04/12/2017
Wer sich einmal die Haare gefärbt hat, weiß: Es ist oft der Beginn einer langen Reise. Das regelmäßige Colorieren kann nicht nur ins Geld gehen und viel Zeit in Anspruch nehmen, sondern auch die Haarstruktur erheblich strapazieren. Für viele sind dies triftige Gründe, den Wunsch nach der Rückkehr zur ursprünglichen Naturhaarfarbe zu verspüren. Doch wie genau gelingt dieser Schritt, und ist er überhaupt ohne Weiteres möglich? Diese Frage beschäftigt unzählige Menschen, die sich von den Auswirkungen chemischer Behandlungen erholen und ihr Haar wieder in seinen natürlichen Zustand versetzen möchten.

- Das große Missverständnis: Gibt es ein „Entfärben“?
- Der lange Weg: Den Ansatz herauswachsen lassen
- Spezielle Herausforderungen beim Farbwechsel
- Wie wird unsere persönliche Haarfarbe gebildet?
- Wie entstehen graue Haare?
- Renaturieren grauer Haare: Eine Alternative zum Färben?
- Alternative zum Haare färben für Männer
- Renaturieren ist auch Färben – Die chemische Einordnung
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Fazit
Das große Missverständnis: Gibt es ein „Entfärben“?
Die schlechte Nachricht vorab, die oft Ernüchterung mit sich bringt: Ein echtes „Entfärben“ im Sinne eines rückgängig Machens einer Coloration oder Blondierung ist leider nicht möglich. Es existiert kein magisches Mittel, das die chemischen Veränderungen im Haar ungeschehen macht und es sofort in seinen Naturzustand zurückversetzt. Farbexperte Markus Droste von Wella Professionals erklärt diesen Sachverhalt prägnant: „Durch das Färben entsteht ein chemischer Prozess, bei dem das Naturpigment des Haares verändert wird. Deshalb ist es in der Regel nicht möglich, das Haar wieder in den Urzustand zu bringen. Man kann das Haar leider nicht wie einen Schrank beizen, bis die Naturhaarfarbe wieder da ist.“
Diese Erkenntnis ist fundamental: Die Struktur der Haarfasern wird durch das Eindringen der Farbpigmente dauerhaft verändert. Die ursprünglichen Melanine, die für die natürliche Farbe verantwortlich sind, werden entweder aufgehellt oder durch künstliche Pigmente überlagert. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie für immer mit Ihrer aktuellen Haarfarbe leben müssen. Obwohl eine direkte Wiederherstellung der ursprünglichen Farbe nicht möglich ist, gibt es professionelle Methoden und Strategien, um einen sanften Übergang zu schaffen und einen ähnlichen Haarton zu kreieren, der Ihrer Naturfarbe nahekommt oder sie im Laufe der Zeit wieder zum Vorschein bringt.
Der lange Weg: Den Ansatz herauswachsen lassen
Die wohl einfachste, aber oft auch Geduld forderndste Methode, um zur natürlichen Haarfarbe zurückzukehren, ist das schlichte Herauswachsenlassen des Ansatzes. Dies bedeutet, dass Sie auf weitere Colorationen verzichten und warten, bis Ihr natürliches Haar lang genug nachgewachsen ist. Dieser Prozess kann jedoch, insbesondere bei langem Haar, Jahre dauern. Die größte Herausforderung dabei ist der oft unschöne und sehr deutliche Kontrast zwischen Ihrer Naturhaarfarbe am Ansatz und dem gefärbten Haar in den Längen. Dieser „Balken“ kann als störend empfunden werden und erfordert viel Selbstbewusstsein oder kreative Styling-Lösungen wie Zöpfe, Hochsteckfrisuren oder Haaraccessoires, um den Übergang zu kaschieren.
Professionelle Tricks zur Vermeidung unschöner Kontraste
Um den Übergang beim Herauswachsenlassen so harmonisch wie möglich zu gestalten, ist der Gang zum Friseur Ihres Vertrauens unerlässlich. Farbexperimente im heimischen Badezimmer sind in dieser Phase tabu, da sie das Haar nur zusätzlich strapazieren und das Problem verschlimmern könnten. Professionelle Coloristen verfügen über das Fachwwissen und die Produkte, um die Haarfarben auszugleichen und den harten Bruch zwischen Naturhaar und coloriertem Haar zu reduzieren.
- Filter und Überblendungen: Markus Droste empfiehlt beispielsweise Produkte wie „Color Fresh“ von Wella Professionals. Diese fungieren wie ein Filter, der über den Ansatz gelegt wird, um die Übergänge zu überblenden und weicher erscheinen zu lassen. Es handelt sich hierbei oft um semi-permanente Tönungen, die sich mit der Zeit auswaschen und so einen sanften Farbverlauf unterstützen.
- Strähnchen und Balayage: Eine weitere beliebte Methode ist das Setzen von feinen Strähnchen oder einer Balayage-Technik. Dabei werden sehr feine Highlights oder Lowlights in das Haar eingearbeitet, die die Kontraste aufbrechen und ein natürliches Spiel von Licht und Schatten erzeugen. Dies lässt den Ansatz weniger auffällig wirken und integriert die nachwachsende Naturfarbe harmonischer in das Gesamtbild. Der Friseur kann hierbei Farben wählen, die Ihrer Naturfarbe ähneln oder diese ergänzen.
- Regelmäßige Schnitte: Durch regelmäßiges Spitzenschneiden wird das gefärbte Haar schrittweise entfernt, was den Prozess der Rückkehr zur Naturhaarfarbe beschleunigt und gleichzeitig die Haargesundheit fördert.
Spezielle Herausforderungen beim Farbwechsel
Vom Blondinen-Dasein zum natürlichen Braun oder Schwarz
Der Wechsel von blondiertem Haar zu einer dunkleren Naturfarbe erfordert besondere Vorsicht und Expertise. Blondiertes Haar ist in der Regel stark aufgehellt und hat kaum noch eigene Pigmente. Wenn man nun einfach eine dunkle Farbe aufträgt, kann dies zu unerwünschten matten oder sogar grünstichigen Farbergebnissen führen. Farbexperte Markus Droste rät: „Hier ist es wichtig, dass viele verschiedene Nuancen in die Haare coloriert werden. Da das blondierte Haar quasi keine Pigmente mehr hat, kann es sonst sehr schnell zu unerwünschten matten Farbbildern kommen.“ Der Friseur wird in diesem Fall oft eine sogenannte Vor-Pigmentierung durchführen, um dem Haar die fehlenden Rot- und Goldpigmente zurückzugeben, bevor die endgültige Braun- oder Schwarzfärbung aufgetragen wird. Dies gewährleistet ein sattes, glänzendes Ergebnis.
Vom dunkel gefärbten Haar zum Naturblond
Der umgekehrte Weg, nämlich von braun oder schwarz gefärbten Haaren wieder zu Naturblond zu gelangen, ist eine besonders haarstrapazierende Angelegenheit. Dunkle künstliche Pigmente müssen aus dem Haar entfernt werden, was oft aggressive Behandlungen erfordert. Dennoch ist es möglich, wenn auch mit Geduld und der richtigen Herangehensweise:
- Klassischer Blondiervorgang (Bleaching): Dies ist die direkteste Methode, bei der das Haar mit starken Aufhellern behandelt wird. Es birgt das Risiko erheblicher Haarschäden und sollte unbedingt von einem erfahrenen Profi durchgeführt werden, um Haarbruch und unerwünschte Gelb- oder Orangestiche zu vermeiden. Oft sind mehrere Sitzungen notwendig, um das gewünschte Blond zu erreichen.
- Painting oder Balayage: Eine haarfreundlichere Alternative ist die Painting- oder Balayage-Technik. Dabei werden einzelne Highlights „gemalt“, was einen besonders natürlichen Effekt erzeugt. Markus Droste erklärt: „Hier hat die Kundin den Vorteil, dass sie Stück für Stück ihre Naturhaarfarbe wiedererlangt, ohne einen zu starken Wechsel zu erleben. Bei langsamer Vorgehensweise werden die Haare auch nicht so stark beansprucht.“ Diese Methode erfordert zwar mehr Zeit, da das Haar schrittweise aufgehellt wird, ist aber deutlich schonender und ermöglicht einen sanfteren Übergang.
Multidimensionale Haarfarben für mehr Flexibilität
Wer seine Haare von vornherein mit „Höhen und Tiefen“, also mit vielen Nuancen und einer multidimensionalen Färbetechnik gestalten lässt, bleibt flexibler. Optimalerweise sehen die Haare so erst gar nicht gefärbt aus und können leichter wieder in Richtung Naturhaarfarbe gefärbt werden, erklärt Markus Droste. Techniken wie Babylights, Foilyage oder Color Melting erzeugen ein weiches, natürliches Farbbild, das weniger harte Ansätze bildet und sich somit besser an das Nachwachsen der Naturfarbe anpasst.
Wie wird unsere persönliche Haarfarbe gebildet?
Um die Herausforderungen und Möglichkeiten der Haarfärbung und -renaturierung besser zu verstehen, ist es hilfreich, die Grundlagen der natürlichen Haarfarbbildung zu kennen. Unsere persönliche Haarfarbe ist hauptsächlich das Ergebnis von Pigmenten, die in den Haaren eingelagert sind.
Die Rolle des Melanins
Verantwortlich für die persönliche Haarfarbe ist das Melanin. Dieses Pigment wird in spezialisierten Zellen, den Melanozyten, gebildet. Melanozyten befinden sich in der Basalschicht und der Stachelzellschicht der Oberhaut, genauer gesagt in den Haarfollikeln. Für die Bildung des Melanins benötigen die Melanozyten bestimmte Aminosäuren.
- Eumelanin: Die Aminosäure Tyrosin ist notwendig für die Bildung von Eumelanin. Dieses Pigment ist für braune und schwarze Haartöne verantwortlich. Je mehr Eumelanin vorhanden ist, desto dunkler ist das Haar.
- Phaeomelanin: Zusätzlich zur Aminosäure Tyrosin wird die Aminosäure Cystein benötigt, wenn das Phaeomelanin entstehen soll. Dieses Pigment ist für blonde und rötliche Haare verantwortlich. Ein höherer Anteil an Phaeomelanin führt zu helleren oder rötlicheren Tönen.
Die Kombination und Konzentration dieser beiden Melanin-Typen bestimmt die unendliche Vielfalt der natürlichen Haarfarben, die wir bei Menschen beobachten können.
Wie entstehen graue Haare?
Mit zunehmendem Alter stellen sich viele Menschen die Frage, ob sie ihre grauen Haare färben sollen oder nicht. Der Prozess des Ergrauens ist ein natürlicher Vorgang, der durch die nachlassende Melaninproduktion verursacht wird.
Der Mangel an Tyrosinase
Die Melaninbildung kann nur ablaufen, wenn genügend Tyrosinase zur Verfügung steht. Dieses Enzym ist entscheidend für die Umwandlung von Tyrosin in Melanin. Mit zunehmendem Alter wird dieses Enzym jedoch seltener gebildet. Dies führt dazu, dass nach und nach graue Haare sprießen. Der Grund: Mit weniger Tyrosinase wird auch immer weniger Tyrosin umgewandelt, wodurch die Produktion von Melanin abnimmt. Das fehlende Melanin wird dann durch die Einlagerung von Luftbläschen in der Haarstruktur ersetzt. Diese Luftbläschen reflektieren das Licht anders, wodurch die Haare grau oder weiß erscheinen.
Bei genauer Betrachtung gibt es eigentlich keine wirklich „grauen“ Haare. Der Eindruck von Grau oder Weiß entsteht durch eine optische Täuschung, ausgelöst durch das Zusammenspiel noch voll pigmentierter, farbiger Haare mit den farblosen Haaren, denen die Pigmente fehlen. Die Lebensdauer der Melanozyten ist genetisch vorbestimmt. Früher oder später lässt ihre Aktivität nach, und sie produzieren weniger Farbpigmente. Dieser Mangel bewirkt, dass sich in der Keratinschicht keine Pigmente mehr einlagern. Die Folge: Das Haar wächst farblos aus der Wurzel.
Canities – der medizinische Begriff für graue Haare
Medizinisch werden graue Haare als Canities bezeichnet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Ergrauens:
- Canities praecox: Dies ist das vorzeitige Ergrauen, das bereits ab dem 20. Lebensjahr auftreten kann und oft genetisch bedingt ist.
- Canities symptomatica: Oder symptomatisches Ergrauen der Haare, das verschiedene Ursachen haben kann, darunter:
- Vitamin-B-Mangelanämie
- Schwere endokrinologische Störungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen)
- Akute, fieberhafte Erkrankungen
- Arzneimittelnebenwirkungen
- Kosmetika
- Metalle
Renaturieren grauer Haare: Eine Alternative zum Färben?
Während Haarefärben eine gängige Methode ist, um graue Haare zu kaschieren, gibt es seit einiger Zeit auch sogenannte Re-Nature-Produkte, die eine „Renaturierung“ der Haarfarbe versprechen. Doch was steckt dahinter?
Wie funktioniert das Renaturieren?
Beim Renaturieren kommt eine besondere Wirkstoffkombination zum Einsatz, die eine sogenannte Melanin-Vorstufe enthält. Diese Vorstufe reagiert mit dem Sauerstoff der Luft und bildet durch eine „Luftoxidation“ naturanaloge Farbpigmente. Nach mehreren exakt durchgeführten Anwendungen nimmt das Haar wieder seine ursprüngliche Farbe an. Dieser Prozess ist allmählich und erfordert Geduld.
Bei ehemals hellbraunem bis dunklem Haar können gute Erfolge erzielt werden, da hier hauptsächlich Eumelanin-Vorstufen wiederhergestellt werden. Wer jedoch eine komplette Grauabdeckung wünscht, muss in der Regel weiterhin auf klassische oxidative, haltbare Colorationen zurückgreifen, die speziell für graues Haar entwickelt wurden. Diese Farbpigmente dringen ins Haarinnere ein und lagern sich dort dauerhaft an.
Naturhaarfarbe durch künstliches Eumelanin
Eine relativ neue Entwicklung auf dem Haarfärbemarkt ist die Haar-Repigmentierung. Das Färben erfolgt hier auf eine sanfte Weise ohne den Einsatz von aggressiven Oxidationsmitteln wie Wasserstoffperoxid. Die naturidentischen Farbpigmente (statt der künstlichen Farbpigmente bei der Färbung) befinden sich im grauen Haar genau an den Stellen, wo die natürliche Haarfarbe fehlt.

Lagert sich ausreichend Eu-Melanin (Schwarz-Braun-Pigment) an, so entsteht ziemlich genau der ursprüngliche Farbton. Durch die Reaktion mit Sauerstoff aus der Luft bilden sich relativ stabile Farbstoffe, die sich nicht auswaschen lassen. Man muss allerdings etwas Geduld mitbringen, denn die Farbenentwicklung ist erst nach zwei bis drei Tagen abgeschlossen. Bis zum erwünschten Ergebnis sind in der Regel drei Behandlungen nötig. Stufenweise nähert man sich dem gewünschten Farbergebnis und gewöhnt sich langsam an die neue „alte“ Haarfarbe. Um sie zu erhalten, muss man die Anwendung alle vier bis sechs Wochen wiederholen.
Damit man kein blaues oder rosa Wunder erlebt, sollte man die Verpackungshinweise genau beachten. Das Mittel repigmentiert nicht alle „Ursprungs“-Haarfarben, da es nur Eu-Melanin enthält. Das Präparat wirkt ähnlich wie bei einer Färbung, allerdings werden keine künstlichen Farbpigmente in das Haar eingebracht, sondern auf synthetische Weise hergestellte Vorstufen des Eumelanins. Dieses lagert sich im grauen Haar genau an den Stellen an, wo die natürliche Haarfarbe durch Lufteinschlüsse ersetzt wurde. Diese Einschlüsse werden dann durch das Eumelanin ersetzt. Je dunkler das Haar früher war, desto mehr Lufteinschlüsse befinden sich im grauen Haar. Werden alle mit dem neuen Eumelanin gefüllt, so entsteht ziemlich genau die gleiche Haarfarbe.
Einschränkungen: Blonde und rote Haare lassen sich nicht renaturieren
Ein wesentlicher Nachteil der Renaturierung ist, dass sie leider nur für dunkle Haare geeignet ist. Blonde und rötliche Haarfarben lassen sich derzeit nicht „renaturieren“, da die Herstellung des Phaeomelanin, des Gelb-Rot-Pigments, noch nicht gelungen ist. Eu-Melanin ist verantwortlich für die Farbtiefe des Haares und kommt in braunem und schwarzem Haar in deutlich erkennbaren Körnchen vor. Wer also einen rotbraunen Haarton hatte, bekommt leider nur das Braun zurück; der rötliche Schimmer geht verloren. Auch getöntes, gefärbtes, blondiertes oder sehr strapaziertes Haar sollte man nicht repigmentieren, da die Ergebnisse unvorhersehbar sein können.
Vergleich: Färben vs. Renaturieren
Um die Unterschiede zwischen traditionellem Färben und dem Renaturieren zu verdeutlichen, hilft folgende Tabelle:
| Merkmal | Klassisches Haarefärben | Haare renaturieren |
|---|---|---|
| Wirkmechanismus | Oxidation durch Wasserstoffperoxid, Einlagerung künstlicher Pigmente | Luftoxidation von Melanin-Vorstufen, Wiederherstellung naturanaloger Pigmente |
| Aggressivität | Kann aggressiv sein, besonders bei Blondierungen (Wasserstoffperoxid) | Sanfter, keine aggressiven Oxidationsmittel |
| Farbauswahl | Breite Palette an Farben, auch drastische Farbwechsel möglich | Stellt nur ursprüngliche dunkle Farbtöne wieder her (Eumelanin) |
| Geeignet für | Alle Haarfarben, auch vollständige Grauabdeckung | Graues Haar bei ehemals hellbraunem bis dunklem Haar |
| Nicht geeignet für | Stark geschädigtes Haar ohne vorherige Pflege | Blonde, rötliche, getönte, gefärbte, blondierte oder sehr strapazierte Haare |
| Ergebnis | Sofortige, sichtbare Farbveränderung, volle Grauabdeckung | Allmähliche Farbentwicklung über Tage, kein vollständiges Grauversteck |
| Anwendungshäufigkeit | Alle 4-8 Wochen (Ansatzfärbung) | Alle 4-6 Wochen (zum Erhalt des Ergebnisses) |
| Dauerhaftigkeit | Permanente oder semi-permanente Farbe | Ähnlich einer Färbung; Ergebnis verschwindet bei Absetzen |
Alternative zum Haare färben für Männer
Männer sind oft sensibel, was graues Haupthaar angeht, doch Haare färben gilt unter Geschlechtsgenossen oftmals als eitel oder unmännlich. Zudem ist gefärbtes Männerhaar durch unsachgemäße Anwendung leicht zu erkennen, da die Ansätze nicht gut getroffen werden und nur allzu oft zu „falschen“ Farben gegriffen wird, die einfach nichts mit der natürlichen Haarfarbe zu tun haben. Für sie ist das Angebot der Re-Nature Produkte daher höchst interessant.
Auch wenn es sich dabei keineswegs um eine „natürliche“ Renaturierung handelt, scheinen die Ergebnisse bei sachgemäßer Anwendung besser zu sein als jene von vielen Haarfärbemitteln und Tönungen. Trotzdem greifen insgesamt weit weniger Männer als Frauen zu derartigen Mitteln. Das dürfte einerseits am notwendigen Zeitaufwand liegen und andererseits am Misstrauen in die Inhaltsstoffe.
Glaubt man den Ausführungen zahlreicher Anwender in Internetforen, so führen starkes Schwitzen am Kopf (etwa bei Sport), tägliches Haarewaschen oder viel Sonne und Meerwasser (Urlaub) dazu, dass der Färbungseffekt manchmal nur eine Woche hält und die Anwendung nur zu oft mit Hautirritationen einhergeht. Es ist also keine sorgenfreie Dauerlösung, sondern erfordert konsequente Anwendung und Pflege.
Renaturieren ist auch Färben – Die chemische Einordnung
Obwohl das Renaturieren als sanftere Methode beworben wird und keine aggressiven Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid verwendet, ist es letztendlich auch eine Form der Färbung. Der Vorgang des „Renaturierens“ ist eine Färbung, weil auch hier eine Oxidation stattfindet. Die Vorstufen des natürlichen Melanins, die als „Farbe“ mit eingebracht werden, reagieren mit dem Sauerstoff der Luft. Dies ist ein allmählicher Vorgang, weshalb es einige Zeit dauert, bis alle grauen Haare verschwunden sind.
Dennoch ist das Renaturieren letztendlich eine Färbung, und es gilt wie beim Färben auch: Wenn das Mittel nicht mehr verwandt wird, kommen die grauen Haare wieder zum Vorschein. Die entsprechenden Produkte erhalten Sie in Apotheken, Fachdrogerien und ausgewählten Friseur-Studios.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann man gefärbte Haare „entfärben“?
Nein, ein echtes „Entfärben“ im Sinne eines Zurücksetzens auf den Naturzustand ist chemisch nicht möglich. Die natürlichen Pigmente werden durch den Färbeprozess dauerhaft verändert. Es gibt jedoch Methoden, um den Übergang zur Naturhaarfarbe zu erleichtern oder einen ähnlichen Ton zu kreieren.
Wie lange dauert es, bis meine Naturhaarfarbe wieder komplett da ist?
Das hängt von der Haarlänge ab. Wenn Sie Ihre Haare komplett herauswachsen lassen, kann es bei langen Haaren Jahre dauern, bis das gesamte gefärbte Haar entfernt ist. Professionelle Übergangstechniken können diesen Prozess optisch beschleunigen.
Ist Renaturieren dasselbe wie Färben?
Im Kern ja, da auch beim Renaturieren eine Oxidation stattfindet, die Farbpigmente im Haar bildet. Der Unterschied liegt in den verwendeten Oxidationsmitteln (Luftsauerstoff statt Wasserstoffperoxid) und den Pigmenten (naturanaloge Melanin-Vorstufen statt künstlicher Farbstoffe).
Können alle Haarfarben renaturiert werden?
Nein. Die meisten Renaturierungsprodukte enthalten nur Vorstufen des Eumelanins, das für braune und schwarze Haare verantwortlich ist. Blonde und rötliche Haare, die auf Phaeomelanin basieren, können mit diesen Produkten nicht renaturiert werden.
Warum bekommen wir graue Haare?
Graue Haare entstehen, weil die Melanozyten (Zellen, die Melanin produzieren) mit zunehmendem Alter weniger aktiv werden oder absterben. Dadurch wird weniger Melanin (Farbprotein) in die Haare eingelagert, und die fehlenden Pigmente werden durch Lufteinschlüsse ersetzt, die das Haar grau oder weiß erscheinen lassen.
Fazit
Die Rückkehr zur Naturhaarfarbe nach einer Färbung ist eine Entscheidung, die Geduld und oft auch professionelle Hilfe erfordert. Ein direktes „Entfärben“ ist zwar nicht möglich, aber es gibt zahlreiche Wege, den Übergang sanft und schonend zu gestalten. Ob Sie sich für das konsequente Herauswachsenlassen mit professioneller Unterstützung entscheiden, schrittweise aufhellen oder abdunkeln, oder die Methode der Repigmentierung für graue Haare in Betracht ziehen – eine individuelle Beratung beim Friseur ist immer der beste erste Schritt. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Haar auf dem Weg zurück zu seiner natürlichen Schönheit optimal gepflegt und behandelt wird.
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