20/10/2018
In einer Zeit, in der Flexibilität und temporäre Lösungen immer gefragter sind, bietet die Untermiete eine attraktive Möglichkeit, Wohnraum effizient zu nutzen oder temporäre Abwesenheiten zu überbrücken. Doch was genau verbirgt sich hinter einem Untermietvertrag, und welche Besonderheiten gilt es in der Schweiz zu beachten? Dieser umfassende Leitfaden beleuchtet die wichtigsten Aspekte des Untermietverhältnisses, von den rechtlichen Grundlagen über die Bedeutung eines schriftlichen Vertrages bis hin zu den neuesten gesetzlichen Änderungen, die seit September 2023 in Kraft treten könnten. Unser Ziel ist es, Ihnen alle notwendigen Informationen an die Hand zu geben, um Missverständnisse zu vermeiden und ein harmonisches Mietverhältnis zu gewährleisten.

- Was ist ein Untermietvertrag und wann ist er sinnvoll?
- Die Bedeutung eines schriftlichen Untermietvertrages
- Kostenlose Vorlagen: Einfach und sicher zum Untermietvertrag
- Wichtige Änderungen im Schweizer Mietrecht (September 2023)
- Mietvertrag vs. Untermietvertrag: Die entscheidenden Unterschiede
- Häufig gestellte Fragen zum Untermietvertrag (FAQ)
- Fazit
Was ist ein Untermietvertrag und wann ist er sinnvoll?
Ein Untermietvertrag ist eine schriftliche oder mündliche Vereinbarung zwischen einem Hauptmieter und einem Untermieter. Dabei überlässt der Hauptmieter dem Untermieter einen Teil oder die gesamte gemietete Wohnung zur Nutzung. Dieses Modell ist besonders sinnvoll, wenn der Hauptmieter temporär abwesend ist (z.B. für einen Auslandsaufenthalt, ein Sabbatical oder einen längeren Urlaub) und seine Wohnung nicht leer stehen lassen möchte. Es bietet auch eine praktische Lösung, um die Mietkosten zu teilen, wenn man beispielsweise ein WG-Zimmer oder einen Teil der Wohnung weitervermieten möchte. Für den Untermieter bietet es oft eine flexible und kurzfristige Möglichkeit, Wohnraum zu finden, ohne einen langfristigen Hauptmietvertrag eingehen zu müssen.
Die Untermiete ist in der Schweiz gesetzlich erlaubt und im Obligationenrecht (OR) unter Artikel 262 geregelt. Dieser Artikel bildet die rechtliche Grundlage und stellt sicher, dass die Untermiete unter bestimmten Bedingungen zulässig ist. Obwohl das Gesetz keinen schriftlichen Vertrag zwingend vorschreibt, ist ein solcher aus Gründen der Klarheit und Rechtssicherheit dringend zu empfehlen. Ein schriftlicher Vertrag schafft Transparenz und klärt wichtige Fragen im Vorfeld, wodurch potenzielle Konflikte vermieden werden können.
Die Bedeutung eines schriftlichen Untermietvertrages
Stellen Sie sich vor, Sie vermieten ein Zimmer Ihrer Wohnung und plötzlich gibt es Unstimmigkeiten über die Nutzung gemeinsamer Räume oder die Verteilung von Nebenkosten. Ohne einen schriftlichen Vertrag kann es schwierig sein, getroffene Vereinbarungen nachzuweisen. Ein schriftlicher Untermietvertrag ist Ihr wichtigstes Werkzeug, um Klarheit und Transparenz zu schaffen und Missverständnisse von vornherein auszuschliessen. Er legt die Bedingungen des Mietverhältnisses detailliert fest und dient als Beweismittel im Streitfall.

Fragen wie „Welche Räume darf ich als Untermieterin benutzen?“ oder „Muss ich für den Autoabstellplatz bezahlen?“ können im Untermietvertrag präzise geklärt werden. Durch die schriftliche Fixierung und beidseitige Unterschrift werden die getroffenen Vereinbarungen rechtsverbindlich. Dies schützt sowohl den Hauptmieter als auch den Untermieter vor unangenehmen Überraschungen und bietet eine solide Grundlage für ein reibungsloses Zusammenleben.
Kostenlose Vorlagen: Einfach und sicher zum Untermietvertrag
Die Erstellung eines rechtssicheren Untermietvertrages muss nicht kompliziert sein. Zahlreiche Plattformen bieten kostenlose Mustervorlagen im PDF- und Word-Format an, die Sie einfach herunterladen, anpassen und ausfüllen können. Zu den bekannten Anbietern in der Schweiz gehören beispielsweise ConvivaPlus.ch, Vorla.ch und Muster-Vorlage.ch. Diese Vorlagen sind nicht nur zeitsparend, sondern bieten auch eine praktische Orientierungshilfe und eine strukturierte Übersicht über die wesentlichen Punkte eines Untermietvertrages.
Die meisten Vorlagen ermöglichen es Ihnen, sie direkt am PC oder Mac als interaktive PDF-Datei auszufüllen oder als anpassbares Dokument im Word-Format herunterzuladen. Der Vorteil der Word-Vorlage liegt in der Möglichkeit, den Vertrag bei Bedarf frei anzupassen, falls der Formularmodus deaktiviert wird. Nach dem Ausfüllen müssen Sie den Vertrag lediglich ausdrucken und von beiden Vertragsparteien unterzeichnen lassen.
Anleitung: So füllen Sie eine Untermietvertrag-Vorlage aus
- Vorlage herunterladen: Laden Sie die gewünschte kostenlose Vorlage (Word oder PDF) auf Ihren Computer herunter.
- Vorlage öffnen: Öffnen Sie die Datei mit einem geeigneten Textverarbeitungsprogramm (z.B. Microsoft Word, LibreOffice, OpenOffice, Pages).
- Vertragsparteien anpassen: Tragen Sie die vollständigen Namen und Adressen des Hauptmieters und des Untermieters ein.
- Mietobjekt spezifizieren: Geben Sie die genaue Adresse des Mietobjekts sowie sämtliche Räume an, die vom Untermieter genutzt werden dürfen (z.B. Wohnzimmer, Küche, Bad, Kellerabteil). Falls das Objekt möbliert ist, fügen Sie eine Inventarliste bei.
- Mietdauer festlegen: Erfassen Sie den Mietbeginn und gegebenenfalls das Mietende. Wählen Sie „unbestimmte Mietdauer“, falls das Verhältnis unbefristet ist. Notieren Sie auch die vereinbarte Kündigungsfrist.
- Mietzins und Kaution: Legen Sie den monatlichen Mietzins für die Untermiete sowie die Nebenkosten fest. Geben Sie den Betrag der Kaution und die Bankverbindung für die Überweisung des Mietzinses an.
- Schlüsselübergabe: Halten Sie die Anzahl und Art der übergebenen Schlüssel fest.
- Weitere Vereinbarungen: Tragen Sie hier besondere Absprachen ein, die zusätzlich zum Vertrag gelten sollen (z.B. Regelungen zur Reinigung, Haustiere, etc.).
- Beilagen: Fügen Sie die Hausordnung und den Hauptmietvertrag als Beilagen hinzu, sofern diese Bestandteile des Untermietvertrags sind.
- Speichern und Unterschreiben: Speichern Sie das Dokument, drucken Sie es aus und lassen Sie es von beiden Parteien unterzeichnen.
Wichtige Änderungen im Schweizer Mietrecht (September 2023)
Das Schweizer Mietrecht ist dynamisch und wird regelmässig angepasst. Der Ständerat hat im September 2023 zwei wichtige Mietrechtsvorlagen verabschiedet, die die Rechte der Vermieter stärken und Auswirkungen auf die Untermiete haben. Es ist entscheidend, diese Änderungen zu kennen, um rechtliche Fallstricke zu vermeiden:
- Schriftliches Einverständnis des Vermieters: Mieter müssen nun die schriftliche Zustimmung ihres Vermieters einholen, bevor sie einen Untermietvertrag abschliessen. Dieser schriftliche Antrag an den Vermieter muss die Namen der Untermieter, die genauen Bedingungen des Untermietvertrags, den Mietpreis und die Mietdauer enthalten. Dies stellt sicher, dass der Vermieter umfassend informiert ist und der Untervermietung zustimmt.
- Begrenzte Dauer der Untervermietung: Eine Untervermietung für mehr als zwei Jahre kann vom Vermieter abgelehnt werden. Diese Regelung ist besonders relevant für Mieter, die ihre Wohnung aufgrund eines längeren Auslandsaufenthalts untervermieten möchten.
- Kündigungsrisiko: Ein Verstoss gegen diese neuen Regelungen kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Erfolgt die Untervermietung ohne die erforderliche schriftliche Zustimmung des Vermieters oder macht der Mieter falsche Angaben, kann dies zur Kündigung des Mietverhältnisses führen. Der Vermieter kann nach einer erfolglosen schriftlichen Abmahnung mit einer Frist von mindestens 30 Tagen kündigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Gesetzesänderungen dem fakultativen Referendum unterstehen. Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband hat bereits angekündigt, dass er das Referendum ergreifen wird, was bedeutet, dass diese Änderungen noch nicht endgültig in Kraft sind und möglicherweise einer Volksabstimmung unterliegen.

Mietvertrag vs. Untermietvertrag: Die entscheidenden Unterschiede
Obwohl beide Vertragstypen die Nutzung von Wohnraum regeln, gibt es fundamentale Unterschiede zwischen einem Hauptmietvertrag und einem Untermietvertrag. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend für alle Beteiligten:
| Merkmal | Hauptmietvertrag | Untermietvertrag |
|---|---|---|
| Vertragsparteien | Vermieter ↔ Hauptmieter | Hauptmieter ↔ Untermieter |
| Rechtsbeziehung zum Vermieter | Direkt und unmittelbar | Indirekt; Untermieter hat keine direkte Beziehung zum ursprünglichen Vermieter |
| Verantwortung | Hauptmieter trägt die volle Verantwortung gegenüber dem Vermieter (Mietzins, Einhaltung aller Bedingungen) | Hauptmieter bleibt voll verantwortlich gegenüber dem Vermieter; Untermieter ist dem Hauptmieter gegenüber verantwortlich |
| Ansprüche des Untermieters | Nicht zutreffend | Ansprüche (z.B. bei Mängeln, Mietzinsanpassung) nur gegenüber dem Hauptmieter |
| Zustimmung zur Untervermietung | Nicht zutreffend | Zustimmung des Vermieters ist in der Regel erforderlich (schriftlich empfohlen, seit 2023 möglicherweise gesetzlich vorgeschrieben) |
| Kündigung | Gemäss gesetzlichen Fristen oder vertraglichen Vereinbarungen direkt vom Vermieter | Gemäss gesetzlichen Fristen oder vertraglichen Vereinbarungen direkt vom Hauptmieter (Untervermieter) |
Untermieter geniessen grundsätzlich ähnliche Rechte wie Hauptmieter bezüglich der Nutzung des Mietobjekts. Sie können beispielsweise bei Mängeln die Beseitigung fordern oder eine Mietzinsanpassung verlangen. Allerdings richten sich diese Forderungen ausschliesslich an den Hauptmieter, da dieser ihr direkter Vertragspartner ist.
Der Vermieter kann die Untervermietung nur aus bestimmten, im Obligationenrecht definierten Gründen ablehnen. Dazu gehören:
- Wenn ihm aus der Untervermietung wesentliche Nachteile entstehen (z.B. Überbelegung, Lärmbelästigung, Zweckentfremdung).
- Wenn der Hauptmieter mit der Untervermietung einen Gewinn erzielen möchte (der Untermietzins darf in der Regel die vom Hauptmieter zu zahlenden Kosten nicht wesentlich übersteigen).
- Wenn der Hauptmieter die Bedingungen der Untervermietung nicht offenlegt.
Häufig gestellte Fragen zum Untermietvertrag (FAQ)
Muss der Vermieter der Untermiete zustimmen?
Ja, der Hauptmieter muss die Zustimmung des Vermieters einholen. Obwohl dies früher auch mündlich geschehen konnte, wird seit den Gesetzesänderungen von September 2023 eine schriftliche Zustimmung, die Details zur Untermiete enthält, empfohlen und könnte bald gesetzlich vorgeschrieben sein.
Welche Räume darf der Untermieter benutzen?
Dies sollte klar im Untermietvertrag definiert werden. Typischerweise umfasst dies das gemietete Zimmer sowie die Mitbenutzung von Küche, Bad und eventuell Wohnzimmer. Auch die Nutzung von Kellerabteilen, Garagenplätzen oder anderen Nebenräumen sollte explizit geregelt sein.
Kann der Vermieter die Untervermietung ablehnen?
Ja, der Vermieter kann die Untervermietung ablehnen, wenn ihm dadurch wesentliche Nachteile entstehen, der Hauptmieter einen Gewinn erzielen möchte oder die Bedingungen der Untermiete nicht offengelegt werden. Zudem kann eine Untervermietung über zwei Jahre abgelehnt werden.

Wie kündige ich einen Untermietvertrag?
Die Kündigung eines Untermietvertrages erfolgt in der Regel durch den Hauptmieter gegenüber dem Untermieter oder umgekehrt. Die Kündigungsfristen und -termine sind im Untermietvertrag festzuhalten und müssen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Für die Kündigung durch den Untervermieter (Hauptmieter) und für Mietzinserhöhungen sind in der Schweiz amtliche Formulare vorgeschrieben, die auf kantonalen Homepages oder Portalen wie mietrecht.ch/Formulare zu finden sind. Eine schriftliche Kündigung ist dringend zu empfehlen.
Ist eine Kaution bei der Untermiete Pflicht?
Nein, eine Kaution ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen. Sie dient dem Hauptmieter als Sicherheit für allfällige Schäden am Mietobjekt oder ausstehende Mietzinse. Die Höhe der Kaution sollte im Vertrag klar definiert und auf einem separaten Sperrkonto hinterlegt werden.
Fazit
Ein Untermietvertrag ist eine flexible und nützliche Lösung im Schweizer Mietmarkt, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und eine klare vertragliche Regelung. Die Nutzung kostenloser und umfassender Vorlagen ist dabei eine hervorragende Möglichkeit, alle relevanten Punkte rechtssicher festzuhalten und Missverständnisse zu vermeiden. Beachten Sie stets die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und holen Sie die notwendigen Zustimmungen ein, um ein reibungsloses und konfliktfreies Untermietverhältnis zu gewährleisten. Ein gut durchdachter Untermietvertrag schützt alle Beteiligten und schafft die Basis für ein harmonisches Zusammenleben.
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