Wie finde ich einen Friseur?

Ihr Friseurbesuch: Fragen & Antworten vom Profi

22/07/2025

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Der Besuch beim Friseur ist für viele von uns weit mehr als nur ein Termin zum Haareschneiden. Es ist eine Gelegenheit zur Transformation, eine Auszeit vom Alltag und oft ein Moment, in dem wir uns selbst neu entdecken. Doch trotz der Vertrautheit mit unserem Stylisten zögern wir oft, die Fragen zu stellen, die uns wirklich auf dem Herzen liegen. Wie sage ich meinem Friseur am besten, was ich wirklich will? Und warum haben so viele Omas diese markanten lila Haare? Diese und weitere spannende Fragen beantwortet die erfahrene Friseurmeisterin Edith Milchmeier-Merl in einem exklusiven Interview. Tauchen Sie ein in die Welt der Haare, der Kommunikation und der kleinen Geheimnisse, die Ihren nächsten Friseurbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen werden.

Wie oft sollte man beim Friseur Nachschneiden?
Jede achte bis zwölfte Woche wäre ausreichend, um die angegriffenen Spitzen nachzuschneiden und die Vitalität der Haare zu unterstützen. Die Haarbeschaffenheit ist unerheblich, denn gewellte, lockige und gerade-gewachsene brauchen nur jeden dritten Monat einen Termin beim Friseur.
Inhaltsverzeichnis

Die Kunst der Kommunikation: So vermitteln Sie Ihre Wunschfrisur perfekt

Eine der häufigsten Herausforderungen für Friseure und Kunden gleichermaßen ist die präzise Übermittlung der gewünschten Frisur. Oft verlassen Kunden den Salon mit einem Ergebnis, das nicht ganz ihren Vorstellungen entspricht, weil die Kommunikation nicht optimal war. Doch wie lässt sich dieses Dilemma am besten lösen?

Edith Milchmeier-Merl, eine Koryphäe in ihrem Fach, betont die unschätzbare Wichtigkeit visueller Hilfen: „Am besten vorher ein Foto für den gewünschten Haarschnitt suchen.“ Ein Foto ist die universellste Sprache, wenn es um Frisuren geht. Es eliminiert Missverständnisse, die durch verbale Beschreibungen entstehen können. Worte wie „nur ein bisschen kürzer“ oder „eine moderne Frisur“ sind oft zu vage und lassen Raum für Interpretationen, die nicht immer mit Ihrer Vision übereinstimmen. Ein Bild hingegen zeigt genau das, was Sie sich vorstellen.

Doch selbst mit einem Foto ist der Friseur nicht nur ein Ausführender, sondern ein kreativer Berater. Er beurteilt, ob der gewünschte Schnitt zu Ihrem Typ, Ihrer Gesichtsform und vor allem zu Ihrer Haarstruktur passt. Nicht jeder Trend passt zu jedem Haar. Feines Haar verhält sich anders als dickes, lockiges anders als glattes. Ein guter Friseur wird Sie beraten, ob Ihr Wunsch umsetzbar ist und welche Anpassungen eventuell nötig sind, um das bestmögliche Ergebnis für Sie zu erzielen.

Die Komplexität der Haarfarbe: Mehr als nur ein Farbton

Während ein Foto bei Haarschnitten oft Wunder wirkt, wird es bei der Wunschhaarfarbe komplexer. „Man kann dem Friseur die Wunschhaarfarbe auf einem Foto zeigen, nur wird das Ergebnis oft anders, oder es ist sehr aufwendig die Farbe nachzumachen“, erklärt Milchmeier-Merl. Die Ausgangsbasis Ihrer Haare, die vorhandenen Pigmente und frühere Färbungen spielen eine entscheidende Rolle. Der „Granny-Style“ mit seinen angesagten Grautönen ist beispielsweise bei hellen Haaren einfacher zu realisieren. Bei Kundinnen mit dunklem, insbesondere schwarzem Haar, muss oft eine aufwendige Blondierung vorangestellt werden, bevor die gewünschte Grau- oder Pastellfarbe aufgetragen werden kann. Dieser Prozess ist sehr intensiv und kann die Haarstruktur stark beanspruchen. Hier ist die ehrliche Einschätzung des Friseurs unerlässlich, um das Haar nicht unnötig zu schädigen und realistische Erwartungen zu setzen.

Wunschfrisur vs. Realität: Wenn der Stil nicht zum Typ passt

Es kommt vor, dass Kunden mit einer Vorstellung in den Salon kommen, die objektiv betrachtet nicht zu ihrem Typ passt. Sei es eine Trendfrisur, die zwar auf dem Laufsteg toll aussieht, aber Ihre Gesichtsform ungünstig betont, oder eine Farbe, die mit Ihrem Hautton kollidiert. Soll der Friseur das dann offen ansprechen?

„Ja, natürlich“, bekräftigt Milchmeier-Merl. „Es ist schließlich unser Job, die Menschen zu verschönern. Nicht jeder Trend passt auf jeden Kopf.“ Die Aufgabe eines professionellen Friseurs ist es, Sie nicht nur nach Anweisung zu bedienen, sondern Sie umfassend und ehrlich zu beraten. Eine gute Beratung bedeutet, die individuellen Merkmale des Kunden – Gesichtsform, Hautton, Haarstruktur, Lebensstil – zu berücksichtigen und eine Frisur zu finden, die diese optimal unterstreicht. Die beste Visitenkarte für einen Salon ist schließlich nicht nur ein zufriedener Kunde, sondern ein Kunde, der Komplimente für seine neue Frisur erhält. Wenn jemand nach dem Besuch zur Kundin sagt: „Du siehst aber toll aus, bei welchem Friseur warst du denn?“, dann ist das das größte Lob.

Umgang mit Unzufriedenheit: Was tun, wenn das Ergebnis nicht gefällt?

Trotz bester Beratung und sorgfältiger Ausführung kann es vorkommen, dass das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Die neue Frisur gefällt einfach nicht. Was soll man in so einer Situation tun?

Friseurmeisterin Milchmeier-Merl betont, dass eine solche Situation durch eine vorherige, ausführliche und professionelle Beratung idealerweise vermieden werden sollte. Die Beratung ist das Fundament für einen erfolgreichen Haarschnitt. Sollte es dennoch passieren, ist das Wichtigste: „Wenn einem das Ergebnis aber nicht gefällt, muss man das dem Friseur sagen.“ Viele Kunden scheuen sich aus Höflichkeit oder Unsicherheit, ihre Unzufriedenheit auszudrücken. Doch nur, wenn der Friseur weiß, dass etwas nicht passt, kann er reagieren. Er kann Styling-Tipps geben, um die Frisur anders zu präsentieren, oder direkt nochmal nacharbeiten, bis der Kunde zufrieden den Salon verlässt. Ein guter Salon legt Wert auf die Zufriedenheit seiner Kunden und wird alles tun, um diese zu gewährleisten.

Hinter den Kulissen: Was Friseure ärgert und warum Qualität ihren Preis hat

Wie in jedem Dienstleistungsberuf gibt es auch im Friseurhandwerk Aspekte, die für die Ausführenden frustrierend sein können. „Vor allem Preisdiskussionen mit Kunden sind ärgerlich“, verrät Edith Milchmeier-Merl. Diese Aussage beleuchtet einen oft unterschätzten Aspekt der Friseurdienstleistung: den Wert handwerklicher Arbeit. Friseure sind ausgebildete Handwerker, die ihr Können über Jahre hinweg perfektionieren. Sie investieren in Weiterbildung, hochwertige Produkte und die Ausstattung ihrer Salons. Die Preise spiegeln nicht nur die Zeit wider, die für einen Schnitt oder eine Färbung aufgewendet wird, sondern auch die Qualität der Arbeit, die Expertise und die Erfahrung des Stylisten.

Edith Milchmeier-Merl selbst ist ein Paradebeispiel für diese Wertigkeit: Sie hat in ihrer beruflichen Laufbahn zahlreiche Preise abgeräumt, darunter sogar den Weltmeistertitel im Jahr 2008. Solche Auszeichnungen unterstreichen das hohe Niveau und die Kunstfertigkeit, die im Friseurberuf stecken. Preisdiskussionen können daher als mangelnde Wertschätzung für diese handwerkliche Leistung empfunden werden. Wie jeder andere Handwerker auch, bieten Friseure eine spezialisierte Dienstleistung an, die ihren Preis wert ist.

Haarfarben im Trend: Ein Blick auf die beliebtesten Nuancen

Die Welt der Haarfarben ist ständig in Bewegung, geprägt von Modetrends und individuellen Vorlieben. Doch wie viele Menschen färben sich eigentlich die Haare und welche Farben liegen im Moment besonders im Trend?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: „Bei den Frauen sind es etwa 60 bis 65 Prozent“, so Milchmeier-Merl. Das bedeutet, eine klare Mehrheit der weiblichen Kundschaft entscheidet sich für eine Farbveränderung. Bei den Männern hingegen ist der Anteil deutlich geringer, liegt aber immerhin bei „fünf bis zehn Prozent“. Auch wenn der Trend zu gefärbten Haaren bei Männern langsam zunimmt, bleibt er im Vergleich zu Frauen noch eine Nische.

Was die Beliebtheit der Haarfarben angeht, so ist der Ombre-Look weiterhin stark im Trend – eine Technik, bei der das Haar oben dunkel bleibt und zu helleren Spitzen ausläuft. Dieser Look bietet einen weichen Übergang und ist relativ pflegeleicht. Doch auch klassische Rottöne und lebendige Violett-Nuancen sind gefragt. Hinzu kommen schimmernde Nuancen, die oft von Stars in großen Modemagazinen präsentiert werden und den Wunsch nach einem individuellen, glänzenden Look wecken.

Das Geheimnis der lila Haare: Ein weit verbreitetes Phänomen

Eine der wohl kuriosesten und am häufigsten gestellten Fragen ist die nach den lila Haaren vieler älterer Damen. Dieses Phänomen ist weit verbreitet und hat eine ganz einfache, aber überraschende Erklärung. „Das liegt daran, dass sie zu viel Haarfestiger benutzen“, enthüllt Milchmeier-Merl das Geheimnis.

Es gibt speziellen Haarfestiger, der für helle und graue Haare entwickelt wurde. Seine Hauptfunktion ist es, das Haar zum Leuchten zu bringen und unschöne Gelbtöne, die sich im grauen oder weißen Haar oft bilden, zu neutralisieren. Um diese gelblichen Verfärbungen auszugleichen, sind in diesen Festigern violette Pigmente beigemischt. Violett ist die Komplementärfarbe zu Gelb und hebt Gelbstiche effektiv auf.

Das Problem entsteht jedoch bei übermäßigem Gebrauch: „Wenn man den Festiger dann zu oft anwendet, überlagern sich die Farbpigmente, der Ton wird dunkler und das Lila kommt zum Vorschein.“ Die violetten Pigmente sammeln sich im Haar an und führen zu dem charakteristischen Lila-Stich. Es ist also keine bewusste Farbwahl, sondern ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Haarpflege.

Mehr als nur Haare schneiden: Die menschliche Seite des Friseurberufs

Ein Friseurbesuch ist oft auch eine Gelegenheit für ein Gespräch, eine kurze Auszeit vom Alltag und einen Austausch mit einem vertrauten Menschen. Doch sind Friseure froh, wenn Kunden einfach schweigen, oder wünschen sie sich die Interaktion?

„Dann hätte ich den falschen Beruf“, lacht Edith Milchmeier-Merl. „Natürlich spreche ich gerne mit meinen Kunden, nur beim Föhnen ist das ungeschickt. Dann ist es eher schwierig, den Kunden zu verstehen.“ Die Kundenkommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil des Friseurberufs. Es geht nicht nur um fachliches Können, sondern auch um Empathie, Zuhören und den Aufbau einer Beziehung. Viele Kunden schätzen die Gespräche mit ihrem Friseur, sei es über persönliche Angelegenheiten, aktuelle Geschehnisse oder einfach nur Small Talk. Es ist Teil des Wohlfühlerlebnisses.

Darf ich mir meinen Lieblingsfriseur aussuchen?

Was aber, wenn man in einem Salon eine Friseurin oder einen Friseur sieht, die einem vom Stil oder der Ausstrahlung her sympathischer ist als die Person, die einem zugeteilt wurde? Darf man das sagen, oder ist das eine Beleidigung?

„Nein. Immer raus mit den Wünschen, schließlich ist der Kunde König und darf sich natürlich seine Friseurin aussuchen“, lautet die klare Antwort. Im Friseurberuf geht es oft um Fingerspitzengefühl und eine persönliche Verbindung. Kunden kommen nicht nur wegen des fachlichen Könnens, sondern auch wegen der Sympathie zu bestimmten Mitarbeitern. Es ist absolut legitim und sogar erwünscht, wenn Sie einen bevorzugten Stylisten haben. Das zeigt dem Salon, dass Sie sich wohlfühlen und eine Verbindung zu einem bestimmten Teammitglied aufgebaut haben. Scheuen Sie sich also nicht, Ihre Präferenz zu äußern – es ist ein Zeichen von Vertrauen und trägt zu einem noch besseren Erlebnis bei.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Ihrem Friseurbesuch

Wie zeige ich meinem Friseur am besten, welche Frisur ich möchte?

Der effektivste Weg ist, ein oder mehrere Fotos der gewünschten Frisur mitzubringen. Fotos sind universell verständlich und minimieren Missverständnisse. Erklären Sie zusätzlich, was Ihnen an der Frisur auf dem Foto besonders gefällt und welche Aspekte Sie eventuell anders haben möchten.

Was passiert, wenn die Wunschfrisur nicht zu meinem Typ passt?

Ein professioneller Friseur wird Sie ehrlich beraten. Es ist seine Aufgabe, Sie zu verschönern und nicht jeder Trend passt zu jedem Kopf. Er wird Ihnen Alternativen vorschlagen, die besser zu Ihrer Gesichtsform, Haarstruktur und Ihrem Lebensstil passen, um das bestmögliche Ergebnis für Sie zu erzielen.

Was soll ich tun, wenn mir meine neue Frisur nicht gefällt?

Sprechen Sie es direkt und offen an. Eine gute Beratung im Vorfeld sollte dies zwar verhindern, aber falls es doch passiert, kann der Friseur Styling-Tipps geben oder die Frisur nacharbeiten, bis Sie zufrieden sind. Zögern Sie nicht, Ihre Bedenken zu äußern.

Ärgert es Friseure, wenn Kunden nicht reden wollen?

Im Allgemeinen nicht. Friseure lieben die Kommunikation mit ihren Kunden, da dies zum Beruf dazugehört. Es gibt jedoch Momente, wie beim Föhnen, wo Gespräche aufgrund des Lärms schwierig sein können. Es ist in Ordnung, auch einfach mal zu schweigen und die Behandlung zu genießen.

Darf ich mir im Salon eine bestimmte Friseurin oder einen Friseur aussuchen?

Ja, unbedingt! Es ist Ihr gutes Recht, sich den Stylisten auszusuchen, bei dem Sie sich am wohlsten fühlen. Viele Kunden bauen eine persönliche Beziehung zu ihrem Friseur auf, und es ist wichtig, dass Sie jemandem vertrauen, der Ihre Haare in die Hand nimmt.

Warum haben viele Omas lila Haare?

Dies ist meist ein unbeabsichtigter Nebeneffekt. Viele ältere Damen verwenden Haarfestiger für graues oder weißes Haar, der violette Pigmente enthält, um Gelbstiche zu neutralisieren. Bei zu häufiger Anwendung dieser Produkte können sich die violetten Pigmente im Haar ansammeln und einen deutlichen Lilastich verursachen.

Ihr Friseurbesuch sollte stets ein positives Erlebnis sein, das Sie mit einem Lächeln und einem Gefühl der Verwandlung verlassen lässt. Die Erkenntnisse von Friseurmeisterin Edith Milchmeier-Merl zeigen, dass offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und die Wertschätzung für handwerkliche Qualität die Schlüssel zu diesem Erfolg sind. Nehmen Sie diese Tipps mit zu Ihrem nächsten Termin und genießen Sie die Expertise Ihres Friseurs – für eine Frisur, die Sie lieben werden!

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