24/12/2025
Das Friseurhandwerk ist eine Kunstform, die Kreativität, Präzision und direkten Kundenkontakt vereint. Doch hinter dem Glanz der gestylten Haare und dem Duft frischer Produkte verbergen sich oft unsichtbare Risiken: Gefahrstoffe. Diese chemischen Substanzen, die täglich in Salons zum Einsatz kommen, können bei unsachgemäßem Umgang oder mangelndem Schutz ernsthafte Gesundheitsrisiken für Friseure und Auszubildende darstellen. Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) bieten hier einen wichtigen Rahmen, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten, selbst wenn es sich um Produkte handelt, die nicht primär als gefährlich gekennzeichnet sind, wie viele kosmetische Mittel.

Die Auseinandersetzung mit Gefahrstoffen im Friseurhandwerk ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern eine grundlegende Verantwortung gegenüber sich selbst, den Mitarbeitern und der Kundschaft. Dieser Artikel beleuchtet, welche Stoffe im Friseuralltag Risiken bergen, welche gesundheitlichen Auswirkungen sie haben können und wie man sich effektiv davor schützt. Dabei wird auch die besondere Rolle von Aus- und Fortbildungsstätten hervorgehoben, da dort die Grundlagen für sicheres Arbeiten gelegt werden.
- Was sind Gefahrstoffe im Friseurhandwerk? Eine Definition
- Die unsichtbaren Risiken: Haut- und Atemwegserkrankungen
- TRGS 401: Ein Schutzschild für Friseure
- Spezifische Gefahrstoffe und ihre Anwendungen im Salon
- Prävention ist der beste Schutz: Maßnahmen im Salon
- Vergleichstabelle: Gefahrstoffe und empfohlene Schutzmaßnahmen
- Erste Hilfe bei Exposition
- Die Rolle von Aus- und Fortbildungsstätten
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Was sind Gefahrstoffe im Friseurhandwerk? Eine Definition
Im Kontext des Friseurhandwerks beziehen sich Gefahrstoffe nicht ausschließlich auf Produkte, die explizit mit Gefahrensymbolen gekennzeichnet sind. Gemäß der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) umfasst dieser Begriff alle Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, die bei der Arbeit verwendet werden und die aufgrund ihrer Eigenschaften oder der Art ihrer Anwendung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Dies gilt auch für kosmetische Mittel, die im Alltag als harmlos erscheinen mögen, aber bei wiederholtem und längerem Hautkontakt oder Einatmen von Dämpfen zu Problemen führen können.
Die Hauptgefahr, die von diesen Stoffen ausgeht, liegt in ihrer potenziell reizenden und/oder sensibilisierenden Wirkung. Eine reizende Wirkung äußert sich oft sofort in Form von Rötungen, Juckreiz oder Brennen auf der Haut oder in den Atemwegen. Eine sensibilisierende Wirkung ist tückischer: Sie führt dazu, dass der Körper nach wiederholtem Kontakt eine Überempfindlichkeit entwickelt. Ist eine Person einmal sensibilisiert, kann bereits der geringste Kontakt mit dem Stoff eine schwere allergische Reaktion auslösen, die sich als chronische Hauterkrankung oder Asthma manifestiert.
Typische Gefahrstoffe im Friseurhandwerk finden sich in:
- Haarfärbemitteln und Blondierungen
- Dauerwellen- und Glättungsprodukten
- Shampoos, Conditionern und Stylingprodukten
- Desinfektions- und Reinigungsmitteln
- Klebstoffen für Haarverlängerungen
Es ist entscheidend zu verstehen, dass die Gefahr nicht nur von hochkonzentrierten Chemikalien ausgeht, sondern auch von scheinbar unbedenklichen Produkten, deren Inhaltsstoffe bei kumulativer Exposition schädlich wirken können.
Die unsichtbaren Risiken: Haut- und Atemwegserkrankungen
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Gefahrstoffen im Friseurhandwerk sind vielfältig und können von leichten Irritationen bis zu chronischen, berufsbedingten Erkrankungen reichen. Die häufigsten Probleme betreffen die Haut und die Atemwege der Beschäftigten.
Hauterkrankungen – Das Friseurekzem
Das sogenannte „Friseurekzem“ ist die am weitesten verbreitete berufsbedingte Erkrankung in diesem Berufsfeld. Es handelt sich dabei um eine Form der Kontaktdermatitis, die entweder irritativ oder allergisch bedingt sein kann:
- Irritative Kontaktdermatitis: Diese entsteht durch direkten Kontakt mit reizenden Substanzen wie Shampoos, Wasser (insbesondere bei häufigem Händewaschen), Alkalien in Dauerwellenmitteln oder Oxidationsmitteln. Die Haut reagiert mit Rötung, Trockenheit, Juckreiz, Brennen und manchmal sogar Bläschenbildung oder Rissen. Sie ist eine direkte Reaktion auf die Schädigung der Hautbarriere.
- Allergische Kontaktdermatitis: Diese Form ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, nachdem eine Sensibilisierung stattgefunden hat. Häufige Allergene im Friseurhandwerk sind:
- Para-Phenylendiamin (PPD) und verwandte Stoffe: Diese Farbstoffe sind in den meisten permanenten Haarfärbemitteln enthalten und zählen zu den potentesten Allergenen. Eine einmal entwickelte PPD-Allergie ist lebenslang und kann schwerwiegende Reaktionen hervorrufen.
- Persulfate: In Blondierungen enthalten, können sie nicht nur die Haut reizen, sondern auch allergische Reaktionen auslösen.
- Nickel: Kann in Werkzeugen wie Scheren oder Haarklammern enthalten sein.
- Duftstoffe und Konservierungsmittel: In vielen kosmetischen Produkten zu finden, wie Methylisothiazolinon (MIT) oder Methylchloroisothiazolinon (MCIT).
Das Tückische an der allergischen Kontaktdermatitis ist, dass die Reaktion oft erst Stunden oder Tage nach dem Kontakt auftritt und sich bei erneuter Exposition verstärkt. Im schlimmsten Fall kann eine solche Allergie zur Berufsaufgabe zwingen.
Atemwegserkrankungen
Neben der Haut sind auch die Atemwege gefährdet, insbesondere durch das Einatmen von Dämpfen, Aerosolen oder Stäuben. Dies kann zu folgenden Erkrankungen führen:
- Asthma: Durch das Einatmen von sensibilisierenden Stoffen wie Persulfaten (in Blondierungen) oder Formaldehyd-Releasern (in einigen Glättungsprodukten) können sich Atemwegsallergien entwickeln, die zu berufsbedingtem Asthma führen. Symptome sind Husten, pfeifende Atmung und Atemnot.
- Rhinitis und Konjunktivitis: Reizungen der Nasenschleimhäute (Schnupfen) und der Bindehäute der Augen (Brennen, Rötung, Tränen) können durch flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und andere Reizstoffe verursacht werden.
Die langfristige Exposition gegenüber diesen Stoffen kann die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigen und die Lebensqualität erheblich mindern.
TRGS 401: Ein Schutzschild für Friseure
Die TRGS 401 „Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Hautkontakt“ und weitere TRGS-Regelwerke sind von zentraler Bedeutung für das Friseurhandwerk. Sie konkretisieren die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und bieten praktische Anleitungen zur Umsetzung des Arbeitsschutzes. Das Besondere an der TRGS im Friseurhandwerk, wie in der Einleitung erwähnt, ist ihre umfassende Anwendbarkeit:
- Sie gilt für mobil und stationär durchgeführte Tätigkeiten.
- Sie umfasst nicht nur chemikalienrechtlich kennzeichnungspflichtige Stoffe, sondern explizit auch kosmetische Mittel. Dies ist entscheidend, da viele Kosmetika keine expliziten Gefahrensymbole tragen, aber dennoch reizende oder sensibilisierende Inhaltsstoffe enthalten können.
- Sie ist auch in Aus- und Fortbildungsstätten anzuwenden, was die Bedeutung der präventiven Ausbildung unterstreicht.
Die TRGS fordert eine systematische Gefährdungsbeurteilung, bei der alle potenziellen Risiken ermittelt und bewertet werden müssen. Basierend darauf sind geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen und umzusetzen. Dies ist die Grundlage für einen sicheren Arbeitsplatz.
Spezifische Gefahrstoffe und ihre Anwendungen im Salon
Um die Risiken besser zu verstehen, ist es hilfreich, die häufigsten Gefahrstoffe und ihre spezifischen Anwendungen im Friseuralltag zu kennen:
- Haarfärbemittel (Oxidationsfärbemittel): Enthalten primäre Farbstoffvorprodukte wie PPD (p-Phenylendiamin), Toluol-2,5-diamin, Resorcin und Ammoniak. PPD und seine Derivate sind die Hauptursache für allergische Kontaktdermatitis. Ammoniak wirkt stark reizend auf Atemwege und Schleimhäute.
- Blondierungen (Aufheller): Enthalten Persulfate (Ammonium-, Kalium-, Natriumpersulfat) und Wasserstoffperoxid. Persulfate sind starke Oxidationsmittel, die Hautreizungen verursachen und zu Asthma führen können. Der Staub der Blondierpulver ist besonders gefährlich.
- Dauerwellenmittel: Basieren oft auf Thioglykolsäure oder Cystein. Sie haben einen hohen pH-Wert und wirken stark reizend auf die Haut. Der Geruch kann die Atemwege belasten.
- Glättungsprodukte (Keratinbehandlungen): Einige Produkte enthalten Formaldehyd oder Formaldehyd-Releaser, die beim Erhitzen Formaldehyd freisetzen. Formaldehyd ist ein bekanntes Allergen, ein starkes Reizmittel und als krebserregend eingestuft.
- Shampoos, Conditioner, Stylingprodukte: Obwohl oft als harmlos wahrgenommen, können sie Duftstoffe (potenzielle Allergene), Konservierungsmittel (z.B. Methylisothiazolinon, das ein starkes Allergen ist), und Tenside (die die Haut austrocknen und reizen können) enthalten.
- Desinfektions- und Reinigungsmittel: Oft auf Alkohol-, Chlor- oder quartären Ammoniumverbindungen basierend. Sie können Hautreizungen verursachen und bei Einatmen die Atemwege belasten.
Die Kenntnis dieser Stoffe und ihrer Wirkungen ist der erste Schritt zur Entwicklung effektiver Schutzstrategien.
Prävention ist der beste Schutz: Maßnahmen im Salon
Der Schutz der Gesundheit von Friseuren erfordert eine umfassende Strategie, die verschiedene Ebenen umfasst, bekannt als STOP-Prinzip (Substitution, Technische, Organisatorische, Persönliche Schutzmaßnahmen).
1. Substitution (Ersatz)
Die wirksamste Maßnahme ist der Ersatz gefährlicher Stoffe durch weniger gefährliche Alternativen. Wo immer möglich, sollten Produkte mit geringerem Allergen- oder Reizpotenzial bevorzugt werden. Beispiele hierfür sind PPD-freie Haarfärbemittel (obwohl auch diese andere Allergene enthalten können), ammoniakfreie Produkte oder Formaldehyd-freie Glättungsmittel.
2. Technische Maßnahmen
Technische Lösungen dienen dazu, die Exposition gegenüber Gefahrstoffen zu minimieren:
- Absauganlagen: Eine gute Raumlüftung und idealerweise lokale Absauganlagen an den Arbeitsplätzen (z.B. an Waschbecken oder Farbmischbereichen) sind unerlässlich, um Dämpfe und Aerosole abzuführen.
- Gute Belüftung: Regelmäßiges Lüften des Salons durch Öffnen von Fenstern und Türen sorgt für einen Luftaustausch.
3. Organisatorische Maßnahmen
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Exposition durch die Gestaltung der Arbeitsabläufe zu reduzieren:
- Hautschutz- und Hautpflegeplan: Ein detaillierter Plan, der vor Arbeitsbeginn, während der Arbeit und nach Arbeitsende die Anwendung von Hautschutzcremes und Pflegecremes vorschreibt. Die Bereitstellung geeigneter Hautreinigungs- und Pflegeprodukte ist ebenfalls wichtig.
- Minimierung des Hautkontakts: Techniken erlernen und anwenden, die den direkten Hautkontakt mit Chemikalien minimieren, z.B. durch Verwendung von Applikationsflaschen statt Schalen und Pinseln, wo dies sinnvoll ist.
- Ordnung und Sauberkeit: Regelmäßige Reinigung der Arbeitsflächen und Geräte, um die Verbreitung von Chemikalien zu verhindern.
- Produktlagerung: Gefahrstoffe sollten sicher und gemäß den Herstellerangaben gelagert werden, um unbeabsichtigte Freisetzung oder Verwechslung zu vermeiden.
- Gefahrstoffkataster: Eine Liste aller im Salon verwendeten Gefahrstoffe mit den entsprechenden Sicherheitsdatenblättern ist Pflicht.
4. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Wenn Substitution, technische und organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen, muss persönliche Schutzausrüstung eingesetzt werden:
- Handschuhe: Dies ist die wichtigste PSA für Friseure. Es dürfen keine Latexhandschuhe verwendet werden, da Latex selbst ein Allergen ist. Nitrilhandschuhe bieten den besten Schutz gegen die meisten Chemikalien im Friseurhandwerk und sollten in ausreichender Menge und in der richtigen Größe zur Verfügung stehen. Sie müssen bei jedem Kontakt mit chemischen Produkten getragen und regelmäßig gewechselt werden.
- Schutzkleidung: Wasserdichte Schürzen oder Kittel schützen die Kleidung und die Haut vor Spritzern.
- Augenschutz: Schutzbrillen sind bei Tätigkeiten mit Spritzgefahr (z.B. beim Mischen von Blondierungen oder beim Sprühen von Haarsprays in engen Räumen) ratsam.
- Atemschutz: In der Regel nicht für den täglichen Gebrauch erforderlich, aber bei bestimmten Tätigkeiten mit hoher Staub- oder Dampfentwicklung (z.B. beim Abfüllen von Blondierpulver oder bei der Arbeit mit stark formaldehydhaltigen Produkten ohne ausreichende Absaugung) können partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken) notwendig sein.
Regelmäßige Schulungen und Unterweisungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter die Risiken kennen und die Schutzmaßnahmen korrekt anwenden.
Vergleichstabelle: Gefahrstoffe und empfohlene Schutzmaßnahmen
| Gefahrstoff-Kategorie | Beispiele Inhaltsstoffe | Hauptrisiko | Empfohlene Schutzmaßnahmen |
|---|---|---|---|
| Haarfärbemittel | PPD, Toluol-2,5-diamin, Resorcin, Ammoniak | Hautallergien (Friseurekzem), Hautreizungen, Atemwegsreizung | Nitrilhandschuhe (dicht und lang), Hautschutzcreme, gute Belüftung, Vermeidung von Hautkontakt |
| Blondierungen | Ammoniumpersulfat, Kaliumpersulfat, Wasserstoffperoxid | Atemwegsreizung (Asthma), Hautreizung, Sensibilisierung | Nitrilhandschuhe, Atemschutz (FFP2 bei Staubentwicklung), lokale Absaugung, Schutzbrille |
| Dauerwellenmittel | Thioglykolsäure, Ammoniak | Hautreizung, Augenreizung, Atemwegsbelastung | Nitrilhandschuhe, Hautschutzcreme, gute Belüftung, Augenschutz bei Spritzgefahr |
| Glättungsprodukte | Formaldehyd-Releaser | Atemwegs- und Hautreizung, Sensibilisierung, krebserregend | Nitrilhandschuhe, sehr gute Belüftung (lokale Absaugung), Atemschutz (FFP3 bei hoher Exposition), Schutzbrille |
| Shampoos & Conditioner | Duftstoffe, Konservierungsmittel (z.B. MIT), Tenside | Hautirritationen, allergische Kontaktekzeme | Nitrilhandschuhe (insbesondere bei häufigem Waschen), Hautpflegecreme |
| Reinigungsmittel | Alkohole, Säuren, Laugen | Hautreizung, Augenreizung, Atemwegsbelastung | Haushalts- oder Nitrilhandschuhe, Schutzbrille, gute Belüftung |
Erste Hilfe bei Exposition
Trotz aller Präventionsmaßnahmen kann es zu einem unfallbedingten Kontakt mit Gefahrstoffen kommen. In solchen Fällen ist schnelles und korrektes Handeln entscheidend:
- Hautkontakt: Sofort die betroffenen Hautstellen gründlich mit viel Wasser und milder Seife abspülen. Bei Hautreizungen oder allergischen Reaktionen Arzt aufsuchen.
- Augenkontakt: Sofort für mindestens 10-15 Minuten das Auge unter fließendem Wasser bei geöffnetem Lid spülen. Anschließend unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen.
- Einatmen: Die betroffene Person sofort an die frische Luft bringen. Bei Atemnot oder anhaltenden Beschwerden einen Arzt oder den Rettungsdienst rufen.
- Verschlucken: KEIN Erbrechen herbeiführen. Sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und das Produktetikett oder Sicherheitsdatenblatt bereithalten.
Sicherheitsdatenblätter (SDB) zu allen im Salon verwendeten Produkten müssen jederzeit zugänglich sein, da sie detaillierte Informationen zu den Inhaltsstoffen, Risiken und Erste-Hilfe-Maßnahmen enthalten.
Die Rolle von Aus- und Fortbildungsstätten
Die TRGS 401 betont explizit, dass ihre Regeln auch in Aus- und Fortbildungsstätten gelten. Dies ist von immenser Bedeutung, da hier die Grundlagen für das spätere Berufsleben gelegt werden. Eine fundierte Ausbildung im Bereich Arbeitssicherheit und Gefahrstoffmanagement sollte folgende Aspekte umfassen:
- Frühzeitige Sensibilisierung: Auszubildende müssen von Anfang an über die potenziellen Gefahren des Berufs und die Bedeutung von Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden.
- Praktische Anwendung: Das Tragen von Handschuhen, der Umgang mit Schutzkleidung und die Einhaltung von Hygienevorschriften müssen von Beginn an zur Routine werden.
- Theoretisches Wissen: Vermittlung von Kenntnissen über Inhaltsstoffe, Sicherheitsdatenblätter und das STOP-Prinzip.
- Notfallmanagement: Schulung in Erster Hilfe und dem richtigen Verhalten bei Unfällen.
Nur wenn die nächste Generation von Friseuren von Anfang an sicherheitsbewusst ausgebildet wird, können berufsbedingte Erkrankungen nachhaltig reduziert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen alle Produkte im Salon als Gefahrstoffe gekennzeichnet sein?
Nein. Viele kosmetische Mittel müssen nach dem Chemikaliengesetz nicht als Gefahrstoffe gekennzeichnet sein. Die TRGS gilt jedoch auch für diese Produkte, da sie bei wiederholter und längerer Anwendung reizend oder sensibilisierend wirken können. Es ist wichtig, die Inhaltsstoffe und potenziellen Risiken zu kennen, auch wenn kein Gefahrensymbol auf der Verpackung ist.
Was ist ein Friseurekzem und wie kann ich es vermeiden?
Das Friseurekzem ist eine berufsbedingte Hauterkrankung, meist eine Kontaktdermatitis, die durch den Umgang mit Wasser, Shampoos oder chemischen Produkten entsteht. Es kann irritativ oder allergisch bedingt sein. Vermeiden lässt es sich durch konsequenten Hautschutz (Nitrilhandschuhe), einen Hautschutz- und Hautpflegeplan, gründliche Händehygiene und die Reduzierung des direkten Hautkontakts mit Chemikalien.
Reichen normale Gummihandschuhe für den Schutz aus?
Nein. Normale Gummi- oder Latexhandschuhe bieten oft keinen ausreichenden Schutz vor den Chemikalien im Friseurhandwerk und können selbst Allergien auslösen. Es sollten unbedingt puderfreie Nitrilhandschuhe verwendet werden, die chemikalienbeständig sind und eine ausreichende Länge haben, um auch die Handgelenke zu schützen.
Kann ich als Friseur Asthma bekommen?
Ja, berufsbedingtes Asthma ist eine mögliche Folge des Einatmens von sensibilisierenden Stoffen, die in Blondierungen (Persulfate) oder manchen Glättungsprodukten (Formaldehyd-Releaser) enthalten sind. Eine gute Belüftung, lokale Absaugung und gegebenenfalls Atemschutz sind wichtig, um die Atemwege zu schützen.
Wo finde ich weitere Informationen zu sicheren Arbeitsweisen im Friseurhandwerk?
Umfassende Informationen bieten die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) sowie Fachverbände und Innungen des Friseurhandwerks. Diese Stellen bieten oft Merkblätter, Schulungen und Beratungen an.
Fazit
Die Arbeit im Friseurhandwerk ist erfüllend, birgt aber auch spezifische Risiken durch den täglichen Umgang mit chemischen Gefahrstoffen. Durch umfassendes Wissen über diese Stoffe, konsequente Anwendung von Schutzmaßnahmen gemäß den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und eine proaktive Herangehensweise an die Arbeitssicherheit können Friseure ihre Gesundheit langfristig schützen. Die Prävention von Haut- und Atemwegserkrankungen ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine Investition in das eigene Wohlbefinden und die Zukunftsfähigkeit des Berufs. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen im Salon, diese Aspekte ernst zu nehmen und umzusetzen, um ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld für alle zu gewährleisten.
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