Was macht eine Frisur aus?

Friseur werden: Karriere mit Schere und Stil

02/07/2023

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Die Frisur ist weit mehr als nur Haare auf dem Kopf; sie ist ein Ausdruck der Persönlichkeit, ein Statement und oft der erste Eindruck, den wir hinterlassen. In einer Welt, in der Ästhetik und individueller Stil immer wichtiger werden, spielen Friseurinnen und Friseure, oft auch als Stylisten bezeichnet, eine zentrale Rolle. Sie sind nicht nur Handwerker, sondern auch Künstler, Berater und Vertraute. Ihr Berufsfeld ist dynamisch, stets im Wandel durch neue Modetrends und innovative Techniken. Doch wie wird man eigentlich zu einem Meister der Haare und des Stylings? Welche Fähigkeiten sind gefragt und welche Wege stehen nach der Ausbildung offen? Dieser Artikel taucht tief in die Welt des Friseurberufs ein, beleuchtet die umfassende Ausbildung und die vielfältigen Aufgaben, die diesen Beruf so besonders machen.

Was ist das berufslexikon?
Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr. * Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg.

Es ist die Kombination aus Kreativität, technischem Können und einem ausgeprägten Gespür für Menschen, die den Friseurberuf so attraktiv macht. Wer sich für diesen Weg entscheidet, wählt eine Karriere, die ständige Weiterentwicklung fordert und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, tagtäglich sichtbare Transformationen zu bewirken und das Selbstwertgefühl der Kunden zu stärken.

Inhaltsverzeichnis

Die Ausbildung zum Friseur (Stylist): Theorie trifft Praxis

Die Ausbildung zum Friseur (Stylist) oder zur Friseurin (Stylistin) ist ein spannender und umfassender Prozess, der in der Regel drei Jahre dauert. Sie ist dual aufgebaut, was bedeutet, dass sich theoretisches Wissen aus der Berufsschule und praktische Anwendung im Ausbildungsbetrieb ideal ergänzen. Diese Struktur gewährleistet, dass angehende Friseure nicht nur die Techniken beherrschen, sondern auch das nötige Hintergrundwissen für eine professionelle Kundenbetreuung und Betriebsführung erwerben.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Friseurin?
Hilfreiche Tipps und Informationen finden Sie auch im AMS-Ausbildungskompass. Die Ausbildung zur Friseurin/zum Friseur dauert drei Jahre und besteht aus einem praktischen sowie einem theoretischen Part. Während in der Berufsschule theoretisches Know-How gelehrt wird, kann dieses Wissen dann in einem Unternehmen umgesetzt und geübt werden.

Theoretische Fundamente in der Berufsschule

In der Berufsschule wird das theoretische Fundament für den Friseurberuf gelegt. Hier lernen die Auszubildenden die wissenschaftlichen und gestalterischen Prinzipien, die für das Handwerk unerlässlich sind:

  • Werkunterricht: Hier werden die handwerklichen und gestalterischen Fertigkeiten von Grund auf gelehrt. Das umfasst den Umgang mit Schere, Kamm, Rasierer und Haarschneidemaschinen sowie das Erlernen verschiedener Schnitt- und Föntechniken.
  • Chemie und Biologie: Diese Fächer sind entscheidend für das Verständnis der Haarstruktur, der Hautbeschaffenheit und vor allem für die sichere Anwendung und das Mischen von Färbe-, Tönungs- und Dauerwellmitteln. Kenntnisse über chemische Reaktionen sind hier von größter Bedeutung, um Haarschäden zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erzielen.
  • Typberatung und Ästhetik: Ein Friseur muss ein Auge für Proportionen, Farben und Formen haben. In diesen Fächern wird vermittelt, wie man individuelle Gesichtszüge und den Hautton analysiert, um die perfekte Frisur und Farbe für jeden Kunden zu finden. Auch das Gespür für kreative Gestaltungsmöglichkeiten und aktuelle Modetrends wird geschult.
  • Deutschunterricht: Eine ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit ist im Friseurberuf unerlässlich. Der Deutschunterricht hilft dabei, Beratungsgespräche effizient und kundenorientiert zu führen, Wünsche präzise zu erfassen und Produkte verständlich zu erklären.
  • Betriebsorganisation, Kundenmanagement, Sozialkunde und Ethik: Diese Fächer vermitteln grundlegendes Wissen über die Führung eines Salons, den Umgang mit Kunden, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Verhaltensweisen im Berufsalltag. Sie bereiten auf die geschäftliche Seite des Berufs vor.

Praktische Anwendung im Ausbildungsbetrieb

Parallel zum Schulunterricht findet die praktische Ausbildung in einem Friseursalon statt. Das erste Lehrjahr ist oft noch stark von Beobachtung und Lernen durch Zusehen geprägt. Auszubildende assistieren, bereiten Arbeitsplätze vor und übernehmen einfache Tätigkeiten unter Aufsicht. Nach und nach werden komplexere Aufgaben übernommen, zunächst noch unter Anleitung, später immer eigenständiger. Diese schrittweise Heranführung an die Praxis ermöglicht es, das in der Berufsschule erworbene Wissen direkt anzuwenden und zu vertiefen.

Die Lehrlingsentschädigung variiert stark je nach Betriebsstandort und Eigentümer, wird aber in einem Ausbildungsvertrag geregelt und steigt in der Regel mit zunehmender Erfahrung und Eigenständigkeit. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung dürfen die Absolventen die Berufsbezeichnung "Friseur (Stylist)/Friseurin (Stylistin)" tragen.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Friseurin?

Was macht ein Friseur (Stylist) eigentlich? Ein vielseitiges Handwerk

Die Aufgaben eines Friseurs gehen weit über das bloße Schneiden von Haaren hinaus. Es ist ein Beruf, der eine breite Palette an Fähigkeiten und Dienstleistungen umfasst, die darauf abzielen, das äußere Erscheinungsbild der Kunden zu pflegen und zu verschönern. Die Gestaltungsmöglichkeiten nehmen durch neue Pflege-, Färbe- und Mechetechniken, durch neue Schnittformen und zahlreiche technische Hilfsmittel ständig zu.

Kernaufgaben im Haarbereich

  • Haarschnitt und Styling: Das Waschen, Schneiden, Föhnen und Stylen von Frisuren für Damen, Herren und Kinder bildet das Fundament des Berufs. Dies umfasst moderne Schnitte, klassische Frisuren, aber auch Fest- und Abendfrisuren.
  • Farbgebung und Umformung: Friseure beherrschen das Tönen, Färben und Mecheln von Haaren, um gewünschte Farbergebnisse zu erzielen. Sie führen auch dauerhafte Umformungen wie Dauerwellen durch. Dabei ist das Wissen über chemische Prozesse und die Haarstruktur entscheidend. Beim Herstellen von dauerhaften Umformungen legen die FriseurInnen (StylistInnen) die Haare zunächst auf Wickler oder sie benützen andere technische Hilfsmittel, die in verschiedenen Größen zur Verfügung stehen. Dann tragen sie ein Wellenpräparat auf und lassen es einwirken. Anschließend müssen sie dieses Präparat wieder ausspülen, die Haare mit einem Neutralisationsmittel fixieren und schließlich die Wickler entfernen.
  • Haarpflege und -diagnose: Friseure sind Experten für die Haargesundheit. Sie führen Haardiagnosen durch, um den Zustand von Haaren und Kopfhaut zu beurteilen, und empfehlen geeignete Pflegeprodukte und Behandlungen wie Shampoos, Kuren oder Kopfhautmassagen.
  • Haarersatz: Obwohl seltener in der täglichen Praxis, gehört auch die Anfertigung, Pflege und das Instandhalten von Haarersatz wie Perücken und Haarteilen zum Ausbildungsinhalt. In der Praxis geht es oft um die Anpassung und Einarbeitung von Haarteilen für spezielle Frisuren.

Erweiterte Dienstleistungen: Schönheit von Kopf bis Fuß

Neben der Haarpflege bieten viele Friseure auch weitere Schönheitsdienstleistungen an, die das Gesamtbild abrunden:

  • Bartpflege: Für Herren umfasst dies das Rasieren, Bartstutzen und Färben von Bärten.
  • Haut- und Nagelpflege: Dazu gehören Gesichtsreinigungen, Gesichtsmassagen, Nagelpflege (Kürzen, Feilen, Lackieren) sowie dekorative Nagelgestaltungen (z.B. mit Strasssteinchen).
  • Dekorative Kosmetik: Dies beinhaltet das Auftragen von Make-up, das Färben und Formen von Augenbrauen und Wimpern, um das Gesicht optimal zur Frisur in Szene zu setzen.
  • Produktverkauf: Friseure beraten Kunden umfassend zu allen einschlägigen Produkten wie Shampoos, Conditionern, Gels, Haarsprays und weiteren Pflege- und Stylingprodukten.

Ein spezieller Bereich, der in der Ausbildung behandelt wird, ist die Maskenbildnerei (Frisieren und Schminken von SchauspielerInnen, Aufkleben von Bärten, plastische Veränderungen des Gesichts). Diese erfordert jedoch für eine Tätigkeit bei Theater und Film eine entsprechende Zusatzausbildung.

Wie wird man Friseurin?
Die Ausbildung zum/zur Friseurin erfolgt als Lehrausbildung im Ausbildungsbetrieb und begleitend dazu in der Berufsschule. Im Ausbildungsbetrieb werden die für den Beruf nötigen praktischen Fertigkeiten erlernt, in der Berufsschule der theoretische Hintergrund des Berufs. Die Lehre wird mit einer Lehrabschlussprüfung beendet.

Kundenberatung: Das Herzstück des Friseurberufs

Bei allen technischen und kreativen Tätigkeiten steht die intensive Kundenberatung und -betreuung an erster Stelle. Ein Friseur ist nicht nur ein Ausführender, sondern ein vertrauenswürdiger Berater. Die Kundenwünsche müssen möglichst genau erfasst und besprochen werden, was oft Einfühlungsvermögen und Geduld erfordert, da viele KundInnen ihre Frisurwünsche und -vorstellungen oft erst im Kundengespräch genauer festlegen.

Die Aufgabe des Friseurs ist es, in der Beratung eine ganz persönliche Behandlung und Gestaltung der Frisur für die KundInnen zu finden. Dabei müssen sie vor allem auf die Beschaffenheit der Haare (Farbe, Stärke, Länge usw.), die Kopf- und Gesichtsform, die Augenfarbe und den Persönlichkeitstyp der KundInnen achten. Diese individuelle Analyse ist entscheidend für ein Ergebnis, das den Kunden nicht nur ästhetisch zufriedenstellt, sondern auch sein Selbstvertrauen stärkt.

Was macht ein Friseur?
Dabei hantieren sie z.B. mit Kämmen, Scheren, Haarschneidemaschinen, Haartrockengeräten, Haarfärbe- und Haarpflegepräparaten und kosmetischen Produkten. Sie arbeiten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Räumlichkeiten von Friseursalons.

Spezialgebiete und Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Friseurberuf ist ein Handwerk, das sich ständig weiterentwickelt. Neue Techniken, Produkte und Modetrends erfordern eine kontinuierliche Weiterbildung. Nach der dreijährigen Ausbildung und dem erfolgreichen Abschluss stehen Friseuren zahlreiche Wege offen:

  • Spezialisierungen: Viele Friseure spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche wie Coloration (Farbexperten), Hochsteckfrisuren (für Hochzeiten und Events), Barber-Dienstleistungen (Herrenschnitte und Bartpflege) oder Haarverlängerungen.
  • Meisterprüfung: Die Meisterprüfung ist ein wichtiger Schritt für alle, die einen eigenen Salon eröffnen oder Führungspositionen übernehmen möchten. Sie vermittelt vertieftes Fachwissen, kaufmännische Kenntnisse und pädagogische Fähigkeiten.
  • Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Für Jugendliche, die eine Lehre absolvieren und gleichzeitig die Matura erwerben möchten, bietet die Berufsreifeprüfung eine hervorragende Möglichkeit, sich schulisch weiterzubilden und den Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen zu ermöglichen.
  • Trainer oder Fachtrainer: Erfahrene Friseure können ihr Wissen an Auszubildende oder andere Friseure weitergeben und als Trainer für Produktfirmen oder Akademien tätig werden.
  • Selbstständigkeit: Der Traum vom eigenen Salon ist für viele Friseure eine Motivation. Mit dem erworbenen kaufmännischen Wissen und ausreichend Erfahrung lässt sich dieser Traum verwirklichen.

Die Vielseitigkeit des Friseurberufs und die ständigen Innovationsmöglichkeiten machen ihn zu einer spannenden Karrierewahl für all jene, die Handwerkliches Geschick, ein Gespür für Ästhetik und Freude am Umgang mit Menschen verbinden möchten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Friseurberuf

FrageAntwort
Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur?Die Ausbildung zum Friseur (Stylist) dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut (Berufsschule und Praxis im Salon).
Was lernt man in der Friseurausbildung?Man lernt Haarschnitte, Farbtechniken (Färben, Tönen, Mecheln), Dauerwellen, Haar- und Hautpflege, dekorative Kosmetik (Make-up, Augenbrauen/Wimpern), Nagelpflege, Bartpflege und den Verkauf von Produkten. Auch Kundenberatung und Betriebsorganisation sind wichtige Bestandteile.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Friseurausbildung?In der Regel wird die erfüllte Schulpflicht vorausgesetzt. Wichtiger sind jedoch Eigenschaften wie Kreativität, handwerkliches Geschick, Kommunikationsfähigkeit, Empathie und ein Gespür für Ästhetik.
Ist der Friseurberuf nur Haareschneiden?Nein, absolut nicht! Der Beruf ist sehr vielseitig und umfasst neben dem Schneiden auch Färben, Stylen, Haarpflege, Haut- und Nagelpflege, Make-up, Bartpflege, Haarersatz und vor allem eine umfassende Kundenberatung.
Kann ich mich als Friseur weiterbilden?Ja, es gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, darunter Spezialisierungen (z.B. Colorist, Barber), die Meisterprüfung, die Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura) und die Möglichkeit, als Trainer oder im Produktmanagement zu arbeiten.
Wie sind die Arbeitszeiten eines Friseurs?Die Arbeitszeiten können variieren und beinhalten oft Samstage. Sie richten sich nach den Öffnungszeiten des Salons und der Kundenfrequenz.

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