Wie viel verdient ein Friseur in der Schweiz?

Friseurausbildung: Dein Weg zum Haarkünstler

17/08/2020

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Die Ausbildung zum Friseur oder zur Friseurin ist ein vielseitiger und kreativer Berufsweg, der dich in nur drei Jahren zu einem echten Experten für Haare und Schönheit macht. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, was bedeutet, dass du die perfekte Mischung aus praktischer Arbeit im Friseursalon und theoretischem Unterricht in der Berufsschule erlebst. Diese Kombination stellt sicher, dass du nicht nur das Handwerk von Grund auf lernst, sondern auch die wissenschaftlichen und kaufmännischen Hintergründe verstehst, die für eine erfolgreiche Karriere unerlässlich sind. Während dieser intensiven Zeit wirst du in alle Facetten des Friseurhandwerks eingeführt – von der Haarpflege über den perfekten Schnitt bis hin zu innovativen Styling- und Farbtechniken. Doch was genau erwartet dich in diesen drei Jahren, und wie kannst du das Beste aus deiner Ausbildung herausholen?

Inhaltsverzeichnis

Die dreijährige Friseurausbildung im Detail

Die standardmäßige Dauer der Friseurausbildung beträgt drei Jahre. Diese Zeit ist sorgfältig strukturiert, um dir ein umfassendes Wissen und Können zu vermitteln. Das duale System ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg, da es eine direkte Anwendung des Gelernten ermöglicht und dich frühzeitig in den Berufsalltag integriert. Es ist eine Zeit des Lernens, des Ausprobierens und des stetigen Wachstums, in der du nicht nur technische Fähigkeiten entwickelst, sondern auch deine sozialen Kompetenzen im Umgang mit Kunden und Kollegen stärkst.

Wann kommt der neue Tarifvertrag für Friseurbetriebe?
Für Friseurbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer (HwK) Koblenz gilt ab dem 1. September 2023 ein neuer Tarifvertrag. Darauf haben sich der Landesverband „Friseure & Kosmetik Rheinland“ sowie „ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland“ geeinigt.

Praxis im Salon: Dein zweites Zuhause

Der Großteil deiner Ausbildungszeit verbringst du im Friseursalon. Hier lernst du direkt von erfahrenen Friseuren und meisterst die täglichen Herausforderungen des Berufs. Zu Beginn wirst du vor allem assistierende Aufgaben übernehmen, wie das Waschen der Haare, das Vorbereiten von Arbeitsplätzen und das Aufräumen. Aber schon bald wirst du unter Anleitung erste Schnitte üben, Haarfarben anmischen und Kunden frisieren. Der Salon ist der Ort, an dem du ein Gefühl für Ästhetik entwickelst, lernst, wie man mit verschiedenen Haartypen umgeht, und vor allem, wie man Kunden berät und glücklich macht. Die direkte Interaktion mit echten Kunden ist unerlässlich, um Fähigkeiten wie Kundenberatung, Empathie und Verkaufstalent zu entwickeln.

  • Haarwäsche und Kopfhautmassagen
  • Vorbereitung von Kunden und Arbeitsplätzen
  • Föhnen, Glätten und Lockenstyling
  • Mischen und Auftragen von Haarfarben und Tönungen
  • Assistenz bei Haarschnitten und Umformungen
  • Kundenempfang und Terminmanagement
  • Warenkunde und Produktberatung

Theorie in der Berufsschule: Die Grundlagen meistern

Parallel zur praktischen Ausbildung besuchst du ein- bis zweimal pro Woche die Berufsschule. Hier werden dir die theoretischen Grundlagen vermittelt, die für das Verständnis des Handwerks unerlässlich sind. Das reicht von der Haar- und Hautphysiologie über Chemie (Farblehre, Inhaltsstoffe von Produkten) bis hin zu Hygienevorschriften und Betriebswirtschaftslehre. Auch Themen wie Kommunikation, psychologische Aspekte der Kundenbetreuung und Marketing stehen auf dem Lehrplan. Die Berufsschule legt das Fundament, auf dem dein praktisches Können aufbaut und dir ein tiefes Verständnis für die Materie ermöglicht.

  • Haar- und Hautkunde (Anatomie, Physiologie)
  • Chemie und Farblehre (Umgang mit Farben, Blondierungen, Dauerwellen)
  • Schnitttechniken und Formenlehre
  • Hygiene und Arbeitssicherheit
  • Betriebswirtschaftslehre und Salonmanagement
  • Kommunikation und Kundenpsychologie
  • Trends und Modegeschichte

Was lernt man während der Ausbildung?

Die Ausbildung zum Friseur ist unglaublich vielseitig und deckt ein breites Spektrum an Fähigkeiten ab. Es geht weit über das reine Schneiden hinaus. Du lernst, die Gesichtsform eines Kunden zu analysieren, um den passenden Haarschnitt zu finden, oder die Haarstruktur zu beurteilen, bevor du eine Farbe wählst. Es ist ein Beruf, der viel Kreativität und technisches Geschick erfordert.

Hier eine Übersicht der Hauptlernbereiche:

Praktische FertigkeitenTheoretisches Wissen
Haar- und KopfhautdiagnoseHaarbiologie und -chemie
Waschen, Pflegen, Schneiden (Damen, Herren, Kinder)Schnittsysteme und -techniken
Färben, Strähnen, BlondierenFarblehre und Farbchemie
Dauerwellen und HaarumformungWirkungsweisen von Dauerwellmitteln
Hochsteckfrisuren, Brautfrisuren, SteckfrisurenStyling- und Formgebungstechniken
Beratung und Verkauf von PflegeproduktenWarenkunde und Produktzusammensetzung
Hygiene- und DesinfektionsmaßnahmenArbeitsschutz und Gesundheitslehre
Kundenkommunikation und BeschwerdemanagementKommunikationspsychologie

Verdienstmöglichkeiten während und nach der Ausbildung

Das Ausbildungsgehalt im Friseurhandwerk ist gestaffelt und steigt mit jedem Ausbildungsjahr an. Es variiert je nach Bundesland und Tarifvertrag, liegt aber in der Regel im unteren bis mittleren Bereich der Ausbildungsvergütungen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kannst du als Geselle oder Gesellin ein höheres Einstiegsgehalt erwarten, das ebenfalls regional unterschiedlich sein kann. Mit zunehmender Berufserfahrung, Spezialisierungen (z.B. als Colorist oder Stylist für Hochsteckfrisuren) und Weiterbildungen (wie der Meisterprüfung) steigen die Verdienstmöglichkeiten deutlich an. Viele Friseure entscheiden sich nach einigen Jahren Berufserfahrung auch für die Selbstständigkeit und eröffnen ihren eigenen Salon.

Spezialisierungen und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung hört das Lernen nicht auf. Der Friseurberuf ist dynamisch und ständig im Wandel, was neue Trends und Techniken angeht. Dies bietet hervorragende Möglichkeiten zur Weiterbildung und Spezialisierung. Wer sich kontinuierlich fortbildet, bleibt nicht nur am Puls der Zeit, sondern kann auch seine Karriere vorantreiben und das Einkommen steigern.

  • Meisterprüfung: Der Friseurmeistertitel ist die höchste Qualifikation im Friseurhandwerk. Er ermöglicht es dir, einen eigenen Salon zu eröffnen, Lehrlinge auszubilden und leitende Positionen zu übernehmen.
  • Spezialisierungen: Du kannst dich auf bestimmte Bereiche konzentrieren, z.B. als Colorist (Farbexperte), Stylist für Hochsteck- und Brautfrisuren, Barbier für Herrenhaarschnitte und Bartpflege, oder Experte für Haarverlängerungen und -verdichtungen.
  • Fachschulen und Akademien: Viele Hersteller und private Akademien bieten Kurse zu den neuesten Schnitt-, Farb- und Stylingtechniken an.
  • Visagistik und Make-up Artist: Eine Erweiterung des Leistungsangebots, die oft Hand in Hand mit dem Friseurberuf geht.
  • Salonmanagement: Weiterbildungen im Bereich Betriebswirtschaft, Marketing und Personalführung für angehende Führungskräfte oder Saloninhaber.

Das Konzept des lebenslangen Lernens ist im Friseurhandwerk besonders wichtig, um relevant zu bleiben und den Kunden immer die neuesten Trends und Techniken anbieten zu können.

Tipps für angehende Friseure: So gelingt der Start

Der Weg zum erfolgreichen Friseur beginnt mit der richtigen Einstellung und Vorbereitung. Hier sind einige Tipps, die dir den Start in deine Ausbildung erleichtern können:

  • Leidenschaft zeigen: Friseur ist ein Handwerk, das von Leidenschaft lebt. Zeige in Bewerbungen und Gesprächen dein Interesse und deine Begeisterung für Haare und Schönheit.
  • Praktika absolvieren: Ein Praktikum im Friseursalon vor der Bewerbung ist Gold wert. Du bekommst einen Einblick in den Arbeitsalltag und kannst Kontakte knüpfen.
  • Kommunikationsfähigkeit üben: Der Umgang mit Menschen ist zentral. Übe Zuhören, Fragen stellen und dich klar auszudrücken.
  • Kreativität und Offenheit: Sei offen für neue Ideen, Trends und Techniken. Probiere dich aus und entwickle deinen eigenen Stil.
  • Belastbarkeit: Der Job kann körperlich anstrengend sein (langes Stehen) und erfordert oft Konzentration über längere Zeit.
  • Gute Noten in relevanten Fächern: Chemie, Kunst und Mathematik können hilfreich sein, sind aber oft nicht entscheidend. Wichtiger ist die persönliche Eignung.

Häufig gestellte Fragen zur Friseurausbildung

Benötige ich einen bestimmten Schulabschluss für die Friseurausbildung?

Nein, formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen jedoch bevorzugt Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Schulabschluss ein. Wichtiger als der Notendurchschnitt sind oft Motivation, Geschicklichkeit und gute Umgangsformen.

Ist die Ausbildung zum Friseur schwer?

Die Ausbildung ist anspruchsvoll, da sie sowohl handwerkliches Geschick als auch theoretisches Wissen und soziale Kompetenzen erfordert. Mit Engagement und Lernbereitschaft ist sie jedoch gut zu meistern. Die größte Herausforderung ist oft die Kombination aus körperlicher Arbeit und dem ständigen Umgang mit verschiedenen Kundenpersönlichkeiten.

Gibt es auch Teilzeit-Ausbildungen?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Friseurausbildung auch in Teilzeit möglich, zum Beispiel für Eltern oder Personen mit Pflegeaufgaben. Dies muss jedoch individuell mit dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule abgestimmt werden und führt in der Regel zu einer längeren Ausbildungsdauer.

Welche Karrieremöglichkeiten habe ich nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung kannst du als Geselle/Gesellin in einem Salon arbeiten, dich auf bestimmte Bereiche spezialisieren, die Meisterprüfung ablegen und einen eigenen Salon eröffnen oder eine Führungsposition übernehmen. Auch eine Tätigkeit als Trainer für Friseurprodukte, als Stylist für Film/Fernsehen/Mode oder im Außendienst ist denkbar.

Wie finde ich einen Ausbildungsplatz?

Suche online nach freien Ausbildungsplätzen in deiner Region (z.B. bei der Handwerkskammer, Jobbörsen). Bewirb dich initiativ bei Friseursalons, die dir gefallen. Ein Praktikum ist oft der beste Weg, um einen Fuß in die Tür zu bekommen und sich zu beweisen.

Kann ich die Ausbildungszeit verkürzen?

Unter bestimmten Voraussetzungen, wie sehr guten Leistungen in Berufsschule und Betrieb oder einem höheren Schulabschluss (z.B. Abitur), ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit um bis zu einem halben Jahr möglich. Dies muss jedoch beim Ausbildungsbetrieb und der zuständigen Kammer beantragt werden.

Die Friseurausbildung ist eine solide Basis für eine Karriere in einem spannenden und kreativen Handwerk. Wenn du Freude am Umgang mit Menschen hast, ein Gespür für Ästhetik besitzt und bereit bist, ständig Neues zu lernen, dann könnte dieser Beruf genau das Richtige für dich sein. Die drei Jahre der Ausbildung legen den Grundstein für einen Beruf, der nicht nur technisches Können, sondern auch viel Herz und Leidenschaft erfordert.

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