14/02/2019
Der Friseurberuf ist weit mehr als nur das Schneiden von Haaren. Es ist eine faszinierende Mischung aus Handwerk, Kunst, Psychologie und sozialer Interaktion. Friseure sind nicht nur Stylisten, sondern auch Berater, Vertraute und manchmal sogar Therapeuten. Ihr primäres Ziel ist es, Menschen ein angenehmes Gefühl zu geben, ihnen zu einem neuen Look zu verhelfen, der ihre Persönlichkeit unterstreicht, und ihnen dabei ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Dies gelingt durch eine fundierte Beratung, die präzise Umsetzung der typgerechten Frisur und nicht zuletzt durch anregende und empathische Gespräche.

- Was macht ein Friseur eigentlich?
- Die Kunst der Beratung: Mehr als nur ein Schnitt
- Fähigkeiten und Eigenschaften: Was einen guten Friseur auszeichnet
- Der Weg zum Friseurberuf: Ausbildung und Voraussetzungen
- Werkzeuge des Handwerks: Das Arsenal eines Profis
- Effilieren und Ausdünnen: Spezielle Techniken verstehen
- Was Friseure mögen – und was nicht
- Finanzielle Aspekte: Was verdient ein Friseur?
- Friseur oder Frisör? Eine Frage der Bezeichnung
- Einen guten Friseur finden: Tipps für die perfekte Wahl
- Häufig gestellte Fragen zum Friseurberuf
Was macht ein Friseur eigentlich?
Die Tätigkeiten eines Friseurs sind äußerst vielfältig und reichen weit über das reine Haareschneiden hinaus. Im Kern geht es darum, die Haare zu waschen, zu pflegen, zu schneiden, zu färben und zu frisieren. Doch die eigentliche Kunst liegt in der individuellen Beratung der Kunden. Ein guter Friseur nimmt sich Zeit, um den Stil des Kunden zu verstehen, sei es anhand der Kleidung, des Gesprächs oder der Mimik. Er berät umfassend in Fragen der Frisur, der Haarpflege und des Haarstylings.
Darüber hinaus können Friseure auch weitere Dienstleistungen anbieten, die das Gesamtbild abrunden: die Pflege von Händen, die Gestaltung von Fingernägeln oder das Auftragen von Make-up. Auch der Verkauf von kosmetischen Produkten und Haarpflegeartikeln gehört oft zum Aufgabenbereich. Das Spektrum ist breit und erfordert ständige Weiterbildung, um stets auf dem neuesten Stand der Trends und Techniken zu bleiben, sei es bei neuen Farben, aktuellen Kosmetik- oder Frisurentrends.
Die Kunst der Beratung: Mehr als nur ein Schnitt
Ein herausragender Friseur zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, eine umfassende und typgerechte Beratung zu bieten. Dies beginnt oft schon mit der Beobachtung des Kunden beim Betreten des Salons. Die Kleidung, der Gang, die Ausstrahlung – all das gibt Aufschluss über den Lebensstil und die Persönlichkeit. Ein guter Friseur nutzt zudem detaillierte Kundenkarten, auf denen wichtige Informationen und Notizen zur Beratung festgehalten werden. Dies hilft, die Historie des Kunden zu verfolgen und bei jedem Besuch einen maßgeschneiderten Service zu bieten.
Die Beratung umfasst nicht nur die Wahl der Frisur, sondern auch die Empfehlung passender Pflegeprodukte und Styling-Tipps für zu Hause. Es geht darum, dem Kunden ein Verständnis dafür zu vermitteln, wie er seinen neuen Look selbst pflegen und stylen kann. Ein Zeichen für einen exzellenten Salon ist auch, wenn der eigene Name und die Qualität der Arbeit im Vordergrund stehen, anstatt nur die Schilder haarkosmetischer Firmen. Dies zeugt von einem starken Markenbewusstsein und Vertrauen in die eigene Kompetenz.
Fähigkeiten und Eigenschaften: Was einen guten Friseur auszeichnet
Um im Friseurberuf erfolgreich zu sein und Kunden glücklich zu machen, bedarf es einer Kombination aus fachlichem Können und ausgeprägten persönlichen Eigenschaften. Wenn Sie überlegen, ob dieser Beruf der richtige für Sie ist, können Sie sich an folgenden Kriterien orientieren:
- Gespür für Trends und Ästhetik: Ein guter Friseur hat ein angeborenes Gefühl für Schönheit und ist immer über die neuesten Moden und Trends im Bilde. Er kann diese auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden anpassen.
- Kreativität: Die Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln und innovative Frisuren zu gestalten, ist entscheidend. Jeder Kopf ist eine neue Leinwand.
- Handwerkliches Geschick: Präzision beim Schneiden, Färben und Frisieren ist unerlässlich. Eine ruhige Hand und ein Auge fürs Detail sind hierbei von größter Bedeutung.
- Kommunikationsfähigkeit: Zuhören können, empathisch sein und die Wünsche des Kunden verstehen – das sind Schlüsselkompetenzen. Anregende Gespräche tragen maßgeblich zum Wohlfühlerlebnis bei.
- Dienstleistungsorientierung: Die Zufriedenheit des Kunden steht immer an erster Stelle. Freundlichkeit, Geduld und Hilfsbereitschaft sind hierbei unerlässlich.
- Hygienebewusstsein: Sauberkeit am Arbeitsplatz und bei den verwendeten Werkzeugen ist absolut grundlegend.
- Chemische Kenntnisse: Besonders im Bereich der Coloration sind Kenntnisse über chemische Zusammenhänge von großer Bedeutung, um Haarschäden zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erzielen.
Neben diesen spezifischen Fähigkeiten sind auch allgemeine Bildungsinhalte wie Deutsch, Sozialkunde und Sport relevant. Fachlich werden in der Ausbildung Fächer wie Betriebsorganisation und Kundenmanagement, Pflege und Gestaltung sowie Formgebung und Farbveränderung gelehrt.
Der Weg zum Friseurberuf: Ausbildung und Voraussetzungen
Der Friseurberuf ist ein Handwerk, das eine fundierte Ausbildung erfordert. Rechtlich ist zwar keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, und es ist grundsätzlich möglich, auch ohne Schulabschluss eine Friseur-Lehrstelle zu beginnen. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
Wichtig ist zu verstehen, dass die Ausbildung keineswegs anspruchslos ist. Ganz im Gegenteil: Die Komplexität von chemischen Prozessen bei Colorationen, das Erlernen präziser Schnitttechniken und die Entwicklung eines geschulten Blicks für Ästhetik erfordern Engagement und Lernbereitschaft. Eine Umschulung zur Friseurin ist ebenfalls eine Option für Quereinsteiger, um den Beruf im Rahmen einer zweiten Ausbildung zu erlernen.
Friseure arbeiten typischerweise in Friseursalons, können aber auch in Drogeriegeschäften mit angeschlossenen Friseurstudios, in Hotel- und Wellnessbetrieben, Kuranstalten oder Kliniken tätig sein. Die Berufsaussichten sind vielfältig.
Werkzeuge des Handwerks: Das Arsenal eines Profis
Ein Friseur ist nur so gut wie seine Werkzeuge. Professionelle Friseure verfügen über ein umfangreiches Arsenal an Spezialwerkzeugen, die für die unterschiedlichsten Techniken und Haartypen unerlässlich sind:
- Scheren und Messer: Von der klassischen Schneideschere über Effilierscheren bis hin zu Rasiermessern für spezielle Effekte und Konturen.
- Kämme: In verschiedenen Größen und Zahnungen für unterschiedliche Haartypen und Styling-Zwecke.
- Bürsten: Rundbürsten, Paddelbürsten, Skelettbürsten – jede für einen spezifischen Zweck, sei es für Volumen, Glanz oder Entwirrung.
- Haarschneidemaschinen und Trimmer: Für präzise Schnitte, Konturen und Kurzhaarfrisuren.
- Haartrockner/Föhne & Zubehör: Leistungsstarke Föhne mit verschiedenen Aufsätzen für schnelles Trocknen und präzises Styling.
- Stylinggeräte: Glätteisen, Lockenstäbe, Kreppeisen für vielfältige Styling-Optionen.
- Mini-Elektrogeräte: Spezielle kleine Geräte für Detailarbeiten.
- Werkzeug für Azubis: Oft Starter-Kits, die die grundlegenden Werkzeuge für die Ausbildung enthalten.
Effilieren und Ausdünnen: Spezielle Techniken verstehen
Zwei Begriffe, die oft im Zusammenhang mit dem Friseurberuf fallen, sind „Effiliermesser“ und „Effilierschere“. Beide dienen dazu, die Haare auszudünnen oder sanft auslaufen zu lassen, haben aber unterschiedliche Anwendungsbereiche:
- Effiliermesser: Der klassische Einsatz von Effiliermessern ist, kurze Partien im Nacken oder an den Seiten sanft auslaufen zu lassen. Man fährt mit dem Effiliermesser mehrfach von oben nach unten über diese Partien, um eine weiche und natürliche Linie zu erzeugen. Es eignet sich hervorragend für Übergänge und feine Anpassungen.
- Effilierschere: Die Effilierschere, erkennbar an ihren gezahnten Klingen, dient dem Ausdünnen von Haaren und kann auch zum Toupieren verwendet werden. Wenn Sie dickes Haar haben, bewirkt genau dieses Ausdünnen, dass Ihr Haar besser liegt, weniger voluminös wirkt und kein „Eigenleben“ entwickelt. Menschen mit sehr dickem Haar oder starken Wirbeln kennen die Problematik am besten, und hier kann die Effilierschere Abhilfe schaffen, indem sie das Gewicht des Haares reduziert.
Was Friseure mögen – und was nicht
Eine gute Beziehung zwischen Kunde und Friseur basiert auf Vertrauen und Respekt. Es gibt einige Dinge, die Friseure schätzen, und andere, die sie weniger gern sehen:
Was Friseure mögen:
- Pünktlichkeit bei Terminen.
- Ehrliches Feedback und offene Kommunikation über Wünsche und Erwartungen.
- Vertrauen in ihre Expertise und die Bereitschaft, sich beraten zu lassen.
- Haare, die nicht extrem fettig sind – eine normale Sauberkeit ist ausreichend, da das Waschen im Salon ein wichtiger Schritt ist.
Was Friseure nicht mögen:
- Mit frisch gewaschenen und noch nassen Haaren im Salon erscheinen. Das Waschen im Salon ist nicht nur ein wichtiger Hygieneschritt, sondern der Friseur muss das Haar auch im trockenen Zustand beurteilen können, um den Zustand, die Struktur und die Fallrichtung richtig einzuschätzen.
- Ohne Termin erscheinen und sofort bedient werden wollen, besonders in gut besuchten Salons.
- Unehrliches Feedback, das das Ergebnis später negativ beeinflusst.
Finanzielle Aspekte: Was verdient ein Friseur?
Das Einkommen eines Friseurs kann je nach Erfahrung, Standort und Qualifikation variieren. Hier ein Überblick über die durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten:
| Qualifikation/Berufsstand | Durchschnittliches Brutto-Monatseinkommen | Durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen |
|---|---|---|
| Auszubildender (Anfangsgehalt) | ca. 550 - 750 EUR | ca. 6.600 - 9.000 EUR |
| Friseur (Berufseinsteiger) | 1.400 EUR - 1.600 EUR | 17.700 EUR - 21.900 EUR |
| Erfahrener Friseur/in | 1.600 EUR - 2.200 EUR | 19.200 EUR - 26.400 EUR |
| Friseurmeister/in oder Saloninhaber/in | bis zu 3.000 EUR und mehr | bis zu 36.000 EUR und mehr |
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Zahlen Durchschnittswerte sind und regional sowie je nach Salongröße und -konzept abweichen können. Trinkgelder können das Einkommen zusätzlich aufbessern.

Friseur oder Frisör? Eine Frage der Bezeichnung
Oftmals stellt sich die Frage: Was ist nun richtig – „Friseur“ oder „Frisör“? Um es vorweg zu nehmen: Beides ist korrekt! Und es gibt sogar noch eine Menge anderer Bezeichnungen für diesen Berufsstand. Die Damen und Herren, die sich mit der Pflege des Kopfhaares und der Gestaltung von Frisuren befassen, werden neben Friseur und Friseurin auch als Frisör und Frisörin bezeichnet. Weitere Begriffe sind Coiffeur oder Coiffeuse (aus dem Französischen), Hairdresser (aus dem Englischen), oder veraltete Bezeichnungen wie Barbier (oft für Männerhaar und Bärte) und Haarkünstler. Alle Begriffe beschreiben im Wesentlichen dieselbe Tätigkeit: die professionelle Pflege und Gestaltung von Haaren.
Einen guten Friseur finden: Tipps für die perfekte Wahl
Den „richtigen“ Friseur zu finden, kann eine Herausforderung sein, aber es lohnt sich, Zeit zu investieren. Schließlich vertrauen Sie diesem Menschen Ihr Aussehen an. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:
- Persönliche Empfehlungen: Fragen Sie Bekannte, deren Haarschnitte Ihnen schon immer gut gefallen haben. Eine persönliche Empfehlung ist oft Gold wert. Wenn es sich um einen persönlichen Tipp handelt, erwähnen Sie dies unbedingt zu Beginn des Termins – Coiffeure geben sich dann meist nochmals besondere Mühe.
- Online-Bewertungen: Schauen Sie sich auf Bewertungsportalen im Internet um. Lesen Sie sich die Kommentare durch, achten Sie auf wiederkehrende positive oder negative Punkte.
- Erster Eindruck und Ambiente: Besuchen Sie den Salon vorab oder werfen Sie einen Blick durchs Schaufenster. Wirkt der Salon sauber und einladend? Ist das Personal freundlich und professionell?
- Beobachten Sie die Arbeit: Achten Sie darauf, wie die Friseure mit anderen Kunden umgehen. Nehmen sie sich Zeit für Beratungen? Wirken sie konzentriert und präzise?
- Probetermin oder Beratung: Vereinbaren Sie einen kurzen Beratungstermin, bevor Sie sich für einen vollständigen Schnitt entscheiden. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, den Friseur kennenzulernen, Ihre Wünsche zu besprechen und zu sehen, ob die „Chemie“ stimmt.
- Der 5,7-Zentimeter-Test für Kurzhaarfrisuren: Wenn Sie über eine Kurzhaarfrisur nachdenken, können Sie den einfachen Test mit Lineal und Bleistift machen: Halten Sie einen Bleistift waagerecht unter Ihr Kinn und ein Lineal senkrecht unter Ihr Ohrläppchen. Ist der Abstand zwischen Ohr und Kinn (dort, wo Bleistift und Lineal sich kreuzen) geringer als 5,7 Zentimeter, stehen Ihnen Kurzhaarfrisuren besonders gut. Bei einem größeren Abstand seien längere Haare vorteilhafter.
- Terminreservierung: Ein guter Friseur arbeitet in aller Regel mit Terminreservierung, um Wartezeiten zu minimieren und jedem Kunden die volle Aufmerksamkeit widmen zu können.
Häufig gestellte Fragen zum Friseurberuf
Kann jeder Friseur werden?
Grundsätzlich ist dies möglich, da rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben ist. Jedoch ist die Friseur-Ausbildung anspruchsvoll und erfordert Talent, handwerkliches Geschick und Lernbereitschaft, besonders im Bereich der Chemie bei Colorationen.
Was muss ein guter Friseur können?
Ein guter Friseur nimmt sich Zeit für die Kunden, beurteilt deren Stil, berät umfassend und ist stets auf dem neuesten Stand der Trends und Techniken durch regelmäßige Fortbildungen.
Was macht eine gute Friseurin aus?
Eine gute Friseurin hat ausführliche Kundenkarten, arbeitet vorwiegend mit Terminreservierung, hat ein Gespür für Ästhetik und Kreativität und legt Wert auf die Qualität ihrer Arbeit, die oft durch den eigenen Namen am Salon symbolisiert wird.
Wie viel verdient man als Friseurin?
Als Berufseinsteiger liegt das monatliche Bruttoeinkommen zwischen 1.400 EUR und 1.600 EUR. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 17.700 EUR bis 21.900 EUR. Als Friseurmeister oder Saloninhaber kann das monatliche Bruttoeinkommen bis zu 3.000 EUR oder mehr betragen.
Was ist der Unterschied zwischen Effiliermesser und Effilierschere?
Ein Effiliermesser wird verwendet, um kurze Partien sanft auslaufen zu lassen und weiche Übergänge zu schaffen. Eine Effilierschere dient dem Ausdünnen von Haaren, um Volumen zu reduzieren und das Haar besser fallen zu lassen.
Kann man ohne Ausbildung Friseur werden?
Nein, um professionell als Friseur zu arbeiten, ist eine Ausbildung notwendig. Eine Umschulung ist jedoch eine Möglichkeit, den Beruf im Rahmen einer zweiten Ausbildung zu erlernen.
Kann jeder einen Friseursalon eröffnen?
In der Regel nicht. Da der Friseurberuf ein Handwerk ist, bei dem die Meisterpflicht besteht, müssen Sie in den meisten Fällen einen Meisterbrief besitzen, um Ihren eigenen Friseursalon zu eröffnen.
Der Friseurberuf ist ein Handwerk, das von Leidenschaft, Kreativität und dem Wunsch lebt, Menschen ein gutes Gefühl zu geben. Es ist ein dynamischer Beruf, der ständige Weiterentwicklung erfordert und vielfältige Karrieremöglichkeiten bietet. Ob als Stylist, Meister oder Saloninhaber – die Welt der Haare bietet unzählige Möglichkeiten, die eigene Kreativität auszuleben und einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden anderer zu nehmen.
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