21/11/2022
In einer überraschenden und bedauerlichen Entwicklung hat die renommierte Coiffeurkette Ryf ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz eingestellt. Alle sieben Filialen, die das Unternehmen landesweit betrieb, sind mit sofortiger Wirkung geschlossen worden, nachdem die Kette Insolvenz anmelden musste. Diese Nachricht kam für viele langjährige Kunden und die rund 30 betroffenen Mitarbeitenden völlig unerwartet und hinterlässt eine spürbare Lücke in der Schweizer Coiffeurlandschaft.

Die plötzliche Schliessung: Ein Schock für Kunden und Mitarbeitende
Die Schliessung der Ryf-Filialen erfolgte ohne Vorwarnung und traf viele Kunden unvorbereitet. Zahlreiche Personen, die einen Termin gebucht hatten, erfuhren erst in der vergangenen Woche per SMS, dass ihre Termine gestrichen wurden. Noch drastischer war die Situation für jene, die ohne vorherige Information vor verschlossenen Türen ihrer gewohnten Ryf-Filiale standen. An den Eingängen der Salons, wie etwa am beliebten Standort im Bahnhof Stadelhofen, in Zollikon oder Wallisellen, hängen nun schlichte Zettel mit der Aufschrift: „Das Geschäft bleibt ab sofort geschlossen.“
Telefonische Anfragen an die Filialen im Raum Zürich bleiben unbeantwortet, was die Endgültigkeit der Situation unterstreicht. Auch Teile der Unternehmenswebsite sind nicht mehr erreichbar. Auf der Startseite der noch zugänglichen Bereiche findet sich lediglich eine knappe Mitteilung: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir den Betrieb unseres Salons ab sofort einstellen und alle zukünftigen Termine absagen müssen. Wir bedauern dies sehr und bedanken uns von Herzen für Ihre Treue und Ihr Vertrauen.“ Diese kurzfristige Ankündigung, für die sich das Unternehmen entschuldigt, spiegelt die Dringlichkeit und Unmittelbarkeit der Schliessung wider.
Hintergründe der Insolvenz: Wirtschaftliche Gründe führen zum Aus
Die Gründe für das plötzliche Ende der Schweizer Ryf-Betriebe sind, wie von einer Vertreterin der Buchhaltungsstelle in Horn am Bodensee bestätigt, wirtschaftliche Gründe. Die genauen Umstände, die zu dieser finanziellen Notlage führten, wurden nicht im Detail offengelegt, doch die Konsequenz ist unmissverständlich: Das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen im Kanton Thurgau hat bereits vorläufig den Konkurs eröffnet. Dies bedeutet das definitive Ende für die Schweizer Präsenz der traditionsreichen Kette.
Besonders hart trifft die Schliessung die Belegschaft. Insgesamt sind rund 30 Personen betroffen, darunter 26 festangestellte Mitarbeitende und 5 Lernende. Diese Fachkräfte und Auszubildenden verlieren durch die Insolvenz ihren Arbeitsplatz, was in der Coiffeurbranche eine nicht unerhebliche Zahl darstellt und für die Betroffenen eine schwierige Situation bedeutet.
Eine lange Geschichte findet ein jähes Ende in der Schweiz
Die Geschichte von Ryf reicht weit zurück und ist eng mit der Schweizer Coiffeurtradition verbunden. Im Jahr 1942 eröffnete der renommierte Coiffeurmeister Albert Ryf seinen ersten Salon in Luzern. 1948 wurde die Firma ins Handelsregister eingetragen, und über die Jahre etablierte sich Ryf als eine feste Grösse im Schweizer Coiffeurwesen.
Eine entscheidende Wende in der Unternehmensgeschichte erfolgte 1986, als die Hamburger Unternehmerfamilie Breckwoldt das Schweizer Unternehmen übernahm. Unter ihrer Führung expandierte Ryf auch nach Deutschland und baute dort ein umfangreiches Filialnetz auf. Die Expansion war beachtlich: Im Jahr 2014 zählte Ryf noch rund 100 Salons und beschäftigte 700 Mitarbeitende, wovon etwa 20 Filialen in der Schweiz angesiedelt waren. Auch während der Corona-Pandemie erwog die Eigentümerfamilie bereits Filialschliessungen. Im Jahr 2021 waren noch knapp 500 Mitarbeiter in 73 Salons beschäftigt. Heute betreibt Ryf in Deutschland noch 40 Geschäfte, die von der aktuellen Insolvenz der Schweizer Sparte nicht betroffen sind.

Die Ryf-Filialen in der Schweiz: Wo die Schere nun ruht
Die Schweizer Ryf-Kette umfasste zum Zeitpunkt der Schliessung sieben Niederlassungen, die über verschiedene Kantone verteilt waren und oft an hochfrequentierten Standorten lagen. Zu den betroffenen Filialen gehören:
- Der Salon im Bahnhof Stadelhofen in Zürich, ein beliebter Anlaufpunkt für Pendler und Stadtbewohner.
- Die Filiale in Zollikon ZH.
- Der Standort in Wallisellen ZH, der von einer langjährigen Kundin über 22 Jahre hinweg regelmässig besucht wurde.
- Der Coiffeursalon im Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach AG, der vielen als Teil ihrer Kindheitserinnerungen galt.
- Zwei Filialen in St. Gallen.
- Eine Filiale in Wil SG.
Diese Standorte waren für viele ein fester Bestandteil ihres Alltags und boten oft die Möglichkeit, sich auch ohne Voranmeldung die Haare schneiden zu lassen, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöhte.
Kundenreaktionen: Abschied von einem Stück Geschichte
Die Nachricht von der Schliessung hat bei vielen Kunden Bedauern und Nostalgie ausgelöst. Eine Kundin aus Wallisellen, die den Salon seit 22 Jahren mindestens jede zweite Woche besuchte, drückte ihre Trauer aus. Sie verliert nicht nur ihren Coiffeur, sondern auch einen Teil ihrer Routine und eine vertraute Anlaufstelle. Eine andere Person, die den Salon im Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach noch aus ihrer Kindheit kannte, fasste die allgemeine Stimmung treffend zusammen: „Das war ein Stück Geschichte.“
Diese Reaktionen unterstreichen die emotionale Bindung, die viele Menschen zu ihrem Coiffeur aufbauen. Es geht nicht nur um einen Haarschnitt, sondern um Vertrauen, Gewohnheit und oft auch um persönliche Gespräche. Die langjährige Treue der Kunden zeigt, wie tief Ryf in der Schweizer Gesellschaft verwurzelt war und wie gross der Verlust für diejenigen ist, die über Jahrzehnte hinweg ihre Haare bei Ryf schneiden liessen.
Vergleich: Ryf Schweiz vs. Ryf Deutschland
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Insolvenz und Schliessung ausschliesslich die Schweizer Geschäftsbetriebe von Ryf betreffen. Die deutschen Filialen, die ebenfalls zur Ryf-Gruppe gehören, operieren unter der Hamburger Unternehmerfamilie Breckwoldt und sind von dieser Entwicklung nicht betroffen. Dies führt zu einer klaren Unterscheidung zwischen den beiden Geschäftsbereichen.
| Merkmal | Ryf Schweiz (bis vor Kurzem) | Ryf Deutschland (aktuell) |
|---|---|---|
| Status | Insolvenz und Schliessung | Betrieb wird fortgesetzt |
| Anzahl Filialen | 7 (geschlossen) | 40 (aktiv) |
| Betroffene Mitarbeiter | Rund 30 (26 Angestellte, 5 Lernende) | Nicht betroffen |
| Eigentümer | Familie Breckwoldt (Schweizer Sparte insolvent) | Familie Breckwoldt |
| Gründung | 1942 (Schweizer Ursprung) | Expansion ab 1986 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum hat Ryf in der Schweiz geschlossen?
Die Coiffeurkette Ryf of Switzerland musste Insolvenz anmelden. Als Hauptgrund wurden wirtschaftliche Schwierigkeiten genannt, die zur sofortigen Schliessung aller sieben Schweizer Filialen führten.
Sind die Ryf-Filialen in Deutschland auch betroffen?
Nein, die Ryf-Filialen in Deutschland, die ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehören und von der Hamburger Unternehmerfamilie Breckwoldt betrieben werden, sind von der Insolvenz und Schliessung in der Schweiz nicht betroffen. Sie führen ihren Betrieb wie gewohnt fort und umfassen aktuell rund 40 Salons.

Was passiert mit bereits gebuchten Terminen?
Alle zukünftigen Termine wurden abgesagt. Kunden, die einen Termin gebucht hatten, wurden teilweise per SMS informiert, andere standen vor verschlossenen Türen. Telefonanrufe an die Filialen bleiben unbeantwortet, und die Unternehmenswebsite gibt ebenfalls bekannt, dass der Betrieb eingestellt wurde.
Wie viele Mitarbeitende verlieren ihren Job?
Durch die Schliessung der sieben Ryf-Filialen in der Schweiz verlieren rund 30 Mitarbeitende ihren Job. Dies umfasst 26 festangestellte Personen sowie 5 Lernende, die von der Insolvenz betroffen sind.
Seit wann gab es Ryf in der Schweiz?
Die Geschichte von Ryf in der Schweiz reicht bis ins Jahr 1942 zurück, als der Coiffeurmeister Albert Ryf seinen ersten Salon in Luzern eröffnete. Die Firma wurde 1948 ins Handelsregister eingetragen und war somit über 80 Jahre lang ein fester Bestandteil des Schweizer Coiffeurwesens, bevor die Schweizer Sparte nun Insolvenz anmelden musste.
Das Ende von Ryf in der Schweiz markiert nicht nur das Aus einer Coiffeurkette, sondern auch das Verschwinden eines vertrauten Anlaufpunktes für eine grosse Zahl von Menschen und das Ende einer langen Geschichte im Schweizer Dienstleistungssektor.
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