Wie wirkt sich künstliche Haarfarbe auf die Haare aus?

Haare färben: Schönheit oder Risiko?

01/05/2020

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Sich die Haare zu färben, gehört für viele Frauen und Männer zu einem festen Bestandteil ihres Schönheitsprogramms. Ob es darum geht, ein paar Strähnchen zu setzen, eine komplette Blondierung vorzunehmen, graues Haar abzudecken oder einfach nur eine vorübergehende Tönung auszuprobieren: Die Möglichkeiten, das eigene Aussehen mit Haarfarbe zu verändern, sind vielfältig. Doch hinter dieser scheinbar harmlosen Praxis verbirgt sich oft der Einsatz von chemischen Substanzen. Dies wirft unweigerlich die Frage auf: Wie schädlich kann Haarefärben für unsere Gesundheit sein, und welche Alternativen gibt es zu den klassischen Färbemitteln, die auf Chemie basieren?

Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert das Haarefärben überhaupt?

Grundsätzlich gilt: Jede Form von künstlicher Haarfarbe, sei sie auswaschbar oder dauerhaft, greift das Haar in gewisser Weise an. Damit die Farbpigmente überhaupt in das Haar eindringen und sich dort dauerhaft einlagern können, muss zunächst die schützende äußere Schuppenschicht jedes einzelnen Haares geöffnet oder gelockert werden. Dieser entscheidende Schritt wird in den meisten Fällen durch den Zusatz von Ammoniak ermöglicht. Unterstützt durch ein Oxidationsmittel, typischerweise Wasserstoffperoxid, quellen die im Färbeprodukt enthaltenen Farbpigmente auf und lagern sich dauerhaft im Inneren des Haares ein.

Wie wirkt sich künstliche Haarfarbe auf die Haare aus?
Jede künstliche Haarfarbe (ob auswaschbar oder nicht) greift die Haare an. Damit sich die Farbpigmente im Haar einlagern können, muss zunächst die schützende Schuppenschicht jedes einzelnen Haares gelockert werden. Dies geschieht in den meisten Fällen durch den Zusatz von Ammoniak.

Intensivtönungen, die erst nach etwa 24 Haarwäschen allmählich verblassen, und dauerhafte Färbemittel verzichten zwar auf Ammoniak. Sie schleusen zunächst ein Bleichmittel, oft Wasserstoffperoxid in höheren Konzentrationen, durch die Schuppenschicht, um die natürlichen Pigmente aufzuhellen oder zu zerstören, bevor die neuen Farbpigmente eingelagert werden. Auswaschbare Tönungen hingegen enthalten nur Ammoniak und keine Bleichmittel. Sie legen sich lediglich wie ein Film um die Haare, dringen nicht dauerhaft in die Haarstruktur ein und waschen sich daher nach sechs bis acht Haarwäschen wieder aus. Es ist wichtig zu verstehen, dass all diese chemischen Behandlungen nicht nur die Gesundheit des Haares selbst beeinträchtigen können, sondern einige der Inhaltsstoffe auch potenzielle Gesundheitsschäden im gesamten Organismus verursachen können.

Auswirkungen auf die Haarstruktur

Für eine dauerhafte und intensive Farbveränderung werden sogenannte Oxidationsfärbemittel eingesetzt. Diese bestehen in der Regel aus einer Mischung von Wasserstoffperoxid und Ammoniak. Das Ammoniak hat die Funktion, das Haar aufzuquellen, was ein besseres und tieferes Eindringen der Farbmoleküle ermöglicht. Wird das Haar als Farbton blondiert, zerstören Bleichmittel wie Wasserstoffperoxid die natürlichen Farbpigmente im Haar. Dieser Prozess ist besonders aggressiv, da er die Haarstruktur stark beansprucht.

Als direkte Folge dieser chemischen Behandlungen werden die Haare stark ausgetrocknet, und die einst glatte Schuppenschicht des Haares wird aufgeraut. Dies kann eine Reihe unerwünschter Effekte nach sich ziehen: Die Haare verlieren ihren natürlichen Glanz, werden anfälliger für Haarbruch und fühlen sich spröde und strohig an. Im schlimmsten Fall kann es während oder nach dem Färbevorgang zu massivem Haarbruch kommen, was zu sichtbaren Ausdünnungen oder sogar kahlen Stellen führen kann. Die Haarstruktur wird nachhaltig geschädigt, wenn nicht entsprechende Pflegeprodukte und schonende Techniken angewendet werden.

Tönung vs. Haare färben: Ein direkter Vergleich

Die Tönung wird oft als sanftere Alternative zur dauerhaften Haarfarbe beworben und auch so wahrgenommen. Sie eignet sich hervorragend für Personen, die eine dunklere Farbe als ihre Naturhaarfarbe für eine bestimmte Zeit ausprobieren möchten, ohne sich dauerhaft festzulegen und dabei das Haar schonen wollen. Doch wo liegen die genauen Unterschiede?

MerkmalTönungHaarfarbe (dauerhaft)
Einlagerung der FarbeAn die äußere Schuppenschicht (Film um das Haar)Aufquellen des Haares und Aufrauen der Schuppenschicht; Farbe dringt ins Haarinnere ein
FärbeprozessMit direkt vorliegenden Farbstoffen, die nicht entwickelt werden müssenMit Oxidationsmitteln (z.B. Wasserstoffperoxid), die die Farbe im Haar entwickeln
GrauabdeckungNicht geeignet zur vollständigen Grauabdeckung; kann graue Haare leicht kaschierenFarbstoff überdeckt graues Haar vollständig und dauerhaft
AufhellungKeine Aufhellung der Naturfarbe möglichJede Farbnuance kann erreicht werden, inklusive Aufhellung und Blondierung
HaltbarkeitAuswaschbar (hält 6-8 Haarwäschen oder bis zu 24 Haarwäschen bei Intensivtönungen)Hält den Farbton dauerhaft (muss nur am Ansatz nachgefärbt werden)
Schonung des HaaresDeutlich schonender, da die Haarstruktur weniger angegriffen wirdStärkere Beanspruchung und Veränderung der Haarstruktur

Kritische Inhaltsstoffe beim Haarefärben

Besonders Allergiker sollten beim Haarefärben höchste Aufmerksamkeit auf die Inhaltsstoffe der Produkte legen. In vielen Haarfarben können verschiedene Substanzen enthalten sein, die ein erhebliches Allergierisiko bergen. Wenn Sie folgende Stoffe in den Inhaltsangaben finden, besteht die Gefahr, dass Reaktionen wie ein stark juckendes Ekzem auf der Kopfhaut, Schwellungen im Gesicht oder sogar Atemwegsprobleme auftreten können:

  • Aromatische Amine (z.B. PPD - Paraphenylendiamin): PPD ist einer der häufigsten Allergieauslöser in Haarfarben. Eine Studie der Universität Göttingen, die größte Datenbank für Kontaktallergien, gab an, dass zwölf von 1.000 Bundesbürgern allergisch auf PPD reagieren. Die Reaktionen können von leichten Hautreizungen bis zu schweren allergischen Schocks reichen.
  • Resorcin: Dieser Stoff kann ebenfalls allergische Reaktionen auslösen und wird zudem mit Leberschäden und Nierenschäden in Verbindung gebracht.
  • Formaldehydabspalter: Diese dienen oft als Konservierungsstoffe und können Hautirritationen und Allergien verursachen.
  • Konservierungsstoffe und Duftstoffe: Auch diese Zusatzstoffe können bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen führen.

Obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin im Jahr 2009 eine gewisse Entwarnung für viele moderne Produkte gab, sind immer noch krebsverdächtige Substanzen wie Aminophenole in einigen Haarfarben enthalten. Die Forschung in diesem Bereich ist komplex und die Produkte entwickeln sich ständig weiter, was eine pauschale Aussage schwierig macht.

Ist das Haarefärben wirklich schädlich?

Die Haare und insbesondere die Kopfhaut durchleben beim Färbevorgang große Strapazen. Die Aufnahme chemischer Substanzen über die Kopfhaut kann tatsächlich ein Gesundheitsrisiko für den gesamten Körper darstellen. Wie bereits erwähnt, sind allergische Reaktionen wie Ekzeme, aber auch potenzielle Leber- und Nierenschäden mögliche Folgen des Färbens mit Farben, die beispielsweise Resorcin enthalten.

Aromatische Amine, insbesondere Phenylendiamin (PPD), stellen ein weiteres potenzielles Gesundheitsrisiko dar. In früheren Studien, die oft Produkte aus den 60er- und 70er-Jahren untersuchten, wurde ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei einer langjährigen und häufigen Verwendung von Haarfarben, die diese Amine enthielten, nachgewiesen. Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles untersuchten beispielsweise 1.514 Menschen mit Blasenkrebs und verglichen sie mit einer gleich großen Kontrollgruppe ohne Krebs. Sie stellten fest, dass Frauen, die sich mindestens einmal im Monat die Haare färbten, mehr als doppelt so häufig an Blasenkrebs erkrankten als Frauen, die dies nicht taten.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht abschließend geklärt ist, ob dieser Zusammenhang ausschließlich auf die Amine zurückzuführen ist und ob er für moderne Produkte noch Gültigkeit besitzt. Da es sich bei den untersuchten Produkten um ältere Formulierungen handelte, könnte die Wirkung neuerer Produkte, die strengeren Sicherheitsstandards unterliegen und oft modifizierte Inhaltsstoffe verwenden, anders ausfallen und kein erhöhtes Krebsrisiko begünstigen. Die aktuelle wissenschaftliche Lage ist hier komplex und bietet keine eindeutigen Beweise für ein generelles Krebsrisiko durch aktuelle, auf dem deutschen Markt zugelassene Haarfarben für den Endverbraucher.

Welche Risiken existieren beim Haarefärben?

Ein Risiko, das beim Haarefärben kaum umgangen werden kann, ist das der Haarschädigung selbst. Beim Färben mit herkömmlichen Haarfärbemitteln wird die Oberfläche des Haares angegriffen, und die Haarstruktur verändert sich dementsprechend. Dass die Haare an Feuchtigkeit verlieren, spröde werden und eventuell abbrechen, ist in den meisten Fällen unumgänglich, besonders bei häufigem Färben oder Blondieren. Des Weiteren bestehen, wie bereits ausführlich beschrieben, Risiken für Allergiker, die auf bestimmte Inhaltsstoffe der Haarfärbemittel reagieren können. Ein Patch-Test vor jeder Anwendung ist hier essenziell.

Kann Haarefärben Krebs verursachen?

Abgesehen von den bereits erwähnten Studien aus den 60er- und 70er-Jahren, die Amine mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung brachten, gibt es weitere Studien, die Zusammenhänge zwischen Färbemitteln und dem Krebsrisiko sehen. Dies betrifft vor allem Friseurinnen und Friseure, die berufsbedingt über lange Zeiträume hohen Konzentrationen von Chemikalien ausgesetzt sind. Da die meisten Studien zu diesem Thema allerdings mehrere Jahrzehnte alt sind und sich auf ältere Produktformulierungen beziehen, gibt es keine überzeugenden Nachweise eines solchen Zusammenhangs bei Produkten, die in den letzten Jahren auf dem Markt sind und von Endverbrauchern verwendet werden. Die Forschung ist hier weiterhin aktiv, um die Langzeitwirkungen moderner Inhaltsstoffe zu bewerten.

Darf man sich in der Schwangerschaft die Haare färben?

Man hört oft den Rat, dass Schwangere weder die Haare färben noch tönen sollten. Aus Angst vor den chemischen Stoffen der Haarfärbemittel, die potenziell in den Organismus gelangen und sich auf die Gesundheit des Babys auswirken könnten, verzichten viele Schwangere und stillende Frauen auf Haarfarben und -tönungen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es keine wissenschaftlich fundierten Belege für schädliche Auswirkungen der auf dem deutschen Markt erhältlichen Produkte auf das ungeborene Kind oder den Säugling gibt. Die Sorge ist verständlich, aber nicht unbedingt durch aktuelle Forschungsergebnisse gestützt. Wer dennoch lieber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit auf das Haarefärben und Tönen verzichten oder auf sehr schonende Alternativen zurückgreifen, bei denen der Kontakt mit der Kopfhaut minimiert wird (z.B. Strähnchentechnik).

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei allergischen Reaktionen auf Haarfärbemittel, die sich in Form von Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder Ekzemen auf der Kopfhaut, im Gesicht oder am Hals äußern, sollte man in jedem Fall umgehend einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Da sich die Reaktionen bei jedem Färbevorgang unterscheiden und auch stärker ausfallen können, ist es ratsam, bei den ersten auftretenden Beschwerden professionellen medizinischen Rat einzuholen. Eine schnelle Diagnose und Behandlung können schwerere Verläufe verhindern.

Beschränken sich die Folgen des Färbens ausschließlich auf die Haarstruktur – zum Beispiel, wenn das Haar brüchig wird, sich spröde anfühlt oder in größeren Mengen abbricht – ist generell kein Arztbesuch notwendig. In diesem Fall sollte der Friseur des Vertrauens konsultiert werden. Er kann Tipps zu geeigneten Haarpflegemaßnahmen geben, um das Haar zu stärken und zukünftige Schäden zu minimieren. Oft helfen spezielle Kuren, Masken und eine Umstellung der Pflegeroutine, damit das Haar den Färbeprozess möglichst unbeschadet übersteht.

Haare färben ohne Chemie: Geht das?

Aufgrund der Sorgen vor schädigenden chemischen Stoffen in Colorationen suchen viele Menschen nach Alternativen zu klassischen Haarfärbemitteln. Eine vielversprechende Option stellen beispielsweise Pflanzenfarben dar. Diese bestehen ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen und sollen deshalb besonders schonend für Haar und Kopfhaut sein.

Natursubstanzen zum Haarefärben

Die gesündeste Möglichkeit, die Haarfarbe auf natürliche Weise zu verändern, bieten Pflanzenfarben. Im Gegensatz zu chemischen Farben dringen sie nicht in die Haarstruktur ein, sondern legen sich wie ein schützender Film um das einzelne Haar. Dabei kräftigen sie das Haar und verleihen ihm durch die Stärkung der Schuppenschicht einen leuchtenden, natürlichen Glanz. Pflanzenfarben werden aus einer Vielzahl von Naturprodukten gewonnen, darunter Kräuter, Rinden, Schalen, Zweige, Blätter und Früchte.

Kaufen kann man solche Colorationen unter anderem in Naturkostläden, Reformhäusern oder spezialisierten Online-Shops. Diese Haarfärbemittel sind in der Regel frei von künstlichen Farb-, Konservierungs- und Duftstoffen und werden oft streng auf Rückstände von Pestiziden und Schwermetallen geprüft. Es ist wichtig zu verstehen, dass mit Naturfarben keine großen Farbexperimente oder drastischen Veränderungen möglich sind, wie etwa eine Blondierung von dunklem Haar. Dennoch lässt sich mit ihnen mehr erreichen als nur ein "Öko-Henna" gefärbter orangefarbener Schopf; es sind durchaus schöne Rot-, Braun- und sogar Schwarztöne möglich.

Pflanzenfarben lagern sich ähnlich wie Tönungen in den Randschichten der Haare ein, sind dafür aber tendenziell haltbarer als einfache Tönungen. Da die Wirkung mit der Zeit allmählich verblasst, gibt es mit dem nachwachsenden Haaransatz wenig Probleme, da der Übergang weicher ist. Des Weiteren pflegen viele Pflanzenfarben das Haar, da sie von Natur aus pflegende Bestandteile wie Proteine, Vitamine und Mineralien enthalten. Diese natürlichen Inhaltsstoffe lassen die Schuppenschicht des Haares durch eine Schutzschicht glänzen, glätten und stärken sie zusätzlich.

Langfristige Anwendung von Shampoos, die mit Pflanzenfarben angereichert sind, kann schöne Reflexe im Haar bewirken. Blonde Haare bekommen mit Zusätzen wie Kamille, Zimt, Hopfen und Kurkuma einen goldenen oder warmen Farbschimmer. Für dunkle Haare bieten sich Shampoos mit Efeu, Sandelholz, Walnuss und Krappwurzel an, die tiefere, kühle oder rötliche Nuancen verstärken. Hennashampoo verleiht, wie der Name schon sagt, einen rötlichen bis kupferfarbenen Reflex, der je nach Ausgangshaarfarbe variieren kann.

Nachteile von Pflanzenfarben

Obwohl Pflanzenfarben viele Vorteile bieten, gibt es auch einige Einschränkungen und Nachteile, die man beachten sollte:

  • Färbeergebnisse: Die Färbeergebnisse von natürlichen Haarfarben sind generell anders als die von konventionellen Farben. Eine vollständige Abdeckung von grauem Haar ist oft nicht möglich, da die Pflanzenfarben das Haar umhüllen und nicht wie chemische Farben in die Haarstruktur eindringen. Genauso wenig ist eine Aufhellung oder Blondierung der Haare mit Pflanzenfarben realisierbar.
  • Haltbarkeit und Farbintensität: Ähnlich wie bei Tönungen verliert die Farbe bei jeder Haarwäsche allmählich an Intensität. Die Naturhaarfarbe und -struktur bestimmen maßgeblich, welche Farbergebnisse überhaupt möglich sind und wie intensiv diese ausfallen.
  • Anwendungskomplexität: Die Anwendung von Pflanzenfarben als Haarfärbemittel kann sich komplizierter gestalten als die von konventionellen Produkten. Oft sind mehrere Färbedurchgänge und eine deutlich längere Einwirkzeit der Farbe nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Für Laien gestaltet sich die Anwendung vor allem durch die oft trockenere und krümelige Konsistenz der Farbpasten schwieriger. Sie lassen sich manchmal schlecht im Haar verteilen.
  • Vorsicht bei Henna: Obwohl es sich um eine natürliche Substanz handelt, kann Henna, insbesondere bei Zusätzen wie "Black Henna" (das oft PPD enthält), allergische Reaktionen auslösen. Reines Henna ist in der Regel unbedenklich, aber Vorsicht ist geboten bei Produkten, die nicht eindeutig deklariert sind.

Tipps für ein gesundes Haarefärben

Färben mit konventionellen Haarfarben:

Wer sich trotz der potenziellen Risiken für das Färben mit konventionellen Haarfarben entscheidet, sollte zum Schutze seiner Gesundheit und Haare auf verschiedene Punkte achten:

  • Wenn Sie selbst färben, sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, um Hautkontakt mit den Chemikalien zu vermeiden.
  • Bei Blondierungen oder stark beanspruchten Haaren eignet sich die Zugabe von Produkten wie Olaplex oder ähnlichen Bond-Buildern als haarschonende Pflegemaßnahme. Diese helfen, die Haarstruktur während des Färbeprozesses zu schützen und zu reparieren.
  • Färbemethoden, bei denen die Kopfhaut nicht direkt in Berührung mit der Farbe kommt, wie zum Beispiel Strähnchen- oder Balayage-Techniken, sind eine schonendere Alternative, da sie das Gesundheitsrisiko über die Kopfhaut reduzieren.
  • Die angegebene Einwirkzeit sollte in keinem Fall überschritten werden, da dies die Haare unnötig strapaziert und das Risiko von Schäden erhöht.
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Rötungen während des Färbens sollte das Produkt schnellstmöglich ausgewaschen werden, um schwere allergische Reaktionen zu verhindern.
  • Bei Zweifeln und Fragen zur Anwendung oder Verträglichkeit sollte man sich am besten direkt an den Friseur des Vertrauens wenden. Im Falle von gesundheitlichen Beschwerden, insbesondere allergischen Reaktionen, sollte umgehend ein Dermatologe aufgesucht werden.

Tipps zum Färben mit Pflanzenfarben:

Wenn mit Pflanzenfarben gefärbt wird, läuft der Färbeprozess deutlich schonender ab. Aus diesem Grund werden pflanzliche Färbemittel gerne als Alternative zu herkömmlichen chemischen Produkten genutzt. Doch auch beim Färben mit Pflanzenfarben gibt es einiges zu beachten, um optimale Ergebnisse zu erzielen:

  • Bereits chemisch gefärbtes Haar nimmt die Pflanzenfarben oft nicht gleichmäßig oder gar nicht an.
  • Wenn von Chemie auf Natur umgestiegen wird, muss erst die alte Kunstfarbe herauswachsen oder zumindest stark verblassen, damit die Pflanzenfarbe gut haften kann.
  • Als Farben kommen mit reinen Pflanzenfarben hauptsächlich Rot, Braun und Schwarz infrage. Blondierungen oder starke Aufhellungen sind nicht möglich.
  • Trockene oder stark poröse Spitzen sind problematisch, da sie die Farbe stärker annehmen und das Farbergebnis scheckig oder zu intensiv werden kann. Eine gute Vorbereitung und Pflege der Spitzen ist wichtig.
  • Wie gut das Farbergebnis bei Naturprodukten wird, hängt stark von der individuellen Struktur, der Porosität und den Vorbehandlungen der Haare ab. Am besten sollte die Farbe vorher immer an einer einzelnen, unauffälligen Strähne getestet werden, um ungewollte Überraschungen zu vermeiden.
  • Für Ungeduldige sind Pflanzenfarben nichts, da sie eine Dreiviertelstunde, am besten noch länger (manchmal mehrere Stunden), auf dem Kopf bleiben müssen. Je länger die Einwirkzeit, desto intensiver und dauerhafter das Ergebnis. Damit das gewünschte Farbergebnis erreicht wird, kann es sein, dass die Prozedur mehrmals wiederholt werden muss.
  • Die Anwendung kann eine "rechte Schweinerei" sein, da die Pflanzenbreie oft spröde sind und sich schlecht im Haar verteilen lassen. Sind sie zu trocken, klumpen sie ab und haften nicht am Haar. Sind sie zu feucht, tropfen sie vom Haar herunter und können für unschöne Flecken im Bad sorgen. Ein paar Tropfen Pflanzenöl, zum Beispiel Olivenöl, können die Konsistenz geschmeidiger machen und die Verteilung erleichtern.

Fazit: Ist das Färben der Haare nun schädlich?

Zur Frage, ob Haarefärben schädlich ist, gibt es viele Meinungen und eine differenzierte Antwort. Wissenschaftliche Belege für ein generelles Gesundheitsrisiko durch moderne, auf dem Markt erhältliche Produkte sind entweder veraltet oder beziehen sich hauptsächlich auf Personen mit bekannten Allergien oder auf berufsbedingte Exposition. Trotzdem sollte man nicht leichtfertig färben, da chemische Inhaltsstoffe beim Färben potenziell in den Organismus gelangen können und bei empfindlichen Personen Reaktionen auslösen können. Der größte und am häufigsten auftretende Schaden entsteht beim Färben am Haar selbst, dessen Struktur durch die chemischen Prozesse aufgeraut und geschwächt wird.

Eine deutlich schonendere Alternative zu konventionellen Produkten sind Pflanzenfarben. Hier ist jedoch zu beachten, dass sie nicht für jeden Haartypen und jede Naturhaarfarbe geeignet sind und ihre eigenen Besonderheiten in der Anwendung und im Farbergebnis mit sich bringen. Letztendlich ist die Entscheidung, ob und wie man seine Haare färbt, eine persönliche Abwägung zwischen gewünschtem Aussehen, potenziellen Risiken und dem Aufwand für schonende Alternativen. Eine gute Beratung beim Friseur und ein Patch-Test vor jeder neuen Anwendung sind immer empfehlenswert.

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