17/12/2019
In der Welt der Schönheit und des Wohlbefindens steht der Friseursalon oft für Kreativität, Stil und persönliche Verwandlung. Kundinnen und Kunden suchen hier nicht nur einen neuen Haarschnitt oder eine frische Farbe, sondern auch eine Auszeit vom Alltag, einen Ort, an dem sie sich entspannen und verwöhnen lassen können. Doch hinter den glänzenden Scheren und duftenden Produkten verbirgt sich eine ebenso wichtige Facette, die oft übersehen wird: die Sicherheit und Gesundheit derjenigen, die diese magische Verwandlung ermöglichen – der Friseurinnen und Friseure selbst. Ein sicherer Arbeitsplatz ist das Fundament für ein florierendes Geschäft und das Wohlbefinden aller Beteiligten.

- Der Friseursalon: Ein Ort der Kunst und des Handwerks
- Gefahrstoffe im Friseurhandwerk: Eine unterschätzte Realität
- Die Betriebsanweisung: Ihr Navigator für Sicherheit im Salon
- Der Sicherheitsbeauftragte: Ein unverzichtbarer Partner für die Arbeitssicherheit
- Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten: Eine Investition in die Zukunft
- Praktische Schutzmaßnahmen im Salonalltag
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Sicherheit im Friseursalon
Der Friseursalon: Ein Ort der Kunst und des Handwerks
Ein Friseursalon ist weit mehr als nur ein Geschäft. Er ist eine Werkstatt, ein Atelier und oft auch ein sozialer Treffpunkt. Das Team, bestehend aus Meisterinnen und Meistern, Gesellen, Auszubildenden und Hilfskräften, arbeitet Hand in Hand, um die Wünsche der Kundschaft zu erfüllen. Die täglichen Aufgaben sind vielfältig und anspruchsvoll: Haare waschen, schneiden, färben, stylen, pflegen und oft auch umfassende Beratungen zu Frisuren, Haarfarben und Pflegeprodukten. Dabei kommt eine breite Palette an Produkten zum Einsatz, von Shampoos und Spülungen über Färbemittel und Blondierungen bis hin zu Stylingprodukten und Desinfektionsmitteln.
Während die Ästhetik im Vordergrund steht, darf das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz nicht vernachlässigt werden. Die intensive Nutzung chemischer Produkte, der ständige Kontakt mit Wasser, die stehende Tätigkeit und die Notwendigkeit präziser Handarbeit bergen spezifische Herausforderungen für die Gesundheit der Beschäftigten. Hier kommt das Thema Arbeitssicherheit ins Spiel, das für jeden Salon von entscheidender Bedeutung ist.
Gefahrstoffe im Friseurhandwerk: Eine unterschätzte Realität
Es mag überraschend klingen, aber auch im Friseurhandwerk werden tagtäglich Stoffe verwendet, die als Gefahrstoffe eingestuft werden können. Obwohl viele kosmetische Mittel nicht mit den typischen Gefahrensymbolen gekennzeichnet sind, die man von Industriechemikalien kennt, können sie bei unsachgemäßer Handhabung oder mangelndem Schutz zu gesundheitlichen Problemen führen. Dazu gehören beispielsweise Allergien, Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden oder Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe.

Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) schreibt vor, dass jeder Betrieb, der Gefahrstoffe verwendet, ein Gefahrstoffverzeichnis führen und eine Gefährdungsbeurteilung erstellen muss. Dies gilt auch für Friseursalons. Ziel ist es, potenzielle Risiken zu identifizieren und geeignete Schutzmaßnahmen zu definieren, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und Unfälle zu vermeiden. Es geht nicht darum, Angst zu schüren, sondern ein Bewusstsein für die sichere Handhabung zu schaffen.
Ein zentrales Instrument zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit im Friseursalon ist die Betriebsanweisung. Sie ist quasi der Sicherheitsleitfaden für den Umgang mit potenziell gefährlichen Stoffen und Arbeitsabläufen. Basierend auf der zuvor erstellten Gefährdungsbeurteilung und dem Gefahrstoffverzeichnis, fasst sie die wichtigsten Sicherheitsaspekte und Schutzmaßnahmen betriebsspezifisch zusammen.
Was genau beinhaltet eine Betriebsanweisung für Friseure?
- Gefahrenhinweise: Sie weist auf spezifische Gefahren im Umgang mit kosmetischen Mitteln, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln hin. Dies können Hautreizungen, allergische Reaktionen oder Reizungen der Atemwege sein.
- Schutzmaßnahmen: Sie beschreibt detailliert, welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Dazu gehören beispielsweise das Tragen von Schutzhandschuhen, die Sicherstellung ausreichender Belüftung, die Verwendung von Hautschutzcremes oder die korrekte Lagerung von Produkten.
- Verhaltensregeln: Sie legt fest, wie sich Mitarbeiter im Normalbetrieb und im Falle von Störungen oder Unfällen (z.B. Verschütten von Chemikalien, Kontakt mit Augen) zu verhalten haben.
- Erste Hilfe: Sie gibt Anweisungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unfällen oder gesundheitlichen Beschwerden, die durch den Umgang mit den Stoffen entstehen können.
- Entsorgung: Sie informiert über die korrekte Entsorgung von Produktresten und Abfällen.
Die Betriebsanweisung ist nicht nur ein Dokument, das in der Schublade verschwindet. Sie dient als Grundlage für die regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten und sollte an einer gut sichtbaren und zugänglichen Stelle im Salon aufgehängt werden, damit Mitarbeiter die Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln jederzeit nachlesen können.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet hier eine wertvolle Unterstützung. Sie stellt eine Muster-Betriebsanweisung speziell für das Friseurhandwerk zur Verfügung, die bereits häufig gebrauchte kosmetische Mittel, mögliche Gesundheitsgefährdungen und entsprechende Schutzmaßnahmen beschreibt. Diese Vorlage basiert auf den Vorgaben der TRGS 530 "Friseurhandwerk" und kann individuell an die Bedürfnisse und verwendeten Produkte des jeweiligen Salons angepasst werden. Das sorgfältige Ausfüllen dieser Betriebsanweisung kann sie sogar als vollwertiges Gefahrstoffverzeichnis im Sinne der Gefahrstoffverordnung dienen.
Der Sicherheitsbeauftragte: Ein unverzichtbarer Partner für die Arbeitssicherheit
Neben der Erstellung von Betriebsanweisungen ist die Rolle des Sicherheitsbeauftragten (SiFa) von großer Bedeutung für die Arbeitssicherheit in jedem Betrieb, einschließlich Friseursalons. Ein Sicherheitsbeauftragter ist eine Person, die den Unternehmer oder die Unternehmerin bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes unterstützt. Sie sind keine Aufsichtspersonen, sondern eher Multiplikatoren und Ansprechpartner für ihre Kollegen in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes.
Die Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten umfassen unter anderem:
- Beobachtung, ob Schutzeinrichtungen und -mittel vorhanden sind und ordnungsgemäß benutzt werden.
- Meldung von Mängeln an den Vorgesetzten.
- Unterstützung bei der Durchführung von Unterweisungen.
- Förderung eines sicherheitsbewussten Verhaltens bei den Kollegen.
Obwohl die genaue fachliche Nähe für Sicherheitsbeauftragte in der bereitgestellten Information nicht detailliert beschrieben wird, ist es impliziert, dass sie ein tiefes Verständnis für die spezifischen Arbeitsabläufe und Gefahren des jeweiligen Betriebs – hier des Friseursalons – entwickeln müssen. Ihre Nähe zum Geschehen ermöglicht es ihnen, frühzeitig potenzielle Risiken zu erkennen und Lösungen vorzuschlagen.

Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten: Eine Investition in die Zukunft
Die Qualifizierung zum Sicherheitsbeauftragten ist ein wichtiger Schritt, um die Arbeitssicherheit im Salon aktiv zu gestalten. Die Ausbildung richtet sich an eine breite Zielgruppe, von zukünftigen Sicherheitsbeauftragten über Kontaktpersonen für Arbeitssicherheit bis hin zu Vorgesetzten aus Kleinbetrieben bis zu Großunternehmen. Sie ist branchenunabhängig konzipiert und setzt kein spezifisches Sicherheitssystem einer Branchenlösung voraus, was sie ideal für die Anwendung in einem Friseursalon macht.
Details zur Ausbildung:
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Zielgruppe | Zukünftige Sicherheitsbeauftragte, Kontaktpersonen Arbeitssicherheit, Vorgesetzte (Klein- bis Großunternehmen) |
| Dauer | 2 Tage (insgesamt 15 Stunden), jeweils von 08:00 bis 17:00 Uhr |
| Preis | CHF 820.00 (exkl. MwSt.) |
| Inklusivleistungen | Lehrmittel, Verpflegung (Mineralwasser, Kaffee, Gipfeli, Mittagessen), Prüfungsgebühr, Erstellung der Ausbildungsbestätigung |
Diese umfassende Ausbildung vermittelt den Teilnehmern das notwendige Wissen und die Fähigkeiten, um die Arbeitssicherheit in ihrem Betrieb effektiv zu unterstützen und zu fördern. Es ist eine Investition, die sich durch weniger Arbeitsunfälle, geringere Ausfallzeiten und ein insgesamt gesünderes Arbeitsumfeld schnell bezahlt macht.
Praktische Schutzmaßnahmen im Salonalltag
Neben den formalen Anforderungen wie Betriebsanweisungen und der Benennung eines Sicherheitsbeauftragten gibt es zahlreiche praktische Maßnahmen, die täglich im Friseursalon umgesetzt werden können, um die Sicherheit und Gesundheit zu verbessern:
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen beim Färben, Blondieren oder bei der Arbeit mit chemischen Produkten ist unerlässlich, um Hautirritationen und Allergien vorzubeugen. Auch Schutzbrillen können bei bestimmten Tätigkeiten sinnvoll sein.
- Hautschutz und -pflege: Friseure haben häufig Kontakt mit Wasser und chemischen Substanzen. Regelmäßiges Eincremen der Hände mit Hautschutzcremes vor der Arbeit und Pflegecremes nach der Arbeit ist wichtig, um die natürliche Schutzbarriere der Haut aufrechtzuerhalten.
- Lüftung: Eine gute Belüftung des Salons ist entscheidend, um die Konzentration von Dämpfen und Aerosolen, die bei chemischen Behandlungen entstehen, zu minimieren. Moderne Lüftungssysteme oder regelmäßiges Stoßlüften tragen maßgeblich zur Verbesserung der Raumluftqualität bei.
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Lange Stunden im Stehen und sich wiederholende Bewegungen können zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen. Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, höhenverstellbare Stühle, anti-Ermüdungsmatten und regelmäßige Bewegungspausen können dem entgegenwirken.
- Sichere Lagerung und Entsorgung: Produkte und Chemikalien sollten immer gemäß den Herstellerangaben und der Betriebsanweisung gelagert werden – sicher, kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Die Entsorgung von Resten und Abfällen muss umweltgerecht und sicher erfolgen.
- Ordnung und Sauberkeit: Ein aufgeräumter und sauberer Arbeitsplatz minimiert Stolpergefahren und sorgt für Hygiene. Verschüttete Flüssigkeiten sollten sofort aufgewischt werden.
- Brand- und Notfallvorsorge: Jedes Teammitglied sollte wissen, wo sich Feuerlöscher befinden und wie sie zu bedienen sind. Ein klar definierter Notfallplan und regelmäßige Übungen sind ebenfalls wichtig.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Sicherheit im Friseursalon
- Müssen kosmetische Mittel als Gefahrstoffe behandelt werden?
- Ja, auch wenn sie nicht immer als klassische Gefahrstoffe gekennzeichnet sind, müssen viele kosmetische Mittel im Friseurhandwerk in einem Gefahrstoffverzeichnis aufgeführt und ihre Handhabung in einer Betriebsanweisung geregelt werden, da sie bei unsachgemäßer Anwendung Gesundheitsrisiken bergen können.
- Was ist der Zweck einer Betriebsanweisung im Friseursalon?
- Die Betriebsanweisung fasst die wichtigsten Sicherheitsaspekte und Schutzmaßnahmen im Umgang mit potenziell gefährlichen Stoffen und Arbeitsabläufen zusammen. Sie dient der Unterweisung der Mitarbeiter und stellt sicher, dass alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
- Ist die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten branchenabhängig?
- Nein, die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten ist branchenunabhängig konzipiert und setzt kein spezifisches Sicherheitssystem einer Branchenlösung voraus, was sie universell einsetzbar macht, auch im Friseurhandwerk.
- Wer sollte an der Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten teilnehmen?
- Die Ausbildung richtet sich an zukünftige Sicherheitsbeauftragte, Kontaktpersonen für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte aus Betrieben jeder Größe, die die Arbeitssicherheit in ihrem Unternehmen aktiv mitgestalten möchten.
- Welche Rolle spielt die BGW für die Sicherheit im Friseurhandwerk?
- Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist ein wichtiger Partner für Friseurbetriebe. Sie bietet unter anderem Muster-Betriebsanweisungen und Informationen zur Umsetzung der Arbeitssicherheit, basierend auf relevanten technischen Regeln wie der TRGS 530.
- Welche einfachen Maßnahmen kann ich sofort ergreifen, um die Sicherheit in meinem Salon zu verbessern?
- Beginnen Sie mit einer gründlichen Reinigung und Organisation des Arbeitsplatzes. Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter geeignete Schutzhandschuhe tragen, wenn nötig, und sorgen Sie für eine gute Belüftung. Überprüfen Sie, ob eine aktuelle Betriebsanweisung vorhanden und für alle zugänglich ist.
Die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter in Friseursalons ist keine Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil eines verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Unternehmertums. Durch die konsequente Anwendung von Betriebsanweisungen, die Ausbildung qualifizierter Sicherheitsbeauftragter und die Einhaltung praktischer Schutzmaßnahmen schaffen Friseurbetriebe nicht nur ein sicheres Arbeitsumfeld, sondern auch eine Atmosphäre des Vertrauens und des Wohlbefindens für das gesamte Team. Es ist die Investition in die wertvollste Ressource eines Salons: seine Menschen.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Sicherheit im Friseursalon: Mehr als nur Schere & Kamm kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Haarpflege besuchen.
