11/11/2017
In der schillernden Welt des französischen Humors und der Fernsehunterhaltung gibt es nur wenige Sketche, die eine so tiefe und bleibende Spur hinterlassen haben wie Coluches unvergessliche Parodie „Le Schmilblick“. Doch während Coluche unbestreitbar das Genie hinter diesem Meisterwerk war, taucht im Zusammenhang damit immer wieder ein Name auf, der auf den ersten Blick überrascht: Simone Garnier. Warum wurde die angesehene Moderatorin, bekannt für ihre Rolle an der Seite von Guy Lux, mit einem Sketch assoziiert, an dem sie scheinbar nicht direkt beteiligt war? Die Antwort liegt in den Feinheiten der französischen Fernsehgeschichte, der genialen Komik Coluches und der tief verwurzelten Vertrautheit des Publikums mit den Gesichtern, die ihre Bildschirme über Jahre hinweg beleuchteten.

„Le Schmilblick“ ist weit mehr als nur ein Comedy-Sketch; es ist ein Phänomen, das die Absurdität und den Charme der französischen Provinz mit der Hektik des Fernsehens vereint. Die Sendung, eine Parodie auf die beliebten Quizshows von Guy Lux, spielte sich live aus einem Pariser Studio ab, wo Guy Lux (gespielt von Martin Lamotte) das Spiel leitete. Gleichzeitig gab es eine Duplex-Übertragung aus einer vermeintlich typischen „France profonde“-Stadt, in diesem Fall Cajarc. Ironischerweise liegt Cajarc nicht im Département Aveyron, wie zu Beginn des Sketches fälschlicherweise angegeben, sondern im Département Lot, an der Grenze zu Aveyron – ein kleiner, aber bezeichnender Fehler, der zur Komik beitrug.
Die rätselhafte Natur des „Schmilblicks“
Das Kernstück des Sketches bildet ein Rätsel: Die Zuschauer und die Interviewten in Cajarc müssen ein Objekt erraten, das „Le Schmilblick“ genannt wird. Der Witz erreicht seinen Höhepunkt, als Guy Lux unglücklicherweise am Ende die Antwort verrät. Die Beschreibung des geheimnisvollen Gegenstands ist legendär geworden: „Der Schmilblick ist rund, er enthält Gelb, er passt in die Hand, man kann ihn auf verschiedene Arten kochen, und ein Seefahrer konnte ihn aufrecht hinstellen.“ Diese letzte Anspielung ist eine klare Referenz auf das berühmte Kolumbus-Ei, was dem Rätsel eine zusätzliche Ebene der Intelligenz verleiht. Das Objekt selbst ist in Wirklichkeit ein simples Ei, doch Coluches Darstellung und die Reaktionen der Charaktere machen die Suche danach zu einer urkomischen Odyschsee.
Die Faszination des „Schmilblicks“ liegt in seiner Absurdität. Es ist ein Wort, das etwas Undefinierbares, ein nicht existierendes Objekt bezeichnet, das zum Synonym für etwas geworden ist, das nicht vorankommt oder keinen Sinn ergibt. Die Phrase „Ça ne fait pas avancer le schmilblick“ (Das bringt den Schmilblick nicht voran) ist fest in den französischen Sprachgebrauch eingegangen und wird verwendet, um auszudrücken, dass etwas keinen Fortschritt bringt oder nutzlos ist. Diese Redewendung zeugt von der tiefgreifenden kulturellen Wirkung des Sketches.
Hier eine Zusammenfassung der Merkmale des „Schmilblicks“, wie sie im Sketch beschrieben werden:
| Merkmal des Schmilblicks | Beschreibung im Sketch |
|---|---|
| Form | Rund |
| Inhalt | Enthält Gelb |
| Größe | Passt in die Hand |
| Zubereitung | Kann auf verschiedene Arten gekocht werden |
| Historische Referenz | Ein Seefahrer konnte es aufrecht hinstellen (Anspielung auf das Kolumbus-Ei) |
Die Inspiration und Coluches Genialität
Die Inspiration für diesen denkwürdigen Sketch fand Coluche während eines Urlaubs in Cajarc im Jahr 1975. Die Atmosphäre und die Charaktere der Kleinstadt schienen ihn so sehr fasziniert zu haben, dass sie die Grundlage für diese Parodie bildeten. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Begriff „Schmilblick“ nicht von Coluche stammt. Er wurde ursprünglich vom Humoristen Pierre Dac in einem Sketch um 1951 geschaffen, obwohl die Idee bereits 1949 entstanden sein soll. Coluche adaptierte und popularisierte den Begriff auf seine eigene unnachahmliche Weise, was ihm zu seinem heutigen Kultstatus verhalf.
Coluches Talent lag nicht nur im Schreiben und Darstellen, sondern auch in seiner Fähigkeit, die Gesellschaft zu beobachten und ihre Eigenheiten mit liebevoller Ironie zu karikieren. Er spielte im Sketch mehrere Charaktere selbst, jeder davon ein Unikat, das die Vielfalt der französischen Bevölkerung widerspiegelte und auf humorvolle Weise Klischees bediente, ohne sie zu verletzen.
Die unvergesslichen Charaktere
Der Sketch lebt von seinen farbenfrohen Charakteren, die alle von Coluche selbst (mit Ausnahme von Guy Lux und Simone Garnier) verkörpert wurden und die Bandbreite menschlicher Typen auf brillante Weise parodieren. Jeder Einzelne trägt zur Komik und zum Chaos bei, indem er auf seine eigene, oft absurde Weise versucht, das Rätsel zu lösen oder die Sendezeit für eigene Zwecke zu nutzen.
| Charaktername (gespielt von) | Beschreibung & Besonderheit |
|---|---|
| Guy Lux (Martin Lamotte) | Der überforderte Spielleiter, der die Sendung leitet und versehentlich die Antwort verrät. |
| Simone Garnier (Christine Dejoux) | Die Co-Moderatorin, deren Rolle im Sketch weniger direkt, aber symbolisch für ihre Assoziation mit Guy Lux ist. |
| Monsieur Moulinot (Coluche) | Ein Fischereibedarfshändler aus Cajarc, der die Live-Sendung schamlos für Eigenwerbung nutzt: „Ein Qualitäts-Fischereiartikel kauft man bei Moulinot.“ |
| Emile Duboudin (Coluche) | Ein „Compagnon de la Libération“ (Gefährte der Befreiung), der zufällig in Cajarc ist und dessen patriotische, aber unpassende Kommentare für Lacher sorgen. |
| Oulla Zaïm Ben Salem (Coluche) | Ein Mann mit starkem nordafrikanischem Akzent, dessen Ausführungen kaum verständlich sind, was zu komischen Missverständnissen führt. |
| Papy Mougeot (Coluche) | Ein alter Rentner aus Cajarc, der Schwierigkeiten hat, das Wort „Schmilblick“ auszusprechen (er sagt so etwas wie „Chimilibilic“), was die Geduld des Moderators auf die Probe stellt. |
| Jean-François (Coluche) | Ein Friseur aus Paris, wahrscheinlich homosexuell, im Urlaub in Cajarc und begeisterter Camper, dessen mondäne Art auf die ländliche Umgebung trifft. |
| Der junge Mann (Coluche) | Mit langen Haaren, der von Simone irrtümlich für eine Kandidatin gehalten wird, was zu einer peinlichen, aber lustigen Szene führt. |
| Der Lastwagenfahrer (Coluche) | Ein Freund von „Zézette“ und „René“, der ihnen einen Schrank liefern soll, aber die Schlüssel zu seinem Lastwagen verloren hat und die Sendung nur nutzt, um ihnen eine Nachricht zu übermitteln. |
| Ein Einwanderer (Coluche) | Ein Arbeiter, der seine Abneigung gegen die Schlagstöcke der CRS (Bereitschaftspolizei) zum Ausdruck bringt: „Da, dis-donc!“ |
| Monsieur Van De Plote (Coluche) | Ein belgischer Tourist, „einmal“, der sich in Cajarc aufhält und mit seinem typischen Akzent zur Verwirrung beiträgt. |
Die Assoziation mit Simone Garnier
Und hier kommen wir zum Kern der Frage, warum Simone Garnier mit Coluches „Le Schmilblick“ in Verbindung gebracht wurde. Es ist wichtig zu betonen, dass Simone Garniers Name im Sketch nicht explizit genannt wird, und sie hat auch nicht direkt daran teilgenommen. Die Rolle der Co-Moderatorin wurde von Christine Dejoux verkörpert. Die Idee, ihren Charakter in den Sketch zu integrieren, stammte von Coluche selbst. Die Assoziation rührt daher, dass Simone Garnier eine langjährige und äußerst populäre Komplizin von Guy Lux in zahlreichen Fernsehshows war.
Insbesondere ihre gemeinsame Arbeit in den überaus erfolgreichen Sendungen „Jeux sans frontières“ (Spiele ohne Grenzen) und „Intervilles“ (Städtespiele), die drei Jahre zuvor ins Leben gerufen wurde, hatte sie zu einem festen Bestandteil der französischen Fernsehlandschaft gemacht. Das Publikum war es gewohnt, Guy Lux und Simone Garnier Seite an Seite zu sehen. Coluche nutzte diese etablierte Dynamik und die öffentliche Wahrnehmung, um seine Parodie noch glaubwürdiger und komischer zu gestalten. Die Erwähnung einer „Simone“ oder die Andeutung ihrer Anwesenheit genügte, um die sofortige Verbindung im Kopf des Zuschauers herzustellen. Es war eine geniale Meta-Ebene des Humors, die die Vertrautheit des Publikums mit den TV-Persönlichkeiten ausnutzte.
Das bleibende Erbe des „Schmilblicks“
„Le Schmilblick“ wurde schnell zu einem kulturellen Phänomen. Die Aufnahme des Sketches auf einer 45-rpm-Schallplatte (mit „Quand je serai grand j'veux être con“ auf der B-Seite) und als Teil von Coluches Album von 1976 festigte seinen Status. Ein besonderer Aspekt des Erfolgs war die Bereitschaft von Guy Lux selbst, seine eigene Rolle parodistisch zu interpretieren – ein Zeichen für seinen Humor und seine Fähigkeit zur Selbstironie.
Der Sketch ist so tief in der französischen Popkultur verankert, dass er bis heute rezensiert, ausgestellt und geehrt wird. Im Oktober 2013 parodierte Olivier Teyssier den Sketch in seiner Presseschau. Im April 2015 fand im Musée Calvet eine Ausstellung statt, die sich teilweise diesem Thema widmete. Im Juni 2016 wurde in Cajarc ein Totem errichtet, um unter anderem den Jahrestag dieser Sendung zu feiern. Auch im Theater fand „Le Schmilblick“ seinen Weg auf die Bühne, mit einer Theaterproduktion im Jahr 2017. Im selben Jahr feierte das Spiel sogar sein Comeback für einen guten Zweck, was die anhaltende Relevanz und Beliebtheit des Konzepts unterstreicht.
Häufig gestellte Fragen zu „Le Schmilblick“
War Simone Garnier wirklich im Sketch „Le Schmilblick“ dabei?
Nein, Simone Garnier selbst war nicht direkt an der Aufführung des Sketches beteiligt. Die Rolle der Co-Moderatorin wurde von Christine Dejoux gespielt. Ihre Assoziation rührt von ihrer langjährigen und bekannten Zusammenarbeit mit Guy Lux in anderen populären Fernsehshows wie „Jeux sans frontières“ und „Intervilles“ her. Coluche nutzte diese öffentliche Wahrnehmung, um seine Parodie noch authentischer und komischer zu gestalten.
Was bedeutet der Begriff „Schmilblick“?
„Schmilblick“ bezeichnet ein nicht existierendes, undefinierbares oder unbestimmtes Objekt. Es ist ein Kunstwort, das ursprünglich von Pierre Dac geschaffen wurde. Im Kontext des Sketches steht es für ein Rätselobjekt (ein Ei), dessen Beschreibung so vage und gleichzeitig spezifisch ist, dass es die Befragten verwirrt. Die Redewendung „Ça ne fait pas avancer le schmilblick“ bedeutet, dass etwas keinen Fortschritt bringt oder nutzlos ist.
Woher stammt die Idee für den Sketch „Le Schmilblick“?
Coluche wurde 1975 während eines Urlaubs in Cajarc zu dem Sketch inspiriert. Die Atmosphäre und die Charaktere der Kleinstadt dienten als Grundlage. Der Begriff „Schmilblick“ selbst wurde jedoch bereits um 1951 (erste Idee 1949) vom französischen Humoristen Pierre Dac geprägt.
Warum ist „Le Schmilblick“ so ein wichtiger Teil der französischen Kultur?
Der Sketch ist aus mehreren Gründen ikonisch: Coluches brillante Darstellung mehrerer Charaktere, die geniale Parodie des Fernsehformats, der absurde und zugleich intelligente Humor sowie die Schaffung einer Redewendung, die bis heute im Alltag verwendet wird. Er spiegelt auf humorvolle Weise die französische Gesellschaft wider und bleibt ein Zeugnis von Coluches komödiantischem Genie.
Gibt es heute noch Bezugnahmen auf „Le Schmilblick“?
Ja, „Le Schmilblick“ bleibt ein fester Bestandteil der französischen Popkultur. Es gibt weiterhin Parodien, Ausstellungen, Ehrungen (wie das Totem in Cajarc) und sogar Theaterstücke, die sich mit dem Thema befassen. Auch das Spiel selbst wurde für wohltätige Zwecke wiederbelebt, was seine anhaltende Relevanz und Beliebtheit unterstreicht.
Fazit
Coluches „Le Schmilblick“ ist ein zeitloses Meisterwerk des Humors, das nicht nur Generationen unterhalten, sondern auch die französische Sprache und Kultur nachhaltig geprägt hat. Die scheinbare Verbindung von Simone Garnier zu diesem Sketch ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie öffentliche Wahrnehmung und komödiantische Genialität Hand in Hand gehen können. Es zeigt, wie Coluche die Vertrautheit des Publikums mit bekannten Fernsehgesichtern nutzte, um seine Parodie noch schärfer und unvergesslicher zu machen. Auch Jahrzehnte nach seiner Erstausstrahlung bleibt „Le Schmilblick“ ein leuchtendes Beispiel für intelligente Komödie, die die Absurditäten des Lebens und des Fernsehens auf humorvolle Weise beleuchtet und uns immer wieder zum Schmunzeln bringt. Es ist ein Beweis für die bleibende Kraft des Lachens und die unvergängliche Legende von Coluche, dem Meister der französischen Comedy.
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