Welche Haarfarbe passt zu beigeblondem Haar?

Haare färben: Risiko oder Schönheitsritual?

03/10/2024

Rating: 4.11 (13032 votes)

Für viele ist es ein fester Bestandteil der Schönheitsroutine: das Haarefärben. Ob ein subtiler Glanz, eine dramatische Veränderung oder die Abdeckung grauer Haare – mehr als 60 Prozent aller Frauen greifen regelmäßig zur Haarfarbe. Doch mit der Freude an der neuen Farbe kommen oft auch Fragen und Bedenken auf: Ist häufiges Färben schädlich für die Haare oder gar für die Gesundheit? Welche Inhaltsstoffe stecken in den Produkten, und gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und ernsthaften Erkrankungen? Wir tauchen tief in die Welt der Haarfarben ein, beleuchten die neuesten Erkenntnisse und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Ihre gefärbten Haare optimal pflegen.

Was passiert wenn man trockene Haare färbt?
Häufiges Färben führt dazu, dass die Haare besonders sensibel sind und empfindlich auf äußere Reize reagieren. Auch wenn trocken rubbeln vor dem Föhnen die Arbeit erleichtern kann, sollten Sie Ihr Haar deshalb lieber sanft ausdrücken. Die Reibung kann ansonsten die Haarstruktur aufrauen und die Farbe mattieren.
Inhaltsverzeichnis

Die Wahrheit über Haarfärbemittel: Sind sie wirklich schädlich?

Die Sorge um die Sicherheit von Haarfärbemitteln ist nicht neu. Es gab Zeiten, in denen berechtigte Bedenken bestanden. Vor über 30 Jahren enthielten Haarfärbemittel chemische Stoffe, die in Tierversuchen tatsächlich als krebserregend eingestuft wurden. Diese Erkenntnisse führten zu einer grundlegenden Neuausrichtung in der Kosmetikindustrie. Die gute Nachricht ist: Diese bedenklichen Stoffe wurden mittlerweile vollständig durch sichere Alternativen ersetzt.

Der Industrieverband für Körperpflege- und Waschmittel (IKW) betont, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich beim Kauf von Haarfärbemitteln heute keine Sorgen mehr machen müssen. „Sorgen bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen Haarfarben und Krebserkrankungen brauchen sich die Käuferinnen und Käufer nicht zu machen – bisher liegen keine wissenschaftlich stichhaltigen Belege dafür vor, dass Haarfarben einen erhöhten Risikofaktor darstellen“, erklärt Birgit Huber, stellvertretende IKW-Geschäftsführerin. Diese Aussage basiert auf umfassenden und kontinuierlichen Prüfungen.

Europa gilt weltweit als der sicherste Markt für Haarfärbemittel. Seit 2003 werden alle Produkte und ihre Inhaltsstoffe vom unabhängigen „Verbrauchersicherheits“-Ausschuss strengstens überprüft. Mehr als 100 Stoffe wurden seitdem als sicher befunden und für die Verwendung zugelassen. Dies gewährleistet, dass die Produkte, die Sie in Drogerien oder beim Friseur finden, höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.

Allergien und Inhaltsstoffe: Was Sie wissen sollten

Obwohl die allgemeine gesundheitliche Sicherheit von Haarfärbemitteln weitgehend gewährleistet ist, gibt es einen wichtigen Aspekt, der Beachtung verdient: die Möglichkeit von allergischen Reaktionen. Bestimmte Inhaltsstoffe in chemischen Haarfärbemitteln können bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen führen. Dazu gehören insbesondere p-Toluylendiamin und p-Phenylendiamin.

Diese Substanzen sind oft in Produkten für dunkle Haarfarben in höherer Konzentration enthalten, da sie für die Intensität und Haltbarkeit dunkler Pigmente entscheidend sind. Symptome einer allergischen Reaktion können von leichtem Juckreiz und Rötungen bis hin zu stärkeren Schwellungen und Blasenbildung auf der Kopfhaut reichen. Es ist daher unerlässlich, vor jeder Anwendung – auch wenn Sie das Produkt bereits früher verwendet haben – einen Allergietest (Patch-Test) durchzuführen. Dieser Test, bei dem eine kleine Menge des Färbemittels auf eine unauffällige Hautstelle aufgetragen wird, kann Ihnen helfen, potenzielle Risiken zu vermeiden.

Natürliche vs. Chemische Färbemittel: Ein Vergleich

Angesichts der chemischen Zusammensetzung vieler Haarfärbemittel suchen einige Verbraucherinnen und Verbraucher nach natürlichen Alternativen. Der Markt für Naturkosmetik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, auch im Bereich der Haarfarben. Doch wie effektiv sind sie im Vergleich zu ihren chemischen Pendants?

Chemische Haarfarben

  • Wirkweise: Dringen tief in die Haarfasern ein, um die natürliche Pigmentierung zu verändern. Dies ermöglicht drastische Farbwechsel, wie das Aufhellen von dunklem Haar zu Platinblond oder das Färben in leuchtende, unnatürliche Töne wie Pink oder Blau.
  • Farbergebnis: Bieten eine breite Palette an Farbtönen und ermöglichen präzise, dauerhafte Ergebnisse.
  • Haltbarkeit: Sind in der Regel dauerhaft oder semi-permanent, was bedeutet, dass die Farbe über Wochen oder Monate hält und mit dem Haar herauswächst.

Naturhaarfarben

  • Wirkweise: Die Farbpigmente legen sich um das Haar herum und dringen nicht in die Haarfaser ein. Sie wirken eher wie ein Mantel oder eine Lasur.
  • Farbergebnis: Eignen sich hervorragend, um den eigenen Naturton zu intensivieren, ihm mehr Glanz zu verleihen oder leichte Nuancen zu erzielen. Ein dramatischer Farbwechsel, beispielsweise von Dunkelbraun zu Platinblond, ist hiermit kaum möglich.
  • Haltbarkeit: Sind oft weniger haltbar als chemische Farben und waschen sich mit der Zeit allmählich aus.

Der Traum von „Heute blond, morgen pink“ bleibt mit Naturhaarfarben leider oft ein Traum, wie Birgit Huber bestätigt. „Ein natürlicher Blondton kann intensiviert werden, ein Platinblond wird jedoch nicht erzielt werden können.“ Dennoch sind sie eine gute Wahl für alle, die eine sanftere Farbveränderung wünschen und Wert auf natürliche Inhaltsstoffe legen.

Vergleich: Chemische vs. Natürliche Haarfarben
MerkmalChemische HaarfarbenNaturhaarfarben
FarbveränderungDrastisch, von hell zu dunkel und umgekehrtSubtil, Intensivierung des Naturtons
WirkweiseDringt in die Haarstruktur einLegt sich um das Haar
AufhellungJa, bis zu mehreren NuancenKaum bis gar nicht
HaltbarkeitLänger, dauerhaftMeist temporärer, wäscht sich aus
AllergiepotenzialHöher bei bestimmten InhaltsstoffenGenerell geringer, aber nicht ausgeschlossen

Haare färben: Was passiert mit trockenem Haar?

Die Frage, was passiert, wenn man trockene Haare färbt, ist besonders relevant, da Haarefärben selbst die Haarstruktur beanspruchen kann. Trockenes Haar ist bereits geschwächt, seine Schuppenschicht ist oft aufgeraut, und es neigt zu Spliss und Brüchigkeit. Das Färben von bereits trockenem Haar kann diese Probleme erheblich verschärfen und zu unbefriedigenden Farbergebnissen führen.

Wenn Haar trocken ist, nimmt es die Farbe ungleichmäßig auf. Trockene, poröse Stellen saugen oft mehr Farbpigmente auf als gesunde Bereiche, was zu einem fleckigen oder streifigen Ergebnis führen kann. Die Farbe wirkt möglicherweise ungleichmäßig und nicht so lebendig, wie gewünscht. Zudem fehlt trockenem Haar die notwendige Elastizität und Widerstandsfähigkeit, um dem chemischen Prozess des Färbens standzuhalten. Dies kann zu verstärktem Haarbruch und weiteren Schäden an der Haarstruktur führen.

Es ist daher dringend empfohlen, trockenes Haar vor dem Färben intensiv zu pflegen und mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Eine Tiefenpflege oder eine Haarkur in den Tagen vor dem Färbetermin kann die Haarstruktur stärken und für eine bessere und gleichmäßigere Farbaufnahme sorgen. Gesundes, gut hydriertes Haar ist widerstandsfähiger und nimmt die Farbe besser und gleichmäßiger an, was zu einem schöneren und länger anhaltenden Ergebnis führt.

Langfristige Pflege für gefärbtes Haar: Tipps vom Profi

Auch wenn häufiges Färben nicht zwingend gesundheitsschädlich ist, so leidet unsere Haarstruktur dennoch unter den Einwirkungen der Haarfärbemittel. Um die Schönheit und Gesundheit Ihrer gefärbten Haare langfristig zu bewahren, sind die richtigen Pflegemaßnahmen entscheidend. Hier sind vier essenzielle Tipps, die Ihnen helfen, Schäden vorzubeugen und Ihre Farbe zum Strahlen zu bringen:

1. Versorgen Sie Ihr Haar mit Feuchtigkeit

Häufiges Färben entzieht dem Haar Feuchtigkeit und kann die Haarstruktur austrocknen und schädigen. Es ist daher von größter Bedeutung, dem Haar aktiv Feuchtigkeit zurückzugeben. Verwenden Sie nach jeder Haarwäsche einen feuchtigkeitsspendenden Conditioner, der speziell für gefärbtes Haar entwickelt wurde. Ergänzen Sie Ihre Pflegeroutine ein- bis zweimal pro Woche mit einer reichhaltigen Haarkur oder Haarmaske. Haaröle, wie Argan- oder Kokosöl, können ebenfalls Wunder wirken, indem sie die Haarspitzen versiegeln und für zusätzlichen Glanz sorgen. Diese Produkte helfen, den Feuchtigkeitshaushalt wiederherzustellen, das Haar geschmeidig zu halten und die Farbe vor dem Verblassen zu schützen.

Was tun gegen gefärbte Haare?
Gefärbte Haare bleichen im Sonnenlicht schnell aus. Schützen Sie Ihr Haar mit speziellen UV-Sprays und einem Sonnenhut. Salz- und Chlorwasser können die Farbe verändern. Binden Sie coloriertes Haar beim Schwimmen zu einem Dutt, sodass die Haare möglichst wenig mit dem Wasser in Kontakt kommen.

2. Waschen Sie Ihre Haare nicht zu heiß

Eine heiße Dusche mag entspannend sein, ist aber Gift für gefärbtes Haar. Die äußere Schuppenschicht des Haares, die für den Schutz der Farbpigmente zuständig ist, öffnet sich bei zu hohen Wassertemperaturen. Dadurch können die Farbpigmente aus dem Haar heraustreten, was zu einem schnelleren Verblassen der Farbe führt. Waschen Sie Ihr Haar stattdessen lieber mit lauwarmem oder sogar kaltem Wasser. Kaltes Wasser hilft, die Schuppenschicht zu schließen, die Farbe im Haar einzuschließen und dem Haar zusätzlichen Glanz zu verleihen. Achten Sie außerdem darauf, Ihre Haare nicht zu oft zu waschen, um die Farberhaltung zu maximieren.

3. Vorsicht beim Strandurlaub

Sonne, Salz- und Chlorwasser sind eine Dreifachbelastung für gefärbtes Haar. Übermäßige Sonneneinstrahlung kann die Haaroberfläche angreifen und die Farbpigmente ausbleichen oder verändern. Besonders bei blondiertem Haar kann es zu einem unschönen Grünstich kommen, wenn es mit Chlorwasser in Berührung kommt. Schützen Sie Ihr Haar im Urlaub mit Hüten oder UV-Schutzsprays. Spülen Sie Ihr Haar nach dem Schwimmen im Meer oder Pool sofort mit klarem Süßwasser aus, um Salz- und Chlorrückstände zu entfernen. Eine Leave-in-Pflege mit UV-Schutz kann zusätzlich helfen, Ihr gefärbtes Haar vor Umwelteinflüssen zu schützen.

4. Vermeiden Sie es, Ihr Haar trocken zu rubbeln

Gefärbte Haare sind besonders sensibel und reagieren empfindlich auf äußere Reize. Das energische Rubbeln der Haare mit einem Handtuch nach dem Waschen mag die Trocknungszeit verkürzen, aber es ist äußerst schädlich für die Haarstruktur. Die Reibung raut die bereits beanspruchte Schuppenschicht des Haares auf, was zu Haarbruch, Spliss und einem matten Farbbild führen kann. Drücken Sie Ihr Haar stattdessen sanft mit einem Mikrofasertuch oder einem weichen Baumwollhandtuch aus. Wickeln Sie es vorsichtig in ein Handtuch, um die überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen, anstatt es zu rubbeln. Lassen Sie das Haar anschließend an der Luft trocknen oder verwenden Sie einen Föhn mit geringer Hitzeeinstellung.

Häufig gestellte Fragen zum Haarefärben

Ist häufiges Haarefärben krebserregend?

Nein, laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und basierend auf umfangreichen wissenschaftlichen Prüfungen gibt es keine wissenschaftlich stichhaltigen Belege dafür, dass moderne Haarfärbemittel einen erhöhten Risikofaktor für Krebserkrankungen darstellen. Früher verwendete bedenkliche Stoffe wurden ersetzt, und der europäische Markt gilt als der sicherste weltweit.

Welche Inhaltsstoffe in Haarfarben können Allergien auslösen?

Bestimmte Inhaltsstoffe wie p-Toluylendiamin und p-Phenylendiamin, die häufig in dunklen Haarfarben vorkommen, können allergische Reaktionen hervorrufen. Es ist unbedingt ratsam, vor jeder Anwendung einen Allergietest (Patch-Test) durchzuführen, um mögliche Reaktionen zu vermeiden.

Sind Naturhaarfarben genauso effektiv wie chemische Haarfarben?

Naturhaarfarben sind in ihrer Wirkweise und den erzielbaren Ergebnissen anders als chemische Farben. Sie legen sich um das Haar und dringen nicht in die Struktur ein, wodurch drastische Farbveränderungen wie ein Platinblond kaum möglich sind. Sie eignen sich jedoch hervorragend zur Intensivierung des Naturtons und für subtile Farbnuancen. Für starke Veränderungen sind chemische Farben effektiver.

Was passiert, wenn ich meine Haare trocken rubbele?

Trockenes Rubbeln mit einem Handtuch kann die empfindliche Schuppenschicht des gefärbten Haares aufrauen, was zu Haarbruch, Spliss und einem Verlust an Farbglanz führen kann. Es wird empfohlen, das Haar stattdessen sanft auszudrücken oder in ein weiches Handtuch zu wickeln.

Kann ich trockenes Haar färben?

Es ist nicht empfehlenswert, stark trockenes oder geschädigtes Haar zu färben. Trockenes Haar nimmt die Farbe ungleichmäßig auf, was zu einem fleckigen Ergebnis führen kann. Zudem ist es anfälliger für weitere Schäden durch den Färbeprozess. Es ist besser, das Haar vor dem Färben mit feuchtigkeitsspendenden Kuren zu stärken und zu pflegen, um ein optimales Ergebnis und weniger Haarschäden zu erzielen.

Warum sollte ich meine gefärbten Haare nicht zu heiß waschen?

Heißes Wasser öffnet die Schuppenschicht des Haares, wodurch Farbpigmente leichter entweichen und die Farbe schneller verblassen kann. Lauwarmes oder kaltes Wasser hilft, die Schuppenschicht zu schließen, die Farbe im Haar einzuschließen und den Glanz zu bewahren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Haarefärben mit modernen Produkten und der richtigen Pflege kein Risiko darstellen muss. Informieren Sie sich, pflegen Sie Ihr Haar gewissenhaft und genießen Sie Ihre strahlende neue Haarfarbe!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Haare färben: Risiko oder Schönheitsritual? kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Haarpflege besuchen.

Go up