29/04/2025
Der Beruf des Friseurs oder der Friseurin ist weit mehr als nur das Schneiden und Stylen von Haaren. Es ist eine Mischung aus Kunst, Handwerk, Psychologie und strengen Hygienevorschriften. Friseure sind wahre Verwandlungskünstler, die nicht nur das äußere Erscheinungsbild ihrer Kunden beeinflussen, sondern oft auch deren Selbstwertgefühl und Stimmung. Sie sind Trendsetter, Berater und Vertrauenspersonen in einem.

- Was macht man als Friseurin oder Friseur?
- Hautschutz und Händehygiene im Friseursalon
- Fähigkeiten und Eigenschaften eines erfolgreichen Friseurs
- Karrierewege und Weiterbildungsmöglichkeiten
- Herausforderungen und Belohnungen des Berufs
- Übersicht wichtiger Hygienemaßnahmen im Friseursalon
- Häufig gestellte Fragen zum Friseurberuf
Was macht man als Friseurin oder Friseur?
Die täglichen Aufgaben eines Friseurs sind äußerst vielfältig und erfordern ein breites Spektrum an Fähigkeiten. Im Kern dreht sich alles um die Haargestaltung und -pflege, aber die Details sind entscheidend:
- Beratung: Der erste Schritt ist oft das ausführliche Beratungsgespräch. Hier geht es darum, die Wünsche des Kunden zu verstehen, die Haarstruktur und Gesichtsform zu analysieren und passende Vorschläge für Schnitt, Farbe und Pflege zu unterbreiten. Gute Kommunikationsfähigkeiten sind hier unerlässlich.
- Haarschnitt: Ob klassisch, modern, kurz oder lang – der Haarschnitt ist die Basis jeder Frisur. Präzision, ein gutes Auge für Proportionen und die Beherrschung verschiedener Schneidetechniken (vom Nassschnitt über den Trockenschnitt bis hin zu speziellen Techniken wie Pointing oder Slicing) sind hier gefragt.
- Haarfärbung und -veredelung: Von Strähnchen über Balayage, Ombré bis hin zur Vollfärbung oder Farbkorrekturen – das Färben erfordert ein tiefes Verständnis von Farbtheorie, Chemie und der Einwirkzeit von Produkten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen und das Haar nicht zu schädigen. Auch Dauerwellen oder chemische Glättungen fallen in diesen Bereich.
- Haarstyling: Nach dem Schnitt oder der Farbe folgt das Styling. Dazu gehören Föhnen, Glätten, Locken, Hochsteckfrisuren für besondere Anlässe oder das Einarbeiten von Extensions. Hier zeigt sich die Kreativität und das Geschick, das Haar in die gewünschte Form zu bringen.
- Haar- und Kopfhautpflege: Friseure sind Experten für die Gesundheit von Haar und Kopfhaut. Sie führen Haarkuren und spezielle Behandlungen durch, beraten Kunden zu geeigneten Pflegeprodukten für zu Hause und geben Tipps zur richtigen Anwendung.
- Hygiene und Salonmanagement: Ein nicht zu unterschätzender Teil der Arbeit ist die Einhaltung strenger Hygienevorschriften, die Reinigung und Sterilisation von Werkzeugen sowie die Pflege des Salons. Auch Terminplanung, Kassenführung und der Verkauf von Produkten gehören oft zum Arbeitsalltag.
- Weiterbildung: Die Friseurbranche ist ständig im Wandel. Neue Trends, Techniken und Produkte erfordern eine kontinuierliche Weiterbildung und Offenheit für Neues.
Hautschutz und Händehygiene im Friseursalon
Der Friseurberuf birgt aufgrund des ständigen Kontakts mit Wasser, chemischen Substanzen (wie Haarfarben, Dauerwellenmitteln, Shampoos) und der Notwendigkeit häufigen Händewaschens spezifische Risiken für die Haut. Daher ist ein umfassender Hautschutzplan unerlässlich, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Was ist ein Hautschutzplan?
Ein Hautschutzplan ist ein verbindliches Dokument, das von Berufsgenossenschaften wie der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) für verschiedene Berufsgruppen, darunter auch Friseure, angeboten wird. Er dient als Leitfaden und erklärt detailliert, bei welchen Tätigkeiten die Hände mit welchen spezifischen Maßnahmen geschützt, gereinigt und gepflegt werden müssen. Er ist ein zentrales Element des Arbeitsschutzes.
Der Plan enthält in der Regel folgende Informationen:
- Schutzmaßnahmen: Welche Handschuhe sind für welche Tätigkeit geeignet (z.B. Nitrilhandschuhe für chemische Arbeiten, Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen bei längerer Nässe)? Wann sind Schutzcremes (Hautschutzpräparate) anzuwenden, um eine Schutzbarriere auf der Haut zu bilden?
- Reinigung: Wie und wann sind die Hände richtig zu waschen? Welche Art von Hautreinigungsmitteln sollte verwendet werden (rückfettende Seifen, milde Waschlotionen)?
- Pflege: Welche Hautpflegeprodukte sind nach der Arbeit oder zwischendurch zu verwenden, um die Hautregeneration zu unterstützen und Austrocknung zu verhindern?
- Tipps: Allgemeine Hinweise zu Handschuhen, zum Händewaschen, zur Händedesinfektion und zur Pflege.
Betriebe müssen den Plan mit den konkreten Hautschutz- und Pflegepräparaten, die sie verwenden, ergänzen und ihn gut sichtbar an allen relevanten Stellen aushängen, wie an Wasch-, Arbeits- und Behandlungsplätzen. Dies stellt sicher, dass alle Mitarbeiter jederzeit Zugang zu den wichtigen Informationen haben und die Maßnahmen korrekt umsetzen können. Ein konsequent angewendeter Hautschutzplan hilft, berufsbedingten Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Allergien vorzubeugen, die im Friseurberuf leider keine Seltenheit sind.
Wie lange dauert eine Hautdesinfektion?
Die Hautdesinfektion ist eine gezielte Maßnahme zur Reduzierung von Keimen auf der Haut, die über das normale Händewaschen hinausgeht. Grundsätzlich ist eine routinemäßige Hautdesinfektion im Friseuralltag nicht erforderlich, da die Hautbarriere intakt ist und der Fokus auf dem Hautschutz und der Reinigung liegt. Dennoch gibt es Situationen, in denen sie unerlässlich wird:
Ist es zu einer Verletzung gekommen, beispielsweise einem kleinen Schnitt mit der Schere oder einem scharfen Kamm, ist die sofortige Behandlung der Wundregion mit einem geeigneten Hautdesinfektionsmittel zwingend notwendig. Dies dient der Vermeidung von Infektionen, sowohl für den Friseur als auch für den Kunden, falls es zu einem Kontakt mit der verletzten Stelle kommt.

Die Einwirkzeit für Hautdesinfektionsmittel variiert je nach Produkt und Hersteller. Sie beträgt in der Regel 30 Sekunden bis zu einer Minute. Es ist absolut entscheidend, die Herstellerangaben auf dem jeweiligen Produkt genau zu beachten, da nur so die volle Wirksamkeit des Desinfektionsmittels gewährleistet ist. Das Desinfektionsmittel sollte auf die trockene und sichtbare saubere Haut aufgetragen und für die angegebene Zeit feucht gehalten werden.
Neben dem Hautschutzplan und der Desinfektion bei Verletzungen sind weitere Hygienemaßnahmen im Salon von größter Bedeutung:
- Werkzeugdesinfektion: Scheren, Kämme, Bürsten und Rasierklingen müssen nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert oder sterilisiert werden. Dies verhindert die Übertragung von Pilzen, Bakterien und Viren.
- Waschen von Handtüchern und Umhängen: Alle Textilien, die direkten Hautkontakt haben, müssen nach jedem Kunden bei hohen Temperaturen gewaschen werden.
- Reinigung der Arbeitsflächen: Arbeitsplätze, Waschbecken und Stühle sind regelmäßig zu reinigen und bei Bedarf zu desinfizieren.
Fähigkeiten und Eigenschaften eines erfolgreichen Friseurs
Neben dem fachlichen Können sind bestimmte persönliche Eigenschaften entscheidend für den Erfolg in diesem Beruf:
- Kreativität und Sinn für Ästhetik: Ein gutes Auge für Formen, Farben und Proportionen ist unerlässlich, um individuelle und typgerechte Frisuren zu kreieren.
- Kommunikationsstärke und Empathie: Die Fähigkeit, aktiv zuzuhören, Kundenwünsche zu verstehen und klar zu kommunizieren, ist der Schlüssel zu zufriedenen Kunden.
- Fingerfertigkeit und Präzision: Die Arbeit mit Schere, Kamm und anderen Werkzeugen erfordert eine ruhige Hand und äußerste Genauigkeit.
- Körperliche Belastbarkeit: Friseure stehen oft stundenlang, arbeiten mit erhobenen Armen und machen repetitive Bewegungen. Eine gute körperliche Verfassung ist daher wichtig.
- Kundenorientierung und Freundlichkeit: Ein angenehmes Salonambiente und ein freundlicher Umgang tragen maßgeblich zur Kundenbindung bei.
- Belastbarkeit und Flexibilität: Der Friseurberuf kann stressig sein, besonders zu Stoßzeiten. Flexibilität bei Arbeitszeiten und die Fähigkeit, auch unter Druck ruhig und professionell zu bleiben, sind von Vorteil.
Karrierewege und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die Ausbildung zum Friseur dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut, das heißt, sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung:
- Meisterprüfung: Der Friseurmeistertitel ermöglicht es, einen eigenen Salon zu eröffnen und Lehrlinge auszubilden.
- Spezialisierungen: Viele Friseure spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche, z.B. als Colorist (Farbexperte), Barber (für Herrenhaarschnitte und Bartpflege), Hochsteckfrisuren-Spezialist für Brautfrisuren oder als Make-up-Artist.
- Fachtrainer oder Dozent: Erfahrene Friseure können ihr Wissen auch als Trainer in Akademien oder für Produktfirmen weitergeben.
- Salonmanagement: Wer gerne führt und organisiert, kann sich im Bereich Salonmanagement weiterbilden und die Leitung eines Betriebs übernehmen.
Herausforderungen und Belohnungen des Berufs
Der Friseurberuf ist anspruchsvoll, sowohl physisch als auch psychisch. Lange Stehzeiten, der Umgang mit Chemikalien und der ständige Kundenkontakt können ermüdend sein. Doch die Belohnungen sind vielfältig:
- Die direkte Rückmeldung zufriedener Kunden, die den Salon mit einem Lächeln verlassen.
- Die Möglichkeit, kreativ zu sein und täglich neue Herausforderungen zu meistern.
- Das Aufbauen von langfristigen Beziehungen zu Kunden.
- Die ständige Weiterentwicklung und das Erlernen neuer Techniken.
Übersicht wichtiger Hygienemaßnahmen im Friseursalon
| Maßnahme | Zweck | Häufigkeit / Anlass |
|---|---|---|
| Händewaschen | Entfernung von Schmutz und Keimen | Vor und nach jedem Kunden, nach Toilettengang, vor Pausen |
| Hautschutzpräparate auftragen | Bildung einer Schutzbarriere auf der Haut | Vor hautbelastenden Tätigkeiten (z.B. Haarewaschen, Färben) |
| Handschuhe tragen | Schutz vor Chemikalien und Feuchtigkeit | Bei allen chemischen Behandlungen, bei längerem Wasserkontakt |
| Hautpflegepräparate anwenden | Unterstützung der Hautregeneration, Vorbeugung von Austrocknung | Nach der Arbeit, bei Bedarf zwischendurch |
| Werkzeugdesinfektion | Abtötung von Bakterien, Viren, Pilzen | Nach jedem Gebrauch (Schere, Kamm, Bürste, etc.) |
| Hautdesinfektion bei Verletzung | Vermeidung von Infektionen | Sofort nach kleinen Schnittverletzungen |
| Reinigung der Arbeitsflächen | Sauberkeit und Hygiene | Täglich, bei Bedarf öfter zwischen Kunden |
Häufig gestellte Fragen zum Friseurberuf
Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin?
Die Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin dauert in Deutschland in der Regel drei Jahre im dualen System, das heißt, sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. In Österreich und der Schweiz gibt es ähnliche Ausbildungsmodelle.
Welche Risiken birgt der Beruf für die Gesundheit?
Der Friseurberuf birgt Risiken wie Hauterkrankungen (z.B. Ekzeme durch Feuchtarbeit und Chemikalien), Atemwegserkrankungen (durch Dämpfe von Haarsprays oder Dauerwellenmitteln) sowie körperliche Belastungen des Bewegungsapparates (Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen durch langes Stehen und einseitige Haltungen). Ein konsequenter Hautschutz und ergonomische Arbeitsweisen sind daher entscheidend.
Muss man als Friseur/in immer kreativ sein?
Ja, Kreativität ist eine Kernkompetenz im Friseurberuf. Es geht nicht nur darum, Trends zu kopieren, sondern auch darum, individuelle Lösungen für Kunden zu finden, die zur Persönlichkeit und zum Stil passen. Ein Gespür für Ästhetik und die Fähigkeit, neue Ideen umzusetzen, sind sehr wichtig.

Kann man sich als Friseur/in spezialisieren?
Absolut! Nach der Ausbildung gibt es viele Spezialisierungsmöglichkeiten. Beliebte Bereiche sind zum Beispiel Colorist (Experte für Haarfarben), Barber (Spezialist für Herrenhaarschnitte und Bartpflege), Hochsteckfrisuren-Spezialist, Haarpflegeberater oder auch Make-up-Artist.
Warum ist Hygiene im Salon so wichtig?
Hygiene ist im Friseursalon von größter Bedeutung, um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu schützen. Sie verhindert die Übertragung von Krankheiten (z.B. Hautpilze, Kopfläuse oder bakterielle Infektionen) und schafft eine sichere und angenehme Umgebung. Ein sauberer Salon ist zudem ein Zeichen von Professionalität und Qualität.
Der Friseurberuf ist also ein vielschichtiger und anspruchsvoller Beruf, der handwerkliches Geschick, kreatives Talent und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein erfordert. Er bietet die Möglichkeit, Menschen zu verschönern und ihnen ein gutes Gefühl zu geben, während gleichzeitig höchste Standards in Sachen Hygiene und Sicherheit eingehalten werden müssen.
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