Warum sind Frisuren und Styling so wichtig?

Die Zukunft der Friseurbranche: Mehr als nur Schnitt

08/07/2018

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In einer Welt, die sich rasend schnell entwickelt, sucht auch die Friseurbranche ihren Weg zwischen Luxussalons und Discount-Konzepten. Die Talsohle eines Konjunkturtiefs mag durchschritten sein, doch was kommt danach? Hat der Handwerksberuf mit Qualität noch Zukunft, oder siegt die „Geiz ist geil“-Mentalität? Die Zukunft ist keineswegs so ungewiss, wie es scheint. Viele Entwicklungen lassen sich vorhersagen, wenn man versteht, wie und warum sich unsere Gesellschaft wandelt. Frisuren und Styling sind dabei weit mehr als nur Äußerlichkeiten; sie sind Ausdruck dieses tiefgreifenden Wandels und gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Wie werde ich ausgebildeter Friseur?
Als ausgebildeter Friseur kannst du dich dann bei allen Friseurbetrieben, Wellnesshotels, Film- und Theaterproduktionen oder auch Modellagenturen bewerben. Natürlich hast du auch die Möglichkeit einen eigenen Salon zu eröffnen. Dafür solltest du aber eine Weiterbildung zur Friseurmeisterin anstreben.

Der Wandel der Gesellschaft: Von der Arbeits- zur Traumgesellschaft

Wirtschaftliche und technologische Fortschritte bewirken stets gesellschaftliche Veränderungen. Die Erfindung der Dampfmaschine führte zur Industriegesellschaft, Elektrizität und Chemie prägten das 20. Jahrhundert. Heute stehen wir an der Schwelle zum Informationszeitalter, das eine ähnliche Umwälzung des Weltbildes verspricht. Das produzierende Gewerbe hat nur noch begrenzte Entwicklungschancen; die Zukunft gehört konstruktiven Gedanken, neuen Ideen und vor allem der Kreativität. Diese kann sich jedoch nur in einem positiven Umfeld entfalten, frei von Mobbing oder überholtem Hierarchiedenken. Zukunftsforscher sprechen vom Ende der Ellenbogengesellschaft und der Rückkehr des Menschen in den Mittelpunkt.

Dieser Wandel ist bereits in vollem Gange. Unternehmen der Zukunft werden nicht mehr an Maschinen und Grundstücken gemessen, sondern an ihren Mitarbeitern und dem Umgang mit ihnen. Alte Werte wie Ehrlichkeit, Kameradschaft und Hilfsbereitschaft, die in den 60er Jahren scheinbar über Bord geworfen wurden, erleben eine Renaissance und sind besonders bei der Jugend wieder hoch im Kurs. Das Immaterielle steigt im Wertebewusstsein der Menschen.

Ein Blick auf die letzten Jahrzehnte macht dies noch deutlicher:

  • Die Arbeitsgesellschaft (nach 1945): Arbeit stand im Zentrum des Lebens, notwendig zum Überleben und für steigenden Wohlstand. „Ich will es zu etwas bringen“ war der Lebenssinn.
  • Die Spaßgesellschaft (ab den 60ern): Gekennzeichnet durch Gegenkultur, Beat- und Rockmusik. Plötzlich standen Aktion, Gesellschaftskritik, Zwanglosigkeit und Selbstverwirklichung im Vordergrund. Es ging nicht mehr ums Überleben, sondern ums Erleben: „Was Spaß macht, muss erlaubt sein.“
  • Die Erlebnisgesellschaft (heute im Endstadium): Das immer neue Erleben steht im Zentrum. Die Devise lautet: Arbeiten, um zu erleben. Der im Industriezeitalter erzielte Wohlstand führte zur Marktsättigung. Die Menschen sind mit den Dingen des Alltags versorgt, die Produktion nimmt ab, Computer ersetzen Menschen in der Fertigung.

Seit der Jahrtausendwende denken die Menschen um. Terror verunsichert die Welt, Arbeitslosigkeit wird zur Normalität, Katastrophen beherrschen die Nachrichten. Passend dazu wird die Gesellschaft wieder emotionaler. Man spricht nicht mehr nur vom bekannten IQ, sondern zunehmend vom Emotionalen Quotient (EQ). Bücher über emotionale Intelligenz erobern die Bestsellerlisten. Harry Potters Romane, voller Emotionen, sind ein Beispiel für diesen Trend.

Von der Erlebnis- zur Traumgesellschaft: Die Rolle des Friseurs

Besonders unsere jüngeren Generationen leben zunehmend in virtuellen Welten. Menschen verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen, um sich in die Traumwelten von Filmen, Videos oder Computerspielen entführen zu lassen. Ihrer Freiheit und Möglichkeiten voll bewusst, werden immer mehr Menschen versuchen, ihre Träume auch im realen Leben zu verwirklichen. Nach Meinung der Trendforscher steht uns als Nächstes eine Traumgesellschaft bevor. Eine Gesellschaft, die ihre Wünsche und Ansprüche eher einfordern als nur verträumen wird.

Die Anforderungen an Dienstleister werden wachsen, bieten gleichzeitig aber riesige Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter, die sich darauf einstellen können. Die Kunden von morgen werden ein weit höheres Körperbewusstsein entwickeln, ihre Wünsche und Ansprüche deutlicher erkennen und danach handeln. Frisuren und Styling werden wesentlich wichtiger werden, Emotionen werden an Wert gewinnen. Das Ende der kurzgeschorenen Männerköpfe und wild zerzausten Frisuren ist absehbar. Eines ist sicher: Gepflegt sein und gesund wirken von Kopf bis Fuß wird Priorität besitzen.

Das neue Berufsbild des Friseurs: Mehr als nur Handwerk

Das Berufsbild des (erfolgreichen) Friseurs wird sich ändern. Der reine Handwerker hat ausgedient. Der Erfolgsweg führt dahin, die Emotionen der Kunden zu erkennen und darauf mit Rat und Tat einzugehen. Der Friseur wird zum Schönheitsberater und Therapeuten auf dem wechselnden Lebensweg der Kundin. Das bedeutet aber auch eine deutlich höhere Qualifikation der in dieser Branche Tätigen, nicht nur fachlich, sondern auch psycho-sozial.

Zukunftstrends in der Friseurbranche

Die Friseurbranche ist schnelllebig. Trends kommen und gehen. Der Blick in die Zukunft ist aufregend und vielversprechend. Geänderte Marktbedingungen, wechselnde Kundenansprüche und die Entwicklung neuer Technologien beeinflussen die zukünftigen Visionen und Konzepte der Friseursalons. Was steht also auf dem Plan der Zukunft?

Nachhaltigkeit und Authentizität im Friseursalon

Zwei Eigenschaften, die mittlerweile in nahezu jeder Branche angepriesen werden und auch Friseursalons wollen diese ihren Kunden bieten. Verbraucher kaufen nicht mehr einfach Produkte, weil auf ihnen steht, dass sie die besten sind. Sie möchten wissen, wo und wie sie produziert werden und, in Bezug auf Beautyprodukte, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Naturkosmetik erfährt darum einen Boom, und immer mehr Friseurkonzepte stellen sich auf diese Zielgruppe ein. Natürliche Schönheit durch natürliche Inhaltsstoffe ist ein vielversprechendes Konzept für die Zukunft. Vegane Friseursalons oder Konzepte mit möglichst wenig Abfall sind der nächste Schritt in Sachen Nachhaltigkeit.

Wie viel verdient ein Friseur in Baden-Württemberg?
September erhalten Beschäftigte und Auszubildende des baden-württembergischen Friseurhandwerks mehr Geld. Die Erhöhung der Entgelte und Vergütungen erfolgt in zwei Stufen. In der untersten Stufe steigt der Stundenlohn zum 1. September 2023 auf 12,80 Euro, zwölf Monate später auf 13,30 Euro. Der so genannte Ecklohn steigt auf 14,50 Euro, ab dem 1.

Für viele Salonbesucher ist der Friseurtermin etwas Besonderes, womit sie sich etwas Gutes tun. Demnach möchten Kunden auch echte Aufmerksamkeit erhalten und sich verwöhnen lassen. Sie sehen den Termin als Auszeit und erwarten einen Ort des Wohlfühlens. Unpersönliche und zu stark systematisierte Friseurkonzepte lassen dieses Gefühl nicht aufkommen. Authentizität ist gefragt. Friseursalonkonzepte mit authentischem und persönlichem Auftreten, die ihren Kunden echte Zuwendung schenken, sind die Zukunft.

Flexibilität und Mobilität als umsatzbringende Attribute

Unser moderner Lebensstil verlangt Flexibilität und Mobilität, bei ständig gutem Aussehen für das nächste Social-Media-Bild. Friseursalons, die ihre Dienstleistungen diesen Umständen in Bezug auf Terminvergabe, Öffnungszeiten und Einsatzort anpassen, treffen den Nerv von Kunden, die beruflich denselben Ansprüchen folgen sowie guten Service bezahlen können und wollen. Es lohnt sich also, in Kunden zu investieren, die das nötige Geld verdienen, um ganzheitliche Leistungsangebote beim Friseur in Anspruch zu nehmen. Diese Zielgruppe hat aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen nur selten Zeit, während der regulären Öffnungszeiten zum Friseur zu gehen. Mobile Friseure sind sicher kein neues Konzept, die Zeichen der Zukunft zeigen aber auf eine erhöhte Fokussierung in der Branche.

Digitalisierung der Friseurbranche

Beim Blick in die Zukunft wird die digitale Welt wohl die größten Veränderungen schaffen. Die Bedeutung der digitalen Kommunikation für die Gewinnung von Kunden und positive Positionierung am Markt wird wichtiger denn je. Eine ansprechende Webseite sollte bereits jeder Salon haben; in Zukunft wird die Optimierung für Mobilgeräte noch wichtiger werden. Verbraucher suchen jetzt schon genauso häufig über ihr Mobiltelefon und Tablet nach Informationen wie vom Desktop. Ist die Webseite nicht optimiert, verlässt der User sie schnell wieder.

Im Salon der Zukunft sehen Visionäre Tablets für Mitarbeiter und Kunden zur Beratung oder Unterhaltung. Digitale Dienstleistungen wie Videoanleitungen, Online-Terminbuchungen und Bezahlen per Smartphone gehören zum zukünftigen Service. Die Friseurbranche hat durch neue Technologien viele Möglichkeiten, ihre Kunden mit tollen und fortschrittlichen Tools zu begeistern. Auch im Bereich der Kassensysteme wird sich zukünftig einiges tun. Die Softwareanbieter arbeiten an Cloud-basierten Lösungen und Support, um die betriebswirtschaftlichen Prozesse noch einfacher und besser dokumentieren und abbilden zu können. Die Digitalisierung ist nicht mehr wegzudenken.

Spezialisierung ist gefragt

In Zukunft werden Salons, die sich auf Zielgruppen und Dienstleistungen spezialisiert haben, deutlich gefragt sein. Der Kunde möchte das Können von Experten in Anspruch nehmen, um den besten Service zu erhalten. Konzeptsalons für bestimmte Zielgruppen werden sich am Markt erfolgreich positionieren. Zu den Visionen gehören Salons, die ihren Kunden verschiedene Spezialisten bieten können, um das Rundumpaket zu erhalten. Der Colorist kümmert sich um die Farbe, während sich ein Nail-Designer um die Maniküre kümmert. Vermehrte Weiterbildungen zur Spezialisierung, um sich durch Individualität von der Masse abzuheben, gehen mit dieser Entwicklung einher.

Das wichtigste Arbeitsgerät: Die Schere

Die Schere ist für Friseure das wichtigste und persönlichste Arbeitsgerät. Es ist nicht nur ein Werkzeug, um Kreativität Wirklichkeit werden zu lassen, es ist auch ein modisches Merkmal. Der Trend geht hin zur größeren Schwere. Die Entwicklung von neuen Haarschneidescheren für den Friseurbedarf zielt zudem auf die ergonomische Konstruktion für die tägliche stundenlange Nutzung ab. Gesundheitliche Aspekte im Friseuralltag spielen zunehmend beim Design eine wichtige Rolle.

Der „versteckte Salon“: Exklusivität im Zeitalter der Transparenz

Bereits in der Gastronomie und im Eventbereich ist das Phänomen der „Hidden Bar“ und „Secret Party“ verbreitet, und auch für Friseursalons wird dieser Trend zukünftig interessant sein. Ein geheimer Salon, der von der Straße aus nicht erkennbar ist. Keine Werbung, und die Verbreitung erfolgt über Empfehlungen. Kleine Salons, die sich vom Massengeschäft abheben und auf den öffentlichen und digitalen Auftritt verzichten, werden funktionieren. Denn die Attraktivität der Exklusivität wird im Zeitalter des öffentlichen Lebens und der immer abrufbaren Information ihre Wirkung nicht verfehlen.

Wie entstand der Beruf des Friseurs?
Im antiken Griechenland und Rom waren Friseure als angesehene Handwerker tätig und hatten sogar ihre eigenen Gilden. Im Mittelalter übernahmen meistens Klosterschüler die Aufgabe des Haareschneidens, doch im Laufe der Zeit wurde der Beruf des Friseurs immer mehr professionalisiert und es bildeten sich eigene Friseurzünfte. Im 19.

Vergleich: Traditioneller Salon vs. Salon der Zukunft

Um die Veränderungen noch greifbarer zu machen, betrachten wir die Unterschiede zwischen einem traditionellen Salon und einem Salon, der auf die Zukunft ausgerichtet ist:

MerkmalTraditioneller SalonSalon der Zukunft
FokusHaarschnitt & Standard-FärbungGanzheitliches Erlebnis, individuelle Beratung, Wellness
ProdukteKonventionelle MarkenNachhaltig, vegan, transparente Inhaltsstoffe
TerminbuchungTelefonisch, LaufkundschaftOnline, App, flexible Zeiten, mobile Dienste
TechnologieKassensystem, FestnetztelefonTablets für Beratung/Unterhaltung, Cloud-Software, Online-Zahlung
PersonalAllrounder, GeneralistenSpezialisten (z.B. Colorist, Extensions-Experte, Make-up Artist)
KundenanspracheFunktional, transaktionalEmotional, persönlich, beratend, auf Bedürfnisse zugeschnitten
RäumlichkeitenStandard-SalonWohlfühlatmosphäre, ggf. "versteckter Salon"

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Zukunft des Friseurberufs

Warum ist der Friseurberuf heute so anspruchsvoll?

Der Friseurberuf geht heute weit über das reine Handwerk hinaus. Er erfordert nicht nur fachliches Können, sondern auch ein hohes Maß an emotionaler und psychosozialer Kompetenz. Friseure sind zunehmend Schönheitsberater und Vertrauenspersonen, die auf die individuellen Wünsche und Emotionen ihrer Kunden eingehen müssen. Dies erfordert ständige Weiterbildung und ein tiefes Verständnis für gesellschaftliche Entwicklungen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im modernen Friseursalon?

Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Anliegen der Verbraucher geworden. Im modernen Friseursalon bedeutet dies die Verwendung von umweltfreundlichen, tierversuchsfreien und transparent deklarierten Produkten (z.B. Naturkosmetik, vegane Produkte). Auch Konzepte zur Abfallreduzierung und Energieeffizienz gewinnen an Bedeutung, da Kunden Wert auf ethisch vertretbare Dienstleistungen legen.

Wie verändert die Digitalisierung den Friseurbesuch?

Die Digitalisierung revolutioniert den Friseurbesuch von der Terminbuchung bis zum Service im Salon. Online-Terminbuchungen und mobile Apps werden zum Standard. Im Salon können Tablets zur Beratung, Inspiration oder Unterhaltung genutzt werden. Cloud-basierte Kassensysteme vereinfachen die Verwaltung. Eine starke Online-Präsenz, insbesondere mobil optimierte Webseiten, sind entscheidend für die Kundengewinnung.

Was bedeutet „Spezialisierung“ für Friseure und Kunden?

Spezialisierung bedeutet, dass sich Friseure auf bestimmte Techniken (z.B. Colorationen, Haarverlängerungen) oder Zielgruppen (z.B. Männerfrisuren, Brautfrisuren) konzentrieren. Für Kunden bedeutet dies, dass sie von echten Experten betreut werden, die höchste Qualität in ihrem spezifischen Bereich bieten. Dies führt zu einem besseren Serviceerlebnis und höherer Kundenzufriedenheit.

Ist der mobile Friseur die Zukunft?

Der mobile Friseur ist definitiv ein wachsender Trend und ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Flexibilität in der Branche. Er ermöglicht es, Kunden zu bedienen, die aufgrund ihres Berufs oder anderer Verpflichtungen keine Zeit für einen Salonbesuch während der regulären Öffnungszeiten haben. Dies trifft den Nerv vieler vielbeschäftigter, aber zahlungskräftiger Kunden.

Der Friseurberuf steht vor einer spannenden Transformation. Wer sich auf diese Veränderungen einlässt, die Bedürfnisse der Traumgesellschaft versteht und in Emotionen, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Spezialisierung investiert, wird nicht nur überleben, sondern florieren. Der Friseur der Zukunft ist ein ganzheitlicher Schönheits- und Lebensberater, der mit seinem Können und seiner Persönlichkeit begeistert.

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