05/04/2019
Graue Haare sind ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses, doch für viele Menschen stellen sie eine unerwünschte Veränderung dar, die sie am liebsten unsichtbar machen möchten. Die gute Nachricht ist, dass es heute zahlreiche effektive Methoden gibt, um graue Haare dauerhaft einzufärben und ein jugendliches, lebendiges Aussehen zurückzugewinnen. Doch wie gelingt das am besten, und welche Aspekte sollte man dabei beachten? Dieser Artikel taucht tief in die Welt der permanenten Haarfärbung ein und bietet Ihnen einen umfassenden Überblick.

- Warum werden Haare grau? Ein kurzer Einblick
- Permanente Haarfärbemittel verstehen: Die Wissenschaft dahinter
- Die richtige Farbe wählen: Mehr als nur ein Farbton
- Vorbereitung ist alles: Vor dem Färben
- Anwendungstechniken für perfekte Grauabdeckung
- Häufige Fehler beim Grauhaarfärben vermeiden
- Pflege nach dem Färben: So hält die Farbe länger
- Vergleich: Permanente vs. Semi-permanente Färbung für Grauabdeckung
- Wann sollte man einen Profi aufsuchen?
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Warum werden Haare grau? Ein kurzer Einblick
Bevor wir uns den Färbemethoden widmen, ist es hilfreich zu verstehen, warum Haare überhaupt grau werden. Die Farbe unserer Haare wird durch Pigmente bestimmt, die Melanin genannt werden. Es gibt zwei Haupttypen von Melanin: Eumelanin (verantwortlich für Braun- und Schwarztöne) und Phäomelanin (verantwortlich für Rot- und Gelbtöne). Mit zunehmendem Alter produzieren die Melanozyten, die Zellen in den Haarfollikeln, die Melanin produzieren, immer weniger Pigmente. Wenn die Pigmentproduktion vollständig eingestellt wird, wachsen die Haare ohne Farbe nach, was wir als graue oder weiße Haare wahrnehmen. Graue Haare sind also eigentlich farblose Haare, die durch die Reflexion des Lichts grau erscheinen.
Permanente Haarfärbemittel verstehen: Die Wissenschaft dahinter
Der Schlüssel zur dauerhaften Abdeckung grauer Haare liegt in der Wahl des richtigen Produkts: permanente Oxidationshaarfärbemittel. Im Gegensatz zu Tönungen, die sich nur um die Haaroberfläche legen und mit der Zeit ausgewaschen werden, dringen permanente Farben in die Haarstruktur ein und verändern die Farbe von innen heraus. Dieser Prozess ist komplex und basiert auf einer chemischen Reaktion:
- Ammoniak oder Ersatzstoffe: Diese Substanzen öffnen die äußere Schuppenschicht des Haares (Cuticula), sodass die Farbstoffmoleküle ins Innere gelangen können.
- Farbvorstufen: Diese kleinen Moleküle sind farblos und gelangen ins Haar.
- Oxidationsmittel (Wasserstoffperoxid): Dieses Mittel reagiert mit den Farbvorstufen im Haar. Dabei verbinden sich die kleinen Moleküle zu größeren, farbigen Molekülen, die zu groß sind, um das Haar wieder zu verlassen. Gleichzeitig oxidiert das Wasserstoffperoxid auch die restlichen natürlichen Pigmente im Haar, was die neue Farbe deutlicher zur Geltung bringt.
Die Dauerhaftigkeit dieser Art von Färbung ist ihr größter Vorteil. Die Farbe wächst lediglich mit dem Haar heraus, anstatt zu verblassen, was regelmäßiges Nachfärben des Ansatzes erforderlich macht.
Die richtige Farbe wählen: Mehr als nur ein Farbton
Die Auswahl der passenden Farbe ist entscheidend für ein natürliches und zufriedenstellendes Ergebnis. Berücksichtigen Sie dabei folgende Punkte:
- Natürliche Haarfarbe: Wählen Sie einen Farbton, der nicht zu weit von Ihrer ursprünglichen Haarfarbe entfernt ist. Extreme Veränderungen können unnatürlich wirken und sind schwieriger zu pflegen.
- Hautton: Kühle Hauttöne harmonieren oft besser mit aschigen oder kühlen Farbtönen, während warme Hauttöne gut zu Gold-, Kupfer- oder Rottönen passen.
- Grauanteil: Bei einem hohen Grauanteil (über 50%) benötigen Sie eine Farbe mit hoher Deckkraft, die speziell für graues Haar entwickelt wurde. Diese Farben enthalten oft mehr Pigmente, um eine vollständige Abdeckung zu gewährleisten.
- Farbrichtung: Möchten Sie einen natürlichen Look oder einen modischen Akzent setzen? Bedenken Sie, dass Rottöne schneller verblassen können.
Im Zweifelsfall ist ein Besuch beim Friseur ratsam, um eine professionelle Farbberatung zu erhalten.
Vorbereitung ist alles: Vor dem Färben
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für ein gleichmäßiges und dauerhaftes Farbergebnis:
- Haarwäsche: Waschen Sie Ihr Haar am besten 24-48 Stunden vor dem Färben nicht. Die natürlichen Öle auf der Kopfhaut bieten einen gewissen Schutz.
- Allergietest: Führen Sie unbedingt einen Allergietest durch, auch wenn Sie das Produkt schon einmal verwendet haben. Allergien können sich entwickeln.
- Schutz: Tragen Sie alte Kleidung und schützen Sie Ihre Haut mit einer Fettschicht (z.B. Vaseline) an der Stirn, Ohren und Nacken, um Farbflecken zu vermeiden.
- Werkzeuge: Halten Sie alle benötigten Utensilien bereit (Handschuhe, Färbepinsel, Farbschale, Zeitmesser).
Anwendungstechniken für perfekte Grauabdeckung
Die Methode der Anwendung hängt davon ab, ob Sie den gesamten Kopf färben oder nur den Ansatz nachfärben möchten.
Komplettfärbung
- Mischen Sie die Farbe gemäß der Packungsanleitung.
- Teilen Sie das Haar in vier Sektionen.
- Beginnen Sie mit dem Auftragen der Farbe am Ansatz, insbesondere in den Bereichen, wo die grauen Haare am sichtbarsten sind (Schläfen, Scheitel).
- Arbeiten Sie sich Strähne für Strähne vor, bis der gesamte Ansatz bedeckt ist.
- Verteilen Sie die restliche Farbe in den Längen und Spitzen. Bei sehr porösem Haar oder wenn die Längen noch viel Farbe enthalten, tragen Sie die Farbe dort erst gegen Ende der Einwirkzeit auf, um eine Überpigmentierung zu vermeiden.
- Beachten Sie die angegebene Einwirkzeit genau.
- Gründlich ausspülen, bis das Wasser klar ist. Anschließend mit dem beiliegenden Pflegeprodukt behandeln.
Ansatzfärbung
Dies ist die häufigste Anwendung bei grauen Haaren, da die Farbe am Ansatz nachwächst.
- Mischen Sie nur die Menge Farbe, die Sie für den Ansatz benötigen.
- Tragen Sie die Farbe präzise nur auf den sichtbaren Nachwuchs auf, wo die grauen Haare zu sehen sind.
- Lassen Sie die Farbe für den Großteil der Einwirkzeit nur am Ansatz einwirken.
- Kurz vor dem Ausspülen (ca. 5-10 Minuten vorher) können Sie die restliche Farbe in die Längen emulgieren oder kurz durchkämmen, um die Farbe aufzufrischen und einen nahtlosen Übergang zu schaffen.
- Gründlich ausspülen und pflegen.
Häufige Fehler beim Grauhaarfärben vermeiden
Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten Sie diese häufigen Fehler kennen:
- Falsche Farbwahl: Eine zu dunkle Farbe kann hart wirken, eine zu helle deckt Grau nicht ausreichend ab.
- Unzureichende Menge: Zu wenig Farbe führt zu fleckigen Ergebnissen. Kaufen Sie im Zweifelsfall zwei Packungen.
- Unterschätzung der Einwirkzeit: Gerade graue Haare benötigen oft die volle Einwirkzeit, um die Farbe optimal aufzunehmen.
- Mangelnde Vorbereitung: Ein sauberer, aber nicht frisch gewaschener Kopf und ein guter Schutz sind essenziell.
- Überfärben: Ständiges Färben der gesamten Länge kann das Haar austrocknen und zu Farbansammlungen führen, die das Haar dunkler und stumpfer erscheinen lassen. Konzentrieren Sie sich primär auf den Ansatz.
Pflege nach dem Färben: So hält die Farbe länger
Nachdem Sie Ihr Haar gefärbt haben, ist die richtige Pflege entscheidend, um die Leuchtkraft der Farbe zu erhalten und Ihr Haar gesund zu halten.

- Spezielle Shampoos und Conditioner: Verwenden Sie Produkte, die speziell für coloriertes Haar entwickelt wurden. Diese sind oft sulfatfrei und helfen, die Farbpigmente im Haar zu versiegeln und ein Ausbleichen zu verhindern.
- Kühles Wasser: Waschen Sie Ihr Haar mit kühlerem Wasser. Heißes Wasser öffnet die Kutikula und lässt die Farbe schneller verblassen.
- Hitzeschutz: Wenn Sie Stylinggeräte wie Glätteisen oder Lockenstäbe verwenden, tragen Sie immer einen Hitzeschutz auf. Hitze kann die Farbe verändern und das Haar schädigen.
- UV-Schutz: Sonneneinstrahlung kann die Farbe ausbleichen. Spezielle Sprays mit UV-Filter oder das Tragen eines Hutes können helfen.
- Regelmäßige Pflegekuren: Gönnen Sie Ihrem Haar einmal pro Woche eine feuchtigkeitsspendende oder farbschützende Maske, um es geschmeidig und glänzend zu halten.
Vergleich: Permanente vs. Semi-permanente Färbung für Grauabdeckung
Es gibt verschiedene Arten von Haarfärbemitteln. Hier ein kurzer Vergleich in Bezug auf Grauabdeckung:
| Merkmal | Permanente Färbung | Semi-permanente Färbung (Tönung) |
|---|---|---|
| Grauabdeckung | Vollständige Abdeckung (bis zu 100%) | Teilweise Abdeckung (bis zu 50%), schimmert oft durch |
| Haltbarkeit | Dauerhaft, wächst heraus | Hält 6-8 Wochen, wäscht sich nach und nach aus |
| Wirkungsweise | Dringt in die Haarstruktur ein, verändert die Pigmente | Lagert sich auf der Haaroberfläche ab |
| Inhaltsstoffe | Oft mit Ammoniak/MEA und Wasserstoffperoxid | Ohne Ammoniak, oft mit geringem Peroxidanteil oder ohne |
| Schädigungspotenzial | Höher, da die Haarstruktur geöffnet wird | Geringer, da sie milder ist |
| Ansatz | Sichtbarer Ansatz, regelmäßiges Nachfärben nötig | Weicherer Übergang, weniger sichtbarer Ansatz |
Wann sollte man einen Profi aufsuchen?
Obwohl das Färben zu Hause eine beliebte Option ist, gibt es Situationen, in denen der Gang zum Friseur die bessere Wahl ist:
- Hoher Grauanteil: Bei einem sehr hohen Grauanteil (über 70%) kann es schwierig sein, zu Hause ein gleichmäßiges und deckendes Ergebnis zu erzielen.
- Extreme Farbveränderungen: Wenn Sie von sehr dunkel auf sehr hell oder umgekehrt wechseln möchten, ist professionelle Hilfe unerlässlich, um Schäden zu vermeiden und den gewünschten Ton zu erreichen.
- Erstes Mal Färben: Wenn Sie unsicher sind, wie Ihr Haar auf Farbe reagiert oder welche Farbe am besten zu Ihnen passt.
- Farbkorrekturen: Bei misslungenen Färbeversuchen zu Hause kann ein Friseur das Ergebnis korrigieren.
- Haargesundheit: Wenn Ihr Haar bereits geschädigt ist, kann ein Profi beurteilen, ob eine Färbung sicher ist und welche Produkte am schonendsten sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie oft muss ich graue Haare nachfärben?
Das hängt davon ab, wie schnell Ihre Haare wachsen und wie ausgeprägt Ihr Grauanteil ist. Im Durchschnitt ist ein Nachfärben des Ansatzes alle 3-6 Wochen erforderlich. Bei sehr schnellem Haarwachstum kann es auch alle 2-3 Wochen notwendig sein.
Kann ich meine grauen Haare zu Hause färben?
Ja, mit den richtigen Produkten und einer sorgfältigen Anwendung ist das Färben grauer Haare zu Hause gut möglich, besonders wenn Sie nur den Ansatz nachfärben oder eine Farbe wählen, die Ihrer Naturhaarfarbe ähnelt.
Schadet dauerhaftes Färben meinen Haaren?
Jede chemische Behandlung beansprucht das Haar. Moderne Färbemittel sind jedoch deutlich schonender als früher. Mit der richtigen Pflege (spezielle Shampoos, Conditioner, Masken) und der Vermeidung von Überfärbung der Längen können Sie Haarschäden minimieren.
Was tun, wenn die grauen Haare die Farbe nicht richtig annehmen?
Manchmal sind graue Haare widerstandsfähiger und nehmen die Farbe schlechter an. Dies kann an einer sehr glatten Schuppenschicht liegen. Manchmal hilft es, die Einwirkzeit etwas zu verlängern (ohne die maximale Zeit zu überschreiten) oder spezielle Färbemittel für widerstandsfähiges Grauhaar zu verwenden. Eine Vorpigmentierung kann ebenfalls helfen, sollte aber besser vom Profi durchgeführt werden.
Gibt es ammoniakfreie Alternativen für graue Haare?
Ja, viele Hersteller bieten mittlerweile ammoniakfreie permanente Haarfärbemittel an. Diese verwenden oft MEA (Monoethanolamin) als Ersatz für Ammoniak, um die Kutikula zu öffnen. Sie sind in der Regel geruchsschonender und können für manche Menschen verträglicher sein, bieten aber eine vergleichbare Grauabdeckung.
Das dauerhafte Einfärben grauer Haare ist eine effektive Methode, um ein jüngeres und frischeres Aussehen zu erzielen. Mit dem richtigen Wissen über Produkte, Anwendungstechniken und Pflege können Sie zu Hause beeindruckende Ergebnisse erzielen. Zögern Sie jedoch nicht, bei Unsicherheiten oder komplexen Farbwünschen einen professionellen Friseur aufzusuchen. Er kann Ihnen helfen, Ihre Wunschfarbe sicher und perfekt zu erreichen.
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