12/12/2024
Die Frage, ob chemische Haarfarben verboten sind, taucht immer wieder auf. Die kurze Antwort lautet: Nein, chemische Haarfarben sind in der Regel nicht verboten, aber sie unterliegen strengen Regulierungen und müssen bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen, bevor sie auf den Markt kommen. Die Verwirrung entsteht oft, weil es wichtige Unterschiede und Vorsichtsmaßnahmen gibt, insbesondere wenn man von chemisch behandeltem Haar zu natürlichen Alternativen wechseln möchte. Es geht weniger um ein Verbot als vielmehr um die Kompatibilität und die richtige Anwendung verschiedener Färbemethoden, um optimale Ergebnisse zu erzielen und das Haar zu schützen.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Haarfarben ein, beleuchten die Unterschiede zwischen chemischen und pflanzlichen Produkten und geben Ihnen praktische Tipps an die Hand, damit Ihr Färbeerlebnis ein voller Erfolg wird. Ob Sie nun über einen Wechsel nachdenken oder einfach nur mehr über die richtige Anwendung wissen möchten – hier finden Sie alle Antworten.
- Chemische Haarfarben: Verboten oder einfach anders?
- Der Wechsel zu Pflanzenfarben: Was Sie wissen müssen
- Vorbereitung ist alles: Damit die Pflanzenfarbe hält
- Die Kunst des Färbens mit Pflanzenpulver
- Einwirkzeit und Nachbehandlung: Geduld zahlt sich aus
- Logona Color Cremes: Eine praktische Alternative
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Kann ich meine Haare direkt nach dem Bleichen mit Pflanzenfarbe färben?
- Wie lange hält eine Pflanzenhaarfarbe im Haar?
- Können Pflanzenfarben graue Haare abdecken?
- Muss ich meine Haare vor jeder Pflanzenfärbung waschen?
- Gibt es Nebenwirkungen bei der Verwendung von Pflanzenfarben?
- Kann ich mit Pflanzenfarbe meine Haare aufhellen?
- Fazit: Wissen ist die beste Farbe
Chemische Haarfarben: Verboten oder einfach anders?
Wie bereits erwähnt, sind chemische Haarfarben keineswegs verboten. Sie sind ein fester Bestandteil der Friseurbranche und des Heimgebrauchs und werden von Millionen Menschen weltweit verwendet. Ihre Wirksamkeit, die breite Farbpalette und die dauerhaften Ergebnisse machen sie zu einer beliebten Wahl. Allerdings enthalten sie Inhaltsstoffe, die das Haar und die Kopfhaut bei unsachgemäßer Anwendung reizen oder schädigen können. Aus diesem Grund gibt es strenge Vorschriften bezüglich ihrer Zusammensetzung und Kennzeichnung.
Der Mythos des Verbots könnte daher rühren, dass es bestimmte Inkompatibilitäten zwischen chemisch behandeltem Haar und natürlichen Pflanzenfarben gibt. Es ist nicht so, dass eine Methode die andere ausschließt, sondern vielmehr, dass sie sich nicht immer direkt nacheinander anwenden lassen. Wer beispielsweise mit frisch gebleichten Haaren oder einer chemisch behandelten Dauerwelle vom Friseur kommt, muss eine Wartezeit einhalten, bevor er Pflanzenfarben verwenden kann. Diese Wartezeit ist entscheidend, um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Pflanzenfarbe optimal am Haar anlagern kann. Sie schützt das Haar vor Überbeanspruchung und ermöglicht es, dass sich die Haarstruktur nach der chemischen Behandlung wieder stabilisiert.
Der Wechsel zu Pflanzenfarben: Was Sie wissen müssen
Pflanzenfarben bieten eine sanfte Alternative zu chemischen Produkten. Sie legen sich wie eine schützende Schicht um das Haar und pflegen es zusätzlich, anstatt die Haarstruktur chemisch zu verändern. Doch genau diese unterschiedliche Wirkweise erfordert besondere Aufmerksamkeit beim Übergang von chemisch behandeltem zu pflanzengefärbtem Haar.
Die Bedeutung der Wartezeit
Der wichtigste Punkt ist die bereits erwähnte Wartezeit. Pflanzenfarben vertragen sich nicht mit chemischen Behandlungen wie Bleichungen oder sauren Dauerwellen. Dies liegt daran, dass chemische Prozesse die Haarstruktur öffnen oder verändern, während Pflanzenfarben auf einer intakten Haaroberfläche haften. Wird eine Pflanzenfarbe zu früh auf chemisch behandeltes Haar aufgetragen, kann das Ergebnis ungleichmäßig, unvorhersehbar oder sogar grünlich ausfallen. Eine Wartezeit von einigen Wochen ist hier dringend empfohlen. Dies gibt dem Haar Zeit, sich zu regenerieren und die chemischen Rückstände vollständig abzubauen.
Teststrähne: Die goldene Regel
Wer unsicher ist, wie sein Haar auf die Pflanzenfarbe reagiert, sollte unbedingt eine verdeckte Strähne ausprobieren. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie von chemisch behandeltem Haar auf Pflanzenfarbe umsteigen oder wenn Sie eine neue Pflanzenfarbnuance testen möchten. Schneiden Sie eine kleine, unauffällige Strähne ab oder wählen Sie eine Haarpartie im Nackenbereich, die später nicht sichtbar ist. Färben Sie diese Strähne gemäß der Anleitung und beobachten Sie das Ergebnis. So können Sie sicherstellen, dass die Farbe Ihren Vorstellungen entspricht und keine unerwünschten Reaktionen auftreten, bevor Sie Ihr gesamtes Haar färben.
Vorbereitung ist alles: Damit die Pflanzenfarbe hält
Die richtige Vorbereitung des Haares ist entscheidend für ein gleichmäßiges und intensives Farbergebnis mit Pflanzenfarben. Anders als bei chemischen Farben, die tief in das Haar eindringen, lagern sich Pflanzenpigmente an der Haaroberfläche an. Daher muss das Haar so sauber und frei von Rückständen wie möglich sein.
Gründliches Waschen vor dem Färben
Bevor Sie mit dem Färben beginnen, sollten Sie Ihre Haare gründlich waschen. Und zwar so gründlich, dass keine Reste von Kuren, Spülungen, Spray oder Festiger mehr im Haar sind. Diese Produkte können einen Film auf dem Haar hinterlassen, der verhindert, dass sich die Pigmente der Pflanzenfarbe optimal am Haar anlagern können. Verwenden Sie ein mildes Shampoo, das keine Silikone oder andere filmbildende Inhaltsstoffe enthält. Ein Tiefenreinigungsshampoo kann hier von Vorteil sein, um auch hartnäckige Rückstände zu entfernen. Spülen Sie das Haar anschließend sehr gut aus, bis das Wasser klar ist.
Schutz der Haut: Flecken vermeiden
Andersherum kann es durchaus passieren, dass die Haut an Stirn und Ohren unbeabsichtigt mitgefärbt wird. Doch das lässt sich verhindern. Tragen Sie vor dem Auftragen der Farbpaste eine fetthaltige Creme (z.B. Vaseline oder eine reichhaltige Gesichtscreme) entlang des Haaransatzes, an den Ohren und im Nacken auf. Dies bildet eine Barriere, die verhindert, dass die Farbe in die Haut einzieht. Sollte doch etwas Farbe auf die Haut gelangen, lässt sie sich dank der Creme leichter abwischen.
Die Kunst des Färbens mit Pflanzenpulver
Mit Ausnahme der Color Cremes von Logona bestehen die meisten Pflanzenfarben aus Pulver, das man mit heißem Wasser anrührt. Das Anmischen und Auftragen erfordert etwas Übung, aber mit den richtigen Tipps wird es zum Kinderspiel.
Anrühren der Farbpaste
Mischen Sie das Pflanzenfarbpulver in einer nicht-metallischen Schale mit heißem Wasser an. Die Konsistenz sollte cremig und streichfähig sein, ähnlich wie Joghurt oder ein dicker Brei. Zu dünn angerührt, tropft die Farbe; zu dick, lässt sie sich schwer verteilen. Ein Tipp zur Steigerung der Farbintensität: Verwenden Sie statt reinem Wasser starken schwarzen Tee. Die Gerbstoffe im Tee können die Farbwirkung mancher Pflanzenpigmente verstärken.
Tipps für das Auftragen
- Temperatur: Die noch warme Paste lässt sich am besten verarbeiten. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu heiß ist, um Ihre Kopfhaut nicht zu verbrennen.
- Strähne für Strähne: Arbeiten Sie die Paste Strähne für Strähne sorgfältig ins Haar ein. Beginnen Sie am Ansatz und arbeiten Sie sich bis in die Spitzen vor. Achten Sie darauf, dass alle Haare gleichmäßig mit der Farbe bedeckt sind.
- Glanz-Booster: Einige Tropfen Öl (z.B. Olivenöl oder Jojobaöl) im Brei können die Geschmeidigkeit der Paste verbessern und dem Haar zusätzlichen Glanz verleihen.
- Hilfe ist willkommen: Eine gute Freundin oder ein Familienmitglied kann die Prozedur erheblich erleichtern, besonders beim Auftragen am Hinterkopf.
- Abdecken: Zum Schluss decken Sie das Haar mit einer Kunststoffhaube ab. Diese liegt oft in der Packung neben den Einmal-Handschuhen. Die Haube hält die Wärme und Feuchtigkeit, was wichtig ist, damit die Pflanzenpigmente optimal einwirken können.
Vergleich: Chemische vs. Pflanzenfarben
| Merkmal | Chemische Haarfarben | Pflanzenfarben |
|---|---|---|
| Wirkweise | Dringen in die Haarstruktur ein, verändern Pigmente | Legen sich als Schicht um das Haar, lagern Pigmente an |
| Grauabdeckung | Sehr gut, oft 100% | Je nach Produkt und Haarstruktur gut bis sehr gut, oft transparenter |
| Farbpalette | Sehr breit, von Natur- bis Fantasietönen | Natürlichere Farbtöne (Braun, Rot, Schwarz), weniger Aufhellung möglich |
| Haargesundheit | Kann Haar bei unsachgemäßer Anwendung schädigen | Pflegend, kann Haarstruktur stärken |
| Kompatibilität | Vorsicht bei Vorbehandlungen, nicht direkt nach Pflanzenfarben | Nicht direkt nach chemischen Behandlungen (Bleichung, Dauerwelle) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft oder semi-permanent | Wäscht sich langsam aus, je nach Häufigkeit der Haarwäsche |
Einwirkzeit und Nachbehandlung: Geduld zahlt sich aus
Die Einwirkzeit bei Pflanzenfarben variiert stark und ist ein Schlüssel zum gewünschten Farbergebnis. Geduld ist hier eine Tugend, denn die Pigmente brauchen Zeit, um sich optimal am Haar anzulagern.
Die richtige Einwirkzeit
Je nach gewünschter Intensität lassen Sie die Pflanzenfarbe 15 Minuten bis zwei Stunden einwirken. Bei hellen, dünnen Haaren geht es oft schneller, da diese die Pigmente leichter aufnehmen. Auch in der Sonne oder unter einer Trockenhaube kann die Einwirkzeit verkürzt werden, da Wärme den Färbeprozess beschleunigt. Beachten Sie immer die spezifischen Anweisungen auf der Verpackung Ihrer Pflanzenfarbe, da die genaue Dauer je nach Hersteller und Farbton variieren kann. Ein längere Einwirkzeit führt in der Regel zu einem intensiveren Farbergebnis.
Auswaschen und Nachpflege
Nach der Einwirkzeit spülen Sie den Pulverbrei gründlich aus dem Haar. Dies kann eine Weile dauern, da die Partikel sehr fein sind. Spülen Sie so lange, bis das Wasser klar ist. Anschließend reinigen Sie die Haare mit einem milden Shampoo. Es ist ratsam, ein Shampoo zu verwenden, das auf die Bedürfnisse von gefärbtem Haar abgestimmt ist oder speziell für Pflanzenfarben entwickelt wurde, um die Farbstabilität zu gewährleisten. Von Logona gibt es zur Vor- und Nachbehandlung seit kurzem Spezialprodukte, die darauf abzielen, die Haarstruktur zu optimieren und die Farbbrillanz nach der Pflanzenfärbung zu erhalten. Diese Produkte können helfen, die Farbe länger im Haar zu halten und dem Haar zusätzlichen Glanz und Geschmeidigkeit zu verleihen.
Logona Color Cremes: Eine praktische Alternative
Für alle, die den Komfort einer fertigen Mischung bevorzugen, bieten die Color Cremes von Logona eine hervorragende Alternative zu den Pulverfarben. Bei den Color Cremes entfällt das Anrühren, was die Anwendung deutlich vereinfacht und beschleunigt. Die Farbe kommt direkt aus der Tube aufs Haar, was besonders praktisch für schnelle Auffrischungen oder für Färbeanfänger ist.
Derzeit sind die Logona Color Cremes in 5 Farbtönen erhältlich, weitere sollen folgen. Diese Entwicklung zeigt, dass Naturkosmetik-Hersteller ständig daran arbeiten, die Anwendung ihrer Produkte noch einfacher und benutzerfreundlicher zu gestalten, ohne Kompromisse bei der Qualität und Natürlichkeit der Inhaltsstoffe einzugehen. Sie bieten eine gute Option für diejenigen, die die Vorteile von Pflanzenfarben nutzen möchten, aber eine unkompliziertere Anwendung bevorzugen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich meine Haare direkt nach dem Bleichen mit Pflanzenfarbe färben?
Nein, es wird dringend empfohlen, mehrere Wochen zu warten (idealerweise 4-6 Wochen), nachdem das Haar chemisch behandelt (gebleicht oder dauergewellt) wurde. Pflanzenfarben vertragen sich nicht gut mit den Rückständen chemischer Behandlungen, was zu ungleichmäßigen oder unerwünschten Farbergebnissen führen kann. Die Haarstruktur muss sich erst erholen und die chemischen Rückstände müssen abgebaut sein.
Wie lange hält eine Pflanzenhaarfarbe im Haar?
Die Haltbarkeit einer Pflanzenhaarfarbe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Haarstruktur, der Häufigkeit des Haarewaschens und der verwendeten Farbe. Im Allgemeinen wäscht sich Pflanzenfarbe sanfter und allmählicher aus als chemische Farbe. Sie hält in der Regel zwischen 4 und 8 Wochen, bevor eine Auffrischung notwendig wird. Das Haar erhält mit jeder Anwendung mehr Farbpigmente, wodurch die Farbe mit der Zeit intensiver und haltbarer werden kann.
Können Pflanzenfarben graue Haare abdecken?
Ja, Pflanzenfarben können graue Haare abdecken, oft jedoch auf eine transparentere Weise als chemische Farben. Das Ergebnis ist ein natürlicherer Look, bei dem die grauen Haare wie feine Strähnchen durchschimmern können, was dem Haar Tiefe und Dimension verleiht. Bei sehr vielen grauen Haaren oder für eine intensivere Abdeckung kann es notwendig sein, die Farbe in zwei Schritten aufzutragen oder die Einwirkzeit zu verlängern.
Muss ich meine Haare vor jeder Pflanzenfärbung waschen?
Ja, es ist absolut notwendig, die Haare vor jeder Pflanzenfärbung gründlich zu waschen. Rückstände von Stylingprodukten, Conditioner, Kuren oder sogar natürliche Öle können eine Barriere bilden, die verhindert, dass sich die Pflanzenpigmente optimal am Haar anlagern. Verwenden Sie ein Shampoo ohne Silikone, um sicherzustellen, dass das Haar vollständig sauber und aufnahmefähig ist.
Gibt es Nebenwirkungen bei der Verwendung von Pflanzenfarben?
Pflanzenfarben gelten allgemein als sehr gut verträglich, da sie keine aggressiven Chemikalien enthalten. Allergische Reaktionen sind selten, aber nicht ausgeschlossen, insbesondere bei empfindlichen Personen. Es wird immer empfohlen, vor der ersten Anwendung einen kleinen Hauttest durchzuführen, um mögliche Unverträglichkeiten auszuschließen. Im Vergleich zu chemischen Farben sind Nebenwirkungen wie Kopfhautreizungen oder Haarschäden jedoch deutlich seltener.
Kann ich mit Pflanzenfarbe meine Haare aufhellen?
Nein, Pflanzenfarben können das Haar nicht aufhellen. Sie enthalten keine Bleichmittel, die die natürlichen Pigmente des Haares zerstören könnten. Pflanzenfarben lagern sich lediglich an der äußeren Schicht des Haares an und können die vorhandene Haarfarbe nur dunkler oder in einem anderen Farbton (z.B. rötlicher) erscheinen lassen, aber niemals heller.
Fazit: Wissen ist die beste Farbe
Die Behauptung, chemische Haarfarben seien verboten, ist ein Missverständnis. Vielmehr geht es um die bewusste Entscheidung für die passende Färbemethode und das Wissen um deren Besonderheiten. Ob Sie sich für chemische Farben entscheiden, die eine breite Palette und dauerhafte Ergebnisse bieten, oder für natürliche Pflanzenfarben, die sanfter zum Haar sind und es zusätzlich pflegen – die richtige Anwendung und Vorbereitung sind entscheidend für ein schönes und gesundes Ergebnis.
Indem Sie die hier beschriebenen Tipps befolgen, insbesondere die Wartezeiten nach chemischen Behandlungen und die sorgfältige Vorbereitung des Haares, können Sie die Vorteile beider Welten nutzen. Denken Sie immer daran, eine Teststrähne zu färben, wenn Sie unsicher sind, und geben Sie Ihren Haaren die Pflege, die sie verdienen. So steht Ihrem strahlenden Haar nichts mehr im Wege!
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