Was ist eine Berufsfachschule?

Ihr Weg zum Erfolg: Die Berufslehre als Friseur/in

07/08/2019

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Der Übergang von der obligatorischen Schulzeit in die Berufswelt ist für viele junge Menschen ein entscheidender Schritt. Insbesondere der Einstieg in eine Berufslehre markiert einen grundlegenden Neubeginn, der mit zahlreichen Herausforderungen, aber auch mit immensen Chancen verbunden ist. Für Sie, liebe Lernende, die den spannenden Weg in das Friseurhandwerk einschlagen möchten, bedeutet dies, sich in einem gänzlich neuen Umfeld zu bewähren: im Lehrbetrieb, also dem Friseursalon, und in der Berufsfachschule. Dieses duale System ist das Rückgrat einer erfolgreichen Ausbildung und legt den Grundstein für Ihre berufliche Zukunft.

Was bedeutet der Einstieg in die Berufschule?
schule Rüti. Für Sie, liebe Lernende, bedeutet der Einstieg in die Berufslehre einen markanten Neubeginn, der eine Heraus- forderung und/oder eine Belastung sein kann. Sie müssen sich im Lehrbetrieb und in der Berufsschule und da- mit in einem gänzlich neuen Umfeld bewähren und sich neuen Anforderungen stellen.
Inhaltsverzeichnis

Der Neubeginn: Was der Einstieg in die Berufsschule bedeutet

Der Beginn der Berufsschule ist mehr als nur der Start eines neuen Faches; er ist der offizielle Auftakt zu Ihrer professionellen Ausbildung. Er bedeutet, sich nicht nur an einen neuen Lernort zu gewöhnen, sondern auch an eine neue Art des Lernens. Während Sie im Salon die praktische Seite des Friseurberufs erlernen, vermittelt Ihnen die Berufsschule das notwendige theoretische Fundament. Diese Kombination ist entscheidend, denn sie ermöglicht es Ihnen, nicht nur Haare zu schneiden oder zu färben, sondern auch die wissenschaftlichen Hintergründe zu verstehen, die Anatomie von Haar und Kopfhaut zu kennen und die chemischen Prozesse bei Behandlungen zu beherrschen.

Dieser Übergang kann durchaus eine Herausforderung darstellen. Sie müssen sich an neue Anforderungen anpassen, sowohl im Hinblick auf die schulischen Leistungen als auch auf die Disziplin und Eigenverantwortung, die im Berufsleben gefordert sind. Plötzlich sind Sie Teil eines Teams im Salon und gleichzeitig Schüler in einem Klassenzimmer, das spezifische berufliche Kenntnisse vermittelt. Es ist eine Zeit, in der Sie lernen, Ihre Zeit zu managen, Prioritäten zu setzen und Verantwortung für Ihr eigenes Lernen zu übernehmen. Die Schule Rüti, wie im Beispiel genannt, oder jede andere Berufsfachschule, wird zu einem zentralen Ort, an dem Sie Ihr Wissen vertiefen und sich mit anderen Auszubildenden austauschen können.

Die Berufsfachschule: Das Herzstück der theoretischen Ausbildung

Die Berufsfachschule ist ein integraler Bestandteil der betrieblich organisierten Berufsbildung. Sie ergänzt die praktische Ausbildung im Friseursalon und stellt sicher, dass Sie nicht nur handwerkliche Fähigkeiten entwickeln, sondern auch ein tiefes Verständnis für Ihren Beruf erlangen. In der Regel besuchen Lernende die Berufsfachschule an ein bis zwei Tagen pro Woche. Diese Tage sind intensiv und vollgepackt mit Wissen, das direkt auf Ihren zukünftigen Beruf zugeschnitten ist.

Struktur des Unterrichts: Berufskunde und Allgemeinbildung

Der Unterricht an der Berufsfachschule gliedert sich im Wesentlichen in zwei Hauptbereiche:

  1. Berufskundlicher Unterricht: Dieser Teil ist das Herzstück Ihrer Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin. Hier erwerben Sie die spezifische Fachkompetenz, die für Ihren gewählten Beruf unerlässlich ist. Dazu gehören Themen wie:
    • Haar- und Kopfhautkunde (Anatomie, Physiologie, Krankheiten)
    • Farbchemie und Farbtheorie
    • Schnitttechniken und Styling-Grundlagen
    • Dauerwellen- und Umformungstechniken
    • Produktkunde und chemische Zusammensetzungen
    • Hygienevorschriften und Arbeitssicherheit im Salon
    • Kundenberatung und Kommunikationspsychologie
    • Grundlagen der Betriebsführung und Materialwirtschaft im Salon

    Dieser Unterricht vermittelt Ihnen das nötige theoretische Rüstzeug, um die praktischen Tätigkeiten im Salon professionell und sicher auszuführen. Sie lernen nicht nur das Wie, sondern auch das Warum.

  2. Allgemeinbildender Unterricht: Dieser Teil ist darauf ausgelegt, Ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Ihre Allgemeinbildung zu erweitern. Fächer wie Deutsch, Gesellschaftskunde, Wirtschaft und Recht, aber auch Sport, tragen dazu bei, Sie zu einer vielseitigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeit zu formen. Für Friseure ist besonders die Kommunikationsfähigkeit von Bedeutung, die durch den allgemeinbildenden Unterricht geschult wird, da der tägliche Umgang mit Kunden im Mittelpunkt steht. Auch das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge kann später von Vorteil sein, wenn Sie vielleicht einmal einen eigenen Salon führen möchten.

Ein wichtiger Aspekt, der oft hervorgehoben wird, ist, dass der Berufsschulunterricht für Lernende obligatorisch und in der Regel kostenlos ist. Dies gewährleistet, dass alle Auszubildenden Zugang zu einer fundierten theoretischen Ausbildung haben, unabhängig von ihrer finanziellen Situation.

Die überbetrieblichen Kurse (ÜK): Brücke zwischen Theorie und Praxis

Neben dem Lehrbetrieb und der Berufsfachschule gibt es einen dritten, ebenso wichtigen Lernort: die überbetrieblichen Kurszentren. Diese Kurse, kurz ÜK genannt, liegen in der Verantwortung der Berufs- und Branchenverbände – im Falle des Friseurhandwerks also der jeweiligen Friseurverbände und Innungen. Die ÜK sind von entscheidender Bedeutung, da sie das schulische Lernen mit dem praktischen Lernen auf einzigartige Weise verbinden.

In den überbetrieblichen Kursen werden grundlegende berufliche Kompetenzen vermittelt, die oft nicht in jedem einzelnen Ausbildungsbetrieb in gleicher Tiefe abgedeckt werden können. Für angehende Friseure bedeutet dies, dass sie hier spezielle Techniken erlernen, neue Produkte kennenlernen oder sich intensiv mit bestimmten Themen wie zum Beispiel:

  • Fortgeschrittene Schnitttechniken (z.B. spezielle Texturierungen, geometrische Schnitte)
  • Komplexe Farbtechniken (z.B. Balayage, Ombré, aufwendige Farbkorrekturen)
  • Spezialbehandlungen (z.B. Haarverlängerungen, chemische Glättungen, Kopfhautanalysen)
  • Umgang mit anspruchsvollen Kunden oder Konfliktsituationen
  • Neueste Trends und Innovationen im Friseurhandwerk

Die Kursinhalte der ÜK basieren auf den Vorgaben der Bildungsverordnung und des Bildungsplanes und sind gesamtschweizerisch (bzw. bundesweit in Deutschland) vorgegeben. Dies stellt sicher, dass die Qualität der Ausbildung überall gleich hoch ist und die erworbenen Kompetenzen landesweit anerkannt werden. Die Überbetriebliche Kurse sind somit eine wichtige Ergänzung, die sicherstellt, dass alle Auszubildenden ein umfassendes Skillset für den Start in ihre Karriere erhalten.

Was bedeutet der Einstieg in die Berufschule?
schule Rüti. Für Sie, liebe Lernende, bedeutet der Einstieg in die Berufslehre einen markanten Neubeginn, der eine Heraus- forderung und/oder eine Belastung sein kann. Sie müssen sich im Lehrbetrieb und in der Berufsschule und da- mit in einem gänzlich neuen Umfeld bewähren und sich neuen Anforderungen stellen.

Zuteilung der Berufe an die Schulen

In der Regel findet der Berufsfachschulunterricht an einer Schule im Kanton Zürich statt, wie im Beispieltext erwähnt, oder im jeweiligen Bundesland in Deutschland. Bei Berufen, die gesamtschweizerisch oder bundesweit nur wenige Lehrverträge haben, kann der Schulort auch in einem anderen Kanton oder Bundesland liegen. Dies stellt sicher, dass auch Spezialberufe eine ausreichende Klassengröße für einen effizienten Unterricht erreichen. Für Friseure ist die Berufsschule meist regional gut erreichbar, da es sich um einen weit verbreiteten Ausbildungsberuf handelt.

Die Anmeldung an der Berufsfachschule erfolgt automatisch mit dem Abschluss des Lehrvertrags. Das bedeutet, sobald Sie Ihren Ausbildungsvertrag mit einem Friseursalon unterschrieben haben, werden Sie von Ihrem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Berufsschule angemeldet. Dies vereinfacht den Prozess für Sie als Lernende erheblich.

Das Dualsystem: Ein Erfolgsmodell für die Friseurbranche

Das Zusammenspiel von praktischer Ausbildung im Salon, theoretischem Unterricht in der Berufsfachschule und den spezialisierten überbetrieblichen Kursen bildet das sogenannte Dualsystem der Berufsbildung. Dieses System ist weltweit anerkannt und gilt als besonders effektiv, da es die Lernenden optimal auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Im Friseurhandwerk ist dies besonders wichtig, da der Beruf sowohl handwerkliches Geschick als auch fundiertes theoretisches Wissen und ausgeprägte soziale Kompetenzen erfordert.

Vorteile des Dualsystems für angehende Friseure:

  • Praxisnähe: Sie lernen direkt am Kunden und im realen Salonalltag, was Ihnen einen schnellen Einstieg ins Berufsleben ermöglicht.
  • Aktuelles Wissen: Die Lehrpläne sind eng an die Bedürfnisse der Branche gekoppelt und werden regelmäßig angepasst.
  • Finanzielle Unabhängigkeit: Während der Ausbildung erhalten Sie eine Ausbildungsvergütung.
  • Schnelle Integration: Sie sind von Anfang an Teil eines Teams und lernen, sich in einer professionellen Umgebung zu bewegen.
  • Hohe Übernahmechancen: Viele Auszubildende werden nach erfolgreichem Abschluss von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.
  • Breites Kompetenzspektrum: Die Kombination aus Theorie und Praxis vermittelt Ihnen ein umfassendes Verständnis des Friseurberufs.

Vergleich der Lernorte im Friseurhandwerk

Um die Rolle jedes Lernortes besser zu verstehen, hilft ein Vergleich der jeweiligen Schwerpunkte:

LernortSchwerpunkte für FriseureVermittelte Fähigkeiten/Wissen
Lehrbetrieb (Friseursalon)Praktische Anwendung, Kundenkontakt, Salonabläufe, Teamarbeit, ServiceorientierungSchneiden, Färben, Stylen am Kunden, Produktberatung, Kassenführung, Terminplanung, Beschwerdemanagement, Hygiene in der Praxis
BerufsfachschuleTheoretisches Fachwissen, wissenschaftliche Grundlagen, Allgemeinbildung, rechtliche RahmenbedingungenHaar- & Kopfhautkunde, Farbchemie, Anatomie, Hygienevorschriften (theoretisch), BWL-Grundlagen, Kommunikation, Deutsch, Politik
Überbetriebliche Kurse (ÜK)Spezialisierte Techniken, branchenweite Standards, Vertiefung bestimmter Fertigkeiten, neueste TrendsFortgeschrittene Schnitt- und Farbtechniken, Haarverlängerungen, spezielle Styling-Methoden, Salonmanagement-Module, Kundenpsychologie

Herausforderungen meistern und Chancen nutzen

Der Weg durch die Berufslehre ist nicht immer einfach. Es wird Phasen geben, in denen Sie sich überfordert fühlen, sei es durch den Wechsel zwischen Salon und Schule, die Doppelbelastung oder die hohen Erwartungen. Es ist wichtig zu wissen, dass solche Gefühle normal sind und dass es Unterstützung gibt. Viele Berufsschulen bieten Beratungsstellen und Unterstützungsprogramme an, um Lernenden bei der Bewältigung von Schwierigkeiten zu helfen.

Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen bieten: Engagieren Sie sich sowohl im Salon als auch in der Schule, stellen Sie Fragen, lernen Sie von erfahrenen Kollegen und Lehrkräften. Die Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin ist eine kreative und vielseitige Tätigkeit, die ständige Weiterentwicklung erfordert. Nach erfolgreichem Abschluss der Berufslehre stehen Ihnen zahlreiche Türen offen, sei es die Weiterbildung zum Friseurmeister/zur Friseurmeisterin, die Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Coloration oder Hochsteckfrisuren, die Selbstständigkeit oder die Arbeit in Theatern, Filmproduktionen oder bei Modeevents.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Friseurlehre und Berufsschule

Ist die Berufsschule für angehende Friseure Pflicht?
Ja, der Besuch der Berufsfachschule ist für alle Auszubildenden im Rahmen der dualen Berufsausbildung obligatorisch und gesetzlich vorgeschrieben.
Was sind die Hauptfächer in der Friseur-Berufsschule?
Die Hauptfächer sind der berufskundliche Unterricht (z.B. Haar- und Kopfhautkunde, Farb- und Schnitttechniken, Chemie, Hygiene) und der allgemeinbildende Unterricht (z.B. Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde).
Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin?
Die Regelausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. sehr gute Leistungen, Abitur) kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Muss ich für die Berufsschule bezahlen?
Nein, der Berufsschulunterricht ist in Deutschland und der Schweiz für Auszubildende kostenlos. Lediglich Kosten für Lehrmittel oder spezielle Materialien können anfallen.
Bekommen Friseurlernende während der Ausbildung Gehalt?
Ja, Auszubildende erhalten von ihrem Ausbildungsbetrieb eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die Höhe variiert je nach Lehrjahr und Tarifvertrag der Branche.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Friseurlehre?
Nach der Lehre gibt es vielfältige Möglichkeiten: Die Meisterprüfung, Spezialisierungen (z.B. Colorist/in, Visagist/in), Salonmanagement, oder auch ein Studium (z.B. im Bereich Kosmetik oder Modedesign), falls die Hochschulzugangsberechtigung erworben wurde.
Wie finde ich einen Ausbildungsplatz als Friseur/in?
Suchen Sie nach offenen Lehrstellen in Friseursalons, informieren Sie sich bei der Handwerkskammer oder Agentur für Arbeit und bewerben Sie sich initiativ. Praktika können auch ein guter Weg sein, um Betriebe kennenzulernen.

Der Einstieg in die Berufslehre als Friseur/in ist ein spannender und lohnender Weg. Mit Engagement, Lernbereitschaft und der Unterstützung von Lehrbetrieb und Berufsfachschule legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche und erfüllende Karriere in einem Handwerk, das Kreativität, Menschenkenntnis und fachliches Können vereint.

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