19/10/2017
Der Wunsch, einen kreativen und menschennahen Beruf auszuüben, ist weit verbreitet. Wenn Sie eine Leidenschaft für Frisuren, Styling und Mode mitbringen, könnte der Beruf des Friseurs oder der Friseurin genau das Richtige für Sie sein. Doch was, wenn Sie bereits mitten im Berufsleben stehen, familiäre Verpflichtungen haben oder einfach eine flexible Lösung suchen? Die gute Nachricht ist: Eine Umschulung zum Friseur oder zur Friseurin ist auch in Teilzeit möglich! Dieser Artikel beleuchtet umfassend, welche Chancen sich Ihnen hierbei bieten, welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten und wie Sie Ihren Traum vom Haareschneiden und Stylen verwirklichen können.

- Was macht man als Friseur/in? Mehr als nur Haareschneiden
- Warum eine Umschulung zum Friseur/in? Ihr Weg in die Kreativität
- Voraussetzungen für die Umschulung: Formal und Persönlich
- Der Ablauf der Umschulung: Theorie trifft Praxis
- Umschulung in Teilzeit: Die flexible Option für Ihren Traum
- Finanzierungsmöglichkeiten: Wer hilft bei den Kosten?
- Zukunftsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten im Friseurberuf
- Vergleich: Vollzeit- vs. Teilzeit-Umschulung zum Friseur/in
- Vergleich: Klassische Friseurausbildung vs. Umschulung
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Umschulung zum Friseur/in
- Wie finde ich einen Praktikumsplatz während der Umschulung?
- Gibt es Altersgrenzen für eine Umschulung?
- Kann ich mich nach der Umschulung direkt selbstständig machen?
- Welche Soft Skills sind besonders wichtig im Friseurberuf?
- Ist der Abschluss einer Umschulung gleichwertig mit einer klassischen Ausbildung?
- Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?
- Kann ich die Umschulung abbrechen?
- Bewerbung für die Umschulung: Worauf achten?
- Fazit: Ihr Weg zum Friseurberuf ist flexibel und erreichbar
Was macht man als Friseur/in? Mehr als nur Haareschneiden
Die Tätigkeiten eines Friseurs oder einer Friseurin sind erstaunlich vielfältig und gehen weit über das bloße Schneiden von Haaren hinaus. Als Friseur/in sind Sie ein Künstler, Berater und Vertrauter in einem. Ihre Hauptaufgaben umfassen selbstverständlich das Schneiden und Stylen von Haaren für Damen, Herren und Kinder. Doch dazu gehört auch das professionelle Färben, Tönen und Blondieren, wobei Sie stets die individuellen Wünsche und den Haartyp Ihrer Kunden berücksichtigen. Das Waschen, Pflegen und Föhnen der Haare ist ebenso Teil des täglichen Geschäfts, wie auch die Durchführung von Haarkuren und Kopfhautbehandlungen.
Ein wesentlicher Aspekt des Berufs ist die Stilberatung. Sie helfen Ihren Kunden, die perfekte Frisur zu finden, die zu ihrer Gesichtsform, ihrem Lebensstil und ihrer Persönlichkeit passt. Dies erfordert nicht nur ein geschultes Auge für Ästhetik, sondern auch ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten. Darüber hinaus übernehmen Friseure oft auch kosmetische Leistungen wie Maniküre, Augenbrauen zupfen oder Wimpernfärben. Der Verkauf von Haarpflegeprodukten und die kompetente Beratung zu deren Anwendung runden das Profil ab.
Friseure sind nicht ausschließlich in Frisiersalons tätig. Ihre Expertise ist auch in anderen Bereichen gefragt: an Theatern, in Filmstudios für Maskenbildnerei, in Wellnesshotels oder sogar auf Kreuzfahrtschiffen. Das Beherrschen verschiedener Schnitttechniken wie Stufenschnitt, Bob oder Pixie sowie das Kreieren von Hochsteck- und Flechtfrisuren erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und kontinuierlicher Weiterbildung. Der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen wie Scheren, Kämmen, Föhnen und Glätteisen gehört ebenso zum Alltag wie die Einhaltung von Hygienevorschriften.
Warum eine Umschulung zum Friseur/in? Ihr Weg in die Kreativität
Eine Umschulung zum Friseur oder zur Friseurin ist eine ausgezeichnete Wahl für alle, die eine berufliche Neuorientierung suchen und ihre kreativen Neigungen ausleben möchten. Sie eignet sich besonders, wenn Sie den Wunsch haben, mit den Händen zu arbeiten, Menschen zu verschönern und ihnen ein gutes Gefühl zu geben. Im Gegensatz zu einer klassischen Ausbildung ist eine Umschulung oft komprimierter und auf die wesentlichen Fertigkeiten fokussiert, was sie für Quereinsteiger attraktiv macht. Die Motivation für eine Umschulung kann vielfältig sein: der Wunsch nach einem erfüllenderen Beruf, bessere Zukunftsaussichten oder einfach die Liebe zum Handwerk. Besonders die Kreativität und der direkte Kontakt zu Menschen sind Aspekte, die viele Umschüler an diesem Beruf schätzen.
Voraussetzungen für die Umschulung: Formal und Persönlich
Um den Beruf des Friseurs oder der Friseurin zu ergreifen, wird in der Regel ein Hauptschulabschluss oder ein Realschulabschluss vorausgesetzt. Für eine Umschulung zum Friseur/in gibt es oft keine so strengen formalen Einstiegshürden, da diese Maßnahmen häufig außerbetrieblich stattfinden und sich an Personen mit erster Berufserfahrung oder einem ausgeprägten Interesse für den Bereich richten. Es geht weniger um den Schulabschluss als um Ihre persönliche Eignung und Motivation.
Viel wichtiger als formale Zeugnisse sind die persönlichen Voraussetzungen. Dazu gehören:
- Kommunikationsfreudigkeit: Sie arbeiten eng mit Kunden zusammen und müssen deren Wünsche verstehen und beraten können.
- Kreativität und Sinn für Ästhetik: Für die Gestaltung von Frisuren und die Farbberatung ist ein gutes Auge unerlässlich.
- Handwerkliches Geschick: Der Umgang mit Schere, Kamm und anderen Werkzeugen erfordert Präzision und Feingefühl.
- Sorgfalt und Hygienebewusstsein: Im Umgang mit Haaren und Haut sind Sauberkeit und Genauigkeit Pflicht.
- Belastbarkeit und Flexibilität: Der Friseurberuf kann körperlich anspruchsvoll sein und unregelmäßige Arbeitszeiten mit sich bringen.
- Empathie und Freundlichkeit: Ein angenehmes Kundenerlebnis ist entscheidend für den Erfolg.
Diese Eigenschaften sind entscheidend, um in diesem Beruf nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich zu werden.
Der Ablauf der Umschulung: Theorie trifft Praxis
Die normale Friseurausbildung ist eine duale Ausbildung, die parallel in einem Frisiersalon und in der Berufsschule stattfindet und in der Regel drei Jahre dauert. Eine Umschulung zum Friseur/in ist hingegen oft als schulische Ausbildung konzipiert und wird von speziellen Bildungsträgern durchgeführt. Der Vorteil: Die Dauer ist meist auf zwei Jahre verkürzt, da der Stoff komprimierter vermittelt wird.
Im Rahmen der Umschulung werden Ihnen die für das Friseurhandwerk notwendigen fachlichen und handwerklichen Fähigkeiten in einer schulischen Ausbildung vermittelt. Dies umfasst theoretisches Wissen über Haarpflege, Färbetechniken, Schnittformen, Kosmetik und Kundenberatung. Die praktischen Fähigkeiten erlernen Sie in der Regel in einem integrierten Berufspraktikum, das Teil der Umschulungsmaßnahme ist. Hier haben Sie die Möglichkeit, das Gelernte unter realen Bedingungen anzuwenden und erste Erfahrungen im Salonalltag zu sammeln. Nach erfolgreichem Abschluss der schulischen und praktischen Phasen müssen Sie eine Prüfung bei der Handwerkskammer ablegen. Bei Bestehen dieser Prüfung erhalten Sie einen anerkannten Berufsabschluss und können Ihren Karriereweg als Friseur/in fortsetzen.
Umschulung in Teilzeit: Die flexible Option für Ihren Traum
Die Kernfrage vieler Interessenten ist, ob eine Umschulung zum Friseur/in auch in Teilzeit möglich ist. Die Antwort lautet: Ja, das ist sie! Eine Teilzeit-Umschulung bietet eine hervorragende Möglichkeit, den Berufswechsel flexibel zu gestalten und ihn an Ihre individuellen Lebensumstände anzupassen. Dies ist besonders vorteilhaft für Personen, die bereits berufstätig sind, familiäre Verpflichtungen haben oder aus anderen Gründen keine Vollzeitmaßnahme absolvieren können oder möchten.
Bei einer Teilzeit-Umschulung findet der Unterricht oft an Abenden oder an Wochenenden statt. Dies ermöglicht es Ihnen, tagsüber Ihrem bisherigen Beruf nachzugehen oder sich um Ihre Familie zu kümmern. Die theoretischen Kenntnisse werden Ihnen in Abendschulen oder speziellen Kursen vermittelt, während die praktischen Fähigkeiten in eigenen Kursen oder im Rahmen von flexiblen Praktika erlernt werden. Der Hauptunterschied zur Vollzeit-Umschulung liegt in der Dauer: Eine Teilzeitausbildung kann bis zu 36 Monate (drei Jahre) dauern, da die Lerninhalte über einen längeren Zeitraum verteilt werden.
Vorteile der Teilzeit-Umschulung:
- Flexibilität: Anpassung an bestehende Verpflichtungen.
- Finanzielle Sicherheit: Möglichkeit, weiterhin im bisherigen Beruf Geld zu verdienen.
- Geringere Belastung: Das Lerntempo ist oft angepasster.
- Praxisnähe: Oft können die gelernten Inhalte direkt in einem nebenberuflichen Praktikum angewendet werden.
Herausforderungen der Teilzeit-Umschulung:
- Längere Dauer: Die gesamte Umschulung dauert länger als in Vollzeit.
- Disziplin: Die Vereinbarung von Beruf, Familie und Lernen erfordert hohe Selbstdisziplin.
- Weniger Intensiv: Das Lernen kann weniger intensiv sein als in einer Vollzeitmaßnahme.
Abendschulen und Bildungsträger, die Teilzeit-Umschulungen zum Friseur/in anbieten, finden Sie in ganz Deutschland. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen und sich über deren Lehrpläne, Zeitmodelle und Kosten zu informieren.
Finanzierungsmöglichkeiten: Wer hilft bei den Kosten?
Eine Umschulung, insbesondere eine schulische, ist mit Kosten verbunden. Neben den Lehrgangsgebühren, die je nach Bildungsanbieter variieren können (oft um die eintausend Euro, aber auch höher), müssen Sie auch Ihren Lebensunterhalt während der Umschulungszeit decken. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung erhalten Umschüler in der Regel kein Ausbildungsgehalt.
Glücklicherweise gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, die Ihnen finanziell unter die Arme greifen können. Die wichtigsten Ansprechpartner sind:
- Agentur für Arbeit / Jobcenter: Wenn Sie arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten für die Umschulung sowie den Lebensunterhalt in Form von Arbeitslosengeld oder Bürgergeld übernehmen. Voraussetzung ist meist, dass die Umschulung notwendig ist, um Sie (wieder) in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hierfür können Bildungsgutscheine ausgestellt werden.
- Deutsche Rentenversicherung: Im Falle einer Erwerbsminderung oder zur beruflichen Rehabilitation kann die Rentenversicherung die Kosten für eine Umschulung tragen. Dies ist der Fall, wenn die Umschulung notwendig ist, um Ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
- Berufsgenossenschaften: Nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten können Berufsgenossenschaften die Kosten für eine Umschulung übernehmen, um die berufliche Wiedereingliederung zu ermöglichen.
- Bildungskredite oder Stipendien: Auch wenn seltener für Umschulungen, gibt es private Banken oder Stiftungen, die Bildungskredite oder Stipendien anbieten könnten.
Es ist unerlässlich, sich frühzeitig mit den potenziellen Förderstellen in Verbindung zu setzen und die individuellen Voraussetzungen abzuklären. Ein Gespräch beim Arbeitsamt kann hier der erste und wichtigste Schritt sein, um Ihre Möglichkeiten zu eruieren.
Zukunftsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten im Friseurberuf
Die Zukunftsaussichten für Friseure sind nach wie vor vielversprechend. Es besteht ein konstanter Bedarf an handwerklich qualifizierten Fachkräften, und die Beschäftigungsmöglichkeiten sind vielfältig. Sie können in klassischen Friseursalons arbeiten, sich auf spezielle Bereiche wie Hochzeitsfrisuren, Maskenbildnerei oder Haarverlängerungen spezialisieren oder in der Film- und Theaterbranche tätig werden.
Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind in diesem Beruf sehr gut. Der klassische Weg ist der Erwerb des Meisterbriefs. Mit dem Meistertitel können Sie einen eigenen Salon eröffnen und selbst Auszubildende einstellen. Dies eröffnet Ihnen nicht nur höhere Verdienstmöglichkeiten, sondern auch die Möglichkeit, Ihre eigenen kreativen Visionen umzusetzen und ein Team zu führen. Für den Meisterbrief müssen Sie nach der Umschulung nochmals Kurse belegen, deren Kosten bis zu 6.000 Euro betragen können, aber ebenfalls förderfähig sein können.
Wenn Sie eine akademische Weiterbildung anstreben, kommen Fachrichtungen wie Kosmetikwissenschaften oder Maskenbild infrage, die Ihnen weitere Karrieremöglichkeiten eröffnen können.
Die Verdienstmöglichkeiten als Friseur/in liegen derzeit in Deutschland zwischen 18.000 und 30.000 Euro brutto im Jahr. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass viele Friseure in Teilzeit arbeiten, wodurch das Gehalt entsprechend niedriger ausfällt. Mit wachsender Berufserfahrung, Spezialisierung oder der Eröffnung eines eigenen Salons können die Einkommensmöglichkeiten jedoch deutlich steigen. Ein guter Businessplan, innovative Ideen und die richtige Ansprache der Zielgruppe sind hierfür entscheidend.
Vergleich: Vollzeit- vs. Teilzeit-Umschulung zum Friseur/in
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Merkmale der Vollzeit- und Teilzeit-Umschulung gegenübergestellt:
| Kriterium | Vollzeit-Umschulung | Teilzeit-Umschulung |
|---|---|---|
| Dauer | Ca. 2 Jahre | Bis zu 36 Monate (3 Jahre) |
| Stunden pro Woche | Vollzeit (z.B. 35-40 Stunden) | Reduziert (z.B. 15-25 Stunden, oft abends/Wochenende) |
| Flexibilität | Geringer, hohe Präsenzpflicht | Hoch, ermöglicht Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen |
| Kombinierbar mit Job | Schwierig bis unmöglich | Ja, Möglichkeit zur parallelen Berufstätigkeit |
| Finanzielle Belastung | Höher, da kein paralleles Einkommen (ohne Förderung) | Geringer, da Einkommen oft beibehalten werden kann |
| Zielgruppe | Arbeitsuchende, Fokus auf schnellen Abschluss | Berufstätige, Eltern, Quereinsteiger mit Zeitbeschränkungen |
| Intensität | Sehr intensiv, komprimiert | Weniger intensiv pro Woche, aber längere Gesamtzeit |
Vergleich: Klassische Friseurausbildung vs. Umschulung
Oftmals stellt sich die Frage, ob eine Umschulung die gleiche Wertigkeit wie eine klassische Ausbildung hat. Hier eine Übersicht:
| Kriterium | Klassische Ausbildung (Duale) | Umschulung (Außerbetrieblich) |
|---|---|---|
| Dauer | 3 Jahre | 2 Jahre (Vollzeit), bis zu 3 Jahre (Teilzeit) |
| Struktur | Betriebliche Praxis + Berufsschule | Theorie bei Bildungsträger + integriertes Praktikum |
| Vergütung | Ausbildungsgehalt (steigend pro Lehrjahr) | Keine Vergütung, aber Möglichkeit der Förderung durch Ämter |
| Zielgruppe | Meist Schulabgänger ohne Berufserfahrung | Personen mit Berufserfahrung, Quereinsteiger, Arbeitsuchende |
| Fokus | Breiter, von Grund auf, inklusive Betriebsabläufe | Komprimiert, auf Kernkompetenzen des Friseurhandwerks |
| Abschluss | Gesellenbrief (anerkannter Berufsabschluss) | Gesellenbrief (anerkannter Berufsabschluss) |
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Umschulung zum Friseur/in
Hier beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen rund um die Umschulung zum Friseur/in:
Wie finde ich einen Praktikumsplatz während der Umschulung?
In der Regel unterstützen die Bildungsträger, die die Umschulung anbieten, ihre Teilnehmer aktiv bei der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen. Sie verfügen oft über ein Netzwerk von Partnerbetrieben. Es ist jedoch auch hilfreich, wenn Sie selbst Initiative zeigen und sich bei Salons in Ihrer Nähe bewerben.
Gibt es Altersgrenzen für eine Umschulung?
Nein, es gibt keine gesetzlichen Altersgrenzen für eine Umschulung. Der Friseurberuf ist für Menschen jeden Alters geeignet, solange die persönlichen Voraussetzungen wie handwerkliches Geschick, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit gegeben sind. Auch mit 40, 50 oder älter ist ein Einstieg noch gut möglich.
Kann ich mich nach der Umschulung direkt selbstständig machen?
Grundsätzlich ja, nach bestandener Gesellenprüfung können Sie sich selbstständig machen. Es wird jedoch dringend empfohlen, zunächst einige Jahre Berufserfahrung als angestellter Friseur zu sammeln, um Routine zu gewinnen und das Geschäftsumfeld kennenzulernen. Für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist zudem der Meisterbrief von Vorteil, da dieser zur Führung eines eigenen Salons mit Ausbilderecht befähigt.
Welche Soft Skills sind besonders wichtig im Friseurberuf?
Neben den bereits genannten Fähigkeiten wie Kreativität und handwerklichem Geschick sind Empathie, Geduld, Stressresistenz, eine positive Ausstrahlung und ein guter Umgang mit Kritik von großer Bedeutung. Kundenvertrauen und -bindung sind essenziell für den Erfolg.
Ist der Abschluss einer Umschulung gleichwertig mit einer klassischen Ausbildung?
Ja, der Abschluss ist gleichwertig. Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung vor der Handwerkskammer erhalten Sie den Gesellenbrief, der dem einer regulären Ausbildung entspricht und voll anerkannt ist.
Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?
In der Regel haben Sie die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Bildungsträger und der Handwerkskammer über die genauen Bedingungen und möglichen Unterstützungsangebote zur Vorbereitung auf die Wiederholungsprüfung.
Kann ich die Umschulung abbrechen?
Ja, Sie können eine Umschulung jederzeit abbrechen. Beachten Sie jedoch, dass dies je nach Förderstelle finanzielle Konsequenzen haben kann, insbesondere wenn Sie Förderungen erhalten haben, die an den erfolgreichen Abschluss geknüpft sind. Eine frühzeitige Kommunikation mit dem Bildungsträger und der Förderstelle ist hier wichtig.
Bewerbung für die Umschulung: Worauf achten?
Wenn Sie sich für eine Umschulung zum Friseur/in bewerben, sei es bei einem Bildungsträger oder einem Ausbildungsbetrieb, der Umschüler aufnimmt, sollten Sie einige Punkte beachten. Neben den formalen Unterlagen wie Lebenslauf und Zeugnissen (insbesondere in Fächern wie Kunst und Werkerziehung, wo gute Noten von Vorteil sind) ist es wichtig, Ihre Motivation und Ihre persönlichen Stärken hervorzuheben. Eine Bewerbung für eine Umschulung enthält folgende Punkte:
- Anschreiben: Erklären Sie, warum Sie sich für den Friseurberuf begeistern, welche Vorerfahrungen (auch informell) Sie mitbringen und warum Sie sich für eine Umschulung in Teilzeit entschieden haben. Betonen Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit und Kreativität.
- Lebenslauf: Übersichtliche Darstellung Ihres bisherigen Werdegangs.
- Zeugnisse: Schulabschlusszeugnisse und eventuell Zeugnisse früherer Berufsabschlüsse.
- Praktikumsnachweise: Falls Sie bereits Schnupperpraktika oder ähnliches im Friseurhandwerk absolviert haben, fügen Sie die Nachweise bei.
- Referenzen: Wenn vorhanden, Empfehlungsschreiben früherer Arbeitgeber oder Ausbilder.
- Evtl. kleines Portfolio: Falls Sie bereits kreative Arbeiten im Bereich Styling oder Frisuren (z.B. an Freunden oder Familie) gemacht haben, kann ein kleines Portfolio Ihre Leidenschaft und Ihr Talent unterstreichen.
Zeigen Sie im Bewerbungsgespräch Ihre Begeisterung für den Beruf und Ihre Lernbereitschaft. Ein gepflegtes Äußeres und eine passende Frisur sind für angehende Friseure selbstverständlich ein Pluspunkt.
Fazit: Ihr Weg zum Friseurberuf ist flexibel und erreichbar
Die Umschulung zum Friseur oder zur Friseurin, insbesondere die Möglichkeit, diese in Teilzeit zu absolvieren, eröffnet vielfältige Perspektiven für alle, die eine berufliche Veränderung anstreben. Es ist ein Beruf, der Kreativität, handwerkliches Geschick und Freude am Umgang mit Menschen vereint. Obwohl er mit Kosten und einer gewissen Dauer verbunden ist, bieten sich zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten und vielversprechende Zukunftsaussichten. Wenn Sie bereit sind, Engagement und Leidenschaft zu investieren, kann die Umschulung in Teilzeit der perfekte Weg sein, um Ihren Traum vom Friseurberuf flexibel und erfolgreich zu verwirklichen und eine erfüllende Karriere zu starten.
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