04/03/2021
Der Friseurberuf ist weit mehr als nur Haareschneiden; er ist eine Kunstform, eine Dienstleistung am Menschen und eine Möglichkeit, Kreativität auszuleben. Viele betrachten ihn als Berufung, doch die Suche nach dem „perfekten“ Job kann eine Herausforderung sein. Wie findet man eine Stelle, die nicht nur die Rechnungen bezahlt, sondern auch Leidenschaft und persönliche Entwicklung fördert? Dieser umfassende Leitfaden beleuchtet alle Facetten der Jobsuche im Friseurhandwerk, von den besten Anlaufstellen für Stellenangebote bis hin zu Karrierewegen und Verdienstmöglichkeiten.

Die Jobsuche als Friseur: Wo fange ich an?
In der heutigen digitalen Ära gibt es zahlreiche Wege, den passenden Friseurjob zu finden. Der Schlüssel liegt darin, strategisch vorzugehen und alle verfügbaren Ressourcen zu nutzen. Eine der effektivsten Methoden ist die Nutzung spezialisierter Online-Jobbörsen.
Online-Jobbörsen: Ihr Sprungbrett in die Karriere
Portale wie JobMESH haben sich als führende Plattformen für die Jobsuche etabliert. Mit über 1,9 Millionen Stellenanzeigen, darunter eine Vielzahl von Positionen im Handwerk, bietet JobMESH eine beeindruckende Reichweite. Das Motto „Eine Suche. Alle Jobs.“ verdeutlicht die Effizienz dieser Plattformen. Sie ermöglichen es Ihnen, gezielt nach Friseurjobs in Ihrer Region oder mit spezifischen Anforderungen zu suchen. Achten Sie auf Filteroptionen wie Vollzeit, Teilzeit, Ausbildungsplatz oder spezifische Spezialisierungen (z.B. Colorist, Barbier).
Neben den großen Generalisten gibt es auch branchenspezifische Jobbörsen oder die Karrierebereiche auf den Webseiten großer Friseurkette. Es lohnt sich, regelmäßig diese Seiten zu besuchen und Job-Alerts einzurichten, damit Sie sofort benachrichtigt werden, wenn neue, passende Stellenangebote veröffentlicht werden.
Netzwerken und Initiativbewerbungen
Unterschätzen Sie niemals die Macht des persönlichen Netzwerks. Sprechen Sie mit Kollegen, ehemaligen Ausbildern und sogar Kunden. Oft werden vakante Stellen zuerst intern oder über Mundpropaganda besetzt, bevor sie öffentlich ausgeschrieben werden. Besuchen Sie Fachmessen, Workshops und Branchenveranstaltungen, um Kontakte zu knüpfen und potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen.
Eine Initiativbewerbung kann ebenfalls zum Erfolg führen. Wenn Sie von einem bestimmten Salon begeistert sind, der aktuell keine Stelle ausgeschrieben hat, zögern Sie nicht, Ihre Unterlagen einzusenden. Ein überzeugendes Portfolio und ein motiviertes Anschreiben können Türen öffnen, die sonst verschlossen blieben.
Gehalt im Friseurhandwerk: Was kann ich verdienen?
Die Frage nach dem Verdienst ist für viele Friseure von großer Bedeutung. Das Gehalt im Friseurhandwerk kann stark variieren und hängt von mehreren Faktoren ab. Es gibt keine Einheitsantwort, aber wir können die wichtigsten Einflussgrößen beleuchten.
Faktoren, die Ihr Gehalt beeinflussen:
- Berufserfahrung: Als Berufseinsteiger starten Sie in der Regel mit einem niedrigeren Gehalt, das mit zunehmender Erfahrung und Expertise steigt.
- Qualifikation: Ein abgeschlossener Meisterbrief (Friseurmeister) kann Ihr Gehalt erheblich steigern und eröffnet oft Führungspositionen oder die Möglichkeit zur Selbstständigkeit.
- Standort: In Ballungsräumen und Großstädten sind die Gehälter oft höher als in ländlichen Gebieten, um den höheren Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen.
- Art des Salons: Ein luxuriöser High-End-Salon oder eine renommierte Kette zahlt in der Regel besser als ein kleinerer, unabhängiger Salon oder ein Discounter.
- Spezialisierung: Friseure mit speziellen Fähigkeiten, wie z.B. Coloristen, Extensions-Spezialisten, Barbier-Experten oder Visagisten, können oft höhere Stundenlöhne oder Provisionen erzielen.
- Zusätzliche Leistungen: Viele Salons bieten neben einem Grundgehalt auch Provisionen auf verkaufte Produkte, Boni für Neukundenakquise oder Umsatzbeteiligungen an. Trinkgelder der Kunden können ebenfalls einen erheblichen Teil des Einkommens ausmachen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die hier genannten Zahlen nur Schätzungen sind und je nach individueller Situation und Verhandlungsgeschick variieren können. Eine gute Vorbereitung auf Gehaltsverhandlungen ist daher unerlässlich.
Gehaltsbeispiele und Verdienstmöglichkeiten
Um ein besseres Gefühl für die Gehaltsstrukturen zu bekommen, hier eine vereinfachte Darstellung typischer Verdienstbereiche, die jedoch stark variieren können:
| Position/Erfahrung | Typisches Brutto-Monatsgehalt (ungefähr) | Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten |
|---|---|---|
| Friseur (Berufseinsteiger) | 1.600 € - 2.000 € | Trinkgelder, geringe Provisionen |
| Friseur (mit 3-5 Jahren Erfahrung) | 2.000 € - 2.600 € | Trinkgelder, Provisionen, Boni |
| Friseur (mit Spezialisierung/Führungserfahrung) | 2.600 € - 3.200 € | Hohe Provisionen, Umsatzbeteiligung, Trinkgelder |
| Friseurmeister / Salonleiter | 3.000 € - 4.500 €+ | Gewinnbeteiligung, hohe Provisionen, Trinkgelder |
Diese Zahlen sind als grobe Orientierung zu verstehen. Die tatsächliche Spanne kann je nach Region, Salonkonzept und individueller Leistung erheblich abweichen.
Wer sucht Friseure? Arbeitgeber im Überblick
Der Friseurberuf bietet eine überraschende Vielfalt an Arbeitsumfeldern. Die Wahl des richtigen Arbeitgebers kann entscheidend für Ihre Zufriedenheit und Karriereentwicklung sein.
- Klassische Friseursalons: Vom kleinen, inhabergeführten Salon bis zur großen Kette – sie bilden das Rückgrat der Branche. Hier liegt der Fokus oft auf Stammkunden und einem breiten Dienstleistungsangebot.
- Luxus- und High-End-Salons: Diese Salons sprechen eine anspruchsvolle Klientel an und bieten oft exklusive Dienstleistungen und Produkte. Hier sind höchste Qualitätsstandards und exzellenter Kundenservice gefragt.
- Barbershops: Mit dem Revival der Bartkultur erleben Barbershops eine Renaissance. Sie spezialisieren sich auf Herrenhaarschnitte, Bartpflege und traditionelle Rasurtechniken.
- Mobile Friseure: Für Friseure, die Flexibilität schätzen und gerne direkt beim Kunden arbeiten. Ideal für Selbstständige, die Hausbesuche oder Event-Styling anbieten.
- Friseure in Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen oder in Wellnesszentren: Bieten eine abwechslungsreiche Arbeitsumgebung und oft internationale Erfahrungen.
- Friseure für Film, Fernsehen, Theater und Mode: Spezialisierte Friseure arbeiten hier an Perücken, aufwendigen Frisuren und Charakter-Styling. Ein kreatives, oft projektbasiertes Umfeld.
- Friseurgroßhändler und Kosmetikhersteller: Hier sind Friseure oft in der Kundenbetreuung, im Vertrieb, in der Produktentwicklung oder als Trainer tätig.
Jeder dieser Bereiche hat seine eigenen Anforderungen und Vorteile. Überlegen Sie, welcher Typ von Arbeitsumfeld am besten zu Ihren Fähigkeiten, Ihrer Persönlichkeit und Ihren Karrierezielen passt.
Der Weg zum Friseurmeister: Karrierechancen nutzen
Der Meistertitel ist im Friseurhandwerk ein Qualitätssiegel und öffnet viele Türen. Er ist nicht nur ein Zeichen für umfassendes Fachwissen und handwerkliches Können, sondern auch für unternehmerische und pädagogische Fähigkeiten.
Warum der Meistertitel sich lohnt:
- Höheres Einkommen: Meister verdienen in der Regel deutlich mehr als Gesellen.
- Führungspositionen: Der Meistertitel qualifiziert für leitende Positionen im Salon.
- Selbstständigkeit: Nur mit dem Meisterbrief dürfen Sie einen eigenen Friseursalon eröffnen und Lehrlinge ausbilden.
- Ausbilderfunktion: Sie können Ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben und Lehrlinge betreuen.
- Prestige und Anerkennung: Der Meistertitel genießt in der Branche hohes Ansehen und signalisiert Professionalität.
- Weiterbildung: Der Meisterkurs vertieft Ihr Fachwissen und erweitert Ihre Fähigkeiten in Bereichen wie Salonmanagement, Marketing und Personalwesen.
Voraussetzungen und Ablauf der Meisterprüfung
Um die Meisterprüfung im Friseurhandwerk ablegen zu können, müssen Sie in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung als Friseur/in und eine gewisse Berufserfahrung nachweisen. Der Meisterkurs gliedert sich in vier Teile:
- Teil I: Fachpraxis: Hier wird das praktische Können auf höchstem Niveau geprüft, z.B. durch die Erstellung komplexer Frisuren und Farbtechniken.
- Teil II: Fachtheorie: Umfasst vertieftes Wissen über Haarkunde, Chemie, Kosmetik und Friseurtechnik.
- Teil III: Betriebswirtschaft, Recht und Organisation: Dieser Teil vermittelt Kenntnisse in Bereichen wie Buchführung, Marketing, Vertragsrecht und Mitarbeiterführung – unerlässlich für die Salonleitung.
- Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik: Hier lernen Sie, wie man Lehrlinge ausbildet und pädagogisch korrekt anleitet.
Die Dauer des Meisterkurses variiert je nach Bildungsanbieter und ob Sie ihn in Vollzeit oder Teilzeit absolvieren. Er ist eine Investition in Ihre Zukunft, die sich langfristig auszahlt.
Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung
Eine gute Bewerbung ist Ihre Visitenkarte und der erste Schritt zum Traumjob. Hier sind einige Ratschläge, wie Sie sich optimal präsentieren können:
- Anschreiben: Individualisieren Sie jedes Anschreiben. Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Salon beschäftigt haben und warum Sie genau dort arbeiten möchten. Heben Sie Ihre Leidenschaft und Ihre relevantesten Fähigkeiten hervor.
- Lebenslauf: Übersichtlich und prägnant. Listen Sie Ihre Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildungen und spezielle Fähigkeiten auf. Ein professionelles Foto ist im Friseurhandwerk oft üblich.
- Portfolio: Für Friseure ist ein visuelles Portfolio Gold wert. Zeigen Sie Fotos Ihrer besten Arbeiten – vor und nach dem Schnitt, Farbveränderungen, Hochsteckfrisuren, Barber-Arbeiten. Dies kann digital (z.B. auf Instagram oder einer persönlichen Webseite) oder als physisches Buch erfolgen.
- Soft Skills: Betonen Sie Ihre sozialen Kompetenzen. Freundlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und ein gepflegtes Erscheinungsbild sind im Kundenkontakt essenziell.
- Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch: Informieren Sie sich über den Salon und seine Philosophie. Überlegen Sie sich Antworten auf typische Fragen und bereiten Sie eigene Fragen an den Arbeitgeber vor. Im Friseurhandwerk ist oft auch ein Probetag oder eine praktische Arbeitsprobe Teil des Bewerbungsprozesses – seien Sie darauf vorbereitet, Ihr Können zu zeigen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Jobsuche als Friseur
F: Wie wichtig ist Berufserfahrung bei der Jobsuche?
A: Berufserfahrung ist sehr wichtig, da sie praktisches Können und Routine signalisiert. Auch wenn Sie Berufseinsteiger sind, können Praktika, spezielle Weiterbildungen und ein überzeugendes Portfolio Ihre Chancen deutlich verbessern. Viele Salons suchen auch motivierte Nachwuchskräfte, die sie selbst weiterentwickeln können.
F: Kann ich mich als Friseur spezialisieren und lohnt sich das?
A: Ja, eine Spezialisierung kann sich absolut lohnen! Ob als Colorist, Barbier, Stylist für Hochzeiten und Events, Extensions-Spezialist oder Haarpflegeberater – eine Spezialisierung macht Sie für bestimmte Salons und Kunden besonders attraktiv und kann zu einem höheren Einkommen führen. Sie ermöglicht es Ihnen, Ihre Leidenschaft für einen bestimmten Bereich zu vertiefen und sich als Experte zu positionieren.
F: Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten im Friseurberuf?
A: Absolut! Der Friseurberuf entwickelt sich ständig weiter, und Weiterbildung ist entscheidend, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Es gibt unzählige Kurse zu neuen Schnitttechniken, Farbtechniken, Produktkenntnissen, Kundenberatung und Salonmanagement. Viele Arbeitgeber fördern die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, da dies auch dem Salon zugutekommt.
F: Lohnt sich der Meistertitel wirklich, oder kann ich auch ohne ihn erfolgreich sein?
A: Der Meistertitel bietet unbestreitbar viele Vorteile, insbesondere wenn Sie planen, einen eigenen Salon zu eröffnen oder eine Führungsposition anzustreben. Auch ohne Meistertitel können Sie jedoch eine erfolgreiche Karriere als Friseur aufbauen, indem Sie sich spezialisieren, exzellenten Kundenservice bieten und sich kontinuierlich weiterbilden. Der Erfolg hängt letztlich von Ihrem Engagement, Ihrem Talent und Ihrer Fähigkeit zur Kundenbindung ab.
F: Wo finde ich seriöse Stellenangebote als Friseur?
A: Seriöse Stellenangebote finden Sie auf großen, bekannten Jobbörsen wie JobMESH, auf den Karriereseiten großer Friseurketten, bei der Agentur für Arbeit oder über Berufsverbände. Achten Sie immer auf eine detaillierte Stellenbeschreibung, klare Kontaktdaten des Arbeitgebers und vermeiden Sie Angebote, die unrealistisch hohe Gehälter versprechen oder Vorauszahlungen verlangen.
Fazit
Der Friseurberuf ist ein Handwerk mit Herz und Zukunft. Die Suche nach dem passenden Job erfordert Engagement und Strategie, aber die Möglichkeiten sind vielfältig. Nutzen Sie Online-Jobbörsen, Ihr Netzwerk und entwickeln Sie Ihre Fähigkeiten stetig weiter. Ob Sie als Geselle Ihre ersten Schritte machen, sich spezialisieren oder den Weg zum Friseurmeister einschlagen – die Branche bietet spannende Perspektiven für alle, die mit Leidenschaft und Talent dabei sind. Finden Sie Ihren Platz in diesem kreativen und dynamischen Feld und gestalten Sie Ihre berufliche Zukunft aktiv mit.
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