Was ist der Unterschied zwischen Schweizer und Deutsch?

Schweizerdeutsch vs. Hochdeutsch: Mehr als nur ein Schnitt

24/03/2022

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Die Schweiz, ein Land von atemberaubender Schönheit und kultureller Vielfalt, hält für Besucher und Neuankömmlinge oft eine sprachliche Überraschung bereit: das Schweizerdeutsch. Während in den Schulen und in der schriftlichen Kommunikation fast ausschliesslich Hochdeutsch gelehrt und verwendet wird, ist der gesprochene Alltag in weiten Teilen der Schweiz vom Schweizerdeutschen geprägt. Diese Diskrepanz kann selbst für erfahrene Deutschsprachige, wie unsere österreichischen Nachbarn, zu erheblichen Verständnisschwierigkeiten führen. Doch keine Sorge, mit einem grundlegenden Verständnis der wichtigsten Unterschiede können Sie sich nicht nur besser verständigen, sondern auch alltägliche Situationen, wie einen Besuch beim Coiffeur, entspannter meistern. Lassen Sie uns gemeinsam die faszinierenden Nuancen erkunden, die Schweizerdeutsch so einzigartig machen.

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Inhaltsverzeichnis

Dialekt verstehen: Schweizerdeutsch und Hochdeutsch im Salonalltag

Der Unterschied zwischen Hochdeutsch und Schweizerdeutsch wird oft schon an einfachsten Sätzen deutlich. Nehmen wir das Beispiel: „Min Nama isch Kristina.“ Dies ist der Schweizerdeutsche Ausdruck für „Mein Name ist Kristina.“ Bereits hier wird klar, dass die Abweichungen nicht nur die Aussprache betreffen, sondern auch die Schreibweise (wenn man den Dialekt phonetisch niederschreibt) und die Wortwahl. Für ein ungeübtes Ohr kann Schweizerdeutsch in normaler Sprechgeschwindigkeit und mit komplexeren Sätzen gesprochen, tatsächlich schwer verständlich sein. Es ist ähnlich wie bei starken regionalen Dialekten in Deutschland oder Österreich, die selbst Muttersprachler anderer Regionen vor Herausforderungen stellen können.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten in einem Schweizer Friseursalon, oder wie es dort heisst, beim Coiffeur, einen Termin vereinbaren. Ein einfaches „Von wo kunsch du?“ statt „Woher kommst du?“ oder „Wonsch du do?“ statt „Wohnst du dort?“ könnte bereits zu einem Moment der Verwirrung führen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die geschriebene Sprache in der Schweiz immer Hochdeutsch ist. Selbst in grossen Zeitungen werden Sie zwar lokale Ausdrücke finden, doch die Grammatik und Orthografie entsprechen dem Hochdeutschen. Dies ist ein Phänomen, das in vielen Ländern mit starken regionalen Dialekten vorkommt.

Die Schweiz: Eine Vielfalt der Sprachen – Mehr als nur Coiffeure

Bevor wir tiefer in die sprachlichen Eigenheiten eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die sprachliche Landkarte der Schweiz. Das Land ist in sieben Regionen unterteilt, die insgesamt 26 Kantone umfassen: die Région lémanique, das Espace Mittelland, die Nordwestschweiz, Zürich, die Ostschweiz, die Zentralschweiz und das Tessin. Innerhalb dieser Regionen wird nicht nur Schweizerdeutsch gesprochen. Die Schweiz ist ein mehrsprachiges Land, in dem auch Französisch, Italienisch und Rätoromanisch offizielle Sprachen sind.

Drei Kantone sind zweisprachig: Bern, Freiburg und das Wallis, wo sowohl Deutsch als auch Französisch gesprochen wird. Im Tessin und in vier südlichen Tälern Graubündens wird Italienisch gesprochen. Der Kanton Graubünden ist sogar mehrsprachig, mit Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. Das bedeutet, dass Sie in 21 Kantonen hauptsächlich auf Schweizerdeutsch treffen werden. Diese sprachliche Vielfalt macht die Schweiz zu einem spannenden Ziel für Sprachreisende und Geschäftsleute gleichermassen, erfordert aber auch ein gewisses Mass an Vorbereitung, um sich im Alltag zurechtzufinden – sei es beim Einkaufen, im Restaurant oder eben beim Friseurbesuch.

Schriftliche Feinheiten: Wenn der Coiffeur-Brief ankommt

Obwohl Schweizerdeutsch primär eine gesprochene Sprache ist, gibt es im Schweizer Hochdeutschen, also der in der Schweiz verwendeten Variante des Hochdeutschen, einige Besonderheiten, die sich von der deutschen oder österreichischen Norm unterscheiden. Diese können in schriftlicher Korrespondenz, beispielsweise bei der Buchung eines Termins per E-Mail oder bei der Rechnungsstellung eines Coiffeurs, auffallen.

Orthografische und grammatikalische Unterschiede

Aufgrund des starken Einflusses des Lateinischen und Französischen in der Schweiz finden sich dort oft anders geschriebene Wörter. Ein bekanntes Beispiel ist das Wort „Dekolleté“, das in Deutschland in verschiedenen Schreibweisen existiert (Dekolleté, Dekolletee, Décolleté). In der Schweiz ist die französisch beeinflusste Schreibweise „Décolleté“ verbreitet. Ein weiteres Beispiel ist die „Karosserie“, die in der Schweiz als „Carrosserie“ mit doppeltem „r“ geschrieben wird.

Ein bemerkenswerter grammatikalischer Unterschied betrifft den Dativgebrauch bei Präpositionen. Im Schweizerhochdeutschen wird bei Präpositionen wie „wegen“, „trotz“ und „während“ oft der Dativ verwendet, wo im deutschen Hochdeutsch meist der Genitiv stehen würde. Dies kann in offiziellen Schreiben oder geschäftlichen E-Mails, die Sie vielleicht von einem Schweizer Geschäftspartner oder Dienstleister erhalten, auffallen.

Auch die Anrede in Briefen und E-Mails unterscheidet sich. Schweizer setzen nach der Anrede (z.B. „Sehr geehrte Frau Müller“) kein Satzzeichen und beginnen den folgenden Text gross. In Deutschland ist es üblich, ein Komma zu setzen und den Text klein zu beginnen.

Typografische Unterschiede

Selbst die Typografie weist Unterschiede auf:

  • Anführungszeichen: Die Schweiz orientiert sich an Frankreich und Italien und verwendet die Guillemets («…»), während in Deutschland die „…“ üblich sind.
  • Uhrzeiten: In der Schweiz werden Uhrzeiten mit einem Punkt geschrieben (z.B. 10.45), in Deutschland ist der Doppelpunkt gebräuchlich (z.B. 2:15).
  • Zahlen: Bei mehrstelligen Zahlen verwendet die Schweiz den schrägen Apostroph (z.B. 1’000), Deutschland einen Festabstand.
  • Geldbeträge: In der Schweiz wird nach einem Preis ein Punkt und ein Gedankenstrich gesetzt (z.B. CHF 350.–), in Deutschland ein Komma und ein Bindestrich (z.B. € 420,-). Diese Details sind besonders relevant, wenn Sie Rechnungen von einem Schweizer Coiffeur oder anderen Dienstleistern erhalten.

Verben und Artikel: Die kleinen Stolpersteine im Gespräch

Die Unterschiede zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch zeigen sich auch in der Verwendung von Verben und Artikeln, was im Alltag zu kleinen Missverständnissen führen kann.

Verben im Schweizerdeutschen

Ein markanter Unterschied liegt in der Perfektbildung der Verben „setzen“, „stellen“ und „legen“. Während im Hochdeutschen das Modalverb „haben“ verwendet wird (z.B. „Ich habe an der Bar gestanden“, „Ich habe auf der Bank gesessen“), bilden diese Verben im Schweizerhochdeutschen das Perfekt mit „sein“ (z.B. „Ich bin an der Bar gestanden“, „Ich bin auf der Bank gesessen“). Dies ist ein häufiger Fehler, den Deutschsprachige aus Deutschland oder Österreich in der Schweiz machen.

Auch bei Präpositionen nach Verben gibt es Abweichungen. Ein Sprecher in Deutschland oder Österreich „sieht nach seinem Kind“, während der Schweizer „zu seinem Kind sieht“. Ebenso „tragen Eltern Sorge zu ihrem Nachwuchs“ und nicht „Sorge für ihren Nachwuchs“.

Weitere Beispiele für unterschiedliche Konstruktionen:

SchweizerdeutschHochdeutsch
Es hat noch Bier im Keller.Es gibt noch Bier im Keller.
Ich habe kalt.Mir ist kalt.
Ich habe Durst.Ich habe Durst. (Gleich, aber zur Verdeutlichung des Musters)

Unterschiedliche Artikel

Selbst bei den Artikeln gibt es Abweichungen, die im täglichen Gespräch, wie zum Beispiel beim Bestellen eines „E-Mails“ oder beim Sprechen über „Spargel“, auffallen können:

SchweizerdeutschHochdeutsch
das E-Maildie E-Mail
der Drittel, Vierteldas Drittel, Viertel
die Spargelder Spargel
die Fotodas Foto
das SMSdie SMS
das Tramdie Tram
der Radiodas Radio

Unterschiede in der Pluralbildung

Auch die Pluralbildung mancher Substantive weicht ab:

Schweizerdeutsch PluralHochdeutsch Plural
die Pärkedie Parks (seltener die Parke)
die Krägendie Kragen
die Departementedie Departements

Der Einfluss des Französischen und andere Lehnwörter: Der 'Coiffeur' als Paradebeispiel

Der französische Einfluss auf das Schweizerhochdeutsche ist nicht zu unterschätzen. Viele Wörter wurden direkt aus dem Französischen übernommen oder angepasst. Das hochdeutsche Wort „Kommissar“ wird beispielsweise basierend auf dem französischen „commissaire“ als „Kommissär“ bezeichnet. Andere Ausdrücke wurden 1:1 übernommen und sind im Schweizer Alltag allgegenwärtig:

  • Merci: Danke
  • d’Accord: Einverstanden
  • Velo: Fahrrad

Ein Paradebeispiel für diesen Lehnwort-Einfluss, der direkt unser Thema betrifft, ist das Wort „Coiffeur“. Während man in Deutschland und Österreich seine Haare beim „Friseur“ schneiden lässt, geht man in der Schweiz zum „Coiffeur“. Es ist also kein Grund zur Verwunderung, wenn ein Schweizer von seinem „Coiffeur-Termin“ spricht. Ähnlich verhält es sich mit anderen Lehnwörtern: Schweizer geben ihre Wäsche in den „Tumbler“ statt in einen „Wäschetrockner“. Diese sprachlichen Übernahmen aus dem Französischen, Italienischen, Englischen und Lateinischen prägen das Schweizerhochdeutsche und machen es zu einer einzigartigen Sprachvariante.

Redewendungen: Wenn der Schweizer 'neben den Schuhen steht'

Neben einzelnen Wörtern und grammatikalischen Strukturen gibt es auch zahlreiche Redewendungen, die sich im Schweizerhochdeutschen von den hochdeutschen Äquivalenten unterscheiden. Dies kann zu amüsanten, aber auch verwirrenden Situationen führen. Wenn ein Schweizer „wie der Esel am Berg steht“, steht ein Deutscher „wie der Ochs vorm Berg“. Beide meinen damit eine ratlose oder überforderte Situation.

Solche sprachlichen Eigenheiten werden oft als Helvetismen bezeichnet – ein Begriff, der sich von „Helvetia“, der neulateinischen Bezeichnung für die Schweiz, ableitet. Hier sind weitere Beispiele für solche Redewendungen:

Schweizerdeutsch RedewendungHochdeutsche Entsprechung / Bedeutung
weder Fisch noch Vogelweder Fisch noch Fleisch; nicht konsequent; uneindeutig; nichts Richtiges
das Fuder überladendes Guten zu viel tun
es hat solangs hates gibt etwas, solange der Vorrat reicht
Jetzt ist genug Heu unten!Jetzt reicht es!
neben den Schuhen stehenfalschliegen; sich nicht wohlfühlen in seiner Haut; ausser sich sein
keinen Wank tun/machensich nicht rühren, keinen Mucks machen
einen Füdlibürger habeneinen Dickkopf haben, stur sein
auf den Kopf stellenetwas auf den Kopf stellen; alles durcheinanderbringen
einisch isch keisch Maleinmal ist keinmal

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Schweizerdeutsch im Alltag

Kann ich in der Schweiz überall Hochdeutsch sprechen?

Ja, grundsätzlich können Sie in der gesamten Deutschschweiz Hochdeutsch sprechen und werden verstanden. Die meisten Schweizer sind es gewohnt, zwischen ihrem Dialekt und dem Hochdeutschen zu wechseln. Es wird jedoch geschätzt, wenn Sie versuchen, einige Schweizerdeutsche Ausdrücke zu verstehen oder sogar zu verwenden.

Verstehen Schweizer mein Hochdeutsch?

Absolut. Schweizer lernen Hochdeutsch in der Schule und sind es gewohnt, es zu hören und zu sprechen, insbesondere im Umgang mit Touristen, Geschäftsleuten oder im Fernsehen. Es kann jedoch vorkommen, dass Sie mit einem starken regionalen deutschen oder österreichischen Dialekt gesprochen, nicht sofort vollständig verstanden werden, da auch diese Dialekte für Schweizer ungewohnt sein können. Eine klare, hochdeutsche Aussprache ist immer von Vorteil.

Gibt es spezielle Vokabeln, die ich für einen Friseurbesuch wissen sollte?

Ja, der wichtigste Unterschied ist, dass der Friseur in der Schweiz als „Coiffeur“ bezeichnet wird. Wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten, sagen Sie also „Ich möchte einen Termin beim Coiffeur machen.“ Hier sind ein paar weitere nützliche Begriffe:

  • Coiffeur/Coiffeuse: Friseur/Friseurin
  • Haare schneiden: Haare schneiden (oder auch „einen Schnitt machen“)
  • Spitzä schneide: Spitzen schneiden
  • Föhnä: Föhnen
  • Wäschä: Waschen
  • Färbä: Färben
  • Strähnli: Strähnchen
  • Dauerwelle: Dauerwelle (gleich)
  • Rasierä: Rasieren (für Herrenfriseure)

Wie lerne ich am besten Schweizerdeutsch?

Der beste Weg, Schweizerdeutsch zu lernen, ist durch Immersion. Hören Sie Schweizer Radio und Fernsehen, versuchen Sie, lokale Gespräche zu verfolgen, und scheuen Sie sich nicht, Schweizer anzusprechen. Viele Schweizer freuen sich, wenn Ausländer Interesse an ihrem Dialekt zeigen. Es gibt auch spezielle Sprachkurse für Schweizerdeutsch, die Ihnen die Grundlagen vermitteln können. Denken Sie daran, dass die schriftliche Sprache immer Hochdeutsch bleibt, aber das Verständnis des Dialekts wird Ihren Alltag in der Schweiz erheblich erleichtern.

Gibt es Regionen, in denen Schweizerdeutsch leichter zu verstehen ist als in anderen?

Ja, innerhalb der Deutschschweiz gibt es regionale Unterschiede im Dialekt. Das Zürcher Dialekt, zum Beispiel, wird oft als eines der „vergleichsweise leichter verständlichen“ Dialekte für Hochdeutschsprechende angesehen, während Dialekte aus ländlicheren oder alpinen Regionen (z.B. Wallis, Berner Oberland) für Ungeübte oft schwieriger zu entschlüsseln sind. Mit der Zeit werden Sie jedoch ein besseres Gefühl für die verschiedenen Klangfarben entwickeln.

Fazit: Sprachliche Brücken bauen für ein reibungsloses Erlebnis

Die sprachliche Vielfalt der Schweiz ist ein Schatz, der das Land einzigartig macht. Auch wenn das Schweizerdeutsch auf den ersten Blick eine Herausforderung darstellen mag, ist es mit etwas Hintergrundwissen und Offenheit gut zu meistern. Ob Sie geschäftlich in der Schweiz sind, einen Sprachkurs besuchen oder einfach nur den Alltag geniessen möchten – das Verständnis der Unterschiede zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch ist von unschätzbarem Wert. Es ermöglicht Ihnen nicht nur eine reibungslosere Kommunikation, sondern auch einen tieferen Einblick in die Schweizer Kultur. Und wer weiss, vielleicht finden Sie ja beim nächsten Besuch beim „Coiffeur“ nicht nur eine neue Frisur, sondern auch ein paar neue Schweizerdeutsche Ausdrücke, die Ihren Aufenthalt noch authentischer machen.

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