Was hilft beim Haarefärben in der Schwangerschaft?

Haarefärben in der Schwangerschaft: Was ist sicher?

02/04/2018

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Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit im Leben einer Frau, die oft mit vielen Veränderungen einhergeht – nicht nur körperlich, sondern auch in Bezug auf den Lebensstil. Viele werdende Mütter möchten sich trotz der Umstellung gepflegt und wohlfühlen, und dazu gehört für viele auch das Färben der Haare. Doch schnell stellt sich die Frage: Ist Haarefärben in der Schwangerschaft überhaupt sicher? Die Sorge um das ungeborene Baby ist groß, und die Unsicherheit bezüglich der chemischen Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln ist weit verbreitet. Dieser umfassende Artikel beleuchtet die Risiken und gibt praktische Tipps, wie Sie Ihre Haare auch während der Schwangerschaft verschönern können, ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen.

Was hilft beim Haarefärben in der Schwangerschaft?
Für das Haarefärben in der Schwangerschaft ist Balayage ideal, da die Farbe nur in die Haarlängen und nicht auf der Kopfhaut eingearbeitet wird. Indem das Haarfärbemittel nicht mit der Kopfhaut in Berührung kommt, können keine chemischen Stoffe in die Blutlaufbahn gelangen.
Inhaltsverzeichnis

Wie Haarefärben funktioniert und warum es Bedenken gibt

Um die potenziellen Auswirkungen des Haarefärbens auf die Schwangerschaft zu verstehen, ist es wichtig, die Funktionsweise der meisten Haarfärbemittel zu kennen. Permanente Haarfärbemittel enthalten eine Reihe chemischer Substanzen, die dafür konzipiert sind, die Haarstruktur zu verändern und Farbpigmente dauerhaft im Haar zu verankern. Diese Chemikalien, darunter oft Wasserstoffperoxid und Ammoniak, brechen die äußere Schuppenschicht des Haares auf, damit die Farbpigmente tief in den Haarschaft eindringen können. Dort verbinden sie sich mit dem haareigenen Keratin, wodurch die Farbe fixiert wird und dauerhaft hält.

Das Hauptanliegen während der Schwangerschaft ist die mögliche Aufnahme dieser chemischen Substanzen durch die Kopfhaut der werdenden Mutter. Obwohl die Konzentration der Chemikalien, die in den Blutkreislauf gelangen, als gering eingeschätzt wird, ist es doch eine Tatsache, dass ein gewisser Transfer stattfindet. Das bedeutet, dass das ungeborene Baby, wenn auch in minimalen Mengen, diesen chemischen Stoffen ausgesetzt sein könnte. Ähnliche Bedenken bestehen während der Stillzeit, da chemische Rückstände potenziell über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden könnten. Besonders beim Blondieren, einem Prozess, der oft hohe Konzentrationen von Aufhellungsmitteln und manchmal Ammoniak verwendet, ist erhöhte Vorsicht geboten, da hier die chemische Belastung tendenziell höher ist.

Chemische Inhaltsstoffe und ihre Risiken

Die Liste der chemischen Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln ist lang und kann bei manchen Frauen Bedenken hervorrufen. Neben Ammoniak, das für seinen stechenden Geruch und seine reizende Wirkung bekannt ist, enthalten viele Produkte auch sogenannte Oxidationshelfer, die Hautreizungen, Augenreizungen oder allergische Reaktionen auslösen können. Para-Phenylendiamin (PPD) ist ein weiteres Beispiel für einen häufig verwendeten Farbstoff, der starke allergische Reaktionen hervorrufen kann. Obwohl die meisten modernen Haarfärbemittel darauf ausgelegt sind, die Exposition zu minimieren und Hautirritationen zu reduzieren, bleibt das Risiko bestehen, insbesondere bei empfindlichen Personen oder solchen mit einer Prädisposition für Allergien.

Es ist daher absolut ratsam, vor der Anwendung eines neuen Färbemittels – egal ob in der Schwangerschaft oder nicht – die Inhaltsstoffe genau zu prüfen. Suchen Sie nach Produkten, die als „ammoniakfrei“ oder „PPD-frei“ gekennzeichnet sind, um potenzielle Risiken zu minimieren. Ein Allergieverdachtstest (Patch-Test) an einer kleinen Hautstelle, beispielsweise in der Armbeuge, ist vor jeder Färbung unerlässlich, auch wenn Sie das Produkt bereits früher verwendet haben. Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können die Hautempfindlichkeit beeinflussen und eine zuvor tolerierte Substanz plötzlich zu einer Reaktion führen lassen.

Sichere Alternativen und Methoden während der Schwangerschaft

Die gute Nachricht ist, dass Sie Ihre Haare auch während der Schwangerschaft verschönern können, ohne sich unnötigen Risiken auszusetzen. Es gibt verschiedene Methoden und Produkte, die als sicherer gelten und eine gute Alternative zu herkömmlichen permanenten Colorationen darstellen:

Ammoniakfreie Haarfärbemittel

Wie bereits erwähnt, sind viele moderne Haarfärbemittel auf dem Markt, die auf Ammoniak verzichten. Diese Produkte verwenden stattdessen andere alkalische Mittel, um die Haarstruktur zu öffnen. Obwohl sie immer noch chemische Oxidationsmittel enthalten können, sind sie oft milder und weniger reizend. Achten Sie auf Formulierungen, die speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt wurden oder auf natürliche Öle und Extrakte setzen, die das Haar pflegen und gleichzeitig färben.

Tönungen statt permanenter Colorationen

Tönungen sind in der Regel weniger aggressiv als permanente Colorationen, da sie die Haarstruktur nicht dauerhaft verändern. Sie lagern sich meist nur auf der äußeren Schuppenschicht des Haares ab und waschen sich mit der Zeit wieder aus. Es gibt verschiedene Arten von Tönungen: Semi-permanente Tönungen halten etwa 6-8 Haarwäschen und enthalten oft keine oder nur sehr geringe Mengen an Oxidationsmitteln. Intensivtönungen halten länger (bis zu 24 Haarwäschen) und können geringe Mengen an Peroxid enthalten, sind aber immer noch milder als permanente Farben. Diese Optionen minimieren die Exposition gegenüber aggressiven Chemikalien, da sie nicht so tief in das Haar eindringen und somit auch weniger über die Kopfhaut aufgenommen werden.

Pflanzenhaarfarben: Die natürliche Option

Pflanzenhaarfarben, oft auch als Naturhaarfarben bezeichnet, sind eine hervorragende Alternative für Schwangere. Sie bestehen aus gemahlenen Pflanzenpulvern wie Henna, Indigo, Cassia, Walnussschalen oder Kamille. Diese färben das Haar, indem sie sich wie ein Schutzmantel um die einzelnen Haare legen, ohne die Haarstruktur chemisch zu verändern. Sie enthalten keine synthetischen Farb- oder Duftstoffe, Ammoniak, Peroxid oder PPD. Neben der Farbwirkung haben viele Pflanzenhaarfarben auch pflegende Eigenschaften, die das Haar kräftigen und ihm Glanz verleihen können.

  • Henna: Bekannt für seine rötlichen bis kupferfarbenen Töne. Reines Henna färbt nicht blond und kann auf blondiertem Haar zu unerwünschten Grüntönen führen. Es ist sehr pflegend und verleiht dem Haar Fülle und Glanz.
  • Indigo: Wird oft in Kombination mit Henna verwendet, um Braun- bis Schwarztöne zu erzielen. Allein angewendet kann Indigo einen bläulichen Schimmer hinterlassen.
  • Cassia (neutrales Henna): Färbt nicht, sondern pflegt das Haar intensiv und verleiht Glanz. Ideal für werdende Mütter, die keine Farbveränderung wünschen, aber ihren Haaren etwas Gutes tun möchten.
  • Walnussschalen: Können dunkle, braune Töne erzeugen.
  • Kamille: Wird traditionell zum sanften Aufhellen von blondem Haar verwendet.

Beachten Sie jedoch, dass die Farbauswahl bei Pflanzenhaarfarben begrenzter ist und die Ergebnisse weniger vorhersehbar sein können als bei chemischen Farben, da sie stark von der Ausgangshaarfarbe und -struktur abhängen. Ein weiterer Punkt ist, dass Pflanzenhaarfarben das Haar nicht aufhellen können.

Strähnchen statt Vollfärbung

Eine weitere beliebte und sicherere Methode ist das Färben von Strähnchen (Highlights oder Lowlights). Bei dieser Technik wird die Farbe nur auf einzelne Haarpartien aufgetragen und kommt in der Regel nicht mit der Kopfhaut in Berührung. Dadurch wird die Aufnahme von Chemikalien in den Blutkreislauf minimiert. Balayage oder Ombré-Techniken, bei denen die Farbe hauptsächlich in den Längen und Spitzen des Haares angewendet wird, sind ebenfalls gute Optionen.

Der Besuch beim Friseur vs. Heimfärben

Unabhängig davon, welche Methode Sie wählen, kann es sinnvoll sein, einen professionellen Friseur aufzusuchen, insbesondere während der Schwangerschaft. Ein erfahrener Friseur kann:

  • Sie umfassend beraten, welche Produkte und Techniken für Sie am besten geeignet sind.
  • Die Farbe präzise auftragen, um den Kontakt mit der Kopfhaut zu minimieren.
  • Für eine gute Belüftung im Salon sorgen, um das Einatmen von Dämpfen zu reduzieren.
  • Einen Patch-Test professionell durchführen.

Wenn Sie Ihre Haare zu Hause färben möchten, lesen Sie die Gebrauchsanweisung des Produkts extrem sorgfältig durch. Sorgen Sie für eine ausgezeichnete Belüftung des Raumes, öffnen Sie Fenster und Türen. Tragen Sie immer Handschuhe, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Und vergessen Sie niemals den Patch-Test 48 Stunden vor der Anwendung, auch wenn Sie das Produkt schon einmal verwendet haben.

Wichtige Überlegungen vor dem Färben

Neben der Wahl des richtigen Produkts gibt es weitere Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten, um maximale Sicherheit während des Haarefärbens in der Schwangerschaft zu gewährleisten:

  • Zeitpunkt der Färbung: Viele Experten empfehlen, das Haarefärben bis zum zweiten Trimester zu verschieben. In den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft (dem ersten Trimester) entwickeln sich die wichtigsten Organe des Babys. Obwohl die Beweislage für Schäden durch Haarfärbemittel gering ist, entscheiden sich viele Frauen für zusätzliche Vorsicht in dieser kritischen Phase.
  • Gute Belüftung: Ob zu Hause oder im Salon, stellen Sie sicher, dass der Bereich gut belüftet ist. Das Einatmen von chemischen Dämpfen, selbst wenn sie als harmlos gelten, kann Übelkeit oder Schwindel verursachen.
  • Hautschutz: Tragen Sie Vaseline oder eine fettreiche Creme entlang des Haaransatzes auf, um die Haut vor direktem Kontakt mit der Farbe zu schützen. Verwenden Sie immer Handschuhe.
  • Weniger ist mehr: Erwägen Sie, die Häufigkeit des Haarefärbens während der Schwangerschaft zu reduzieren. Weniger Exposition bedeutet weniger potenzielle Risiken.

Vergleichstabelle: Haarfärbemittel in der Schwangerschaft

FärbemitteltypWirkweiseRisiken in SchwangerschaftFarbergebnisEmpfehlung
Permanente ColorationDringt tief ins Haar ein, dauerhafte Farbveränderung durch chemische Reaktion.Geringe Aufnahme über Kopfhaut möglich; enthält oft Ammoniak, PPD, Peroxid.Langanhaltend, intensive Farben, deckt Grau ab.Eher nicht empfohlen, besonders im 1. Trimester. Wenn, dann ammoniakfrei und mit Vorsicht.
Ammoniakfreie ColorationÄhnlich wie permanent, aber ohne Ammoniak; andere Chemikalien zur Öffnung der Haarstruktur.Geringere Reizung, aber chemische Oxidationsmittel weiterhin enthalten.Langanhaltend, gute Grauabdeckung.Bevorzugt gegenüber herkömmlichen Colorationen; Patch-Test unerlässlich.
IntensivtönungLagert sich an Haaroberfläche an, dringt leicht ein; wäscht sich nach 6-24 Wäschen aus.Weniger Chemikalien, geringere Kopfhautresorption. Kann geringe Mengen Peroxid enthalten.Intensivierung der Naturfarbe, Glanz, leichte Grauabdeckung.Gute Alternative, da milder; Patch-Test empfohlen.
PflanzenhaarfarbeUmhüllt das Haar, färbt ohne chemische Reaktion.Sehr geringes Risiko, da rein pflanzlich; Allergien gegen Pflanzenstoffe selten.Natürliche Töne (Rot, Braun, Schwarz), kein Aufhellen, oft pflegend.Sehr empfehlenswert; sicherste Option.
Strähnchen/BalayageFarbe wird nur auf Haarlängen/-spitzen aufgetragen, nicht auf Kopfhaut.Minimale bis keine Kopfhautresorption.Natürliche Lichteffekte, Dimension.Sehr empfehlenswert; minimiert direkten Hautkontakt.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Kann ich meine Haare im ersten Trimester färben?

Obwohl es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für Schäden durch Haarfärbemittel im ersten Trimester gibt, raten viele Ärzte und Hebammen aus Vorsichtsgründen dazu, das Färben der Haare bis zum zweiten Trimester zu verschieben. In den ersten 12 Wochen entwickeln sich die wichtigsten Organe des Babys, und es ist ratsam, jede potenzielle Exposition zu vermeiden, die nicht unbedingt notwendig ist.

Sind Naturhaarfarben immer zu 100% sicher?

Pflanzenhaarfarben gelten als die sicherste Option, da sie keine aggressiven Chemikalien enthalten. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass es sich um reine Pflanzenprodukte handelt. Manche Produkte, die als 'natürlich' beworben werden, können dennoch synthetische Zusätze enthalten. Lesen Sie die Inhaltsstoffe sorgfältig. Auch auf rein pflanzliche Inhaltsstoffe wie Henna können selten allergische Reaktionen auftreten, daher ist ein Patch-Test auch hier sinnvoll.

Was ist mit semi-permanenten Tönungen?

Semi-permanente Tönungen sind eine gute Wahl, da sie weniger aggressive Chemikalien enthalten und sich nur auf der Oberfläche des Haares ablagern. Sie dringen nicht tief in den Haarschaft ein und waschen sich nach einigen Haarwäschen wieder aus. Dies reduziert die Exposition gegenüber potenziell schädlichen Substanzen über die Kopfhaut erheblich.

Wie oft darf ich meine Haare in der Schwangerschaft färben?

Um die Exposition zu minimieren, ist es ratsam, die Häufigkeit des Haarefärbens während der Schwangerschaft zu reduzieren. Wenn Sie sich für eine sichere Methode wie Pflanzenhaarfarben oder Strähnchen entscheiden, können Sie dies wahrscheinlich häufiger tun als mit permanenten chemischen Colorationen. Hören Sie auf Ihren Körper und sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Sollte ich meinen Friseur informieren, dass ich schwanger bin?

Ja, es ist sehr wichtig, Ihren Friseur über Ihre Schwangerschaft zu informieren. Er kann Sie dann bezüglich der sichersten Produkte und Techniken beraten, die Belüftung im Salon berücksichtigen und möglicherweise Produkte verwenden, die speziell für Schwangere geeignet sind oder als milder gelten.

Was tun bei einer allergischen Reaktion nach dem Haarefärben in der Schwangerschaft?

Sollten Sie nach dem Haarefärben Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder andere ungewöhnliche Reaktionen an der Kopfhaut oder anderen Körperstellen bemerken, spülen Sie die Farbe sofort gründlich aus und suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Eine allergische Reaktion kann schnell ernst werden und muss medizinisch behandelt werden.

Schlussfolgerung

Die Entscheidung, ob und wie Sie Ihre Haare während der Schwangerschaft färben, liegt letztendlich bei Ihnen. Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass die Menge der Chemikalien, die über die Kopfhaut aufgenommen wird, sehr gering ist und keine eindeutigen Beweise für eine Schädigung des ungeborenen Kindes vorliegen. Dennoch ist Vorsicht immer angebracht. Durch die Wahl von Pflanzenhaarfarben, ammoniakfreien Produkten oder Techniken wie Strähnchen, die den direkten Kontakt mit der Kopfhaut minimieren, können Sie Ihre Haare verschönern und gleichzeitig das Gefühl der Sicherheit bewahren.

Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, wenn Sie Bedenken haben. Priorisieren Sie die Gesundheit Ihres Babys und Ihr eigenes Wohlbefinden. Mit den richtigen Informationen und Vorsichtsmaßnahmen können Sie auch in dieser besonderen Lebensphase strahlend aussehen und sich rundum wohlfühlen.

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