Kann man mit Kamillentee Haare aufhellen?

Haare aufhellen: Der Weg zum perfekten Blond

09/06/2023

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Der Wunsch nach helleren Haaren ist weit verbreitet, doch die Prozedur der Aufhellung birgt Tücken. Viele kennen das Problem: Das Haar wird strapaziert, und das Ergebnis entspricht oft nicht den Erwartungen. Besonders riskant wird es, wenn man ohne das nötige Fachwissen im heimischen Badezimmer experimentiert. Doch keine Sorge, es gibt Hoffnung! Jörg Oppermann, renommierter Friseur und Experte für Blondtöne aus Hamburg, teilt seine wertvollsten Ratschläge, um Ihre Haare so schonend wie möglich aufzuhellen und das gewünschte Blond zu erzielen. Tauchen wir ein in die Welt der Blondnuancen und erfahren, worauf es wirklich ankommt.

Kann man alle Haare aufhellen?
Im Prinzip lässt sich jedes Haar aufhellen. Die Frage ist nur, wie hell deine Haare schließlich werden sollen und ob deine Wunschfarbe allein durch eine Aufhellung zu erreichen ist.
Inhaltsverzeichnis

Kann man alle Haare aufhellen?

Im Prinzip lässt sich jedes Haar aufhellen. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie hell Ihre Haare letztendlich werden sollen und ob Ihre Wunschfarbe allein durch eine Aufhellung zu erreichen ist. Hier müssen wir zwischen zwei Hauptmethoden unterscheiden: der Hellerfärbung und der Blondierung.

Hellerfärbung: Die sanfte Methode für Nuancen

Beginnen wir mit dem „Nerd-Wissen“: Bei einer Aufhellung, auch Hellerfärbung genannt, werden dem Haar natürliche Pigmente entzogen und gleichzeitig künstliche Pigmente angelagert. Dieser Prozess ermöglicht es beispielsweise, von Natur aus dunkelblondes Haar in ein hübsches Gold- oder Honigblond zu verwandeln. Es ist eine gute Option, wenn Sie eine moderate Farbveränderung wünschen und Ihr Haar nicht extrem aufhellen möchten.

Wichtig zu wissen: Man kann nur uncoloriertes Haar heller färben und das auch nur um wenige Nuancen. Zudem sind mit dieser Methode keine Aschtöne oder sehr helle, kühle Nuancen wie Platinblond möglich. Dunkelbraunes Haar wird mit einer Hellerfärbung also niemals hellblond, sondern im besten Fall karamellfarben. Die Hellerfärbung ist ideal für eine subtile Transformation und schont das Haar im Vergleich zur Blondierung erheblich.

Blondierung: Wenn es extrem hell sein soll

Haben Sie von Natur aus sehr dunkles Haar und/oder möchten ein möglichst kühles Hellblond, führt kein Weg an der Blondierung vorbei. Diese Methode hat leider nicht den besten Ruf, da sie das Haar bei falscher Anwendung extrem strapaziert. Beim Blondieren werden dem Haar die Pigmente vollständig entzogen – dieser Prozess funktioniert sowohl bei natürlichem als auch bei gefärbtem Haar. Der Aufhellungsprozess läuft dabei immer über Rot, Orange, Gelb bis hin zu Weißblond ab.

Nur mit Blondieren allein werden Sie also nicht Ihr Wunschblond erhalten, es sei denn, Ihr Traumton ist Kanarienvogel-Gelb. Ein:e gute:r Friseur:in tönt das Haar im Anschluss an die Blondierung deshalb in den gewünschten Blondton. Dafür werden sogenannte „Toner“ benutzt, deren Wasserstoffperoxid-Gehalt gering ist, um das Haar nicht weiter zu strapazieren. Im englischsprachigen Raum wird das Blondfärben in zwei Schritten als „Double-Process“ bezeichnet. Die Blondierung ist ein intensiver chemischer Prozess, der professionelles Wissen erfordert, um Schäden zu minimieren und das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Vergleich: Blondierung vs. Hellerfärbung

Um die Unterschiede besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Merkmale beider Methoden:

MerkmalHellerfärbung (Aufhellung)Blondierung
ZielModerate Aufhellung um wenige NuancenExtreme Aufhellung, bis zu Platinblond
WirkweiseEntzug natürlicher Pigmente + Anlagerung künstlicher PigmenteEntzug aller Pigmente (natürlich & künstlich)
Geeignet fürUncoloriertes Haar, dunkelblond bis hellbraunNatürliches & gefärbtes Haar, sehr dunkles Haar
Mögliche TöneGold-, Honig-, Karamellblond (keine Aschtöne)Alle kühlen & sehr hellen Blondtöne (nach Tönung)
HaarbelastungGering bis moderatDeutlich höher, kann extrem strapazieren
NachbehandlungOft nicht zwingend notwendigTönung (Toner) für Wunschfarbton unerlässlich

Ist die Haarstruktur beim Haaraufhellen wichtig?

Ja, die Haarstruktur spielt eine entscheidende Rolle, wie Studien und die Erfahrung von Experten wie Jörg Oppermann zeigen. Dickes Haar ist grundsätzlich strapazierfähiger und lässt sich – in professionellen Händen – problemlos bleichen. Seine robustere Beschaffenheit kann den chemischen Prozess besser verkraften.

Sind die Haare jedoch sehr fein, sieht das schon anders aus: Hier ist eine Hellerfärbung in jedem Fall vorzuziehen. Durch eine Blondierung kann feines Haar nämlich schnell abbrechen und stark geschädigt werden. Die dünnere Struktur ist anfälliger für die aggressiven Chemikalien der Blondierung. Wenn Sie feines Haar haben und sich mehr Volumen wünschen, ist eine sanftere Aufhellung immer die bessere Wahl, um die Haarintegrität zu bewahren.

Wie lange hält eine Blondierung, wie lange eine Aufhellung an?

Die Haltbarkeit beider Methoden ist identisch. Sowohl die Hellerfärbung als auch die Blondierung entfernen die Pigmente dauerhaft, was bedeutet, dass die Farbe herauswächst. Ist der Farbunterschied zur Naturhaarfarbe groß, muss entsprechend häufig nachgefärbt oder -gebleicht werden, um einen sichtbaren Ansatz zu vermeiden. Die Häufigkeit der Nachbehandlung hängt also stark von der Geschwindigkeit des Haarwachstums und dem Kontrast zur Ausgangsfarbe ab.

Wie lange dauert der Besuch im Friseursalon?

Wenn Sie eine professionelle Aufhellung oder Blondierung im Salon in Betracht ziehen, sollten Sie am besten zwischen 3 und 6 Stunden einplanen. Jörg Oppermann erklärt: „Eine genaue Zeitspanne lässt sich hier nicht festlegen, da dies von der Wunschfarbe und der Ausgangslage abhängig ist. Eine Blondierung ist jedoch vom Zeitaufwand oft höher als eine Aufhellung. Die Einwirkzeit ist deutlich länger als bei anderen Farben und dunkleren Tönen.“ Planen Sie also ausreichend Zeit ein und bringen Sie Geduld mit, denn Qualität braucht ihre Zeit.

Wie viel kostet eine Aufhellung und wie viel eine Blondierung?

Wenn Sie von dunkel nach hell gehen wollen, liegen die Kosten in der Regel im dreistelligen Bereich. Ob Sie zur Hellerfärbung oder Blondierung greifen, spielt für die Gesamtkosten eine eher untergeordnete Rolle. Viel entscheidender ist der Aufwand – also die Dauer Ihres Friseurbesuchs. Je dunkler Ihr Haar ist, desto länger muss die Farbe einwirken. Sind Ihre Haare bereits dunkel gefärbt, dauert es sogar noch länger, da künstliche Pigmente nur sehr langsam aus den Haaren gezogen werden können.

Wenn Sie ohnehin schon blond sind und nur einen Tick heller werden wollen, wird es günstiger – dann reichen meist bereits ein paar Strähnchen. Wichtige Preisfaktoren sind natürlich auch die Marke und die Qualität der Produkte, mit denen gearbeitet wird, und nicht zuletzt die Fachkompetenz des Stylisten bzw. der Stylistin. Eine Investition in professionelle Arbeit zahlt sich hier definitiv aus, um Haarschäden und unerwünschte Farbergebnisse zu vermeiden.

Welche Blondtöne für Frauen sind gerade angesagt?

Blond ist nicht gleich blond, daher hier eine Auflistung der bekanntesten und angesagtesten Blondtöne:

  • Aschblond: Was lange als „graue Maus“-Look abgetan wurde, ist jetzt ein echter Renner. Es ist ein natürliches, kühles Mittel- bis Dunkelblond – wie es auch viele Frauen von Natur aus haben. Dieser Ton wirkt sehr elegant und unaufdringlich.
  • Platinblond: „Sehr helle, extreme Blondtöne liegen derzeit im Trend“, so Starfriseur Jörg Oppermann. Die hellstmögliche Nuance ist Platinblond. Durch die silbrig schimmernden Farbnuancen zählt dieser Blondton zu den kühlen Mitstreitern. Achtung: Nicht jeder Hautton harmoniert mit dieser Farbe! Am besten sieht Platinblond zu sehr heller Haut aus. Damit platinblondes Haar nicht gelblich wirkt, sollten Sie regelmäßig ein Silbershampoo nutzen.
  • Erdbeerblond: Nein, diese Haarfarbe ist nicht so rot wie eine Erdbeere. Der Trend-Ton hat lediglich einen ganz leichten Rotstich, der vor allem Frauen mit hellem Teint und Sommersprossen hervorragend steht und einen warmen, femininen Look kreiert.
  • Brond: Sie können sich zwischen blond und braun nicht entscheiden? Müssen Sie auch nicht! Brond, also der Mix aus blonden und braunen Strähnen, ist sehr beliebt, da er besonders natürlich wirkt und nahezu jeder Frau steht. Es ist eine ideale Option für alle, die eine weichere Übergangsfarbe oder eine pflegeleichtere Variante wünschen.

Den passenden Blondton finden

Der sicherste Weg, um eine kompetente Farbberatung zu bekommen, ist der Besuch im Salon. Ein erfahrener Friseur kann Ihre Haarstruktur, Ihren Hautton und Ihre persönlichen Wünsche beurteilen, um den optimalen Blondton für Sie zu finden. Möchten Sie sich lieber auf die eigene Vorstellungskraft verlassen? Kein Problem! Apps wie „Choicify“ von Schwarzkopf helfen Ihnen, den richtigen Farbton zu finden. In der App können Sie verschiedene Farbtöne und auch Frisuren virtuell ausprobieren, indem Sie einfach ein Bild hochladen.

Haare selbst aufhellen: Risiken und Tipps

Sie möchten Ihre Haare blond färben, aber einen teuren Friseurbesuch umgehen? Das ist verständlich. Aber: Während selbst zu färben bei dunklen Tönen meist kein Problem darstellt, kann es bei Blond ganz schön schiefgehen. Nicht selten sind leuchtend gelbe oder orangefarbene Haare das Ergebnis, ganz zu schweigen von möglichen Haarschäden. Wenn Sie es trotzdem selbst mit Haarfarbe für zu Hause versuchen wollen, gelten folgende wichtige Regeln:

  • Farbempfehlungen beachten: Achten Sie auf die Farbempfehlungen auf der Packung. Ist Ihr Haar dunkler als für die Anwendung der erhältlichen Drogerie-Produkte empfohlen, heißt es: ab zum Profi. Sonst wird es garantiert gelb-orange!
  • Anleitung genau befolgen: Um unerwartete Farbnuancen zu vermeiden, sollten Sie die Anleitung genauestens befolgen. Jeder Schritt ist wichtig.
  • Nicht an Farbe sparen: Gerade bei Blondierungen ist es wichtig, ausreichend Produkt zu verwenden. Ist das Haar zu dünn eingestrichen, trocknet die Farbe an und wird wirkungslos. Für normal dicke, schulterlange Haare braucht man bereits 2 Packungen. Haben Sie lange, dicke Haare, sollten Sie 4 Packungen kaufen, um eine gleichmäßige Sättigung zu gewährleisten.
  • Richtige Auftragsreihenfolge: Starten Sie mit dem Auftragen rund ums Gesicht und in den Spitzen – hier sind die Haare durch die Sonne auch von Natur aus am hellsten. Arbeiten Sie sich zügig bis in den Nacken vor. Die ersten 2 bis 3 cm am Ansatz sollten Sie zunächst aussparen und zuletzt einstreichen. Durch die Wärme der Kopfhaut bleichen sie nämlich viel schneller und das Ergebnis würde ungleichmäßig werden.
  • Einwirkzeit einhalten: Ganz wichtig: Niemals die Einwirkzeit verkürzen. Dann sind gelbe Haare vorprogrammiert. Auch verlängern sollten Sie die Einwirkzeit nie. Vor allem bei Blondierung könnten Haarbruch und sogar Verätzungen der Kopfhaut die Folge sein.
  • Erwartungen anpassen: Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Ihre Haare womöglich nicht dem Abbild der Verpackung gleichen werden. Jedes Haar reagiert auf eine Aufhellung unterschiedlich.

Und zu guter Letzt: Wir haben Sie gewarnt! Für dramatische Veränderungen oder wenn Sie unsicher sind, ist der Gang zum Profi immer die sicherste Wahl.

3 DIY-Tipps, wie Sie mit Hausmitteln Ihre Haare aufhellen können

Es muss nicht immer das Färbemittel aus der Drogerie sein. Auch auf anderem Wege können Sie Ihre Haare schonend aufhellen. Diese Methoden sind jedoch sehr mild und nur für leichte Aufhellungen oder Reflexe geeignet:

  1. Haare aufhellen mit Honig: Wer keinen Aufwand scheut, um den Haaren einen ultimativen Glow zu verpassen, macht sich eine Haarmaske aus Honig. Beim Erhitzen von Honig entfaltet sich das Enzym Peroxid, welches auch in Blondierungen enthalten ist. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass der Honig im Topf und nicht in der Mikrowelle erhitzt wird, damit das Enzym nicht verloren geht. Nachdem der Honig ein wenig abgekühlt ist, können Sie ihn mit je einem Schluck Wasser und Apfelessig zu einer cremigen Masse verrühren. Anschließend den Mix auf die Haare auftragen, mit Frischhaltefolie abdecken und für zwei Stunden einwirken lassen. Danach wie gewohnt mit Shampoo und Pflegespülung waschen und trocknen.
  2. Haare aufhellen mit Zitrone oder Kamille, und ab in die Sonne: Zuerst pressen Sie eine halbe Tasse Zitronensaft und füllen den Rest mit Wasser auf. Für die Anwendung im Haar geben Sie die Mischung in eine Sprühflasche und sprühen den Mix ins Haar. Anschließend setzen Sie sich für 30 Minuten in die Sonne, damit die Zitrone einwirken kann. Hinterher die Haare mit Shampoo auswaschen. Dieselbe Prozedur funktioniert übrigens auch mit Kamillentee. Einfach vier Beutel kochen, abkühlen lassen und dann wie bei der Zitrone anwenden. Die Sonne verstärkt den aufhellenden Effekt.
  3. Haare aufhellen mit Backpulver: Backpulver kann vieles, sogar die Haare aufhellen. Dafür nehmen Sie 2 Päckchen Backpulver und geben 1/4 Liter lauwarmes Wasser hinzu. Den Mix im trockenen Haar für 20 Minuten einwirken lassen, dann mit Wasser ausspülen und shampoonieren. Diese Methode kann auch helfen, unerwünschte Farbstiche zu neutralisieren.

Fazit: Der Weg zum Wunschblond

Das Aufhellen der Haare ist ein komplexer Prozess, der je nach gewünschtem Ergebnis und Haarstruktur unterschiedliche Methoden erfordert. Ob Sie sich für eine sanfte Hellerfärbung oder eine intensive Blondierung entscheiden – die Gesundheit Ihrer Haare sollte immer oberste Priorität haben. Während Hausmittel und DIY-Produkte für leichte Nuancen oder Auffrischungen geeignet sein können, ist für signifikante Farbveränderungen, insbesondere von dunkel zu sehr hell oder bei bereits coloriertem Haar, der Gang zum erfahrenen Friseur unerlässlich. Ein Profi wie Jörg Oppermann kann nicht nur das optimale Ergebnis erzielen, sondern auch die Haare bestmöglich schützen und pflegen. Nehmen Sie sich die Zeit für eine gute Beratung und investieren Sie in die Gesundheit und Schönheit Ihrer Haare – es lohnt sich!

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