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Haarverlängerungen: Die Welt der Bondings

09/12/2019

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Der Wunsch nach längerem, vollerem oder einfach nur aufregenderem Haar ist so alt wie die Zeit selbst. In der modernen Welt der Schönheitspflege bieten Haarverlängerungen, insbesondere durch sogenannte Bondings, eine fantastische Möglichkeit, diesen Traum schnell und effektiv zu verwirklichen. Doch „Bonding“ ist nicht gleich „Bonding“. Es gibt eine Vielzahl von Techniken, die sich in ihrer Anbringung, Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit und auch in der Schonung des Eigenhaars unterscheiden. Die Wahl der richtigen Methode ist entscheidend für ein natürliches Aussehen, Tragekomfort und die Gesundheit Ihrer eigenen Haare.

Welche Arten von Bondings gibt es?

Bevor Sie sich für eine Haarverlängerung entscheiden, ist es wichtig, die verschiedenen Optionen zu verstehen. Jede Bonding-Art hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Haartypen und Bedürfnisse. Lassen Sie uns die gängigsten Arten von Bondings genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, welche für Sie die ideale Lösung sein könnte.

Inhaltsverzeichnis

Die verschiedenen Arten von Bondings im Detail

1. Keratinbondings (Warmbondings)

Keratinbondings sind eine der traditionellsten und beliebtesten Methoden der Haarverlängerung. Sie bestehen aus kleinen Strähnen Echthaar, die an ihrem oberen Ende eine kleine, vorgeformte Keratinverbindung haben. Keratin ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Haares und sorgt für eine starke, aber flexible Verbindung.

Anbringung: Bei der Anbringung wird die Keratinverbindung mithilfe einer speziellen Wärmezange erwärmt und um eine kleine Eigenhaarsträhne geformt. Das geschmolzene Keratin umschließt das Eigenhaar und bildet eine nahezu unsichtbare und sehr haltbare Verbindung. Die Temperatur der Zange ist dabei so gering, dass sie das Haar nicht schädigt, sondern lediglich das Keratin formbar macht.

Vorteile: Keratinbondings bieten eine sehr lange Haltbarkeit, oft bis zu 4-6 Monate, abhängig von der Haarwachstumsgeschwindigkeit. Sie sind extrem diskret und fallen kaum auf, da die Verbindungsstellen klein und farblich an das Eigenhaar angepasst werden können. Die Haare lassen sich nach der Anbringung wie gewohnt stylen, bürsten und waschen.

Nachteile: Die Anbringung ist zeitaufwendig und sollte unbedingt von einem erfahrenen Profi durchgeführt werden. Die Entfernung erfordert ebenfalls spezielle Lösungen und Sorgfalt, um das Eigenhaar nicht zu beschädigen. Die Strähnen sind in der Regel nicht wiederverwendbar, da das Keratin beim Entfernen bricht.

2. Microring-Bondings (Coldbondings)

Microring-Bondings gehören zu den sogenannten Kaltmethoden, da bei ihrer Anbringung keine Wärme oder chemische Klebstoffe zum Einsatz kommen. Stattdessen werden kleine Metallringe verwendet, um die Extensions am Eigenhaar zu befestigen.

Anbringung: Eine kleine Eigenhaarsträhne wird zusammen mit einer Extensions-Strähne durch einen winzigen Metallring gezogen. Dieser Ring wird anschließend mit einer speziellen Zange fest zusammengedrückt, wodurch die Extension sicher am Eigenhaar befestigt wird. Die Ringe sind oft innen mit Silikon ausgekleidet, um das Haar zu schützen und ein Verrutschen zu verhindern.

Vorteile: Die Hauptvorteile von Microring-Bondings sind die schonende Anbringung ohne Hitze oder Klebstoffe, was sie ideal für empfindliches Haar macht. Sie sind relativ einfach zu entfernen und die Extensionssträhnen können bei guter Pflege und intakten Verbindungen oft wiederverwendet werden, indem man die Ringe öffnet und neu anbringt. Die Haltbarkeit liegt in der Regel bei 2-4 Monaten.

Nachteile: Die Ringe können bei unsachgemäßer Anbringung oder zu starkem Druck das Eigenhaar schädigen. Sie können für manche Personen spürbar sein, insbesondere direkt nach der Anbringung oder beim Liegen. Auch können sie bei sehr feinem Haar sichtbar sein, wenn sie nicht perfekt platziert werden.

3. Nanoring-Bondings

Nanoring-Bondings sind eine Weiterentwicklung der Microring-Methode und zeichnen sich durch noch kleinere Ringe aus, die oft nur ein Drittel der Größe von Microringen haben. Dies macht sie besonders diskret.

Anbringung: Ähnlich wie Microrings, aber mit winzigen Nanoringen, die durch eine Nadel oder Schlaufe am Eigenhaar befestigt und dann festgedrückt werden. Die Extensionssträhnen selbst haben oft eine kleine Metallschlaufe, die durch den Nanoring geführt wird.

Vorteile: Extrem unauffällig und leicht, wodurch sie sich ideal für sehr feines Haar eignen, bei dem Microrings zu sichtbar wären. Sie sind ebenfalls eine Kaltmethode und schonen das Haar. Auch hier ist die Wiederverwendung der Strähnen oft möglich.

Nachteile: Aufgrund ihrer geringen Größe kann die Anbringung noch zeitaufwendiger und filigraner sein als bei Microrings. Sie erfordern höchste Präzision und Erfahrung des Stylisten. Die Haltbarkeit kann etwas kürzer sein als bei Microrings, da die Verbindungen kleiner sind.

4. Tape-In Bondings

Tape-In Bondings sind in den letzten Jahren extrem populär geworden, da sie eine schnelle und relativ unkomplizierte Methode der Haarverlängerung darstellen.

Anbringung: Diese Extensions bestehen aus etwa 4 cm breiten Haarsträhnen, die an ihrem oberen Ende einen doppelseitigen Klebestreifen haben. Eine dünne Eigenhaarsträhne wird zwischen zwei Tape-In Strähnen (oben und unten) geklebt, wodurch eine sandwichartige Verbindung entsteht. Der Klebstoff ist hautfreundlich und speziell für Haaranwendungen entwickelt.

Vorteile: Tape-Ins sind extrem flach und somit kaum sichtbar oder spürbar. Die Anbringung ist sehr schnell, oft in weniger als einer Stunde für einen kompletten Kopf. Sie sind sehr schonend für das Eigenhaar, da keine Hitze oder schwere Metallringe verwendet werden. Die Extensions können mit speziellem Löser entfernt und nach der Reinigung und dem Anbringen neuer Klebestreifen problemlos wiederverwendet werden. Die Haltbarkeit beträgt ca. 6-8 Wochen, bevor ein Hochsetzen (Rebonding) erforderlich ist.

Nachteile: Die Haltbarkeit ist kürzer als bei Keratin- oder Microring-Bondings, da sie regelmäßig hochgesetzt werden müssen. Produkte, die Öle oder Alkohol enthalten, sollten im Bereich der Klebestellen vermieden werden, da sie den Klebstoff lösen können. Das Haar sollte nicht direkt nach der Anbringung gewaschen werden, um dem Kleber Zeit zum Aushärten zu geben.

5. Weaving (Tressen)

Obwohl Weaving technisch gesehen keine Einzelstrang-Bonding-Methode ist, wird es oft als Alternative betrachtet, da es ebenfalls eine dauerhafte Haarverlängerung ermöglicht. Hierbei werden ganze Haartressen in das Eigenhaar eingearbeitet.

Anbringung: Zunächst werden feine Zöpfe (Cornrows) am Kopf des Kunden geflochten, die als Basis dienen. Anschließend werden die Haartressen mit Nadel und Faden fest an diesen Zöpfen angenäht. Diese Methode ist besonders in der afroamerikanischen Haarpflege verbreitet, findet aber auch bei anderen Haartypen Anwendung.

Vorteile: Sehr robust und langlebig. Das Eigenhaar wird nicht direkt durch Klebstoffe oder Hitze beansprucht, da es in den Zöpfen geschützt ist. Die Tressen können bei guter Pflege über mehrere Monate getragen und oft wiederverwendet werden.

Nachteile: Die Flechtzöpfe können bei manchen Personen zu einem Spannungsgefühl oder Juckreiz führen. Die Pflege der Kopfhaut unter den Zöpfen kann aufwendiger sein. Bei zu straffem Flechten besteht die Gefahr von Traktionsalopezie (Haarausfall durch Zug).

Vergleich der Bonding-Methoden

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, fassen wir die wichtigsten Merkmale der verschiedenen Bonding-Arten in einer Tabelle zusammen:

MerkmalKeratinbondingsMicroring-BondingsNanoring-BondingsTape-In BondingsWeaving (Tressen)
AnbringungWärme (Keratin schmelzen)Kalt (Ringe pressen)Kalt (winzige Ringe pressen)Kalt (Klebestreifen)Nähen an geflochtenen Zöpfen
Haltbarkeit4-6 Monate2-4 Monate2-3 Monate6-8 Wochen (vor Hochsetzen)2-4 Monate
SichtbarkeitSehr geringGering (können spürbar sein)Extrem geringSehr gering (flach)Gering (unter dem Deckhaar)
Schonung d. EigenhaarsGut (bei professioneller Anbringung/Entfernung)Sehr gut (keine Hitze/Kleber)Sehr gut (keine Hitze/Kleber)Sehr gut (keine Hitze/Kleber)Gut (Haar ist geflochten)
WiederverwendbarkeitNein (Strähnen)Ja (Strähnen)Ja (Strähnen)Ja (Strähnen, mit neuem Kleber)Ja (Tressen)
Kosten (relativ)HochMittel bis HochHochMittelMittel

Die Wahl der richtigen Bonding-Methode: Was Sie beachten sollten

Die Entscheidung für eine bestimmte Bonding-Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Ihr Haartyp: Haben Sie feines, dickes, glattes oder lockiges Haar? Für sehr feines Haar eignen sich Nanorings oder flache Tape-Ins besser, während dickes Haar auch Keratin- oder Microrings gut tragen kann.
  • Gewünschte Tragezeit: Möchten Sie eine sehr lange Haltbarkeit (Keratinbondings) oder bevorzugen Sie flexible, schneller zu wechselnde Optionen (Tape-Ins)?
  • Budget: Die Kosten variieren stark. Nicht nur die Anschaffung der Haare, sondern auch die Anbringung und regelmäßiges Hochsetzen oder Erneuern müssen berücksichtigt werden.
  • Lebensstil: Sind Sie sehr aktiv, schwimmen Sie viel oder treiben Sie Extremsport? Dies kann die Haltbarkeit mancher Methoden beeinflussen.
  • Pflegeaufwand: Sind Sie bereit, die spezifischen Pflegeanweisungen für Ihre Extensions genau zu befolgen?

Ein professioneller Friseur oder Haarstylist mit Erfahrung in Haarverlängerungen ist Ihr bester Ansprechpartner. Er kann Ihren Haartyp beurteilen, Ihre Wünsche besprechen und Ihnen die am besten geeignete Methode empfehlen. Eine individuelle Beratung ist unerlässlich, um das optimale Ergebnis zu erzielen und Schäden am Eigenhaar zu vermeiden.

Pflege und Entfernung von Bondings

Unabhängig von der gewählten Bonding-Methode ist die richtige Pflege entscheidend für die Langlebigkeit der Extensions und die Gesundheit Ihres Eigenhaars.

  • Spezielle Pflegeprodukte: Verwenden Sie Shampoos, Conditioner und Bürsten, die speziell für Extensions empfohlen werden. Viele normale Produkte enthalten Inhaltsstoffe wie Silikone oder Alkohole, die die Verbindungsstellen angreifen können.
  • Sanftes Bürsten: Bürsten Sie Ihre Haare vorsichtig, beginnend an den Spitzen und arbeiten Sie sich langsam nach oben. Halten Sie die Haaransätze beim Bürsten fest, um Zug an den Bondings zu vermeiden.
  • Nachts flechten: Flechten Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen zu einem lockeren Zopf, um Verfilzungen zu vermeiden.
  • Vorsicht beim Waschen: Massieren Sie Shampoo und Conditioner sanft ein und spülen Sie gründlich aus. Vermeiden Sie starkes Rubbeln an den Verbindungsstellen.
  • Regelmäßiges Hochsetzen/Entfernen: Lassen Sie Ihre Extensions regelmäßig von einem Profi hochsetzen oder entfernen, um Verfilzungen am Ansatz zu vermeiden und das Eigenhaar zu schonen.

Die Entfernung von Bondings sollte ebenfalls ausschließlich von einem geschulten Fachmann vorgenommen werden. Eine unsachgemäße Entfernung kann zu Haarbruch und Schäden am Eigenhaar führen.

Häufig gestellte Fragen zu Bondings

Sind Bondings schädlich für mein Eigenhaar?

Nein, bei fachgerechter Anbringung, richtiger Pflege und professioneller Entfernung sind Bondings nicht schädlich für das Eigenhaar. Schäden entstehen meist durch unsachgemäße Anwendung, mangelnde Pflege oder zu langes Tragen der Extensions ohne Hochsetzen.

Wie lange halten Bondings?

Die Haltbarkeit variiert je nach Methode und Haartyp. Keratinbondings halten 4-6 Monate, Microrings 2-4 Monate, Nanorings 2-3 Monate und Tape-Ins müssen alle 6-8 Wochen hochgesetzt werden. Das eigene Haarwachstum ist hierbei der entscheidende Faktor.

Kann ich meine Haare mit Bondings färben oder stylen?

Ja, Echthaar-Extensions können in der Regel gefärbt und gestylt werden. Allerdings sollte das Färben nur von einem erfahrenen Friseur durchgeführt werden, da die Struktur der Extensions anders auf Farbe reagieren kann. Beim Styling mit Hitze (Glätteisen, Lockenstab) sollte der Kontakt mit den Verbindungsstellen vermieden und ein Hitzeschutzspray verwendet werden.

Wie pflege ich meine Bondings richtig?

Verwenden Sie spezielle, sulfatfreie und alkohol-freie Pflegeprodukte, die für Extensions geeignet sind. Bürsten Sie Ihre Haare sanft mit einer speziellen Extensionsbürste. Vermeiden Sie es, Conditioner oder Öle direkt auf die Verbindungsstellen aufzutragen. Flechten Sie die Haare nachts zu einem Zopf, um Verfilzungen zu verhindern.

Was kostet eine Haarverlängerung mit Bondings?

Die Kosten variieren stark und hängen von der gewählten Methode, der Länge und Menge der Haare, der Haarqualität (Echthaar ist teurer) und dem Salon ab. Eine komplette Haarverlängerung kann von einigen hundert bis über tausend Euro kosten. Lassen Sie sich immer einen Kostenvoranschlag geben.

Kann ich Bondings selbst anbringen oder entfernen?

Es wird dringend davon abgeraten, Bondings selbst anzubringen oder zu entfernen. Dies erfordert spezielle Kenntnisse, Werkzeuge und Erfahrung, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen und das Eigenhaar nicht zu schädigen. Überlassen Sie diese Arbeit immer einem erfahrenen Profi.

Fazit

Die Welt der Haarverlängerungen bietet mit den verschiedenen Bonding-Methoden eine Fülle von Möglichkeiten, Ihren Haartraum zu verwirklichen. Ob Sie sich für die langlebigen Keratinbondings, die schonenden Microrings, die unsichtbaren Nanorings oder die praktischen Tape-Ins entscheiden – der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Wahl der Methode und einer professionellen Umsetzung. Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Friseur ist unerlässlich, um die perfekte Lösung für Ihre Bedürfnisse zu finden und die Schönheit und Gesundheit Ihrer Haare langfristig zu gewährleisten. Investieren Sie in Qualität und Fachwissen, und Sie werden lange Freude an Ihrer neuen, vollen Haarmähne haben!

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