionen: Es bleicht die vorhandenen Melanin-Pigmente des Haares auf und löst eine chemische Reaktion aus, bei der die farblosen Vorläufermoleküle der Farbstoffe im Kortex zu größeren, farbigen Molekülen polymerisieren. Diese neuen, größeren Moleküle sind dann im Haarschaft eingeschlossen und können nicht mehr ausgewaschen werden, was zu einer dauerhaften Farbveränderung führt.

Vorteile chemischer Haarfarben

  • Umfassende Farbauswahl: Von Platinblond über leuchtendes Rot bis hin zu tiefem Schwarz – die Auswahl an Nuancen und Intensitäten ist nahezu unbegrenzt.
  • Starke Aufhellung: Nur chemische Farben können das Haar signifikant aufhellen, da sie die natürlichen Pigmente zerstören.
  • Perfekte Grauabdeckung: Sie bieten eine 100%ige und oft undurchsichtige Abdeckung von grauem Haar.
  • Dauerhafte Ergebnisse: Die Farbe ist permanent und wächst nur mit dem Naturhaaransatz heraus.
  • Gleichmäßiges Ergebnis: Professionell angewandt, ermöglichen sie ein sehr gleichmäßiges und vorhersehbares Farbergebnis.

Nachteile chemischer Haarfarben

  • Haarschäden: Das Öffnen der Kutikula und die Oxidationsprozesse können das Haar austrocknen, brüchig machen und die Haarstruktur schädigen.
  • Allergische Reaktionen: Inhaltsstoffe wie PPD (Paraphenylendiamin), Resorcin oder Toluol können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Ein Allergietest 48 Stunden vor der Anwendung ist unerlässlich.
  • Irritationen: Ammoniak kann einen stechenden Geruch haben und die Kopfhaut reizen.
  • Umweltbelastung: Die Abfallprodukte aus der Produktion und Anwendung können die Umwelt belasten.
  • Wurzelansatz: Regelmäßiges Nachfärben des Ansatzes ist notwendig, da die Farbe dauerhaft ist und der natürliche Haarwuchs sichtbar wird.

Pflanzliche Haarfarben: Sanftheit und Natürlichkeit

Pflanzliche Haarfarben bestehen, wie der Name schon sagt, aus pulverisierten Pflanzenbestandteilen. Die bekanntesten sind Henna (Lawsonia inermis), Indigo (Indigofera tinctoria) und Cassia Obovata. Sie werden oft mit weiteren Pflanzen wie Amla, Rhabarberwurzel oder Kamille gemischt, um verschiedene Farbtöne und pflegende Eigenschaften zu erzielen. Sie bieten eine schonende Alternative für alle, die chemische Produkte meiden möchten.

Wie pflanzliche Haarfarben wirken

Im Gegensatz zu chemischen Farben dringen pflanzliche Haarfarben nicht in den Haarschaft ein, um die Melanin-Pigmente zu verändern. Stattdessen legen sich die Pflanzenpigmente wie ein schützender Film um die äußere Schuppenschicht des Haares. Sie verbinden sich mit dem Keratin des Haares und ummanteln es. Dieser Prozess ist sanfter und verändert die Haarstruktur nicht. Die Farbe ist oft semi-permanent und wäscht sich langsam aus oder verblasst mit der Zeit. Das Endergebnis hängt stark von der ursprünglichen Haarfarbe und -struktur ab, da die Pflanzenpigmente mit den vorhandenen Pigmenten interagieren und diese durchscheinen lassen. Dies führt zu sehr individuellen, natürlichen Farbergebnissen, die oft schimmernd und mehrdimensional wirken.

Vorteile pflanzlicher Haarfarben

  • Schonend für Haar und Kopfhaut: Da keine aggressiven Chemikalien verwendet werden, wird das Haar nicht geschädigt und die Kopfhaut selten gereizt.
  • Pflegende Wirkung: Viele Pflanzenbestandteile, insbesondere Henna, haben eine stärkende, glänzende und konditionierende Wirkung auf das Haar. Das Haar fühlt sich oft dicker und gesünder an.
  • Natürliche Inhaltsstoffe: Ideal für Allergiker oder Personen, die empfindlich auf chemische Inhaltsstoffe reagieren. Dennoch ist auch hier ein Allergietest ratsam.
  • Biologisch abbaubar: Die Produkte sind in der Regel umweltfreundlichkeit und biologisch abbaubar.
  • Natürliche Farbergebnisse: Die Farben wirken oft weicher und natürlicher, da sie mit der eigenen Haarfarbe verschmelzen.

Nachteile pflanzlicher Haarfarben

  • Begrenzte Farbauswahl: Die Farbpalette ist auf Braun-, Rot- und Schwarztöne beschränkt. Leuchtende Farben, Pastelltöne oder starkes Aufhellen sind nicht möglich.
  • Keine Aufhellung: Pflanzliche Farben können das Haar nicht aufhellen.
  • Komplexere Grauabdeckung: Für dunklere Töne auf grauem Haar ist oft ein zweistufiger Prozess (zuerst Henna, dann Indigo) erforderlich, um ein Grün- oder Blau-Stich zu vermeiden. Die Abdeckung kann auch transparenter wirken.
  • Längere Einwirkzeit: Die Anwendung kann zeitaufwendiger sein, da die Einwirkzeiten oft mehrere Stunden betragen.
  • Weniger dauerhaft: Die Farbe verblasst im Laufe der Zeit und muss regelmäßiger aufgefrischt werden.
  • Potenziell unvorhersehbare Ergebnisse: Das Endergebnis kann je nach Haarstruktur, Porosität und vorherigen Behandlungen variieren.
  • Messy Anwendung: Das Anmischen und Auftragen der Pasten kann unordentlich sein.

Vergleichstabelle: Pflanzlich vs. Chemisch

MerkmalChemische HaarfarbenPflanzliche Haarfarben
WirkungsweiseDringen in den Haarschaft ein, verändern Melanin-Pigmente.Ummanteln den Haarschaft, legen sich als Film auf das Haar.
FarbergebnisExakte, intensive, vielfältige Farben.Natürliche, erdigere Töne (Rot, Braun, Schwarz), oft schimmernd.
AufhellungMöglich.Nicht möglich.
HaltbarkeitPermanent, wächst mit dem Haaransatz heraus.Semi-permanent, verblasst allmählich.
HaargesundheitKann das Haar schädigen und austrocknen.Pflegt und stärkt das Haar, verbessert den Glanz.
Grauabdeckung100% deckend, oft undurchsichtig.Gute Abdeckung, kann transparenter wirken; oft zweistufig nötig.
InhaltsstoffeSynthetische Chemikalien (Ammoniak, Peroxid, PPD etc.).Pulverisierte Pflanzen (Henna, Indigo, Cassia etc.).
AllergiepotenzialHöher, besonders bei PPD. Patch-Test dringend empfohlen.Geringer, aber nicht ausgeschlossen. Patch-Test ratsam.
AnwendungszeitMeist 30-60 Minuten.Oft 1-4 Stunden oder länger.
GeruchMeist chemisch, stechend.Erdig, pflanzlich (manchmal an Heu erinnernd).
UmweltverträglichkeitGeringer, da chemische Abfälle.Höher, da biologisch abbaubar.

Die richtige Wahl treffen: Worauf es ankommt

Die Entscheidung zwischen pflanzlichen und chemischen Haarfarben hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen, Zielen und Prioritäten ab. Es gibt keine pauschale „beste“ Option, sondern nur die, die am besten zu Ihnen passt.

Bedenken Sie folgende Punkte:

  • Ihr gewünschtes Ergebnis: Möchten Sie Ihr Haar drastisch aufhellen oder eine leuchtende, unnatürliche Farbe erzielen? Dann sind chemische Farben die einzige Wahl. Suchen Sie nach einer sanften Veränderung, mehr Glanz und einer Kräftigung Ihrer Naturhaarfarbe? Dann sind pflanzliche Farben ideal.
  • Ihre Haargesundheit: Ist Ihr Haar bereits geschädigt, trocken oder brüchig? Dann könnten chemische Farben den Zustand verschlimmern. Pflanzliche Farben hingegen können helfen, das Haar zu pflegen und zu stärken.
  • Ihre Sensibilität: Haben Sie eine empfindliche Kopfhaut oder bekannte Allergien gegen bestimmte Chemikalien? Dann sollten Sie pflanzliche Farben in Betracht ziehen, aber auch hier immer einen Patch-Test durchführen.
  • Ihre Geduld und Zeit: Chemische Farben sind schnell und unkompliziert. Pflanzliche Farben erfordern oft mehr Zeit für die Vorbereitung und Einwirkzeit, dafür aber mit einem pflegenden Ritual verbunden.
  • Ihre Einstellung zur Umwelt: Wenn Ihnen Umweltfreundlichkeit wichtig ist, bieten pflanzliche Farben eine nachhaltigere Option.
  • Grauabdeckung: Wenn Sie eine 100%ig deckende und undurchsichtige Grauabdeckung wünschen, sind chemische Farben oft einfacher zu handhaben. Mit pflanzlichen Farben ist es möglich, erfordert aber manchmal mehr Aufwand und das Ergebnis kann transparenter sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können pflanzliche Haarfarben Grauhaare vollständig abdecken?

Ja, pflanzliche Haarfarben können Grauhaare abdecken, aber das Ergebnis kann sich von dem chemischer Farben unterscheiden. Bei Henna allein erhalten graue Haare oft einen leuchtenden Rot- oder Orangeton. Für dunklere Braun- oder Schwarztöne ist bei grauem Haar oft ein zweistufiger Prozess notwendig: Zuerst wird reines Henna aufgetragen, um eine rote Basis zu schaffen, und anschließend eine Mischung aus Henna und Indigo, um den gewünschten dunkleren Ton zu erzielen. Die Abdeckung ist oft weniger undurchsichtig als bei chemischen Farben und kann eine schöne, natürliche Strähnchenoptik erzeugen.

Kann ich direkt von chemischer auf pflanzliche Haarfarbe umsteigen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Es ist jedoch ratsam, eine Übergangszeit abzuwarten, insbesondere wenn das Haar chemisch stark behandelt wurde (z.B. Blondierung). Bei frisch blondiertem Haar kann die Anwendung von Indigo (Bestandteil vieler dunkler Pflanzenfarben) zu einem Grünstich führen. Es empfiehlt sich, vor der Vollanwendung eine Strähne zu testen. Eine Übergangszeit von einigen Wochen bis Monaten, in der das Haar sich erholen kann, ist ideal.

Sind pflanzliche Haarfarben wirklich 100% natürlich?

Die meisten als "pflanzlich" oder "Naturhaarfarbe" deklarierten Produkte basieren auf reinen Pflanzenpulvern. Es ist jedoch immer wichtig, die Inhaltsstoffliste zu prüfen. Einige Produkte können geringe Mengen synthetischer Zusätze enthalten. Achten Sie auf Zertifizierungen für Naturkosmetik, um sicherzustellen, dass keine unerwünschten Chemikalien enthalten sind.

Wie lange hält eine pflanzliche Haarfarbe?

Pflanzliche Haarfarben sind semi-permanent und verblassen allmählich. Die Haltbarkeit hängt von der Haarstruktur, der Häufigkeit des Haarewaschens und der verwendeten Farbe ab. Im Durchschnitt hält die Farbe etwa 4 bis 8 Wochen, bevor ein Auffrischen nötig wird. Sie wäscht sich sanft aus, ohne einen harten Ansatz zu hinterlassen.

Kann ich mit pflanzlichen Haarfarben allergisch reagieren?

Obwohl pflanzliche Haarfarben als sanfter gelten und das Risiko von allergischen Reaktionen geringer ist als bei chemischen Farben, können auch sie allergische Reaktionen hervorrufen. Insbesondere bei Henna oder Indigo kann es in seltenen Fällen zu Reaktionen kommen. Daher ist es auch hier unerlässlich, 48 Stunden vor der Anwendung einen kleinen Patch-Test in der Armbeuge durchzuführen.

Kann ich nach einer pflanzlichen Färbung wieder zu chemischer Farbe wechseln?

Ja, das ist möglich. Es ist jedoch wichtig, den Friseur über die vorherige pflanzliche Färbung zu informieren, insbesondere wenn Henna verwendet wurde. Henna kann eine Schicht auf dem Haar bilden, die die Aufnahme chemischer Farben beeinflusst und in seltenen Fällen zu ungleichmäßigen Ergebnissen oder unerwünschten Farbtönen führen kann, besonders bei Blondierungen. Ein erfahrener Friseur kann das Haar entsprechend vorbereiten oder eine Teststrähne durchführen.

Fazit

Die Wahl zwischen pflanzlichen und chemischen Haarfarben ist eine persönliche Entscheidung, die von vielen Faktoren beeinflusst wird. Chemische Haarfarben bieten unvergleichliche Möglichkeiten in Bezug auf Farbvielfalt, Intensität und dauerhafte Grauabdeckung, gehen aber oft mit potenziellen Haarschäden und chemischer Belastung einher. Pflanzliche Haarfarben hingegen sind eine hervorragende Option für alle, die eine sanfte, pflegende und natürliche Farbveränderung wünschen, bereit sind, Kompromisse bei der Farbpalette einzugehen und möglicherweise mehr Zeit für die Anwendung einzuplanen.

Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden: Informieren Sie sich gründlich, führen Sie immer einen Patch-Test durch und ziehen Sie bei Unsicherheiten einen professionellen Friseur zu Rate. Ihr Haar wird es Ihnen danken!

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